Als intersexueller Mensch,Transgender oder Crossdresser an Grenzen kommen

Ich habe gebohrt - und genau einen Nerv getroffen! - und bin an Grenzen gekommen


Ja, damals war's und lange ist es her - und doch sind einige Kernsätze immer noch gültig: Inzwischen gibt es kaum noch persönliche Grenzen, eher bewege ich mich als intersexuelle Mensch im Grenzgebiet zwischen Mann und Frau, wobei das Pendel sehr viel weiter in Richtung "weiblich" ausschlägt und "männlich" zurücktritt.
Das "kaum noch" müsste ich allerdings durch "keine" ersetzen, aber zurück zum Thema:

Ich habe natürlich nicht gebohrt - und bin trotzdem auf einen Nerv gestoßen und es gab erst einmal ein laut und vernehmliches "AUA!"

Strandleben August 2012

Alles entstand aus einem Scherz. Meine Frau sagte mir heute am Strand, sie möchte etwas weniger Bauch. Zuhause wieder angekommen streichelte ich über ihren Bauch und sagte im Scherz: "Ich nehme Dir etwas Bauch ab, aber dann möchte ich auch etwas Busen!"
Oha, ihre Blicke verfinsterten sich. "Ich habe ja nun einiges hingenommen, aber das muss es doch nun wirklich nicht sein. ... dann musst Du dich entscheiden!"
Später hat sie einiges relativiert und nach etwas Überlegung und darüber sprechen "akzeptiert" sie meine Röcke, Kleider, Schuhe, Unterwäsche - aber mehr sollte es nun doch nicht sein; das mochte sie damals nicht.

Sie fragte mich, ob ich Hormone nehmen möchte und sagte mir, dann würde ich wirklich in "meine Gruppe" gehören. Ich will auch als intersexueller Mensch "zwischen den Geschlechtern" bleiben, bin nicht auf "einem Weg ins Gegengeschlecht" Ich habe es so beschrieben: ich wünsche mir schon mehr Busen, möchte aber alle meine Körperteile behalten. Ich drückte es so aus: manche Mädchen wünschen sich, Prinzessin zu sein oder Tänzerin oder...
Es ist ein "geheimer Wunsch". Das konnte sie nicht nachvollziehen; leider wollte sie auch nie Prinzessin sein ;-)
Allerdings wünsche ich mir mehr Akzeptanz für intersexuelle Menschen, wünsche mir z.B. dass ich die "geschlechtsbezogenen Räume" beim Schwimmen oder Duschen so nutzen kann, wie es mir richtig erscheint. Oftmals habe ich allerdings das Gefühl, dass ich mich wohl leider mehr entscheiden muss, und mir "amtlich" bestätigen lassen muss, dass ich "als Frau" lebe. Im höheren Alter fehlt mir (Lebens)Zeit, weiterhin ein Leben "zwischen den Geschlechtern" oder "in beiden Geschlechtern" zu führen, ganz zu schweigen von einem Leben in der "3. Option". Zu viele Einschränkungen bestehen noch. Ich werde weiterhin dafür kämpfen, dass diese Einschränkungen und Behinderungen eines Tages nicht mehr bestehen; aber dafür brauche ich das Gefühl, dass meine persönlichen Angelegenheiten hinsichtlich des richtigen Geschlechtseintrages geregelt sind.
Das ist auch für die korrekte Eintragung in den Registern wichtig, z.B. für die richtige Rentenversicherungsnummer.


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