Besuch beim Psychotherapeuten?
Besuch beim Psychotherapeuten? - # 2

Hilfe und Selbsthilfe
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nicole.f
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Re: Besuch beim Psychotherapeuten?

Post 16 im Thema

Beitrag von nicole.f » Do 6. Nov 2014, 17:10

Hallo Marie... und andere, die vor diese Entscheidung stehen...

Zuallererst: Keine Angst!
Vor allem nicht vor/bei einem Therapeuten. Vor einem Besuch bei einem Psychiater sollte man das schon haben, wobei Angst da auch nicht richtig gesagt ist, sagen wir mal eher Respekt, denn Psychiater ist schon eine Nummer härter als ein Psychotherapeut.

Therapeuten, gerade in unserem Fall, sind allenfalls Helfer für uns. Sie können uns nichts bestätigen oder verneinen und sie können uns auch nicht durch eine wie auch immer geartete Therapie davon abbringen. Ein guter Therapeut wird auch weder das eine noch das andere jemals versuchen.

Ein Therapeut hilft uns, uns selbst zu erkennen und mit dieser Erkenntnis umzugehen. Erkennen müssen wir uns aber nach wie vor selbst. Fast jegliche Form von Trans* ist eine Selbstdiagnose und Transsexualität ist definitiv eine solche. Ein Therapeut kann nur durch mehr oder weniger gezieltes Fragen und Hinterfragen unsere eigenen Denkprozesse unterstützen. Aus den Antworten kann er vielleicht, das hängt von den Antworten ab, eine sog. Differentialdiagnostik machen und andere mögliche Ursachen des Wunsches ausschließen. Bleibt am Ende immernoch Transsexualität übrig und deckt sich dies mit der Selbstdiagnose, dann ist damit die Diagnose gesichert. Mehr kann er dafür nicht tun. Es gibt keine schlüssigen Tests oder Fangfragen und auch die Liste der Ausschlusskriterien ist in den letzten Jahren deutlich kürzer geworden. Wo früher z.B. noch jede Art eines erotischen Empfindens sofort zum Ausschluss von Transsexualität führte, sind viele heute deutlich offener und hinterfragen dies viel stärker. Wie alles sind auch diese Kriterien im Wandel. Und das ist auch gut so. Viele Betroffene haben sich in der Vergangenheit vor ihrem Therapeuten verbogen und gelogen, um die bekannten Ausschlusskriterien bewusst zu vermeiden. Das kann aber nicht im Sinne eines Vertrauensverhältnisses zwischen Therapeut und Klient sein und beeinflusst damit negativ die Hilfsmöglichkeiten.

Man sollte den Therapeuten also nicht als so eine Art Tor-Wächter verstehen, den man von etwas überzeugen müsse, um an den heiligen Gral von Maßnahmen (Hormone, OP etc.) zu kommen. Es kann nicht das Ziel sein, den Therapeuten von etwas überzeugen zu wollen. Schlussendlich belügt man sich dabei vielleicht sogar selbst und endet einige Monate später vor dem Scherbenhaufen der eigenen Existenz.

Das Problem mit den Therapeuten ist, dass nur wenige Trans* Erfahrung und Expertise besitzen. Und selbst von denen sind dann auch noch einige schlicht unfähig, uns gut genug zu hinterfragen, um die richtigen Denk- und Erkenntnisprozesse anzustoßen. Meiner war z.B. so einer und ihn könnte ich nicht empfehlen, wenn man sich selbst noch nicht sicher ist und Hilfe dabei bräuchte, sich selbst zu hinterfragen. Glücklicherweise hatte ich sehr bald meine eigene Erleuchtung, die ich ihm offenbar hinreichend klar genug schildern konnte, sodass er mir einige Zeit später schriftlich die Diagnose bestätigte. Dafür wiederum war er mir dann gut genug, denn diese schriftliche Diganose öffnete dann andere Türen, z.B. bei der Krankenkasse und Ärzten.

Ich würde noch den klaren Rat geben, dem Therapeuten direkt von Anfang an so klar wie möglich mitzuteilen, was man selbst vermutet, also die Selbstdiagnose, und, ganz wichtig, was man nun von ihm erwartet. Die Ziele der Gespräche, denn nichts anderes passiert in diesen Sitzungen, sollte man selbst klar vorgeben. Macht man das nicht, dann ist es gemütliches Kaffee-Trinken (wenn man welchen bekommt :) und man verbringt beliebig viel Zeit bei dem. Möchte man das? Wir haben doch wirklich Besseres zu tun, oder? Erstes Ziel könnte dann bspw. sein, die Selbstdiagnose gemeinsam zu sichern. Zweites Ziel könnte sein, eine formelle schirftliche Diganosebestätigung zu bekommen. Danach vielleicht, je nach Anforderung bspw. der Kasse, eine Indikation für Hormone oder was man sonst so gerne hätte.

Macht man sich dann auf den TS-Weg, dann ist es auch hier wieder wichtig, die eigenen Ziele zu formulieren. Es gibt keinen eindeutig vorgezeichneten Weg, heute schon gar nicht mehr. Was man selbst für sein eigenes Glück braucht und nicht braucht, ist einem selbst überlassen. Was man braucht und was nicht, könnte z.B. Gegenstand der Gespräche sein und dies herauszufinden eines der Ziele werden. Hinzu kommen dann vielleicht auch Ziele wie die Bewältigung von Problemen, die im Rahmen des Weges auftreten - Akzeptanzschwierigkeiten, Umgang und Vorgehen mit Outings in den verschiedenen Gruppen in denen man sich bewegt, Hilfe bei Erklärungen für Familie, Partner_in, Kinder etc. Hierfür gibt es auch keinen festen Plan - das passiert dann eben, je nachdem, was gerade akut ist. Ist nichts akut, kann die Begleitung auch sehr lose erfolgen, kurze Besuche einmal im Monat reichen völlig.

Strebt man auch eine große GaOp an, so wird der begleitende Therapeut recht sicher von der (gesetzlichen) Krankenkasse um eine Stellungnahme gebeten werden, ob man stabil ist, ob der Verlauf in den letzten Monaten der Begleitung stabil war, ob die neue Rolle gelebt wurde und auch lebbar für die Person ist etc. (Bei privaten Kassen sieht das etwas anders aus.) Insofern ist es auch gut und ratsam, diese niederfrequenten Besuche aufrecht zu erhalten. Im Zweifelsfall, wenn alles glatt läuft, ist das ein lockeres Gespräch und nach ca. zwei Jahren Stabilität kann, wenn gewünscht, die GaOp erfolgen. Ist das nicht gewünscht und alles läuft glatt und man kommt mit dem neuen Alltag gut zurecht, gibt es keinen Grund, weiter einen Therapeuten zu besuchen (für mich war bspw. die gesicherte Diagnose ausreichend und nachdem ich den Brief hatte, war auch Schluss für mich bei ihm).

Wichtig bei der Wahl des Therapeuten ist noch, dass die "Chemie" stimmen sollte. Wenn der_die Therapeut_in einem nicht sympathisch ist, wird kein gutes Vetrauensverhältnis entstehen und damit kann dann auch nichts Gutes dabei herauskommen. Auch muss man sich von ihm_ihr nichts gefallen lassen. Anzüglichkeiten oder freche Bemerkungen sind klare Fehler, genau wie irgendwelche, wie auch immer gearteten, körperlichen Untersuchungen. Ein Psychotherapeut, als Daumenregel, darf nicht anfassen. Passiert soetwas doch, würde ich sofort aufstehen und gehen. Leider gibt es immer wieder Berichte, gerade von den Gutachtern, die für die Vornamens- und/oder Personenstandänderung ins Gespräch kommen, dass diese übergriffig werden. Sie meinen sich das leisten zu können, weil die Betroffenen in einem Abhängigkeitsverhältnis stehen, sie also eine Machtposition inne hätten. Sie entscheiden, ob man "gut genug" ist, ob man von ihnen den Segen zur VÄ/PÄ bekommt. Leider ist das auch nicht ganz falsch, denn zeigt man sich unkooperativ, können sie ein negatives Gutachten ausstellen und man verliert viel wertvolle Zeit.


Abschließend möchte ich nocheinmal explizit darauf hinweisen, dass Transsexualität keine Krankheit, nichteinmal eine Störung ist - wenngleich es nach ICD-10 so eingestuft wird. Wir sind weder krank noch gestört und brauchen auch deshalb keine Therapie. Wir sind ersteinmal per-se völlig gesund und intakt. Daher ist es auch eigentlich keine Therapie[1], denn therapierbar ist das nicht. Was man mit diesen Therapeuten macht, ist eine psychologische Beratung und Begleitung, mehr nicht. Wenn ich immer wieder höre, dass Betroffene keinen "Therapieplatz" bekommen, läuft es mir jedesmal kalt den Rücken hinunter. Etwas anderes ist es natürlich, sollte man wegen der Transidentität tatsächlich psychische Probleme bekommen - Depressionen oder depressive Verstimmungen sind z.B. recht verbreitet. Dann kann auch eine Therapie dieser Komorbiditäten hinzu kommen.

Liebe Grüße
nicole

[1] Therapie, Wikipedia
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Lukretia
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Re: Besuch beim Psychotherapeuten?

Post 17 im Thema

Beitrag von Lukretia » Do 6. Nov 2014, 19:54

Was aber, wenn der Klient zwar ahnt, dass mit ihm etwas nicht stimmt, aber nicht ahnt, dass er transsexuell ist? Er erzählt zwar von seinem Fetisch, aber scheinbar geht die Abhängigkeit vom Fetisch während der Therapie zurück. Der Therapeut scheint auch nichts zu ahnen. Jedenfalls sagt er kein Wort in Richtung transsexuell. Das Ganze scheint eine zwangsneurotische Störung zu sein. Wahrscheinlich war die Abhängigkeit von der Mutter zu groß...
Man darf aber nicht vergessen, dass mir die Therapie auf anderen Gebieten zu einem klaren Standpunkt verholfen hat, das ist nicht zu verachten. Nur leider, dass in mir eine Frau steckt, zu dieser Selbstdiagnose bin ich erst 18 Jahre nach Ende der Therapie gelangt. Es ist schon so, dass viele Therapeuten auf Transsexualität nicht vorbereitet/geschult sind, anscheinend vor allem klassische Freudianische Analytiker nicht. Meine Vermutung.

Lukretia

MarieB
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Re: Besuch beim Psychotherapeuten?

Post 18 im Thema

Beitrag von MarieB » Do 6. Nov 2014, 20:09

Hallo Nicole,

Was mir fehlt ist die Verbindung oder der Zusammenhang zum Alltagstest. Darauf wird der Therapeut doch achten müssen, oder?

Sonst könnte ja auch jemand was vor spielen, weil er als Mann einfach Brüste haben will oder so.

Wie ist das also mit dem Alltagstest?

Danke
Marie
Gruß

Marie

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Re: Besuch beim Psychotherapeuten?

Post 19 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Do 6. Nov 2014, 20:10

Moin,
zu dieser Selbstdiagnose bin ich erst 18 Jahre nach Ende der Therapie gelangt.
Das nenne ich Nachhaltigkeit (smili)

Spaß beiseite.

Hier gerät wohl einiges durcheinander:
Was aber, wenn der Klient zwar ahnt, dass mit ihm etwas nicht stimmt, aber nicht ahnt, dass er transsexuell ist? Er erzählt zwar von seinem Fetisch, aber scheinbar geht die Abhängigkeit vom Fetisch während der Therapie zurück.
Wie kommst Du im Zusammenhang von "Transsexualität" auf "Fetisch" ???

Gruß
Anne-Mette

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Re: Besuch beim Psychotherapeuten?

Post 20 im Thema

Beitrag von Lukretia » Do 6. Nov 2014, 20:38

Anne-Mette fragt:
Wie kommst Du im Zusammenhang von "Transsexualität" auf "Fetisch" ???
Folgendermaßen: Mein Fetischismus (Anziehen von Damenwäsche- und Kleidung, Selbstbefriedigung mit einem Dildo), der sich über Jahrzehnte verfestigt hat, spricht eine bestimmte Sprache, verschlüsselt zwar, aber diese Sprache ist lesbar. Ich bin erst spät dazu gekommen, die Sprache zu entschlüsseln und zu verstehen. Ich ahnte zwar etwas, aber der letzte Erkenntnisschritt fehlte. Heute weiß ich: Ich bin zwar nicht biologisch, wohl aber sozial und sexuell eine Frau, die die Frau in sich sozial und sexuell nicht akzeptieren und ausleben konnte und deshalb im Fetischismus in den eigenen vier Wänden einen Ausgleich, ein Ventil, für den Wunsch, als Frau zu leben und als Frau penetriert zu werden (was nicht jede Transfrau will) gesucht und gefunden hat.
In meinem Fall, ich betone: bei mir, bei anderen mag das anders sein, steht der Fetisch (das Ritual) eindeutig in Zusammenhang mit meiner bis vor kurzem versteckten Transsexualität, die ich definiere als: das körperliche und das tatsächlich bestehende und (bei mir lange unbewusst) empfundene Geschlecht stimmen nicht überein. Fetisch und Transsexualität bedingen bei mir einander.
Die Fetischhandlung hat wahrscheinlich auch dazu gedient, die Frage einer Geschlechtsangleichung, die ich mir als junger Mann schon einmal gestellt habe, "überflüssig" zu machen. Durch die Fetischhandlung wurde es auch "überflüssig", als Frau auf die Straße zu gehen. Ich hatte meine Weiblichkeit schon im Stillen rausgelassen. Ich muss betonen, dass es zeitweise zu Fetisch-Exzessen gekommen ist (immer im stillen Kämmerlein).

Lukretia

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Re: Besuch beim Psychotherapeuten?

Post 21 im Thema

Beitrag von Daenerys Targaryen » Do 6. Nov 2014, 21:13

Lukretia hat geschrieben: Folgendermaßen: Mein Fetischismus (Anziehen von Damenwäsche- und Kleidung, Selbstbefriedigung mit einem Dildo), der sich über Jahrzehnte verfestigt hat, spricht eine bestimmte Sprache, verschlüsselt zwar, aber diese Sprache ist lesbar. (...) In meinem Fall, ich betone: bei mir, bei anderen mag das anders sein, steht der Fetisch (das Ritual) eindeutig in Zusammenhang mit meiner bis vor kurzem versteckten Transsexualität, die ich definiere als: das körperliche und das tatsächlich bestehende und (bei mir lange unbewusst) empfundene Geschlecht stimmen nicht überein. Fetisch und Transsexualität bedingen bei mir einander. (...)

Lukretia
Ich schließe ich mich, was die Psychologen angeht, Nicole an. Sie hat imo echt hervorragend beschrieben, wo die Chancen und Probleme mit Therapeuten liegen. Was Du beschreibst, Lukretia, hatte ich während meiner Pubertät und phasenweise auch später noch, wobei es immer weniger wurde. Heute empfinde ich keine sexuelle Erregung mehr, wenn ich Frauenkleidung trage (das würde ich auch kaum aushalten, schließlich befinde ich mich im Alltagstest *lach*).

Ich würde Dir raten, einen Therapeuten zu kontaktieren, der Erfahrung mit trans hat und gleichzeitig mal auszuprobieren was passiert, wenn Du als Frau an die Öffentlichkeit gehst. Soweit ich weiß, verschwindet bei den meisten TS der transvestitische Fetischismus, sobald sie anfangen ihre weibliche Identität auszuleben.

LG
Daenerys
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Re: Besuch beim Psychotherapeuten?

Post 22 im Thema

Beitrag von Lukretia » Fr 7. Nov 2014, 00:24

Ich würde Dir raten, einen Therapeuten zu kontaktieren, der Erfahrung mit trans hat und gleichzeitig mal auszuprobieren was passiert, wenn Du als Frau an die Öffentlichkeit gehst. Soweit ich weiß, verschwindet bei den meisten TS der transvestitische Fetischismus, sobald sie anfangen ihre weibliche Identität auszuleben.
Von Therapie habe ich genug. Ich habe zehn Jahre intensive Therapie, zwischen 40 und 50 gemacht, das reicht. Inzwischen bin ich jenseits der 60.
In beginne seit kurzem, meine weibliche Identität auszuleben. Zwar gehe ich noch nicht als Frau gekleidet in die Öffentlichkeit, aber heute zum Beispiel habe ich ganz offen im Männermodus in einem Warenhaus jede Menge Damensachen eingekauft, darunter BH's, Höschen, Strümpfe, rosa Nachthemden und Pumps. Damit habe ich jetzt keine Probleme mehr, naja, ein klein wenig rot bin ich an der Kasse noch geworden, aber nur ein wenig.
Ich kann nachvollziehen, dass der Fetischismus weniger wichtig wird, wenn die weibliche Identität stärker zu Bewusstsein kommt und ausgelebt wird. Das erlebe ich zur Zeit.

LG
Lukretia

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Re: Besuch beim Psychotherapeuten?

Post 23 im Thema

Beitrag von nicole.f » Fr 7. Nov 2014, 13:13

Hallo Ihr Lieben!
Ja, der Weg zur gesicherten Diagnose ist nicht notwendigerweise ein geradliniger und Therapeuten sind keine Hellseher. Ein Therapeut kann nur mit beurteilen, was er an Informationen vom Klienten bekommt. Er kann darin dann versuchen bekannte Muster zu finden und durch hinterfragen versuchen gemeinsam mit dem Klienten abzuklären, welche tieferen Beweggründe und Ursachen dahinter stehen könnten. Daher kann es passieren, dass eine Therapie eines konkreten Leidens in der Tat Jahre braucht - vom Auffinden der Ursache bis zu seiner Bewältigung.

Im völlig liuftleeren Raum findet das alles glücklicherweise auch nicht statt. Da kommt ein_e Klient_in und äußert ein Problem - wenn er_sie kein Problem hätte, würde er/sie auch gar nicht erst zu einem Therapeuten gehen. Natürlich kann es dann passieren, dass die Selbstdiagnose durch den_die Klienten_in nicht korrekt ist. Auch kann es passieren, dass das geschilderte Problem gar nicht die Ursache, sondern nur ein Symptom ist - so wie Lukretias Beispiel mit dem vermuteten Fetischismus es wohl war. Nichts desto trotz ist es enorm wichtig, dass der_die Kleint_in dem Therpeuten so klar wie möglich schildert, wie er_sie das Problem empfindet und worin aus der Klientensicht die Ursachen begründet sein könnten.

Wir hier im Forum haben alle eine recht klare Vorstellung davon. Wir wissen recht genau, dass Geschlecht für uns nicht so eindeutig ist, wie es für viele andere ist. Das ist etwas ganz anderes, als bspw. das Problem, dass jemand gerne an Socken riecht, um erregt zu werden. Alleine bereits diese klare Formulierung, dass es da etwas gibt, dass den_die Klient_in an Geschlechtlichkeit im klassischen Sinne zweifeln lässt, dass es da Phantasien gibt, die dies massiv in Frage stellen, sollte einen guten Therapeuten auf die richtige Fährte bringen. Ab hier sind dann intelligente Fragen wichtig, um verstehen zu können, was in dieser Person wirklich vor sich geht.

Das große Problem an dieser Stelle ist leider, dass es recht unterschiedliche Schulen in der Psychologie und Psychotherapie gibt. Freud wurde hier bspw. bereits angesprochen. Ob man es glaubt oder nicht, es gibt heute imernoch eine ganze Riege von Psychologen und Psychiatern, die Transsexuelität, so wie wir sie verstehen, völlig ablehnen. Für sie sind Transsexuelle nach wie vor verklemmte Homosexuelle, die sich ihre eigene Homosexualität nicht eingestehen wollen und deshalb, um weiterhin dem Heteronormativ zu entsprechen, lieber das eigene soziale und körperliche Geschlecht anpassen wollen. Gruselig. Noch schlimmer gibt es auch darunter wieder einige, die Homosexualität dann auch noch für eine krankhafte psychische Störung halten, die womöglich therapierbar sei! Noch viel gruseliger. Wer sich das gerade nicht vorstellen kann, der suche mal nach Prof. Dr. Dr. Klaus Michael Beier aus Berlin. Er ist genau solch einer. Und er ist leider genau auch noch einer, der seit Jahren immer wieder in den Expertengremien und Ausschüssen sitzt, die über die Begutachtungs- und Behandlungsrichtlinien entscheiden.

Gerät man an den "falschen" Therapeuten, kann das natürlich fatale Folgen haben. Verfolgt der Therapeut seine eigene Agenda, wie Herr Beier, oder stellt nicht die richtigen Fragen oder erkennt nicht das Bild, dann kann diese Therapie oder Begleitung leicht aus dem Ruder geraten und den_die Klient_in noch viel weiter ins Verderben treiben. Kann passieren. Oder es hilft eben nicht. Hier ist die Eigenverantwortung des Klienten gefragt. Man muss selbst merken, wenn es nicht hilft oder gar schädlich wird und dann eben einen aderen Therapeuten aufsuchen. Der Therapeut hat die einzige Aufgabe, uns zu helfen! Ist es keine Hilfe, dann leistet er schlechte Arbeit und ist für uns nutzlos.

Therapeuten sind keine Halbgötter. Sie wissen nicht alles, sehen nicht alles und ziehen keinesfalls immer die richtigen Schlüsse. Man muss nicht alles glauben und umsetzen, was die einem erzählen. Psychologie ist zwar eine Wissenschaft, aber keine Naturwissenschaft. Es gibt fast nichts, was darin handfest bewiesen werden könnte. Es gibt einige Schemata in Verhaltens- und Denkweisen, aus denen man Muster ableiten kann und aus einmal erfolgreichen Hilfen auch soetwas wie Richtlinien. Aber das folgt keinen Naturgesetzen. Was heute als richtig postuliert wird, kann morgen bereits überholt sein. Psycholgie befindet sich in stetigem Wandel und ist zudem auch noch sehr individuell - für die Klienten und die Therapeuten.

Daher kann ich zum Abschluss nur noch einmal auf meinen Wahlspruch hinweisen, der berühmte Ausruf von Immanuel Kant: Sapere Aude! Oder auf Deutsch: Habe den Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!

Liebe Grüße
nicole
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Re: Besuch beim Psychotherapeuten?

Post 24 im Thema

Beitrag von Lukretia » Fr 7. Nov 2014, 14:42

Hallo Nicole f.,

Du schreibst:
Noch schlimmer gibt es auch darunter wieder einige, die Homosexualität dann auch noch für eine krankhafte psychische Störung halten, die womöglich therapierbar sei! Noch viel gruseliger. Wer sich das gerade nicht vorstellen kann, der suche mal nach Prof. Dr. Dr. Klaus Michael Beier aus Berlin. Er ist genau solch einer. Und er ist leider genau auch noch einer, der seit Jahren immer wieder in den Expertengremien und Ausschüssen sitzt, die über die Begutachtungs- und Behandlungsrichtlinien entscheiden.

Bei Herrn Beier geht es um Pädophilie. Er ist Initiator des Projektes "Kein Täter werden" an der Charité in Berlin. Er verdient damit gewissermaßen sein Geld. In diesen Tagen macht er wieder mit einer Ausweitung seines Projektes von sich reden (Berichte in den Medien). Jetzt sind auch Jugendliche dran, die angeblich schon pädophile Neigungen haben und die vor sich selbst geschützt werden müssen (du-traeumst-von-ihnen.de). Dafür gibt es natürlich öffentliche Fördermittel.
Prof. Beier versucht, vereinfacht ausgedrückt, pädophil veranlagte Menschen dadurch zu "kurieren", dass er ihnen Strategien beibringt, lebenslang auf die Ausübung ihrer Sexualität zu verzichten. Dieses Konzept ist umstritten, da pädophile/päderastische Neigungen hier grundsätzlich auf ein Täter-Opfer-Schema abgebildet werden, unabhängig davon, dass es in diesem Bereich tatsächlich Täter gibt und Kinder Opfer werden.

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Re: Besuch beim Psychotherapeuten?

Post 25 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Fr 7. Nov 2014, 14:53

Moin,

hier geht es Herrm Prof. Beier um Transsexualität: Wenn Körper und Seele nicht zusammenpassen.

Der Text ist allerdings nicht gerade neu (2003/2004)

https://genderini.files.wordpress.com/2 ... rchel1.pdf

Gruß
Anne-Mette

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Re: Besuch beim Psychotherapeuten?

Post 26 im Thema

Beitrag von Frida » Fr 7. Nov 2014, 15:00

Danke, liebe Nicole, für deine, wie immer, sehr ausführlichen und interessanten Beiträge. (ap)

Für mich ist es sehr hilfreich aus dem reichhaltigen Fundus derjenigen schöpfen zu können, die schon weiter sind als ich und deshalb viel mehr Erfahrung haben.
Ich hatte vor vielen Jahren eine Lebenskrise in der es mir sehr schlecht ging. Ich brauchte professionelle Hilfe und suchte einen Psychologen.
Es sollte für mich eine Frau sein, weil ich mir vorstellte, mich da am besten öffnen zu können. Beim dritten Anlauf stimmte die Chemie und die Umgebung, beides war wichtig für mich, denn ich muss mich in einer solch "intimen" Situation wohlfühlen. Die Psychologin hatte ein herzliches Wesen und ein charmantes Lachen (und sah gut aus). Das passte.
Ich hatte schnell das Gefühl, dass sie mich verstand und mir keinen Lösungsweg aufdrängen wollte, sondern sie begleitete mich und half, wenn ich den Faden verloren oder mich verirrt hatte.
Am Ende brauchte ich nicht die volle Stundenzahl, die mir zugestanden hätte, weil es mir wieder besser ging und ich keine Begleitung mehr brauchte.
Ich glaube, dass es einmal an der Person der Therapeutin lag, zu der ich schnell Vertrauen aufbauen konnte und eine angenehme Atmosphäre während der Sitzungen entstehen ließ, zum anderen war es meine eigene Arbeit dabei, meine Bereitschaft mich zu öffnen und hinzuschauen, letztendlich auch der Wille Veränderung zuzulassen.
Jetzt bin ich auch wieder an einem Punkt, wo ich das Gefühl hab, allein nicht weiter zu kommen. Die ersten Schritte zur Hilfe waren zur SHG und zum Stammtisch.
Ich glaube, dass es bald auch eine therapeutische Begleitung sein kann.
Ein bisschen Schiss habe ich schon....nicht wegen der Psychologin, sondern wegen einer möglichen Veränderung, die anstehen könnte. Auf jeden Fall wird es wieder ein Prozess des sich Öffnens und des Loslassens werden. Sicherlich wird es mich einiges an Kraft kosten und Phasen von Verletzbarkeit durchleben lassen, aber ich werde mich weiter entfalten und wachsen, egal was kommt.

Liebe Grüße, Dita ---)))

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Re: Besuch beim Psychotherapeuten?

Post 27 im Thema

Beitrag von nicole.f » Fr 7. Nov 2014, 15:53

Sexualforschung ist Beiers Hauptgebiet - von Transsexualität alleine könnte er kaum leben :)
In der Vergangenheit war er und ist auch heute noch einer dieser, die Transsexualität und Homosexualität für eine Sexual_störung_ und grundsätzlich therapierbar halten. Er ist ja schließlich Sexualiforscher und Sexualtherapeut:

https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Michael_Beier

Einen Einblick in seine Denkweise kann man z.B. in nachfolgendem Artikel erahnen, zwar nicht seine Arbeit, aber unter seiner Mitwirkung:

http://www.aerzteblatt.de/archiv/62493/ ... src=search

Mit seinen Ansichten und großem Einfluss gerade in der Charitée in Berlin fällt er auch immer wieder auf:

http://www.taz.de/!87055/

Zitat:
"
In dem Band "Sexualmedizin" des Charité-Sexualmediziners Klaus Beier heißt es: In der Therapie sollen "adäquate Verhaltensweisen belohnt werden, geschlechtsatypische Verhaltensweisen werden nicht beachtet bzw. - beiläufig - unterbunden."
"

Dagegen hat er dann bei der Taz eine Gegendarstellung verlangt, die aber alles andere als eindeutig war. Beier sucht eben immer Wieselwege, um sich um seine umstrittenen Methoden herum zu drücken, Zitat aus der Gegendarstellung:
"
Dagegen heißt es in einem anderen der insgesamt drei übersandten Fachaufsätze zur Behandlung von „Geschlechtsidentitätsstörungen bei Jungen“ übersetzt: „Die spezifischen Ziele, die wir für Jungen haben, sind die Entwicklung eines positiven Verhältnisses zum Vater (oder einer Vaterfigur), positiver Beziehungen zu anderen Jungen, geschlechtstypischer Fähigkeiten und Verhaltensweisen, um sich in die Gruppe Gleichaltriger oder zumindest einen Teil von ihnen einzufügen und sich als Junge wohlzufühlen. [...] Die Behandlung ist abgeschlossen, wenn der Junge regelmäßig die Gegenwart gleichgeschlechtlicher Freunde sucht und sein geschlechtsübergreifendes Verhalten weitgehend normal erscheint.“
"

Das ist, mit allem gebotenen Respekt, eine Umpolung und Umerziehung. Das ist, für mein Empfinden, psychische Gewaltanwendung. Mit genau solchen Methoden wurde früher auch versucht, "Gesinnungstäter" umzuerziehen, bevor es soetwas wie Meinungsfreiheit als einklagbares Grundrecht gab.

Niemand würde eine ähnliche Umpolung heute noch ernsthaft bei einem sich outenden homosexuellen Jungendlichen versuchen. Man würde sie/ihn deswegen erst gar nicht zu einen Therapeuten schicken. Doch das ist keine plötzliche Erkenntnis der Therapeuten und/oder Sexualforscher, sondern etwas, dass sich die Homosexuellen Interessengruppen in den letzten Jahrzehnten mühsam erkämpft haben. Gleiches müssen wir Trans* Menschen leider noch tun. Wir müssen dringend weg, aus dieser pathologisierenden Ecke und das muss auch beim letzten Sexualforscher und Therapeuten endlich ankommen. Von alleine wird das leider nicht gehen, da man damit die Existenzberechtigung einiger Forschungszweige beschneidet. Freiwillig und ohne Widerstand wird das nicht aufgegeben, nicht zuletzt auch, weil damit natürlich auch gutes Geld zu verdienen ist. Dies führt mich dann zwangsläufig wieder zu meiner alten Forderung, dass es allerhöchste Zeit ist, dass es einen Trans* Bundesverband gibt, der für diese Dinge politischen Einfluss nimmt... das führt hier aber jetzt zu weit :)

Nocheinmal kurz zurück zu den Therapeuten, Psycho* und Sexualforschern.
Einen Einblick in die Konflikte der unterschiedlichen Schulen, und Beier vertritt ganz klar eine davon, gibt auch der Artikel "Die Bailey-Affaire: pervertierte Psychologie" auf den Seiten von Lynn Conway:

http://ai.eecs.umich.edu/people/conway/ ... den-DE.htm

Es sind schon fast Glaubenskriege, die hier auf den Rücken der Betroffenen ausgefochten werden. Mit teils desaströsen Folgen.

Nur damit hier kein Missverständnis aufkommt - ich habe keinesfalls etwas gegen Therapeuten im Allgemeinen! Ich sage nur, dass von ihnen auch eine gehörige Gefahr ausgeht und man sich ihnen keinesfalls blindlinks anvertrauen darf. Stets den eigenen Verstand mit benutzen und im Zweifelsfall lieber einmal mehr den Therapeuten wechseln. Dabei verliert man höchstens Zeit, behält aber seine Würde.

Liebe Grüße
nicole
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Re: Besuch beim Psychotherapeuten?

Post 28 im Thema

Beitrag von nicole.f » Fr 7. Nov 2014, 16:12

Anne-Mette hat geschrieben:Moin,

hier geht es Herrm Prof. Beier um Transsexualität: Wenn Körper und Seele nicht zusammenpassen.

Der Text ist allerdings nicht gerade neu (2003/2004)

https://genderini.files.wordpress.com/2 ... rchel1.pdf

Gruß
Anne-Mette
Danke für den Link, interessante Arbeit, vor allem weil es recht erstaunlich für Beier ist. Gerade was Transsxualität bei Kindern und Jugendlichen betrifft, genießt Beier einen höchst zweifelhaften Ruf, wie es auch schon der zuvor verlinkte TAZ Artikel andeutet. In der Berliner Abteilung der dgti sind einige recht dramatische Fälle bekannt, also Fälle, in denen Beier sowohl die Kinder selbst als auch ihre Familie an den Rand existentieller Krisen brachte.

Liebe Grüße
nicole
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Anne-Mette
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Re: Besuch beim Psychotherapeuten?

Post 29 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Fr 7. Nov 2014, 16:20

Moin,

wir sollten uns nicht an dieser Person "festbeißen" (smili)

Dein letzter Satz hält einer kritischen Überprüfung stand? Das soll weder Misstrauen Dir gegenüber noch ein Zweifel an der dgti bedeuten (888)

Gruß
Anne-Mette

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Re: Besuch beim Psychotherapeuten?

Post 30 im Thema

Beitrag von nicole.f » Fr 7. Nov 2014, 17:27

Hi Anne-Mette ;)
Ne klar, der Beier kann einem getrost egal sein. Er hält nur hervorragend als schlechtes Beispiel her :)
Was Überprüfung angeht, ja, so könnte Dir Patricia Metzer einige Fälle schildern. Sehr unschöne Sachen. Es wird dann nachvollziehbarerweise ganz schön schrecklich, wenn die Eltern dazu gedrängt werden, gegen den ausdrücklichen Willen des Kindes zu handeln und den Wunsch und Gedanken des Kindes zu ignorieren bzw. nur noch das Gegenteil zu belohnen. Das ist ein Martyrium für Eltern und Kind. Ich muss gestehen, in einem Punkt muss man Beier wohl Recht geben - in der frühen Entwicklungsphase kann der Wunsch viele Ursachen haben und diesen korrekt auszuarbeiten ist extrem schwer. Doch ob eine gegenteilige Bestärkung dann der richtige Weg ist? Ich weiß nicht...

Liebe Grüße
nicole
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