Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.
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Marlene K.
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Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.
Vor einigen Tagen gab es nach hier geschilderten Übergriffen Diskussionen, wie wir mit unseren Erfahrungen in Bezug auf Tätergruppen und unseren eigenen Wertungen umgehen.
Für mich trafen dabei zwei Haltungen aufeinander:
These 1
Die eine Haltung ist die, dass die soziale, kulturelle, religiöse oder auch ethnische Herkunft von Tätern nur öffentlich genannt werden soll, wenn sie direkt mit der Tat in Zusammenhang stehen.
These 2
Die zweite Haltung ist, dass wir, um Gefahren zu erkennen, häufiger auffällige Tätergruppen benennen müssen.
Für mich haben beide Ideen Vorteile und Nachteile. Klar für mich ist, dass wir alle unsere Mitmenschen von der ersten Sekunde an ausgehend von unseren gesammelten Erfahrungen beurteilen. Das heißt, wir bewerten unser Gegenüber nach unseren Vorurteilen, denn nichts anderes sind unsere Erfahrungen oder erlernten Haltungen.
Dadurch ergibt sich für viele ein Paradox aus dem Anspruch, jedem gerecht zu werden und der Unmöglichkeit, erlerntes hinter sich zu lassen. Menschliches miteinander ist ohne Vorurteile nicht möglich.
Ich würde gerne mit Euch diskutieren über Vorteil und Nachteil von Vorurteilen/Erfahrungen und was das für Euch im Umgang mit unseren Mitmenschen heißt, im ganz persönlichen und davon ausgehend auch in größeren gesellschaftlichen Zusammenhängen, zum Beispiel Wissenschaft und Veröffentlichungen.
Für mich trafen dabei zwei Haltungen aufeinander:
These 1
Die eine Haltung ist die, dass die soziale, kulturelle, religiöse oder auch ethnische Herkunft von Tätern nur öffentlich genannt werden soll, wenn sie direkt mit der Tat in Zusammenhang stehen.
These 2
Die zweite Haltung ist, dass wir, um Gefahren zu erkennen, häufiger auffällige Tätergruppen benennen müssen.
Für mich haben beide Ideen Vorteile und Nachteile. Klar für mich ist, dass wir alle unsere Mitmenschen von der ersten Sekunde an ausgehend von unseren gesammelten Erfahrungen beurteilen. Das heißt, wir bewerten unser Gegenüber nach unseren Vorurteilen, denn nichts anderes sind unsere Erfahrungen oder erlernten Haltungen.
Dadurch ergibt sich für viele ein Paradox aus dem Anspruch, jedem gerecht zu werden und der Unmöglichkeit, erlerntes hinter sich zu lassen. Menschliches miteinander ist ohne Vorurteile nicht möglich.
Ich würde gerne mit Euch diskutieren über Vorteil und Nachteil von Vorurteilen/Erfahrungen und was das für Euch im Umgang mit unseren Mitmenschen heißt, im ganz persönlichen und davon ausgehend auch in größeren gesellschaftlichen Zusammenhängen, zum Beispiel Wissenschaft und Veröffentlichungen.
Marlene
Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon
Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
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Diana.65
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Re: Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.
Hallo Ralf-Marlene.
Die Gedankengänge über Nutzen oder Schaden bei der Nennung oder dem Weglassen der ethnischen, religiösen oder auch sexuellen Herkunft von Tätern hatte ich beim Lesen der Diskussionen auch. Ich denke, dass das Egebnis dazu genau so unterschiedlich ausfällt, wie auch jeder Mensch unterschiedlich ist.
Über die Gefährlichkeit der Pauschalisierung zu Nationalitäten und Abstammungen gab es bei uns in der lokalen Presse vor ein paar Wochen mal einen interessanten Artikel. Darin ging es um das Verhältnis zu den Asylanten im Landkreis Saalfeld Rudolstadt. Interessant war dabei für mich die Aussage, dass hier im Kreis registrierte Straftaten von Mitmenschen mit Migrationshintergrund durch eine Gruppe von weniger als 10 Personen ausgeführt wird. Und das bei mehreren Hundert Asylbewerbern. Da wird also durch diese wenigen Personen ein vielfaches an Menschen in Misskredit gebracht.
Es ist aber, meiner Meinung nach, leicht, bestimmte Aussagen schnell pauschalisiert auf ganze Menschengruppen anzuwenden. Einerseits macht es die Pauschalisierung einfach, da man sich nicht näher mit einer Thematik beschäftigen muss. Andererseits besteht dann aber die große Gefahr, auch viele Nichtbetroffene in solche Gruppen einzusortieren, womit damit vielen geschadet wird.
Ein Ähnliches Beispiel für Pauschalisierung ist ja auch, dass viele das Crossdressing gleichsetzen mit denjenigen, die als Travestiekünstler in der Öffentlichkeit auftreten oder das ganze in die sexuelle Schmuddelecke verorten.
Ich denke, dass da insgesamt nur eine gute Information aller weiter hilft und es auch gut wäre andere wieder mehr zum Nachdenken anzuregen.
Liebe Grüße,
Diana.
Die Gedankengänge über Nutzen oder Schaden bei der Nennung oder dem Weglassen der ethnischen, religiösen oder auch sexuellen Herkunft von Tätern hatte ich beim Lesen der Diskussionen auch. Ich denke, dass das Egebnis dazu genau so unterschiedlich ausfällt, wie auch jeder Mensch unterschiedlich ist.
Über die Gefährlichkeit der Pauschalisierung zu Nationalitäten und Abstammungen gab es bei uns in der lokalen Presse vor ein paar Wochen mal einen interessanten Artikel. Darin ging es um das Verhältnis zu den Asylanten im Landkreis Saalfeld Rudolstadt. Interessant war dabei für mich die Aussage, dass hier im Kreis registrierte Straftaten von Mitmenschen mit Migrationshintergrund durch eine Gruppe von weniger als 10 Personen ausgeführt wird. Und das bei mehreren Hundert Asylbewerbern. Da wird also durch diese wenigen Personen ein vielfaches an Menschen in Misskredit gebracht.
Es ist aber, meiner Meinung nach, leicht, bestimmte Aussagen schnell pauschalisiert auf ganze Menschengruppen anzuwenden. Einerseits macht es die Pauschalisierung einfach, da man sich nicht näher mit einer Thematik beschäftigen muss. Andererseits besteht dann aber die große Gefahr, auch viele Nichtbetroffene in solche Gruppen einzusortieren, womit damit vielen geschadet wird.
Ein Ähnliches Beispiel für Pauschalisierung ist ja auch, dass viele das Crossdressing gleichsetzen mit denjenigen, die als Travestiekünstler in der Öffentlichkeit auftreten oder das ganze in die sexuelle Schmuddelecke verorten.
Ich denke, dass da insgesamt nur eine gute Information aller weiter hilft und es auch gut wäre andere wieder mehr zum Nachdenken anzuregen.
Liebe Grüße,
Diana.
Ich bin und bleibe ich.
Und ... genieße mein neues Leben.
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Michelle_Engelhardt
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Re: Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.
Hallo Ralf-Marlene,
interessantes Thema. Manchmal frage ich mich, woher diese Vorurteile kommen. Sind sie anerzogen? Sind sie das Resultat der eigenen Erfahrungen? Oder beeinflusst uns die Berichterstattung der Medien so sehr?
Ich denke, es ist eine Kombination aus allem...wobei ich den Medien die größte "Schuld" anlaste.
Ich erinnere mich vor einigen Jahren, als beinahe täglich über Bombenanschläge von Selbstmordattentätern berichtet wurde. Ich stand bei der Post in einer Schlange, um ein Paket abzuholen. Etwas weiter vorne stand eine Frau(?) ganz in schwarz und komplett verschleiert. Als ich sie sah, hatte ich sofort ein ungutes Gefühl und dachte "Hoffentlich fliegt gleich nicht die ganze Bude in die Luft". Irre, oder?
Mit meiner Ex-Band haben wir Musik gemacht, die sich vornehmlich mit dem Thema "Nordische Mythologie" befasste. Dies veranlasste das Rolling Stone Magazin dazu, einen Artikel zu verfassen mit der Überschrift "Hitlers Headbanger". Im Artikel ging es zwar kaum um uns, aber trotzdem sahen wir unser Image beschädigt, zumal wir uns immer auf und auch abseits der Bühne klar vom Rechtsradikalismus distanziert hatten. Das Ganze endete in einer Unterlassungsklage und einer Gegendarstellung seitens des Magazins.
Diese Vorurteile sind aber sicher kein rein deutsches Phänomen. Vor ein paar Jahren spielte ich sehr oft Online-Billiard auf internationalen Servern. Dort wurde ich häufiger als "Nazi" tituliert und das nur, weil vor meinem Spielernamen eine Deutschlandflagge war die anzeigte, aus welchem Land ich auf dem Server eingeloggt bin. Solche Beleidigungen kamen hauptsächlich aus England, Türkei und Brasilien...also aus völlig verschiedenen Kulturkreisen.
LG
Michelle
interessantes Thema. Manchmal frage ich mich, woher diese Vorurteile kommen. Sind sie anerzogen? Sind sie das Resultat der eigenen Erfahrungen? Oder beeinflusst uns die Berichterstattung der Medien so sehr?
Ich denke, es ist eine Kombination aus allem...wobei ich den Medien die größte "Schuld" anlaste.
Ich erinnere mich vor einigen Jahren, als beinahe täglich über Bombenanschläge von Selbstmordattentätern berichtet wurde. Ich stand bei der Post in einer Schlange, um ein Paket abzuholen. Etwas weiter vorne stand eine Frau(?) ganz in schwarz und komplett verschleiert. Als ich sie sah, hatte ich sofort ein ungutes Gefühl und dachte "Hoffentlich fliegt gleich nicht die ganze Bude in die Luft". Irre, oder?
Mit meiner Ex-Band haben wir Musik gemacht, die sich vornehmlich mit dem Thema "Nordische Mythologie" befasste. Dies veranlasste das Rolling Stone Magazin dazu, einen Artikel zu verfassen mit der Überschrift "Hitlers Headbanger". Im Artikel ging es zwar kaum um uns, aber trotzdem sahen wir unser Image beschädigt, zumal wir uns immer auf und auch abseits der Bühne klar vom Rechtsradikalismus distanziert hatten. Das Ganze endete in einer Unterlassungsklage und einer Gegendarstellung seitens des Magazins.
Diese Vorurteile sind aber sicher kein rein deutsches Phänomen. Vor ein paar Jahren spielte ich sehr oft Online-Billiard auf internationalen Servern. Dort wurde ich häufiger als "Nazi" tituliert und das nur, weil vor meinem Spielernamen eine Deutschlandflagge war die anzeigte, aus welchem Land ich auf dem Server eingeloggt bin. Solche Beleidigungen kamen hauptsächlich aus England, Türkei und Brasilien...also aus völlig verschiedenen Kulturkreisen.
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ExuserIn-2019-12-18
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Re: Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.
Guten Morgen,
ich denke: eine Tätergruppe ist eine Tätergruppe und muss dann zur Gefahrenabwehr auch so benannte werden.
Das Problem ist aber die gesellschaftliche Verallgemeinerung! Also der Umkehrschluss, dass alle die einer solchen Gruppe zugeordnet werden könnten, auch gleich Täter sind ....
Ich erinnere mich noch gut an die Zeit der Zigarettenverkäufer in Berlin - das waren vornehmlich Vietnamesen mit Maffia ähnlichen Strukturen. Und diese Zuordnung war auch ganz klar! Allerdings habe ich in einem Vietnamesischen Restaurant die Zigaretten auch ganz normal aus dem Automaten ziehen müssen
... Ich hoffe Ihr versteht meinen Ansatz?
Liebe Grüße
Vanessa
ich denke: eine Tätergruppe ist eine Tätergruppe und muss dann zur Gefahrenabwehr auch so benannte werden.
Das Problem ist aber die gesellschaftliche Verallgemeinerung! Also der Umkehrschluss, dass alle die einer solchen Gruppe zugeordnet werden könnten, auch gleich Täter sind ....
Ich erinnere mich noch gut an die Zeit der Zigarettenverkäufer in Berlin - das waren vornehmlich Vietnamesen mit Maffia ähnlichen Strukturen. Und diese Zuordnung war auch ganz klar! Allerdings habe ich in einem Vietnamesischen Restaurant die Zigaretten auch ganz normal aus dem Automaten ziehen müssen
Liebe Grüße
Vanessa
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Michi
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Re: Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.
Hallo Michelle,Michelle_Engelhardt hat geschrieben: Mo 29. Okt 2018, 06:23 Manchmal frage ich mich, woher diese Vorurteile kommen. Sind sie anerzogen?
vielleicht sind sie auch seit Urzeiten in uns. Wir mussten, lange bevor wir eine Sprache entwickelten, instinktiv lernen, was für uns Gefahr bedeutete. Da halfen nur Instinkte und Mustererkennung beim Überleben. Und der Säbelzahntiger bedeutete nun mal Gefahr. So viel anders ist das heute auch nicht.
Liebe Grüße
Michi
Zuletzt geändert von Michi am Mo 29. Okt 2018, 17:17, insgesamt 1-mal geändert.
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.
Morgen,
VlG
Im Prinzip ist diese Aussage richtig. Aber nicht in der praktischen, kontextualen und sozialen Implikation bezüglich der Frage. Den die Logik der (ich verallgemeinere weil mir ein besserer Begriff fehlt) AfDler ersetzt glatt den Säbelzahntiger mit dem Flüchtling. So natürlich und schlüssig ist diese Verallgemeinerung für den Unparteiischen nicht. Alle Säbelzahntiger waren lebensgefährlich. Nur ein Bruchteil der Flüchtlinge sind kriminell Auffällig. Und die sollte man auch schleunigst loswerden und den Rest wie menschliche Wesen behandeln.MichiWell hat geschrieben: Mo 29. Okt 2018, 07:46 Und der Säbelzahntiger bedeutete nun mal Gefahr. So viel anders ist das heute auch nicht.
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Lavendellöwin
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Re: Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.
Hi zusammen,
ich weiss ich werde jetzt Gegenwind bekommen...
aber vieles was an Übergriffen passiert ist eine Fehlinterpretation der individuellen Freiheit.
Und der Einbildung die jeder Mensch hat, Recht zu haben und sich durchsetzen zu müssen.
Zudem glaube ich auch, das 99% der Menschheit denkt, ich habe nicht das Leben was mir
zusteht.
Ich bin eine totale Antinationalistin, aber solange es Nationalstaaten gibt, finde ich es auch
richtig die Nationalität zu benennen-warum auch nicht wenn sie sonst in jedem anderen
Zusammenhang auch angeführt wird.
Eine Lösung habe ich leider keine, aber ich bin dankbar multikulturell und in Toleranz
erzogen worden zu sein-und das fehlt leider den meisten.
Macht mich wieder nachdenklich..
alles Liebe Marie
ich weiss ich werde jetzt Gegenwind bekommen...
aber vieles was an Übergriffen passiert ist eine Fehlinterpretation der individuellen Freiheit.
Und der Einbildung die jeder Mensch hat, Recht zu haben und sich durchsetzen zu müssen.
Zudem glaube ich auch, das 99% der Menschheit denkt, ich habe nicht das Leben was mir
zusteht.
Ich bin eine totale Antinationalistin, aber solange es Nationalstaaten gibt, finde ich es auch
richtig die Nationalität zu benennen-warum auch nicht wenn sie sonst in jedem anderen
Zusammenhang auch angeführt wird.
Eine Lösung habe ich leider keine, aber ich bin dankbar multikulturell und in Toleranz
erzogen worden zu sein-und das fehlt leider den meisten.
Macht mich wieder nachdenklich..
alles Liebe Marie
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Marlene K.
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Re: Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.
Hallo, Ihr Lieben,
Ich freue mich, dass wir hier in die Diskussion kommen.
Vielleicht ist es sinnvoll, wenn wir zunächst einmal von den herkunftsbezogenen Vorurteilen etwas Abstand nehmen und andere Beispiele suchen, durchaus auch in der Realität.
Mit der Kriminalkommissarin, die meine Aussage bezüglich des Übergriffs in der S-Bahn (viewtopic.php?f=75&t=17013&p=218271&hil ... kt#p218271) aufnahm, kam ich hinterher als Sohn eines Polizisten mit vier Polizisten als Onkel (Oma wohnte mit sechs Tölchtern neben der Polizeischule) ins Gespräch.
Viele, so auch ich, sehen ja die Polizei und Justiz als auf dem rechten Auge blind an. Die Kommissarin widersprach dem für die neuere Zeit und benannte die Tatsache, dass Übergriffe von Linken gerade gegen die Polizei oft als Kavaliersdelikt angesehen werden.
Ich denke, sie hat an dieser Stelle durchaus recht.
Voruteile gegen die Polizei sind nach dem dritten Reich und der nicht geklärten Verwicklung aller staatlichen Stellen in fast allen Gruppen der Bevölkerung zu finden.
Für links denkende Menschen ist staatliche Gewalt generell suspekt.
Für rechts denkende Menschen sind Polizisten viel zu liberal und greifen nicht hart genug durch. Wo sie mal durchgreifen, werden sie von den Gerichten hintergangen.
Für extrem rechts denkende Menschen sind alle Staatsbediensteten gelenkte Marionetten des vom Ausland eingesetzten Systems.
Jede*r von uns hat jetzt Persönliche Bilder im Kopf zu einer sehr unterschiedlichen Gruppe von Menschen, an die wir bei Vorurteilen nicht zuerst denken.
In meiner Familie waren ein unpolitischer Polizist, ein strammer CDUler, ein SPDler vom linken Flügel, ein Mann, der von sich selber sagt, er wäre ein guter Nazi geworden und einer, den ich politisch nicht einsortieren kann...
Hinterfragt doch mal Eure Einstellung zu Polizisten und vielleicht wisst Ihr ja auch, was diese Haltung begründet.
Ich freue mich, dass wir hier in die Diskussion kommen.
Vielleicht ist es sinnvoll, wenn wir zunächst einmal von den herkunftsbezogenen Vorurteilen etwas Abstand nehmen und andere Beispiele suchen, durchaus auch in der Realität.
Mit der Kriminalkommissarin, die meine Aussage bezüglich des Übergriffs in der S-Bahn (viewtopic.php?f=75&t=17013&p=218271&hil ... kt#p218271) aufnahm, kam ich hinterher als Sohn eines Polizisten mit vier Polizisten als Onkel (Oma wohnte mit sechs Tölchtern neben der Polizeischule) ins Gespräch.
Viele, so auch ich, sehen ja die Polizei und Justiz als auf dem rechten Auge blind an. Die Kommissarin widersprach dem für die neuere Zeit und benannte die Tatsache, dass Übergriffe von Linken gerade gegen die Polizei oft als Kavaliersdelikt angesehen werden.
Ich denke, sie hat an dieser Stelle durchaus recht.
Voruteile gegen die Polizei sind nach dem dritten Reich und der nicht geklärten Verwicklung aller staatlichen Stellen in fast allen Gruppen der Bevölkerung zu finden.
Für links denkende Menschen ist staatliche Gewalt generell suspekt.
Für rechts denkende Menschen sind Polizisten viel zu liberal und greifen nicht hart genug durch. Wo sie mal durchgreifen, werden sie von den Gerichten hintergangen.
Für extrem rechts denkende Menschen sind alle Staatsbediensteten gelenkte Marionetten des vom Ausland eingesetzten Systems.
Jede*r von uns hat jetzt Persönliche Bilder im Kopf zu einer sehr unterschiedlichen Gruppe von Menschen, an die wir bei Vorurteilen nicht zuerst denken.
In meiner Familie waren ein unpolitischer Polizist, ein strammer CDUler, ein SPDler vom linken Flügel, ein Mann, der von sich selber sagt, er wäre ein guter Nazi geworden und einer, den ich politisch nicht einsortieren kann...
Hinterfragt doch mal Eure Einstellung zu Polizisten und vielleicht wisst Ihr ja auch, was diese Haltung begründet.
Marlene
Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon
Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
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Laila-Sarah
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Re: Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.
Hallo Ralf-Marlene,
VlG
Ich denke mit Verallgemeinerungen kommen wir generell nicht weiter, wenn es sich um den Mensch mit seine mannigfaltigen Psyche handelt. Vielleicht können wir uns ja darauf einigen und versuchen etwas mehr zu differenzieren. Den gewalttätigen Flüchtling gibt es bestimmt, aber bestimmt sind nicht alle Flüchtlinge im Umkehrschluss gewalttätig. Den rechten Polizisten gibt es bestimmt auch aber ich denke auf einen Großteil der Polizisten trifft diese Aussage nicht zu. Und das zieht sich so unendlich weiter. Es gibt den fetischistischen CD aber nicht alle CD sind fetischistisch. Es gibt die lesbische Transfrau aber nicht alle Transfrauen sind lesbisch. Die Liste ist unendlich. Man könnte fast meinen Verallgemeinerung im Kontext des menschlichen Verhaltens sind brandgefährlich, polarisieren und machen die Gesellschaft anfällig für alle Arten des Populismus. Dabei sollte man aber auch nicht alles unter dem Teppich klären, sondern die problematischen Einzelfälle identifizieren und falls diese gegen das Grundgesetz oder die gesellschaftliche Ordnung verstoßen effektiv bekämpfen. Also das genaue Gegenteil von was jetzt passiert: Minderheiten werden unter Generalverdacht gestellt und diffamiert, die verantwortlichen Einzeltäter laufen frei herum und können weitermachen.Ralf-Marlene hat geschrieben: Mo 29. Okt 2018, 09:19 gegen die Polizei sind nach dem dritten Reich und der nicht geklärten Verwicklung aller staatlichen Stellen in fast allen Gruppen der Bevölkerung zu finden.
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Re: Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.
Ich habe generell keine Vorurteile. Dies liegt daran, das ich mir darüber eigentlich nicht den Kopf zerbrechen will. Was bringt es mir Vorurteile zu haben? Auch bin ich nicht übervorsichtig, ich bewege mich meiner Meinung nach wie andere Menschen auch durch die Welt. Zwar manchmal ein wenig auffälligRalf-Marlene hat geschrieben: Mo 29. Okt 2018, 09:19 Jede*r von uns hat jetzt Persönliche Bilder im Kopf zu einer sehr unterschiedlichen Gruppe von Menschen, an die wir bei Vorurteilen nicht zuerst denken.
Hinterfragt doch mal Eure Einstellung zu Polizisten und vielleicht wisst Ihr ja auch, was diese Haltung begründet.
Liebe Grüße Jasmine
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Marlene K.
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Re: Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.
Liebe Laila-Sarah,Laila-Sarah hat geschrieben: Mo 29. Okt 2018, 09:53 Hallo Ralf-Marlene,
...
Ich denke mit Verallgemeinerungen kommen wir generell nicht weiter, wenn es sich um den Mensch mit seine mannigfaltigen Psyche handelt. Vielleicht können wir uns ja darauf einigen und versuchen etwas mehr zu differenzieren. Den gewalttätigen Flüchtling gibt es bestimmt, aber bestimmt sind nicht alle Flüchtlinge im Umkehrschluss gewalttätig. Den rechten Polizisten gibt es bestimmt auch aber ich denke auf einen Großteil der Polizisten trifft diese Aussage nicht zu. Und das zieht sich so unendlich weiter. Es gibt den fetischistischen CD aber nicht alle CD sind fetischistisch. Es gibt die lesbische Transfrau aber nicht alle Transfrauen sind lesbisch. Die Liste ist unendlich. Man könnte fast meinen Verallgemeinerung im Kontext des menschlichen Verhaltens sind brandgefährlich, polarisieren und machen die Gesellschaft anfällig für alle Arten des Populismus. Dabei sollte man aber auch nicht alles unter dem Teppich klären, sondern die problematischen Einzelfälle identifizieren und falls diese gegen das Grundgesetz oder die gesellschaftliche Ordnung verstoßen effektiv bekämpfen. Also das genaue Gegenteil von was jetzt passiert: Minderheiten werden unter Generalverdacht gestellt und diffamiert, die verantwortlichen Einzeltäter laufen frei herum und können weitermachen.
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ich bin bei Deinen Aussagen ganz bei Dir, habe selber ja bewusst die Polizei, wie ich sie kenne, differenziert dargestellt. Trotzdem habe ich Vorurteile, die in mir sind/waren, benannt und mich gefragt, wie diese zustande kommen und wie ich etwas an meiner Haltung ändern kann.
Nur wenn wir uns selber hinterfragen, können wir beginnen zu verändern ...oder auch Dinge als richtig anzunehmen.
Marlene
Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon
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Re: Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.
Sorry, ich hab's (wieder einmal) blöd formuliert. Sollte nicht explizit an dich gerichtet sein, macht aber leider den EindruckRalf-Marlene hat geschrieben: Mo 29. Okt 2018, 10:34 Liebe Laila-Sarah,
ich bin bei Deinen Aussagen ganz bei Dir, habe selber ja bewusst die Polizei, wie ich sie kenne, differenziert dargestellt. Trotzdem habe ich Vorurteile, die in mir sind/waren, benannt und mich gefragt, wie diese zustande kommen und wie ich etwas an meiner Haltung ändern kann.
Nur wenn wir uns selber hinterfragen, können wir beginnen zu verändern ...oder auch Dinge als richtig anzunehmen.
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Re: Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.
Liebe Jasmin,Jasmine hat geschrieben: Mo 29. Okt 2018, 10:05 Ich habe generell keine Vorurteile. Dies liegt daran, das ich mir darüber eigentlich nicht den Kopf zerbrechen will. Was bringt es mir Vorurteile zu haben? Auch bin ich nicht übervorsichtig, ich bewege mich meiner Meinung nach wie andere Menschen auch durch die Welt. Zwar manchmal ein wenig auffälligaber sehr selbstbewusst.
Liebe Grüße Jasmine
danke für Deine Antwort.
Entschuldige, wenn ich sie etwas "auseinandernehme".
Keine Vorurteile haben hieße, jeden neuen Menschen, den wir kennen lernen unabhängig als wären wir ein neugeborenes Kind wahrzunehmen. Bei der Menge der Menschen, denen wir täglich begegnen ermöglichen es unsere Erfahrungen und deren unterbewusster Einsatz uns mit unserer Umwelt umzugehen. Erfahrungen bedingen Vorurteile. Unsere Wertung hierzu ist negativ, nicht die benannte Tatsache.
Ich denke, es steht jeder Person frei, sich mit der Frage des eigenen Wahrnehmens auseinanderzusetzen. Hierzu hast Du keine Lust. Trotzdem beurteilst Du jeden neuen Menschen, den Du kennen lernst nach Deinen Erfahrungen und das ist auch gut so. Das gilt übrigens für alle hier, egal ob sie darüber nachdenken oder nicht.
IUch denke, wir alle wissen, was Du ausdrücken wolltest. Ich finde die Frage aber zu wichtig um hier nicht genau zu sein.
Liebe Grüße
Marlene
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Re: Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.
Alles gut. Ich habe es garnicht persönlich gelesen. Bei dieser Fragestellung bin ich nur ein "Pfennigfuchser*in".Laila-Sarah hat geschrieben: Mo 29. Okt 2018, 10:42 Sorry, ich hab's (wieder einmal) blöd formuliert. Sollte nicht explizit an dich gerichtet sein, macht aber leider den Eindruck![]()
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Re: Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.
Hallo allerseits, hallo Ralf-Marlene,Ralf-Marlene hat geschrieben: Mo 29. Okt 2018, 09:19 Für links denkende Menschen ist staatliche Gewalt generell suspekt.
da haben wir wieder ein absolut typisches Beispiel für eine Verallgemeinerung. Die nächste Stufe wäre dann: Anarchisten sind immer gewalttätig und gefährlich. Wenn jemand, so wie ich, anarchisch denkt und staatliche Gewalt ablehnt, setzt er das nicht mit Gewalt durch. Wenn ich staatliche oder sonstige Gewalt ablehne, dann gilt das doch vor allem auch für mich selbst. Sobald ich also gewalttätig werde, widerspreche ich doch meinen eigenen Idealen.
"Links denkende" Menschen, die sich gewaltsam gegen staatlich Gewalt auflehnen, wurden zur Zeit des kalten Krieges von den Kommunisten in Russland indoktriniert und gesteuert. Sie sollten im Sinne der Weltrevolution unsere westlichen Demokratien kaputt machen (wie die RAF).
Im Sinne meines anarchischen Denkens haben wir noch viel zu wenig Demokratie. Also sollten wir diese stärken und nicht kaputt machen wollen. Im Klartext also: die rechten oder konservativen Verfechter staatlicher Gewalt abwählen und gegen solche Leute ersetzen, die für eine gerechte und friedliche Ordnung in unserer Gesellschaft einstehen. Ich frage also: Was ist das für eine "Ordnung", die mich beispielsweise ins Gefängnis sperrt, wenn ich in betrügerischer Absicht Geräte verkaufe, die nicht wie beschrieben funktionieren, beim Diesel-Betrug der Autoindustrie aber dafür sorgt, dass mehr Autos verkauft werden?
Eine solche "Ordnung" lehne ich ganz klar ab und bin bereit diese vehement zu bekämpfen. Nur wenn ich gewaltsam vorgehe, bin ich nicht besser, als die Leute, gegen die ich mich auflehne. Und wie "links" bin ich eigentlich, wenn ich mich für soziale Gerechtigkeit einsetze?
Liebe Grüße
Nicole