Psyche und Darm: Depression mal anders angehen
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Hedi
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Psyche und Darm: Depression mal anders angehen

Post 1 im Thema

Beitrag von Hedi » Fr 13. Jan 2017, 12:43

Ich habe über die Suchfunktion nichts passendes gefunden, was mich schon ein wenig irritiert da das Thema ja für recht viele hier lebensbestimmend ist. Genau genommen sind es auch zwei Themen, Verdauungstrakt und Psyche, somit also doch wieder eins.

Ich denke ich muss mal eben am Anfang meine Situation beschreiben damit es unten im Text etwas deutlicher wird. Wer das schon kennt kann ja ab dem " (hs) " weiterlesen :wink:
Nachdem sich ja meine Ehe soweit umständehalber erledigt und mein neuer Job sich als absoluter Reinfall erwiesen hatte, sitze ich ja nun seit dem Sommer mehr oder weniger untätig zu Hause, getreu dem Motto Kein Haus Kein Auto Kein Boot.
Mein Ex-Arbeitgeber hat sich als waschechter Psychopath erwiesen. Er hat mich als "Neuling" zu Aufträgen geschickt die er selbst nach 20jähriger Erfahrung mit seiner selbstgeschriebenen Software nicht lösen konnte oder irrsinnige Rahmenbedingungen konstruiert (Montageaufträge mit unerfüllbarer Zeitplanung), nur um mir hinterher Schuldgefühle einzureden und so seinen Macht-/Kontrollbedarf zu befriedigen. Irgendwann fiel das natürlich auf und ich habe Widerworte gegeben, ich böser Knecht. Alles konnte ich mir ja nicht in die Schuhe schieben lassen.
Nach fristloser Kündigung, Arbeitgeberbescheinigung erst nach Androhung von Zwangsgeld, heute noch fehlendem Arbeitszeugnis und ausstehenden drei Gehältern zahlt er lieber aus blanker Gehässigkeit und verblendetem Ego Hunderte Euro an Zinsen, Gerichtskosten und Mahngebühren anstatt einfach einen sauberen Schlussstrich zu ziehen undsoweiterundsofort...ich denke jede kennt Geschichten dieser Art.
Ich kann aber mit Stolz behaupten daß ich 30 Jahre lang ein besserer Schauspiel-Mann war als er es je sein wird.
Die Post hat´s geschafft gleich zwei Nachsendeanträge zu versemmeln wodurch Unmengen an zusätzlichen Problemen entstanden sind, mein Auto hat innerhalb kürzester Zeit gleich nach zwei neuen Zylinderkopfdichtungen verlangt, Bewerbungsgespräche laufen fast immer gut bis zu dem Satz "Ich hole mir nur noch eben die Bestätigung vom Geschäftsführer" und und und...(Das ist das wahre Übel der Zivilisation. Wir müssen Geschäftsführer abschaffen, anders ist diese Welt nicht zu retten).
Seit Weihnachten ist mein Konto dicht (dachte ich jedenfalls, Gründe gäbe es genug). Vorgestern habe mit der Bank telefoniert weil es mal der Form halber Zeit wurde. Geld für Zahlungsverkehr war ja eh nichts nennenswertes drauf. Die Bank sagte sie wisse überhaupt nicht wovon ich rede es sei doch alles freigeschaltet und prompt funktionieren Überweisungen und Bankautomat wieder, Ursache angeblich völlig unklar und wieder zwei Wochen Höllentress umsonst.

Kurzum:
Ich habe mich dementsprechend natürlich auch nicht über mich selbst wundern müssen warum ich über das Jahr 2016 nicht wirklich aus meiner Depression rauskomme und mich des öfteren meine Tasche packen und auf dem Weg zum LKH gesehen.

2017 wollte unbedingt einen nahtlosen Anschluss und hat mir am Sonntag erst mal einen schönen Rohrbruch serviert.
Genauer gesagt: Ich habe meinen Kleiderschrank verrücken müssen und stand vor einem riesigen Schimmelbefall. Gleiches gilt für den Spiegel daneben. Ich war völlig perplex. Ich habe Ende November meine Küche um eine Arbeitsplatte auf U-Form erweitert und komplett gestrichen, da war gar nichts, jetzt sind alle Stellen die irgendwie verdeckt waren, quasi völlig durchnässt und verschimmelt. Das Rohr/Wasser ist "links" in der Wand, läuft unter dem Estrich durch die Küche und zieht sich rechts an der gegenüberliegenden Seite in Abstellkammer und Schlafzimmerwand wieder hoch.
Die Luftzirkulation in meiner Wohnung reichte wohl scheinbar aus um die offenen Tapeten so gerade eben trocken zu halten, alles andere ist klatschnass bis auf Brusthöhe vergammelt sobald Regale, Wasserkisten...die Luftzufuhr ansatzweise behindern.
Seit mindestens zwei Monaten läuft Wasser in den Fahrradkeller (ich nutze ihn nicht) und kein Mitmieter (8 Parteien) hat´s gemeldet.
Bis das meine Verwalterin verstanden hat/verstehen wollte hat es auch einiges an Telefonaten und Überredungskunst gebraucht.
Somit bin ich nun temporär stolze Zwischenbesitzerin von vier Gebläsen und drei Infrarotstrahlern und mein Leben wird sich wohl für die nächsten drei/vier Wochen ausschliesslich auf´s Wohnzimmer beschränken.
Alles nichts für ruhige Nächte.

Ich komme dann jetzt langsam mal zum Thema. (hs)
Der massive Schimmelbefall war natürlich eine naheliegende Erlärung warum ich meinen rauhen Hals seit Wochen nicht loswerde und irgendwie auch meine Verdauung nicht so richtig das macht was sie soll. Passenderweise habe ich mich in den Tagen davor noch im Internet über Candida Albicans und seine Verwandschaft informiert. Nachbarin, ick hör dir trapsen...

Ich bin am Montag zum Arzt um das abzuchecken, der wochen-/monatelange Schimmelbefall war ja für mich in dem Moment der klare Beweis.
Einen offensichtliche Ursache liess sich erst mal nicht ausmachen. Der Hals, insbesondere Stimmbänder, war gereizt, aber ohne typische Erkältungs- oder Grippeerscheinungen, Magen/Darm produzieren Unmengen an Gas, aber außer Laktose in grösseren Mengen konnten weder ich über die Zeit noch der Arzt auf die Schnelle eine wirkliche Ursache finden.

Ich habe ihn dann gefragt ob das durch Stress sein kann und ihm meine obige Lebenssituation geschildert.
Eigentlich hatte ich mit Halstabletten, Mykotika für Darm und Hals oder schlimmstenfalls Antidepressiva gerechnet und war dann völlig erstaunt über die Medikation.
Nix Pilz, nix Erkältung, nix stimmungsrelevant, zwei rein pflanzliche Mittelchen für 20,40 Euro Zuzahlung(ich habe es ja gerade auch übrig). (ag)

Zum Einen ein Fläschchen Iberogast, was ich nach lesen der Packungsbeilage einfach nur als ärgerlich empfinde. Ich trinke zwar seltenst Alkohol aber eine Flasche Underberg dürfte eindeutig das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis haben. :)p Ausserdem habe ich schon eine schöne Sammlung an Fenchel-/Pfefferminz- und sonstigen Kräuterprodukten die bisher auch nahezu keine Auswirkungen oder Hilfe brachten. Iberogast vergammelt daher im Schrank.

Zum anderen ein Pulver, bestehend aus einer bestimmten Kombination von Darmbakterien, als Kur für das Verdauungssystem.
Mir hat er OmniBiotic StressRepair verschrieben, rein natürlich.
ich setze den konkreten Link mal hierhin: https://www.omni-biotic.com/at/produkte ... ss-repair/

Und seit drei Tagen kann ich mich vor guter Laune kaum noch selbst retten und die unangenehmen Gefühle im Bauchraum sind weg. Meine Aufschieberitis scheint von heute auf morgen verschwunden, es macht mir sogar fast Freude meine Gläubiger anzurufen und Einigungen zu finden (und die haben durchaus Grund sauer auf mich zu sein). Daher bitte auch keine Mitleidsbekundungen für meine Schilderung oben, dazu geht´s mir gerade zu gut. (fwe3)

Ich bin keine Pillenschluckerin und scheue schon so banales wie Aspirin; Werbung beurteile ich auch immer äusserst kritisch, an dieser Stelle kann ich Betroffenen, denen Stress auf den Magen schlägt nur dringendst empfehlen sich mal damit zu beschäftigen und sich ein solches "Mittel" mal verschreiben zu lassen. Ich wusste natürlich bisher daß es Zusammenhänge zwischen Verdauung und Hirn gibt, habe aber das meiste für Lückenfüller in Frauenzeitschriften gehalten. Seit dieser Woche fühle ich mich gleich in vielerlei Hinsicht kuriert.
Es ist auch frei verkäuflich aber es gibt verschiedene Bakterien-Kombinationen geben und die hifreichen kosten angeblich ab 50 Euro aufwärts, daher ist eine vorherige Abpsrache mit Arzt oder Apotheker wohl empfehlenswert.
Meines ist eine 7-Tage-Kur, und ich fand den Effekt schon an Tag zwei spürbar.

Ich muss Montag wieder hin und poste hier gerne den weiteren Verlauf wenn es neues und relevantes gibt. Hält das so bis Montag an oder wird noch besser werde ich meinem Doc aber als Erstes die Füsse küssen und eine Strauss Blumen mitbringen.

LG
Eine neue frische Hedi, die eigentlich mittlerweile Carina heisst
(flo)
Wie ist das denn jetzt mit der Ehe für alle? Wann bekomme ich meinen Partner zugeteilt?

Hedi
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Re: Psyche und Darm: Depression mal anders angehen

Post 2 im Thema

Beitrag von Hedi » Di 31. Jan 2017, 16:42

Ich habe jetzt mal etwas länger gewartet, man soll den Tag ja nicht vor dem Abend loben.

Nach mittlerweile etwas mehr als drei Wochen kann ich sagen daß meine alten Problemchen bis jetzt nicht wiedergekehrt sind und ich mich weiterhin frischer fühle als noch vor einem Monat.

Ich will mich jetzt nicht zu weit aus dem Fenster lehnen aber ich habe mal irgendwo gelesen daß die allgemeine Laktose-Problematik ein Zivilisationsproblem ist (ab hier darf auch gerne widersprochen, philosophiert und wissenschaftlich gestritten werden).
Der gesunde menschliche Darm wäre demnach meist problemlos in der Lage Laktose zu verarbeiten. Treten jedoch Probleme in der Darmkultur oder anderen Bereichen auf, wird die Ausbildung der Laktose-verarbeitenden Enzyme meist zuerst eingestellt so dass man Laktoseintoleranz auch als Hinweis sehen kann dass anderweitig irgendwo ein Problem besteht und die Biochemie die Energie und Bausteine anderweitig benötigt oder gar nicht erst herstellt. Die Arbeit überlässt der Körper dann den H2-produzierenden Bakterien.
Wenn das so stimmt bin scheine ich sehr auf dem Weg der Besserung zu sein.
Mittlerweile kann ich sogar wieder problemlos Frischmilch-Speisen zu mir nehmen ohne dass es belastend wirkt. Lediglich Milchpulver und-zucker sorgt noch für ein bischen Unruhe.
Ich kann so eine Kurzkur für´s physische weiterhin nur empfehlen.

Gleiches gilt auch in übertragenem Sinne für die Psyche.
Dieses ganze schwere Gedankengut dass ich lange mit mir rumgeschleppt habe belastet mich weit weniger als noch vor einiger Zeit. Natürlich ist nicht alles rosa Sonnenschein aber die sich doch immer wieder in den Vordergrund drängende Problematik mit "Baum oder doch den Brückenpfeiler" stellt sich mir in letzter gar nicht mehr. Irgendwie scheint auch meine ganze Zweifelei an allem weit in der Hintergrund gerückt zu sein.

Ich habe das so auch beim ersten Besuch meinem Endo mitgeteilt der mir trotz mehr oder weniger guter Botschaft trotzdem eine ungewollte ÜW an den Gastro mitgegeben hat. Falls ich doch hingehe bin ich mal gespannt was der dazu sagt.
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