Unterschiede zwischen Krankenversicherungen als Transgender
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Unterschiede zwischen Krankenversicherungen als Transgender

Post 1 im Thema

Beitrag von Explorer » Di 29. Aug 2017, 10:27

Hallo liebe Leute!

Vielleicht erinnert sich die eine oder andere ja noch an meinen Nick, obwohl ich seit Monaten nicht mehr hier war. Meinen Werdegang seither zu schildern würde zu weit führen (zumindest hier in diesem Thread), nur die Kurzform: Ich lebe mittlerweile offen komplett als Frau, bin bei allen auf die es ankommt geoutet, und bin mir relativ sicher, dass ich diesen Weg weiter gehen möchte. Damit einher geht, dass ich nach Jahren im Ausland nach Deutschland zurück kehre und hier bei dem ganzen medizinischen Weg (Alltagstest, Therapie, HRT, ...) bei 0 anfange.

Daher nun meine Frage: Ich kehre ins deutsche Krankenversicherungssystem zurück, und muss entsprechend eine (Pflicht)Versicherung auswählen. Aus finanziellen Gründen würde ich eigentlich lieber eine günstige wählen, aber ich frage mich ob es als Transfrau und mit den dadurch erwarteten Kosten nicht besser wäre, eine etwas teurere mit besserem Leistungsspektrum zu wählen. Könnt ihr mir vielleicht weiter helfen?

Ich bin mir nicht sicher ob es hier erlaubt und erwünscht wäre, konkret bestimmte Versicherer zu nennen, aber bereits eine Info wie "macht keinen Unterschied" bzw. "macht einen großen Unterschied" (und worauf ich ggf. speziell zu achten hätte) würde mir bereits viel bringen.

Liebe Grüße,
Sara (bei der sich eine Menge getan hat ;))
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joanadwt
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Re: Unterschiede zwischen Krankenversicherungen als Transgender

Post 2 im Thema

Beitrag von joanadwt » Di 29. Aug 2017, 11:42

Das Problem ist generell, dass du bei Neuversicherung sog. "Vorerkrankungen" angeben musst, speziell eben solche, die einer Dauertherapie unterliegen.
Die gehen einfach nur nach den zu erwartenden Kosten.
Solltest du solche Angaben im Erstantrag "vergessen" haste nachher schlechte Karten.
Mal ganz simpel ausgedrückt sind das die rechtlichen Folgen.
Also Strategie:
Erkundigen, welche Kassen aus Erfahrung anderer infrage kommen.
Und dann einfach und ehrlich von verschiedenen ein Angebot einholen.

Britt
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Re: Unterschiede zwischen Krankenversicherungen als Transgender

Post 3 im Thema

Beitrag von Britt » Di 29. Aug 2017, 14:31

Hallo Sara,
für die HRT benötigst du keine Genehmigung der Krankenkasse. Warum du einen Psychologen aufsuchst, musst du der Krankenkasse gegenüber auch nicht angeben. Problematisch wird es erst, wenn die Krankenkasse gegengeschlechtliche operative Eingriffe genehmigen/bezahlen soll. Das sind üblicherweise GaOP, Brustaufbau und Epilation. In wieweit die Krankenkasse etwas ablehnen kann, weil du nicht angegeben hast das du Trans bist, kann ich nicht sagen (Kann ja auch sein dass du erst nach dem du in die Krankenkasse gewechselt bist an F.64 „erkrankt“ bist). Andererseits: Da du schon komplett und offen als Frau lebst kannst du auch versuchen mit Hilfe eines DGTI Ausweises eine Versicherungskarte als Frau zu bekommen, wenn du es angibst.


Wenn man das Wechseln in die Kranklenkasse weg lässt gilt üblicherweise:
- die GaOP zahlt die Krankenkasse
- den Brustaufbau zahlt die Krankenkasse, wenn du keine Körbchengröße A nach 2 Jahren HRT bekommst.
- Bei der Epilation ist es stark von der Krankenkasse abhängig was da passiert. Einige genehmigen es sofort. Bei anderen Kassen muss man erst jahrelang vor den Sozialgericht die Leistung einklagen (In Berlin ist die TKK dafür bekannt nicht gern zu zahlen)

Deswegen mein Tipp. Erkundige dich in einer SHG in deiner Nähe bei welcher Krankenkasse es mit der Epilation „einfach“ war.

Viele Grüße,
Britt

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Re: Unterschiede zwischen Krankenversicherungen als Transgender

Post 4 im Thema

Beitrag von Chrissie » Di 29. Aug 2017, 18:31

Hi Pflichtversicherungen also gesetzliche KK tun sich in der Regel nicht viel in den Beiträgen, bei privaten ist das schon anders.
Es gibt bei einigen privaten nur die Fragen wegen welcher Krankheit man in den letzten 5 Jahren in Behandlung war. Hatte man noch keine Behandlung wegen TS gehabt ist man da gut raus. Notfalls mehrere Antragsformulare vergleichen

LG Chrissie
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Re: Unterschiede zwischen Krankenversicherungen als Transgender

Post 5 im Thema

Beitrag von Explorer » Mi 30. Aug 2017, 10:53

Ich war bereits wegen Transgender in "Behandlung" (und immer noch nicht geheilt - diese Anfänger :lol:). Aber ich würde eh in die gesetzliche gehen, und die müssen ja jede aufnehmen. Die Beitragsspannen sind da tatsächlich sehr gering, also kann ich getrost "irgendeine" (außer offenbar der TKK ;)) nehmen.

Danke für eure Antworten!
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Re: Unterschiede zwischen Krankenversicherungen als Transgender

Post 6 im Thema

Beitrag von Britt » Mi 30. Aug 2017, 14:03

Explorer hat geschrieben:
Mi 30. Aug 2017, 10:53
Die Beitragsspannen sind da tatsächlich sehr gering, also kann ich getrost "irgendeine" (außer offenbar der TKK ;)) nehmen.
Das Problem mit der Technikerkrankenkasse ist ein Berlinproblem. Diese KK besteht darauf dass die Epilation von einem Arzt durchgeführt wird. In Berlin gibt es jedoch keinen behandelnden (bzw. nur einen (der die geforderte Behandlung nicht machen will/kann)) Arzt. Bei anderen KK muss/musste diese Leistung auch teilweise eingeklagt werden.

Ob/welche Probleme es in anderen Regionen von Deutschland mit anderen KK gibt kann ich nicht sagen.

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Re: Unterschiede zwischen Krankenversicherungen als Transgender

Post 7 im Thema

Beitrag von Explorer » Mi 30. Aug 2017, 14:20

Wenn das Problem schon in Berlin auftritt, wird das sicher auch in vielen ländlichen Gegenden so sein. Aber danke für die Antwort, das hilft mir auch weiter.
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