Den Amtsschimmel reiten: Zweite Runde, der Ritt geht weiter
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Klaudia.S
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Den Amtsschimmel reiten: Zweite Runde, der Ritt geht weiter

Post 1 im Thema

Beitrag von Klaudia.S » Mi 4. Jul 2018, 01:47

Nach dem man den rechtskräftigen Beschluss des Amtsgerichts in seinen Händen hält ist ja noch nichts in „trockenen Tüchern“.
Es sind noch einige Dinge zu regeln und (fast) nichts passiert automatisch.
Natürlich habe ich mich informiert wie es danach ablaufen soll/kann, habe aber festgestellt dass es auch anders sein kann.
Ich will euch meine persönlichen Erfahrungen in diesem Faden mitteilen und diejenigen welche Ihre PÄ/VÄ hinter sich haben auffordern Ihre Erlebnisse zu schildern.

Als erstes braucht man einen neuen Personalausweis.
Dazu benötigt man ein Passfoto (na klar) und etwas mit dem man sich ausweisen kann also den jetzigen Personalausweis (super mit meinem alten Perso bin ich ja schon ein paar Mal wegen der Unstimmigkeit zwischen Bild und Gesicht angeeckt) oder eine Geburtsurkunde.
Ich bin deshalb zu dem für mich zuständigen Standesamt.
Für den Standesbeamten war das völliges Neuland (ok er war auch ganz neu) und er wusste erst mal gar nicht was ich von ihm will bis er sich erinnerte „Ach da kam doch letzte Woche so´n Brief. Moment….. “
Als ich meine Geburtsurkunde hatte ging zum Passamt.
Der Dame welche dort arbeitet teilte ich meinen Wunsch nach einem neuen Personalausweis mit.
„Passfoto und alten Personalausweis bitte…“ Ich gab ihr das neue Passfoto und den alten Ausweis und wollte ihr noch die Geburtsurkunde und den Beschluss des Amtsgerichts nachreichen was sie aber völlig ignorierte weil sie schon damit beschäftigt war die Papiere für einen neuen Ausweis anzufertigen, natürlich mit dem bisherigen Vornamen.
Ich konnte sie noch rechtzeitig stoppen.
Auch diese Dame betrat völliges Neuland und musste sich erst bei ihrem Vorgesetzten kundig machen was zu tun ist.
Da kam das erste dicke Problem.
Im Einwohnermelderegister wäre die Namensänderung noch nicht durchgeführt, das würde durch das Standesamt per Computer gemacht (Ich wusste sofort wer das verpennt hat).
Ich durfte aber schon mal Unterschreiben, und nach 14 Tagen konnte ich meinen neuen Ausweis abholen.

Nächste Baustelle Führerschein.
Wenn es für die Dame in der Führerscheinstelle etwas Neues war so hat sie es mich nicht wissen lasen.
Es hat nur ewig gedauert weil mein Führerschein uralt und von einer anderen Führerscheinstelle ausgestellt war und deshalb meine Daten noch nicht im Computer waren und sie erst einmal dort anrufen musste.

Nächste Baustelle Kfz ummelden
(damit die Knöllchen richtig ankommen und nicht gefragt werden muss wer die Dame auf dem Foto ist).
Das war für mich der absolute Beweis dass es nicht darauf ankommt mit welcher Behörde man es zu tun hat sondern auch mit welchem Sachbearbeiter.
Bei mir sind es 3 KFZ und ein Anhänger welche auf meinen Namen laufen.
Zwei der Fahrzeuge und den Anhänger konnte ich sofort ummelden nach dem ich meinen neuen Ausweis hatte, das Fahrzeug welches mein Sohn fährt musste warten bis er mal einen Tag Urlaub hatte.
Die erste Sachbearbeiterin hatte das Problem richtig erkannt das es sich um eine Änderung der Halterdaten handelt und wollte den Vornamen ändern das mochte aber der Computer nicht und quittierte den Versuch mit einer Fehlermeldung.
Die Dame lies sich aber nicht beirren und ging zum EDV-Menschen der scheinbar etwas geändert hat denn als sie zurück kam hat der Computer zwar immer noch gemault aber sie konnte den Vornamen ändern.
Bei einer Freundin ein Jahr zuvor wurde einfach ein Halterwechsel durchgeführt welcher teurer ist und noch ein paar weitere Komplikationen mit sich bringt.
Eine Woche später hatte mein Sohn einen Tag frei so dass ich die Gelegenheit nutzte sein Fahrzeug umzumelden.
Natürlich musste ich zu einer anderen Sachbearbeiterin welche prompt einen Halterwechsel durchführen wollte.
Erst auf meinen Einspruch hin hatte sie versucht den Vornamen zu ändern, was zu ihrer Verblüffung „Seit wann geht dass denn?“ auch funktionierte.


Was braucht der moderne Mensch noch zum (über)leben? Richtig Bankkarten!
Nach dem was ich im Faden „Bankkarten“ so alles gelesen hatte und was mir von meiner Freundin berichtet wurde, hatte ich ein bisschen Bammel.
Die Bankmenschen hatten es fertig gebracht ihr das komplette Konto für 14 Tage zu sperren kein Zahlungseingang, kein Zahlungsausgang, kein Geld am Automaten. Sie ist Geschäftsfrau! Toll!
Bei mir ging es zum Glück bei zwei von drei Geldinstituten reibungslos, als wenn sie das jeden Tag machen würden, keine dummen Fragen oder Bemerkungen.
Das dritte Geldinstitut kommt nächste Woche dran, mal sehen.

Es stehen mir noch jede Menge Namensänderungen bevor, Strom, Wasser, Versicherungen usw.
Bei einigen Sachen welche unwichtig sind werde ich mich nicht outen, die werde ich einfach kündigen.

LG Klaudia
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Re: Den Amtsschimmel reiten: Zweite Runde, der Ritt geht weiter

Post 2 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 » Mi 4. Jul 2018, 07:39

Klaudia so wie du das schilderst hattest du nur wirklich die A Karte gezogen und es lief alles wenn nicht gerade schief, doch sehr zäh und schwierig.
Ich hatte meine Vä/Pä am 26.01.2016
Der Beschluss wurde im Richterzimmer rechtskräftig.
Allerdings bekam ich den schriftlichen Beschluss erst etwa drei bis vier Wochen später zugesandt.
Erst nachdem ich diesen in der Hand hatte änderte ich alle die Dinge die du beschreibst, ohne das kleinste Problem. Hatte überall original des Beschlusses dabei, und lies die Sachbearbeiter sofern erforderlich jeweils eine Kopie machen.
Das ich mich bei diesen Leuten sozusagen zwangsoutete war mir vollkommen egal. Das waren lauter fremde Leute.
Wenn ich denen dann Gesprächsstoff fürs Abendessen gegeben habe ist das so eine Art Aufklärung.

LG Tatjana
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Re: Den Amtsschimmel reiten: Zweite Runde, der Ritt geht weiter

Post 3 im Thema

Beitrag von Britt » Mi 4. Jul 2018, 09:29

Hallo Klaudia,
Ich hatte den rechtskräftigen Beschluss zur PÄ/VÄ 3 Tage vor meiner GaOP in der Hand.

Bevor ich den rechtskräftigen Beschluss in der Hand hatte, habe ich nur bei meiner Krankenkasse eine neue Krankenkarte mit dem vorläufigen Beschluss beantragt, als ich Krankenhauseinweisung abstempeln lassen habe. Hat geklappt, ich habe Vorort auch gleich eine neue vorläufige Krankenkarte bekommen.

Am Tag als ich nach München zur GaOP gefahren bin (Der Zug ging erst nachmittags), habe ich mir einen neuen vorläufigen PA ausstellen lassen, und den neuen PA und Reisepass beantragt.

Als ich später dann den „richteigen“ PA hatte, habe ich mich einen Abend hingesetzt und soweit es geht alle per Mail mit einem Zweizeiler „Bitte ändern Sie nach TSG §5 Abs(1) meinen Namen auf … “ angeschrieben. Im Anhang war eine Kopie vom PA und vom Beschluss. Eventuell noch eine Kopie des Zeugnisses, welches ich geändert haben wollte.
Die Sportbootführerscheine habe ich formlos schriftlich beantragt, da ich hier Passbilder mitschicken musste. Hier und da, kam noch ein Brief, den ich beatworten musste, bzw. wo ich noch Unterlagen (Originaldokumente, beglaubigte Kopien, …) einreichen musste. Das war es auch schon diesbezüglich.

Bei meiner Bank war ich Vorort und habe dort den Namen ändern lassen und neue Karten beantragt.

Als ich dann nach der OP wieder arbeiten war, habe ich noch auf Arbeit die restlichen Änderungen machen lassen.

Ein Problem gab es nur beim Führerschein, welchen ich beantragt hatte, als ich den richtigen PA abgeholt hatte. Er war einfach nach 3 Monaten noch nicht fertig. Abgeholt habe ich ihn dann letztendlich ein halbes Jahr später (ich hatte vorher einfach eine Lust dort zu erscheinen)


Also alles ziemlich unproblematisch, kein Behördenmarathon.

Liebe Grüße,
Britt

Klaudia.S
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Re: Den Amtsschimmel reiten: Zweite Runde, der Ritt geht weiter

Post 4 im Thema

Beitrag von Klaudia.S » Mi 4. Jul 2018, 16:36

Tatjana_59 hat geschrieben:
Mi 4. Jul 2018, 07:39
Klaudia so wie du das schilderst hattest du nur wirklich die A Karte gezogen und es lief alles wenn nicht gerade schief, doch sehr zäh und schwierig.
......
Hallo Tatjana,
also ich würde jetzt nicht sagen das es nach dem ich den Beschluss in Händen hielt irgend etwas schief lief, die Sache mit dem gesperrten Bankkonto ist ja nicht mir passiert.
Das einige Sachbearbeiter für den ersten Moment überfordert waren ist doch nicht schlimm.

Richtig die A-Karte gezogen hatte ich zu Beginn der VÄ/PÄ als das Gericht meine Zahlung der Kosten verschlampt hat, und daraufhin NICHTS tat. Keine Mahnung oder Erinnerung.
Erst als ich nach über 2 Monaten voller Ungeduld da mal per Telefon danach fragte wie der Stand der Dinge ist hat man den Fehler bemerkt und das Verfahren lief weiter.
Dadurch und weil ich dann aus Zeitmangel weitere 3 Monate gebraucht habe um die noch fehlenden Unterlagen zu beschaffen hat sich das Ganze mindesten um 6 Monate verlängert.
Denn als sie alles hatten ging es eigentlich ganz zügig voran.
Britt hat geschrieben:
Mi 4. Jul 2018, 09:29
......
Also alles ziemlich unproblematisch, kein Behördenmarathon.
......
Hallo Britt,
von "Behördenmarathon" würde ich nicht sprechen.
Es mag sich zwar so lesen als ob ich alles an einem Tag gemacht hätte, es waren immer einige Werktage zwischen jedem Schritt.
Außer PA und Führerschein wo es mir nicht schnell genug gehen konnte habe ich mir eigentlich viel Zeit gelassen.
Speziell bei den Bankkarten habe ich mir sehr viel Zeit gelassen und die zweite erst geändert als bei der ersten alles ok war.
Für meine dritte Bankkarte muss wahrscheinlich meine Frau mit, denn es ist ihr Konto.
Was mich richtig ärgert ist dass man bei verschiedenen Firmen ganz einfach über die Webseite den Nachnamen ändern kann, manchmal sogar ohne jeden Nachweis, die Änderung des Vornamens aber einfach nicht vorgesehen ist.
Es gibt noch viel zu tun aber ich habe vor mir für den Rest Zeit zulassen.

LG Klaudia
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