Landesarbeitsgemeinschaft Trans* gestartet
Landesarbeitsgemeinschaft Trans* gestartet - # 2

Antworten
Beatrix
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 547
Registriert: Sa 25. Jul 2015, 16:40
Geschlecht: M(IS).....>...F
Pronomen:
Wohnort (Name): Billerbeck
Membersuche/Plz: Münsterland
Hat sich bedankt: 110 Mal
Danksagung erhalten: 93 Mal
Gender:

Re: Landesarbeitsgemeinschaft Trans* gestartet

Post 16 im Thema

Beitrag von Beatrix » Do 3. Dez 2015, 11:51

Auf die Gefahr hin, jetzt in alle aufgestellten Fettnäpfchen zu treten, melde ich mich auch zu Wort.

Diese ewige Diskussion über trans*/transsexuell nervt mich langsam.
Ich selbst definiere mich als Transsexuell, habe aber keine Probleme damit, mich auch von Nicole vertreten zu lassen. Was mich so nervt ist die ewige Schwarz-/Weißmalerei von einigen. Es gibt nun mal Menschen, die auch gescheckt oder mehr oder weniger grau sind.

Meine Meinung wird von diesem dgti-Posting ganz gut wieder gegeben.

Menschen mit Humor können noch diesen Link besuchen, allen anderen rufe ich zu:
SPALTER !!!
Tolerante Grüße
Beatrix
Zuletzt geändert von Beatrix am Do 3. Dez 2015, 12:14, insgesamt 1-mal geändert.
Nachdem Gott mich geschaffen hatte, sagte er: "Ups, da ist mir doch
ein Fehler passiert. Na egal, den müssen andere wieder ausbügeln. :-)"

Rosi_
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 229
Registriert: So 30. Nov 2014, 18:27
Geschlecht: weiblich
Pronomen:
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 22 Mal
Danksagung erhalten: 92 Mal

Re: Landesarbeitsgemeinschaft Trans* gestartet

Post 17 im Thema

Beitrag von Rosi_ » Do 3. Dez 2015, 22:15

Erst einmal danke, Anne-Mette, dass Du die Dinge hier wieder mehr auf den Boden gestellt hast.

Gerne weise ich auch immer wieder darauf hin, dass ich hier nicht im Namen irgendeiner Vereinigung schreibe, sondern
als transsexueller Mensch für mich.

Bitte verkennt auch nicht, dass es mir nicht um eine Begriffsdefinition geht und auch nicht darum, das transsexuelle Menschen
über einen Sammelbegriff nicht einfach nur nicht genannt werden.

Unsichtbar wird man im Grunde dann, wenn die Existenz der Hintergründe, Motivationen und Wahrheiten nicht mehr auf dem
Schirm der Menschen ist. Und genau das passiert über den Weg Trans*. Eben weil darunter nur geschlechtliche Identitäten im
Bezug zum biologischen Geschlecht gesehen werden. Eine feste Wahrheit des Geschlechts neben irgendwelchen körperlichen
Merkmalen kommt aber in dieser Verständniswelt nicht vor.

Menschen, die sich zwischen den Geschlechtern stehend erklären, haben da genau so wenig mit transsexuellen Menschen zu tun,
wie Menschen ohne ein geschlechtliches Thema. Lediglich eine von außen betrachtete Perspektive lässt augenscheinlich eine
Zusammengehörigkeit vermuten. In den Verständniswelten dagegen gibt es keine Gemeinsamkeiten mehr. Und Menschen
erklären sich immer von sich selbst heraus und niemals von außen. Das würde lediglich eine oberflächliche Beschreibung zulassen.

Dieses Unverständnis wird ja auch immer wieder durch die haarsträubenden Aussagen deutlich, in die transsexuelle Menschen
in Bezug zu Trans* immer mit einbezogen werden, wie z.B. man wünsche die Abschaffung des binären Geschlechtersystems,
oder man hätte eine "abweichende geschlechtliche Identität". In den Augen transsexueller Menschen totaler Humbug.

Es scheint also gar nicht wirklich im Grunde verstanden worden zu sein, was unter Unsichtbarmachung verstanden wird und so
hoffe ich, dass ich jetzt besser dazu beitragen kann. Folglich ist Trans* etwas gänzlich anderes als Transsexualität, weshalb
sich dann transsexuelle Menschen gegen eine solche Vereinnahmung wehren.

Nebenbei muss der Begriff "Transsexualität" nicht definiert werden, da dieser bereits vor vielen Jahrzehnten definiert wurde.
Es gibt halt nur von transsexuellen Menschen auf die Finger, wenn jemand an diesem Begriff neu rumdefinieren möchte um
ihn passend für Trans* zu machen.

Von daher wäre "Spalter" tatsächlich eine schön passende Bezeichnung, wenn denn irgendeine "Vereinigung" stattgefunden hätte
und es sich um eine "Gruppe" mit den selben Merkmalen handeln würde. Doch geht es hier im Kern nicht um Gruppen, sondern
um zwei unterschiedliche Phänomene und Verständniswelten, unter denen sich dann möglicherweise Menschen einfinden.
"Wirklichkeitswahrer" wäre deshalb die richtige Bezeichnung. Denn es gibt die Wirklichkeit von Menschen, die sich unter Trans*
finden können und es gibt die Wirklichkeit von transsexuellen Menschen. Beides existiert und ist damit Wahrheit. Wer eine davon
auslöschen möchte, macht unsichtbar.

Es sollten sich so manche Menschen einmal darüber Gedanken machen und hinterfragen, warum Menschen vor unserer Zeit eine
Comunnity im Sinne von LSBTTIQ geformt und benannt haben! Für unser Thema habe ich die bedeutsamen Buchstaben hervorgehoben,
doch steckt hinter der Nennung aller dieser Buchstaben exakt die selbe Begründung = Sichtbarmachung!

Was heute dagegen von Einigen begangen wird, ist das zertreten von Vielfalt. Das Eliminieren von Verständniswelten. Auslöschen
von Wirklichkeiten. Am Ende kostet das fehlende verstehen von Menschen (= Verständnis) deren Leben! Und wer für so etwas
verantwortlich ist, ist nicht mein Freund.

Rosi
Ich bin zwar "weich", aber darin bin ich "knallhart"

Marielle
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1562
Registriert: Do 11. Aug 2011, 10:52
Geschlecht: Mensch
Pronomen: ikke
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 121 Mal
Danksagung erhalten: 653 Mal

Re: Landesarbeitsgemeinschaft Trans* gestartet

Post 18 im Thema

Beitrag von Marielle » Fr 4. Dez 2015, 12:42

Guten Tag zusammen, Guten Tag Rosi,
Was heute dagegen von Einigen begangen wird, ist das zertreten von Vielfalt. Das Eliminieren von Verständniswelten. Auslöschen von Wirklichkeiten. Am Ende kostet das fehlende verstehen von Menschen (= Verständnis) deren Leben! Und wer für so etwas verantwortlich ist, ist nicht mein Freund.
Ich sehe das, wie du weisst, ganz anders. Es ist m.E. vielmehr das Beharren auf der (immer weniger belegbaren) Binärität, die dazu führt, dass Menschen ein Geschlecht zugewiesen wird unter dem einige dann sehr lange zu leiden haben. Aus der Sicht eines erwachsenen Menschen und als Beschreibung des eigenen Selbstverständnisses sind deine Erläuterungen ziemlich OK. Als Beschreibung eines natürlichen Zustands, und so willst du sie ja verstanden haben, sind sie selbst "Elimination" und "Auslöschung" (wenn man es so ausdrücken will).

Deiner Argumentation fehlt nach wie vor ein hinreichendes Kriterium, mit dem man Transsexualität beschreiben kann. Notwendig (und anzuerkennen!) ist die Selbstaussage eines Menschen, die aber nicht reicht, um daraus gesellschaftliche Regeln zu machen. Wir sind wohl darin einig, dass ein Penis oder eine Vagina kein hinreichendes Kriterium sind, nur fordert deine Darstellung gesellschaftliche Regeln, ohne irgendeine Alternative dazu anzubieten. Die hier immer wieder auftauchenden (manchmal ziemlich verzweifelt wirkenden) Versuche, ein solches Kriterium am Umgang eines Menschen mit dem eigenen Selbst festzumachen, kommen über die Erwartung (oder gar Forderung) nach Anlehnung an stereotype Geschlechterrollen bisher auch nicht hinaus. Sie befassen sich eigentlich nur mit der Selbstsicht und der Selbstbestätigung einzelner Individuen, anstatt wirklich am Problem zu arbeiten.

Das dieser Aspekt in deinen Ausführungen kurzerhand gar nicht vorkommt macht die Sache nicht besser. Die Ausblendung des fehlenden Kriteriums und der dadurch notwendige, hilfsweise eingebaute Bezug auf einen 'natürlich' gegebenen Zustand ist leider keinen Deut besser als das genitalistische Zuweisungssystem. Das Konstrukt lässt es nämlich nicht zu, dass verschiedene Menschen einen jeweils individuellen Umgang mit ein und demselben Phänomen haben könnten (was genauso gut oder schlecht belegt ist, wie der natürliche Zustand auf den Bezug genommen wird).


Ich gebe dir uneingeschränkt Recht, wenn es darum geht, dass die bestehende Situation nicht gut ist. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass der von dir und anderen vertretene Ansatz eher ein Teil des Problems als ein Teil der Lösung ist. Die wird nicht dadurch erreicht, das mehrere Ts verwendet werden, sondern viel eher dadurch, dass M, F, L, G, B, Q, I, A, T, T, T und T gute Kategorien für die Selbstbeschreibung von Menschen bleiben, als gesellschaftliche Kategorien aber verschwinden.

Ich würde mich freuen, wenn du mal aus deinem Verständnis heraus darstellst, wie mit Kindern gesellschaftlich so umgegangen werden kann, dass die Vielfalt ihrer individuellen Eigenschaften im Bezug auf ein, wie auch immer geartetes, Geschlecht(-sempfinden) sich frei entfalten kann, auch wenn sie noch nicht in der Lage sind, sich selbst zu artikulieren. Daran lässt sich nämlich die Tauglichkeit (oder die Untauglichkeit) eines Geschlechterbildes oder Menschenverständnisses viel besser festmachen, als am Umgang mit der Selbstaussage von erwachsenen Menschen.


Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.

Abby
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 107
Registriert: Sa 12. Apr 2014, 22:17
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Berlin
Membersuche/Plz: Berlin
Hat sich bedankt: 122 Mal
Danksagung erhalten: 39 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Landesarbeitsgemeinschaft Trans* gestartet

Post 19 im Thema

Beitrag von Abby » Fr 4. Dez 2015, 13:23

Ich bin nicht so hochintellektuell, dass ich dieser Diskussion wirklich folgen könnte, aber für mich stellt sich der bisherige Verlauf der Disk so dar, dass Rosi & Co als Transsexuelle nicht mit den Crossdressern/Andogynen u.a. unter uns uneindeutiger Geschlechtszuordnung in ein Schublädle gesteckt und auch nicht von uns gefühlt (Thema des Threads: LAG "Trans" gestartet) vereinnahmt werden möchten.

Das ist in Ordnung.

Aus meiner Sicht heraus sind TS ohnehin auf einer völlig anderen Schiene- am Anfang sieht es bei ihnen wie bei einem CD aus, danach wollen sie "richtige" Frauen werden und glauben, das nach einer GaOP auch geworden zu sein. Sie sind in den allermeisten Fällen dem 2-Rollen-Geschlechtermodell strikt verhaftet und möchten uns CD/Androgyne/IS usw. gar nicht verstehen, weil es in ihr (etabliertes) Rollenmodell nicht passt. Genau genommen, passt unser Selbstverständnis als CD oder IS und unser Wechsel zwischen den Geschlechterrollen gar nicht zum Selbstverständnis einer TS.

Sofern sich die Trennung zwischen CD und TS lediglich in einem weiteren "T" ausdrücken soll (das ja in "LSBTTIQ" ohnehin schon vorhanden ist), ist das völlig ok aus meiner Sicht, aber der Graben ist wohl deutlich tiefer...

LG Abby
Ein Mensch ist nicht nur das, als was er erscheint,
sondern auch das, als was er sich fühlt.

Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 13324
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: InterS
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Membersuche/Plz: 24977
Hat sich bedankt: 651 Mal
Danksagung erhalten: 4672 Mal
Gender:

Re: Landesarbeitsgemeinschaft Trans* gestartet

Post 20 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Fr 4. Dez 2015, 13:40

Guten Tag,

es "vereinnahmt keine(r)"; im Gegenteil: immer wieder mischen sich einige Gruppen in die Belange von Menschen ein, die sich engagieren und etwas bewegen. Dabei agitieren sie sterotyp im Sinne eines elitären Zirkels der "wahren Transsexuellen" und betreiben Ausgrenzung von Menschen, denen sie die Bezeichnung "transsexuell" nicht zubilligen, weil diese nicht nach ihren "Richtlinien" oder ihrer Definition erfolgt ist.

Das ist ein großes Problem; denn sie laden sich immer wieder in Diskussionen ein, die sie eigentlich nichts angehen, schließlich sind sie ja "anders".
Leider haben sie selbst nicht den Mut, ein offenes und frei zugängliches Forum zu betreiben und dort ihre Standpunkte "für die Allgemeinheit " zu vertreten und zur Diskussion stellen.
Da schotten sie sich lieber ab :evil:

Eigentlich ist es müßig, mit einigen Leuten zu diskutieren. Wieder einmal tritt eine inhaltliche Auseinandersetzung über Themen, die uns bewegen, zurück.

Ich überlege, ob ich die Ankündigung von Nicole als Ankündigung stehen lasse und die (leider) übliche Begriffsdiskussion abtrenne.


Gruß
Anne-Mette

eilinfox
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 248
Registriert: Mi 28. Aug 2013, 21:50
Geschlecht: weiblich
Pronomen:
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 15 Mal
Danksagung erhalten: 27 Mal

Re: Landesarbeitsgemeinschaft Trans* gestartet

Post 21 im Thema

Beitrag von eilinfox » Fr 4. Dez 2015, 14:12

Ich habe die Frage schon mal gestellt und bisher keine Antwort erhalten:

Was sind denn die gemeinsamen Ziele genau?

Als transsexueller Mensch der sich im binären Geschlechtermodell zurecht findet und verortet, kann es geschlechtliche Vielfalt und eine Auflösung der Geschlechter Mann/Frau ja nicht sein.

Anke
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1021
Registriert: Mo 2. Jun 2014, 17:14
Geschlecht: Weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Waldenbuch
Membersuche/Plz: Waldenbuch bei Böblingen
Hat sich bedankt: 606 Mal
Danksagung erhalten: 1006 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Landesarbeitsgemeinschaft Trans* gestartet

Post 22 im Thema

Beitrag von Anke » Fr 4. Dez 2015, 14:58

[quote="eilinfox"]

Was sind denn die gemeinsamen Ziele genau?[quote]

Hallo,

ein gemeinsames Ziel ist für mich, dass in der Gesellschaft breit akzeptiert ist, dass jeder sich geschlechtlich so verorten und leben kann, wie er es für richtig hält. Ein weiteres gemeinsames Ziel ist, dass jeder dazu die Unterstützung bekommt, die dafür notwendig ist.

Das lässt sich sicher noch ausbauen. Wenn es dann konkreter wird, dann sind die Zielsetzungen wieder unterschiedlicher, ohne sich dabei widersprechen zu müssen. Als Transfrau habe ich gar kein Problem mit geschlechtlicher Vielfalt, ich weißt genau wo ich stehe und wie ich gesehen werden möchte. Und Auflösung des binären Geschlechtermodells heißt nicht notwendigerweise, dass es die beiden Punkte "männlich" oder "weiblich" nicht mehr gibt. Der Unterschied liegt doch darin, dass es neben diesen beiden noch viele andere gibt.

Und warum sollte ein Crossdresser ein Problem haben, wenn es ein einfaches Verfahren zu Vornamens- und Personenstandsänderung gibt. Niemand erwartet, dass er dieses Verfahren auch nutzt.

Liebe Grüße

Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.

Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)

Rosi_
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 229
Registriert: So 30. Nov 2014, 18:27
Geschlecht: weiblich
Pronomen:
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 22 Mal
Danksagung erhalten: 92 Mal

Re: Landesarbeitsgemeinschaft Trans* gestartet

Post 23 im Thema

Beitrag von Rosi_ » Fr 4. Dez 2015, 15:52

Nun Marielle,

wenn Du schreibst:
Marielle hat geschrieben:Es ist m.E. vielmehr das Beharren auf der (immer weniger belegbaren) Binärität, die dazu führt, dass Menschen ein Geschlecht zugewiesen wird unter dem einige dann sehr lange zu leiden haben.
Dann ist das eben EIN Teil von Wirklichkeit von Menschen. Denn es gibt Menschen (ganz viele sogar) für die ist Binärität erstmal völlig in Ordnung.
Wie ich ja ausgeführt habe, gibt es daneben auch (mindestens) EIN weiteres Teil von Wirklichkeit von Menschen. Das sind die Menschen (relativ wenige),
für die diese Binärität eben ein Problem darstellt.

Die Kunst besteht nun darin, beide Wirklichkeiten gelten zu lassen. Wer dabei als Lösung ansieht, die Binärität abzuschaffen, wird nur versuchen, ein
Meer trocken zu lecken. Das wird niemals funktionieren, weil er gegen die Wirklichkeit von ganz vielen Menschen kämpft. Funktionieren kann das nur
über den Weg des Verstehens, also des Verständnisses. Und zwar müssen die Menschen verstanden werden können, deren Wirklichkeit außerhalb der
Binärität liegt. Dabei sei noch am Rande darauf hingewiesen, dass Binärität nicht auf Rollenerwartung oder Rollenverhalten reduziert werden darf.

Und genau hier wäre ein Stück Gemeinsamkeit zwischen Menschen aus dem Trans*-Bereich und transsexuellen Menschen zu finden. Über den
Weg, dass nur der Mensch selber über sein Geschlecht Auskunft geben kann (im Sinne seiner Persönlichkeit, seines Wesens). Wird dieses verstanden
und hat dies Gültigkeit für ALLE Menschen, legitimiert und vor Allem erklärt sich Alles was mit geschlechtlicher Varianz zu tun hat. Nämlich Menschen,
die völlig im Einklang mit ihren körperlichen geschlechtlichen Merkmalen leben, Menschen deren körperliche Merkmale gegengeschlechtlich sind und
auch Menschen, deren geschlechtliche Wirklichkeit in einer Uneindeutigkeit der lebbaren Rollenerwartungen oder des Rollenverhaltens sichtbar werden.
Dieser Umstand gilt dann selbstverständlich auch für Kinder, Marielle.

Im Prinzip wird dieser Ansatz bereits bei Menschen angewandt, die mit uneindeutigen körperlichen Geschlechtsmerkmalen zur Welt kommen. Eigentlich
sind wir also gar nicht so weit von dieser Bereitschaft entfernt. Um mich nicht zu wiederholen, kann man das auch kurz hier einmal nachlesen:
http://forum.shg-dazwischen.de/viewtopi ... 2920#p2920

Transsexualität wird ja durch das Wort an sich "beschrieben" (Trans - sexus = gegengeschlechtliche Körpermerkmale / Körper). Damit kommt es zur
Transsexualität, wenn der Körper nicht zum Geschlecht des Menschen passt. Und dass "passiert" - oder auch nicht - in dem Moment, wenn der Mensch
sich entsprechend einem Geschlecht erklärt. Nicht mehr und nicht weniger.

Weil diese Erklärung aber für Menschen, die sich zwischen den Geschlechtern beschreiben nicht in dieser Form zutrifft, ist es gut, hier eine Verständniswelt
im Sinne von Trans* geschaffen zu haben, damit sich diese Menschen eben nicht als "halbe transsexuelle Menschen", oder transsexuelle Menschen als
"besser (echte) transsexuelle Menschen" beschreiben zu müssen. Denn wer sich zwischen den Geschlechtern erklärt, für den gibt es dann ja in dieser
eindeutigen Form keine gegengeschlechtlichen Körpermerkmale. Aus diesem Grund leben Menschen weiblich gekleidet aber mit Vollbart für sich selbst
gut und zufrieden (was z.B. von transsexuellen Menschen überhaupt nicht nachvollzogen werden kann - aber doch über die Wahrheit der geschlechtlichen
Selbstaussage "verstanden" ´= Verständnis` werden kann). Weil Phänomene (Trans*, Transsexualität) aber an sich uneindeutig oder vermischt sein
können, mag es dennoch das ein oder andere transsexuelle Körpermerkmal geben. In dem selben Sinn, wie ein Bartwuchs bei Frauen (Hirsutismus)
im Grunde ein transsexuelles Körpermerkmal ist.

Anne-Mette,
Anne-Mette hat geschrieben: Das ist ein großes Problem; denn sie laden sich immer wieder in Diskussionen ein, die sie eigentlich nichts angehen, schließlich sind sie ja "anders".
Leider haben sie selbst nicht den Mut, ein offenes und frei zugängliches Forum zu betreiben und dort ihre Standpunkte "für die Allgemeinheit " zu vertreten und zur Diskussion stellen.
Da schotten sie sich lieber ab :evil:

Eigentlich ist es müßig, mit einigen Leuten zu diskutieren. Wieder einmal tritt eine inhaltliche Auseinandersetzung über Themen, die uns bewegen, zurück.
Wenn dann einmal genau so sauber getrennt wird, mischen sich transsexuelle Menschen bestimmt nicht mehr in die Belange von Trans* ein. Solange
aber unser "anders" nicht akzeptiert wird und Trans* meint, die Befindlichkeiten von transsexuellen Menschen mit zu repräsentieren, gibt es halt diesen
Einspruch und keinen "Frieden" - eigentlich das, worauf ich ja die ganze Zeit schon hinweise.

Wer mit transsexuellen Menschen in die Diskussion treten möchte, wird dazu zahlreiche Möglichkeiten finden. Ob dies nun eigenständige Foren wie das
eines VTSM e.V. oder die Internetseiten oder Facebookseiten eines ATME e.V. sind, um einmal zwei zu nennen, sei freigestellt. Alle sind jedenfalls öffentlich
erreichbar. Auch denke ich doch, das es durch ein Forum wie dieses hier oder eines dgti e.V. ebenso ein öffentliches Diskussionsangebot gibt. Von daher
erscheint Deine Aussage, dass hier eine inhaltliche Auseinandersetzung über Themen die "uns" bewegt in den Hintergrund tritt als befremdlich und sehr
einseitig betrachtet - was Dir aber als Einschätzung frei steht.

"Abby" hat die Situation eigentlich sehr gut und knapp beschrieben. Auch "eilinfox" spricht einen ganz wichtigen Punkt an. Und trotzdem können mit
gegenseitigem Verständnis und Achtung, alle "Beiden" Phänomene gut damit nebeneinander leben - über Gräben gibt es deshalb immer Brücken.

Rosi
Ich bin zwar "weich", aber darin bin ich "knallhart"

Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 13324
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: InterS
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Membersuche/Plz: 24977
Hat sich bedankt: 651 Mal
Danksagung erhalten: 4672 Mal
Gender:

Re: Landesarbeitsgemeinschaft Trans* gestartet

Post 24 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Fr 4. Dez 2015, 17:32

Moin,
Alle sind jedenfalls öffentlich
erreichbar.
Na, das ist eine nette Umschreibung )))(:

Dann ist es also möglich, auch als nicht als "transsexuell geprüfter Mensch" z.B. im VTSM e.V.- Forum sich anzumelden und mitzudiskutieren?

Gruß
Anne-Mette

Frida
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 349
Registriert: Mi 13. Nov 2013, 12:47
Geschlecht: weiblich
Pronomen:
Wohnort (Name): Neuss
Membersuche/Plz: D-41468 Neuss
Hat sich bedankt: 246 Mal
Danksagung erhalten: 83 Mal
Gender:

Re: Landesarbeitsgemeinschaft Trans* gestartet

Post 25 im Thema

Beitrag von Frida » Fr 4. Dez 2015, 17:41

Hallo, (888)

also ich kann das, was Rosi beschreibt gut verstehen und kann mich in den sachlichen Argumenten und in den Beschreibungen von Transsexualität wiederfinden.

Liebe Grüße, Frida (flo)

Rosi_
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 229
Registriert: So 30. Nov 2014, 18:27
Geschlecht: weiblich
Pronomen:
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 22 Mal
Danksagung erhalten: 92 Mal

Re: Landesarbeitsgemeinschaft Trans* gestartet

Post 26 im Thema

Beitrag von Rosi_ » Fr 4. Dez 2015, 18:02

Anne-Mette hat geschrieben:Moin,
Alle sind jedenfalls öffentlich
erreichbar.
Na, das ist eine nette Umschreibung )))(:

Dann ist es also möglich, auch als nicht als "transsexuell geprüfter Mensch" z.B. im VTSM e.V.- Forum sich anzumelden und mitzudiskutieren?
Was "ist", muss ja nicht "umschrieben" werden- besonders, wenn es auch nicht anders gelebt wird ;-)

Natürlich ist es möglich, im Forum des VTSM e.V. mitzudiskutieren. Einmal als Gast in dem öffentlichen Bereich ohne Anmeldung und einmal
als registrierter User im Diskussionsbereich für angemeldete User.

Die von Dir verwendete Symbolik formuliert als "transsexuell geprüfter Mensch" gibt es nicht. Es findet niemals eine "Prüfung" statt. Das
Forum steht Allen offen - Hausrecht haben halt transsexuelle Menschen - und der Verein selbst ist zugänglich aufgrund der einfachen
Selbstaussage eines Menschen. Dabei wird nicht geprüft, ob sich der Mensch selbst belügt oder nicht.

Grüßle
Rosi
Ich bin zwar "weich", aber darin bin ich "knallhart"

Marielle
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1562
Registriert: Do 11. Aug 2011, 10:52
Geschlecht: Mensch
Pronomen: ikke
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 121 Mal
Danksagung erhalten: 653 Mal

Re: Landesarbeitsgemeinschaft Trans* gestartet

Post 27 im Thema

Beitrag von Marielle » Fr 4. Dez 2015, 20:00

'nabend Rosi,
Denn es gibt Menschen (ganz viele sogar) für die ist Binärität erstmal völlig in Ordnung.
Mag ja sein. Es gibt leider auch relativ viele Menschen, für die eine diskriminierende Trennung in Schwarze, Weisse und Gelbe ganz OK ist. Es gibt immer irgendjemanden, der bestehende Differenzierungen 'völlig in Ordnung' findet; sonst gäbe es diese Trennungen schlicht nicht. Es lässt sich sicherlich auch jemand finden, für den eine gesetzliche Unterordnung der Frau unter den Mann völlig in Ordnung ist (vermutlich sogar hier). Das macht die Sache an sich aber nicht besser. Und jetzt komm mir nicht mit 'Mehrheit'; die zu sein nehmen nämlich auch die für sich in Anspruch, die uns alle am liebsten in der Geschlossenen sähen.


Ansonsten bestätigt deine Einlassung doch nur, was ich geschrieben habe. Du argumentierst nicht für gesellschaftlichen Fortschritt, sondern für partikulare Interessenslagen von artikulationsfähigen Menschen. Das es dafür leicht verdienten Beifall gibt ist auch keine neue Erkenntnis. Eine systematische Änderung lehnst du ab, weil sie gefühlt! gegen diese individuellen Interessen wirkt. Dabei nimmst du / nehmt ihr allerdings billigend in Kauf, dass sich am grundsätzlichen Problem (der Zuweisung von Geschlecht und daraus folgender Ableitungen und Erwartungen) nichts ändert. Ich nenne das schlicht Egoismus.

Man kann ahnen, warum es manchen Menschen so wichtig ist eine Art 'staatlicher Anerkennung' der eigenen Selbstbestimmung zu haben. Die daraus entstehenden Verhaltensweisen und Forderungen sind und bleiben aber Egoismus; im besseren Fall aufgrund individueller Geschichtsverdrängung, im schlechteren Fall als ganz bewusstes Verhalten, im schlechtesten Fall aus Mangel an Erkenntnisfähigkeit. Das haben wir aber wirklich schon so oft durchgekaut, dass selbst mir langsam die Lust daran fehlt. Mir fehlt sie auch deswegen, weil es viele Menschen gibt die sich als Transsexuelle benennen, die aber ganz ohne diesen Egoismus auskommen.

Aus diesem Grund leben Menschen weiblich gekleidet aber mit Vollbart für sich selbst gut und zufrieden (was z.B. von transsexuellen Menschen überhaupt nicht nachvollzogen werden kann ........
Findest du es nicht selbst etwas schräg, dass grade ein Teil der Menschen, die ständig auf ihr Selbstbestimmungsrecht pochen, das zudem völlig frei von körperlichen Bezügen anzuerkennen sei, anderen dauernd irgendwelche Zuschreibungen an die Backe kleben wollen? (den kategorischen Ausschluss innerhalb deines Satzes muss ich nicht extra erklären, oder?)


Ach, sag mal: Warum hast du eigentlich die Frage nach deinem Vorschlag zum Umgang mit Menschen, die sich (noch) nicht selbst erklären können, in deinem Beitrag so sauber ausgelassen? Gibt es da ein Problem?

EDIT (der Teil war mir beim einfügen verloren gegangen):

Offensichtlich gibt es da ein Poblem:
Über den Weg, dass nur der Mensch selber über sein Geschlecht Auskunft geben kann .......... Dieser Umstand gilt dann selbstverständlich auch für Kinder, Marielle.
Ein Kind soll Auskunft über sein Gechlecht geben? Womöglich noch bevor der Doc es in die Papiere einträgt?


hab es gut

Marielle
Zuletzt geändert von Marielle am Fr 4. Dez 2015, 21:19, insgesamt 1-mal geändert.
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.

LaraC
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 253
Registriert: Di 11. Dez 2012, 18:44
Geschlecht: genderqueer
Pronomen:
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 11 Mal
Danksagung erhalten: 49 Mal
Kontaktdaten:

Re: Landesarbeitsgemeinschaft Trans* gestartet

Post 28 im Thema

Beitrag von LaraC » Fr 4. Dez 2015, 21:10

eilinfox hat geschrieben: Was sind denn die gemeinsamen Ziele genau?
Ich habe das schon mal versucht zu beschreiben. Hier:
Was trans-irgendwas Menschen verbindet

Wir alle leben in einer heteronormativ geprägten Gesellschaft. Diese Gesellschaft schreibt uns allen auf der Basis unserer körperlichen Eigenschaften bestimmte Verhaltensweisen und Gruppenzugehörigkeiten vor und hindert uns daran, unser Selbst so auszudrücken, wie wir das wollen. Das haben wir alle gemeinsam. Und das zu ändern, ist unser gemeinsames Ziel.

Es mag sein, dass du dich inzwischen soweit an die Heteronormativität angepasst hast und deiner Umgebung ausreichend Informationen über dich und deine Vergangenheit vorenthältst, dass du im Alltag keine großen Probleme mehr hast. Aber auch du wirst zugeben müssen, dass du sehr lange darunter gelitten hast, dass man dich wegen deines Körpers als psychisch gestörten Mann und nicht als Frau gesehen hat. Wäre doch schön, wenn man diese Fixierung der Gesellschaft auf den Körper verändern könnte, oder?
Blog: http://genderkreativ.wordpress.com/

Rosi_
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 229
Registriert: So 30. Nov 2014, 18:27
Geschlecht: weiblich
Pronomen:
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 22 Mal
Danksagung erhalten: 92 Mal

Re: Landesarbeitsgemeinschaft Trans* gestartet

Post 29 im Thema

Beitrag von Rosi_ » Fr 4. Dez 2015, 21:25

Ja, Marielle,

jetzt hast Du schon über 1000 Beiträge geschrieben und verdrehst die Inhalte von Anderen immer noch als ob Du nicht
verstehen würdest, was eigentlich gemeint war. Du deutest um - konstruierst neu.

Mit keinem Wort habe ich ausgesagt, dass ich Binärität super toll finde. Nicht Alles was Du aber als nicht gut empfindest, ist
auch wirklich scheiße. Es gibt Dinge, die so sind wie sie sind, weil es für gewöhnlich natürlich ist. Dazu zählt auch Binärität der
Geschlechter - weil es nur zwei Geschlechter gibt. Sonst könnte sich wohl auch niemand zwischen den Geschlechtern empfinden ;-)
Es ist dann schon auch einmal anzuerkennen, dass diese Entwicklung den allermeisten Menschen in ihrem Bedürfnis, sich stimmig
mitzuteilen, entspricht und eben genau aus diesem auch hervorgegangen ist.

Freilich gibt es unterschiedliche Ausprägungen auf den verschiedenen geschlechtlichen Ebenen (Körpergröße, Stimme, Haare, Nase,
Brust, Genitalien, Gehirn usw.) die sich aber halt auch nur zwischen diesen zwei Geschlechtern abspielen. Wer nun für jede Ausprägung
ein neues Geschlecht benennen möchte, darf dies für sich gerne versuchen, sollte das dann aber auch für sich behalten.

Worin Du jetzt einen gesellschaftlichen Fortschritt siehst, indem Du die Gesellschaft auf Menschen ausrichten möchtest, die sich noch
nicht artikulieren könne (Babies und Kleinstkinder) erschließt sich mir tatsächlich nicht. Ich halte es für ausreichend, Menschen zuzuhören
wenn sie sich sinnig artikulieren können. Ich glaube auch, dass sich für diese Menschen irgendwelche geschlechtliche Fragen gar nicht
früher stellen. Wenn also dann ein falschgedeuteter Junge zu verstehen gibt, dass er ein Junge ist, ist genau der richtige Moment gekommen,
ihm zu glauben. Wäre hier im Vorfeld gar keine Binärität vermittelt worden, wäre auch seine Aussage niemals möglich gewesen und eine
Entwicklung gemäß seines geschlechtlichen Wesen könnte nicht so erfolgen.

Warum denn stellt sich nur niemand die Frage, warum es Menschen gibt, die sich an weiblichen Bildern (ob Rollenbildern oder Dingen die unter
Klischee gerne genannt werden) und andere, die sich an männlichen Bildern orientieren. Da muss es also etwas geben, was eben in die eine
oder in die andere Richtung tendieren lässt. Ganz ohne abgelaufene Prozesse und im Vorfeld der Identifizierung oder Identitätsbildung
- das geschlechtliche Wesen!?

Was so manch einer gar nicht verstehen mag ist, dass es durchaus auch diskriminierend oder die Persönlichkeit missachtend ist, wenn man
einem Menschen sein Geschlecht eliminiert. Furchtbar Viele sind halt ganz einfach stolz auf ihr Geschlecht. Und wenn dann ein paar herkommen
und diese Geschlechtlichkeiten auslöschen wollen, damit sie selber in einer Neutrum-Gesellschaft gut leben können wird das halt leider nicht
funktionieren und durchsetzbar sein. Einfach weil Menschen in der Regel keine Neutren sind.

Das wir beide, Marielle, da keinen persönlichen Frieden finden können, haben wir tatsächlich schon zu Genüge feststellen können. Ich finde es
aber schon sehr penetrant, wie Du meine sachlichen Hinweise verkehrst und für Andere dadurch unsinnig wiedergibst. Diesen Egoismus gebe
ich dann gerne wieder an Dich zurück.

Eine Lösung für unser beider "Problem" habe ich doch aber auch schon mehrmalig aufgezeigt. Da offensichtlich gar keine achtvolle Co-Existenz
gewünscht zu sein scheint, macht "ihr" (oder Du) doch einfach Euer (oder Dein) Ding und lasst "uns" einfach unser Ding machen - ohne dass "ihr"
(oder Du) meint, "unser" Ding machen zu wollen (gitli)

Zu Deinem letzten von mir vorgetragenen Zitat noch die Anmerkung, dass der Satz weiterging mit: "..... aber doch über die Wahrheit der
geschlechtlichen Selbstaussage "verstanden" ´= Verständnis` werden kann". Damit werden Deine Ausführungen dazu gleich ad absurdum geführt.
Es wird halt einfach nur wieder einmal mehr deutlich, wie Du versuchst an einer vernünftigen Diskussion vorbeizudoktrinieren, was eigentlich
einen ziemlich hilflosen Eindruck hinterlässt, ohne das jetzt noch tiefer ausführen zu wollen.

Auch bin ich davon ausgegangen, dass für Dich die Antwort auf Deine nun am Ende von Dir nochmals gestellte Frage, aus meinen vorigen
Ausführungen eigentlich hervorgegangen sein sollte. Vielleicht kannst Du sie nun besser herleiten.

Rosi
Ich bin zwar "weich", aber darin bin ich "knallhart"

Andrea aus Sachsen
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1913
Registriert: Mi 30. Nov 2011, 08:43
Geschlecht: Transfrau
Pronomen:
Membersuche/Plz: Nähe Chemnitz
Danksagung erhalten: 259 Mal

Re: Landesarbeitsgemeinschaft Trans* gestartet

Post 30 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen » Fr 4. Dez 2015, 23:26

.
Hallo Rosi,
nach deinen letzten Beiträgen glaube ich zwar, deine Denkweise etwas besser zu verstehen, insbesondere worin du den Unterschied zwischen transsexuellen und Trans*-Menschen siehst, teilen kann ich diese Auffassungen allerdings nicht. Ich frage mich nun immer wieder: Warum ziehst du da so eine harte Grenze, obwohl die Übergänge doch fließend sind? Wie siehst du z.B. Menschen, die sich als Frau im „falschen“ Körper fühlen, ihre Neigung wegen befürchteter Repressalien aber nur als Teilzeitfrau oder gar nicht ausleben. Oder jemand lebt praktisch 100% als Frau, schert sich aber nicht um VÄ/PÄ, HET und GAOP? (Der Einfachheit wegen spreche ich hier nur von MzF. Andersherum gilt das natürlich genauso.)Viele machen während ihres Selbstfindungsprozesses ohnehin mehrere „Stadien“ durch.
Wäre es da nicht besser, es gäbe einen Oberbegriff, der beide Kategorien einschließt? Eigentlich gibt es den ja schon: Transgender oder kurz Trans*, aber das entspricht ja nicht deiner Denkweise.
Nach deiner Auffassung soll der Begriff Trans* transsexuelle Menschen unsichtbar machen. Das habe ich nach wie vor nicht verstanden. Ich behaupte eher mal das Gegenteil: Die meisten Leute denken bei Trans* (egal ob mit oder ohne Stern) an Transsexualität. Dazu haben sicher auch zahlreiche Medienberichte und einige prominente Betroffene beigetragen. Teilzeitfrauen, Crossdresser, Bigender und alle anderen, die irgendwie zwischen den Geschlechtern stehen, sind dagegen weit weniger bekannt. So sind es meines Erachtens doch eher letztere, die noch weitgehend an „Unsichtbarkeit“ leiden.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen

Antworten

Zurück zu „NRW & Mitte der Republik“