Transsexuelle: Dänisches Gesetz tritt mit Jahreswechsel in Kraft
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Anne-Mette
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Transsexuelle: Dänisches Gesetz tritt mit Jahreswechsel in Kraft

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Fr 30. Dez 2016, 15:49

Moin,

Umsetzung in Dänemark: Transgender nicht mehr "geisteskrank".

http://www.ggg.at/2016/12/30/daenemark- ... steskrank/

Gruß
Anne-Mette



Anne-Mette
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Re: Transsexuelle: Dänisches Gesetz tritt mit Jahreswechsel in Kraft

Post 2 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mo 2. Jan 2017, 23:08

Moin,

hier ein Artikel des SHZ zum Thema: http://www.shz.de/deutschland-welt/daen ... 28926.html

Besonders gut finde ich ihn nicht, glaube auch kaum, dass der Lili-Elbe Film große Impulse gegeben hat...

Aber - so richtig in der Praxis haben die Menschen von dem dänischen Vorstoß nichts; denn das hat uns ein Mitstreiter aus Dänemark bestätigt:

Dennoch müssen Transsexuelle Frauen und Männer lange psychiatrische Untersuchungen über sich ergehen lassen, bevor sie Hormonbehandlungen oder eine Geschlechtsumwandlungs-Operation bewilligt bekommen. Und dies sei ein Problem, meint Amnesty International. Es habe zwar großen Symbolwert, dass der Status als Krankheit nun abgeschafft sei, doch „es ist sehr sehr wichtig, dass dem auch Rechte folgen“, so Amnesty-Sprecherin Helle Jacobsen.

Auch aus Österreich gab es einen Kommentar zum dänischen Vorstoß: http://orf.at/stories/2373464/

Gruß
Anne-Mette

MichiWell
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Re: Transsexuelle: Dänisches Gesetz tritt mit Jahreswechsel in Kraft

Post 3 im Thema

Beitrag von MichiWell » Di 3. Jan 2017, 02:00

Mit der Abschaffung des Status "Krankheit" sehe ich die Gefahr, dass die Krankenkassen künftig die Übernahme der Behandlungskosten konsequent verweigern werden.

Grüße
Michi
Ich will nicht in Würde alt werden,ich weiß ja noch nicht mal wo das liegt! :D

Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie. (Aldous Huxley)

Jalana
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Re: Transsexuelle: Dänisches Gesetz tritt mit Jahreswechsel in Kraft

Post 4 im Thema

Beitrag von Jalana » Di 3. Jan 2017, 17:11

Auch Spiehel-Online setzt sich mit dem Thema auseinander:

http://www.spiegel.de/gesundheit/psycho ... 28421.html

LG
Jalana
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Re: Transsexuelle: Dänisches Gesetz tritt mit Jahreswechsel in Kraft

Post 5 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Di 3. Jan 2017, 18:11

MichiWell hat geschrieben:Mit der Abschaffung des Status "Krankheit" sehe ich die Gefahr, dass die Krankenkassen künftig die Übernahme der Behandlungskosten konsequent verweigern werden.
Na ja, Schwangere sind ja auch nicht krank und trotzdem werden die Kosten, die im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft/Entbindung entstehen, übernommen. Es muss halt sicher gestellt sein - am besten gesetzlich geregelt -, dass die im Zusammenhang mit trans* entstehenden Kosten ebenso gehandhabt werden. Da muss der Gesetzgeber sich mit den entsprechenden Spitzenverbänden zusammen- und auseinandersetzen. Selbstverständlich nur unter Beteiligung "unserer" Interessenvertretungen (z. B. BV Trans*), denn es muss nicht nur für uns, sondern mit uns eine Lösung gefunden werden. Dass diese Lösung sogar noch ein diskriminierungsfreies und selbstbestimmtes Verfahren beinhalten muss, dürfte dann wohl als i-Tüpfelchen selbstverständlich sein.
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

Anne-Mette
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Re: Transsexuelle: Dänisches Gesetz tritt mit Jahreswechsel in Kraft

Post 6 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mi 4. Jan 2017, 08:39

Moin,

hier kommt noch ein Kommentar von der taz: http://www.taz.de/!5370561/

Gruß
Anne-Mette

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Re: Transsexuelle: Dänisches Gesetz tritt mit Jahreswechsel in Kraft

Post 7 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Mi 4. Jan 2017, 09:02

Moin,

...also ich habe mich eh nie Geisteskrank gefühlt, aber eine Abschaffung des 64.0 Tatbestandes in Deutschland wird hier sicher die Kostenübernahmediskussion beflügeln, sofern diese dann überhaupt noch sachlich geführt werden kann. Wir werden sehen...

Gruß, Ulrike-Marisa

Anne-Mette
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Re: Transsexuelle: Dänisches Gesetz tritt mit Jahreswechsel in Kraft

Post 8 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mi 4. Jan 2017, 09:09

Moin,

dazu sollte man den letzten Satz des taz-Artikels lesen. Verhandlungen über eine Reform unseres TSG gehen auch in die Richtung, dass weiterhin Behandlungskosten übernommen werden.
Auch unser dänischer Mitstreiter hat bestätigt, dass sich in seinem Land an den anderen Einzelheiten des Verfahrens nichts ändert.
Weiterhin hat er mehrmals betont, dass eine Transition auch in Dänemark nicht einfach ist, sondern kompliziert, aufwändig und teilweise diskriminierend.
Da wird die Streichung im Katalog der Krankheiten nichts/wenig daran ändern.

Gruß
Anne-Mette

MichiWell
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Re: Transsexuelle: Dänisches Gesetz tritt mit Jahreswechsel in Kraft

Post 9 im Thema

Beitrag von MichiWell » Mi 4. Jan 2017, 10:10

Hallo Svetlana,

im Interesse der Betroffenen hoffe ich auch sehr, dass das Problem vollumfänglich bedacht wird. Anne-Mette hat den Beitrag der TAZ verlinkt, in dem steht, dass Dänemark das wohl geregelt hat.
Ich kann mich freilich nur auf Deutschland beziehen, wenn ich immer wieder höre, dass Betroffene bei ihren Krankenkassen um die Übernahme der Kosten kämpfen müssen, dann sind meine Bedenken anscheinend nicht unbegründet. Freillich kann man hergehen und sagen, sollen sie doch die Kostenübernahme einklagen. Aber ich finde es menschenunwürdig, dass man den Betroffenen in ihrer Situation auf diese Weise auch noch zusätzliche Steine in den Weg legt, und anscheinend ist die Rechtslage unsicher genug, dass die Krankenkassen solche Spielchen mit ihrer "Kundschaft" trauen können. Warum also sollte man einfach so davon ausgehen, dass es mit der Abschaffung des Krankheits-Status keine Verschlechterung der Situation mit sich bringen wird? Ich kenne Deutschland und seinen Paragraphen-Dschungel, und ich kenne auch andere Fälle neben TS, wo sich die Krankenkassen um Kostenübernahme drücken. Ich will nicht in die Details gehen, aber die Begründung geht da etwa so in der Art: So lange sie sich mit der (extrem teuren) Spezialnahrung ernähren, werden sie ja nicht krank. Deswegen müssen wir da auch nicht zahlen. Isst die betroffene Person aber keine Spezialnahrung, weil sie sich diese nicht leisten kann, und muss deswegen monatelang ins Krankenhaus, dann zahlt die Kasse den stationären Aufenthalt. - Das ist doch krank.

Liebe Grüße
Michi
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Re: Transsexuelle: Dänisches Gesetz tritt mit Jahreswechsel in Kraft

Post 10 im Thema

Beitrag von ellenlegrelle » So 8. Jan 2017, 23:53

Derzeit ist es in Deutschland so, dass es immer mehr Fälle von Trans* Menschen gibt, welche sie einer OP unterziehen möchten. Und das wird für die Kassen natürlich langsam verdammt teuer, daher versuchen die alles an Hürden aufzufahren was nur geht. Eine reine Diagnose F64.0 reicht denen meist schon nicht mehr, da muss schon ein G noch hinterstehen, damit die sich überhaupt bewegen.
Das beste wäre es, wenn Transidentität als Geburtsfehler anerkannt würde, denn sobald die psychische Störung abgeschafft wird, was die Kassen ja liebend gerne wollen, steht die Kostenfrage im Raum. Wenn es keine Krankheit ist, brauchen die Kassen ja nicht zahlen, wer aber dann? Die allermeisten Betroffenen können sich die OP nicht leisten und was ist mit den Hormonen vorher? Nach der OP werden die von den Kassen übernommen, weil sie lebensnotwendig sind, aber vorher sind sie es nicht. Und wieder die Frage, wer zahlt? Eine GA kostet hier im Land etwa 15000,-€, wenn alles gut geht, dann eventuell noch der Brustaufbau für 4000,- obendrauf. Wer hat also mal eben 20000Euro über?
Darum sollten wir hoffen, wenn die psychische Störung abgeschafft wird, es dann einen adäquaten Ersatz gibt, sonst sieht die Zukunft für Trans* Menschen sehr düster aus.
Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.
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Re: Transsexuelle: Dänisches Gesetz tritt mit Jahreswechsel in Kraft

Post 11 im Thema

Beitrag von Lina » So 15. Jan 2017, 22:55

Die idealisierung von Dänemart in zusammenhang mit TG hat mich sowieso immer gewundert. Gut, jetzt hat man endlich ein neues Gesetz. Man hat tatsächlich ENDLICH ein Gesetz, das sich mit TG befasst. Das bisherige Gesetz befasste sich lediglich mit Kastration von Männern - ursprünglich für die "Neutralisierung" von Sexualverbrechern gedacht.

Immer noch ist eine Sache unverändert: In Praxis hat eine einzige Klinik ein Monopol auf die Behandlung von Transsexuellen und damit auch auf die notwendigen Voruntersuchungen und die Genehmigung von HRT und GAOP. Die Genehmigunt ist natürlich immer noch benötigt, egal ob nun die öffenliche Krankenversicherung bezahlt oder nicht. Wenn die dortigen Experten und "Experten" entschieden haben, gibt es keine Adresse um eine Second Opinion zu holen. Wenn jemand die dortigen Behandler nicht mag, gibt es auch keine alternative außer den Wonsitz ins Ausland zu verlegen.

Ich habe nicht den Eindruck bis jetzt bekommen, dass TGs in Dänemark das wirklich gut finden.

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