FORUMTREFFEN 2015 BERICHTE UND BILDER
FORUMTREFFEN 2015 BERICHTE UND BILDER - # 2

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Anne-Mette
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Re: FORUMTREFFEN 2015 BERICHTE UND BILDER

Post 16 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Fr 22. Mai 2015, 14:55

Moin,

hier nun der Text als pdf-Dokument: http://www.crossdresser-forum.de/info-p ... erapie.pdf

Gruß
Anne-Mette

Vivian Cologne
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Re: FORUMTREFFEN 2015 BERICHTE UND BILDER

Post 17 im Thema

Beitrag von Vivian Cologne » Di 26. Mai 2015, 19:00

Ach ja, ich wollte ja noch ein paar Zeilen zum Workshop "Für eine feminine Stimme" schreiben.

Tina ist in der Ausbildung zur Logopädin und selbst Transfrau. Sie hat uns einen knapp dreistündigen Überblick gegeben, was möglich ist und wie wir es angehen können, wenn wir unsere Stimme verändern möchten.

In der kurzen Vorstellunsgrunde wurde klar, wie unterschiedlich unsere Motivationen sind. Ich stelle fest: Je mehr ich im Alltag angekommen bin, umso mehr stört es mich, am Telefon oder beim Gespräch "falsch gelesen zu werden". Andere möchten ihre männliche Stimme behalten und suchen nach einer Möglichkeit, auch einmal weiblicher zu sprechen.

Tina hat uns viel Theoretisches nahe gebracht und uns erste Übungen gezeigt, wie wir unsere Stimme lockern können, quasi warmmachen und vorbereiten für eine mögliche Anpassung der Tonhöhe. Hier gilt: Weniger ist mehr! Zu viel Anstrengung kann auch schaden.

Schnell merkten wir, dass die Höhe der Stimme nicht alles ist. Es gibt geschlechtstypisches Verhalten beim Sprechen, keine Frage. Rhythmus und Melodie, Stimmvariabilität, aber auch Gestik und Mimik bestimmen in hohem Maße, wie wir wahrgenommen werden. Wollen wir damit überhaupt den weiblichen Gesamteindruck unterstützen und auch so für eindeutige Wahrnehmung sorgen? Ich würde dies eindeutig bejahen, aber die Geschmäcker sind verschieden.

Generell gilt, wie Tina erklärte: Auch im Selbststudium ist viel machbar, es gibt Anleitungen und Video-Tutorials zuhauf, aber die Kontrolle durch einen anderen Menschen ist durch nichts zu ersetzen. Das kann ein Logopäde sein, aber auch eine Freundin oder ein Freund. Und die Selbstkontrolle mit Smartphone oder Videokamera bringt auch viel, sobald wir uns an den fremden Klang der eigenen Stimme gewöhnt haben. Als ersten Schritt empfiehlt Tina, die Kopfstimme zu trainieren, um dann von diesen hohen Tönen langsam in natürlichere Ebenen hinabzusteigen. Auch hier gilt, vorsichtig zu sein und nicht zu überziehen. Insgesamt ist bei der Stimme langer Atem vonnöten. Drei bis fünf jahre dauert es schon, bis der weibliche Stimmenindruck gut rüberkommt. Tina hat uns eindrucksvoll gezeigt, mit welcher Ausgangsstimme sie früher gesprochen hat. Sie benutzt sie praktisch nur noch zur Demonstration. Ich bin ganz schön neidisch geworden.

Tinas Resümee: Im Lauf der Zeit kommt bei vielen Transfrauen ein annähernd femininer Klang von ganz allein, schon durch Gewöhnung und Anpassung an Freundinnen. Sie findet, eine solche "transweibliche" Stimme sei doch auch cool - wir müssen schließlich nicht alle wie Barbie klingen, die meisten sehen ja auch nicht so aus. Und: Singen, ob allein oder im Chor, hilft, die Stimme bewust einzusetzen und mir ihr zu spielen.

Zum Schluss noch zwei Video-Tipps von Tina:

https://youtu.be/W2eotG2F9r8
https://youtu.be/s7qSJ19f_QU

Darüber hinaus gibt es Tutorials wie Sand am Meer. Einfach mal die entsprechenden Suchbegriffe eingeben.

Wer auf die Logopädie setzt, sollte sich mal mit Freundinnen kurzschließen, ob die in der Region Spezialisten kennen. Ich bin in Köln bei Birgit Lange, sie kennt sich offensichtlich bestens aus. Für Fragen stehe ich natürlich zur Verfügung.

Vivian

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