Ursachenforschung
Ursachenforschung

Lebensplanung, Standorte
Antworten
lucalikes
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 79
Registriert: Do 21. Apr 2016, 14:00
Geschlecht: variabel
Pronomen:
Wohnort (Name): Uckerland
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 82 Mal
Danksagung erhalten: 17 Mal
Kontaktdaten:

Ursachenforschung

Post 1 im Thema

Beitrag von lucalikes » Do 21. Apr 2016, 23:31

Ich würde gerne mal ein Thema aufmachen, das villt. ein bisschen quer ist (queer)?
Ich habe eine Weile herumgelesen und mir scheint, dass das bisher nicht so ernsthaft diskutiert wurde.
Was ich mir wünsche, ist Austausch mit anderen, die auch gerne nach den Ursachen ihrer CD- oder TG-Neigung suchen würden. Natürlich hat jede von uns eine ganz eigene Geschichte, aber vielleicht gibt es doch auch ein paar Gemeinsamkeiten.
Natürlich könnte man jetzt antworten: Lass doch die Sucherei, genieße das Leben und sei, wie du bist!
Diese Antwort habe ich auch schon oft gehört, aber so, wie ich nicht einfach aufhören kann, die Martina in mir zu zeigen und zu würdigen, so wenig kann ich damit aufhören, verstehen zu wollen, wie es zu dieser Zweiteilung in meiner Seele gekommen ist. Deshalb bin ich auch Psychologe geworden. Es geht mir nicht um eine Strategie, den Teil in mir zu beseitigen. Ich bin jetzt 48 und habe ganz gut gelebt. Manches habe ich bereut, aber das meiste nicht. Es fällt mir aber oft so verdammt schwer zu ertragen, dass ich etwas einfach nur so hinnehmen soll, ohne es zu verstehen. Warum haben andere Männer (z.B. meine beiden Brüder, die unter ähnlichen Bedingungen aufgewachsen sind wie ich) diese Neigung nicht?
Es gibt auch ein paar Hypothesen, die bei mir ganz oben stehen, und zu denen ich mir den Austausch wünsche. Mein Eindruck ist, dass viele von uns auch einen Teil in sich tragen, der mit dem Kleinsein (Windeln, Schnuller u.ä.) zu tun hat und woraus sich dann vielleicht erst das Bedürfnis entwickelt hat, Mädchensachen und später Frauensachen anzuziehen. Ich glaube sogar, dass diese Verbindung sinnvoll ist, denn Frauenkleidung ist oft so verspielt und niedlich wie die Kleidung von kleinen Kindern. Mit dem Kleinsein wie mit dem Frausein kann mann auch mal entspannen und die Männermaske fallenlassen.
Außerdem war das erste weibliche Kleidungsstück, auf das ich scharf war, die Strumpfhose. In meiner Kindheit zog man aber allen kleinen Jungen noch Strumpfhosen an. Mit anderen Worten, ein kleiner Junge, der gerade schnallt, dass er ein Geschlecht hat, bekommt etwas angezogen, was mehrheitlich zum anderen Geschlecht gehört. Ich erinnere mich genau, dass mir dieser Widerspruch auch bewusst war.
Ich würde mich freuen, wenn auch andere hier im Forum auf solche Fragestellungen Lust hätten. Worauf ich nicht scharf bin, ist die hunderttausendste Mitteilung, dass die Ursachen doch ganz egal sind. Mir sind sie nämlich nicht egal.
Einen friedlichen Abend wünscht euch
Martina

biene38
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 328
Registriert: Di 12. Feb 2013, 13:18
Geschlecht: Bio-Mann /Vegetarier
Pronomen: egal
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 33 Mal
Danksagung erhalten: 75 Mal

Post 2 im Thema

Beitrag von biene38 » Fr 22. Apr 2016, 07:20

Hi Martina,

bevor man an das Thema Ursachenforschung herangeht, sollte man sich klar machen, was mit Frauenkleidung oder weiblicher Kleidung gemeint ist.
Das ist Kleidung bezogen auf den jeweiligen Kulturkreis, die MOMENTAN in der Mehrzahl von Frauen getragen wird. Bezogen auf unseren Kulturkreis fällt mir mit Ausnahme des BHs vielleicht kein Kleidungsstück ein, welches nun wirklich an das biologische Geschlecht der Frau gekoppelt wäre. Dies wird auch klar wenn man es geschichtlich betrachtet, viele Kleidungsstücke, die heute fast ausschließlich von Frauen getragen wurden, waren früher aussschließlich Männerkleidung wie z.B. der Minirock, Schuhe mit hohen Absätzen, Overkneestiefel oder Seidenstrümpfe.
Das Befürfnis sich attraktiv zu kleiden ist somit scheinbar geschlechtsunabhängig.
Warum sollte es keine männliche Seite geben dürfen, sich körperbetont und attraktiv zu kleiden.
Übrigens mein erster Kontakt mit dem "weiblichen" Kleidungsstück war auch die Strumpfhose im Alter von ca. 6 Jahren. Damals war die Feinstrumpfhose für mich nur ein schönes Kleidungsstück, welches so schön transparent war und welches ich auch tragen wollte genau so wie meine Schwestern. Als ein noch recht naives und unbeeinflusstes Kind brachte ich dies mit Geschlecht nicht in Verbindung. Dies geschah erst dann später von außen durch Sozialisierung durch Eltern, Freunde, Idioten etc.

Vielleicht hilft ja meine Ansicht der Dinge einigen, ihr Interesse an schönen Dingen und Kleidungstücken in einen gesunden und objektiven Kontext zu bringen und damit auch ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen.

Grüße von der Biene

Jaqueline
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1019
Registriert: Di 16. Apr 2013, 22:02
Geschlecht: Weiblich (Post-OP)
Pronomen:
Wohnort (Name): :-)
Membersuche/Plz: Westlich von München
Hat sich bedankt: 192 Mal
Danksagung erhalten: 93 Mal
Kontaktdaten:

Post 3 im Thema

Beitrag von Jaqueline » Fr 22. Apr 2016, 10:09

lucalikes hat geschrieben:Was ich mir wünsche, ist Austausch mit anderen, die auch gerne nach den Ursachen ihrer CD- oder TG-Neigung suchen würden. Natürlich hat jede von uns eine ganz eigene Geschichte, aber vielleicht gibt es doch auch ein paar Gemeinsamkeiten.
Guten Morgen Martin,

die Frage habe ich mir auch schon gestellt, warum es mich mit diesen Lebenstraum getroffen hat.
Ich für mich kann sagen, es war nicht einfach da sondern es hat sich einige Zeit entwickelt. Je mehr ich darüber nachdenke um so mehr verstehe ich mich mittlerweile selber und meine Anfänge. Die Spuren reichen bei mir zurück bis in die 1. bzw 2. Klasse im Sportunterricht. Ich habe mich zu der Zeit bei den Mädels umgezogen, da ich es bei den Jungen einfach nur eklig fand und so nahm das ganze dann seinen Lauf.
Ob es die Antwort ist, die du erwartet hast weiß ich nicht.

Ganz liebe Grüsse
Jacky (ki)
Genieße jeden Tag, als sei es dein letzter :-)

Sachsen ist meine Heimat
Bayern ist mein Bett
Und die Welt ist mein Zuhause

hanna von elm
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 46
Registriert: Mi 16. Mär 2016, 07:21
Geschlecht: O.o
Pronomen:
Membersuche/Plz: Walsrode
Hat sich bedankt: 36 Mal
Danksagung erhalten: 14 Mal

Post 4 im Thema

Beitrag von hanna von elm » Fr 22. Apr 2016, 11:04

Hallo Martina,

ich glaube man muss da muss man unterscheiden zwischen zum einen crossdressern dwt Transvestiten und was es da noch so alles gibt und zum anderen Transsexuellen (hoffe ich setze mich mit meinem halbwissen jetzt nicht völlig in die Nesseln ^^)
Bei Transsexuellen, denke ich, sind die "Ursachen" wohl eher in der Neurobiologie, Genetik und/oder durch pränatale Hormoneinflüsse zu suchen. Also Dinge die ohne Medizinstudium wohl nur schwer zu begreifen sind, bzw. auch noch gar nicht vollkommen erforscht sind.

Bei anderen im Trans* Spektrum gibt es bestimmt sehr vielfältige äußerre Einflüsse und Erlebnisse die gewisse Neigungen erklären können.
Gerade bei den von die beschriebenen Ageplayern gibt es da wohl auch Überschneidungen.

Freud's Theorien mögen mögen zwar teilweise schon wiederlegt worden sein und als altmodisch gelten aber die frühkindlichen Entwicklungsphasen die er beschrieb lassen sich doch häufig beobachten und sind dann auch sehr prägend für das spätere Leben.
Bei einem Kind, welches gerade entdeckt das es verschiedene Geschlechter gibt und sich daher gerade sehr dafür interessiert kann vielleicht schon eine (objektiv betrachtet) "kleinigkeit" Auslöser für eine spätere Leidenschaft sein.
Als Beispiel : Ein kleiner Junge der eingenässt hat und keine eigenen Wechselsachen dabei hat und daher einen Rock, Mädchenhose anbekommt damit er nicht nackig rumlaufen muss.
Sowas muss natürlich zwangsläufig das ganze spätere Leben beeinflussen, aber es ist möglich das sich die Erfahrung so im Unterbewusstsein festsetzt und später ausgelebt werden möchte.

Grundsätzlich ist sowas aber total Spekulativ und es mag noch Tausend andere Ursachen geben, aber genau das macht es ja auch so spannend darüber zu diskutieren :)

lg
hanna

Lina
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 3563
Registriert: Di 25. Jan 2011, 00:34
Pronomen:
Membersuche/Plz: z.Zt. ------
Hat sich bedankt: 13 Mal
Danksagung erhalten: 360 Mal

Post 5 im Thema

Beitrag von Lina » Fr 22. Apr 2016, 11:15

Hallo Martina,
ich vermute, dass das mit den Kleinmaedchensachen sich ziemlich stark au dich selbst besieht. Das bedeutet ja nicht unbedingt, dass das bei allen so zutrifft, wie du beschreibst. Ist das nicht der Fehler, den viele Psychologen machen - Siegmund Freud inkl. - dass sie davon ausgehen, dass alle mit den gleivhen Voraussetzungen geboren werden und dann sich selbst als Massrab setzt?
Du hast natuerlich Recht, dass es im weiblichem Verhalten, wenn es darum geht suess/sexy zu sein Elementevon Kindlichem Verhalten gibt. Da wind Menschen nicht die Einzigen. Da schliessen sich so viele Wirbeltiere an, dass es mich wundern wuerde, eenn nan de T-Rex nicht dazuzaehlen koennte.
Ich, zumindest, wollte als Kind nicht ein Kind sein. Ich wollte so bald wie moeglich das tun und koennen, was Erwachsene koennen.
Also habe ich auch nicht "Maedchenkleidung" angezogen sondern so weit Moeglich was den erwachsenen Frauen nahe kommt. Inkl schwerze Pumps und Schmuck mit Perlen, was ich uebrigens immer noch gerne mag.

lucalikes
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 79
Registriert: Do 21. Apr 2016, 14:00
Geschlecht: variabel
Pronomen:
Wohnort (Name): Uckerland
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 82 Mal
Danksagung erhalten: 17 Mal
Kontaktdaten:

Post 6 im Thema

Beitrag von lucalikes » Fr 22. Apr 2016, 12:23

biene38 hat geschrieben:Hi Martina,

bevor man an das Thema Ursachenforschung herangeht, sollte man sich klar machen, was mit Frauenkleidung oder weiblicher Kleidung gemeint ist.
Das ist Kleidung bezogen auf den jeweiligen Kulturkreis, die MOMENTAN in der Mehrzahl von Frauen getragen wird.
Hallo Biene,
da stimme ich dir zu. Welche Kleidung weiblich ist, beruht auf unausgesprochenen und ausgesprochenen Vereinbarungen in einer Kultur, aus denen sich Verhaltenserwartungen ergeben. Daran muss ich mich nicht halten. Aber davon sind sie auch nicht weg. In diesem Sinne möchte ich "weibliche Kleidung" verstanden wissen.
Ich persönlich trage diese Sachen heute auch genau deshalb, weil sie weiblich sind. Aber eben darum habe ich das Thema auch aufgemacht, weil ich bei mir eine ähnliche Entwicklung vermute, die damit begann, dass ich einfach das Aussehen meiner Knöpferhose wie auch meiner Jungen-Schlafanzüge und später eben der Mädchensachen total süß und hübsch fand und einfach auch selbst süß und hübsch sein wollte.
Bezogen auf unseren Kulturkreis fällt mir mit Ausnahme des BHs vielleicht kein Kleidungsstück ein, welches nun wirklich an das biologische Geschlecht der Frau gekoppelt wäre. Dies wird auch klar wenn man es geschichtlich betrachtet, viele Kleidungsstücke, die heute fast ausschließlich von Frauen getragen wurden, waren früher aussschließlich Männerkleidung wie z.B. der Minirock, Schuhe mit hohen Absätzen, Overkneestiefel oder Seidenstrümpfe.
Das Befürfnis sich attraktiv zu kleiden ist somit scheinbar geschlechtsunabhängig.
Warum sollte es keine männliche Seite geben dürfen, sich körperbetont und attraktiv zu kleiden.
Natürlich kann sich auch ein Mann attraktiv kleiden wollen und ich verstehe gar nicht, warum die Männerwelt all diese Dinge aufgegeben hat, die du aufzählst. Es bleibt für mich aber immer noch schwer verständlich, weshalb ich mich heute nicht nur attraktiv, sondern auch betont androgyn geben will.

Ganz vielen Dank jedenfalls für deinen Beitrag.
Martina

biene38
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 328
Registriert: Di 12. Feb 2013, 13:18
Geschlecht: Bio-Mann /Vegetarier
Pronomen: egal
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 33 Mal
Danksagung erhalten: 75 Mal

Post 7 im Thema

Beitrag von biene38 » Fr 22. Apr 2016, 13:34

lucalikes hat geschrieben: weshalb ich mich heute nicht nur attraktiv, sondern auch betont androgyn geben will.
Wir sind uns da sehr ähnlich.
Ich erkläre es mir damit, dass Frauen diesbezüglich in unserer Gesellschaft wesentlich mehr Freiheiten haben. Männer sind absolut benachteiligt in diesem Punkt. Indem man sich androgyn gibt, erhofft man sich, entsprechende Freiheiten zu erlangen, da man nicht mehr so den Anschein erweckt ein "typischer" Mann zu sein.
Die Frage wäre viel mehr, was wäre wenn wir in einer Zeit lebten, in der es anders herum war, d.h. die Mode der Männer freizügiger und experimentierfreudiger war als die der Damen, ob wir dann auch das Bedürfnis hätten uns androgyn zu geben. (http://www.fashionhistory.ch/modeeinstu ... ssance.htm) Vielleicht hätte uns das vollkommen ausgereicht, da wir unsere Interessen unbekümmert ausleben hätten können.
Vielleicht ist diese Anrogynität nur ein Notbehelf, um etwas mehr Freiheit zu erreichen?

Oder geht es doch um etwas Geschlechtsspezifisches und wir hätten auch die Sehnsucht gehabt, uns mit dem anderen Geschlecht zu identifizieren und hätten uns entsprechend gekleidet??

Bei mir vermute ich eher ersteres.

Grüße von der Biene (na)

lucalikes
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 79
Registriert: Do 21. Apr 2016, 14:00
Geschlecht: variabel
Pronomen:
Wohnort (Name): Uckerland
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 82 Mal
Danksagung erhalten: 17 Mal
Kontaktdaten:

Post 8 im Thema

Beitrag von lucalikes » Fr 22. Apr 2016, 14:49

Jaqueline hat geschrieben:
Ich für mich kann sagen, es war nicht einfach da sondern es hat sich einige Zeit entwickelt. Je mehr ich darüber nachdenke um so mehr verstehe ich mich mittlerweile selber und meine Anfänge. Die Spuren reichen bei mir zurück bis in die 1. bzw 2. Klasse im Sportunterricht. Ich habe mich zu der Zeit bei den Mädels umgezogen, da ich es bei den Jungen einfach nur eklig fand und so nahm das ganze dann seinen Lauf.
Liebe Jacky, das finde ich interessant. Bei dir war es also die Umkleide. Ich staune, dass die Mädels das zugelassen haben (yes)
Was ich darüberhinaus spannend fände, wäre die Frage, was bei den Jungen so eklig war. Natürlich nur, wenn du das preisgeben magst.
Ich fand Jungs auch oft abstoßend, besonders wenn sie großkotzig oder rowdyhaft waren und den Lehrern und Erziehern Stress gemacht haben oder wenn die Großen versucht haben, die Kleinen einzuschüchtern und zu bedrohen. Oder wenn immer nur Wettbewerb betrieben wurde, wer stärker ist. Da hatte ich eh keine Chance, denn ich war klein und wenig sportlich.
Ob es die Antwort ist, die du erwartet hast weiß ich nicht.
Ich habe nichts bestimmtes erwartet. Aber ich liebe solche Geschichten. (smili)

LG
Martina

Vicky_Rose
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1654
Registriert: Do 20. Nov 2014, 15:59
Geschlecht: m und f
Pronomen:
Membersuche/Plz: Raum Karlsruhe
Hat sich bedankt: 186 Mal
Danksagung erhalten: 968 Mal

Post 9 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Fr 22. Apr 2016, 16:01

Hallo,

ich finde solche Geschichten auch interessant, aber wir können jahrelang über die Geschichten von uns reden und kommen doch keinen Schritt in der Ausgangsfrage weiter, weil wir uns in Details verheddern.

Wesentlich weiter könnten wir kommen, wenn wir versuchen, die Indizien zu sammeln und zu strukturieren, die für uns von Bedeutung sind. Z.B. Fragen wie

- Was bedeutet uns Trans ? Was ist von Bedeutung (z.B. (zeitweise) Frau sein, Entspannung, Freude an der Kleidung, vollständiger Wechsel des Geschlechts etc.
- Was sind die ersten Erinnerungen, die mit Trans verbunden sind ?
- Was ist die vermutete Ursache ?
- In welchem Alter trat Trans zum ersten Mal auf ?
- ...

In nächsten Schritt wären dann möglichst Viele zu befragen und in einer Tabelle darzustellen. Die Auswertungen könnten dann erste Strukturen liefern, die mit Trans zusammen hängen. Ich vermute, dass Trans ein viel zu weit gesteckter Begriff ist. Es gibt vermutlich unterschiedliche Gründe für unterschiedliche Phänomene. Aber wenn alles unter einem Sammelbegriff zusammengefasst wird, sind strukturelle Zusammenhänge nicht erkennbar.
Viele Grüße
Vicky

Never regret something that made you smile ...

lucalikes
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 79
Registriert: Do 21. Apr 2016, 14:00
Geschlecht: variabel
Pronomen:
Wohnort (Name): Uckerland
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 82 Mal
Danksagung erhalten: 17 Mal
Kontaktdaten:

Post 10 im Thema

Beitrag von lucalikes » Fr 22. Apr 2016, 16:50

hanna von elm hat geschrieben: ich glaube man muss da muss man unterscheiden zwischen zum einen crossdressern dwt Transvestiten und was es da noch so alles gibt und zum anderen Transsexuellen (hoffe ich setze mich mit meinem halbwissen jetzt nicht völlig in die Nesseln ^^)
Bei Transsexuellen, denke ich, sind die "Ursachen" wohl eher in der Neurobiologie, Genetik und/oder durch pränatale Hormoneinflüsse zu suchen. Also Dinge die ohne Medizinstudium wohl nur schwer zu begreifen sind, bzw. auch noch gar nicht vollkommen erforscht sind.
Hallo Hanna, keine Ahnung, ob man da unterscheiden muss.
Ich weiß, dass manche TS großen Wert auf die Unterschiede legen und darauf, dass bei ihnen alles schon von Geburt an so war. Ich habe sogar schon Verschwörungstherien gelesen, dass angeblich Gutachter und Krankenkassen auf Fetischforen mitlesen, um "unechte" TS zu erkennen. Wenn ich von solchen Entscheidern abhängig wäre, würde ich mich hier wahrscheinlich sowieso bedeckt halten. Wenn ich mich darüber auslasse, wie es zu meinen Vorlieben gekommen ist, besteht ja theoretisch die Gefahr, dass man mich als therapierbar einsortiert.
Bei einem Kind, welches gerade entdeckt das es verschiedene Geschlechter gibt und sich daher gerade sehr dafür interessiert kann vielleicht schon eine (objektiv betrachtet) "kleinigkeit" Auslöser für eine spätere Leidenschaft sein.
Als Beispiel : Ein kleiner Junge der eingenässt hat und keine eigenen Wechselsachen dabei hat und daher einen Rock, Mädchenhose anbekommt damit er nicht nackig rumlaufen muss.
Ein wunderbares Beispiel, das mich glatt zu Tagträumen anregt (smili)
In der Psychoanalyse wird ja tw. angenommen, dass traumatische Kindheitserfahrungen dadurch bewältigt werden, dass wir sie ins lustvolle Gegenteil verkehren. Bei mir war es in der Tat so, dass ich mit 5 Jahren in eine viel zu kleine Knöpfer-Windel gezwungen und dazu noch beschämt wurde. Und es war auch üblich, Jungen zu beschämen, indem man sie als (wie) Mädchen bezeichnete (zum Beispiel, weil ich oft geweint habe). Vielleicht haben andere ja Ähnliches erlebt?
Grundsätzlich ist sowas aber total Spekulativ und es mag noch Tausend andere Ursachen geben, aber genau das macht es ja auch so spannend darüber zu diskutieren :)
Ich irre mich manchmal mit meinen Erinnerungen. Dann fällt mir ein neues Detail ein, das ich vergessen oder verdrängt hatte. Aber im Grunde finde ich es nicht spekulativ. Und je mehr wir Erfahrungen austauschen, umso mehr kommt bei mir das Gefühl auf, dass es durchaus möglich ist, die seelische Entwicklung zu verstehen. Das Internet ist dafür genial, weil wir uns hier der ärztlichen Deutungsmacht ein Stück weit entziehen können.
LG
Martina

lucalikes
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 79
Registriert: Do 21. Apr 2016, 14:00
Geschlecht: variabel
Pronomen:
Wohnort (Name): Uckerland
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 82 Mal
Danksagung erhalten: 17 Mal
Kontaktdaten:

Post 11 im Thema

Beitrag von lucalikes » Fr 22. Apr 2016, 17:04

Lina hat geschrieben:Hallo Martina,
ich vermute, dass das mit den Kleinmaedchensachen sich ziemlich stark au dich selbst besieht. Das bedeutet ja nicht unbedingt, dass das bei allen so zutrifft, wie du beschreibst. Ist das nicht der Fehler, den viele Psychologen machen - Siegmund Freud inkl. - dass sie davon ausgehen, dass alle mit den gleivhen Voraussetzungen geboren werden und dann sich selbst als Massrab setzt?
Du hast natuerlich Recht, dass es im weiblichem Verhalten, wenn es darum geht suess/sexy zu sein Elementevon Kindlichem Verhalten gibt. Da wind Menschen nicht die Einzigen. Da schliessen sich so viele Wirbeltiere an, dass es mich wundern wuerde, eenn nan de T-Rex nicht dazuzaehlen koennte.
Ich, zumindest, wollte als Kind nicht ein Kind sein. Ich wollte so bald wie moeglich das tun und koennen, was Erwachsene koennen.
Also habe ich auch nicht "Maedchenkleidung" angezogen sondern so weit Moeglich was den erwachsenen Frauen nahe kommt. Inkl schwerze Pumps und Schmuck mit Perlen, was ich uebrigens immer noch gerne mag.
Hallo Lina,
zum Verallgemeinern von irgendwas ist es mir auf alle Fälle noch zu früh. Deswegen habe ich es auch ausdrücklich eine Hypothese genannt, dass es eine Parallele gibt zum Ageplay. Ja, bei mir trifft das zu, aber auch bei einer Reihe anderer CD / TG / TS, die ich online kennengelernt habe. Es gibt auch Männer, die Windeln plus Jungssachen lieben oder Windeln plus Strumpfhosen, aber nichts von Mädels usw. usf. Ich hörte sogar von einem amerikanischen Psychiater, der das Phänomen AB / DL grundsätzlich mit Transsexualität in Verbindung setzen soll. Da geht also extrem viel hin und her. Deswegen höre ich lieber auf die echten Erinnerungen und Erfahrungen.
Und deine Erfahrung, dass du lieber so schnell wie möglich eine erwachsene Frau werden wolltest, ist natürlich ganz besonders spannend. So eine Geschichte habe ich noch nie gehört. Das macht mich aber auch extrem neugierig, weshalb du nicht ein erwachsener Mann werden wolltest... :wink:
LG
Martina

lucalikes
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 79
Registriert: Do 21. Apr 2016, 14:00
Geschlecht: variabel
Pronomen:
Wohnort (Name): Uckerland
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 82 Mal
Danksagung erhalten: 17 Mal
Kontaktdaten:

Post 12 im Thema

Beitrag von lucalikes » Fr 22. Apr 2016, 17:18


Vielleicht ist diese Anrogynität nur ein Notbehelf, um etwas mehr Freiheit zu erreichen?

Oder geht es doch um etwas Geschlechtsspezifisches und wir hätten auch die Sehnsucht gehabt, uns mit dem anderen Geschlecht zu identifizieren und hätten uns entsprechend gekleidet??

Bei mir vermute ich eher ersteres.
Hallo Biene,
ich würde Letzteres vermuten, aber ich bin mir nicht sicher.
Vielen Dank für den Link über die Modegeschichte. Das ist ja mal eine tolle Zusammenstellung.
Ich muss sagen, dass mich da einiges fasziniert, sowohl an der Männer- als auch der Frauenkleidung. Und vieles aus beiden Bereichen stößt mich auch total ab. Eigentlich gefällt mir der Ritterlook mit den kurzen Röckchen noch am besten. Bei den Frauenkleidern sind es ein paar mehr, aber die ganz steifen Reifröcke möchte ich auch nicht tragen.
Das Gedankenexperiment ist aber sehr anregend: Gibt es eine Zeit, in der ich lieber Mann wäre, weil mir die Männerbekleidung besser gefällt?
Kann ich das überhaupt von heutigen Einordnungen trennen, was männlich oder weiblich ist?
Übrigens habe ich sehr spät erst und aufgrund der Anregung einer Freundin mir mal einen BH ausgestopft. In der Pubertät habe ich die BHs meiner Mutter immer untenrum angezogen, damit sie ein bisschen wie Strapse aussehen :oops: Brüste waren mir gar nicht wichtig (heute auch nur ein bisschen).

lucalikes
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 79
Registriert: Do 21. Apr 2016, 14:00
Geschlecht: variabel
Pronomen:
Wohnort (Name): Uckerland
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 82 Mal
Danksagung erhalten: 17 Mal
Kontaktdaten:

Post 13 im Thema

Beitrag von lucalikes » Fr 22. Apr 2016, 17:25

Vicky_Rose hat geschrieben:Hallo,

ich finde solche Geschichten auch interessant, aber wir können jahrelang über die Geschichten von uns reden und kommen doch keinen Schritt in der Ausgangsfrage weiter, weil wir uns in Details verheddern.

Wesentlich weiter könnten wir kommen, wenn wir versuchen, die Indizien zu sammeln und zu strukturieren, die für uns von Bedeutung sind. Z.B. Fragen wie

- Was bedeutet uns Trans ? Was ist von Bedeutung (z.B. (zeitweise) Frau sein, Entspannung, Freude an der Kleidung, vollständiger Wechsel des Geschlechts etc.
- Was sind die ersten Erinnerungen, die mit Trans verbunden sind ?
- Was ist die vermutete Ursache ?
- In welchem Alter trat Trans zum ersten Mal auf ?
- ...

In nächsten Schritt wären dann möglichst Viele zu befragen und in einer Tabelle darzustellen. Die Auswertungen könnten dann erste Strukturen liefern, die mit Trans zusammen hängen. Ich vermute, dass Trans ein viel zu weit gesteckter Begriff ist. Es gibt vermutlich unterschiedliche Gründe für unterschiedliche Phänomene. Aber wenn alles unter einem Sammelbegriff zusammengefasst wird, sind strukturelle Zusammenhänge nicht erkennbar.
Hallo Vicky-Rose,
ich bin nicht so der strukturierte Typ. Aber aus der qualitativen Sozialforschung weiß ich, dass man auch mit unstrukturierten Daten was anfangen kann. Ich finde deinen Fragenkatalog aber auch total gut und vielleicht hast du ja auch eine Idee, wie man trans besser eingrenzen kann? Ich wäre auf jeden Fall gern mit dabei, wenn wir eine Umfrage starten.

Jaqueline
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1019
Registriert: Di 16. Apr 2013, 22:02
Geschlecht: Weiblich (Post-OP)
Pronomen:
Wohnort (Name): :-)
Membersuche/Plz: Westlich von München
Hat sich bedankt: 192 Mal
Danksagung erhalten: 93 Mal
Kontaktdaten:

Post 14 im Thema

Beitrag von Jaqueline » Fr 22. Apr 2016, 18:04

lucalikes hat geschrieben:
Jaqueline hat geschrieben:
Ich für mich kann sagen, es war nicht einfach da sondern es hat sich einige Zeit entwickelt. Je mehr ich darüber nachdenke um so mehr verstehe ich mich mittlerweile selber und meine Anfänge. Die Spuren reichen bei mir zurück bis in die 1. bzw 2. Klasse im Sportunterricht. Ich habe mich zu der Zeit bei den Mädels umgezogen, da ich es bei den Jungen einfach nur eklig fand und so nahm das ganze dann seinen Lauf.
Liebe Jacky, das finde ich interessant. Bei dir war es also die Umkleide. Ich staune, dass die Mädels das zugelassen haben (yes)
Was ich darüberhinaus spannend fände, wäre die Frage, was bei den Jungen so eklig war. Natürlich nur, wenn du das preisgeben magst.
Hallo Martina,

das ich mich bei den Mädchen umziehen durfte, hatte ich einer gewissen Situationen zu verdanken, auf die ich aber nicht weiter eingehen werde. An den Jungs hatte mich zum einen der Gestank in der Umkleide gestört und zum anderen das Matchogehabe.

Ganz liebe Grüsse
Jacky (ki)
Genieße jeden Tag, als sei es dein letzter :-)

Sachsen ist meine Heimat
Bayern ist mein Bett
Und die Welt ist mein Zuhause

Franka
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 640
Registriert: Fr 25. Mai 2012, 22:18
Geschlecht: Transgender
Pronomen:
Wohnort (Name): Salzgitter
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 83 Mal
Danksagung erhalten: 124 Mal

Post 15 im Thema

Beitrag von Franka » Fr 22. Apr 2016, 19:25

Ich bin heute zufällig über diesen Artikel gestolpert: Hirnströme bei Fehlhandlungen verraten Geschlecht https://www.uni-magdeburg.de/Universit% ... 40580.html
Da drängte sich mir natürlich sofort die Frage auf, wie würde mein Trans*-Gehirn wohl reagieren und wo würde ich somit eingeordnet.
Ich habe den Prof. Dr. med. M. Ullsperger also gleich angeschrieben und ihm meine Frage geschildert. Er fand die Idee Trans*-Personen bei zukünftigen Tests mit in die Gruppe der Testpersonen aufzunehmen eine gute Idee. Allerdings wird wohl jetzt erst weiter untersucht, ob die Reaktionen der Testpersonen genetische, hormonelle oder ob die von jedem Individuum empfundene sexuelle Identität den Unterschied ausmachen.
Er bedankte sich jedenfalls für den Denkanstoß und findet es interessant Trans*-Personen bei zukünftigen Tests mit einzubeziehen.

Vielleicht bekommst du so irgendwann mal eine gute Antwort auf deine Frage Martina.

LG Dahlia

PS: den ganzen Bericht (auf englisch) gibt es hier: http://www.nature.com/articles/srep24435
Wir bekommen mit unserer Geburt das Leben geschenkt, doch viele von uns haben noch nicht einmal das Geschenkpapier abgemacht.

Antworten

Zurück zu „Körper - Gefühle - Empfindungen“