Würzburgerin im falschen Körper geboren
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Anne-Mette
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Würzburgerin im falschen Körper geboren

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Do 20. Nov 2014, 12:21

Moin,

der BR widmet sich dem Thema:

Transsexuell Würzburgerin im falschen Körper geboren

Jahrzehntelang lebte Thomas als das, was er geboren wurde: als Mann. Er tat das, was Männer eben tun – gezwungenermaßen, denn er fühlte sich in seiner Haut nicht wohl. Erst, als er am Abgrund stand, änderte er sein Leben radikal.

Gut - ich lasse das einfach mal so stehen und nenne den Link (smili)

http://www.br.de/nachrichten/unterfrank ... s-100.html

Gruß
Anne-Mette

JasminRheinhessen

Re: Würzburgerin im falschen Körper geboren

Post 2 im Thema

Beitrag von JasminRheinhessen » Do 20. Nov 2014, 13:20

danke für den Link Anne

ist leider wie immer von den Medien die genitalistische Darstellung des Themas.

Zitat am Anfang des Artikels:
"Jahrzehntelang lebte Thomas als das, was er geboren wurde: als Mann. "

Natürlich wurde Katharina nicht als Mann geboren.,
sondern als Frau mit weiblichem Gehirngeschlecht und männlichem Genital,
Sie wurde nur aufgrund ihres männlichen Genitals,
als Mann zugewiesen.
Sie hat auch nicht ihr Geschlecht gewechselt,
sondern ihren Körper ihrem weiblichen Gehirn angeglichen.

Die genitalistische Denkweise läßt auch keine Einstufung von Intersexuellen zu,
der kapitale Genitalismus-Denkfehler setzt sich fort bis in die Definition von F64.0,
die von Männern redet, die sich einbilden würden, eine Frau zu sein.

Und ja - der "Fehler" ist Programm.

Jasmin
(Würzburgerin)

Vivian Cologne
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Re: Würzburgerin im falschen Körper geboren

Post 3 im Thema

Beitrag von Vivian Cologne » Do 20. Nov 2014, 13:34

Es ist auch wieder die übliche Leidensstory inklusive Psychiatrie, Abwenden von Freunden, Unverständnis der Eltern. Über ihre eigenen Gefühle erfahren wir mal wieder wenig. Ein 08/15- Bericht, weil zur Woche der Toleranz den BR-Redakteuren einfiel, da gibt es ja noch diese komischen Transsexuellen ...

Der Gefahr der sprachlichen Vergewaltigung entgehen wir nur, wenn wir Einfluss auf die Formulierungen nehmen. Mein Ex-Kollege hätte was zu hören bekommen, wenn er das so über mich geschrieben hätte.

Vivian
Zuletzt geändert von Vivian Cologne am Fr 21. Nov 2014, 14:08, insgesamt 1-mal geändert.

Ulrike-Marisa
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Re: Würzburgerin im falschen Körper geboren

Post 4 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Do 20. Nov 2014, 14:01

Moin,

diese doch eher einseitige Sichtweise ist immer noch sehr weit verbreitet scheint es. Meine Frau meinte das auch nach meinem Outing ihr gegenüber: ich wäre ja als Mann geboren - rumgeschnippelt haben sie an mir nach der Geburt, wieso habe ich von meinen Eltern nie erfahren - und das täte ich bleiben: alles andere gibt es nicht und ist Einbildung - oder wer hat bei uns die Kinder geboren? Das ist und bleibt auch weiterhin ihre Einschätzung und Bewertung meines Falles.
Muss ich auch mit leben...und nutze meine Freiräume so gut es geht.

Gruß, Ulrike-Marisa
Zuletzt geändert von Ulrike-Marisa am Do 20. Nov 2014, 15:56, insgesamt 1-mal geändert.

JasminRheinhessen

Re: Würzburgerin im falschen Körper geboren

Post 5 im Thema

Beitrag von JasminRheinhessen » Do 20. Nov 2014, 15:52

@Ulrike:

Wenn jemand argumentiert, das Frauen dann Frauen sind, wenn sie Kinder gebären fragst Du :

"Kennst Du das Turner-Syndrom" ?


Wenn dann Achselzucken kommt sagst Du:

"Das sind Frauen mit nur einem X-Chromosom, sie können keine Kinder bekommen"

Dann fragst Du:

"Sind das dann keine Frauen für Dich ?"


Menschen, die Gehirngeschlechter verbal unsichtbar machen,
müssen die unhaltbaren Argumente genommen werden,
denn ihre Argumente sind keine, sondern nur ihre Meinung

LG
Jasmin
Zuletzt geändert von JasminRheinhessen am Do 20. Nov 2014, 16:15, insgesamt 1-mal geändert.

JasminRheinhessen

Re: Würzburgerin im falschen Körper geboren

Post 6 im Thema

Beitrag von JasminRheinhessen » Do 20. Nov 2014, 15:56

@Vivian

die Medien geben genau das wieder, seit Jahrzehnten,
für die gibt es keine Angleichung - und auch keine weiblichen oder männlichen Gehirnaspekt
die zum Angleichungswunsch führen.

Der Mensch ist "krank" - "psychisch verhaltengestört" (lt F64.0 , ICD10)

Im geplanten ICD 11 2007 ist er dann: Wunsch-Transgender,
nichts anderes sagt "Gender incongruence" aus

von Identitäten und Gehirngeschlechtern, dem pränatalen angeborenen Aspekt,
weit und breit nichts zu sehen bei der genitalen Psycholobby.

Ulrike-Marisa
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Re: Würzburgerin im falschen Körper geboren

Post 7 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Do 20. Nov 2014, 16:03

@Jasmin

...ich habe nicht gefragt, sondern wollte damit nur sagen, dass es diese veraltete Einstellung bei meiner Frau eben auch noch gibt. sie macht das Frausein biologisch an der Gebärfähigkeit fest, wie sie es im Studium in Biologie damals (ca.53 Jahre) gelernt hat. Daher lehnt sie anderes kategorisch ab. Meine vermutete Transsexualität hält sie nicht existent und vom Grundsatz her für abwegig - das gibt es nicht wirklich, sagt sie und irgendwelche GA-OPS hält sie für schlichtes rumpfuschen an der Natur (neben anderen Aspekten).

Ulrike-Marisa

JasminRheinhessen

Re: Würzburgerin im falschen Körper geboren

Post 8 im Thema

Beitrag von JasminRheinhessen » Do 20. Nov 2014, 17:31

Hallo Ulrike-Marisa,

Ja - die Einstellung oder Meinung die Deine Frau hat ist ein Klassiker.

Du könntest ihr mit dem Turner-Syndrom Argument
aufzeigen, dass das was sie sagt, nicht logisch ist.

Es gibt noch mehr Argumente, das gegen ihres spricht,

aber ich wäre auf ihre Reaktion gespannt:

Winkt sie ab, oder läßt sie sich auf einen Diskurs ein,
und bleibt auf der Argumentationsebene.

Meist winken sie dann schon ab und stellen sich auf stur,
weil sie keine Argumente haben, die das begründen, was sie sagen,
es ist wichtig, diese Behauptungen als "Meinungen" zu outen,
und nicht als "Gesetzmäßigkeiten" stehen zu lassen.

LG
Jasmin




@all

der Text des BR in meiner Sprache übersetzt:

Geschlechtsidentitäten, Gehirngeschlechter
Würzburgerin mit männlichem Genital geboren

Jahrzehntelang lebte Katharina in der männlichen sozialen Rolle, da immer noch in Deutschland Menschen aufgrund ihres Genitales einem Geschlecht zugewiesen werden.
Katharina tat also das, was von Männern erwartet wurde – gezwungenermaßen, denn Sie fühlte sich in ihrer Rolle nicht wohl, ihr war erst unbewußt, dann bewußt klar, dass sie kein Mann sein konnte.
Sie hatte zwar ein männliches Genital, aber sie realisierte, das ihr Gehirn weiblich sein mußte, da sie weiblich dachte und auch ihren Körper als für sie nicht passend empfand, ihr blieb nur diese Erklärung, denn alles was sie daran erinnerte, dass sie ein Mann sein soll, die Erwartungen der sozialen Männerrolle die sie ausfüllen sollte, ihre Art der Erziehung, ihre Freunde und Freundinnen, sagten ihr indirekt: Das paßt nicht, das bist du nicht. Ihr war klar, dass sie eine Frau war und deshalb alles dafür tun wollte, dass die Umwelt, die Menschen um sie herum, das auch so erkennen konnten. Ihre Situation spitzte sich dann immer mehr zu:
Erst, als Sie am Abgrund stand, änderte Sie Ihr Leben radikal.

Katharina ist 41, groß gewachsen, mit langen Haaren und gepflegten Fingernägeln. Dass Sie mit männlichen Körpermerkmalen geboren wurde, fällt heute nicht mehr auf, nur die tiefere Stimme wird viele Menschen, die noch nie etwas von Gehirngeschlechtern gehört haben, und die mit einer tiefen Stimme ein männliches Geschlecht assoziieren, aus ihrem Weltverständnis der Geschlechter, aus ihrer Vorurteils-Bahn werfen. Kaharina hat Bayern1-Reporterin Irina Hanft im Rahmen der ARD-Themenwoche Toleranz ihre Geschichte erzählt – die Geschichte von Katharina, und die Zeit, als sie noch in der sozialen Männerrolle lebte.

Suizidversuch als trauriger Höhepunkt
Mit zehn Jahren fühlte sich Katharina zum ersten Mal unwohl in ihrer sozial zugewiesenen Rolle, wie auch mit ihrem Körper. "Ich wollte wie meine Klassenkameradinnen sein, ein typisches Mädchen", erzählt Katharina heute. Doch stattdessen tat Sie das, was man von ihr erwartete: Sie trieb Sport, kletterte auf Bäume. "Was sollte ich machen? Ich hab mich geschämt".

Geschämt für ein Gefühl, dass Sie einfach nicht loswurde. Im Gegenteil: Es verstärkte sich im Laufe der Jahre sogar noch. Bis Sie als 30-Jährige gar nicht mehr damit klar kam, einen Suizidversuch unternahm und in die Psychiatrie eingewiesen wurde. Dann endlich bekam Sie die Anerkennung und Akzeptanz, nach der Sie sich so lange gesehnt hatte. Sie bescheinigten Ihr, dass sie mit weiblichem Gehirngeschlecht geboren wurde, und das ihr männliches Genital nicht zu ihrem weiblichen Gehirn passte, eine Form der Intersexualität, nicht ungewöhnlich, da das Gehirn der wichtigste und größte geschlechtsbestimmende Parameter ist. Und wie auch sekundäre und primäre Merkmale vermischt sein können, kann es auch vorkommen, dass das Gehirn pränatal vorwiegend weibliche Aspekte aufweist, und dass das Genital nicht immer dazu passen muß, es ist eine Normvariante der Natur, wie ein 4-blättriges Kleeblatt, etwas besonderes, im Sinne von selten.

Es sollte weitere sieben Jahre dauern, bis Katharina auch im Alltag in der Frauenrolle lebte.
Ein langer Weg, auf dem einige Freunde sich abwendeten. Und auch die eigenen Eltern können Katharina nicht verstehen – bis heute. Am Arbeitsplatz hingegen begegnet der gelernten Feinmechanikerin mehr Toleranz. Dort kennen ihre Kollegen sie schon seit ihrer Ausbildung 1992.

Katharina hat mittlerweile eine feste Beziehung: Chrissi ist ihre Lebensgefährtin, die beiden wollen nächstes Jahr heiraten. Aber erst einmal wird Geburtstag gefeiert, und zwar im April: „Im April 2011 habe ich meinen Ausweis mit meinem richtigen Vornamen und Personenstand bekommen“, sagt Katharina. Und man sieht ihr an, dass sie keinen dieser schweren Schritte bereut.


"Die Grenzen meiner Sprache, sind die Grenzen meiner Welt"
Ludwig Wittgenstein 1889-1951
Zuletzt geändert von JasminRheinhessen am Do 20. Nov 2014, 20:50, insgesamt 4-mal geändert.

biene38
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Re: Würzburgerin im falschen Körper geboren

Post 9 im Thema

Beitrag von biene38 » Do 20. Nov 2014, 20:01

Hallo zusammen,

eine wirklich interessante Diskussion.
Was ist nun der weibliche Gehirnaspekt und worin zeigt er sich?

In mir wehrt sich immer etwas gegen diese stereotype Ansichtsweise.

Warum soll es nur zwei Gehirnaspekte geben und nicht Milliarden verschiedene?

Zugegeben, ich habe nicht die Interessen, die scheinbar die Mehrzahl meiner männlichen Geschlechtsgenossen hat, ja und ich kann mich nicht mit der von der Gesellschaft mir als Mann zugedachten und aufgezwungenen Rolle anfreunden. Mir gefallen vielleicht besser die Aspekte, die gesellschaftlich der weiblichen Rolle zugeordnet werden und identifziere mich daher eher mit Frauen.
Mit weiblichen Gehirnaspekten hat dies allerdings für mich weniger zu tun, sondern viel mehr mit einem seit Kindheit an aufgezwungenem Rollenverständnis, in das ich mich nicht pressen lassen will und kann. Da wehrt sich einfach alles in mir.

Manche lassen sich körperlich anpassen, vielleicht um für sich selbst besser in dieses gesellschafliche Rollenverständnis zu passen.
Ich werde dies nicht tun.

Für mich stellt sich häufig die Frage, warum es wesentlich mehr Mann zu Frau-Anpassungen gibt, als Frau zu Mann. Mit Gehirnaspekten lässt sich das vermutlich nur schwer erklären. Müsste es dann nicht in etwa gleich verteilt sein?
Grüße von der Biene

JasminRheinhessen

Re: Würzburgerin im falschen Körper geboren

Post 10 im Thema

Beitrag von JasminRheinhessen » Do 20. Nov 2014, 21:05

@Biene

nach meiner Auffassung

Das Gehirngeschlecht, hat zwar stufenlosen Charakter,
aber das Individuum hat für sich ein "wichtigstes" Geschlecht ausgemacht.
Dies ist das mit dem größten Anteil - dieses wird dann als Identität genannt.
Das der kleinere Anteil auch gelebt und nicht vedrängt werden sollte,
ist für die Harmonie Vorraussetzung (Yin Yang)

Daher unterscheide ich Gehirngeschlecht (biologische pränatale Prägung) und Identitätsgeschlecht

Das Gehirn hat sehr viele Aspekte, die eher männliche oder eher weiblich geprägt sein können,
diese Prägungen durchläuft das Baby im Mutterleib innerhalb von mehreren Wochen.
Diese sind nie binär 0 oder 1, sondern immer gewichtet.

Daher sind die einzelnen Aspekte selbst gewichtet und auch die Gesamtgewichtung aller Aspekte sind gewichtet.

Beispiel: räumliches sehen gut: männliche Gewichtung
Frauen sehen räumlich schlechter, deshalb können sie entgegenkommende Fahrzeuge beim Überholen nicht einschätzen,
(Entfernung und Geschwindigkeit)

Unsere Welt der Rollenverteilung in Mann / Frau wird diesem Sachverhalt,
dass das gefühlte Geschlecht ein "Zwischen" ist, nicht gerecht.

Siehe dazu vor allem die 1. Hälfte dieses Vortrages von Vera F. Birkenbihl,
die hier den biologischen Hintergrund und Hirnforschung / hormonelle pränatale Problematik beleuchtet
wer sie nicht kennt: Sie war eine hervorragenede Analytikerin und hat sich auf ihre Themen extrem vorbereitet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Vera_F._Birkenbihl



Zuletzt geändert von JasminRheinhessen am Do 20. Nov 2014, 21:22, insgesamt 3-mal geändert.

ZaraPaz
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Re: Würzburgerin im falschen Körper geboren

Post 11 im Thema

Beitrag von ZaraPaz » Do 20. Nov 2014, 21:09

Vivian Cologne hat geschrieben:Es ist auch wieder die übliche Leidensstory inklusive Psychiatrie, Abwenden von Freunden, Unverständnis der Eltern. Über ihre eigenen Gefühle erfahren wir mal wieder wenig. Ein 08/15- Bericht, weil zur Woche der Toleranz den BR-Redakteuren einfiel, da gibt es ja noch diese komischen Transsexuellen ...

Der Gefahr der sprachlichen Vergealtigung entgehen wir nur, wenn wir Einfluss auf die Formulierungen nehmen. Mein Ex-Kollege hätte was zu hören bekommen, wenn er das so über mich geschrieben hätte.

Vivian
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"Es ist leichter, ein Atom zu zertrümmern, als ein Vorurteil." Einstein
http://antigenitalistischeoffensive2013.tumblr.com/

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Re: Würzburgerin im falschen Körper geboren

Post 12 im Thema

Beitrag von biene38 » Do 20. Nov 2014, 22:01

@Jasmin

dass Männer tendenziell besser sind beim räumlichen Denken ist vermutlich etwas genetisches/hormonelles. So wie sich in einer bestimmten Entwicklungsphase äußerliche Geschlechtsmerkmale herausbilden vernetzt sich das Gehirn entsprechend.
Diesbezüglich falle ich vollkommen ins Schema. Sehr gute Orientierung, sehr gutes räumliches Vorstellungsvermögen.

Wenn es aber allgemein um Interessen geht, Vorlieben, Verhaltensweisen wird es schwierig zu sagen, was frauen- bzw. männerspezifisch ist.
Frauentypisch ist übrigens nicht das gleiche wie frauenspezifisch. Das verwechseln viele.

Modisches Interesse, Schminken etc. ist z.B. nur frauentypisch, nicht frauenspezifisch. Es gab Zeiten, oder in anderen Kulturen war/ist es ganz anders.
Oder dass jemand sexy sein will und die Blicke auf sich ziehen will oder begehrenswert sein will, hat nichts mit weiblich zu tun.
Wenn man das als Mann sein will jetzt und hier, steht man scheinbar im Widerspruch.

JasminRheinhessen

Re: Würzburgerin im falschen Körper geboren

Post 13 im Thema

Beitrag von JasminRheinhessen » Do 20. Nov 2014, 23:19

@Biene

bei Vorlieben und Verhaltensweisen wäre die Gretchenfrage,
ob diese rein kognitiv zum vorhandenen Gehirngeschlecht dazu die Identität (die Geschlechtsidentitä) bilden,
oder ob diese auch mit angeboren werden können

Hier könnte als Frage die Frage dienen:
wie werden Fähigkeiten und Talente, Vorlieben vererbt -
es ist bekannt, das diese meist in der 2. Generation weitergegeben werden,
z.B. bei Künstlern, war der Opa oder die Oma bereits mit diesem Thema stark verbunden,
die Eltern gar nicht - das Enkelkind bekommt die "Talente" vererbt

wenn klar ist, das hier eine Übertragung stattfindet,
könnte dieses auch für anderes Verhalten funktionieren,
für Verhalten, das genderspezifisch sein könnte

dies könnte zusätzlich zum Gehirngeschlechtsaspekt eine Rolle bei der Geschlechtsidentität spielen

Provokant, salopp und ironisch ausgedrückt: Du ziehst dir u.a. deshalb gerne Kleider an, weil das Deine Oma auch gerne gemacht hat.

Ich konnte diesen Ansatz bisher noch nicht gut recherchieren, weil mir die passenden Stichworte fehlen,
wie dieses Thema im wissenschaftlichen Diskurs behandelt wird.

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