Do-it-yourself Hormon-Medikation, Enbi-Version (nicht nur)
Do-it-yourself Hormon-Medikation, Enbi-Version (nicht nur) - # 4

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Jaddy
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Re: Do-it-yourself Hormon-Medikation, Enbi-Version (nicht nur)

Post 46 im Thema

Beitrag von Jaddy » Sa 19. Mai 2018, 11:56

Simone 65 hat geschrieben:
Sa 19. Mai 2018, 03:40
Jaddy , ich möchte ALL das nicht .
Kann ich nicht Hormone bekommen , ohne Arzt?
Können schon. Aber.

Erstens, wie Anne-Mette sagt: zuverlässig und regelmässig. Es gibt verschiedene Bezugsquellen. Von Online-Doktor-Portalen bis zu definitiven Graumärkten. Bei ersteren muss man zwar nur die richtigen Antworten ankreuzen, aber eher -hm- geschönte persönliche Daten, wegen männlichem Namen, Alter, etc. Bei den Graumärkten kann man mglw schon mal ein paar Euro versemmeln, weil der Versender hochgenommen wird oder unseriös ist. Ob das gelieferte Produkt keine Fälschung ist, weiss man auch nicht. In NL und F ist Östrogen in Apotheken zu bekommen, das ist nicht um die Ecke.

Wie lange solche Quellen verfügbar sind ist völlig offen. Bedenke, dass du für ein stabiles Ergebnis dein ganzen Leben lang Ö nehmen musst. Pausen und absetzen führen zu "Rückverwandlungen", mglw negativen emotionalen Folgen und, wenn deine Testoproduktion nicht wieder anspringt, zu Hormonmangelrisiken wie Osteoporose. Spätestens dann _brauchst_ du externe Hormongabe.

Zweitens, was genau? Ich beschränke mich auf bioidentisches Estradiol. Das scheint nach meinen Recherchen [-ich habe keine med. Ausbildung ausser San-Helfer-] relativ risikoarm zu sein und reicht mir für meine Enbi-Transition. Ausserdem bekommt man es in passenden, niedrigen Dosierungen und verschiedenen Darreichungsformen, denn die Standardanwendung ist HET bzw. Hormonergänzung für Frauen nach der Menopause. D.h. ich fahre die kleinstmögliche Transitionsschiene.

Wenn du hormonell alles rausholen willst, was ohne OPs geht, willst du vielleicht auch Testoblocker und/oder zusätzlich Progesteron für die fehlende Portion Oberweite (und andere Dinge). Blocker gibt es auch aus den üblichen Quellen, aber nicht die "guten", eher problemarmen, soweit ich weiss. Und Progesteron nur in niedriger Dosierung.

Drittens, Risiken. Leberschäden, Nierenschäden, Thrombosen bis zu lebensgefährlichen Embolien, Muskelabbau, diverse Krebsarten, Diabetes, Prostataschäden und noch ein paar. Alles kann, nichts muss. Die meisten Risiken liegen im Bevölkerungsdurchschnitt wohl im Beriech von <10 pro 1000-10000 Anwendungsjahre. Da die Untersuchungsgruppe relativ klein ist und meist nur die Problemfälle auftauchen, weiss man es nicht genau, nur was alles schon beobachtet wurde.

Wie hoch deine individuellen Risiken sind, können die Bluttests ein wenig eingrenzen. Genau so läuft das bei Standard-Transitionen auch. Das meiste dient der Absicherung der Endos, um im Ernstfall nachweisen zu können, dass sie alle bekannten Dinge vorher abgeprüft haben. Gegebenenfalls variieren sie das Präparat (Estradiol-Variante) oder die Verabreichungsform (Pille, Gel, Pflaster).

Ich spreche wie immer nur für mich. Mir persönlich, mit meiner Gesundheitsgeschichte - keine inneren, endokrinologischen Themen bisher - und nach Durchsicht etlicher Artikel und Paper _scheint_ meine Selbstmedikation für mich ausreichend risikoarm. Aber getestet ist das nicht. Deshalb der ganze Aufwand (naja, auch weil es Spass macht und interessant ist).

Also ja: Rein praktisch kannst du völlig ohne weiteres das Zeugs kaufen, einwerfen und auf's beste hoffen, was Qualität, Wirkung, Risiken und Bezugsquellen angeht. Mir wäre das etwas zu risikoreich in meinem Alter (wir sind übrigens der geliche Jahrgang).

Am 1.6. hab ich übrigens nen Termin für Brustultraschall. Das wird sicher spassig :)

Simone 65
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Re: Do-it-yourself Hormon-Medikation, Enbi-Version (nicht nur)

Post 47 im Thema

Beitrag von Simone 65 » Sa 19. Mai 2018, 12:27

Jaddy , danke für die Informationen. Wollte erstmal nur wissen , ob das überhaupt geht .
Brust habe ich ja schon .
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
Ich bin nur ein kleines Licht , aber ich leuchte .
Alle Menschen sollen mich sehen .

ChristinaF
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Re: Do-it-yourself Hormon-Medikation, Enbi-Version (nicht nur)

Post 48 im Thema

Beitrag von ChristinaF » Sa 19. Mai 2018, 16:50

Wie oben schon erwähnt, kann jede(r) Hausärztin, Arzt Hormone verschreiben. Ist überhaupt kein Problem. M.M nach setzt dies aber auch das Kennen der Person durch den Arzt voraus.
Nach jahrelangem Verschreiben der Hormone durch meine Endo bin ich dazu übergegangen, mich bei meiner Hausärztin das Gynokadin-Gel verschreiben zu lassen. Null Probleme; ebenso auch die zwei/dreimal jährlichen Bluttests, die ebenso bei ihr gemacht werden.
Also Hormone bei niedergelassenen Ärzten zu erhalten, stellt wirklich keine Schwierigkeiten dar. Persönlich sind mir in Niederbayern noch andere TS bekannt, die ebenso handeln. Allerdings unter ärztlicher "Aufsicht".
Und, dass Hormone mit gleichen Inhaltsstoffen bzw. Wirkungsgrad es auch im Ausland gibt, ist auch kein Geheimnis. Irgendwo habe ich hier auch geschrieben, dass mein verschriebenes Gynokadin-Gel hier in DE knapp 40.- Euro (Dreierpack) kostet. Im Vergleich zu den kanarischen Inseln. Dort kostet das exakt gleiche Produkt 3,50 Euro (eine Packung) mit 80 gr. und das noch rezeptfrei.
Trotzdem bin ich nach wie vor der Meinung, dass eine hormonelle Anwendung nur mit ärztlicher Begleitung durchgeführt werden soll.
LG
Christina

Jaddy
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Re: Do-it-yourself Hormon-Medikation, Enbi-Version (nicht nur)

Post 49 im Thema

Beitrag von Jaddy » Sa 19. Mai 2018, 17:22

ChristinaF hat geschrieben:
Sa 19. Mai 2018, 16:50
Wie oben schon erwähnt, kann jede(r) Hausärztin, Arzt Hormone verschreiben. Ist überhaupt kein Problem. M.M nach setzt dies aber auch das Kennen der Person durch den Arzt voraus.
Erstens kennen, zweitens wollen die vermutlich eine F.64-Indikation sehen und eine endokrinologische Erstuntersuchung.

Fällt bei mir alles weg. Meine "Hausärzt.innen" kannten mich bisher nur von Augen-OP-vorbereitenden Tests 2016. Ich habe kein Trans-Gutachten - wird auch schwierig als Enbi - und bisher keine Erstuntersuchungen. Weder meine "Hausärzt.innen", noch befragte Gynäkolog.innen trauten sich zu, die Verantwortung auf ihre Kappe zu nehmen.

Wenn meine Tests durch sind werde ich die Endo mal fragen, ob sie mir Privatrezepte ausstellt.

Britt
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Re: Do-it-yourself Hormon-Medikation, Enbi-Version (nicht nur)

Post 50 im Thema

Beitrag von Britt » So 20. Mai 2018, 19:11

Jaddy hat geschrieben:
Sa 19. Mai 2018, 17:22
ChristinaF hat geschrieben:
Sa 19. Mai 2018, 16:50
Wie oben schon erwähnt, kann jede(r) Hausärztin, Arzt Hormone verschreiben. Ist überhaupt kein Problem. M.M nach setzt dies aber auch das Kennen der Person durch den Arzt voraus.
Erstens kennen, zweitens wollen die vermutlich eine F.64-Indikation sehen und eine endokrinologische Erstuntersuchung.

Fällt bei mir alles weg. Meine "Hausärzt.innen" kannten mich bisher nur von Augen-OP-vorbereitenden Tests 2016. Ich habe kein Trans-Gutachten - wird auch schwierig als Enbi - und bisher keine Erstuntersuchungen. Weder meine "Hausärzt.innen", noch befragte Gynäkolog.innen trauten sich zu, die Verantwortung auf ihre Kappe zu nehmen.

Wenn meine Tests durch sind werde ich die Endo mal fragen, ob sie mir Privatrezepte ausstellt.
Hallo Jaddy,
als Enby fällst du meines Wissens unter der Diagnose F 64.8. Sicher ist es etwas schwieriger mit dieser „Krankheit“ eine HET zu bekommen als mit F 64.0. Aber ich denke einen Versuch ist es Wert. Warum willst du alles selbst bezahlen?

Ich hatte übrigens nicht einmal einen Hausarzt als ich die HET begonnen hatte. Ich bin ohne irgend einen Zettel zu Gyn gegangen, welcher dann die Diagnose F 64.0 ausgestellt hat. Ich glaube aber auch, dass man hier in Berlin es als Transsexuelle nicht so schwierig hat, wie in anderen Orten.

Liebe Grüße,
Britt

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Re: Do-it-yourself Hormon-Medikation, Enbi-Version (nicht nur)

Post 51 im Thema

Beitrag von Mina » So 20. Mai 2018, 20:28

Warum willst du alles selbst bezahlen?
Eigentlich wollte ich nichts mehr dazu schreiben- da eh aussichtslos. Und wenn - nicht hilfreich.

Aber: Es selbst zu bezahlen wäre das Paradies auf Erden, wenn ein Mediziner_in den hypokratischen Eid ernst nehmen würde und ein Privatrezept für Enby‘s ausstellen würde.
Das wird aber nicht passieren.

Also, sucht Euch eine Vertrauensperson welche der niederländischen Sprache mächtig ist und organisiert das Hormon direkt.
Denn in der BRD und über Doconline bekommt man es für die Menopause- und wie lange soll die gehen?

Nicht aber ein Leben lang.

Solange das Gesetz nicht zur allumfassenden Selbstbestimmung angepasst ist, bleibt es ein, milde gesagt, kreativer Akt welcher gesundheitliche Konsequenzen nach sich ziehen kann.

Also, Titten um jeden Preis oder langlebige Gesundheit- Eure Entscheidung!

Mein letzter Post hier bis das Gesetz verstanden hat was und wer wir sind.

Findet Euren Weg.

Mina
Ziel: Human being -> Ist Dein Ziel erreicht, war es zu niedrig angesetzt -> Der Weg ist das Ziel!

Jaddy
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Re: Do-it-yourself Hormon-Medikation, Enbi-Version (nicht nur)

Post 52 im Thema

Beitrag von Jaddy » Di 28. Aug 2018, 21:18

Seit gestern bin ich arzt-offiziell hormonversorgtes Enby. Den Endo kannte ich schon von einem Vortrag, er hat mich auch gleich wiedererkannt. Meine Testergebnisse hatte ich dabei, die die Hamburger Praxis sich ja nie zu kommentieren bemüssigt gefühlt hatte. Es sieht so aus, wie ich mir das zusammengereimt hatte. Das heisst mein Testo wird wegen des künstlichen Östrogenüberschuss von sehr viel SHBG inaktiviert. Seit ich 2 x 2mg pro Tag nehme fühle ich mich noch ausgeglichener und besser als je zuvor in meiner Haut. Das kam auch wohl so rüber. Und ich hatte meine Liebste dabei, weil wir zufällig auf dem Rückweg aus dem langen Wochenende waren.

Im Gespräch war von Anfang an klar, dass er mich mit Rezepten versorgen würde. Das hat mich etwas überrascht, weil in größerer Runde immer von begleitender Psychotherapie die Rede war. Seine Frage danach habe ich ganz ehrlich verneint. Offenbar komme ich aber aufgeräumt und stabil genug rüber, und dass ich bereits seit 8 Monaten dabei bin und mich informiert habe spielte wohl auch eine Rolle.

Jedenfalls hab ich hier jetzt die ersten offiziellen Packungen liegen. Netterweise geht alles auf Kasse - ich hätte es auch privat bezahlt. Auch die Chromosomenanalyse und die Thrombophilie-Diagnostik werden gemacht, dafür habe ich gestern Blut gelassen. Über die des Bremer Labors dafür - über 500€ - schüttelte er nur den Kopf. Bei ihm im Haus kostet das unter 100€. Die Ergebnisse kriege ich per Post und in drei Monaten bin ich dann wieder da, für aufgefrischte Tests und nächstes Rezept.

Kann also auch so gehen. Aber es gibt auf jeden Fall zu wenige solche Endos.

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Re: Do-it-yourself Hormon-Medikation, Enbi-Version (nicht nur)

Post 53 im Thema

Beitrag von Marlin » Mi 12. Sep 2018, 20:50

Herzlichen Glückwunsch dazu, Jaddy!
Wie Du weißt, bekomme ich meine Hormone auch von einer Frauenärztin, die sie mir auf Privatrezept verschreibt und die auch die regelmäßigen Kontrollen durchführt. Nachdem sie mich allerdings beim letzten Termin gefragt hat, ob ich mich mir nicht doch eine Therapie vorstellen könnte, habe ich nochmal intensiv nachgedacht, bin in mich gegangen und habe drüber geschlafen. Ergebnis: Ich bemühe mich jetzt bei einem Therapeuten um eine F64.x Diagnose. Wenn ich Glück habe bekomme ich ein Vorgespräch im November :shock:
Mittlerweile wünsche ich mir die "0" hinter dem Punkt, habe aber richtig Angst, dass ich sie nicht bekomme.
Ich drücke dir die Daumen, dass alles stabil bei dir weiterläuft!
LG
Marlin

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Re: Do-it-yourself Hormon-Medikation, Enbi-Version (nicht nur)

Post 54 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 » Mi 12. Sep 2018, 21:21

Hallo Marlin,

Irgendwie kann ich mir überhaupt nicht vorstellen dass dir ein Therapeuten die F64.0 nicht geben wird. Warum sollte er diese Diagnose verweigern?
Geh hin und trete ganz normal auf. Der sucht mit Sicherheit nicht nach Gründen um dir die Diagnose zu verweigern. Es sei denn er ist total transphob eingestellt. Dann wäre er aber nicht der richtige Therapeut für dich.

LG Tatjana
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Das Bauchgefühl gibt Rat.
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Re: Do-it-yourself Hormon-Medikation, Enbi-Version (nicht nur)

Post 55 im Thema

Beitrag von Toni Smith » So 3. Feb 2019, 09:26

Nach meinen 2 Jahren HRT Erfahrung kann ich folgendes sagen.

Erstmal viele machen den Fehler und denken viel Testosteron erzeugt ein männliches Körperbild. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Denn
überschüssiges Testosteron wird zu Estrogenen umgewandelt.

Das wissen die meisten Bodybuilder die sich mit Anabolika beschäftigen.

Es gibt nach meiner Erfahrung drei Hormonelle Ausgangssituationen.
Patent A: Der Testowert ist am unteren Ende des Grenzbereichs. Meist sind dies Leute die sich auch schon bewusst weiblich geben. Theorie: Die Hormone bestimmen die Gedanken, dann muss es auch andersrum möglich sein. Diese benötigen meist keine hohen Dosen Estadiol und benötigen auch keine Blocker.
Hier passiert meist eine Überdosierung.

Patent B: Hormone im mittleren Grenzbereich.

Patent C: Hormone im oberen Grenzbereich. Diese Patenten benötigen Hohe Dosen Estradiol um Testosteron zu drücken oder aber Unterstützung durch Blocker. Da der Körper aber hohe Hormonwerte gewohnt ist kann es da schnell zu Unterversorgung führen.

Ich bin Patent C.

Außerdem gibt es unterschiede bei der Verträglichkeit.
Manche vertragen
höhre Dosen manche nicht. Bei manchen erzeugt orale Aufnahme bessere Resultate, bei anderen sind es Transdermale.

Meiner Erfahrung nach ist Blocker plus Estradiolgel die beste Variante um möglichst schnell ein gutes Ergebnis zu bekommen.

Aber das Risiko ist mir zu hoch, sich mit Blockern die Gesundheit zu zerschießen.

So ist das Risiko die Leber zu schädigen durch orale Medikamente sehr hoch. Durch Hormonbehandlung mit hohen Dosen und oder Blocker kann man Nebennierenschäden verursachen.

Außerdem sehe ich die Gesundheitsversorgung bei HRT gefährdet. Da Ärzte nicht genau wissen damut umzugehen sowie Wechselwirkung mit Medikamenten nicht erforscht sind.

Ebenfalls gibt es keine Studie über Sinnhaftigkeit einer Zyklushrt. Bei jeder Hormonkur wird aber meist geraten immer mal wieder zu pausieren, gerade weil man damit den Rezeptoren Zeit gibt sich zu erholen.

So das ist meine Erfahrung zum allgemeinen Thema.

Jaddy
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Re: Do-it-yourself Hormon-Medikation, Enbi-Version (nicht nur)

Post 56 im Thema

Beitrag von Jaddy » So 3. Feb 2019, 17:30

Toni Smith hat geschrieben:
So 3. Feb 2019, 09:26
Erstmal viele machen den Fehler und denken viel Testosteron erzeugt ein männliches Körperbild. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Denn
überschüssiges Testosteron wird zu Estrogenen umgewandelt.
Überschüssig heisst in dem Fall: Das was übrig bleibt, nachdem alle Muskeln, Haarwurzeln und der Rest sich bedient und das SHBG im Rahmen seiner Möglichkeiten das weggefangen hat, was nach der Selbstregulation des Körpers oberhalb des individuellen "Normal" ist. _DANN_ gibt es Umwandlungseffekte. Bis dahin - und das ist ein im Vegrleich zum körpereigenen T ein hohes Level - hast du Vermännlichung vom Feinsten.
Toni Smith hat geschrieben:
So 3. Feb 2019, 09:26
So ist das Risiko die Leber zu schädigen durch orale Medikamente sehr hoch. Durch Hormonbehandlung mit hohen Dosen und oder Blocker kann man Nebennierenschäden verursachen.
Erwiesen sind Risiken für die Leber bei Ethinylestradiol, der "Minipille", die normalerweise nicht gegeben wird, wegen Leber und erhöhtem Thromboserisiko. Ausnahme: Personen, die das 17-beta-Estradiol, das körpereigene, nicht oral verarbeiten - weil zum Beispiel die Leber es stärker abbaut als normal. Dann muss man tatsächlich aufpassen. Ist aber testbar und selten. Neben sublingual statt oral gibt es dann noch Gel. Oder Patches. Manche von denen enthalten zwar auch Ethinylestradiol, aber die scheinen da besser zu funktionieren (müsste ich im Einzelfall recherchieren). Es gibt also eigentlich immer Möglichkeiten.
Toni Smith hat geschrieben:
So 3. Feb 2019, 09:26
Außerdem sehe ich die Gesundheitsversorgung bei HRT gefährdet. Da Ärzte nicht genau wissen damut umzugehen sowie Wechselwirkung mit Medikamenten nicht erforscht sind.
Wechselwirkungen von anderen Medikamenten mit Östrogen fallen normalerweise auf, wenn diese Medis an Menschen mit körpereigener Östrogenproduktion gegeben werden. So unterschiedlich ist der ganze Kram nicht. Wo genau sind also wo die Risiken? Die begleitenden Tests, großes Blutbild, Leber, Niere, sind - Aussage zweier Endos - hauptsächlich dazu da, sich bei irgendwelchen Ausnahmesituationen über die jahrelange HRT dagegen abzusichern, dass sie das Risiko hätten erkennen müssen. Insgesamt sind aber - wiederum Aussage Endo - die Risiken durch Östrogen in einem ehemaligen Testosteronkörper sehr gering. Kein Vergleich zum Beispiel zu Blutdrucksenkern etc.
Toni Smith hat geschrieben:
So 3. Feb 2019, 09:26
Ebenfalls gibt es keine Studie über Sinnhaftigkeit einer Zyklushrt. Bei jeder Hormonkur wird aber meist geraten immer mal wieder zu pausieren, gerade weil man damit den Rezeptoren Zeit gibt sich zu erholen.
Meines Wissen gibt es keinen sinnhaften Grund - aber auch keine Studien dazu - Rezeptoren sich "erholen zu lassen". Wenn sie kein Östrigen mehr bekommen, werden sie mittelfristig genauso wieder abgebaut, wie sie bei Zufurh aufgebaut werden. Wenn du andere Quellen hast: Bitte gerne.

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Re: Do-it-yourself Hormon-Medikation, Enbi-Version (nicht nur)

Post 57 im Thema

Beitrag von steffiSH » So 3. Feb 2019, 19:27

Toni Smith hat geschrieben:
So 3. Feb 2019, 09:26
Erstmal viele machen den Fehler und denken viel Testosteron erzeugt ein männliches Körperbild. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Denn
überschüssiges Testosteron wird zu Estrogenen umgewandelt.
Das ist ja genial ! Dann entscheide ich morgens beim Frühstück was ich heute vor habe:
Akt mit Frau : 4 Eier essen,
Kaffeekränzchen mit ein paar Mädels im Sonntagsclub : 10 Eier essen
:lol: :lol: :lol:
sum sum sum - no Latein

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Re: Do-it-yourself Hormon-Medikation, Enbi-Version (nicht nur)

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Beitrag von Cybill » So 3. Feb 2019, 23:59

Das hier erinnert mich so ein bisschen an mein Motorrad-Forum. Nix für ungut.

Cybill
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

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