Besuch beim Psychotherapeuten?
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Hilfe und Selbsthilfe
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MarieB
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Besuch beim Psychotherapeuten?

Post 1 im Thema

Beitrag von MarieB » Di 4. Nov 2014, 07:13

Hallo,

zur Zeit bewege ich mich irgendwie so im Unklaren. Bin ich TV? Bin ich TS? Irgendwas dazwischen?

Jetzt mal die Frage. Seit Ihr auch auch solchen Beweggründen zu einem Therapeuten gegangen oder gind es für euch nur darum den TS-Weg weiter zu gehen? Wem hat ein Therapeut dabei helfen können sich erst einmal klar zu werden???

Ist ein Therapeut da der richtige Weg?

LG
Marie
Gruß

Marie

NorinaP
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Re: Besuch beim Psychotherapeuten?

Post 2 im Thema

Beitrag von NorinaP » Di 4. Nov 2014, 08:08

Hallo Marie,
bei mir war es der Grund dass ich nicht mehr Leben wollte und ich dann einen Therapeuten durch die Krankenkasse zugewiesen bekam.
Es wurden sehr viele Dinge herausgefunden und behoben. Dann kam der Tag wo ich Ihm erzählte dass ich gerne Damenkleidung trage. Wir haben dann versucht herauszufinden warum es so ist und was es für mich bedeutet.
Ich hatte Glück bei der Wahl(auch wenn er von der Krankenkasse ausgesucht wurde) des Therapeuten. Er ist kein Therapeut der sich auf Transidente Menschen spezialisiert hat und somit wurde ich auch nicht in eine Richtung gedrängt sondern wir haben es miteinander erarbeitet.
Heute bin ich wieder Lebensfroh und lebe so wie ich es will und möchte. Meine Vornamens- und Personenstandsänderung läuft.
Jeder Mensch sollte Hilfe versuchen zu bekommen und diese dann auch wollen es nutzt nichts wen man dort hingeht und es eigentlich gar nicht möchte.

LG
Norina
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Re: Besuch beim Psychotherapeuten?

Post 3 im Thema

Beitrag von Frida » Di 4. Nov 2014, 08:28

Hallo Marie,

auch für mich hat sich in der letzten Zeit die Frage gestellt, ob ich nicht die Hilfe eines Therapeuten benötige. Ich habe Zeiten, in denen ich mich hilflos fühle, große Traurigkeit verspüre und ein tiefes Sehnen nach Veränderung, weil ich aus meiner Mitte gefallen bin.
Es sind Zustände, die mich lähmen und hindern meine alte "Normalität" zu leben. Ich fühle mich orientierungslos, unausgeglichen und bedrückt.
Deshalb habe ich auch eine Selbsthilfegruppe besucht, bei der ich leider kaum zum Zug kam, weil bei fast 20 Besuchern schon die Vorstellungsrunde viel Zeit in Anspruch nahm. Ich bekam dann aber die Info zu einem Trans-Stammtisch, zu dem ich mich entschloss hinzugehen, weil ich mir dort einen mehr persönlichen Austausch versprach, was mir eher liegt.
Als es dann letztes Wochenende so weit war, suchte ich für mich irgendwelche Ausreden, diesen Termin zu verschieben. Ich Schissbuchs! Meine Frau erklärte sich bereit mitzukommen....die Gute! Und so verbrachten wir den Abend in geselliger Runde von Transmenschen, mit und ohne Begleitung.
Ich bin nicht en femme dort gewesen, aber das war ok für mich, wenngleich ich auch sehr aufgeregt war. Ich hatte die Gelegenheit von mir zu erzählen, Fragen zu stellen oder einfach nur lockere Gespräche zu führen. Wir haben auch einen Crossdresser kenngelernt, der bei uns um die Ecke wohnt.
Ich bin froh, dass ich diesen Schritt gewagt habe und mir ist wieder klarer geworden, dass ich kein TV bin, sondern ein Mensch, der dabei ist immer mehr seine Gefühle zuzulassen, die nach Veränderung schreien. Mein Kopf ist auf der Suche nach einem Ausweg.
Manchmal sehe ich dann nur Sackgassen und wünsche mir Hilfe. Vielleicht benötige ich dabei eine professionelle Begleitung.
Ich bin mir da auch noch nicht sicher.

Liebe Grüße, Dita )))(: ---)))

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Re: Besuch beim Psychotherapeuten?

Post 4 im Thema

Beitrag von Lukretia » Di 4. Nov 2014, 08:48

Hallo MarieB,

es kommt darauf an, in wieweit man sich seiner Veranlagung schon bewusst ist. Du fragst Dich, ob Du TV oder TS bist. Das ist ein gutes Zeichen, denn Du kannst das Problem benennen. Wenn man das Problem benennen kann, kann man auch (therapeutisch) daran arbeiten.
Ich konnte das Problem nicht benennen und so hat mich eine langjährige Psychoanalyse zumindest in diesem wichtigen Punkt nicht weiter geführt. Zwar sagte ich, dass ich den Zwang hätte, gelegentlich Damenwäsche anzuziehen, aber ich hatte den Eindruck, der Therapeut sähe das als eine Art zwangsneurotische Störung, die durch die Therapie zu beheben wäre. Tatsächlich ging der Drang im Laufe der Analyse zurück, verschwand jedoch nicht vollständig.
Wenn ich von vorneherein dem Analytiker gesagt hätte, ich fühle mich als TV oder TS, hätte er mich wohl anders angefasst.

Liebe Grüße

Lukretia

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Re: Besuch beim Psychotherapeuten?

Post 5 im Thema

Beitrag von ReaGirl » Di 4. Nov 2014, 12:05

Sowohl als auch. Ich werde ihn brauchen, als abschließendes urteil ob nicht doch etwas anderes dahinter sein könnte das sich eventuell in 5 jahren erst zeigt und plötzlich ist die transition abgeschlossen. Ich selbst finde immer mehr momente, auch wenn ich mir berichte über menschliches verhalten zufällig durchlese die eventuell gar nichts mit trans personen zu tun haben, das ich weiblich angehaucht bin und dies auch unterbewusst bevorzugt habe...schon "immer". Abschliesendes urteil auch weil man sich ja oft dinge wünscht, und sich so sehr wünscht das man sich in etwas verläuft, einbildet udg. und die neutrale sicht von aussen verliert. Da ich auf dieses urteil viel geben werde, muss es dann unbedingt einer sein der erfahrung auf dem gebiet hat und nicht n x beliebiger.

Danach ist er ein reiner diagnosen und weichensteller .
---
Liebe Grüße von eurer Rea (ehemals SandraGirl)

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Re: Besuch beim Psychotherapeuten?

Post 6 im Thema

Beitrag von MarieB » Di 4. Nov 2014, 12:09

NorinaP hat geschrieben: Er ist kein Therapeut der sich auf Transidente Menschen spezialisiert hat und somit wurde ich auch nicht in eine Richtung gedrängt sondern wir haben es miteinander erarbeitet.
Norina

Denkt Ihr wirklich, dass ein Therapeut der Erfahrung mit Transmenschen hat diese dahin drängen will. Ich kann mir das beim besten Willen nicht vorstellen. Ich würde jedenfalls jemand mit Erfahrung bevorzugen.

Marie
Gruß

Marie

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Re: Besuch beim Psychotherapeuten?

Post 7 im Thema

Beitrag von Ninakadin » Di 4. Nov 2014, 13:56

Ein brauchbarer Therapeut drängt Dich in gar keine Richtung, sondern er stellt Dir Fragen und regt an, sich mit bestimmten Dingen näher zu beschäftigen. Das ist alles. Die Antworten findest Du dann ganz alleine, so wie Transsexualität ja auch eine Selbstdiagnose ist.
Ich bin mit der Vermutung TS, aber auch einer Restunsicherheit zur Psychotherapeutin gegangen. Diese letzten Zweifel haben sich dann von alleine zerstreut.

LG,

Nina

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Re: Besuch beim Psychotherapeuten?

Post 8 im Thema

Beitrag von Vivian Cologne » Di 4. Nov 2014, 14:42

Nina hat es exzellent formuliert. So sollte es sein und so wird es bei guten Therapeuten ablaufen.

Meine Restunsicherheit drehte sich hauptsächlich um das Thema Akzeptanz und berufliche Folgen. Daher liefen die Sitzungen in der Regel problemorientiert ab. Wie gehe ich welche Schritte an. Das Ob war ohnehin längst klar. Das hat mein Therapeut wohl auch erkannt, und ich benutze ihn sozusagen als Mittel zum Zweck.

Aber bitte nicht verallgemeinern!

Vivian

Lukretia
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Re: Besuch beim Psychotherapeuten?

Post 9 im Thema

Beitrag von Lukretia » Di 4. Nov 2014, 15:32

Aber bitte nicht verallgemeinern!
Das kann man wohl sagen. Ich habe eine klassische Psychoanalyse über sechs Jahre (vier Stunden die Woche) hinter mir. Sie hat mir sehr geholfen, hat mein Ich stabilisiert und meine Depressionen zwar nicht völlig verschwinden, aber doch stark schwinden lassen. Von Transsexualität oder Homosexualität war jedoch keine Rede, obwohl ich meinen Zwang, Damenwäsche anzuziehen "gebeichtet" hatte. Ich hatte den Eindruck der Analytiker therapiert mich dahin gehend, meinen Zwang loszuwerden. Damit war ich einverstanden, denn ich litt darunter. Tatsächlich habe ich es in den sechs Jahren etwa die Hälfte der Zeit (nicht am Stück, sondern etwa ein oder dreiviertel Jahr lang) geschafft, mich dem "Zwang" zu entziehen. Aber endgültig geschafft habe ich es nie.

Lukretia

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Re: Besuch beim Psychotherapeuten?

Post 10 im Thema

Beitrag von Vivian Cologne » Di 4. Nov 2014, 17:13

Über sechs Jahre vier Stunden pro Woche? Die Zahl der Stunden vermag ich mir gar nicht auszumalen.

Ich maße mir nicht an, etwas zu deinen psychischen Problemen zu sagen. Und ich habe versprochen, nicht allzu sehr auf den Begrifflichkeiten herumzureiten. Aber den "Zwang" loswerden, Damenwäsche anzuziehen? Warum??? Schadet das jemandem? Dir selbst?

Tut mir leid, ich bin da ganz old School: Der einzige Weg, diesen Leidensdruck abzubauen, ist, es auszuleben, so verträglich, wie es eben geht. Mir würde jetzt auch kein Therapeut einfallen, der etwas anderes empfehlen würde.

Und darüber hinaus ging es doch nicht darum, die vermeintliche Homosexualität wegzutherapieren, oder? Dafür gilt m.E. das Gleiche, ich bin schließlich nicht bei der AfD ...

Vivian

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Re: Besuch beim Psychotherapeuten?

Post 11 im Thema

Beitrag von Lukretia » Di 4. Nov 2014, 18:26

Schadet das jemandem? Dir selbst?
So sah es aus. Ich war/bin, abgesehen von einigen wenigen Ausnahmen, nicht in der Lage, mit einem anderen Menschen Sex zu haben, sondern bin in der Autoerotik gefangen. Der Sprung zum Du gelingt mir nicht. Das halte ich für gestört, und der Therapeut sah es wohl auch so.
Er warnte mich allerdings am Ende von fast 1000 Stunden Analyse: Ich würde nicht in der Lage sein, sozial so offen zu leben wie die meisten anderen Menschen. Dann war ich doch enttäuscht nach so langer Zeit und so großem Aufwand.
Um Homosexualität weg zu therapieren ging es nicht. Das ist ein Missverständnis. Der Therapeut hat nie etwas von Homosexualität gesagt, obwohl ich ihm gestanden hatte, in einen Mitschüler verliebt gewesen zu sein. Heute sehe ich, dass der Therapeut da richtig lag. Denn ich bin nicht schwul. Möglicherweise hat er die Frau/das Mädchen in mir erkannt und nach der Devise gehandelt: Er muss von selbst merken, dass er eine Frau ist. Wenn ich ihm das sage, begehrt er dagegen auf. Ich hätte mich in der Tat stark dagegen gewehrt, denn zu dieser Einsicht war ich damals nicht fähig.
Ich weiß allerdings nicht, was der Therapeut wirklich gedacht hat. Ich halte es nicht für völlig ausgeschlossen, dass er meine Transsexualität gar nicht erkannt hat. Er sagte wenig in Richtung Diagnose. Das war eine klassische Freudsche Analyse. Sie lief weitgehend über Traumdeutung.

Lukretia

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Re: Besuch beim Psychotherapeuten?

Post 12 im Thema

Beitrag von Nicoletta » Di 4. Nov 2014, 18:36

Danke, Lukretia, für Deinen offenen Bericht, der mich darin bestätigt, mich nicht einem Therapeuten auszuliefern. Meine Frau hat kürzlich im Fernsehen einen Satz aufgeschnappt, der in diesem Falle passt: An gesunden Patienten ist nichts zu verdienen! 1000 Stunden Therapie mit null Ergebnis! Das ist doch eine Unverschämtheit! Was Vivian Cologne dazu gesagt hat, ist mehr wert als die ganze Therapie. Das ist doch nichts als menschenverachtende Geldschneiderei. Möge endlich die Erkenntnis um sich greifen, dass nicht wir krank sind, sondern eher die Gesellschaft, die Probleme mit uns hat. Ich wünsche mir zivilisierte, dänische Verhältnisse. Lieber warte ich darauf, als dass ich mich "Professionellen" ausliefere.

LG Nicoletta
Ne budi ono što si bio, postani to što jesi. -- Sei nicht, was du gewesen, werde, was du bist!

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Re: Besuch beim Psychotherapeuten?

Post 13 im Thema

Beitrag von Nicoletta » Di 4. Nov 2014, 18:36

Danke, Lukretia, für Deinen offenen Bericht, der mich darin bestätigt, mich nicht einem Therapeuten auszuliefern. Meine Frau hat kürzlich im Fernsehen einen Satz aufgeschnappt, der in diesem Falle passt: An gesunden Patienten ist nichts zu verdienen! 1000 Stunden Therapie mit null Ergebnis! Das ist doch eine Unverschämtheit! Was Vivian Cologne dazu gesagt hat, ist mehr wert als die ganze Therapie. Das ist doch nichts als menschenverachtende Geldschneiderei. Möge endlich die Erkenntnis um sich greifen, dass nicht wir krank sind, sondern eher die Gesellschaft, die Probleme mit uns hat. Ich wünsche mir zivilisierte, dänische Verhältnisse. Lieber warte ich darauf, als dass ich mich "Professionellen" ausliefere.

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Re: Besuch beim Psychotherapeuten?

Post 14 im Thema

Beitrag von Lukretia » Di 4. Nov 2014, 18:54

Dass es sich um Geldschneiderei gehandelt hat, da kann ich Dir nicht widersprechen, Nicoletta.
Dass die ganze Sache jedoch nichts gebracht hätte, das stimmt so nicht. Ich war in einem schlimmen psychischen Zustand, und am Ende ging es mir deutlich besser. Ich frage mich jedoch heute, ob der Zeit- und Kostenaufwand von 1000 Stunden Analyse am Ende in einem annehmbaren Verhältnis zum Ergebnis stand.
Das Problem war, dass ich mich für heterosexuell hielt und glaubte, auf Frauen zu stehen. Den "Zwang", Damenwäsche anzuziehen, hielt ich für neurotisch und "heilbar". Möglicherweise hat der Therapeut das auch so gesehen. Man muss ihn aber verstehen. Bei MarieB, die den Themenstrang initiiert hat, ist die Situation ja ganz anders. Sie weiß oder ahnt, dass sie transsexuell/transident sein könnte. Da kann der Therapeut ganz anders vorgehen.
Das ich im Laufe von mehr als sechs Jahren süchtig nach Therapie geworden war, konnte ich nicht aufhören und habe eine dreijährige Gesprächstherapie bei einer Psychologin mit einer Stunde pro Woche angehängt. Diese Frau ahnte auch nichts. Sie therapierte mich in die Richtung, eine Frau als Partnerin zu finden. Das klappte nicht und konnte nicht klappen, da ich selbst eine Frau war und sexuell auf Männer stand, was mir aber nicht klar wurde. In meinem Wahn versuchte ich ein um das andere Mal, vom Wohlwollen der Psychologin getragen, Kontaktanzeigen aufzugeben und Frauen zu finden...Vergebens. Aber von außen sah das so aus, als würde es irgendwann mal klappen...

Lukretia

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Re: Besuch beim Psychotherapeuten?

Post 15 im Thema

Beitrag von MarieB » Mi 5. Nov 2014, 07:18

Hallo,

nun gut. Ich denke für mich trotzdem, dass es mir helfen könnte mich zu erkennen. Jetzt muss ich einen Weg finden wie ich es angehen kann.

Hat jemand Erfahrung mit einem Therapeuten (Frau würde ich bevorzugen) im Rhein-Neckar-Raum???

LG
Marie
Gruß

Marie

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