Wie zeigt ihr heute euren Enby?
Wie zeigt ihr heute euren Enby? - # 2

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Cybill
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Re: Wie zeigt ihr heute euren Enby?

Post 16 im Thema

Beitrag von Cybill » So 6. Jan 2019, 15:03

Dolores und Nicole!

Euch beide muss man einfach fremdfotografieren und dabei rumblödeln, dann kriegt man auch ein Lächeln. Zum Üben einfach vor den Spiegel und an schöne Dinge (z.B Kleider, Schuhe...)denken, dann wird das schon.

😊 Cybill
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Astrid
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Re: Wie zeigt ihr heute euren Enby?

Post 17 im Thema

Beitrag von Astrid » So 6. Jan 2019, 15:47

Hallo zusammen,

obwohl ich eigentlich gerne fotografiere, meist Natur- und Landschaftsaufnahmen, pose ich selbst nicht so gerne vor der Kamera. Fotos von mir selbst sind daher meistens Schnappschüsse aus meinem Leben, überwiegend durch meine Frau geschossen.

Hier stelle ich nochmal ein Foto von mir aus dem vergangenen Sommer vor, als ich mich auf den Weg zur Spätschicht gemacht habe. Zwar nicht wirklich anspruchsvoll, aber es zeigt mich in einem meiner Outfits, welches ich im Sommer gerne trage. Langes Tank-Top als Kleid, Capri-Leggins fertig!

Im Übrigen wieder kein Lächeln :wink:

Liebe Grüße - Astrid
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Jaddy
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Re: Wie zeigt ihr heute euren Enby?

Post 18 im Thema

Beitrag von Jaddy » Mo 7. Jan 2019, 13:06

Hexemelina hat geschrieben:
Fr 4. Jan 2019, 23:38
Ein „Enby“ zu sein ist aus meiner Sicht fast schon ideal für intersektionale Theorien. Es ist hinreichend unbestimmt, dass einen keiner wirklich widerlegen kann oder einem vorhalten kann, man sei gar nicht wirklich x oder y.
In einer idealen Welt wäre es tatsächlich eine einfache und tolle Lösung, sich mit dem Label "Enby" aus allem heraus zu ziehen. Andererseits wäre die Welt dann so ideal, dass Geschlechtszuordnungen und -zuschreibungen keine Rollen spielen würden. Dann wäre der Feminismus auch am Ziel, nämlich sich letztlich überflüssig zu machen.

In der heutigen Realität scheitert diese Ideallösung an unseren binär geprägten Mitmenschen.

1. gibt es nicht nur Enbys mit männlichen Privilegien. Zum Beispiel alle, die weiblich gelesen werden. "Mannweib", "Kampflesbe" (egal welche Orientierung die Person hat), "Hässlich" (weil nicht feminin in Aufmachung/Verhalten), aber auch "aber du bist doch so ne Süsse" (bei Enbys mit sehr femininem Körper)

2. wird Männlichkeit von vielen gerade durch Vermeidung und Ablehnung von allem irgendwie "weiblichem" definiert. Wer das nicht mitmacht ist "Softie", "Sissy", "Weichei". Enbys mit sehr maskulinem Körper gelten als "lächerlich", wenn sie nicht wie Arnie auftreten oder sich verhalten. Oder es wird ihnen aufgrund ihres Körpers eine Bedrohlichkeit unterstellt.

3. wird eine nicht-binäre ID von anderen häufig gar nicht ernst genommen, sowohl von Cis-, wie von Transpersonen. "Du pickst dir nur die Rosinen raus", "hast dich nur noch nicht entschieden", "das ist jetzt aber echt männlich/weiblich" (je nach Zuschreibungsgeschlecht). Manche lehnen die Existenz von nicht-binärem Geschlechtsempfinden generell ab. "Es gibt nur männlich und weiblich". Transpersonen vermuten, dass Enbys sich "um das Leiden durch den Transprozess" drücken. Auch das eine Variante von "du machst es dir ja einfach" und "echt ist nur, wer genauso gelitten hat". Dabei verkennen sie, dass Enbys hierzulande gar keine offiziellen Möglichkeiten für irgendeine Form von Transition haben - wenn sie das denn wollen.

4. kommen Enbys offiziell gar nicht vor. Nein auch mit dem neuen Gesetz nicht, solange es körperliche Merkmale voraussetzt. Das "d" ist nett, aber es gibt keine praktische Umsetzung. Klamotten, Toiletten, Sportvereine, Anreden, Quoten, Elternschaftsrecht, statistische Sichtbarkeit, Möglichkeiten zur Transition: alles nur binär bisher, und das tw mit der Kraft von Gesetzen und Verordnungen.

Warum also bringen wir uns also in diese Bredouille? Warum bleiben wir nicht einfach bei unserem zugeschriebenen Geschlecht, das wahrscheinlich prima kongruent mit Körper und Erscheinung ist oder wechseln binär? Gegenfrage: Warum macht "ihr" das? Andere Klamotten, Makeup, Heels, rausgehen mit klopfendem Herzen, Gefühle zulassen, wie sonst nicht?

Woher kommt der Wunsch mindestens gelegentlich so gesehen zu werden, wie man sich selbst empfindet? Keine Ahnung. Ist mir auch nicht wichtig. Aber ihr kennt das alle irgendwie. Also nehmt das Gefühl, diesen Wunsch, den ihr empfindet und dann addiert den Frust, wenn "die andere Seite" am Ende genauso falsch ist. Wenn sich keine der beiden binären Optionen nach "angekommen" anfühlt, aber als einzige angeboten werden - und wenn die Menschen um euch herum ewig drauf rumhacken, wann ihr euch denn endlich entscheidet, was ihr denn nun seid, wie sie euch ansprechen sollen, bzw. eure Wünsche gar nicht akzeptieren.

Natürlich ist Enby für uns die "einfachste" Lösung. Denn alles andere erfordert Verstellung, verbiegen, vorspielen. Dinge anziehen, aussehen, verhalten, reden, wie es erwartet wird, nicht wie wir uns wohl fühlen. Oder als Enby ständig entscheiden zwischen angepöbelt, ausgelacht und rausgeworfen, immer auf der Hut, nicht "enttarnt" oder lächerlich gemacht zu werden; siehe oben. Diese "einfachste Variante" ist trotz der Probleme mit der Umwelt immer noch die leidensärmste. Und wenn "ihr" meint, dass sie für euch auch einfacher ist, dann willkommen bei den Enbys, we have cookies.

Ein Nachsatz noch zu den taktischen Überlegungen. Hier sind meines Erachtens Ursache und Wirkung vertauscht. Bei nicht-binären und männlichen Feministen gehe ich zumindest erst mal von einer echten moralischen Überzeugung als Ursache aus. Die feministische bzw. anti-patriachale Haltung ist das Ergebnis. Klar könnten theoretisch viele ihre männlichen Privilegien aktivieren. Die allermeisten Menschen könnten auch Greueltaten vollbringen, aber um den Preis, sich vor sich selbst zu ekeln.

Vincent
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Re: Wie zeigt ihr heute euren Enby?

Post 19 im Thema

Beitrag von Vincent » Di 8. Jan 2019, 12:32

Hallo Jaddy,
Dein ganzer Beitrag spricht mir aus dem Herzen!

Jaddy hat geschrieben:
Mo 7. Jan 2019, 13:06
In einer idealen Welt wäre es tatsächlich eine einfache und tolle Lösung, sich mit dem Label "Enby" aus allem heraus zu ziehen. Andererseits wäre die Welt dann so ideal, dass Geschlechtszuordnungen und -zuschreibungen keine Rollen spielen würden.
Was Du in diesem Absatz schreibst, wäre meine Vision für die Zukunft.
Ein kleiner Schritt, wenn auch derzeit kaum umsetzbar wäre für mich als erstes ALLE Geschlechtsbezeichnungen aus unseren Gesetzen zu streichen und durch Mensch oder Bürger zu ersetzen.

Es wäre nicht das erste Mal, dass die Gesetzgebung dem Volksempfinden vorauseilt (moin)
LG

Vincent

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Re: Wie zeigt ihr heute euren Enby?

Post 20 im Thema

Beitrag von Viggy » Mi 9. Jan 2019, 10:29

Die Bilder von Nicole und Astrid sind für mich ein sehr gutes Beispiel für das, was ich gerade unter 'warum ziehen wir uns so an ...' geschrieben habe. Sie geben ein stimmiges Bild wieder, von der Art sich zu kleiden und zu fühlen, völlig natürlich und ungekünstelt, die auch mich antreibt. Ich will nicht verstehen, was daran falsch sein soll.

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Re: Wie zeigt ihr heute euren Enby?

Post 21 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » Mi 9. Jan 2019, 11:43

Hier ist der Link zu Viggys Beitrag:
https://www.crossdresser-forum.de/phpBB ... 15#p228564
Jeder glaube an was er will. - Also sprach Zarathustra.

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Re: Wie zeigt ihr heute euren Enby?

Post 22 im Thema

Beitrag von Joe95 » Mi 9. Jan 2019, 12:13

Also ich denke bei mir liegt es in der Natur der Sache, genauer an der Diskrepanz zwischen Körper und Geschlecht, das ich ständig mein enby zeige.

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