"Als Frau / Als Mann"
"Als Frau / Als Mann" - # 2

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Michelle_Engelhardt
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Re: "Als Frau / Als Mann"

Post 16 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Fr 3. Jan 2020, 05:44

Dieses "als ich", von dem Dolores schreibt, gefällt mir richtig gut, denn das bringt es doch genau auf den Punkt. Wenn wir uns ein Kleid anziehen und uns schminken, drücken wir unser Ich aus....genau so wie wir unser Ich ausdrücken, wenn wir einen Anzug tragen. Ich bin immer Michelle, egal ob ich einen Rock trage, nackt bin oder in Jeans und Holzfällerhemd und ich glaube, dass es vielen so geht....egal ob CD, TS oder Enby. Egal ob Karl-Heinz oder Chantal....unser Ich ist immer präsent.
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Re: "Als Frau / Als Mann"

Post 17 im Thema

Beitrag von Whoopy Highfly » Fr 3. Jan 2020, 06:52

Hallo Michelle,
Das hast du treffend gesagt
Ich bin ich, egal ob Anzug oder Kleid oder ...

Bin ich ich, bin ich glücklich.
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Mein Motto: Ich werde glücklich.

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Re: "Als Frau / Als Mann"

Post 18 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah » Fr 3. Jan 2020, 11:53

Hallo,

ich denke mal es sind hier zwei Ebenen, die sich durchkreuzen:

1. Analyse meines Wesens, wenn ich mich verschieden ankleide.
2. Wie erzähle ich den Mitmenschen, welche Kleiderwahl ich getroffen habe.

Daher ist eine sehr lange Diskussion garantiert :)

VlG
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Re: "Als Frau / Als Mann"

Post 19 im Thema

Beitrag von Petra Sofie » Fr 3. Jan 2020, 20:50

1 . Nur eine Frage des Stylings.
2 . Gestern war ich bei einem Empfang, aus gegebenem Anlaß war es mal wieder angebracht sehr konservativ im Herrenlook zu erscheinen. Wäre allerdings lieber im kleinen Schwarzen aufgeschlagen, aber das wolte meine Pertnerin nicht sogern. Sie trug selber eines. Immer diese Stutenbissigkeit.

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Re: "Als Frau / Als Mann"

Post 20 im Thema

Beitrag von MichiWell » Fr 3. Jan 2020, 21:03

Laila-Sarah hat geschrieben:
Fr 3. Jan 2020, 11:53
Hallo,

ich denke mal es sind hier zwei Ebenen, die sich durchkreuzen:

1. Analyse meines Wesens, wenn ich mich verschieden ankleide.
2. Wie erzähle ich den Mitmenschen, welche Kleiderwahl ich getroffen habe.

Daher ist eine sehr lange Diskussion garantiert :)

VlG
Liebe Laila,

danke für die Zusammenfassung. (flow) Klar, wenn man versucht, so wie im Eingangspost die von dir als Nr. 2 angeführte Ebene auf der Ebene Nr. 1 zu betrachten, geht das zwangsläufig schief.

Liebe Grüße
Michi
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Re: "Als Frau / Als Mann"

Post 21 im Thema

Beitrag von Jaddy » Sa 4. Jan 2020, 12:58

Der Knackpunkt scheint mir immer noch folgender zu sein: Ja, das innere Wesen mag sich unverändert anfühlen, egal welche Kleidung, aber von aussen betrachtet ist es das eben nicht. Die Menschen da draussen interpretieren die Aufmachung als Signale, gleichen sie mit ihren persönlichen Schablonen ab und ordnen uns ein und behandeln uns anders. Daraus ergibt sich auch wieder ein Feedback. Sprich wir spiegeln je nach Verhalten der Umwelt und unserer Seelenlandschaft ein adaptiertes Verhalten zurück.

Dieses Faktum ist so banal, dass es eine Volksweisheit dazu gibt: Kleider machen Leute.

Und klar machen das alle Menschen ständig. Die "Nonkonformistenuniform" ist ja deshalb so ein netter Gag. Billigjeans und labberiges T-Shirt sagen genau so viel wie Abendkleid oder Frack. Gruppenzugehörigkeit, Anspruch auf eine bestimmte Art von Umgang. Und das geht auch ne Schraube feiner, mit einer auf abgewetzt gemachten Markenjeans, deren subtile Details den richtigen Leuten sagen "ich hab so viel Kohle, dass ich mit diesem Scheinunderstatement protzen kann".

Aber bei den meisten Menschen ist die Varianz geringer. Sie haben im Durchschnitt eine Alltags- und eine Freizeiterscheinung, die irgendwie miteinander kongruent sind. Bei sehr verschiedenen, scharf getrennten Versionen habe ich persönlich ein kleines Problem. Wenn mir die gleiche Person einmal als Martin und einmal als Martina begegnet und die beiden Ausdruckformen sich deutlich unterscheiden, werde ich skeptisch, wer denn diese "immer gleiche" Persönlichkeit dahinter eigentlich ist, und mein Hirn stellt sich die Frage "was will diese Person verbergen?", bzw. kommuniziere ich eigentlich mit der echten Person oder immer nur mit einer Rolle? Besonders krass kommt dieses Gefühl bei Menschen, die von ihren Personae in der dritten Person reden. Also "ich habe Martina mitgenommen" und damit den Koffer mit den Klamotten meinen.

Das ist jetzt nur mein persönliches Problem, das ich für mich irgendwie lösen muss, aber ich hoffe, es verdeutlicht, wie es nach meinem Gefühl vielen Aussenstehenden geht, die von dem ganzen Genderkram null Ahnung haben und mit zwei grundsätzlich verschiedenen Erscheinungsformen in einem Körper zu tun bekommen.

Mein anderes Problem ist genau das einsortiert werden durch andere, denen das Konzept nicht-binär fremd ist und die mich deshalb egal in welcher äusseren Erscheinung entweder falsch so oder falsch anders einsortieren, mit dem ganzen Rattenschwanz an Erwartungen, Anforderungen und Umgangsformen, auf die sie trainiert sind. There is no enby passing.

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