Wandlungsprozess
Wandlungsprozess - # 2

Lebensplanung, Standorte
Franzi42
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Re: Wandlungsprozess

Post 16 im Thema

Beitrag von Franzi42 »

Hallo ihr Lieben,
gestern hatte ich ein schönes Erlebnis, das ich mit euch teilen möchte.
Ich war mit meiner Frau in der Gegend unterwegs, geschminkt mit BH und im Rock. Beim Verlassen eines Cafes spricht mich ein Mann an, wieso ich einen Rock trage. Ich habe geantwortet, weil es mir Freude macht.
Es entspannte sich ein lockeres Gespräch, auch mit den anderen Personen am Tisch. Keine Erklärungsversuche, keine Rechtfertigung, einfach offen. Es war eine zugewandte Verbundenheit spürbar.
Fand ich auch mutig von dem Mann, mich anzusprechen.
Hat mir richtig gut getan, und auch meiner Frau.
LG Franzi
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Re: Wandlungsprozess

Post 17 im Thema

Beitrag von Franzi42 »

... und heute wieder Ernüchterung...
Wie wenn etwas in mir mir verbietet, fröhlich, offen, anders zu sein.
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Wandlungsprozess

Post 18 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Oh, das kenne ich auch. Meine Frau sagt gelegentlich zu mir, dass ich früher fröhlicher und lockerer war.

Als ich einmal in einer depressiven Phase steckte, fiel mir ein Buch in die Hand. Darin ging es darum, wieder mehr Emfindlichkeit für die eigenen Gefühle zu entwickeln. Ich sollte mir vorstellen, wie es früher war, als ich mich gut gefühlt habe und genau das Gefühl betrachten. Dann habe ich einen Maßstab, für Menschen, Themen und Situationen, die gut für mich sind und welche nicht. In dieser Zeit habe ich mich sportlich betätigt, wann immer es möglich war und so bin ich mir näher gekommen. DIeses "Verbieten" war bei mir eine innere Reaktion, mich vor Gefühlen zu schützen, denn ich war in jenen Jahren sehr verletzt worden. Meine erste Frau ging fremd und meine spätere Freundin hat einfach nicht akzeptieren wollen, dass meine Weiblichkeit ein lebensnotwendiger Teil von mir ist. Das sind nur zwei Beispiele, die mich, ohne dass ich darauf Einfluss genommen habe, Gefühle kaum noch zuließ.

Heute ziehe ich mich auch immer wieder zurück, denn die Angst vor Verletzung ist noch immer da. Aber das geht auf die Lebensfreude, die ich mit anderen Menschen erleben kann. Letztlich geht es mir darum, zu mir selber stehen zu können und auch eine Resilienz gegenüber Bemerkungen Dritter zu entwicklen, die vielleicht nicht persönlich gemeint, aber doch verletztend für mich sind.

Ich weiß nicht, ob DIr das hilft, aber ich denke, es könnte hilfreich sein, diesem Verbot nachzuspüren, wo es herkommt. Ich sehe es als eine Schutzreaktion, die es zu hinterfragen gilt, um wieder mehr Lebensfreude erfahren zu können.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Wandlungsprozess

Post 19 im Thema

Beitrag von Franzi42 »

Guten Morgen Vicky,
ja, Gefühle erstmal wieder zu spüren, dazu haben mir auch viele Menschen geraten, die ich in den vergangenen Jahren konsultiert habe.
Schwierig für mich. Kommt mir manchmal so vor, als ob ich nicht sehe, was offensichtlich für andere daliegt.
Was (wer) ist gut für mich, was schadet mir. Eigentlich ganz einfach. Hab aber seit ich denken kann das gemacht, was mir andere gesagt haben.
Der Muskel ist (noch) nicht so gut trainiert.

Danke für den Hinweis mit dem Verbot. Ich habe schon so eine Ahnung, wo das herkommt. In der Pubertät wollte ich nicht auffallen, vielleicht aus Angst, angreifbar zu werden.
War auch nicht ganz unbegründet. Ich konnte mich nicht richtig wehren, war nicht cool und schlagfertig.
Dazu kamen die Sätze meiner Mutter, wenn sie über andere gesprochen hat. Bescheidenheit ist eine Zier, etc.

Es geht weiter...

LG Franzi
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Re: Wandlungsprozess

Post 20 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Ich schiebe noch mal einen Satz nach, den ich gefunden habe:
Die einzelnen Stimmen meiner inneren Sinfonie sind nicht alle zur selben Zeit gleich wichtig sind und ich entscheide wie eine Dirigentin verflixt nochmal, wem ich zuhöre.
aus: https://zurechtpsychologie.at/eva-karel-alles-wird-gut/

Vielleicht eine Anregung, den Dingen/Notwendigkeiten/Bedürfnissen den Raum zu geben, den sie brauchen ...

Und noch eine Anregung:
“Viele Menschen denken, mit ihnen stimme etwas nicht, nur weil sie in bestimmten Bereichen nicht so ‘funktionieren’, wie sie es gern hätten” ... Denn: Es geht nicht darum: mehr zu wissen. Sondern darum, dich selbst anders zu sehen.
aus: https://zurechtpsychologie.at/knowing-d ... elbstwert/

Konnte es sein, dass das Leben leichter wird, wenn man sich selber anders sähe ?
Viele Grüße
Vicky

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Re: Wandlungsprozess

Post 21 im Thema

Beitrag von Franzi42 »

Hallo Vicky,

Bedürfnissen Raum geben, das ist gut.
Ich hatte für mich schon das Bild einer Theaterbühne, auf der sich viele Akteure tummeln. Jeder will im Rampenlicht stehen, aber es gibt keinen Regisseur. So ist es ein buntes Durcheinander, das im Chaos endet, weil jeder nur lärmt, um Aufmerksamkeit zu bekommen.
Wenn mein innerer Regisseur anwesend ist, funktioniert es, Bedürfnissen Raum zu geben. Wenn er weg ist, verfalle ich in Starre, weil keine Entscheidung möglich ist.
Vicky_Rose hat geschrieben: Do 16. Okt 2025, 11:08 Konnte es sein, dass das Leben leichter wird, wenn man sich selber anders sähe ?
Da ist sicher auch was dran.
Die Leiterin in dem Seminar ging soweit zu sagen, dass es keine Probleme gibt außerhalb von uns.
Es ist immer unsere Bewertung, unser Denker, der vergleicht, urteilt, alte gelernte Sätze rezitiert.
Um von deinem Zitat noch eins weiter zu gehen: Man braucht sich nicht anders zu sehen (das verstärkt nur die Identifikation). Es reicht, Abstand zu seinem Denker zu bekommen (das ist allerdings keine leichte Übung).

LG Franzi
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Re: Wandlungsprozess

Post 22 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hi Franzi,

ich kann Deine Worte gut nachvollziehen.

Der Satz
Franzi42 hat geschrieben: Do 16. Okt 2025, 23:10 Ich hatte für mich schon das Bild einer Theaterbühne, auf der sich viele Akteure tummeln.
hat mich noch auf den Gedanken des inneren Teams gebracht. https://de.wikipedia.org/wiki/Inneres_Team Ich habe das ein paar mal probiert und positiv erlebt. Ich konnte damit die Treiber in mir besser identifizieren.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Wandlungsprozess

Post 23 im Thema

Beitrag von Franzi42 »

Interessant, das hat mir eine Freundin vor einiger Zeit auch schon genannt. Es gibt ein längliches Buch dazu. Die Vorstellung der Theaterbühne hilft mir manchmal schon, dass ich über mich schmunzeln kann.
Ich habe für mich aktuell entschieden, dass ich so oft wie möglich meditiere, versuche meine Gedanken zu beobachten und ein bisschen Abstand davon zu nehmen.
So viele Konzepte wurden mir nahegelegt, so viele Therapien hab ich probiert, es reicht. Im Außen hab ich genug gesucht.
LG Franzi
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Re: Wandlungsprozess

Post 24 im Thema

Beitrag von Franzi42 »

Hallo nochmal,

gerade bin ich ziemlich verplant. Ich war Einkaufen mit meiner Frau und hab keine Ahnung mehr gehabt, was wir einkaufen wollten, bin gedankenverloren vor den Kosmetik Ständern gestanden, konnte aber auch nichts wahrnehmen.

Mich bewegt der Gedanke, dass in mir doch mehr ist als Crossdressing, dass da ein weibliches Wesen in mir schlummert.
Ich habe plötzlich Erinnerungen an früher, bei denen ich mir vorgestellt hatte, ein Mädchen zu sein.
Andererseits denke ich, dass ich damit nur meine Nicht-Akzeptanz des Crossdressers pflege.
Hilft nix, einfach weiter atmen, auch die Gedanken werden sich lösen...

LG Franzi
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Re: Wandlungsprozess

Post 25 im Thema

Beitrag von Michi »

Hallo Franzi,
Franzi42 hat geschrieben: Fr 17. Okt 2025, 17:20 Mich bewegt der Gedanke, dass in mir doch mehr ist als Crossdressing, dass da ein weibliches Wesen in mir schlummert.
ich würde sagen, bei dir kommt gerade etwas in Bewegung. Ich hatte über Jahre gedacht, dass für mich alles klar ist. Aber als mich vor 2 Jahren in Chemnitz im Cross und Queer eine Bekannte fragte, ob bei mir noch alles beim Alten ist, antworte ich spontan: "Das kann ich dir nicht sagen." Erst als ich mich selbst hört, wurde mir bewusst, was ich da grad gesagt hatte.

Franzi42 hat geschrieben: Fr 17. Okt 2025, 17:20 Ich habe plötzlich Erinnerungen an früher, bei denen ich mir vorgestellt hatte, ein Mädchen zu sein.
Das ist bei mir anders. Die Erinnerungen sind immer da geblieben. Nur hatte sich aus meinem damaligen "Wissen" als Vorschulkind (Ich bin der einzige Mensch auch der Welt, der so ist, und dass ich mit niemandem darüber reden kann, weil das keiner verstehen wird.) irgendwie die Wunschvorstellung entwickelt, dass es eine Möglichkeit (einen Apparat oder Magie) geben könnte, einfach so hin und wieder zurück zu switchen .. natürlich im Geheimen, weil das .. wie bereits geschrieben .. "keiner verstehen wird", dass man als Junge lieber ein Mädchen sein möchte. Ich hätte mir nicht vorstellen können, meiner Familie oder anderen die mich kennen als Mädchen gegenüber zu treten.

Franzi42 hat geschrieben: Fr 17. Okt 2025, 17:20 Andererseits denke ich, dass ich damit nur meine Nicht-Akzeptanz des Crossdressers pflege.
Ich denke, dass das nur eine Variante von Nicht-Akzeptanz deines Anders-Seins ist. Aber das musst du selbst herausfinden, bitte nicht meine Worte als gegeben hinnehmen.


Beste Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: Wandlungsprozess

Post 26 im Thema

Beitrag von Violetta-TransFlower »

Franzi42 hat geschrieben: Fr 17. Okt 2025, 17:20 Mich bewegt der Gedanke, dass in mir doch mehr ist als Crossdressing, dass da ein weibliches Wesen in mir schlummert.
Ich habe plötzlich Erinnerungen an früher, bei denen ich mir vorgestellt hatte, ein Mädchen zu sein.
Guten Morgen, liebe Franzi )))(:

Vielen Dank für das Offenlegen Deines Innersten, ich habe Es bis jetzt mit großem Interesse gelesen. (yes)

Lass es zu, das "weibliche Wesen in Dir", das wird Dir mit ziemlicher Sicherheit gut tun, so mein Rat für Dich.
Gib Ihr Raum, soviel sie braucht.

Aus meiner Perspektive sagt sich sich das sehr einfach, ich weiß, aber genau das habe ich vor einem Jahr angefangen, zu tun.
Einfach deshalb, weil mir im vergangenen Jahr in meinem persönlichen Umfeld so gut wie keine Steine in den Weg gelegt wurden.
Aber manches Mal mußte ich mich auch durchbeißen, "Against the Wind..."
Zu Beginn waren es ganz kleine Schritte, die jedoch schnell größer und größer wurden, manchmal dachte ich, ich überhole mich selbst...

Es war und ist bis heute (m)ein Transformationsprozess, der noch nicht abgeschlossen ist, so denke ich.
Am Ende dieses Prozesses wird die vollständige Violetta am Horizont erscheinen.
Ich schließe auch nichts mehr aus für mich, da auf meinem bisherigen Weg soviiiieeel passiert ist, was sich auch für mich besonders anfühlt.
Ich sage das oft in persönlichen Gesprächen.
Also wer weiß, was da noch kommt.

Viele haben mir schon den kompletten Weg bis zur GaOP vorausgesagt, aber ich fühle das bis heute nicht. Ich fühle mich nicht im falschen Körper.
Aber irgendwie stört mich mein männlicher Körper mit all den Dingen die dazugehören schon sehr und ich bekämpfe es mit den herkömmlichen Mitteln, da ich auch keine Hormone nehme.
Das heißt aber nicht, daß ich gegen mich und meinen Körper kämpfe, nur die Auswirkungen.

Graue Erinnerungen an meine Kindheit, meine Jugend sind auch vorhanden.
Ich erinnere mich daran, daß ich z.B. nie mit den Jungs Fußball spielen wollte, ich spielte lieber mit Puppen und dergleichen "Mädelsspielzeug".
Ich glaube mich zu erinnern, daß ich sie immer ganz besonders schick anziehen wollte, da denke ich, dieser Gedanke hat sich bis heute in mir gehalten, da ich auch immer das beste Ergebnis in meiner Optik erreichen möchte.

Finde und Gehe Deinen Weg, es ist Deine Eigener, nur Du kannst das Beste daraus machen, niemand Anders.
Aber Du hast hier Uns, wir stehen dir mit Rat zur Seite.

Ich wünsche Dir Alles Gute auf Deinem weiteren Weg (dr) (flo)
Deine Violetta💜
🌺 Das Glück 🍀 wohnt wieder in meinem Herzen 💜🙏
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Re: Wandlungsprozess

Post 27 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Moin,

ich misstraue meinen Erinnerungen. Zu sehr sind sind von Schablonen, Interpretationen und Vereinfachungen geprägt. Was weiß ich wirklich ? Wie sehr beeinflussen meine heutigen Gedanken meine Erinnerungen. Wenn es möglich ist, dass Menschen so manipuliert werden können, dass sie sich an Verbrechen erinnern, die sie nie begangen haben ? Hier eine spannende Doku dazu: https://www.ardmediathek.de/video/quark ... cyMTBkZWI1.

Es kommt mMn gar nicht so sehr darauf an, was früher war. Es besteht die Möglicheit, dass ich mir meine Erinnerungen so zurecht drehe, dass ich mich entlaste, in Sinne von "Ich bin Trans, weil ich schon immer trans war." Kann sein, kann aber auch nicht sein. Deshalb schreibe ich Texte über mich und nehme das Datum dazu. Daran erkenne ich, was ich in den letzten 10 bis 15 Jahren gefühlt habe. Und dass ich noch früher mich mit dem Gedanken "trans" beschäftigt habe, wird wohl auch nicht meinem Gehirn entsprungen sein. Bei Details oder einzelnen Ereignissen wird es aber schwierig. Aber egal, ob die Erinnerungen, die ich heute habe, real erlebt wurden oder nicht, sie deuten auf die Gegenwart, denn sie sind der Spiegel meiner jetzigen Situation. Ob ich mir nur wünsche, ich wäre schon immer trans gewesen oder ob ich tatsächlich die Anlagen schon immer hatte, es ist das Bewusstsein, dass ich heute habe.

Mein Fazit: Wichtig ist, was ich heute fühle und denke. Verantwortung für mich selber bedeutet, dass ich meine Bedürfnisse im Jetzt erkenne und danach handle. Das Leben im Hier und Jetzt wird von vielen klugen Köpfen beschworen. Ein einfaches Googlen reicht, um sie zu finden. Ich bin glücklich, wenn ich mir die Augen schminke, ein Kleid anziehe oder irgendwo en femme einen Kaffee trinken gehe. Warum also darüber nachdenken, was war oder was sein wird ?
Viele Grüße
Vicky

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Re: Wandlungsprozess

Post 28 im Thema

Beitrag von Sophia69 »

Vicky_Rose hat geschrieben: Di 21. Okt 2025, 11:46 Mein Fazit: Wichtig ist, was ich heute fühle und denke. Verantwortung für mich selber bedeutet, dass ich meine Bedürfnisse im Jetzt erkenne und danach handle. Das Leben im Hier und Jetzt wird von vielen klugen Köpfen beschworen. Ein einfaches Googlen reicht, um sie zu finden. Ich bin glücklich, wenn ich mir die Augen schminke, ein Kleid anziehe oder irgendwo en femme einen Kaffee trinken gehe. Warum also darüber nachdenken, was war oder was sein wird ?
Hallo Vicky,
dem ist aus meiner Sicht nichts hinzuzufügen! (smili)

Liebe Grüße
Sophia
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Re: Wandlungsprozess

Post 29 im Thema

Beitrag von Franzi42 »

Danke für eure Rückmeldungen und immer wieder die Erinnerung: Meine Gefühle sind richtig und dürfen sein, ich darf das leben und ausdrücken, was mir im Moment wichtig ist.

In mir ist ein großer Druck, Dinge "richtig" machen zu wollen. Dabei weiß ich, dass es auf einer tiefen Ebene kein richtig und falsch und auch keine dauerhaften Zustände gibt. Der Kopf rattert halt so vor sich hin...

LG Franzi
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