Warum so spät?
Warum so spät? - # 2

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Inga
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Re: Warum so spät?

Post 16 im Thema

Beitrag von Inga » So 18. Mär 2018, 15:12

Hallo, Flodur,

mir geht es genau anders herum: Wenn ich mich gut fertig gemacht habe, etwas Gutes angezogen habe, dann mag ich mich im Spiegel inklusive mit meinem Gesicht/Kopf gerne und ausgiebig angucken. Ich komme mir mit mir so viel stimmiger natürlicher vor, als wenn ich im Spiegel das Gesicht von den Kerl imir angucken muss. Ja, ich idenifiziere mich mit dem femininen Aussehen und bin in mir auch etwas stolz darauf. Von dem Gefühl bin ich völlig fasziniert und eigentlich bedaure ich nur, dass ich mich damit etwas einigele. Ich traue mich nicht, mich spontan mit so vielen um mich herum zu teilen, indem ich mich auch ihnen so zeige.

Liebe Grüße
Inga

MichiWell
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Re: Warum so spät?

Post 17 im Thema

Beitrag von MichiWell » So 18. Mär 2018, 15:35

Flodur hat geschrieben:
So 18. Mär 2018, 14:33
vom Verteidigungsminister aus Bayern ohne Hals kam der Spruch: "Die kalten Krieger sind uns lieber als die warmen Brüder";
War das der, der auch gesagt hat: "Wir brauchen keine Opposition, wir sind schon Demokraten."

Mir scheint, der hatte so einiges nicht verstanden. In einer früheren "Gesellschaft" hätte was ganz Großes aus dem werden können. :roll:
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Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie.

Flodur
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Re: Warum so spät?

Post 18 im Thema

Beitrag von Flodur » So 18. Mär 2018, 16:02

Nein Michi.
Wenn's auch so schön passend klingt, dein Zitat ist von Gerhard Polt über die CSU (bzw deren Selbstverständnis).

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Re: Warum so spät?

Post 19 im Thema

Beitrag von MichiWell » So 18. Mär 2018, 16:24

Flodur hat geschrieben:
So 18. Mär 2018, 16:02
Nein Michi.
Wenn's auch so schön passend klingt, dein Zitat ist von Gerhard Polt über die CSU (bzw deren Selbstverständnis).
Danke für die Information. (yes)

Der Spruch: "Wir brauchen keine Opposition, wir sind schon Demokraten." ist im Netz sehr oft unter dem Namen Franz-Josef Strauß verortet, und ich als Zitatesammlerin bin mir auch ziemlich sicher, dass der mal bei Wikiquote dem Strauß zugeordnet war. Jetzt jedenfalls nicht mehr, aber in den mehreren hundert Artikeländerungen kann ich das jetzt nicht mehr herausfinden.

Aber ich korrigiere gerne meinen Wissensstand.


Liebe Grüße
Michi
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Sycorax
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Re: Warum so spät?

Post 20 im Thema

Beitrag von Sycorax » So 1. Apr 2018, 20:31

Hier wurde oft das Internet als Auslöser genannt.
Ich denke, den meisten wird es dabei geholfen habe sich selber einzuordnen und zu erkennen, dass man nicht alleine ist. Es wird nichts ausgelöst habe, was schon immer in einem war.
So sehe ich das für mich. Es war reiner Zufall, dass ich auf diese Forum gestoßen bin und mir nacheinander eine Leuchtreklame aufgegangen ist. Wobei ich mich gerade wie ein Höhlenforscher fühle - der hat auch keine Ahnung was hinter nächsten Biegung kommt :?: .
Mit freundlichen Gruß
Sycorax

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Re: Warum so spät?

Post 21 im Thema

Beitrag von MichiWell » So 1. Apr 2018, 21:53

Hallo Sycorax,

ich sehe das ebenso. Das Internet ist nicht der Auslöser, sondern Quelle der Informationen, die uns zuvor mehr oder weniger weitgehend vorenthalten wurden. Es bietet uns Zugang dazu und vor allem auch die Möglichkeit zum Austausch über Dinge die uns bewegen, und die sonst mehr oder weniger totgeschwiegen, verächtlich gemacht oder massiv ins Lächerliche gezogen werden.

Das ist meiner Meinung nach vergleichbar damit, dass heranwachsende Menschen in der Schule möglichst nichts erfahren sollen (Homosexualität etc.), was ihnen die Möglichkeit geben würde, ihre Gefühle und Gedanken besser zu verstehen. Da wird wohl insgeheim gehofft, dass sie sich schon irgendwie dem heteronormativen Druck der Familie und ihres sonstigen Umfelds beugen werden, und devot einen Partner des anderen Geschlechts heiraten und brav Kindlein machen. Aber irgendwann kommt es halt doch hervor, und dann ist das Leid für alle Betroffenen um so größer. "Denkt den niemand an die Kinder?" möchte man rufen ... Aber das begreifen die Kleingeister da draußen einfach nicht.


Heute ziemlich gedankenschwer ...
Michi
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Re: Warum so spät?

Post 22 im Thema

Beitrag von DeniesundUlla » So 1. Apr 2018, 22:34

Hallo zusammen,
wenn ich all eure Beiträge lese sehe ich auch vieles was bei mir so war, wobei auch manches nicht so war.

Also ich bin froh das es das Internet gibt, ich weiß nicht, wie weit ich heute sonst wäre, ich war zwar schon sehr lange auf der Suche, aber ich wusste nicht, dass es letztendlich die Suche nach mir selbst war.

Ich habe immer den Kontakt zu Frauen gesucht, weil ich das Gefühl hatte sie könnten mir etwas geben, aber im Grunde wusste ich nicht genau was, nein es war nicht die suche nach Sex, wobei ich den nicht abgelehnt habe, es war zum einen die unbewusste suche, so angenommen zu werden wie ich bin, aber zum anderen war es, etwas von der Energie der Weiblichkeit mit zubekommen, eine Art Induktion, man kann zwar keine direkte Verbindung bekommen aber trotzdem ist da eine Energie Übertragung möglich, wer sich ein wenig mit Elektrik auskennt weis was ich meine, so stelle ich mir das zumindest vor ein wenig von der Weiblichkeit mit zubekommen, Anteil zu haben, mit zu Leben, auch wenn das alles nicht erfüllend war, eher ein Rausch.

Das Internet, hat mir die Möglichkeit (ich wusste immer noch nicht was mit mir los war) mich mit TS, TV usw. auszutauschen, irgendetwas zog mich daran an, anfangs dachte ich, mich ziehen die Menschen selber an, nein das war es nicht, dann war ich von Crossdressing, Erotischen Gefühlen irritiert, wo von andere Sprache, ich kannte das anziehen von Frauensachen nur zu Karneval und dergleichen, aber nicht das mir bekannt ist das ich sonst heimlich Frauenkleider anzog,
das war eher für mich ein Fetisch, sexuelle Erregung, nur so kannte ich das.

Ich habe zwar wie viele einen Puppenwagen gehabt, lieber mit Mädchen gespielt, war in der meiner Pubertät mit dem Gedanken behaftet, doch lieber eine Frau zu sein, habe mir gerne Damenunterwäsche in Katalogen angeschaut, ohne das mich das erregt hätte, fand sie nur einfach schön, da meine erste Frau auf schöne Unterwäsche keinerlei wert legte und auch nie welche trug, sah ich wohl eher da, daher das Interesse.

Mit den meisten Interessen der Männer konnte ich nichts anfangen, habe sie sogar teilweise abgelehnt, mochte nie abwertende Gespräche, habe mich eher als Frauenversteher gesehen, als dass ich wohl letztendlich damit selbst betroffen war.

Ich denke es gibt bei mir drei Große Kriterien der eigenen Unterdrückung, eines der größten Blockaden die ich von meinem Umfeld übernommen habe, war es ist falsch feminin, weiblich weich, zart zu sein, das ist kein Mann und das zweite ist die Mangelnde Eigenliebe und Selbstvertrauen und das dritte die fehlende Information, also das wissen, was mit mir los ist.

Und dann kam eben bei mir der Vulkanausbruch, der die weibliche Lava in einem Höllentempo, was mich am Anfang auch überfordert hat zu dem bringen wo ich heute stehe.

Ohne je die Hilfe meiner Therapeutin in Gebrauch zu nehmen bin ich meinen Weg gegangen, was aber sehr hilfreich war ist die Unterstützung und die teilweise weite Voraussicht meiner Frau, sie hat alles viel früher erkannt und erkennt heute immer noch vieles früher wie ich selbst, die vielen Gespräche die uns alles beidseitig vieles leichter gemacht haben.

Mir geht es wie vielen heute um einiges besser, noch nie habe ich mich selber so war genommen, mich so gespürt, so viele Gefühle entwickeln und war nehmen dürfen, was aber auch den Nachteil hat, das man sich bewusst wird, gefangen gewesen zu sein und ein nicht authentisches Leben gelebt, wobei gelebt ja nur teilweise wahr ist, ich sehe eher als hätte man in einem Film gespielt, aber gelebt sieht und fühlt sich anders an.

Man sieht sich im Nachhinein seinen eigenen Film, seine Rolle an, aber sein Leben ?

Für mich werden die Tage bis zur OP im Mai immer schwerer, wobei ich nicht weiß was mich danach erwartet, werde ich je mit dem wie es kommt, annähernd die Angleichung von Körper und Seele schaffen, fehlt letztendlich nicht doch der natürliche Biologische Körper, die eigen geborenen Kinder usw.

Mir geht es heute im Verhältnis zu der Zeit gegenüber früher wesentlich besser keine Frage, keine Depressionen mehr, kein Gefühl einer Leere, eines Leben was Lange ohne Lebensfreude war, mit viel Verzweiflung und seelischen Schmerzen, die für mich schlimmer waren wie die Körperlichen die mir zugefügt wurden.

Ja und natürlich der Gedanke des Themas, warum alles erst so spät, warum erst im August 2016

Im Nachhinein, im Rückspiegel erkenne ich vieles, aber ich bin ein Leben lang an vielen Hinweisschildern vorbeigefahren, ohne deren Bedeutung zu kennen.

Liebe Grüße Denies
Lebe dein wahres Leben, sonst lebst du das Leben, wie andere dich haben wollen.

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Re: Warum so spät?

Post 23 im Thema

Beitrag von AndroSern » Mo 23. Apr 2018, 20:51

Wir dürfen nicht vergessen, gelernt haben wir das Mensch-Sein in einer zuwiesenen Rolle, mit allem drum und dran. Wer "Glück"(?) hatte, durfte sich frei entwickeln oder hat sich wenigstens ansatzweise gegen die zugewiesene Rolle zur Wehr gesetzt. Und spätestens mit der Pubertät geht der Stress in einer ganz anderen Baustelle los... so ziehen sich die Auseinandersetzungen je nach persönlicher Grundlage bis etwa zum 18/20ten Geburtsjahr hin. Nun kommt bei uns Menschen noch eine kleine Gemeinheit per Biologie. Die Hormone bauen sich immer noch nach oben auf - bis etwa zu 30ten Lebensjahr. Unser Kopf ist dann auch schon mal zu Lebenskompromissen bereit, eigentlich eine sehr gute Lösung, weil uns das dabei hilft, auch viele andere Hürden zu nehmen (Beruf, Familie, überhaupt Soziales). Doch von nun an geht's bergab. Und nun werden auch die Konflikte sichtbar. Und Erfahrungen stehen immer stärker gegen die Empfindungen....
Hier habe ich Entwicklungspsychologie und mein Laienwissen zur Biologie zusammen geführt. Könnt Ihr dieser Theorie folgen?
Mein Sein ist mein Leben und warum sollte ich an meinem Leben etwas ändern, damit ich das bin, was anderen von mir erwarten - Das Ergebnis könnte nur sein, dass ich eine schlechte Rolle spiele! - ICH BIN ICH!

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Re: Warum so spät?

Post 24 im Thema

Beitrag von lexes » Mo 23. Apr 2018, 21:20

Michelle_Engelhardt hat geschrieben:
Mo 5. Mär 2018, 07:14
Ich hatte dieses Thema schon mal kurz in meiner Geschichte angesprochen. In meiner Pubertät rückte das Ganze mit der ersten festen Freundin sehr in den Hintergrund und blieb dann auch dort für die kommenden 25 Jahre. Ich hatte das Gefühl, das nicht mehr brauchen zu müssen und vergrub es ganz tief in mein Unterbewusstsein. Heirat, das erste Kind, das zweite Kind und ich als alleinverdienender Familienvater, der neben dem Vollzeitjob noch einen Nebenverdienst annahm, damit die Familie über die Runden kam. Da war für Michelle weder Platz noch Zeit, bis sie sich dann eines Tages mit voller Macht durchsetzte.

Ich blicke nicht traurig zurück auf die vermeintlich verlorene Zeit, denn auch in meinem alten Leben habe ich einige sehr schöne und coole Dinge erlebt, die ich als Michelle in der Form sicherlich nicht erlebt hätte. Heute, nach über 5 Jahren Frau bin ich allerdings glücklicher und zufriedener als jemals zuvor.

LG Michelle
Du bist super .... mehr muss man da nicht sagen

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Re: Warum so spät?

Post 25 im Thema

Beitrag von MaraE » Di 10. Jul 2018, 22:06

Ich denke die Ablenkung spielt eine wichtige Rolle. In meinem Leben war es zumindest so, dass ich in den Jahren in denen ich ständig unter Strom stand kaum an meine Weiblichkeit gedacht habe. Erst in den letzten Jahren als mein Leben etwas ruhiger wurde kam die Frau in mir wieder mehr und mehr in den Vordergrund.

Meine ersten Erfahrungen habe ich mit ca. zehn oder elf Jahren gemacht. Zu Beginn der Pubertät waren dann andere Themen viel wichtiger, z.B. das erste Mal verliebt sein und mein damaliges soziales Umfeld trug sicherlich auch sehr dazu bei meine Weiblichkeit zu verdrängen. Es gab auch so viel in dieser Zeit zu entdecken und zu erleben.
Irgendwann ging es dann mit den ersten Parties los und während dann des Studiums wurden die Parties immer exzessiver.
Dann in den ersten Jahren in Spanien war ich auch immer abgelenkt, eine andere Kultur und unbekannt Städte mussten hier erkundet werden, vom Nachtleben ganz zu schweigen.

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Re: Warum so spät?

Post 26 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Mi 11. Jul 2018, 08:38

Ich war früher mit meinem Thema alleine. Zumindest glaubte ich das. Zu meiner Schwester (gegen Ende des Teenie-Alters) sagten meine Eltern einmal (in den 1960ern): "Du kannst mit uns über alles reden, aber bring´uns bloß kein Kind nach Hause ...". Das war der Zeitgeist. Wie sollte ich da über Trans reden ? Ich habe mich für das Tragen von Strumpfhosen verurteilt. Irgendwann gab es auch einen Beitrag im Fernsehen über einen Bürgermeister in einem Dorf, der TS war. Er musste sein Amt aufgeben. Das war meine erste Info über Trans und hat mich fasziniert, aber es hat noch nicht klick gemacht. Später habe ich als Hilfskraft für einen Veranstalter am Ort Bühne für div. Veranstaltungen geholfen aufzubauen. Eine dieser Veranstaltungen war "Chez Nous", eine Travestieshow. Auch jetzt hat es nicht "klick" gemacht. Zu exotisch war der Gedanke.

Erst mit Aufkommen des Internets, ich glaube, es war noch das Forschungsnetz, gab es allererste Infos auf englisch. Der Durchbruch kam mit dem "Crossdresser Guide" von Agnes (http://crossdress.transgender.at/), damals noch als eine Art Druckversion. Ich denke, ich dürfte zu den ersten Leserinnen gehört haben. Dann kamen die Foren und der Austausch mit Anderen begann. Hier konnte ich meine Gedanken posten und austesten, ob sie für mich Bestand haben. dabei ist es geblieben. Informationen und Austausch waren also erst sehr spät möglich.

Ich freue mich für die Jüngeren, dass sie diese Möglichkeiten bereits in jungen Jahren haben.
Viele Grüße
Vicky

Nur Mannsein ist mir zu wenig, nur Frausein (noch) zu viel ...

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Re: Warum so spät?

Post 27 im Thema

Beitrag von Bea Magdalena » Mi 11. Jul 2018, 10:16

Hallo Vicky,

bei mir hieß es auch immer, bring bloß kein Kind heim und was willst du jetzt schon mit einer Freundin, heiraten kannst du mit 50 auch noch.
Wichtig war der kostenlose Dienst am elterlichen Hof. Im Grunde genommen konnte ich nie mit meinen Eltern über mich oder meine Probleme reden.

Als Jugendlicher las ich einen Artikel über "Geschlechtsumwandlung", ich war schon fasziniert, aber klick hat es nicht gemacht. Den Artikel hatte ich aufbewahrt, er ist aber über die Jahrzehnte verloren gegangen.
Vor dem Internet fehlte die Möglichkeit sich zu informieren. Als ich gegen Ende der 90er erstmals Internet hatte, suchte ich gezielt und war etwas nach 2000 bei VivaTs zum reinschnuppern. Insgesamt war aber zu der Zeit noch Familie, Beruf und Karriere wichtiger.

Ich war immer angepasst und bei mir gings immer nur in kleinen Schritten weiter.

Auch ich freue mich für die jüngeren, so wie Du es tust!

Liebe Grüße
Bea
future is female

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