Ursachenforschung
Ursachenforschung - # 4

Lebensplanung, Standorte
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Vicky_Rose
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Re: Ursachenforschung

Post 46 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Fr 29. Apr 2016, 08:33

Hallo Hanna,
das kulturell vorgegebene Rollen für alle Menschen gleich sind
das verstehe ich nicht so ganz. Rollen sind kulturell vorgegeben, aber wieso sind sie für alle gleich ? Da es nirgends festgelegt ist, wie eine Rolle auszusehen hat, gibt es große Spielräume. So dürfte z.B. das Rollenbild der Frau in der "EMMA" anders aussehen, als es in der "BRIGITTE" propagiert wird. Bei den "GRÜNEN" wiederum ist es anders als in der "AfD". Auch gibt es innerhalb der Gruppen deutliche Unterschiede im Frauenbild. Aber alle Gruppen sind in einer Gesellschaft zusammen gefasst.

Oder meinst Du das anders ?
Viele Grüße
Vicky

hanna von elm
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Re: Ursachenforschung

Post 47 im Thema

Beitrag von hanna von elm » Fr 29. Apr 2016, 10:33

Huhu Vicky,

Nee so hab ich das auf keinen Fall gemeint :)

Ich bezog mich da auf christliche Vorstellungen aus dem Mittelalter, wo dann einfach gesagt wurde es ist gottgegeben, das die Frau dem Mann untertan und nicht mehr als eine Seelenlose Gebärmaschine ist.

Ich begrüße es daher sehr das in der Hinsicht es heute vielfältigere Rollenbilder gibt :)

edit: Auperdem schrieb ich ja, dass ich keinen Menschen kenne der so denkt, mich eingeschlossen ^^

Tatjana 15
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Re: Ursachenforschung

Post 48 im Thema

Beitrag von Tatjana 15 » Fr 29. Apr 2016, 16:41

Hallo Martina,
ich finde Deinen Startbeitrag sehr interessant. Mich haben die Ursachen lange nicht interessiert, ich hab es einfach hingenommen. Vor ein paar Wochen ging es mir ziemlich schlecht, Angst und Traurigkeit haben mich ziemlich fertig gemacht ich konnte nicht mehr arbeiten. Dank der modernen Medizin geht es mir etwas besser, die Angst bremst mich nicht mehr so stark und die Grübelei ist nicht mehr so trostlos. Als ich dem Psychiater von meiner Neigung erzählte sagte er gleich da wäre er nicht so der Spezialist, aber am Ende der Besuchs sagte er doch noch was ziemlich wichtiges. Er meinte wohl ich würde wohl viel zu oft was darstellen was ich wohl nicht bin. Immer wieder in meinem Leben gab es Menschen die mir sagten sie wissen mich nicht einzuschätzen, wissen nicht was ich will, ich sein ein Chamäleon. Das passte schon irgendwie.
Gut ich bin irgendwie nicht in der Rolle in der ich bin. Seit einer Zeit frag ich mich dann jetzt auch nach den Ursachen, vor allem deswegen, weil ich für mich wissen möchte ob meine Neigung „nur“ was Oberflächliches das ich mit meinen bisherigen tun ausreichen bediene, oder ob es was wirklich tief in mir liegendes ist das sich nicht nur oberflächliche Handlungen zu lösen ist.
Aber vielleicht brauch ich die Ursache auch dann gar nicht wissen. Ich weiß es nicht.

LG Tatjana

biene38
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Re: Ursachenforschung

Post 49 im Thema

Beitrag von biene38 » Fr 29. Apr 2016, 19:17

parttime Nora hat geschrieben: Personen die nicht einer Gruppe zugeordnet werden können, oder je nach Situation einer anderen Gruppe zuzuordnen sind, sind schwierig einzuschätzen. Also freie Moleküle. Vielleicht entwickelt sich unsere Gesellschaft weiter, das alle Gruppen wirklich die gleichen Rechte und Pflichten hat und damit die Unsicherheit der Zuordnung zu einer Gruppe wegfällt. In großen Firmen ist Diversity bereits ein wichtiges Thema.
Frauen kann man doch schon lange nicht mehr nur einer Gruppe zuordnen, warum ist es scheinbar bei Männern dann so ein Problem?
Irgendwie versteh ich die Welt nicht...

Grüße von der Biene (na)

Fabiane
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Re: Ursachenforschung

Post 50 im Thema

Beitrag von Fabiane » Mo 2. Mai 2016, 09:23

Hallo liebe Forums-Gemeinschaft,

warum tragen Bayern-Fans keine HSV-Trikots? Mit dieser auf den ersten Blick vielleicht etwas irritierenden Frage möchte ich auch versuchen, eine Antwort auf die Ausgangsfrage (Ursachenforschung) zu finden. Bei mir war und ist es zeitlebens so, dass ich mich zu eher einfühlsamen, feingeistigen, tiefgründigen und differenzierten Menschen hingezogen fühle - weil da ein intensiver Gleichklang entsteht. Solche Menschen fand und finde ich öfter (natürlich nicht NUR) unter Frauen/Mädchen als unter Männern/Jungen. Dadurch empfinde ich immer wieder ein intensives Zusammengehörigkeits- und Ähnlichkeitsgefühl mit ihnen - was ich durch die weibliche Kleidung auch nach außen spiegeln kann. Mit den in meiner Kindheit vielfach auftauchenden Rabauken und Hard-Rock-Hörer (ich hatte es eher mit ABBA) unter den Jungs konnte ich umso weniger anfangen, sondern fühlte mich von ihnen eher abgestoßen.
Warum die Menschen so sind, wie sie sind, ist eine ganz andere Frage. Aus meiner Sicht spielen die Rollenerwartungen und -zuschreibungen in der Erziehung (Eltern, Kindi, Schule...), aber auch in den Peer Groups (Gruppendruck, wer ist schon gerne ausgeschlossen?) eine Riesenrolle, ich halte die Gender-Modelle also für sehr plausibel. Die natürlich ebenfalls "wirkende" Biologie im Gehirn oder Bauch kann demgegenüber m.E. schon mal in den Hintergrund treten. Aber auch wenn viele Geschlechter-Klischees in der Gesellschaft nach wie vor gelten, glaub ich doch, dass die Rollenmodelle zunehmend aufweichen und es dadurch immer seltener strikte geschlechtergetrennte Eigenschaften oder Verhaltensweisen gibt. Dennoch sind zumindest meine bisherigen Erfahrungen schon noch ein Stückweit "binär" und haben auch mein Gruppenzugehörigkeitsgefühl geprägt - was natürlich nicht heißt, dass ich eine schematische Zweiteilung befürworten würde. Erfahrungen können sich ja auch ändern, Grenzen im Kopf aufweichen. Und wenn wir schon bei der Viefalt der Menschen sind, ist es für mich nur stimmig, wenn "weiche Bio-Männer" auch "weiche Kleidung" anziehen - z.B. fließende Sommerkleider. Lasst uns bunt sein! (smili)

Liebe Grüße
von Fabiane

Lina
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Re: Ursachenforschung

Post 51 im Thema

Beitrag von Lina » Mo 2. Mai 2016, 11:04

Tatjana 15 hat geschrieben: ...
Aber vielleicht brauch ich die Ursache auch dann gar nicht wissen. Ich weiß es nicht.

LG Tatjana

Angenommen, du wuesstest, was die Ursache ist, was wuerdest du dann mit dem Wissen anfangen? Wuerdest du dann anders sein wollen als du bist? Wuerdest du dann weniger angst haben?

Und was wenn du ganz "normal" cis-Mann waerst und dafuer die Ursache nicht kennen, wuerdest du dann auch fragen, "Warum bin ich cis und nicht trans?" Denk daran; wenn es fuer das Eine eine Ursache gibt, dan muss es fuer das andere auch auch geben.

Wuerdest du dir selbst ueberhaupt gefallen, wenn du cis waerst?

Astrid
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Re: Ursachenforschung

Post 52 im Thema

Beitrag von Astrid » Mo 2. Mai 2016, 11:30

Lina hat geschrieben: ...
Wuerdest du dir selbst ueberhaupt gefallen, wenn du cis waerst?
Auch wenn die Frage nicht an mich gerichtet war, aber meine Therapeutin hat mir dieselbe Frage auch schon gestellt und ohne lange zu überlegen war meine ganz klare Antwort: Nein!

Liebe Grüße - Astrid

Vicky_Rose
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Re: Ursachenforschung

Post 53 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Mo 2. Mai 2016, 11:38

wenn "weiche Bio-Männer" auch "weiche Kleidung" anziehen
Das ergibt für mich keinen Kausalzusammenhang. Ich bin nicht "weich", nur weil ich Empathie besitze. Um sie zu leben, brauche ich auch keine "weiche Kleidung". Und wer möchte, findet "weiche Kleidung" auch in der Herrenabteilung und ein BH kann auf Dauer ganz schön nerven ... (da bin ich ganz Frau ...;-)) Und es gibt viele Frauen, die sind ganz schön tough, auch ohne dass sie deshalb "Mannweiber" sind. Man denke nur an die "Trümmerfrauen" oder die Leistungen, die Frauen erbringen, wenn Männer nicht da sind ...

Als Frau von Frauen anerkannt zu werden hat schon seinen Reiz, denn hier zeigt sich eine andere Welt, als bei gemischten Gruppen oder in reinen Männergemeinschaften. Allerdings ist es mMn für die Anerkennung wichtig, dass man hier ein Original (Edit: gestrichen Unikat) ist und kein Plagiat ...
dass ich mich zu eher einfühlsamen, feingeistigen, tiefgründigen und differenzierten Menschen hingezogen fühle - weil da ein intensiver Gleichklang entsteht. Solche Menschen fand und finde ich öfter (natürlich nicht NUR) unter Frauen/Mädchen als unter Männern/Jungen.
Das dachte ich auch einmal. Aber das entspricht nicht meinen Erfahrungen die ich gemacht habe, als ich genauer hinsah. Unter Frauen gibt es jede Menge, die mich in keiner Weise ansprechen, weil deren Interessen deutlich anders als beschrieben gelagert sind. Umgekehrt kenne ich jede Menge Männer, die durchaus die genannten Prädikate verdienen. Es hing bei mir davon ab, mit welchen Menschen ich mich umgeben habe und mit welcher Einstellung ich die Menschen betrachtet habe. Es besteht immer die Gefahr, dass man sich etwas vormacht und in anderen Menschen nur das sieht, was man sehen möchte. Das dürfte sogar der Regelfall sein (betrifft auch mich).
Viele Grüße
Vicky

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Re: Ursachenforschung

Post 54 im Thema

Beitrag von lucalikes » Mo 2. Mai 2016, 16:51

hanna von elm hat geschrieben: Ich glaube unsere Vermutungen unterscheien sich in dem was Ursache und was Wirkung ist.
Meiner meinung nach entwickelt sich eine Vorliebe eher, wenn Selbsbild und Außenwahrnehmung, bzw. die soziale Rolle nicht kongruent sind.
Um beim Beispiel Ageplay zu bleiben: Wenn ein Mensch mit seiner Geschlechterrolle nicht zufrieden ist (bewusst oder unbewusst) kann das vielleicht eine Art Ventil sein, oder sowas wie den Wunsch nach einer "Wiedergeburt" symbolisieren. Aber auch das ist nur eine mögliche Ursache, auch hier spielen sicherlich viele Faktoren eine Rolle.
Ein anderes Beispiel, welches häufig benutzt wird und fast schon Klischeehaft wirkt, is das des Topmanagers der sich gern auspeitschen oder erniedrigen lässt. Um in so eine Position kommt jemand wahrscheinlich nur wenn er/sie vom Charakter sehr dominant, durchsätzungsfähig, etc..ist. Wenn man aber ständig so eine Rolle spielen muss, keine Schwäche zeigen darf, dann kommt es auch hier zu einem Ungleichgewicht welches kompensiert werden muss. Das ist jedenfalls meine Vermutung.
Hallo Hanna, auf deinen interessanten Beitrag möchte ich noch mal eingehen:
Vielleicht hat bei mir die Beschämung ("du bist ja wie ein Mädchen!") auch deshalb so viel bewirkt, weil ich mir das schon immer gewünscht habe. Wie einfach wäre es gewesen zu sagen: "Ich bin ja auch eins."
Zum Age-Play und der Wiedergeburt - da ist vielleicht was dran. Ich habe sogar mal einen Roman geschrieben, in dem die Zeit rückwärts verläuft. Sonst geht es in dem Buch nicht ums Frausein (die Passagen, die sich mir einschleichen wollten, habe ich getilgt, um mich noch nicht zu outen.)
Wunsch nach im richtigen Geschlecht Neugeboren-Werden, das ist eine Möglichkeit, aber vielleicht auch Wunsch, in die Zeit zurückzukehren, in der das Geschlecht noch keine Rolle spielte.
Liebe Grüße
Martina (lucalikes)

Lina
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Re: Ursachenforschung

Post 55 im Thema

Beitrag von Lina » Mi 4. Mai 2016, 00:38

Astrid hat geschrieben:
Lina hat geschrieben: ...
Wuerdest du dir selbst ueberhaupt gefallen, wenn du cis waerst?
Auch wenn die Frage nicht an mich gerichtet war, aber meine Therapeutin hat mir dieselbe Frage auch schon gestellt und ohne lange zu überlegen war meine ganz klare Antwort: Nein!

Liebe Grüße - Astrid

... und da ergibt sich ja die Frage, was es bringen soll, die Ursache zu kennen - wenn sie sich überhaupt definieren lässt.

DeniesundUlla
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Re: Ursachenforschung

Post 56 im Thema

Beitrag von DeniesundUlla » So 4. Sep 2016, 23:55

Hallo Ihr Lieben,

es schreibt euch Ulla.

Seitdem wir hier registriert sind, lese ich mich sehr viel ein und komme aus dem darüber Nachdenken kaum raus.
Manchmal denke ich, das Forum ist für ich wichtiger als für Denies, die es ja für sich selbst weit mehr als TV betrifft.

Das Thema über weshalb, wieso, warum hatten wir auch schon einmal angesprochen.

Kennt ihr den Biologen und Hirnforscher Bruce Lipton?
Er fiel mir in dem Zusammenhang ein, dass ich in diesem Thread etwas über das Bewusste und Unbewusste las. Nach seinen Erkenntnissen leben Menschen bis zu 97 % unbewusst und nur zu 3 % bewusst – doch wir sind nicht erschaffen worden, um unbewusst zu leben, sondern bewusst.
Die Frage ist, was macht es aus uns, wenn wir bewusst(er) leben? Bringt es uns wirklich zu uns Selbst?
Spannend finde ich dann auch noch den Aspekt der Quantenphysik, dass die Gedanken eines Wissenschaftlers bereits den Verlauf des Experiments beeinflussen.

Es hat lange gedauert bis ich für mich angefangen habe die Bedeutung zu erkennen, wie sehr man mir vermittelt hat: es wäre schöner gewesen, wenn du als Junge auf die Welt gekommen wärst.
Aus dem Kontext heraus, dass meine Mutter ja schon hätte ein Junge sein sollen – meine Großeltern hätten einen Jungen zum Helfen auf dem Bauernhof gewollt.
Meine Mutter hat immer versucht, den Sohn zu ersetzen – was für ein schlimmer Schwachsinn. Aber auch nicht anders als würde Mann seine Weiblichkeit nicht leben dürfen.
Doch ich fand mich als Mädchen immer gut so wie ich geboren war und konnte daran beim besten Willen nichts schlechtes finden. Erst jetzt nachdem ich viele Lehren verstanden habe, aber auch noch am Lernen bin, schaffe ich es, Stück für Stück meine Weiblichkeit wirklich voll und ganz anzunehmen.

Was hat das mit der Ursache zu tun?
Nun, meine Mutter sagte immer, im nächsten Leben wolle sie als Mann geboren sein, weil es für sie schon allein schrecklich war, ihre Periode zu haben.
Genauso habe ich auch Männer sagen hören, sie wollen lieber als Frau geboren sein, warum auch immer.

Wie viel Unzufriedenheit, Unglück und Leid liegt da in der Luft? Wenn man bedenkt, was Bruce Lipton beschreibt, sich die Hirnforschung weiter betrachtet und dann auch noch die anderen Disziplinen hinzuzieht, wie die Quantenphysik, dann ist mit uns Menschen emotional eine ganze Menge im Argen.

Über sehr viele Jahrhunderte sind die Geschlechter missbraucht worden. Egal, ob männlich oder weiblich. Marshall Rosenberg spricht bei den Männern vom Galahad Syndrom, dass sie stark sein müssen, etc.
Bei Frauen kommt die Hexenverfolgung erschwerend hinzu und dass sie „das gute Mädchen“ sein sollen.

Schaue ich mir mein Leben an, so habe ich müssen weich und stark sein, schaue ich mir das Leben meines Vaters an, so hätte es ihm gutgetan, etwas weicher zu sein. Wir haben sehr viel emotionalen Ballast von unseren Vorgenerationen mitbekommen, den wir aufräumen müssen, für uns und alle anderen.
Deshalb könnte ich nichts anderes tun als Denies zu unterstützen, sie selbst zu sein, denn sie lebt ja nur, was in ihrer Seele gerade lebendig ist und was sie für ihre Entwicklung braucht.

Diana Richardson schreibt in ihrem Buch über Zeit für Weiblichkeit, dass Männer sogar ganz tief im innersten Ursprung noch feinsinniger sind als Frauen. (Sie hat auch geschrieben „Zeit für Männlichkeit „)

Gäbe es die Rollenklischees nicht, wie jemand zu sein habe, dann könnte jeder alle Facetten seines Seins, geschlechtsunabhängig, der Welt schenken und sich und alle anderen bereichern und man müsste nicht darüber nachdenken, was die Seele in Balance bringt oder sie in Balance sein lässt.
Anne-Mette hat hier im Forum einen Link gepostet zu dem Interview von Lann Hornscheidt mit „Die Zeit“.
http://www.zeit.de/zeit-wissen/2016/04/ ... iminierung
Lann möchte weder als Herr noch als Frau angesprochen werden, weil Lann sich weder so noch so fühlt und macht darauf aufmerksam, wie Geschlechter diskriminierend Sprache sein kann.

Soweit mal die queren Gedanken hierzu von mir.
Herzliche Grüße, Ulla

Lina
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Re: Ursachenforschung

Post 57 im Thema

Beitrag von Lina » Mo 5. Sep 2016, 12:08

Könnte ... ja.
Aber wie schlägst du vor, dass wir mit den Rollenklischees umgehten sollen, da es die ja offensichtlich noch gibt? Wie machst du das?

DeniesundUlla
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Re: Ursachenforschung

Post 58 im Thema

Beitrag von DeniesundUlla » Mo 5. Sep 2016, 14:58

Liebe Lina,

ich kann dir nur aus meinem eigenen Lebensweg und Erfahrungsschatz heraus antworten.
Es braucht Mut und den Wunsch für sich selbst, den eigenen Weg zu gehen. Mut, sich selbst zu verändern und diese Veränderungen auch zu leben auf allen Ebenen des Lebens.
Nicht versuchen, die Welt zu verändern, sondern sich selbst (gem. Gandhi).
Mal im Leben etwas anders machen wie sonst gewohnt.
Versuchen still zu werden, um die innere Stimme wieder zu hören, die einen sicher künftig geleitet.
Eigene Methoden und Wege finden, die erkennen lassen, wo werde ich gerade wie von wem manipuliert bzw. wie komme ich mit mir selbst ins Reine und in Balance.

Nur, wenn ich anderen eine Alternative vorlebe, sehen andere Menschen, dass es noch andere Möglichkeiten gibt und können sich frei dafür entscheiden.

Das krasseste Beispiel in meinem Leben, wie man verändern kann durch das, was man selbst vorlebt, ist ein junger Mann, der beschlossen hat, dass ich für ihn wie eine Mutter bin.
Ein Rebell vorm Herrn, mit 15 keine Autorität anerkennend und alles in Frage stellend. Seine geballte Rebellion traf auf mich Querdenkerin. Ich gab ihm keinen Widerstand, der ihn eingeladen hätte, seine Verteidigung zu stärken, sondern setzte mich mit ihm an den Küchentisch und wir redeten, ließ ihn teilhaben an meinen Sichtweisen.
Ich hatte dadurch die Chance zu erkennen, dass er einen überdurchschnittlichen IQ hat und in seinem Umfeld+Schule weder richtig gefordert noch gefördert war.
Es dauerte eine Weile bis er mir sagte, wie gut es war, was wir alles geredet haben. Heute 10 Jahre später ist er in seiner IT-Abteilung der Überflieger und ein kleines Genie und wir reden immer noch.
Er sagt, Ulla, mit dir kann ich einfach anders reden als mit allen anderen.
Vor ein paar Monaten gestand er mir, dass ich der erste erwachsene Mensch in seinem Leben war, von dem er etwas annehmen konnte und wie sehr er mir vertraut.
Das, was er mit mir erfahren hat, lebt er und gibt es durch sein eigenes Leben auch automatisch an andere weiter. Z. B. an seine Azubis, wie er mit ihnen umgeht, ist angelehnt an die Erfahrungen, die wir beide miteinander machten.

Ich zeigte ihm Möglichkeiten und Sichtweisen auf, die Entscheidung in welche Richtung es geht, traf er allein.

Wenn ich nicht meiner inneren eigenen Stimme gefolgt wäre, hätte ich ihn rausgeschmissen und wahrscheinlich wäre seine Karriere eine Drogenkarriere eworden.
Es wäre einfach gewesen, ihn rauszuwerfen, doch ich wollte eine eigene Meinung haben.

Liebe Lina, ich hoffe, es hilft dir ein Stück weiter.

Viele Grüße,
Ulla

Lina
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Re: Ursachenforschung

Post 59 im Thema

Beitrag von Lina » Di 6. Sep 2016, 00:49

Ich würde nicht ganz unterschreiben, dass das beschreibt, wie man mit den Geschlechterrollenklischees umgehen kann - aber irgend eine Art von Rollenmuster ist es schon, die du da durchmischt.

@Ich hatte dadurch die Chance zu erkennen, dass er einen überdurchschnittlichen IQ hat und in seinem Umfeld+Schule weder richtig gefordert noch gefördert war.

Das beweist zumindest, dass du auch nicht ganz blöd sein kannst, denn sonst hättest du seine Intelligenz auch nicht erkennen können. Dann hättest du dich auf irgend einen Schwachsinn wie IQ-Tests verlassen müssen ohne selber zu beurteilen.

Ich glaube übrigens auch, dass Menschen wie wir oft einen hohen Maß an kombinierbarer emotionaler und rationeller Intelligenz haben. Ist offensichtlich bei dir auch so.

Tamara
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Re: Ursachenforschung

Post 60 im Thema

Beitrag von Tamara » Di 6. Sep 2016, 09:14

Hallo Mädels,
mein ersten Erinnerungen sind die an Feinstrumpfhisen meiner Mutter. Mit 6 Jahren habe ich sie mir zwischen die Beine gesteckt, vor den Augen meiner Schwester (4 Jahre alt) und meiner Mutter. Später in der Pubertät, lag mein Zimmer neben einer Abstellkammer in der so Sachen wie Röcke, Kleider, etc. gelagert wurden. Da fing das Ganze richtig an Spaß zu machen und wurde immer mal wieder gelebt.

Es gab auch Zeiten, in denen meine Partnerin so aufmerksam und zärtlich mit mir war, da war kein Verlangen nach den Sachen. Mittlerweile lebe ich wieder getrennt durch meine Neigung und ziehe die Sachen jeden Tag, drunter und Abends auch drüber.
Ich denke, das es bei mir die fehlende Zärtlichkeit meiner Eltern war, die mir dann die Kleider gegeben haben??? Da ich aber kein Psychologe bin, ist dies nur eine Vermutung?
Soweit zu meiner Geschichte.
Liebe Grüße Tamara
Damit das Mögliche entsteht, muss erst das Unmögliche versucht werden.

Liebe Grüsse

Tamara

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