Leistungen für TS ohne Hormontherapie
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Salmacis
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Leistungen für TS ohne Hormontherapie

Post 1 im Thema

Beitrag von Salmacis » Di 4. Okt 2016, 23:11

Hallo zusammen,

seit ein paar Wochen habe ich es nun schwarz auf weiß - mein psychologisches Gutachten mit dem Ergebnis über eine gestörte Geschlechtsidentität. Ich bin nun also offiziell transsexuell.
Naja, schon lange geahnt und jetzt ist es eben so. Was solls, denn groß was ändern wird sich vorerst nicht. Und genau das ist der Punkt.

Ich lebe in einer "hetero" Beziehung, sprich meine Freundin und ich.
Da wir auch in der Zukunft Kinder möchten, würde ich ungern mit einer Hormontherapie anfangen. Allerdings möchte ich bereits einige Leistungen der Kasse in Anspruch nehmen wie bspw. die Entfernung des Bartes.Nun war ich schon beim Hautarzt und habe zwei Varianten zu hören bekommen:

1. Man muss zuerst die HT anfangen, da sonst die Kasse prinzipiell nicht zahlt. Wenn man trotzdem beantragt und abgelehnt wird, ist man quasi "gezeichnet".
Sprich man sollte erstmal privat in Vorleistung gehen und dann später, wenn man eine HT beginnt, das Ganze beantragen.

2. Man sollte trotzdem beantragen, da dies ein begründeter Sonderfall ist.
Wenn an zuerst anfängt privat zu zahlen, sagt die Kasse, dass man dann das auch zu ende zahlen kann.

Das witzige: Beide Aussagen stammen aus der gleichen Praxis :?: :lol:

Hat jemand Erfahrungen mit der Sache gemacht?
Gibt es da irgendwelche Urteile wann die Kasse was zu zahlen hat?
"Verzweiflung ist keine Todessehnsucht, sondern die Sehnsucht, nicht mehr leben zu müssen." (Erhard Blanck)

Michelle_Engelhardt
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Re: Leistungen für TS ohne Hormontherapie

Post 2 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Mi 5. Okt 2016, 00:49

Hallo Salmacis,

nun der erste gute Tipp.....zahle absolut nichts selber, worauf Du mit der Diagnose F64.0 einen Anspruch auf eine Kassenleistung hast. Klingt vielleicht im Grunde etwas unverschämt, ABER letztenendes zahlst Du dafür Deine Kassenbeiträge (ich gehe mal davon aus, das Du gesetzlich krankenversichert bist). NOCH gilt Transsexualität in Deutschland als Krankheit und wird behandlungsmäßig durch die Krankenkassen abgedeckt (HET, Brustaufbau, GAOP, Nadelepi, usw. Der nächste Tipp bzgl. Bartentfernung ohne entsprechende Hormontherapie ist nicht so ganz astrein, daher besser nur per PN.

Liebe Grüße
Michelle
We all stay skinny as we just won´t eat^^

exuserin-2017-01-16

Re: Leistungen für TS ohne Hormontherapie

Post 3 im Thema

Beitrag von exuserin-2017-01-16 » Mi 5. Okt 2016, 06:10

Hallo Salmacis , es ist nicht unüblich das die Kasse HRT zur Voraussetzung macht. Bei mir wird ein Jahr HRT Nachweisbar gefordert, mit der Begründung das würde das Haarwachstum beeinflussen , was natürlich Blödsinn ist. Eine Entscheidung bei mir steht noch aus (soll heute 5.10. )wieder verhandelt werden 1 Jahr Therapie ist heute um (die Aok verlangt auch ein Jahr Therapie).
Da ich mit dem Bartschatten nicht leben kann, habe ich 6 Behandlungen selber bezahlt ,was viele auch so machen. Der Kampf mit den Kassen zieht sich bisweilen und wer nicht warten kann zahlt halt selber. Bei einer in unserer Gruppe läuft der Laserantrag jetzt schon bei Gericht ,sie weigern sich das zu zahlen und sie hat die Kasse verklagt. Der Witz dabei ist sie hat alles durch, Personenstandsänderung und OP das Lasern bezahlen sie aber nicht !

LG Uta

Salmacis
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Re: Leistungen für TS ohne Hormontherapie

Post 4 im Thema

Beitrag von Salmacis » Mi 5. Okt 2016, 18:56

Ok, naja dann muss ich wohl kämpfen. Mit der ersten Ablehnung rechne ich, das machen die Kassen heutzutage grundsätzlich.
Aber wenn ich die zweite Ablehnung erhalte gehe ich durch alle Instanzen.
Und wenn alles scheitert, zahle ich eben selbst und wechsel die Kasse. Die kriegen immerhin jeden Monat ~700€ Beitrag, da darf ich doch auch mal was verlangen :-\
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Victoria
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Re: Leistungen für TS ohne Hormontherapie

Post 5 im Thema

Beitrag von Victoria » Mi 5. Okt 2016, 18:56

Also Salmacis,

so einfach ist das nicht! Bevor die Epilation genehmigt wird, sollte zumindest schon mal die Vä/Pä beantragt sein!
Die HRT sollte gleichzeitig mit an den Start gegangen sein!
Der MDK ist da sehr zurückhaltend mit vorschnellen Genehmigungen! Er möchte ausschließen, das da eine Fehlentscheidung getroffen wird.
Vom wem ist das Gutachten von deinem Therapeuten oder von zwei unabhängigen Gutachtern, das ist unter anderem für den MDK entscheidend.

Wünsche dir viel Glück

LG
Vicci (flo)
Auf Regen folgt immer Sonnenschein

exuserin-2017-01-16

Re: Leistungen für TS ohne Hormontherapie

Post 6 im Thema

Beitrag von exuserin-2017-01-16 » Mi 5. Okt 2016, 19:10

Hi es darf laut TSG niemand mehr gezwungen werden, die Op machen zu müssen damit der Personenstand geändert werden kann. Das ´bedeutet für mich im Umkehrschluß, das die Kassen kein Recht haben eine HRT zu verlangen, wenn man als Frau mit Genital leben möchte und gleichzeitig aber nicht wie Concitta rumlaufen möchte. Welche Körperverändernden Maßnahmen wir machen lassen, ist alleine unsere Entscheidung. Es kann nicht sein, das Lasern von Hormonen oder Gutachten abhängig gemacht wird. Ich erlebe es ständig das die Sachbearbeiter der AOK keine Ahnung vom TSG haben. Mein Therapeut schüttelt immer nur mit dem Kopf, was für Schreiben mit abenteuerlichen Forderungen ich bekomme. Der größte Teil entspricht nicht den therapeutischen Empfehlungen. Eines ist sicher nichts gefallen lassen ,Fristen einhalten , höflich und sachlich in den Antwortschreiben bleiben und auch den Leidensdruck und negative Erlebnisse mit schildern. Es sitzen schließlich Menschen hinter den Schreibtischen die eventuell auch noch Gefühle haben.
Meine Haare habe ich ohne Probleme genehmigt bekommen. Mal sehen wie es mit dem Widerspruch zum Lasern weiter geht.
LG Uta

Salmacis
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Re: Leistungen für TS ohne Hormontherapie

Post 7 im Thema

Beitrag von Salmacis » Do 6. Okt 2016, 00:01

uta hat geschrieben:Hi es darf laut TSG niemand mehr gezwungen werden, die Op machen zu müssen damit der Personenstand geändert werden kann. Das ´bedeutet für mich im Umkehrschluß, das die Kassen kein Recht haben eine HRT zu verlangen, wenn man als Frau mit Genital leben möchte und gleichzeitig aber nicht wie Concitta rumlaufen möchte. Welche Körperverändernden Maßnahmen wir machen lassen, ist alleine unsere Entscheidung. Es kann nicht sein, das Lasern von Hormonen oder Gutachten abhängig gemacht wird. Ich erlebe es ständig das die Sachbearbeiter der AOK keine Ahnung vom TSG haben. Mein Therapeut schüttelt immer nur mit dem Kopf, was für Schreiben mit abenteuerlichen Forderungen ich bekomme. Der größte Teil entspricht nicht den therapeutischen Empfehlungen. Eines ist sicher nichts gefallen lassen ,Fristen einhalten , höflich und sachlich in den Antwortschreiben bleiben und auch den Leidensdruck und negative Erlebnisse mit schildern. Es sitzen schließlich Menschen hinter den Schreibtischen die eventuell auch noch Gefühle haben.
Meine Haare habe ich ohne Probleme genehmigt bekommen. Mal sehen wie es mit dem Widerspruch zum Lasern weiter geht.
LG Uta
Hallo Uta,

gibt es da schon direkt Urteile zum Thema TSG und was man wie wann beantragen darf muss oder eben nicht? Ich würde mich da gerne drauf berufen.
Aber ja, sachlich und höfflich bleiben bringt einen definitiv weiter als Frust schieben, aber das ist manchmal echt nicht leicht :-\
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Re: Leistungen für TS ohne Hormontherapie

Post 8 im Thema

Beitrag von JaquelineL » Do 6. Okt 2016, 08:12

Hallo ihr Lieben,

nachdem hier schon mehrfach auf das TSG Bezug genommen wurde - ist es wirklich so, dass dort medizinische Leistungen geregelt werden? Ich habe es noch einmal durchgesehen (es ist ja ein recht überschaubarer Text - http://www.gesetze-im-internet.de/tsg/) und bin weiterhin der Meinung, dass das TSG lediglich "VÄ/PÄ" regelt. Krankenkassenleistungen sind ja typischeweise im SGB (Sozialgesetzbuch) geregelt...

Liebe Grüße
Jackie
Today is the first day of the rest of my... forget it.

exuserin-2017-01-16

Re: Leistungen für TS ohne Hormontherapie

Post 9 im Thema

Beitrag von exuserin-2017-01-16 » Do 6. Okt 2016, 09:06

Hallo Salmacis , Google mal bisschen zum Thema Lasern bzw. Antrag Lasern da kommen auch Urteil dazu . Grüße Uta

nicole.f
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Re: Leistungen für TS ohne Hormontherapie

Post 10 im Thema

Beitrag von nicole.f » So 9. Okt 2016, 19:30

Ihr Lieben,

bitte Vorsicht beim Thema angleichende medizinische Maßnahmen und Verfahren nach TSG - diese beiden haben nichts miteinander zu tun. Weder ist ein TSG Verfahren Voraussetzung für irgendwelche angleichenden medizinischen Maßnahmen, noch sind irgendwelche angleichenden medizinischen Maßnahmen Voraussetzung für irgendeinen Teil des TSG Verfahrens.

Für gesetzlich krankenversicherte Personen sind aktuell die Richtlinien des MDS ausschlaggebend und auch Grundlage entsprechender Sozialgerichtsurteile, diese sind hier zu finden:

https://www.mds-ev.de/richtlinienpublik ... inien.html

Auf Seite 20 stehen die Voraussetzungen nach MDS Richtlinien für die Epilationsbehandlung:
Vor der Epilationsbehandlung sind folgende Voraussetzungen wesentlich:
1. Die Diagnose wurde durch einen Psychiater / Psychotherapeuten anhand der diagnostischen
Kriterien überprüft und gesichert.
2. Komorbiditäten (insbesondere psychische) sind ausreichend stabilisiert bzw. ausgeschlossen.
3. Die Behandlung beim Psychiater / Psychotherapeuten wurde nachweisbar in ausreichender
Intensität und Dauer durchgeführt (in der Regel mindestens 12 Monate) und der Therapeut ist
zu dem klinisch begründeten Urteil gekommen, dass die genannten Ziele der psychiatrisch-
psychotherapeutischen Behandlung hinreichend erreicht sind.
4. Der Patient hat das Leben in der gewünschten Geschlechtsrolle erprobt (Alltagstest in der Re-
gel mindestens 12 Monate).
5. Die gegengeschlechtliche Hormonersatztherapie erfolgt, soweit sie nicht medizinisch kontrain-
diziert ist. Kontraindikationen sind im Gutachten darzulegen.
6. Ein krankheitswertiger Leidensdruck liegt vor.
7. Voraussetzungen und Prognose für die geplante geschlechtsangleichende Epilationsbehand-
lung sind positiv. Hierzu gehören insbesondere die Abwägung von Kontraindikationen und der
Nachweis, dass der / die Versicherte über Nebenwirkungen und Risiken der Epilation umfas-
send aufgeklärt ist.
Also, 12 Monate therapeutische Begleitung, Alltagserprobung (wie auch immer diese erfolgt) und die HET soll begonnen sein, eine Zeitdauer steht dort nicht.

Dies sind Richtlinien, d.h. im Einzelfall kann davon, auch stark, abgewichen werden. Die MDKs beurteilen die eingereichten Anträge und sind gehalten, auch auf individuelle Begründungen einzugehen.

Meine Erfahrung ist, dass bevor nicht eine ca. 6 Monate Begleitung stattgefunden hat und diese nicht nachgewiesen werden kann, incl. einer positiven Prognose, solange wird eine Kasse / MDK gar nichts genehmigen. Eine Epilation ist ein langwieriger und teurer Prozess, entsprechend zurückhaltend sind die Kassen hier auch mir der Genehmigung.

Schön finde ich das alles nicht, ich möchte das Vorgehen hiermit sicherlich nicht gutheißen! Aber so sieht es aktuell eben aus.

Der Zusammenhang zwischen HET und Bartwuchs in den Richtlinien ist völliger Mumpitz, doch dagegen ist schwer zu argumentieren. Zumindest kenne ich keine anständigen Studien, die das Gegenteil belegen würden, daher wird man das kaum entkräften können.

Um das Ganze etwas zu beschleunigen, könnte vielleicht der_die Therapeut_in helfen. Wenn bspw. schriftlich ausführlich bescheinigt würde, dass ein positives Erleben während der ebenfalls geforderten Alltagserprobung im speziellen Einzelfall vor einer Epilationsbehandlung auf Grund des starken Bartschattens keinesfall gewährleistet werden könnte. Ggf. müsste man sich dann auch darauf einstellen, den "starken Bartschatten" auch nachweisen zu müssen.

Das Thema Reproduktionsfähigkeit wird aktuell auch immer wieder diskutiert und ist Gegenstand einiger Paper. Streng genommen greifen diese Richtlinien durch die Vorschrift der HET vor Epilation, ohne die Notwendigkeit substantiell begründen zu können, in ein Grundrecht der Person ein, nämlich in das Recht auf Reproduktion. Die aktuellen Richtlinien, die zurückgehen auf eine Veröffentlichung von Sophinette Becker et.al von 1997 (http://sexualmedizin-kiel.net/ANL15.pdf) gehen hierauf überhaupt nicht ein. Man ging und geht stillschweigend davon aus, dass trans* Personen, die eine medizinische Angleichung anstreben, ihre Unfruchtbarkeit billigend in Kauf nehmen.

Doch dies ist mitnichten immer der Fall und immer mehr werden Forderungen laut, dass auch ein Recht auf leibliche Nachkommen durchgesetzt werden muss, auch in Bezug auf medizinische angleichende Maßnahmen. Dies könnte z.B. durch ein einfrieren von Samen- bzw. Eizellen erfolgen oder eben durch einen Erhalt der Gonaden bei angleichenden chirurgischen Maßnahmen, die später ggf. hormonell wieder angeregt und in Funktion gebracht werden können, wenn ein Kinderwunsch besteht. Bestes Beispiel hierfür sind die diversen schwangeren trans* Männer, die im letzten und diesem Jahr in den Medien waren. Großartig!

Also, Richtlinien sind Richtlinien und keine Gesetze. Wenn dort etwas steht, was für einen selbst nicht passt, dann nicht sofort aufgeben, sondern wohl begründete Anträge stellen und ggf. auch mehrfache Widersprüche. Wichtig dabei ist, das Anliegen gut zu begründen, am besten auch mit Quellen für Studien und Ähnlichem, sowie "Belegen" durch schriftliche Äußerungen bspw. vom eigenen Therapeut_in oder anderen Fachpersonen, die einen kennen.

Liebe Grüße
nicole
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Re: Leistungen für TS ohne Hormontherapie

Post 11 im Thema

Beitrag von JaquelineL » Mo 10. Okt 2016, 23:19

Hallo Nicole,

da Du so explizit auf die GKVen Bezug genommen hattest - befürchte ich zurecht, dass im Fall der PKVen vor allem die Rechtsprechung (und in Einzelfall die Vorlage des individuellen Falles bei Gericht) das Maß der Dinge ist? Oder ist dort im Fall von (diagnostizierter) TS mittlerweile eine Bewertung durch eine Art "MDK" (der MDK ist ja für die GKVen, daher die Anführungszeichen - für Pflegethemen/PKV gibt es bspw. mittlerweile MEDICPROOF) hinreichende Entscheidungsgrundlage?

Liebe Grüße
Jackie
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Re: Leistungen für TS ohne Hormontherapie

Post 12 im Thema

Beitrag von Salmacis » Di 11. Okt 2016, 13:36

Ok mir sausen die AUgen und Ohren....
ARD, ZDF, C&A
BRD, DDR und USA
Ich verliere etwas den Überblick bei allen Kürzeln und wer jetzt wo was beurteilt und auf wesen Grundlage.

Ganz kurz: Lohnt es sich zu kämpfen um eine Bartepilation ohne Hormontherapie auf Kosten der Krankenkasse anfangen zu dürfen oder nicht? :?:
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Re: Leistungen für TS ohne Hormontherapie

Post 13 im Thema

Beitrag von nicole.f » Di 11. Okt 2016, 14:41

Oh, tut mir leid. Die ganz kurze Antwort: Ja, ich würde es probieren.
Das Ganze muss etwas begründet werden und dabei sollte dann eine Person unterstützen, die sich mit den "Abkürzungen" etwas auskennt. Das kann ein_e anständige_r Therapeut_in sein oder ein_e Berater_in. Wenn Du keine Person in der Nähe hast, kann ich das auch gerne machen, dann aber nicht hier im Forum. Wie gut die Chancen dafür stehen, nuja, schwer einzuschätzen. Aber ich bin davon überzeugt, dass sie nicht Null sind, daher lohnt es sich voraussichtlich schon, denke ich, dafür etwas zu kämpfen, solange der Aufwand moderat bleibt.

Liebe Grüße
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Re: Leistungen für TS ohne Hormontherapie

Post 14 im Thema

Beitrag von nicole.f » Mi 12. Okt 2016, 22:56

JaquelineL hat geschrieben:Hallo Nicole,

da Du so explizit auf die GKVen Bezug genommen hattest - befürchte ich zurecht, dass im Fall der PKVen vor allem die Rechtsprechung (und in Einzelfall die Vorlage des individuellen Falles bei Gericht) das Maß der Dinge ist? Oder ist dort im Fall von (diagnostizierter) TS mittlerweile eine Bewertung durch eine Art "MDK" (der MDK ist ja für die GKVen, daher die Anführungszeichen - für Pflegethemen/PKV gibt es bspw. mittlerweile MEDICPROOF) hinreichende Entscheidungsgrundlage?

Liebe Grüße
Jackie
Hier muss ich gestehen, dass ich keinerlei Ahnung habe, wie die privaten KVen reguliert sind. Kann man eine PKV überhaupt verklagen? Ist das nicht (fast) alles eine Frage des individuellen Vertrages und Tarifs? Es gibt irgendwelche Mindestleistungen, vermutlich, doch wodurch sind die bestimmt?

Ich weiß nur aus einigen Erfahrungen, dass viele PKVen mit trans* recht pragmatisch umgehen. Doch warum, wieso, weshalb weiß ich leider nicht.

Liebe Grüße
nicole
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Re: Leistungen für TS ohne Hormontherapie

Post 15 im Thema

Beitrag von ab08 » Mi 12. Okt 2016, 23:23

Hallo Nicole,

Zitat: "Ich weiß nur aus einigen Erfahrungen, dass viele PKVen mit trans* recht pragmatisch umgehen. Doch warum, wieso, weshalb weiß ich leider nicht."
Als privat Versicherte vermute/ spekulier ich mal --> Hat eventuell mit "Kundenbindung" solventer Kunden zu tun.
Ich zahlte über die Jahre stets deutlich mehr ein, als ich von der KK zurück erhielt. Manche Rechnungen (z.B. Laserepilation) reichte ich von vornherein nicht ein, sondern zahlte selbst.
Als ich mich dann über die Nichtanerkennung der Logopädie beschwerte (Bei mir Leukoplakie auf den Stimmbändern!) gaben sie schnell nach.

Liebe Grüße
Andrea
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz

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