nicht-binäre Namen
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Rosa1234
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nicht-binäre Namen

Post 1 im Thema

Beitrag von Rosa1234 »

Hallo ihr Lieben,

ich heiße Rosa und studiere Germanistik. Im Rahmen meines Studiums schreibe ich eine Hausarbeit, in der ich mich mit geschlechtsneutralen Namen beschäftige. Mein Dozent hat mir den Hinweis gegeben, dass es interessant sein könnte, Personen, die sich als nicht-binär bezeichnen, selbst bezüglich geschlechtsneutraler Namen zu befragen.
Konkret bedeutet das, dass ich Motive für die Namensgestaltung nicht-binärer Namen suche. Sollen sie besonders klangvoll sein? Wird auf einen bestimmten Buchstaben/Laut am Namensende geachtet? Oder werden beispielsweise am liebsten Kurzformen genutzt?

Über eine Rückmeldung freue ich mich sehr, da ich es persönlich auch sehr spannend finde! Ich werde eure Antworten selbstverständlich vertraulich behandeln.

Ganz liebe Grüße :()b
Jaddy
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Re: nicht-binäre Namen

Post 2 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Siehe PN für weitere Kontakte...

Persönlich habe ich keinen eindeutigen Trend-Eindruck. Zu unterscheiden sind auch immer die privat unter Freundys genutzten Namen und die, die bei einem amtsoffiziellen Wechsel genommen werden können. Sofern Nonbinäre überhaupt einen offiziellen Wechsel durchführen können; anderes Problem. Beim Amt fallen - natürlich, leider, Rückständigkeit... - "Sonderzeichen" etc. raus.

Ich reagiere privat auf meinen Geburtsnamen und "Jaddy", wobei mein Nick nicht als nicht-binärer Nick entstanden ist, sondern lange vor meinem CO und einfach seit zwei Jahrzehnten benutzt und bekannt. Meine Geburtsnamen sind für mich "hinreichend" neutral. Meine Mutter hat mir sogar erzählt, dass die Namen damals ausgesucht wurden, "weil sie ja nicht wussten, was ich werde" *hachsniff* :) Das lag allerdings mehr daran, dass damals quasi null vorgeburtliche Tests gemacht wurden ;)
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Re: nicht-binäre Namen

Post 3 im Thema

Beitrag von Stephanie »

Gerrit.
Robin.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
Ulrike-Marisa
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Re: nicht-binäre Namen

Post 4 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Ulli und Maria im katholischen Bereich...
Lucky70
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Re: nicht-binäre Namen

Post 5 im Thema

Beitrag von Lucky70 »

Ul(l)i? Hat nichts mit katholisch zu tun. Maria dann nur als Zweitnamen, ich glaube Rainer-Maria Rilke sollte einer der bekanntesten sein.

Wurde eigentlich Alex schon genannt? Dann auch Toni (in Bayern jedenfalls bei Männern üblich, ob anderswo in D?).

Lucy.
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Re: nicht-binäre Namen

Post 6 im Thema

Beitrag von vanja »

Die Hausarbeit dürfte ja mittlerweile abgeschlossen sein aber trotzdem finde ich das Thema interessant. Mir ging es anfangs so, dass ich unbedingt einen Namen mit einer tiefgründigen Bedeutung wählen wollte, er sollte möglichst keinen allzu religiösen Hintergrund haben, wunderschön klingen und für Außenstehende natürlich nicht zu weiblich aber auch nicht zu männlich wirken aber auch nicht zu exotisch und mit diesem Anspruch, die nichtbinäre Eierlegende Wollmilchsau zu finden, besuchte ich dann diese Liste mit fast 800 unisex-Vornamen, war zunächst förmlich erschlagen, machte mir eine Liste auf der Nico/Niko, Nicola, Dominique, Bente, Sanja und manch Anderes standen, aber zu keinem dieser Namen konnte ich einen wirklichen Bezug herstellen bzw. musste ich feststellen, dass Bente, mein erster Favorit, gar nicht vorwiegend männlich gelesen wurde sondern von den meisten Menschen klar als Frauenname interpretiert worden ist. Letztendlich entschied ich mich dann für Vanja, weil ich diesen Namen vor über 30 Jahren schonmal in meiner vierköpfigen Russischklasse getragen hatte, obwohl ich diesen Namen zu Beginn der Suche gleich ausgeschlossen hatte 'weil sich in meinem (sehr) erweiterten Bekanntenkreis ein sehr androgyn wirkender schwuler Mann namens Vanja befindet und ich nicht in den verdacht geraten wollte, meinen Namen geklaut zu haben.
Und nun trage ich also doch einen biblischen Namen mit merkwürdiger Bedeutung (Johannes = Der Herr ist gütig), der aber immerhin schön klingt. Zu viel Kopf tut oft nicht gut. Bild
MichiWell
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Re: nicht-binäre Namen

Post 7 im Thema

Beitrag von MichiWell »

vanja hat geschrieben: Di 17. Aug 2021, 12:20 Liste mit fast 800 unisex-Vornamen
Hallo zusammen,

die Top 10 Unisex-Namen verwirrt mich:
  1. Luca
  2. Dana
  3. Fiete
  4. Maria
  5. Finn
  6. Noah
  7. Kimi
  8. Kai
  9. Andrea
  10. Simone
Auf den ersten Blick sehe ich 4 weibliche und 4 männliche Vornamen, aber nur 2 unisex. Was ist da falsch?

Ulrike-Marisa hat geschrieben: Mo 12. Jul 2021, 22:45 Ulli und Maria im katholischen Bereich...
Maria ... bei Jungs/Männern ausschließlich als Zweitname zulässig, und war nur in sehr katholischen Gegenden gebräuchlich.

Lucky70 hat geschrieben: Di 13. Jul 2021, 18:53 Ul(l)i? Hat nichts mit katholisch zu tun. Maria dann nur als Zweitnamen, ich glaube Rainer-Maria Rilke sollte einer der bekanntesten sein.

Wurde eigentlich Alex schon genannt? Dann auch Toni (in Bayern jedenfalls bei Männern üblich, ob anderswo in D?)
Ul(l)i, Alex und Toni sind nur Kurzformen von Ul(l)rich, Alexander, Anton, Antonius bzw. Ulrike, Alexandra, Antonia.

Das gilt ebenso für weitere Kurzformen, wie etwa Michi. :wink:


Liebe Grüße
Michi
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Re: nicht-binäre Namen

Post 8 im Thema

Beitrag von vanja »

MichiWell hat geschrieben: Di 17. Aug 2021, 17:33
vanja hat geschrieben: Di 17. Aug 2021, 12:20 Liste mit fast 800 unisex-Vornamen
Hallo zusammen,

die Top 10 Unisex-Namen verwirrt mich:
  1. Luca
  2. Dana
  3. Fiete
  4. Maria
  5. Finn
  6. Noah
  7. Kimi
  8. Kai
  9. Andrea
  10. Simone
Auf den ersten Blick sehe ich 4 weibliche und 4 männliche Vornamen, aber nur 2 unisex. Was ist da falsch?
Hm, Andrea und Simone sind in Italien/Frankreich gängige männliche Vornamen, Kai/Kay, Kimi Luca und Noah (z. B. Die Schwester von Miley Cyrus) ,sind unisex, Maria geht, wie Du selber schreibst, als männlicher Zweitname, Fiete geht auch als Kurzform von Friederike, Dana hätte ich jetzt auch nur für Mädchen einsortiert, ist laut Wikipedia aber auch ein kurdischer männlicher Vorname.
Ich war auch oft genauso erstaunt wie Du, habe vieles angezweifelt aber dann doch immer entsprechende Erklärungen oder Namensträger*innen gefunden. Ich war auch mal mit einer Frau namens Jan befreundet, ist in USA wohl nicht unüblich.
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Re: nicht-binäre Namen

Post 9 im Thema

Beitrag von !EmmiMarie! »

MichiWell hat geschrieben: Di 17. Aug 2021, 17:33 Auf den ersten Blick sehe ich 4 weibliche und 4 männliche Vornamen, aber nur 2 unisex. Was ist da falsch?

Hey Michi,

auf den ersten Blick schon-wenn dus aus rein deutscher Sicht betrachtest..
wenn du aber mal die Namenserklärungen liest, wird deutlich andere Länder
und Regionen, andere Deutung...

Alles Liebe Marie (flo)
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Re: nicht-binäre Namen

Post 10 im Thema

Beitrag von MichiWell »

!EmmiMarie! hat geschrieben: Di 17. Aug 2021, 18:12 wenn du aber mal die Namenserklärungen liest
... wird nicht wirklich besser, sorry. Eine regional abhängige explizit weibliche oder explizit männliche Verwendung, oder aber geschlechtsspezifische Versionen sind m.M.n. das Gegenteil von Unisex. Und die Erklärung bei Maria ist einfach falsch. Gerade weil es kein männlicher Vorname ist, wird Maria bei Jungs nur als Zusatz zu einem explizit männlichen Vornamen verwendet.


Liebe Grüße
Michi
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!EmmiMarie!
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Re: nicht-binäre Namen

Post 11 im Thema

Beitrag von !EmmiMarie! »

MichiWell hat geschrieben: Di 17. Aug 2021, 18:30 ... wird nicht wirklich besser, sorry. Eine regional abhängige explizit weibliche oder explizit männliche Verwendung, oder aber geschlechtsspezifische Versionen sind m.M.n. das Gegenteil von Unisex.
Mhmmm,

ich verstehe was du meinst. Das eine ist, es gab wohl sehr lange keine Nachfrage nach Unisexvornamen.
Jetzt haben wir aber Namen, die in anderen Kontexten anders gebraucht werden und daher das Potential
haben sich als Unisexvornamen herauszukristallisieren.
Ich finde der Sache sollte man eine Chance geben, auch wenn es erst einmal seltsam ist...

den Rest des Textes habe ich grade gelöscht, weil ich gemerkt habe, das ich jetzt doch keine
Lust hab alles haarklein aufzudröseln..

ich geb der Sache eine Chance...und zu Maria hatte ich nichts gesagt...

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