Arbeiten als Crossdresser
Arbeiten als Crossdresser - # 2

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Ulrike-Marisa
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Re: Arbeiten als Crossdresser

Post 16 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Mi 18. Feb 2015, 08:55

Hallo Dahlia,

..in einer Privatfirma ist deine Lage gewiss anders als bei mir in der Bundesverwaltung Wasser und Schiff, wo es einen Antidiskriminierungsgrundsatz gibt, der auch gelebt wird. Ich habe mich von Anfang an mit unserer Gleichstellungsbeauftragten beraten - sie unterstützt mich seitdem und habe langsam meine Kollegen informiert, Stück für Stück und jetzt am Rosenmontag bin ich als Kollegin zur Arbeit gegangen und habe allgemeine Zustimmung erhalten natürlich auch erstaunte Kulleraugen gesehen und einige haben bei mir so etwas nie vermutet - die haben wohl auch noch nie richtig hingeschaut, wie ich schon länger ausssehe mit BH, Ohrringen und Halskette zu Jeans und Bluse/Pullover. Ich arbeite als Landvermesserin vollkommen selbständig an der digitalen Leitungsdokumentation und habe eine Kollegin (die Gleichstellungsbeauftragte), die den analogen Teil des Planzeuges betreut. Vorsicht ist aber immer geboten und gesagte Worte sind nicht mehr zurücknehmbar. Bei mir war ich mir sicher, dass nichts passiert- auch mein Abteilungsleiter hat nichts dagegen - Privatsache sozusagen. Aber ständig mit Rock oder Kleid möchte mich hier vermutlich auch niemand sehen - das weiss ich aber so genau auch nicht. Ganz als Frau kann ich nicht leben - da ist meine Frau vehement dagegen. Unser Betriebsrat hat es auchwohlwollend zur Kenntnis genommen und so bleibt es alles wie es war und ein Kündigungsgrund ist das bei uns nicht - es sei denn ich täte öffentliches Ärgernis erregen oder meine Kollegen bei der Arbeit stören.
Du musst dir natürlich klar darüber werden, was du selbst willst und das dann versuchen, das mir der beruflichen wirklichkeit nd en bestehenden möglichkeiten in Einklang zu bringen. TS/CD zu sein ist ja nun heutzutage auch nicht mehr ganz so etwas exotisches, dass du damit völlig aus dem Rahmen fallen tätest. Da fehlt Information nud vermutlich auch Verständnis dafür bei der GL. Auch die ist angehalten, sich zu informieren und müsste schon gute Gründe nennen. Da fangen natürlich auch Interpretationsspielräume an, was in einer Firma toleriert wird oder schon als geschäftsschädigend angesehen wird. Vertrete dein Anliegen der GL gegenüber sachlich, diskret aber mutig in der Sache. ...wird schon schief gehen... :wink:

Liebe Grüße, Ulrike-Marisa (moin)

Anke
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Re: Arbeiten als Crossdresser

Post 17 im Thema

Beitrag von Anke » Mi 18. Feb 2015, 09:21

Hallo Dahlia,

das ist ja nicht wirklich schön gelaufen. Ich denke aber, dass es Möglichkeiten gibt, die Sache wieder in eine gute Bahn zu lenken. Dazu habe ich folgende Gedanken:

Du hast in deinem Posting geschrieben, dass Du noch am Überlegen bist, was Du genau willst. Zum einen finde ich es am besten auf seine innere Stimme, sein Gefühl zu hören. Zum anderen habe ich den Eindruck, dass Du im Hinblick auf deine Arbeit weist, was Du willst. Du willst dort künftig als Frau/ in Frauenkleidung auftreten.

Abgesehen von deiner Entscheidungsfindung würde ich versuchen, die Initiative zu bekommen. Dieser Geschäftsführer hat dich überrascht und dich in eine defensive Position gebracht. Aus dieser Position kommst Du nur heraus, wenn Du offensiver wirst. Damit meine ich nicht dein Auftreten, damit meine ich deine Kommunikation. Da ich deine Firma, deine Umfeld und deine Kollegen nicht kenne und einschätzen kann, fällt mir da ein Rat schwer, wie Du das im einzelnen tun kannst. Aber vielleicht kann Dir hier der Betriebsrat helfen, die richtige Strategie zu finden. Ich würde da ein richtiges Maßnahmenpaket aufsetzen. Außerdem würde ich mir überlegen, wo es Verbündete gibt, bzw. wen ich zu meinem Verbündeten machen kann.

Ich würde das, was Du machst auf jeden Fall als Transsexualität kommunizieren. Irgendwelche kleinteiligen differenzierten Abgrenzungen wird dort kaum jemand verstehen. Nach meiner Einschätzung bist Du auch TS, Du gehst dabei eben deinen ganz speziellen Weg.

Ein gutes Mittel ist ebenfalls, offen und direkt um Hilfe und Unterstützung zu bitten. Vielleicht auch und gerade bei den Geschäftsführern. Einer Hilfesuchenden die Unterstützung verweigern, dazu gehört einiges. Du siehst es ja hier im Forum, in sämtlichen Postings sehe ich den Wunsch Dir zu helfen und dich zu unterstützen. Außerdem verschiebst Du damit den Fokus der Diskussion von "Wie laufen sie denn herum, das geht gar nicht!" auf "Wie können wir helfen!".

Über eine offen Auseinandersetzung mit Gesprächen unter Beteiligung des Betriebsrats bis hin zu einer juristischen Auseinandersetzung würde ich Augenblick nicht nachdenken. Wenn es dazu kommt, dann kannst Du das immer noch machen. Ich würde vorher erstmal die andere Möglichkeiten ausschöpfen.

Viele Grüße

Anke
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Dana
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Re: Arbeiten als Crossdresser

Post 18 im Thema

Beitrag von Dana » Mi 18. Feb 2015, 11:01

Moin moin
Ohne die ganzen vorherigen Beiträge zu lesen, möchte ich mal meine Erfahrungen beisteuern.

Seit ich vor 4 Jahren den Hebel umgelegt habe und die Entscheidung getroffen habe fortan in weiblichem Äußeren zu leben, tue ich dies auch am Arbeitsplatz. Wohlgemerkt, nur das Äußere ist weiblich, als Vollzeit-CD. Ich bin seit 26 Jahrenam Ham-Ariport tätig, vor 4 Jahren war ich noch als Gepäckfahrer, Heute bin ich Disponentin und seit eh und je mit Kundenkontakt.

Ich habe meinen Arbeitgeber darmals vor vollendete Tatsachen gestellt und somit für reichlich Unruhe gesorgt. Nach 22 Jahren als Mann, mußten sich alle erstmal an mein neues Äußeres gewöhnen. Auch unsere Geschäftsführung kam auf mich zu und zeigte Interesse und äußerte Bedenken. Immerhin arbeite ich in einem Bereich, in dem 100% Männer arbeiten. Ich habe mich in diversen Gesprächen erklärt und auch klargemacht, das es für mich kein zurück gibt. Sowohl mein Arbeitgeber als auch unser Betriebsrat sagten mir volle Rückendeckung zu und boten mit Hilfe an, wenn ich auf Probleme stoßen sollte. Bei vorgeschriebener Schutzkleidung wurde für mich natürlich keinerlei Ausnahme gemacht. Dennoch trug ich meine Silis, war ständig geschminkt und gestylt, und hatte auch lackierte Fingernägel. Während das anfänglich noch für Erstaunen sorgte, normalisierte sich das bald. Mein Arbeitgeber bemerkte recht schnell, das ich nicht von meinem Weg abweiche und suchte erneut das Gespräch mit mir. Man kam auf den Gedanken das mein Selbstvertrauen und mein Durchsetzungsvermögen auch dem Betrieb zugute kommen kann und bot mir einen Arbeitsplatz in der Führungsebene an. Der Vorteil für mich: Ich kann mich jetzt kleiden wie ich will.
Die Bedenken die mal da waren, sind alle ausgeräumt. Was anfänglich als Problem gesehen wurde ist Heute Normalität. Der Umgang mit mir ist für alle zur Gewohnheit geworden. Es dauerte seine Zeit und war auch nicht immer ganz leicht aber es geht.
Es wäre aber gelogen wenn ich nicht erwähnen würde, das es auch nach 4 Jahren noch Menschen gibt, die mein Tun nicht verstehen. Für Manche gibt es eben nur Schwarz und Weiß.
--- Ich bin nur verantwortlich für das was ich schreibe, nicht für das was Andere verstehen! ---

Liebe Grüße
Dana

Vicky_Rose
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Re: Arbeiten als Crossdresser

Post 19 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Mi 18. Feb 2015, 11:52

Man kam auf den Gedanken das mein Selbstvertrauen und mein Durchsetzungsvermögen auch dem Betrieb zugute kommen kann und bot mir einen Arbeitsplatz in der Führungsebene an.
Wundervoll, das gibt einem Hoffnung. Glückwunsch. )))(:

@Dahlia,

wie wäre es, wenn Du inoffiziell en femme einen neuen Job suchst ? Ich meine erst einmal nur suchen. Dann hättest Du vielleicht auch eine andere innere Einstellung Deinem Arbeitgeber gegenüber.

Man weiß nie, was passiert ...
Viele Grüße
Vicky

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Re: Arbeiten als Crossdresser

Post 20 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Mi 18. Feb 2015, 15:18

Ich habe noch einen Nachtrag:

Ein sehr lesenswerter Artikel (wie die ganze Website): http://www.julaonline.de/Leseecke/Polit ... ident.html
Viele Grüße
Vicky

Tatjana_59
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Re: Arbeiten als Crossdresser

Post 21 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 » Mi 18. Feb 2015, 16:33

Hallo Dahlia,

Ich kenne einen ähnlich gearteten Fall wie du ihn beschreibst.
Allerdings in einem kleinerem Betrieb ohne Betriebsrat oder sonstigen Beauftragten.
Damals kam der Chef mit ähnlichen Worten auf meine Bekannte zu.
Sie war erst mal vollkommen perplex und wusste nicht mehr weiter, sie arbeitete ich glaube etwas mehr als ein Jahr im Frauenmodus, im gesamten mehr wie 10 Jahre in der Firma.
Nach ein paar Tagen ging sie zum Chef um mit ihm zu sprechen über TS, sie legte ihm unter anderem ihren Dgti Ausweis vor.
Nach einem längerem Gespräch wurde sie dann wohlwollend aus dem Büro des Chefs entlassen, aber nur um an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren.
Seitdem hatte sie dieselben Probleme wie vor dem Zeitpunkt an dem sie der Chef angesprochen hat, nämlich keine.
Soweit ich weiß hat der Chef ihr nicht mitgeteilt warum er nach einem Jahr en femme erst auf sie zukam.

Also solltest du keinen Dgti Ausweis besitzen, beantrage ihn einfach, das geht schnell und problemlos. Mit etwas Glück kannst du damit schon etwas erreichen.

Gruß Tatjana

PS: Mit kleinerer Firma sind immerhin 200 Angestellte gemeint, allerdings an mehreren Standorten in Deutschland

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Re: Arbeiten als Crossdresser

Post 22 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Mi 18. Feb 2015, 17:12

Noch ein Hinweis:

Vielleicht möchtest Du mit der Antidiskriminierungsstelle des Bundes Kontakt aufnehmen. http://www.antidiskriminierungsstelle.d ... _node.html
Viele Grüße
Vicky

Franka
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Re: Arbeiten als Crossdresser

Post 23 im Thema

Beitrag von Franka » Mi 18. Feb 2015, 20:19

Erst mal danke für die zahlreichen Antworten.
Gleichstellungsbeauftragte gibts bei uns leider nicht. Aber heute kann ich schon wieder leichte Entwarnung geben. Habe 2 vertaute Kolleginnen über das Gespräch informiert. Die waren baff und meinten das geht ja gar nicht.
Wie schon geschrieben haben wir ja mehrere Geschäftsführer für verschiedene Firmen in unserem Haus. Von dem "wichtigsten" von ihnen, habe ich heute erfahren, dass es nie ein Gespräch unter den Geschäftsführern über mich gegeben hat. Und wenn es ein solches gegeben hätte, wäre er dazwischen gegangen. Was ich trage wäre meine Sache und geht niemanden etwas an. Er findet es gut und steht ganz hinter mir.
Ich denke auch der GF der mich gestern angesprochen hat und der dritte im Bunde haben selber weniger ein Problem damit. Ist bestimmt die Idee von so einem Anzugträger gewesen, der für den Einkauf der größeren Geräte in allen Standorten verantwortlich ist. In der Hierarchie bestimmt über mir, aber ohne dabei mein Vorgesetzter zu sein. Er hat als "hoher" Besuch im Haus war auch schon mal von mir verlangt, das ich mich doch umziehen soll und ständig kommen Sprüche wie "wieder Karneval" heute?" Da er sich nicht traut mich direkt anzusprechen und ja auch kein Vorgesetzter von mir ist, ist er bestimmt diesen Weg gegangen.
Er ist zum Glück nur alle 1-2 Wochen mal einen Tag im Haus, außer wenn ,was größeres erneuert wird. Und steht vor allem auch schon kurz vor der Rente. Ich kann es also erst mal lockerer angehen lassen, Infos verteilen und abwarten was weiter passiert.

LG Dahlia
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Exuserin-2015-08-11

Re: Arbeiten als Crossdresser

Post 24 im Thema

Beitrag von Exuserin-2015-08-11 » Mi 18. Feb 2015, 22:12

Hallo Dahlia wünsche Dir wirklich das alles was Du erlebt hast ,sich zum gutem wendet.Das Umfeld ist für Uns immer eine Herausforderung .Trotzdem bewundere ich Deinen Mut. In der heutigen Arbeitswelt ist es nicht so einfach ,sich da durch zu setzen. Viel Glück wünscht Dir Ilektra. (ap)

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Re: Arbeiten als Crossdresser

Post 25 im Thema

Beitrag von Inga » Mi 18. Feb 2015, 22:46

Hallo, Dahlia,

was ich dir noch schreiben wollte, eigentlich klang es doch gar nicht so schlecht, das Gespräch an anderes Mal fortzusetzen. Dann kann das Gespräch auch die Chance zur Information und Aufklärung bieten. Vielleicht solltest du für unwissende kollegen informative Broschüren in der Schreibtischschublade haben ...

Liebe Grüße
Inga

Anke
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Re: Arbeiten als Crossdresser

Post 26 im Thema

Beitrag von Anke » Do 19. Feb 2015, 11:53

Hallo Dahlia,

das liest sich doch recht gut! Freut mich sehr für dich. (ap)

Es gibt halt immer noch Zeitgenossen, die es nicht verstanden haben. Aber es werden weniger.

Liebe Grüße

Anke
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Re: Arbeiten als Crossdresser

Post 27 im Thema

Beitrag von conny » Do 19. Feb 2015, 11:58

Ilektra hat geschrieben: In der heutigen Arbeitswelt ist es nicht so einfach ,sich da durch zu setzen.
da sehe ich nicht so. auch wenn wir wohl noch etwas weit vom idealzustand entfernt sind, in der früheren arbeitswelt waren die möglichen probleme für transgender sicher größer.

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Re: Arbeiten als Crossdresser

Post 28 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Do 19. Feb 2015, 12:21

Das glaube ich auch. Wir sind heute an einem Punkt angelangt, der uns Freiheiten eröffnet, wie sie noch nie für die breite Masse möglich war. Das heißt nicht, dass alles gut ist. Aber vieles geht in die richtige Richtung. Ewig gestrige werden uns immer entgegen stehen.

Ich glaube in einer weichen, allmählichen Umsetzung unserer Ziele kommen wir am besten voran. Dabei müssen wir auch zukünftige Generationen im Blick haben und darauf hin arbeiten, dass sie noch freier damit umgehen können.

Grüße
Vicky
Viele Grüße
Vicky

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Re: Arbeiten als Crossdresser

Post 29 im Thema

Beitrag von s_Roeckchen » Fr 20. Feb 2015, 21:33

Für den Fall daß ich quasi auffliege, hab ich mir schon aus dem "Allgemeinen GleichbehandlungsGesetz (AGG)" rausgesucht, auf was ich mich berufe: Weltanschauung und Geschlechtsidentität.

Als Betriebsrat ist man nicht nur für die Einhaltung des Betriebsverfassungsgesetz zuständig, sondern (eigentlich, dann alle und alles kann man nicht kennen) für alle Gesetze und Regelungen die zugunsten der Kollegen gelten. Damit auch für Einhaltung des AGG, sprich Diskriminierungsverbot.

Das AGG ist eine ziemlich Keule, die ich mir merken würde. Aber es sieht so aus als kann die Keule in der Ecke bleiben.

Auf die Frage welcher Betriebsrat zuständig ist, das kann verzwickt sein. Schau auf Deinen Arbeitsvertrag, die Firma die da steht, deren Betriebsrat ist für Dich der zuständig. Wenn Dein Dienstsitz einen eigenen BR wählt, dann kann es sein, daß Du deswegen keine Wahlrecht hast.
Firmen sind mitunter recht kreativ ein betriebsverfassungsrechtliches "Gemeinschaftsunternehmen" zu bilden. Ggf. kriegt man diese Knoten nur arbeitsrechtlicher (und/oder gewerkschaftlicher) Hilfe gelöst.

LG s'Röckchen ...auch Betriebsrat...
...ridicule is nothing to be scared of...
(A.Ant "Prince Charming")

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Re: Arbeiten als Crossdresser

Post 30 im Thema

Beitrag von Franka » Sa 21. Feb 2015, 08:17

Der Flurfunk hat gestern geflüstert das wohl ein Patient, der unter meiner Aufsicht seine Urinprobe abgeben musste für einen Drogentest, etwas irritiert war von meiner Erscheinung.
Ich habe das in Notfällen immer mal wieder gemacht, wenn gerade keiner unserer Ärzte im Haus war.
Das könnte der Auslöser des ganzen sein. Ich habe darauf hin noch einmal mit dem Hauptgeschäftsführer gesprochen und wir haben beschlossen das ich einfach keine Patienten mehr auf die Toilette begleiten werde, gehört als EDV'ler ja auch nicht zu meiner Aufgabe, damit war das Thema dann auch schon erledigt. Obwohl wir beide der Meinung waren, das auch unsere Patienten sich an eine gewisse geschlechtliche Vielfalt zu gewöhnen hätten, ist das der einfachere Weg um den Betriebsfrieden zu erhalten. Falls einer der anderen GF noch mal das Thema ansprechen sollte, werden wir uns alle zusammensetzten und er wird denen dann, mit mir zusammen, Kontra geben. Ich werde dann berichten wie es weiter gelaufen ist.
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