Selbstbestimmung durch Selbstmedikation
Selbstbestimmung durch Selbstmedikation - # 4

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Anja
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Re: Selbstbestimmung durch Selbstmedikation

Post 46 im Thema

Beitrag von Anja » Mi 8. Mär 2017, 15:06

Hallo Britt,

danke für die Info! Die Seite kenne ich :-)
Ich wäre trotzdem vorsichtig. Die KK oder der MDK sehen das vielleicht anders als das Hormonmädchen. Nicht umsonst stellt der Psychologe ja den Leidensdruck fest, wo dann mit Hormonen Abhilfe geschaffen werden kann.
Wenn sich jemand nun zwischen den Geschlechtern verortet und gerne einen weiblicheren Körper haben möchte, ohne sich als Frau zu definieren, kann ein Psychologe hier vielleicht ebenfalls einen Leidensdruck erkennen.

Wenn das alles so harmlos wäre, könnte doch jeder Arzt auch ohne Indikation jemandem Hormone verschreiben. Warum machen das dann so wenige? Weil sie die Verantwortung tragen, wenn dann später Probleme oder gesundheitliche Folgen auftreten...

Wie auch immer, ich wäre halt vorsichtig.
Nicht umsonst gibt es ja den offiziellen Weg über den Psychologen.

Grüße
die Anja
*staatlich geprüfte Frau*

Anne-Mette
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Re: Selbstbestimmung durch Selbstmedikation

Post 47 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mi 8. Mär 2017, 15:14

Moin,

es gibt viele "Nebenwege". Das macht eine Beratung sehr schwer.
Wenn ich jemandem sage: "erst einmal gehst Du zu einem Psychologen, dann musst Du zum Risikoscrenning zum Endokrinologen, dann...", dann gibt es immer wieder Menschen, die andere Erfahrungen gemacht haben oder es anders/besser wissen.

Deshalb versuche ich es so zu beschreiben: "möglich ist fast alles - der 'offizielle Weg' wird aber in der Regel anders aussehen!"

Gruß
Anne-Mette

Lex
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Re: Selbstbestimmung durch Selbstmedikation

Post 48 im Thema

Beitrag von Lex » Mi 8. Mär 2017, 15:56

Hallo,

ich bin ja trans und strebe die hormonelle Therapie an. Ich lese hier von Risiken. Könnte mir das jemand erläutern? Was ... sind diese Risiken und wie viele Jahre meines Lebens werden dadurch reduziert? Das macht mir dann doch etwas ... Angst. Etwa so viel Angst, wie wenn man die prozentuale Chance auf der ärztlichen OP-Erklärung ließt, bei einer Blinddarm-OP draufzugehen...

Wär nett, wenn ihr mir weiterhelft. Am besten so, dass ich mir nicht gleich die Kugel geben will.

MfG

Lex

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Re: Selbstbestimmung durch Selbstmedikation

Post 49 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mi 8. Mär 2017, 16:06

Moin,

Jahre Deines Lebens? So genau kann man das nicht sagen. Jeder Jeck ist anders!
Der Eine raucht viel und von Kindesbeinen an - und wird fast 100 - und der Andere...

Sicherlich kommt es auch darauf an, wie lange die Hormone genommen werden.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass ein Mensch, der sehr jung mit dem Genuss der Hormone beginnt, im Laufe der Jahrzehnte heftiger unter Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen zu leiden hat als jemand, der später damit anfängt.

Risiken und Nebenwirkungen sind auf den Beipackzetteln der Medikamente angegeben.

Weitere Informationen gibt es auch im Internet, z.B. "Hormone als Krebsrisiko": https://www.krebsinformationsdienst.de/ ... risiko.php

Gruß
Anne-Mette

CDenise
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Re: Selbstbestimmung durch Selbstmedikation

Post 50 im Thema

Beitrag von CDenise » Mi 8. Mär 2017, 16:41

Wie Anne-Mette schon schreibt, kann man das nicht pauschal sagen.
Was man umschreiben kann, sind die unterschiedlichen Behandlungsformen und deren besonderen Risiken.
Wenn Du Tabletten zu Dir nimmst, gehen diese über die Leber und damit erhöht sich hier ein Risiko, dass die Leber damit irgendwann einmal Probleme bekommt, muss aber nicht.
Nimmst Du die Hormone über die Haut auf, kann es hier zu Ausschlag, Juckreiz, etc. kommen.
Einige Medikamente können das Thrombose-Risiko erhöhen.
Zusätzlich macht die Dosis und die Reaktion DEINES Körpers sicher bei jedem einen Unterschied.
Wird z.B. Testosteronblocker verabreicht, wenn ja, welcher und in welcher Menge, etc.

Bein Brustkrebsrisiko steigt (MtF), das für Prostatakrebs sinkt u.s.w.
Dazu kommen u.U. Libidoverlust, Gewichtszunahme, Schwindel, Schlafstörungen, Schweißausbrüche, ...
Durch die "Einstellung" der Medikamente und die körperlichen Veränderungen muss immer wieder mal geschaut werden, ob ein Blutwert aus dem Ruder läuft und ob es dem Patienten allgemein gut geht.

Vor einer Hormontherapie unbedingt informieren und abwägen!
Das ist nicht ohne. Wenn man aber trotz aller möglichen negativen Begleiterscheinungen immer noch der Meinung ist, dass dies der richtige Weg ist, sollte einem mMn keiner mehr im Weg stehen dürfen, darum dieser Thread.

LG,
Denise

Lex
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Re: Selbstbestimmung durch Selbstmedikation

Post 51 im Thema

Beitrag von Lex » Mi 8. Mär 2017, 17:45

Naja... ich sags mal frei heraus: Wenn ich noch länger ein Mann bleibe, spring ich vom Dach. Ganz einfach. Aber wenn ich mit Geschlechtsumwandlung dann auch nur ein, zwei Jahre leben darf, ohne vom Krebs, Ausschlag, etc. dahingerafft zu werden, dann ist das doch der Wink des Schicksals, mir zu zeigen, dass es an de Zeit ist, Adieau zu sagen, oder? Andererseits reden immer alle davon, wie gut es ihnen nach der Therapie geht. Ich will nicht frech klingen, den Begriff hat mal jemand anders gesagt, aber es spricht mir aus der Seele, denn ich würde gern als Frau leben, und nicht als Freak. Das liegt einfach daran, weil ich noch mehr Mobbing in meinem Leben nicht ertragen kann. Ich hatte weder eine Kindheit (musste sofort erwachsen werden) noch eine gescheite Pubertät (wo sind meine Menstruationsbeschwerden, und wo kommen all die Haare her?). Ich mag nicht jedes mal, wenn ich einkaufen, oder in die Uni gehe, angestarrt und angefeindet werden, denn dass ist ein Leben nicht wert. Natürlich ist nicht alles super, aber ich hab wenns gut läuft noch 60 Jahre vor mir. 60 Jahre Ausgestoßene? Wahrscheinlich sterb ich eh mit 40, also was mach ich mir einen Kopf. Von Glück war meine gesamte Existenz ja nie wirklich gesegnet. Warum also all der Stress... :(

Anne-Mette
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Re: Selbstbestimmung durch Selbstmedikation

Post 52 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mi 8. Mär 2017, 18:15

Moin,

ich drücke es mal ganz krass aus, möchte dabei aber sagen, dass ich Dich sehr ernst nehme und Dir das Allerbeste wünsche.

Die Risiken und Nebenwirkungen der Hormone sind zu vernachlässigen im direkten Vergleich mit den Nebenwirkungen eines Sprunges von einem Dach.
Da bleibt doch wirklich nur eine Option: Hormone und Begleitung/Therapie!
(Das mit dem Dach ziehen wir mal lieber nicht in Erwägung!!!)

Es kommt immer mal vor, dass Leute starren. Leider kann einem das überall passieren, sodass man es nicht vermeiden oder sich vorbereiten kann.
Man kann sich aber dagegen wappnen.

Herzliche Grüße
Anne-Mette

Lex
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Re: Selbstbestimmung durch Selbstmedikation

Post 53 im Thema

Beitrag von Lex » Mi 8. Mär 2017, 20:54

Nicht mit meinem Selbstvetrauen. Und nein, ich spring weder von Dächern, noch vor Züge. Selbst dafür bin ich zu ängstlich.

Joe95
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Re: Selbstbestimmung durch Selbstmedikation

Post 54 im Thema

Beitrag von Joe95 » Do 9. Mär 2017, 00:41

CDenise hat geschrieben:
Mi 8. Mär 2017, 13:10
Nora_7 hat geschrieben:
Mi 8. Mär 2017, 12:44
Wer als Mann unbedingt sichtbar Brüste haben will, sollte den direkten Weg zu Implantaten gehen. Im Unterschied zur Hormontherapie ist dies reversibel.
Nora_7
Als "Mann" geht es mir persönlich nicht in erster Linie um Brüste.
Joe z.B. scheint dem eine ganz andere Gewichtung zu geben, was sein gutes Recht ist, wie ich finde.
Anderen geht es um Gefühle, Emotionen, Hautbild, Fettverteilung ...-

Die Wahrscheinlichkeit mehr als "A" Brüste zu bekommen scheint bei einer HRT eh nicht besonders groß und Veranlagung zu sein.
Du reduzierst hier die hormonellen Änderungen sehr auf einen einzelnen Aspekt, wie ich finde.

LG, Denise
Es geht mir natürlich nicht nur um die Brüste, auch wenn sie eine große Sehnsucht von mir sind.
Noch viel weniger geht es mir darum, wie Nora schrieb, ein Mann zu werden.
Vieles wird einzig dadurch richtig, das man es durchzieht!

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Re: Selbstbestimmung durch Selbstmedikation

Post 55 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Do 9. Mär 2017, 06:50

@Lex: Früher war es bei mir mit dem Selbstbewußtsein auch nicht weit her. Seit ich in der richtigen Rolle lebe, platze ich schon bald vor Selbstvertrauen. Das mag an den Hormonen liegen oder am fortgeschrittenen Alter. Vielleicht ist es auch eine Kombination von beiden Faktoren. Das kann ich leider nicht mit Bestimmtheit sagen.

Liebe Grüße
Michelle
Habe meine Ernährung umgestellt. Chips und Schokolade stehen jetzt links vom Laptop!

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Re: Selbstbestimmung durch Selbstmedikation

Post 56 im Thema

Beitrag von Atalanta » Do 9. Mär 2017, 16:21

Vielleicht passend zum Thema:
Ein Hinweis auf eine aktuellere Studie, eine Auswertung des (2014) aktuellen Forschungsstands

pdf-Datei
Online-Version

Jamie D. Weinand, Joshua D. Safer:
"Hormone therapy in transgender adults is safe with provider supervision; A review of hormone therapy sequelae for transgender individuals."
Journal of Clinical & Translational Endocrinology (2214-6237) 2015.


Abstract

Introduction:
Some providers report concern for the safety of transgender hormone therapy (HT).

Methods:
This is a systematic literature review of HT safety for transgender adults.

Results:
Current literature suggests HT is safe when followed carefully for certain risks.

The greatest health concern for HT in transgender women is venous thromboembolism.

HT among transgender men appears to cause polycythemia.
Both groups experienced elevated fasting glucose.

There is no increase in cancer prevalence or mortality due to transgender HT.

Conclusion:
Although current data support the safety of transgender HT with physician supervision, larger, long-term studies are needed in transgender medicine.

Hanna S.
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Re: Selbstbestimmung durch Selbstmedikation

Post 57 im Thema

Beitrag von Hanna S. » Fr 10. Mär 2017, 22:38

Hallo,
nachdem ich die maßgeblichen Veröffentlichungen der letzten Jahre zum Thema Reformation der Gesundheitsbetreuung von Trans*Menschen und auch das Gutachten der Humboldt-Uni zur Reform des TSG mehr aufgesogen als gelesen habe, sehe ich meinem anstehenden ersten Gesprächstermin beim Fachtherapeuten recht gelassen entgegen.

Wenn sich dabei herausstellen sollte, dass das ganze länger dauern wird (bis zur Indikation für die HRT) würde ich mir übergangsweise meine kleine Dosis Estradiol beschaffen und das bei der "Therapie" auch mitteilen, nur um nicht zur Untätigkeit verurteilt zu sein. Ich bin fast 50, meine Uhr tickt, wenn ich wirklich noch das große Besteck auspacken will, bleibt mir einfach nicht soviel Zeit, um abzuwarten, bis die Mühlen hier gemahlen haben.

Nach dem, was von den führenden Fachleuten in letzter Zeit publiziert wird, kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass sich hier ernsthaft noch ein "Gutachter" quer stellt und meint, er könne entscheiden, was ein echter TS ist, und was ein unechter und ein Medizinischer Dienst auf 12 Monaten Alltagstest und 12 Monaten Therapie bestehen! Sorry, aber das grenzt an Freiheitsberaubung!
(Den Gerichtsquatsch in Leipzig mit den drei Gutachten lassen wir mal außen vor, sowas gehört einfach verboten und per Eilentscheidung aufgehoben, wenn das denn geht...)

Die S3 Leitlinie von Nieder/Strauß, die sicher wesentliche Vereinfachungen bringen und auch die von Denise geforderten Mittelwege zulassen würde, sollte schon vor zwei Jahren fertig sein, nun wird es wohl nichts vor 2018. Bis dann eine neue Begutachtungsrichtlinie verfasst, verabschiedet und bei den MD's der Kassen durch die Hierarchien durchgestellt ist, vergehen noch zehn Jahre! Nö, so lange werde ich nicht warten.

Lieben Gruß
Hanna

***

Anja
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Re: Selbstbestimmung durch Selbstmedikation

Post 58 im Thema

Beitrag von Anja » Mo 13. Mär 2017, 11:45

Hallo Hanna,
Hanna S. hat geschrieben: Wenn sich dabei herausstellen sollte, dass das ganze länger dauern wird (bis zur Indikation für die HRT) würde ich mir übergangsweise meine kleine Dosis Estradiol beschaffen und das bei der "Therapie" auch mitteilen, nur um nicht zur Untätigkeit verurteilt zu sein.
Das mit dem Mitteilen ist sicher eine gute Idee. Ich habe schon von Freundinnen gehört, das dies die Indikation beschleunigt. Ich vermute dahinter die Fürsorgepflicht, bin aber nicht sicher. Ich habe meiner Therapeutin auch gleich zu Anfang reinen Wein eingeschenkt. Normalerweise lässt sie sich bin zur Indikation 1 Jahr Zeit, sagte sie mir in der ersten Therapiestunde. Das wirkte sich erstmal negativ auf meine Laune aus. Aber ich sagte ihr, dann ist das so, ich bekomme ja die Hormone bis dahin :-) Nach 3 Sitzungen hat sie mir dann aber die Indikation ausgestellt.
Da der Therapeut dann weiß, das man Selbstmedikation betreibt, wäre der ja eventuell auch haftbar für Folgeschäden, oder? Naja, mir hat es jedenfalls zu einer schnelle(re)n Indikation verholfen, und so weit ich weiß, bin ich kein Einzelfall...

Ich hatte auch keine Lust, noch ein Jahr auf Testosteron zu verbringen bzw. noch ein Jahr zu verlieren...

Grüße
die Anja
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Re: Selbstbestimmung durch Selbstmedikation

Post 59 im Thema

Beitrag von triona » Mo 13. Mär 2017, 13:27

Wenn sie nicht ganz neben der Kappe sind, merken die ja auch , ob eineR weiß, was sie/er will und tut. Es soll ja bisweilen auch Ärzte und Psychos geben, die mit Augenmaß und Verstand ihrer Arbeit nachgehen. Vlt nicht an jeder Ecke. Man muß sie halt suchen, aber man kann sie finden, auch wenn das manchmal bisserl mühsam sein kann und auch schon mal etwas länger dauern kann.

Haftbar machen für Selbstmedikation läßt sich wohl kein Arzt der Welt. Sie sehen es nur nicht so gerne - aus zumindest teilweise nachvollziehbaren Gründen. Aber siehe oben ... Und solange sie nicht jemanden böswillig in die Psychiatrie einweisen lassen wollen, können sie auch nichts dagegen machen. Mehr als eine weitere Behandlung ablehnen können sie nicht. Und das dürfte ihnen wohl meistens bekannt sein.

Da erscheint es den meisten - zumindest den vernünftigeren unter ihnen - wohl immer noch besser, wenn sie "gute Miene zum bösen Spiel" machen. Das ermöglicht ihnen und den Patienten immer noch die Möglichkeiten einer kontrollierten und verantwortbaren Behandlung, als wenn die Patienten sonst zu irgend einem Kurpfuscher rennen oder sich Hormone usw mit allen damit verbundenen zusätzlichen Risiken im Ausland beschaffen.

Schwierigkeiten machen nur mal gerne manche Krankenkassen mit ihren starren Regeln, wenn du nachher irgend eine Leistung von denen brauchst. Aber die stellen sich auch häufig genug quer, wenn der bisweilen so genannte "Regelweg" eingeschlagen wird.


liebe grüße
triona

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Re: Selbstbestimmung durch Selbstmedikation

Post 60 im Thema

Beitrag von CDenise » Mo 3. Apr 2017, 16:09

Hanna S. hat geschrieben:
Fr 10. Mär 2017, 22:38
[...] würde ich mir übergangsweise meine kleine Dosis Estradiol beschaffen[...]
Das klingt bei denen, die es anscheinend schon praktizieren so einfach.
Ich habe nun über Monate versucht Estradiol in Pflasterform und angemessener Dosis zu bekommen und habe nichts halbwegs vertrauenswürdiges oder im finanziellen Rahmen gefunden :-/
Das soll keine Aufruf zum Graumarkt sein und hier soll keiner Shoplisten posten, aber für mich sind die Hormone so unerreichbar, dass ich den für mich "grausamen Weg über die Ärzteschaft" gehen muss.

Denise

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