Harte Strafe für schwulenfeindliche Prügel in der Berliner U-Bahn
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Anne-Mette
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Harte Strafe für schwulenfeindliche Prügel in der Berliner U-Bahn

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

hier kann der Bericht gelesen werden: https://www.ggg.at/2021/05/04/harte-str ... -212307009

Gruß
Anne-Mette
Monique CD
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Re: Harte Strafe für schwulenfeindliche Prügel in der Berliner U-Bahn

Post 2 im Thema

Beitrag von Monique CD »

Ich kann das Strafmaß nicht nachvollziehen. Eine Bewährungsstrafe wegen vorsätzlicher Körperverletzung und eine lächerliche Summe, für ein gebrochenes Nasenbein. Die Opfer leiden psychisch nach solchen Erlebnisse mitunter ein Leben lang.
upmann5
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Re: Harte Strafe für schwulenfeindliche Prügel in der Berliner U-Bahn

Post 3 im Thema

Beitrag von upmann5 »

Für eine schwere Körperverletzung finde ich eine Bewährungsstrafe zu gering, zumal es sich um einen Wiederholungstäter handelt. Abgesehen davon ist der Grund vollkommen inakzeptabel.
Jasmine
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Re: Harte Strafe für schwulenfeindliche Prügel in der Berliner U-Bahn

Post 4 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Zitat aus dem Artikel:
Ich verliere zu schnell die Nerven, wenn ich mich bedrängt fühle“, so der Angeklagte, der auch zugegeben hatte, während dem Vorfall einem der Männer mit dem Ausstechen der Augen gedroht zu haben.

Das Urteil empfinde ich für einen Wiederholungstäter als zu milde. Wenn er dann auch noch sagt: Er erklärte während des Verfahrens, dass er nichts gegen Homo- oder Transsexuelle habe und seine Äußerungen „scherzhaft“ gemeint habe.

Das halte ich für eine vorgeschobene Behauptung. Ich sehe es eher so das er aus niederen Beweggründen provozieren wollte. Hier wäre eine klare und harte Linie von Seiten des Staates gefragt, wenn er sich auf die Fahne schreibt: Minderheiten zu schützen.

Liebe Grüße Jasmine
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Engelchen
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Re: Harte Strafe für schwulenfeindliche Prügel in der Berliner U-Bahn

Post 5 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Solange solche Urteile fallen wird sich nichts ändern...

Lisa
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Anne-Mette
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Re: Harte Strafe für schwulenfeindliche Prügel in der Berliner U-Bahn

Post 6 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin;

wir sollten auch die Einzelheiten berücksichtigen:

Bewährung, Schadenersatz und Anti-Gewalt-Training

Das "Anti-Gewalt-Training" ist sicherlich erfolgversprechender als eine Haftstrafe; denn es geht doch darum, den Menschen von weiteren Handlungen dieser Art abzubringen - und zwar möglichst durch Lernen und Einsicht
und nicht durch Wegsperren.
Das Training wird hoffentlich dazu führen, dass er aufkommende Gefühle, die in Richtung Gewalt gehen, besser verarbeiten kann und für den Abbau andere Mittel und Wege findet.

Gruß
Anne-Mette
Jasmine
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Re: Harte Strafe für schwulenfeindliche Prügel in der Berliner U-Bahn

Post 7 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Ich sehe im Strafvollzug ohnehin Mängel. Einfach nur Wegsperren halte ich ohnehin nicht für sinnvoll. Vielmehr wäre doch eine Haftstrafe verbunden mit Arbeiten zum Beispiel in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Behindertenheimen usw. eine Alternative. Das ganze könnte doch als Ausbildung oder Anlern-Tätigkeit sinnvoll sein. So könnten Täter der Gesellschaft wieder etwas zurückgeben. Daneben eine psychologische Betreuung, würde das nicht mehr Sinn machen?
Liebe Grüße Jasmine
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Re: Harte Strafe für schwulenfeindliche Prügel in der Berliner U-Bahn

Post 8 im Thema

Beitrag von Monique CD »

Welche Einzelheiten berücksichtigen?

Das Herr Omar El.-Z. (25) seine menschenverachtende Haltung verbal kundgetan und diese gewaltsam zum Ausdruck gebracht hat?
6 Monate zuvor hatte Omar El.-Z. bereits eine Bewährungsstrafe erhalten. Auch dabei ging es um eine Gewalttat im öffentlichen Nahverkehr.

Der Wunschgedanke, dass durch ein Anti-Gewalt-Training die Aggressionen, welche sicher durch eine weltanschauliche Denkweise vermittelt wurden, geringer werden oder bestenfalls ganz verschwinden, wird wohl in den meisten Fällen ein Wunsch bleiben, so meine Vermutung.

Und wenn dieses Anti-Gewalt-Training als Hilfe für den Täter betrachtet werden kann, stellt sich mir die Frage, ob den Opfern auch Hilfe angeboten wird?

Derartige Erlebnisse können bei Menschen unter anderem Angst, Schlafstörungen, Depressivität hervorrufen. Die weiteren Folgen, die wiederrum daraus entstehen können, kann sich sicher jeder hier vorstellen.

Die Tatsache, dass man in Deutschland nur noch mit der sprichwörtlichen "Stillen Ecke" und dem "Morgenkreis" versucht, vor allem religiös motivierten Straftaten vorzubeugen oder derartige Straftäter damit zu resozialisieren hat dazu geführt, dass unsere Rechtsverfolger und -verteidiger nicht mehr ernst genommen werden.
Straftätern drohen hierzulande kaum Konsequenzen. Unser Anspruch, Menschen mit Therapien und Dialog zu besseren Menschen zu machen, ist löblich, scheitert aber stets und ständig. Vor allem diejenigen, die wie wir um Loyalität und Akzeptanz kämpfen, haben zunehmend unter Anfeindungen und Übergriffen zu leiden.
Dabei fällt mir spontan der tödliche Übergriff auf ein schwules Paar in Dresden ein. Ein 21-jähriger mit radikal-islamischer Gesinnung, der bereits 2017 als islamistischer Gefährder eingestuft worden war, tötete einen der beiden und bedauerte vor Gericht lediglich, dass er den zweiten Mann nicht auch umbringen konnte. Der Täter war zu diesem Zeitpunkt gerade erst 5 Tage aus einer Haft entlassen worden, die er 2018 antreten musste.

In der Zeit nahm er an einem Programm zur Deradikalisierung teil, was aber offensichtlich nicht fruchtete.

Hier helfen aus meiner Sicht nur wirkliche Strafen oder die umgehende Abschiebung ins Herkunftsland, Maßnahmen, die als Abschreckung auch ernst genommen werden. Menschen, die aus religösen Motiven handeln, können in ihrem Denken nicht durch Therapien umerzogen werden.
MichiWell
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Re: Harte Strafe für schwulenfeindliche Prügel in der Berliner U-Bahn

Post 9 im Thema

Beitrag von MichiWell »

Anne-Mette hat geschrieben: Mi 5. Mai 2021, 10:24 Das "Anti-Gewalt-Training" ist sicherlich erfolgversprechender als eine Haftstrafe; denn es geht doch darum, den Menschen von weiteren Handlungen dieser Art abzubringen - und zwar möglichst durch Lernen und Einsicht
und nicht durch Wegsperren.
Da bin ich auf jeden Fall bei dir. Allerdings sollte solch ein Anti-Gewalt-Training bereits viel früher vom Gericht angeordnet werden. Ich bin ganz sicher kein Vertreter der Fraktion "alles wegsperren, und das möglichst lange", aber bei einem Mehrfach-Täter müssen schon deutlicher die Grenzen aufgezeigt werden, zumal dieser hier erst kurz vor der Tat zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde, und wo nun sicherlich die Haftstrafe fällig wird, da er ja wieder straffällig geworden ist.

Ein sehr großes Problem sehe ich darin, dass von der Tat bis zur Verhandlung und Verurteilung viel zu viel Zeit verstreicht, und so jegliches Unrechtsbewusstsein ausgelöscht wird. Schlimmstenfalls tritt sogar Verjährung ein, weil das Gericht nicht in die Pötte kommt.

Strafe muss möglichst "auf dem Fuße" folgen. Sonst bringt sie nichts. Eine späte Bestrafung wird dann nur noch als Willkür empfunden.
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