Spiegel-Online: Frauenministerin Lambrecht will Gendersternchen stoppen
Spiegel-Online: Frauenministerin Lambrecht will Gendersternchen stoppen - # 2

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Lady Jennifer
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Re: Spiegel-Online: Frauenministerin Lambrecht will Gendersternchen stoppen

Post 16 im Thema

Beitrag von Lady Jennifer »

Marlene K. hat geschrieben: Do 7. Okt 2021, 07:38 Auch ich finde Begriffe wie Genderwahn und ähnliches als übergriffig.
Solche Entscheidungen wie bsw. das Sternchen, weckt aber in der Bevölkerung unnötigen Unmut und da kann ich Außenstehende, die mit "unserer" Materie nicht konform sind, schon verstehen wenn sie den Gedanken von einem "Genderwahn" fassen. Gerade diese behördliche oder politische Absicht das Sternchen in den dt. Sprach- und Schriftverkehr aufnehmen zu wollen, sorgt genau bei diesen Menschen für Missfallen, was letztendlich wieder uns in eine Sonderrolle drängt und man uns als "unnormal" betrachtet, wobei wir eigentlich genau das Gegenteil erreichen wollen.


Mit deinem Satz...
Marlene K. hat geschrieben: Do 7. Okt 2021, 07:38 Gender ist keine Einbildung.
...stehe ich voll und ganz hinter dir...!!! Nur möchte ich auch nicht durch so etwas wie das Sternchen von anderen bevormundet werden. Die Gesellschaft soll sich in anderer Form mit dem Gendern auseinandersetzen - ich glaube dann ist uns allen mehr geholfen!

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Anne-Mette
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Re: Spiegel-Online: Frauenministerin Lambrecht will Gendersternchen stoppen

Post 17 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

An der Universität Kassel können Studenten sogar eine schlechtere Note bekommen, wenn sie Gendersternchen und andere neue Formen nicht verwenden.

https://www.hna.de/kassel/universitaet- ... 65076.html
Die fesche Tina
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Re: Spiegel-Online: Frauenministerin Lambrecht will Gendersternchen stoppen

Post 18 im Thema

Beitrag von Die fesche Tina »

Ich verfolge dieses Thema schon eine Weile und betrachte es aus einer objektiven Sichtweise. Meiner Meinung nach, geht die Grundidee der Nutzung eines Gendersternchen in die richtige Richtung, allerdings habert es an einigen Punkten. Für mich beeinflußt es die Optik der dt. Schreibweise nur bedingt, ich finde sogar, dass sie in bestimmten Bereichen die Schreibweise sogar vereinfacht. Aber dazu später mehr. Zwei Aspekte sorgen für mich dafür, dass das G-Sternchen so in der Kritik steht. Punkt 1, zum einen bin ich definitiv dafür, dass die Anwendung auf freiwilliger Basis passieren muß und nicht aus der Politik vorgegeben sein sollte. Punkt 2, hier zeigt sich wieder sehr schön, wie typisch-bürokratisch-deutsch damit umgegangen wird, etwas "salonfähig" machen zu wollen. Man ist sich immer noch nicht einig, wie man es umsetzen soll oder wer es überhaupt nutzen soll. Seit Beginn bis jetzt wurde einfach keine klare Linie gefunden, warum fällt es immer nur so schwer bei uns zu einer schnellen und einfachen Lösung zu können?

Wie gesagt finde ich den Ansatz des Gendersternchen gut und ich nutze ihn auch wo er angebracht ist. Ich habe eine Seite (https://www.uni-bielefeld.de/verwaltung ... chtlinien/) gefunden, wo diverse Beispiel der Setzung des G-Sternchens zu sehen sind:
  • - Im Kulturangebot ist für jede*n etwas dabei.
    - An dem Forschungsprojekt sind dreißig Mitarbeiter*innen beteiligt.
    - Der*die Lehrer*in schreibt den Notendurchschnitt an die Tafel.
    - Melden Sie sich mit Ihrem Nutzer*innenkennwort an.
    - In der Checkliste findet ein*e Studierende*r, was er*sie in den ersten Wochen erledigen muss.
    - Wer sein*ihr Tablet verloren hat, kann es beim Hausmeister*innenservice abholen.
    - Die Absolvent*innenbefragung wird in Kürze ausgewertet.
    - Wirtschaftswissenschaftler*innen untersuchen Konsument*innenverhalten.
    - Eingeladen sind langjährige Partner*innen aus aller Welt.
    - Hier tauschen sich alle Rektor*innen aus.
Ich habe die dritte Zeile besonders hervorgehoben da sie gleich zwei Beispiele zeigt.

Bei "Der*die" finde ich das Sternchen unpassend und optisch sieht das furchtbar aus.

Im gleich Satz dahinter findet man "Lehrer*in", wobei ich das Sternchen hierbei wieder sehr passend finde. So entfällt nämlich die Schreibweise "Lehrer / Lehrerin", gelöst durch ein Symbol. Supi einfach (yes) (sym) Also mir vereinfacht dies die Schreibung und deshalb hat das G-Sternchen für mich definitiv einen Nutzen.

Wir haben das Thema auch bei uns demnächst in der FEM-Gruppe auf der Agenda stehen und bin schon überaus gespannt, was die anderen Frauen diesbezüglich für Meinungen haben.
Liebe Grüße, Tina

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MiriamR
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Re: Spiegel-Online: Frauenministerin Lambrecht will Gendersternchen stoppen

Post 19 im Thema

Beitrag von MiriamR »

Hallöchen....
Die fesche Tina hat geschrieben: Do 7. Okt 2021, 15:38 So entfällt nämlich die Schreibweise "Lehrer / Lehrerin", gelöst durch ein Symbol.

Also als alternative dazu würde mir einfallen: "Die Lehrenden schreiben den Notendurchschnitt an die Tafel." Wesentlich eleganter.
Auch der Satz bezgl. eines verlorenen Laptops kann man mit dem Begriff ´Haustechnikservice´ oder den neudeutschen Begriff des ´Facilitymanagements´ "entkrampfen".
Denn, genau das ist es. Ein krampfhafter Versuch alles in eine bestimmte Richtung zu biegen ohne über mögliche Alternativen nachzudenken.
Die deutsche Sprache ist so vielfältig und flexibel, das sich für so ziemlich alle Dinge des täglichen Lebens und Miteinanders praktikable Lösungen finden lassen.
Auch ohne drei Sternchen in einem Satz.

weibliche Grüße )))(:

Miriam
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scheue_Sarah
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Re: Spiegel-Online: Frauenministerin Lambrecht will Gendersternchen stoppen

Post 20 im Thema

Beitrag von scheue_Sarah »

Da es ja keine dummen Fragen gibt (sondern nur dumme Antworten):

Wie würde ich denn eine diverse Person anreden/anschreiben?
da passt doch weder er/sie noch Herr/Frau...!?

:?
Sarah
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Anne-Mette
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Re: Spiegel-Online: Frauenministerin Lambrecht will Gendersternchen stoppen

Post 21 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

scheue_Sarah hat geschrieben: Do 7. Okt 2021, 17:46 Wie würde ich denn eine diverse Person anreden/anschreiben?
Wenn du tatsächlich mal eine "in der freien Wildbahn" finden/treffen solltest und es ergibt sich ein näherer Kontakt, dann frage einfach )))(:

In Foren und bei Online-Konferenzen tragen die Userinnen und User meistens ein, auf welches Pronomen sie wert legen.
Allerdings finde ich (persönlich) dabei die Bezeichnung "ihr" nicht besonders geeignet; aber des Menschen Wille...
kochy25
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Re: Spiegel-Online: Frauenministerin Lambrecht will Gendersternchen stoppen

Post 22 im Thema

Beitrag von kochy25 »

Persönlich halte ich von dieser "wir müssen mit aller Gewalt verbal dafür sorgen, dass sich auch ja keiner irgendwie ausgegrenzt fühlt" Bemühung nicht so sehr viel.

Ich Nähe als Hobby recht viel und gerne - und da liest mal durchaus die ein oder andere Nähzeitschrift. Ich käme als Mann nie auf den Trichter, mich ausgegrenzt zu fühlen, nur weil die Zeitschriften vom Textstil her ausschließlich an Frauen gerichtet sind und nicht "allgemein gehalten". Das hat etwas mit Selbstbewusstsein und innerer Stärke zu tun und weniger damit, dass die Zeitschrift Männer kategorisch ausschließt. Ich weiß, dass ich als Mann im Nähbereich ein ziemlicher Exot bin - daher stoße ich mich nicht an solchen Belanglosigkeiten. An so etwas sich aufregen könnte auch aus "der Anleitung zum unglücklich sein" stammen.
Ich sehe in dieser "wir müssen jede noch so kleine Splittergruppe explizit ansprechen" Geschichte sogar eine Gefahr der zusätzlichen Spaltung der Gesellschaft. Warum kann ein Text nicht als solcher verstanden werden, wie selbiger ist - anstatt an einer Formulierung den Stein des Anstoßes suchen?
Das "D" für divers wurde für seh viel Aufwand und Geld vor Gerichten erstritten und muss - wenn man als Arbeitgeber nicht wegen Diskriminierung dran sein will in jede Stellenanzeige reinschreiben. Selbst große Firmen haben aber bislang keine Bewerbungen "Diverser" verzeichnen können. Wir erwähnen also eine scheinbar nicht existente Minderheit permanent mit - ohne dass dieses tatsächlich auch genutzt wird.

Wenn ich Entwicklungen sehe, die Frauen als "Menschen mit Menstruationshintergrund" bezeichnen und das scheinbar auch noch von etlichen für gut befunden wird - wo soll das dann noch hinführen?
Stattdessen sollte die Politik und die Gesellschaft auch die Rahmenbedingungen schaffen, dass jeder der will auch die Mittel hat, sich zu integrieren. Heißt - weg mit dem Mindestlohn - her mit dem BGE - und das auch so ansetzen, das man damit auch anständig leben kann. Wenn Integration nur dann möglich ist, wenn man sich das auch leisten kann - nutzt der beste Genderstern nix, wenn du mit H4 fast verhungerst.

Gruß Marco
Marlene K.
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Re: Spiegel-Online: Frauenministerin Lambrecht will Gendersternchen stoppen

Post 23 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Lady Jennifer hat geschrieben: Do 7. Okt 2021, 11:37 ...
Gerade diese behördliche oder politische Absicht das Sternchen in den dt. Sprach- und Schriftverkehr aufnehmen zu wollen, sorgt genau bei diesen Menschen für Missfallen, was letztendlich wieder uns in eine Sonderrolle drängt und man uns als "unnormal" betrachtet, wobei wir eigentlich genau das Gegenteil erreichen wollen.
...
Jennifer
Bitte sage mir wo diese Absicht besteht. Ich habe diese Forderung auch nicht erhoben. Genderwahn als Kampfbegriff bezieht sich nicht auf Sternchen, Unterstriche, Binnen-I oder sonst eines Versuchs inklusiver Sprache.

Meine Aussage ist und bleibt: Sprache kann nicht verordnet werden. So lasse ich mir nichts vorschreiben, für mich aber auch nichts verbieten.

Als unnormal werden wir so oder so gelesen. Das wird sich, so wie bei queerem Begehren ( lesbisch/ schwul ) in Bezug auf Identität nur langsam ändern.

Marlene
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Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
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Re: Spiegel-Online: Frauenministerin Lambrecht will Gendersternchen stoppen

Post 24 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo zusammen,
Anne-Mette hat geschrieben: Do 7. Okt 2021, 15:38An der Universität Kassel können Studenten sogar eine schlechtere Note bekommen, wenn sie Gendersternchen und andere neue Formen nicht verwenden.
Das war eine von 'interessierten Kreisen' aufgeblasene Geschichte, bei der sämtliche wichtigen Zusatzinformationen kurzerhand unterschlagen wurden.

https://www.hessenschau.de/gesellschaft ... n-100.html

Auszug:

"Seine damalige Professorin Dorit Bosse erklärt die Situation in ihrer jährlichen Einführungsvorlesung für das Lehramtsstudium auch ganz anders: Dort gehe es um die Vermittlung von Techniken wissenschaftlichen Arbeitens und auch die Auseinandersetzung mit Diversität unter Schülern und Schülerinnen. Die Studierenden sollen dafür lernen, dass es Sprachsensibilität gibt und zwar nicht nur bei Geschlechtern, sondern etwa auch bei umstrittenen Begriffen wie "Reichskristallnacht". Sie sollen das in Praxisübungen anwenden, gendergerechte Sprache ist dabei nur eines von insgesamt 15 Kriterien neben etwa Zitierweisen. Das werde vorher so angekündigt, Noten gibt es nicht, nur "bestanden" oder "nicht bestanden". "



Aus meiner Sicht taugt das Thema insgesamt nicht mehr als Aufreger. Der Drops ist längst gelutscht. Die inklusiven Sprech- und Schreibweisen sind in Teilen der Bevölkerung bereits tief in deren Sprachverwendung eingesickert und werden sich dort festsetzen und ausbreiten. In einigen Jahren wird der Duden feststellen, dass das so ist und wird es dann in das Inventarverzeichnis des Deutschen aufnehmen. Es ist vielen Menschen wichtig, eine inklusive Sprache zu verwenden. Die werden es einfach weiter tun und andere werden es lassen. Die Regulierungs- und Verhinderungsversuche von u.a. Karin Prien in S-H und Chr. Lambrecht im BMFSFJ schaden nur der freien Entwicklung der Sprache, in dem sie Mitarbeitenden und Schüler*innen die Möglichkeit nehmen, ihre Realität angemessen auszudrücken.

Habt es gut
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Re: Spiegel-Online: Frauenministerin Lambrecht will Gendersternchen stoppen

Post 25 im Thema

Beitrag von steffiSH »

Im Deutschen haben Substantive ein Geschlecht: Der Mond, die Venus, das Brot.
Da jetzt eingreifen zu wollen hört sich für mich nach George Orwell´s 1984 an:
Doppelplusungut.
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Re: Spiegel-Online: Frauenministerin Lambrecht will Gendersternchen stoppen

Post 26 im Thema

Beitrag von !EmmiMarie! »

steffiSH hat geschrieben: Sa 9. Okt 2021, 14:00 Im Deutschen haben Substantive ein Geschlecht: Der Mond, die Venus, das Brot.
Huhu,

das grammatikalische Geschlecht ist nicht das tatsächliche Geschlecht und muss bei
wie "das Mädchen" nicht mal übereinstimmen...
das ist also kein Grund. "Der Tisch" hat auch nur ein grammatialisches Geschlecht und kein
tatsächliches-oder hat schon jemand an einem Tisch männlich geschlechtliche Merkmale
entdeckt?

Ich glaube nicht...

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Re: Spiegel-Online: Frauenministerin Lambrecht will Gendersternchen stoppen

Post 27 im Thema

Beitrag von Die fesche Tina »

Ich habe mich mal im Netz umgeschaut um zusehen, welche Meinung denn die breite Deutsche Bevölkerung vertritt und bin gleich zu Beginn meiner Suche auf ein eindeutiges Ergebnis gestoßen. Denn der Tenor den ich immer wieder las, lautete "Deutliche Mehrheit lehnt Gendersprache ab".

Darüber hinaus bin ich bei meiner Recherche auf diese Umfrage https://www.rtl.de/cms/umfrage-zum-gend ... 70234.html gestoßen, die im Großen und Ganzen die Meinung aus meiner obigen Zeile widerspiegelt. Das für mich interessante an der Umfrage ist aber, dass die Generationen dazu durchaus anders denken. So zeigt sich, dass die Jüngeren dem "Gendern" mehr abgewinnen können, als Menschen mittleren/älteren Alters. Das wirft natürlich die Frage auf, warum +gerade+ die Jugend dem so offen gegenübersteht.

Wächst da eine Generation der Toleranz, Aufgeschlossenheit und Liberalität gegenüber den bisher sogenannten "Randgruppen" heran? Man kann das Gendersternchen ablehnen oder gut finden, toll finde ich auf jeden Fall, dass sich die Jugend damit auseinandersetzt und dabei sogar das Verständnis für Trans*, Divers (oder wie auch immer) mehr in den Mittelpunkt gerückt wird.
Liebe Grüße, Tina

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Re: Spiegel-Online: Frauenministerin Lambrecht will Gendersternchen stoppen

Post 28 im Thema

Beitrag von !EmmiMarie! »

Die fesche Tina hat geschrieben: Sa 9. Okt 2021, 16:12 Wächst da eine Generation der Toleranz, Aufgeschlossenheit und Liberalität gegenüber den bisher sogenannten "Randgruppen" heran? Man kann das Gendersternchen ablehnen oder gut finden, toll finde ich auf jeden Fall, dass sich die Jugend damit auseinandersetzt und dabei sogar das Verständnis für Trans*, Divers (oder wie auch immer) mehr in den Mittelpunkt gerückt wird.
Hallo Tina...

das ist natürlich zu hoffen das es eine offene und tolerante Generation wird..
aber wenn jemand mit gewissen Themen schon aufwächst ist die Person natürlich näher dran.
Ganz automatisch...
Die fesche Tina hat geschrieben: Sa 9. Okt 2021, 16:12 Darüber hinaus bin ich bei meiner Recherche auf diese Umfrage https://www.rtl.de/cms/umfrage-zum-gend ... 70234.html gestoßen, die im Großen und Ganzen die Meinung aus meiner obigen Zeile widerspiegelt. Das für mich interessante an der Umfrage ist aber, dass die Generationen dazu durchaus anders denken. So zeigt sich, dass die Jüngeren dem "Gendern" mehr abgewinnen können, als Menschen mittleren/älteren Alters. Das wirft natürlich die Frage auf, warum +gerade+ die Jugend dem so offen gegenübersteht.
Naja, die Deutschen sind jetzt nicht grade dafür bekannt, neue Dinge schnell einzubinden.
Meist dauert es eh ewig, wird bis zum Ende totdiskutiert bis es schon wieder out ist oder nie umgesetzt.
Zum Beispiel "Digitalisierung". Ich habe meinen ersten Rechner mit 12 bekommen und mit 12 bin ich
auch geschminkt in die Schule-das war 1985.
Wenn ich heute 35 Jahre danach jemand über "Digitalisierung" reden höre gähne ich und denk mir meinen Teil.

Nein es ist einfach so, die mittlere und ältere Generation hat es sich in ihrer Komfortzone bequem gemacht,
da was zu ändern ist schon fast Gotteslästerung-bloss nichts antasten sonst fühlt sich wer gekniffen.
Ich nehme mich da nicht mal aus, denn am liebsten habe ich alles schön auf Papier, das kann niemals
abstürzen, braucht nie updates und funktioniert am Ende der Welt und bei Stromausfall..hihi..

Die junge Generation ist einfach noch flexibel, nimmt noch ihre Form an und damit tun sich die älteren
wesentlich schwerer (es gibt aber löbliche Ausnahmen)...

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Re: Spiegel-Online: Frauenministerin Lambrecht will Gendersternchen stoppen

Post 29 im Thema

Beitrag von Alyssa »

!EmmiMarie! hat geschrieben: Sa 9. Okt 2021, 17:08 Nein es ist einfach so, die mittlere und ältere Generation hat es sich in ihrer Komfortzone bequem gemacht,
da was zu ändern ist schon fast Gotteslästerung-bloss nichts antasten sonst fühlt sich wer gekniffen.
Ich würde eher sagen diese Generation weiß was wichtig im Leben ist und hechelt nicht jeder neuen Sau die durchs Dorf getrieben wird gleich hinterher. Konkret zur Digitalisierung heißt das Nutzung da wo es wirklich Nutzen und Sinn macht und nicht Tik Tok oder Instagram zur Selbstdarstellung. Das können gerne die machen die damit ihr Ego aufpeppen müssen oder damit Geld verdienen wollen.
Zum Gendern sage ich das ich es für unnötig halte, aber soll jeder machen, wie er meint. Trotzdem empfinde ich es als Verhunzung der deutschen Sprache. Wenn dann so - Arzt und Ärztin. Oder Neutal zb Pflegepersonal, wenn es geht. Das empfinde ich sprachlich als angenehm. Das ist auch keineswegs kompliziert. In der Anrede sagt und schreibt man ja auch Damen und Herren.
Im Übrigen denke ich sollte jemand ( Mann, Frau, Divers) sich irgendwie nicht angesprochen fühlen hat er sicher ein größeres Problem als die deutsche Sprache. Dann hat er nämlich ein Problem mit dem Selbstbewusstsein bzw, mit dem Selbstwertgefühl!
Es wird sicher fast jeder Ärztin egal sein, wenn allgemein von Arzt geredet wird. Die kennt nämlich ihren Stellenwert, weiß was sie ist und leistet. Und das wird wohl fast überall so sein.
Ich glaube, das ist eine Diskussion in einer gewissen Blase, dem akademischen Elfenbeinturm, abgekoppelt von den Menschen und dem echten Leben auf der Straße!
Oder anderes gesagt soll modern klingen, klingt aber einfach blöd.
Meine Meinung!
Shushi Rolls , not Gender Roles
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Re: Spiegel-Online: Frauenministerin Lambrecht will Gendersternchen stoppen

Post 30 im Thema

Beitrag von Marielle »

Namd Emmi, Namd zusammen,
!EmmiMarie! hat geschrieben: Sa 9. Okt 2021, 14:44... das grammatikalische Geschlecht ist nicht das tatsächliche Geschlecht und muss bei wie "das Mädchen" nicht mal übereinstimmen...
Nichtmal nur dass es nicht übereinstimmen muss. Es war bzw. ist noch viel schlimmer. 'Das Mädchen' wird sprachlich absichtlich versachlicht, ebenso wie 'das Fräulein' sprachlich absichtlich versachlicht wurde. Erst durch eine Ehe wird ein weiblicher Mensch in der Sprache entsachtlicht. 'Die Frau' meint dann aber nicht etwa ein freies Subjekt, das dem Mann gleichrangig wäre. Es meint eindeutig - weil abhängig von der Zustimmung (oder 'Gunst`) des Mannes- eine vom Mann geehelichte Person, die qua der vom Mann verliehenen Berechtigung eheliche Nachkommen gebären kann. Diese Idee lebt bis heute im § 1592 des Bürgerlichen Gesetzbuchs fort.

Es erschreckt mich, wieviele Menschen, aus Uninformiertheit oder Dummheit, dem Erhalt patriarchalischer, mithin gesellschaftsschädlicher Strukturen in der Sprache und im Recht das Wort reden.

Habt es gut

Marielle

PS: Für den Beitrag vor meinem Beitrag hätte ich gern einen Dislike hinterlassen.
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