Begehrenswert fühlen
Begehrenswert fühlen - # 6

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biene38
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Re: Begehrenswert fühlen

Post 76 im Thema

Beitrag von biene38 » So 11. Mär 2018, 14:14

Also ich verstehe Betty und Ihre Ängste sehr gut. Mag sein, dass sie ein recht konservatives Geschlechterrollenverständnis hat. Aber letztendlich hat sie Angst ihren Partner zu verlieren.
Wenn ich mir vorstelle, meine Frau sagt mir eines Tages sie möchte lieber ein Mann sein, sie nimmt Hormone, bekommt einen Stimmbruch, überall sprießen Haare. Ich hätte da auch ein riesen Problem. Und deswegen bin ich noch lange nicht transfeindlich. Transphob schon, da ich Angst hätte.
Zuletzt geändert von biene38 am So 11. Mär 2018, 14:37, insgesamt 1-mal geändert.

MichiWell
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Re: Begehrenswert fühlen

Post 77 im Thema

Beitrag von MichiWell » So 11. Mär 2018, 14:18

biene38 hat geschrieben:
So 11. Mär 2018, 12:31
warum soll es nicht möglich sein, als Mann auch schwach sein zu dürfen. Schwachsein hat nichts mit biologischer Weiblichkeit zu tun, genau so wie Starksein mit biologischer Männlichkeit. Männer und Frauen dürfen alles sein, was sie wollen. Nur gesellschaftliche Geschlechterrollen versuchen dies zu verbieten und die Menschen in bestimmte Bahnen zu lenken, welche sie einengen sollen.
Was fragst du mich? Ich habe die Thesen nicht aufgestellt.
Raider heißt jetzt Twix. Sonst ändert sich nix.

Der moderne Mensch ist leicht zu lenken, aber nur schwer zu etwas zu bewegen.

Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie.

ChrisTina73
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Re: Begehrenswert fühlen

Post 78 im Thema

Beitrag von ChrisTina73 » So 11. Mär 2018, 14:35

Lisa H. hat geschrieben:
So 11. Mär 2018, 11:44
betty hat geschrieben:
So 11. Mär 2018, 11:21
Aber macht ihr euch da nicht alle etwas vor? Wenn es doch soooo normal ist, wenn ein Mann als Frau verkleidet durch die Gegend läuft, dann frage ich euch, warum macht ihr das in weit entfernten Städten, heimlich wenn es dunkel wird. Zieht euch auf Toiletten um und versteckt eure Sachen. Wenn es doch so normal ist.
Erstens läuft ein Teil nicht nur so rum wie eine Frau sondern ist Frau, fühlt sich wie eine Frau.
Es ist wie bei Depressionen nur sind diese eine Krankheit. Wer nicht betroffen ist weiß und kann sich nicht in die Lage versetzen des Betroffenen. Und das ist kein Vorwurf an euch BioFrauen.
Warum machen es viele versteckt? Ganz einfach,lies dir Deine Aussagen durch dann weißt du warum. Weil Ihr uns eigentlich nicht so akzeptiert und uns für unnormal und blöde haltet.
Und damit macht ihr es euch verdammt einfach.
Ich kann euch verstehen das es nicht einfach ist. Aber es dreht sich auch nicht immer nur alles um die Frau die schwach sein darf.

Lisa
Hallo Lisa,

das ist ein interessanter Satz: Wer sagt Dir, das Mann immer stark und Frau immer schwach ist? Stärke ist für mich, Schwäche zuzulassen und ich habe für mich erkannt, das die unbewußte Vorstellung, eine Frau erwarte von mir immer den "starken" Mann ein Trugschluß war, der mit der Frau, mit der ich in Beziehung stand überhaupt nix zu tun hat! Ich habe Frauen erlebt, die durch die Hölle gegangen sind ohne großem Trara und jeder Mann, der nach Aussen stark scheinte, brach bei der kleinsten Herausforderung, die einem das Leben stellte, innerlich zusammen und jammerte, als gehe es um den Weltuntergang !!!

Ich kenne Depressionen, steckte jahrelang in einer fest, doch bin ich vorsichtig, sie als "Krank" einzustufen. Denn eine Depression ist für mich eine Reaktion, ein Symptom der Psyche, in der etwas, was keine Ausdrucksmöglichkeit bekommt, verzehrt dargestellt wird, solange, bis eine geeignete Ausdrucksform gefunden wird. Solange wird gemauert, jeder Versuch, einen daraus zuholen, wird erfolgreich abgewehrt, weil man selbst unbewußt spürt, das dahinter ein wesentlicher Aspekt der eigenen Individualität steckt! Das schwierige darin ist, das man sie oft lange nicht wahrnimmt, bis es zu einem Schlüsselerlebnis, etwa in Form des sich weiblich fühlens etc. kommt, und plötzlich ist wieder Leben, Lebensfreude zu spüren!

Auch wenn ich wie viele andere hier schon früh das Gefühl hatte, das ich anders bin, nicht der typische Mann, und in vielen ähnliche Empfindungen wie viele hier habe, führte es in mir nicht zu der Annahme, das wenn nicht Mann, dann bin ich Frau, denn das ist für mich Schwarz/Weiß malen. Sorry, das ich hier nicht mit der große Menge konform gehe und vielen "Thesen", gedanklichen Konstrukten und "Gefühlsidentitäten" kritisch gegenüber stehe, aber Ich wäre nicht Ich, wenn ich meinen eigenen Weg finden und gehen würde. Den Prozess, der innere Gang durch den Tartarus, den muß jeder für sich gehen. Ich weiß, was passiert, wenn Gefühle einen vereinnahmen und trotzdem werde ich mich innerlich immer wieder missverstanden fühlen, so wie viele hier und wie von vielen hier, die jede kritische Betrachtung des sich als Frau Empfindens als kritische Betrachtung ihrer Person empfinden. Und trotzdem steh ich zu meiner Meinung, will zeigen, das es alternative Wege zu der Alternative gibt auch wenn einige in mir Ihr Lieblingsfeindbild zu erkennen meinen; mal sehen was das Schlüsselwort alternative jetzt wieder für eine Lawine in Gang setzt ;)

Wenn ich sage, ich empfinde Dich auf Deinen Bildern als sehr attraktiv, begehrenswert, sehr weiblich, dann meine ich das so, nicht die Tina in mir, sondern der Chris. aber Du als Lisa wirst für ihn, also Chris, und für viele andere Männer unerreichbar bleiben, wie eine Sirene. Der Segen, der zum Fluch werden kann, wenn unbewußt erlebt ;)

Ich habe 30 Jahre innerlich großteils ein Eremiten Dasein geführt, war verliebt, wurde verstoßen, wurde abgelehnt, wurde verurteilt, wurde in die Wüste geschickt, hab andere verurteilt, hab verschiedene Identitäten erlebt hab vieles verloren um letztendlich für mich zu erkennen, das ich nur ein Mensch bin, ein Mann mit Fehlern, mit einer triebhaften Natur, manchmal innerlich wie ein kleines Kind, das sich nach Aufmerksamkeit sehnt, nach Liebe, nach Akzeptanz, mit dem Wunsch für eine Frau der wichtigste Mensch, der eine Mann fürs Leben zu sein. Und in der Hoffnung, hier der Mensch sein zu können der ich bin, spüre ich hier trotz allem nur Ablehnung. Man wird reduziert auf das Frau sein, Frau sein wollen, und wird nicht als Mensch wahrgenommen. Jedes Wort wird auf die Goldwaage gelegt und zerlegt, zurecht gebogen, wie es dem eigenen Empfinden nach passt, nur um sich selbst in seiner eigenen Art bestätigt zu sehen, mich und meinen Spiegelspielen eingenommen.
Doch dank Euch habe ich gesehen, das ich wirklich anders bin, einzigartig, in keine Schablone passend und es befreit mich. Ich weine grad und bin froh, mich selbst gefunden zu haben.

Euch allen einen schönen Sonntag

in Liebe

ChrisTina

Der Weg hinein scheint für viele rückblickend der Schwierigste, aber auch nur, weil sie den Weg heraus noch nicht gefunden haben...

Lorelai74
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Re: Begehrenswert fühlen

Post 79 im Thema

Beitrag von Lorelai74 » So 11. Mär 2018, 14:43

Hallo Ihr,

Spannend wie es hier auf und abwogt.
@Betty heute kann man sehen das du diskutieren willst und deine Meinung vertrittst.

Du hast Vorhin erwähnt das wir uns oft in entfernten Städten zeigen und dann alles wieder wegpacken. Ja das ist oft so- aber ich glaube es war Victoria die bemerkte, dass wir was Freiheit der Kleidungswahl einfach 100 Jahre hinter den Frauen liegen, und oft tun wir dass eben heimlich weil wir unsere Familien nicht mit Konsequenzen einer Gesellschaft belasten wollen, die uns schnell als Randgruppe oder „Aussätzige“ behandelt..

Warum ist das so? Im Prinzip sagst du Betty das wir nicht „Normal“ sind.... und ja du hast recht.
In Normal steckt Norm, also ein Standard , eine Festlegung wie Dinge sein dürfen.
Aber wir alles sind Menschen- und jeder einzigartig. Da gibt es keine Norm... oder doch? Wer legt die dann fest? Die Gesellschaft??

Gibt es den genormten Mann? Die genormte Frau? Ich denke nicht..
Du hast dein Männerbild - dem dein Mann und wir nicht entsprechen.
Wir wissen auch, dass wir den Männerbildern unserer PartnerInnen oft nicht entsprechen- oft komischerweise aber erst ab dem Zeitpunkt eines Outings. Und weil wir ahnen das unsere Partner oft damit Schwierigkeiten haben verleugnen manche ihre „Natur“ so lange bis sie depressiv werden und Suizid begehen weil das aus ihrer Sicht die einzige Lösung ist.

Die allermeisten die meisten von uns ziehen sich nicht Frauenkleider an um unsere Partnerinnen zu quälen. Die meisten von uns kennen ihre PartnerInnen gut genug, dass sie wissen das es Probleme und Konflikte geben wird wenn sie sich outen- aber ist es geheim ausleben oder die „letzte Konsequenz“ wirklich besser??

Ich habe natürlicher Weise kaum Haarwuchs- weniger als manche Frau an Armen und Beinen.
Als Mann bin ich wenig männlich, als Frau vielleicht nicht ganz weiblich, halt irgendwie etwas dazwischen...
Und ich denke das geht deinem Mann auch so.
Aber er hat es dir gesagt aus der Hoffnung das es für euch einen Weg miteinander gibt. Es scheint mir dass du es ja auch irgendwie akzeptierst, denn ihr seid noch zusammen...
Denk mal drüber nach

VLG
Lorelai
Viele liebe Grüße
Lorelai

Wenn alles gegen dich zu laufen scheint, erinnere dich daran, dass ein Flugzeug gegen den Wind abhebt, nicht mit ihm.
H. Ford

Viktoria-TV
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Re: Begehrenswert fühlen

Post 80 im Thema

Beitrag von Viktoria-TV » So 11. Mär 2018, 14:45

Wenn ihr euch so über mein ( Klischee) Männerbild lustig macht, dann darf ich das weitergeben.
Bei allem Respekt: Niemand macht sich darüber lustig. Jeder versucht hier mit dir genau darüber sachlich zu diskutieren und zu zeigen, dass dieses Bild naja sagen wir mal einseitig und beschränkt ist, da es uns nicht fassen kann. Zweitens kannst du nicht einerseits die Rechte der Emanzipation genießen wollen, andererseits deinem Mann nicht ähnliche Rechte zugestehen wollen. Das ist Rosinen picken :((a


Ich hätte da auch ein riesen Problem. Und deswegen bin ich noch lange nicht transfeindlich. Transphob schon, da ich Angst hätte.
Auch ich verstehe Bettys Ängste vom Prinzip her und das ist insofern auch in Ordnung. Nur Sie formuliert Ihre Ängste nicht als Ängste, sondern als generelle, unreflektierte Ablehnung ohne dass sie dabei auch die Bedürfnisse Ihres Mannes akzeptiert oder berücksichtigt. Natürlich wäre es krass, wenn meine Frau nun kommen würde und Mann werden wöllte. Das ist aber ein ganz anderes Ding als Crossdressing und gelegentliches Frau sein wollen. Zumindest sollte man aus dem Bedürfnis nach gelegentlichem Frau sein, nicht den automatischen Weg zu Geschlechtsumwandlung abstrahieren.
I`m not ashamed to dress "like a woman" because I don`t think it´s shameful to be a woman. - Iggy Pop -

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Re: Begehrenswert fühlen

Post 81 im Thema

Beitrag von ChrisTina73 » So 11. Mär 2018, 16:06

Einfach mal wieder Mann... Akzeptanz

Der Weg hinein scheint für viele rückblickend der Schwierigste, aber auch nur, weil sie den Weg heraus noch nicht gefunden haben...

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Re: Begehrenswert fühlen

Post 82 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » So 11. Mär 2018, 18:12

Meine Frau vorhin:

heute solltest Du wirklich mal ein Selfie machen (moin)

Ich verschone euch, sehe das aber als eine Wertung als "begehrenswert" )))(:

Also war mein "Auftritt" in Ordnung.

Gruß
Anne-Mette

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Re: Begehrenswert fühlen

Post 83 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah » So 11. Mär 2018, 18:15

Hallo Anne-Mette,
Anne-Mette hat geschrieben:
So 11. Mär 2018, 18:12
Ich verschone euch, werte das aber als eine Wertung als "begehrenswert" )))(:
Zeigt uns doch dein Selfie, bitte (cow)

(leider gibt es kein Hundeblick Emoji)

∑lG
The trick is to keep breathing

ChrisTina73
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Re: Begehrenswert fühlen

Post 84 im Thema

Beitrag von ChrisTina73 » So 11. Mär 2018, 19:26

Lalilaluna hat geschrieben:
So 11. Mär 2018, 01:39

Das mag ja für dich so richtig sein, aber woher willst du wissen, dass es für andere auch so richtig ist? Ich glaube, dass Lisa weiter oben (oder in einem anderen Thema) geschrieben hat, dass sie sich noch nicht sicher ist, wer sie ist, was sie ist. Und dass sie durchaus auch TS sein könnte. Ich finde nicht, dass ihr da "von außen" gesagt werden sollte, was sie sein soll -- das kann nur sie selber herausfinden.

LG,

Mirjam
die ganz sicher kein Mann mehr sein wird :P
Ich kann ihr nicht sagen, was sie sein soll, aber einen verunsicherten Menschen zu becircen, er solle zu sich stehen, und ist doch alles nicht so schlimm und schön hier, halte ich ein wenig für verantwortungslos und sowas kann schnell nach hinten losgehen.
Denn objektiv betrachtet ist dies auch eine subtile Art der Beeinflussung ;) Denn schließlich empfindet sie, wie in einem ersten Ihrer Posts beschrieben, den Drang bisweilen anstrengend und belastend. Und das zu ignorieren bedeutet für mich, sie/ihn als ganzen Menschen zu ignorieren.

LG

ChrisTina
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Ronda_PTL
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Re: Begehrenswert fühlen

Post 85 im Thema

Beitrag von Ronda_PTL » So 11. Mär 2018, 19:35

Anne-Mette hat geschrieben:
So 11. Mär 2018, 11:08
Moin,

@betty;



Gruß
Anne-Mette
Danke Admina, der Song(text) passt perfekt! -- Wenn er denn verstanden wird?!? (ki) (ap)

LG, die Ronda.
"Life is what happens, while you're busy making other plans." [† John Lennon]

Lalilaluna
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Re: Begehrenswert fühlen

Post 86 im Thema

Beitrag von Lalilaluna » So 11. Mär 2018, 19:58

Hallo ChrisTina,

jetzt sagst du, du könntest ihr nicht sagen, was sie sein soll, in dem Beitrag, auf den sich meine Antwort bezogen hatte, klang das für mich noch ganz anders. Ich finde, dass ohne diese Sätze der Zusammenhang einfach fehlt. Deswegen zitiere ich hier nochmal genau das, was ich das letzte Mal auch schon zitiert hatte:
ChrisTina73 hat geschrieben:
So 11. Mär 2018, 00:50
In diesem Sinne, steh zu dem, was Du bist @ Lisa & Co aber verliere Dich nicht zu sehr darin. Sei ein Mann... ein Mann mit einer ausgeprägten femininen Seite ;)
Und bei dem, was du hier schreibst
ChrisTina73 hat geschrieben:
So 11. Mär 2018, 19:26
Lalilaluna hat geschrieben:
So 11. Mär 2018, 01:39

Das mag ja für dich so richtig sein, aber woher willst du wissen, dass es für andere auch so richtig ist? Ich glaube, dass Lisa weiter oben (oder in einem anderen Thema) geschrieben hat, dass sie sich noch nicht sicher ist, wer sie ist, was sie ist. Und dass sie durchaus auch TS sein könnte. Ich finde nicht, dass ihr da "von außen" gesagt werden sollte, was sie sein soll -- das kann nur sie selber herausfinden.

LG,

Mirjam
die ganz sicher kein Mann mehr sein wird :P
Ich kann ihr nicht sagen, was sie sein soll, aber einen verunsicherten Menschen zu becircen, er solle zu sich stehen, und ist doch alles nicht so schlimm und schön hier, halte ich ein wenig für verantwortungslos und sowas kann schnell nach hinten losgehen.
Denn objektiv betrachtet ist dies auch eine subtile Art der Beeinflussung ;) Denn schließlich empfindet sie, wie in einem ersten Ihrer Posts beschrieben, den Drang bisweilen anstrengend und belastend. Und das zu ignorieren bedeutet für mich, sie/ihn als ganzen Menschen zu ignorieren.

LG

ChrisTina
rätsele ich mal wieder. Wo becirce ich Lisa (oder jemand anderen)? Wo deute ich an, dass das alles nicht so schlimm sei? Wobei sich da gleich noch die Frage stellen würde, ob es denn so schlimm wäre, wäre es denn so (ich vermute mal, du spielst hier auf TS an) -- nein, ich kann und will das nicht beurteilen, das kann wieder nur die Person, die es betrifft. Und vor allem: Wenn ich schreibe, dass sie das nur selber herausfinden kann, wo versuche ich sie da zu beeinflussen? Tut mir leid, das verstehe ich einfach nicht, vielleicht kannst du mich ja aufklären? ;)

LG,

Mirjam

Ronda_PTL
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Re: Begehrenswert fühlen •• Für die KreuzritterIn

Post 87 im Thema

Beitrag von Ronda_PTL » So 11. Mär 2018, 20:11

Dieser Beitrag ist EXCLUSIV für die Kreuzritterin Betty, die hier mit Verve und Ausdauer, einen Kampf gegen alle VERÄNDERUNGEN in der genderisierten Gesellschaft, gegen jede Erkenntnisfähigkeit der Wissenschaften und für starre, tradierte ROLLENBILDER des Konformismus führt, an der sämtliche guten Argumente und Fakten abprallen, wie PingPong-Bälle auf einem steinharten Tisch.

This is for YOU, Betty!
ULI67 hat geschrieben:
So 11. Mär 2018, 13:26
Ihr vergesst den Menschen. Den Menschen sollen wir lieben, so wie er ist, nicht wie er aussieht. Und du Betty bleib bitte immer gesund, lass dir keinen Unfall passieren, nach dem du behindert bist, denn dein Mann hat eine gesunde Frau gesucht und muss dich dann auch verurteilen. Dein Gejammer kotzt mich langsam an.
Ich schließe mich uneingeschränkt an! Ich weiß wovon ich spreche!

Ich habe mich in eine kerngesunde, sehr weibliche Frau dereinst verliebt, habe sie schließlich geheiratet, nachdem wir um unseren gemeinsamen Glücksweg gekämpft haben. Wir sind auf Berge gestiegen, haben lange große Reisen rund um den Globus unternommen, waren voll aktiv im Leben, beruflich und privat. Nach mehr als 20 gemeinsamen Jahren traf uns ein Schicksalsschlag nach dem anderen, heute sitzt meine bessere Hälfte im Rollstuhl und muss 24/7 betreut werden. Sie kann nicht mal mehr selbst ins Auto wechseln, auch dazu sind technische Hilfsmittel und mein aktives Eingreifen nötig.

Und wisst Ihr was? In all den schwierigen Jahren seit diese tückische Krankheit, für die es bis heute keine Aussicht auf Heilung gibt, unser Leben auf den Kopf gestellt hat, habe ich NIEMALS daran gedacht, dass dieser Mensch nicht mehr meine geliebte Frau ist. Und sie hat niemals auch nur einen Moment daran gezweifelt, dass ich nicht der "echte Mann" an ihrer Seite sein könnte, der den ganzen Irrsinn, die ganze Verantwortung für uns beide, die Aufgaben und Pflichten der Pflege und der Alltagsbewältigung stemmen würde. Auch wenn es manchmal bis an die Grenzen meiner Kräfte geht. Wie bei allen Menschen in ähnlichen Situationen.

Und genau deshalb kotzen mich -- sorry für den barschen Ausdruck -- solche ignorante und dogmatisch festgezurrte ZeitgenossInnen mittlerweile echt an. Wahre LIEBE fragt nicht nach dem perfekten Menschen nach MEINEN Vorstellungen, wahre Liebe wächst an den Herausforderungen des Lebens, die an sie gestellt werden.

Dieses Forum zeigt mir täglich den Unterschied zwischen Menschen, die das kapiert und verinnerlicht haben und den armen Seelen, die im letzten Jahrtausend hängen geblieben sind, die ihre PartnerInnen domestizieren und beherrschen möchten. Aus eigner Kleinmütigkeit. Aus panischer ANGST vor jeder Veränderung. :cry: :cry:

"Ich habe fertig!"

LG, Eure Ronda.
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Re: Begehrenswert fühlen

Post 88 im Thema

Beitrag von Semele » So 11. Mär 2018, 20:25

Ich lese hier auch schon eine ganze Weile lang mit, erinnere mich ebenso an den alten Thread, in dem Betty dann plötzlich verstummte. Schade, denn dort wurde genau die Frage gestellt, die sie offenbar nicht beantworten will. Es scheint leichter zu sein, in einem neuen Thread für Stimmung zu sorgen.
Eine aufmerksame Leserin stellte nämlich fest, dass die "Problematik" mit Bettys Mann nicht - wie es z.B. hier den Anschein hat - neu ist, sondern seit vielen Jahren besteht. Das bedeutet, sie hat sich jahrelang damit irgendwie arrangiert.
Es wäre deshalb nur fair, endlich die Karten auf den Tisch zu legen, Betty: Was hat sich nun geändert, dass dir dermaßen der Kragen platzt? Das Outing deines Mannes als CD liegt doch schon ewig zurück. Also warum machst du ausgerechnet jetzt ein derartiges Fass auf?
Wie dir sicher nicht entgangen ist, spielen hier alle mit sehr offenen Karten. Wenn du das nicht tust, fällt es schwer, überhaupt dein Problem zu verstehen.
Also leg endlich deine Karten auf den Tisch, um eine ehrliche Diskussionsgrundlage zu schaffen!
betty hat geschrieben:
So 11. Mär 2018, 11:21
Ich verstehe euch ja, ihr habt hier im forum eine seelenoase gefunden. Hier verurteilt euch keiner, hier sagen euch die anderen, wie toll und echt ihr nach außen hin wirkt. Tut euch allen gut, kann ich total verstehen.
Da muss ich dir sogar Recht geben, auch wenn ich die Steine schon fliegen höre ... In einigen Threads treibt mir die Selbstbeweihräucherung die Tränen in die Augen. Ich will niemandem unterstellen, nicht die wahre Meinung zu posten, aber die Meinung scheint eben oftmals ziemlich getrübt und vor allem rosarot zu sein. Egal ob TV, CD, TG oder * : Wer als äußere Frau auftritt, will auch genau so wahrgenommen werden. Logisch, sonst könnte man auf all die Mühen der Wandlung oder Angleichung verzichten. Ich habe selbst - wie viele andere zweifellos genauso - erlebt, welche unerträglichen Schmerzen es bereitet, den eigenen weiblichen Ansprüchen nicht zu genügen. Der Drang, das Äußere dem Inneren im Fall TG anzupassen, ist extrem narzisstisch und wird schnell essentiell, ja existentiell. In meiner Anfangsphase haben Probeschminken und Damenfrisur über mein Leben entschieden. Wäre das schief gegangen, würde ich diese Zeilen jetzt nicht schreiben können. Ich hätte das Scheitern, ohne verhöhnt und beschimpft zu werden als Frau rauszugehen, nicht verkraftet.

Deshalb wäre es auf der einen Seite gefährlich, der Fragestellerin zu bescheinigen, dass sie noch immer wesentliche männliche Züge offenbart und eben nicht einer Bio-Frau gleicht, auf der anderen wäre es nicht minder gefährlich, ihr Bio-Frauen-Identität zuzuschreiben.
Im ersten Fall könnte die Meinungsäußerung eine Krise auslösen, im zweiten einen extremen Höhenflug, der dann auf der Straße ganz schnell mit einer brutalen Bruchlandung enden könnte, wenn die ersten Lacher und amüsierten Blicke kassiert werden. Nicht alle sind so stark, jede Art von öffentlicher Kritik komplett als sog. "Kopfkino" ins Reich der Phantasie zu verbannen, um quasi komplett kritikfrei herumzulaufen. Diese Gabe besitzt nicht jede.

Aus diesen Gründen halte ich mich aus solchen Threads komplett raus, weil ich keine der beiden o.g. Antworten geben mag. Selbst hole ich mir meine Antworten lieber aus dem täglichen Leben. Ich bin noch nicht so lange als "Vollzeitfrau" unterwegs, sodass ich Reaktionen um mich herum schon noch registriere. Obwohl ich mich selbst nicht in Frage stelle (dann könnte ich gar nicht nach draußen gehen), brauche ich von Zeit zu Zeit ein Feedback zur Selbstbestätigung. Mein Slogan ist, solange mir Frauen die Tür zum Damenklo offenhalten, ist die Welt in Ordnung :lol:
betty hat geschrieben:
So 11. Mär 2018, 11:21
Aber macht ihr euch da nicht alle etwas vor? Wenn es doch soooo normal ist, wenn ein Mann als Frau verkleidet durch die Gegend läuft, dann frage ich euch, warum macht ihr das in weit entfernten Städten, heimlich wenn es dunkel wird. Zieht euch auf Toiletten um und versteckt eure Sachen. Wenn es doch so normal ist.
Es ist selbstverständlich nicht normal! Liebend gerne wäre ich ein geborener Mann, der zu 100% hinter seinem biologischen Geschlecht steht und sich mit sich selbst komplett identifizieren kann! Die Erkenntnis, eine transidente Frau zu sein, hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen, mich wochenlang in einen nervlichen Ausnahmezustand versetzt, enorme Angstzustände ausgelöst. Einerseits war es befreiend, endlich zu wissen, warum mein bisheriges Leben dermaßen verkorkst war, ich ständig neben mir stand, vor mir selbst weglief und immense Energien vergeudete, irgend etwas gnadenlos zu bekämpfen, was ich nicht beim Namen nennen konnte. So ein Leben führt jemand, der keine Identität besitzt. Alles scheitert, ist negativ, deprimierend, leer und sinnlos, bis nur noch der Wunsch nach einem baldigen Tode existiert. So muss kein "normaler" Mann leben und ich wünsche das niemandem!

Ich hatte in meinem bisherigen Leben noch nie Berührungspunkte mit Trans*, musste ewig im Internet recherchieren, wie das bezeichnet wird, was ich von einer Minute zur anderen erfahren hatte. Der Wechsel des äußeren Geschlechts ist die größte und tiefgreifendste Wandlung, die ein Mensch erfahren kann. Das stellt zwangsläufig höchste Ansprüche an die Person selbst und seine gesamte Umgebung, insbesondere an die Familie, die Menschen, die am nahesten stehen.

Nun stell dir mal vor, als Mann in einem weiblichen Körper gefangen zu sein: Die hohe Stimme nervt, der Busen, der Hintern, die Vagina, das lange Haar, der größtenteils haarlose Körper usw. Ein paar Dinge könntest du mit geringem Aufwand korrigieren, dir die Haare kurz schneiden, Männersachen anziehen (was bei Frauen ja problemlos in der Öffentlichkeit geht), vielleicht noch die Brüste mit Minimizern quetschen u.ä. Aber ganz schnell sind diese Dinge ausgeschöpft und du fühlst dich noch immer besch..., eben trotz allem viel zu sehr weiblich und viel zu wenig männlich. Der Druck steigt ins Unerträgliche und nun werden auch Möglichkeiten in Betracht gezogen, die mehr und mehr in den Körper eingreifen und nicht rückgängig zu machen sind. Deshalb heißt dieser Drang Leidensdruck.

Nichts anderes ist es bei Frauen, die im Körper eines biologischen Mannes stecken. Der Drang, auch äußerlich zur Frau zu werden, lässt sich nicht einfach wegdrücken. Ich für meinen Teil kann gar nicht anders, als HET zu machen und komplett als Frau zu leben. Vermutlich wäre ich auch jemand, auf den du zeigen und sagen könntest, dass da so ein Mann wäre, der sich als Frau verkleidet und das nicht normal wäre. Nur mit dem Unterschied, dass du mir nicht irgendwo im Dunkeln begegnen würdest, sondern mitten in der Öffentlichkeit am hellichten Tage! Ich lebe so, weil ich so bin und nicht anders kann.

Niemand nimmt die Strapazen aus Jux und Laune auf sich, das äußere Geschlecht zu wechseln. Das fängt bei dem Riesen-Theater mit der Lebenspartnerin an und endet bei den Auswirkungen einer HET und den zahlreichen Krankenhausaufenthalten und keineswegs schmerzfreien Folgen einer GAOP.
betty hat geschrieben:
So 11. Mär 2018, 11:21
Aber ich schlage euch was vor. Geht mit euren Frauen mal ins Gespräch : wieviel eurer Partnerinnen würden sich wünschen, das ihr Mann ein "ECHTER" Mann wäre. Wieviel weinen heimlich und hoffen, daß es weg geht. Wieviel eurer Partnerinnen haben Angst vor einer Trennung, wieviel bleiben, weil sie Angst vor finanziellen Schwierigkeiten, vor sozialem Abstieg oder vor zerbrechen der Familie haben( wenn Kinder da sind). Wieviele Frauen haben Angst vor dem Alleinsein? Fragt eure Frauen, was sie sich wünschen würden, wenn ne kleine gute Fee käme.
Komisch, das sind genau die Fragen, die auch ich mir als Auslöserin des Ehe-Konflikts gestellt habe.
Was meinst du, wie viele biologische Männer sich ebenfalls diese Fragen stellen, die verstecken und verdrängen, bis sie zusammenbrechen? Lies die Threads hier und du weißt, was ich meine.

Ich will mal nur auf das erwähnte "Zerbrechen der Familie (wenn Kinder da sind)" eingehen:
Als meine Frau noch versucht hat, mehr den Menschen in mir zu sehen als den Mann, ging es unserer Familie gut. Als Paar lernten wir uns quasi nochmals neu kennen, wuchsen als Familie durch das Meistern der Umstellung scheinbar fester zusammen. Unser neunjähriger Sohn hatte mit meinem Anderssein die wenigsten Probleme. Wir unternahmen sehr viel gemeinsam, fuhren sogar ins Hotel zusammen in den Urlaub. Dass ich dabei stets als äußere Frau auftrat, verschaffte uns weder böse Blicke noch Anfeindungen. Derart problemlos hatte selbst ich mir das niemals erträumt.

Doch nach knapp einem Jahr entschied meine Frau ganz plötzlich, nicht mehr zu wollen. Jetzt zerbrach die Familie, jetzt spiele ich als Mensch keine Rolle mehr, werde beschimpft, als geisteskrank behandelt, von der Verwandschaft aufs Übelste geschnitten, vor meinem Kind in den Dreck gezogen. Monatelang hab ich geredet und gebettelt, zur Vernunft zurückzukehren. Selbst dann, wenn eine Trennung plötzlich unbedingt notwendig sein sollte, wäre das kein Grund, sich nicht mehr wie Menschen zu benehmen.
Sie können stolz darauf sein, mir inzwischen meinen Sohn komplett entfremdet zu haben. Dass er aber als Jüngster dabei auf der Strecke bleibt, plötzlich riesige Probleme in der Schule hat und nur noch am Ausrasten wegen der kleinsten Kleinigkeit ist, interessiert sie freilich nicht. Jetzt ist ein unhaltbarer Zustand erreicht, der nur noch durch die Scheidung beendet werden kann - und das so schnell wie möglich. Ironie des Schicksals ist dabei, dass sich diejenigen, die ständig Benzin ins Feuer gossen, nun ganz dezent zurückziehen, nachdem alles in Trümmern liegt, und meine Frau keineswegs unterstützen.

Deshalb kann ich dich nur bitten, euch den Gefallen zu tun, dich möglichst schnell von deinem Mann zu trennen, wenn du es auf einmal nicht mehr aushalten solltest. Nach deinem Ton hier zu urteilen, scheint das nach meiner Auffassung wohl nicht abwegig zu sein. Das Schikanieren und Lamentieren bringt gar nichts und ist eventuellen Kindern gegenüber absolut unverantwortlich. Hier stoßen die Auffassungen von Kindern und Erwachsenen besonders böse aufeinander: Während Kinder meist keine Probleme mit einem Trans*Papi haben, können Partnerinnen und deren Familie damit überhaupt nicht leben, sodass auch die Kinder damit schlichtweg nicht leben können dürfen. Davon werden sie "überzeugt", bis sie es "begriffen" haben.
Lorelai74 hat geschrieben:
So 11. Mär 2018, 14:43
Wir wissen auch, dass wir den Männerbildern unserer PartnerInnen oft nicht entsprechen- oft komischerweise aber erst ab dem Zeitpunkt eines Outings. Und weil wir ahnen das unsere Partner oft damit Schwierigkeiten haben verleugnen manche ihre „Natur“ so lange bis sie depressiv werden und Suizid begehen weil das aus ihrer Sicht die einzige Lösung ist.
Genau das sind die Folgen, wenn der Versuch unternommen wird, es zu unterdrücken, die eigene Identität zu verleugnen. Meine Frau unterstellt mir, dass ich aus purer Böswilligkeit handle, sie jahrzehntelang belogen hätte, was bei mir absurd ist, da mir meine Transidentität aufgrund eines Traumas in früher Kindheit bis letztes Jahr vollständig unbewusst war. Ich hab vorher niemals Damenwäsche getragen und musste demzufolge auch nichts verstecken. Sie blockt das Thema komplett ab, will keine Dokumentationen dazu sehen, nichts darüber hören. Das ist in meinen Augen Transphobie in Reinkultur und dagegen komme ich nicht an.
Da ich jedoch mein Frausein komplett auslebe, kommt Suizid für mich nicht in Frage!
Lorelai74 hat geschrieben:
So 11. Mär 2018, 14:43
...
Aber er hat es dir gesagt aus der Hoffnung das es für euch einen Weg miteinander gibt. Es scheint mir dass du es ja auch irgendwie akzeptierst, denn ihr seid noch zusammen...
Denk mal drüber nach
Das führt mich zur Ausgangsfrage zurück. Warum ging es - waren es 6 ? - Jahre lang und jetzt nicht mehr? Was verschweigst du uns und zettelst dadurch ellenlange sinnlose Diskussionen an?

ascona
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Re: Begehrenswert fühlen

Post 89 im Thema

Beitrag von ascona » So 11. Mär 2018, 20:28

Liebe/r ChrisTina,
ChrisTina73 hat geschrieben:
So 11. Mär 2018, 14:35
Auch wenn ich wie viele andere hier schon früh das Gefühl hatte, das ich anders bin, nicht der typische Mann, und in vielen ähnliche Empfindungen wie viele hier habe, führte es in mir nicht zu der Annahme, das wenn nicht Mann, dann bin ich Frau, denn das ist für mich Schwarz/Weiß malen. Sorry, das ich hier nicht mit der große Menge konform gehe und vielen "Thesen", gedanklichen Konstrukten und "Gefühlsidentitäten" kritisch gegenüber stehe,
aber damit stehst du doch nicht allein ! Viele hier im Forum sehen das genauso wie du, mich inbegriffen.
Ich weiß , es gibt zwei Gruppen, die mit diesem schwarz/weiß - oder nennen wir es "binär", und die anderen , für die das "frau-sein" nur ein Teil ist, kleidungstechnisch und gefühlsmässig.
Ich musste lernen, die erstere zu verstehen. Früher glaubte ich, das sei Einbildung, bzw die verrennen sich in einem Irrweg, an dessen Ende sie dann doch nicht glücklich werden. Aber offenbar gibt es diese Transidentität, und irgendwelche pseudowissenschaftliche Begründungen sind mir da egal, wenn einer in diesem Sinn 100% transsexuell fühlt, dann ist er so, das respektiere ich.
Und trotzdem steh ich zu meiner Meinung, will zeigen, das es alternative Wege zu der Alternative gibt auch wenn einige in mir Ihr Lieblingsfeindbild zu erkennen meinen; mal sehen was das Schlüsselwort alternative jetzt wieder für eine Lawine in Gang setzt ;)
keine Lawine, ich bin bis jetzt der einzige der reagiert, und das positiv !
Und in der Hoffnung, hier der Mensch sein zu können der ich bin, spüre ich hier trotz allem nur Ablehnung. Man wird reduziert auf das Frau sein, Frau sein wollen, und wird nicht als Mensch wahrgenommen. Jedes Wort wird auf die Goldwaage gelegt und zerlegt, zurecht gebogen, wie es dem eigenen Empfinden nach passt, nur um sich selbst in seiner eigenen Art bestätigt zu sehen
wir sind alle nur Menschen, manche reagieren so wie du beschreibst. So ist es halt in so einem Forum. Ich verstehe, daß es dich trifft, wenn du ablehnende Kommentare kriegst, So wie es einen freut, wenn man Zuspruch bekommt. Ich ertappe mich sogar dabei, daß ich manchmal nach den "Bedankt" schiele. Das ist eigentlich doof.
Also sei realistisch, es ist nicht so pauschal wie du schreibst.
Du wirst hier nicht abgelehnt. (dr)

LG ascona

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Re: Begehrenswert fühlen

Post 90 im Thema

Beitrag von Jaddy » So 11. Mär 2018, 20:55

Mal so ins Blaue gefragt: Kennt ihr Schrödinger-Forenaccounts?

Gemeint ist folgendes: Von Forumsaccount A weiss man nur, was A selbst geschrieben hat. Man versucht, sich ein Bild von A als realem Menschen zu machen. Manche A's sind konsistent in ihrer Schreibe, so dass man die Gedanken von Beitrag zu Beitrag nachvollziehen kann. Bei anderen stutzt man ab und zu, weil die Stücke nicht zueinander passen, obwohl die Personen eigentlich gut formulieren können.

Dann komme ich meist zu mehreren möglichen Interpretationen bzw. mentalen Modellen von A. Und die pflege ich parallel, wie den Zustand von Schrödingers Katze in der Kiste.

Ein möglicher Quantenzustand von A ist "Fake". A ist eine Vorspiegelung von Person B, die über den Account bestimmte Absichten auslebt, warum auch immer. Indizien sind zum Beispiel mit Verve geführte Diskussionen zu bestimmten Triggerthemen, die an der Stelle abbrechen, wo es zum Schwur, zur Lösung, zur Erklärung kommen soll. Wenn sich über lange Zeit hinweg die Triggerthemen nicht weiterentwickeln verstärkt sich der Eindruck. Man dreht sich im Kreis, bekommt keine Antworten, ist sinnlos mit der Wiederholung der gleichen Fragen beschäftigt.

Für Schrödinger-Accounts gibt es die klassische Lösung: Kiste aufmachen. Entweder von aussen oder von innen. Und die andere: Ignorieren und sich der makrophysikalsichen Realität zuwenden, weil die Frage in der Kiste ein Pseudoproblem ist, dessen Beantwortung einem nicht weiterhilft.

Möge sich jede.r einen eigenen Reim auf diesen Beitrag machen :)

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