Valeries Welt
Valeries Welt - # 29

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 421 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Fr 12. Okt 2018, 16:53

Teil 2 Kap. 11: Erste Außeneinsätze in Frankreich

Sie waren kaum vorauszuplanen, diese Außeneinsätze nach neuen Kundenkontakten, fielen aber ständig irgendwann einmal an. Unterstreichen sollte man hier die beiden Worte kleinen Worte ständig und irgendwann, sie brachten eine Menge neuer Überraschungen in ihr Leben. Der freelancer im Verkauf ist im Prinzip ein Jäger in einem zugewiesenen Gebiet auf eigene Rechnung, und Valerie war hier die Jägerin. Keine griechische Diana mit dem Bogen, eher eine moderne Form der Jägerin, aber die Prinzipien der Jagd galten im Grunde unverändert, es gab das Jagdgebiet, bestimmt Regeln waren dort einzuhalten, und das zu jagende Wild war nicht nur Opfer, sondern hatte auch seine Möglichkeiten und Chancen, dann ging die Jägerin leer aus.

Nicht, dass sich Valerie ständig und täglich und immer in Jagdstimmung befand, aber potentiell konnte die Jagd immer losgehen, sie musste stets auf der Hut sein. Der Schnellste gewinnt, der Zweite hat schon verloren. So ist das im Immo-Management.

"Es tut uns leid aber wir haben das Objekt gerade an ein anderes Büro gegeben"

Da war schon eine gewisse Spannung drin, in diesem Geschäft. Wenn irgendetwas passierte, dann konnte es alles sein, oder aber auch nichts. Zum Beispiel die Spannung beim Abhören des Anrufbeantworters, oder wenn man ein eMail von einer unbekannten neuen Adresse kriegte:

"Den kenne ich nicht... Was ist das für einer...? Könnte daraus 'was werden...?

Dann musste sie halt los, dann setzte sich die kleine Immo-Maschinerie in Bewegung. An Valerie soll es nicht liegen. Sie kann sich selbst Druck machen, sozusagen von Null auf Hundert gehen, wenn ein Kunde "mit Auftrag drohte". Dann musste schnell improvisiert werden, ein paar kurze Telefonate in der Zentrale, Rückfragen beim Kunden, mehr Infos anfordern, oder am besten gleich einen Besuchstermin mit ihm vereinbaren. Prima, die haben ja sogar Fotos geschickt. Die könnte man ja mal gegenchecken im Internet, ein Segen dass es Google Earth gibt, also reinzoomen, das ist aber ein hübsches Häuschen, und das Dörfchen aha das scheint ja so was von putzig zu sein... Na, mal sehen. Also sie muss mal wieder los, also Gunnar Bescheid geben, vielleicht Erica anrufen, Michael muss sowieso immer wissen, wo sie ist. Dann schnell ein kleines Hotel irgendwo in der Nähe vom Ziel gebucht, zwei Nächte? oder nur eine Übernachtung? Sie bleibt eine Optimistin, will es aber nicht überreizen. Sie kann ja immer verlängern.

Ist genügend Diesel im Tank, ja? Dann schnell den Koffer gepackt, Zahnbürste, bisschen Wäsche, und ab geht's.

Oft mussten große Strecken gefahren werden für diese Kontakte vor Ort mit Anbietern von Ferienimmobilien, also Franzosen, die eine Ferienimmobilie für den deutschen Markt anzubieten hatten. Besichtigungen mussten dann gemacht werden, Besprechungen vor Ort standen an, und all das zog sie jetzt ganz alleine durch. Mit Micheals Unterstützung hatte sie einen großen Leasingwagen angeschafft (der lief auf Michaels Firma), das war ein Mercedes mit automatischem Getriebe, wirklich ganz komfortabel auf der Langstrecke Stuttgart, Mulhouse, Lyon, Valence, Marseille, ab Lyon begann der Süden, das merkte man an den Temperaturen.

Oft fuhr sie auch über Genf und Grenoble, oder gelegentlich auch die Languedoc-Autobahn hinunter in Richtung Pyrenäen, vorbei an den Mittelmeerstränden, Agde, Sete, Leucate, aber zum Baden im Meer blieb leider nie Zeit. Oder sie fuhr hinein in die Weingebiete des Roussillon und weiter nach Westen, in Richtung auf die Stadt Carcassonne in die Hügel hinein, die voller Kiefernwälder waren, gelegentlich ein paar einzeln stehende Zypressen, wie gemalt von Vincent van Gogh, und im Frühjahr voll mit dem schweren Geruch der Berggewürze des Südens, Rosmarin, Thymian, Salbei. In den Frühjahrsmonaten waren die Straßenränder hier oft voll mit gelben Ginsterbüschen, und es gab wirklich eine Menge an Ferienhäusern in diesen hübschen südfranzösischen Departements dort unten in der Region Okzitanien, das ist grob gesprochen die weitere Mittelmeer-Region Frankreichs.

Sie liebte diese Außeneinsätze. Der Kundenkontakt vor Ort war ihr viel interessanter und angenehmer als die Verwaltungsarbeit zuhause, wo sie doch meistens alleine war in ihrem Home Office.

Vor Ort lief das dann meistens immer ähnlich ab. Am Vortag die Anfahrt aus Deutschland mit 800, 900 oder mehr Kilometer Strecke auf der Autobahn, danach nur noch kurz eine Kleinigkeit essen, dann todmüde ins Hotelbett und schlafen. Am Morgen des Besuchstags klingelt der Wecker besonders aufdringlich, trotzdem: raus mit dir und schön duschen, frisch machen, was Hübsches anziehen. Nicht zu sexy, also flache Schuhe, denn diese Leute suchen ein seriöses deutsches Partnerbüro. Trotzdem, man darf durchaus bemerken, sie ist noch keine Vierzig, eher noch näher an den Dreissig dran. Nach dem Frühstück (nur Kaffee, süss, heiss, schwarz) ab ins Büro des lokalen französischen Partnerbüros, der war vom Ort oder aus der Nähe und kannte sich aus, eine große Hilfe, ohne diese Leute ginge es nicht, dieses Geschäft. Diese lokalen Büros waren die Quelle ihres Geschäfts, sie waren zu hofieren, ohne sie wäre niemals etwas gelaufen, denn von einem französisches Häusles-Besitzer kann nicht erwartet werden, dass er sich zwecks Vermietung seines Objekts direkt mit einem deutschen Büro in Verbindung setzt. Also man schätzte sich und brauchte sich gegenseitig, denn natürlich wollten die auch etwas vom Kuchen abhaben. Oft waren die Hausvermieter auch bereits mit dabei, das war eigentlich das allerbeste, dann war sie vor späteren Überraschungen sicher.

Man stellt sich also gegenseitig der Reihe nach vor

"Ahhh, bien, et vous etes la représentante de l'immobilier allemand? Je suis enchanté de faire votre connaisance, madame."

Das ging ihr immer runter wie Öl und bedeutet in etwa: Ahhh... sehr angenehm... Sie sind also die Vertreterin des deutschen Büros?

Und all das dient dazu, das Eis zu brechen. Ebenso wie die Routinen, die jetzt abgehen. Danach gibt es nämlich erst mal ringsum bisous (Wangenküsschen) und Umarmungen mit den Beteiligten. Valerie war darin absolut routiniert und konnte diese bisous oft mit zwei, drei, vier Personen nacheinander abwickeln wie eine kurze gymnastische Übung. Haben wir den Chef nicht vergessen? Wo ist eigentlich der Vermieter? Den Patron zu vergessen, das wäre nicht gegangen, wenn einer bisous brauchte, dann der Patron.
Das gehört sich einfach. Nach dem Chef alle anderen, kurz und schnell abgebusselt, und weiter zum nächsten. Ohne diese Formalien geht in Frankreichs Süden gar nichts. Erst danach versammelt man sich, nickt sich kurz zu:

"On y va?" (Gehen wir?)

und fährt ab zum Objekt der Begierde. Dort die Hausbesichtigung. Der erste Eindruck. Kann man das vermieten oder eher nicht so gut? Für welches Geld pro Woche? Valerie legte bei all dem Trubel, den die anderen um sie herum veranstalteten, immer Wert auf systematisches Arbeiten vor Ort, also hielt sie die Augen offen. Und immer schön die Checkliste ihrer Firma abarbeiten, das Haus abscannen, wie sie es bei sich nannte, Und alles dokumentieren, das wichtig ist, also Fotos machen. Zahl der Schlafzimmer? Wie viele Bäder? Salon mit cheminée? Quadratmeter Wohnfläche Gesamthaus und Nebengebäude? Größe des Grundstücks? Hat es Wasser und Strom? Nicht jedes Haus dort unten hat Wasser und Strom. Wie viele Toiletten? Die Zahl der Klos ist in Frankreich ein Kriterium für die Bemessung der Höhe der Wohnsteuer, das ist also wichtig. Gibt es ein Schwimmbad im Garten?

Sie machte Fotos über Fotos vom Grundstück, Fotos von besonders charmanten Ecken im Garten, von Brunnen, alten Mauerteilen, von alten Bäumen, das waren Imagebilder, die man später in die Werbeanzeige würde einbauen können.

Immer vorher den Patron fragen, ob sie etwas am Objekt knipsen darf. Und dabei lächeln. Ist zwar schon klar dass er ihr nichts abschlägt, aber sie weiß, der Patron wird es mögen, wenn er von einer jungen Deutschen hofiert wird.

"Vous me permettez de faire un petit photo, Monsieur?"

Später die höheren Weihen, wenn das Gröbste geschafft und im Kasten ist: Hat das Haus Internet?, wie ist die Verkehrsanbindung, wie sind die Nachbarn? Und so weiter, as geht schon eine, zwei Stunden lang so. Dann, irgendwann später, man hätte inzwischen Haus und Garten abgelaufen, die Obstbäume gelobt, je nachdem ein paar Kirschen gegessen oder Feigen (qui'ils sont merveilleux vos figues"), dann den Hund gestreichelt, den Weinkeller besichtigt und auch den grenier (die Bühne) gesehen... Erst dann würde man sich schließlich am Wohnzimmertisch versammeln. Jetzt wird erst einmal ein Aperitif genommen oder man trinkt einen Pastis.

Sie bespricht sich kurz mit dem französischen Kollegen, dann sagt sie zum Patron:

"Ja Monsieur, es ist wunderbar. Wir machen Ihnen also ein schriftliches Angebot, wir denken wir können ihr Haus guten Gewissens in unserem europäischen Standard-Katalog anbieten, es ist ein Schnäppchen".

Oder aber, wenn es ein qualitativ richtig gutes Objekt ist:

""Monsieur, es ist eine Perle, ihr Haus. Ich empfehle Ihnen, einen Internetauftritt auf unserer Webseite zu buchen, wir machen das alles für Sie, inklusive Fotos und Videos, das kostet nur 500 Euro jährlich und bringt Ihnen eine Masse an Mietern, Sie müssen denen dann später nur noch den Mietvertrag zuschicken und Ihre Kontonummer. Alles andere macht unsere Firma, Versicherung, Schlüsselversand und Hausputz, das machen wir für Sie, alles Bingo".



Soviel für heute. Fortsetzung bald mal wieder. Heute war zum ersten mal ein wenig Kapitalismus in Valeries Welt, aber mit dem Eintritt in Micheals Firma hat sich unsere Kleine diesem System verschrieben, es ging jetzt nicht mehr um Analysen und paperwork wie in der Autoindustrie, sondern um knallhartes praktisches Verkaufsgeschäft und wie alles was sie anfasste, wollte sie auch das richtig gut machen. Nächstens werden wir erfahren, dass es in französischen Notariaten auch Männer gibt, und zwar attraktive Männer, ein solches Notariat lernt sie bald mal kennen, es ist in der Stadt Narbonne.

Lieben Gruß

Valerie

Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 422 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Fr 12. Okt 2018, 22:24

An meinen kleinen Leserkreis.

Ich wollte euch für das Kommende WE noch eine gute Zeit wünschen und auch noch mitteilen, dass das 12. Kapitel gerade beendet wurde. Nachtarbeit, nächtliches Schreiben liegt mir, also warum eigentlich immer vorm TV hocken? Das neue Kapitel heißt:

"Alain, Delphine und Thierry" und handelt von ihren neuen französischen Freunden.

Hier, real, regnet es seit Tagen. Wir, meine Familie und ich sind zur Zeit dabei, unsere Zelte hier abzubrechen und wieder ins Stuttgarter Winterlager überzusiedeln. Abfahrt ist Sonntag, übermorgen und hoffentlich ist dann auch der Verkehr ruhig. Ich melde mich, wenn alles gut geht, Mitte nächster Woche wieder mit dem neuen Kapitel.

Liebe Grüße, Valerie :()b

Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 423 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Mo 15. Okt 2018, 17:40

Teil 2 Kap. 12: Alain, Delphine, und Thierry

In den folgenden Monaten war Valerie noch mehrmals für Kundengeschäfte dort unten im Languedoc-Rousillon unterwegs, wie diese weitgehend flache bis leicht hügelige mittelmeerische Küstenregion in Südfrankreich zwischen Rhonedelta und den Pyrenäen genannt wird, die im wesentlich voller weißer Kalkfelsen ist, nur wenige Städte und viele arme kleine Dörfer hat, kaum Landwirtschaft kennt außer Weinbau und Oliven, aber für die Immobilienbranche so etwas darstellt wie eine kleine Zukunftsregion, also hier, so glaubt man, werden die Europäer in Zukunft immer mehr Urlaub machen oder ihren Lebensabend verbringen, also hier wird er irgendwann einmal rollen, der Rubel, der sagenhafte.

Nüchtern betrachtet, hat die Region außer dem Meer und der wilden Landschaft eigentlich wenig zu bieten. Die Vegetation Im Languedoc ist ärmlich, die Sonne brennt heiß und im Frühling es gibt nur wenig frisches wenig Grün, nur ab und zu beleben kleinere Gruppen von dunkelgrünen Schirmkiefern die Landschaft, sonst gibt es meistens nur dürres krüppeliges Buschzeug, genannt "Garrigue". Und dann sieht man auch mal ab und zu diese wunderschönen schlanken Zypressen, einzelstehend und zehn Meter hoch und größer, die wirken gegen den dunkelblauen Himmel manchmal wie schwarze Flammen, die himmelwärts züngeln. Der Maler Vincent hat den Zypressenbaum in seinen Provence-Bildern oft gemalt, als er in Arles malte und Avignon, das liegt ein wenig nördlicher und war zwischen 1888 bis 1890, dann stoppte eine Krise seine Kreativität.

Im Languedoc, das ist der nördliche Teil Okzitaniens, gibt es zwei größere Flüsse, die münden ins Mittelmeer, den Hérault und die Aude, die zwei kleineren Departements den Namen geben und klare Landschaftsmarken sind. Die Region Occitanie ist im Norden begrenzt von den schwarzen Bergen (la montagne noire), im Süden aber vom Pyrenäengebirge und im Osten eben von Mittelmeer, einer scheinbar immerwährend blauen Wasserfläche, von den Anwohnern deshalb auch das große Blau genannt ("le grand bleu").

Landschaftlich betrachtet, ist die Okzitanie (frz. l'occitancie) bis heute weitgehend das wilde, ursprüngliche Gebiet geblieben, das sie einmal war, und heute noch nicht so von Touristen überlaufen wie die Provence oder die Cote d'Azur. Aber eine Menge von Europäern haben in den letzten Jahrzehnten dort ein Haus gekauft, und deshalb sind viele der kleinen Dörfer der Occitanie heute sozusagen international bevölkert, nicht nur von "eingeborenen Franzosen", sondern auch von zugezogenen Briten, Deutschen, Italienern, Skandinaviern, und Holländern, quasi europäische Dörfer, Europa im Miniformat. Immobilienbüros sieht man an jeder Ecke, in jedem Dorf, es wird viel vermietet, verkauft und gekauft, hier geht echt etwas ab.

Nach ihren ersten Erfolgen hatte Valerie großen Gefallen gefunden am Immo-Geschäft, sie hatte jetzt sozusagen den Fuß in der Türe. Worum es ihr ging? In erster Linie ging es ihr um das Finden, d.h. Aufspüren von möglichen Kunden und dann natürlich vor allem um den Abschluss, also wenn sie Michael in Stuttgart wieder einmal einen unterschriebenen Kommissionsvertrag vorlegen konnte, in dem der Kunde der Firma sein Objekt zum Vermieten überließ, dann war sie happy und das Gefühl stellte sich ein, "es" wieder mal geschafft zu haben. Daran war sie interessiert, an diesem Gefühl des Erfolgs, und deshalb betrieb sie ihre Arbeit auch mit Ehrgeiz und Einsatz.

Sie verstand sich als Jägerin, Valerie war zu Artemis und Diana in einem geworden, aber weil die Welt der Mythen heute längst versunken ist und wir im Hier und Jetzt leben, arbeitete sie ohne Pfeil und Bogen, sondern mit Mobiltelefon, Zeitungsannonce und Internet, und sie arbeitete auch systematisch und mit Planung. Was heißt, sie suchte sich, wenn sie länger unten war, sich selbst vor Ort mögliche Interessenten, ging hin, klingelte und fragte, ob dieses oder jenes Haus für eine Vermietung wohl infrage käme. Nach kurzer Zeit hatte sie so ein funktionierendes Netzwerk, ihr eigenes Netzwerk aufgebaut, das ihr zuarbeitete, d.h. ihr Infos zukommen ließ.
Bald hielt sie sich längere Zeit dort unten vor Ort auf als im Waiblinger Home Office, mit der Folge, dass die alten Freunde ein wenig vernachlässigt wurden. Dafür hatte sie jetzt neue Freunde gefunden, und in Narbonne, einer Kreisstadt im Departement Aude, wo sie im Büro eines Kollegen kurzzeitig Unterschlupf gefunden hatte, waren ihre Freunde Alain und Delphine, und später kam dann auch noch Thierry dazu.

Alain und Delphine waren die Inhaber des lokalen Narbonner Partnerbüros, mit dem Michaels Firma hier zusammenarbeitete, und beide waren wirklich außerordentlich nette Menschen. Beide etwa in Valeries Alter, vielleicht ein klein wenig jünger. Alain der typische Südfranzose, immer freundlich und charmant, dunkelhaarig, schmal gebaut, aber mit einem mächtigen schwarzen Schnauzbart wie seinerzeit Magnum oder Burt Reynolds, die Hollywood-Schauspieler.

Delphine war körperlich das genaue Gegenteil von Alain, sie war groß, ebenso groß wie Valerie, aber kräftig und laut, eine hellhäutige blonde Nordfranzösin mit großer Klappe und immer hatte sie neue Witze drauf.

"Femme faible avec forte geule"

So hatte sie sich selbst bei Valerie vorstellt, als man sich dort im Büro zum ersten mal traf, und das hieß etwa folgendes:

"Schwache Frau mit großer Gosche"

Genau so war Delphine, immer den Schalk im Nacken, immer irgendeine Bemerkung auf Lager, passend oder unpassend, unwichtig, Hauptsache, es geht etwas ab und man hat etwas zum Lachen. Alain, ihr Mann, war anders, er war liebeswürdiger, ruhiger als seine Frau, aber er hatte Charme und konnte die Leute um den Finger wickeln, kein unwichtiger Charakterzug für einen Immobilienhändler. Beide hatten ihr Büro im Zentrum Narbonnes schon seit mehreren Jahren, das Lokal war angemietet, Angestellte hatten sie keine, und die Schaufenster des Büros waren vollgeklebt mit Bildern von Häusern, die zum Verkauf oder zur Vermietung standen. Die beiden Franzosen hatten sich ein wenig angefreundet mit Valerie, vielleicht fühlten sie sich auch ein wenig verantwortlich für ihre Betreuung, nachdem man nun die ersten Projekte gemeinsam durchgestanden hatte.

"Il faut qu'on s'occupe de la petite Allemande toute seule dans la grande ville étrangère"

sagte Alain zu Delphine, was etwas soviel heisst: "Diese kleine Deutsche da ganz allein in der großen fremden Stadt, da müssen wir und doch drum kümmern".

Also wurde Valerie nach Büroschluss öfters öfters mal zum Essen mit Nachhause genommen. Meistens aber gingen die beiden Franzosen, weil sie ja keine Kinder hatten, mit Valerie abends gemeinsam in ein Bistro um die Ecke oder aber zum Essen in eines der romantischen Lokale am Kai des Canal du Midi, der mitten durch die Altstadt von Narbonne führt. An einem dieser Abende sah sie dort zum ersten Mal auch Thierry Elouard.



Ob Monsieur Elouard gut aussieht oder schlecht, und ob sie ihn gleich Thierry nennen darf oder nicht, erfahrt ihr nächstes mal. Mit diesem cliffhanger ist erst mal Schluss für heute. Fortsetzung in Bälde, in diesem Theater.


Liebe Grüße

Valerie :()b

Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 424 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Di 16. Okt 2018, 17:24

Kleine Leserumfrage

Bitte nicht lügen beim Ausfüllen

1) Warum liest du Valeries Welt?
Freie Antworten, z. B. weil mir langweilig ist / weil es eine tolle Story ist ist / weil ich nichts anderes zu tun habe

2) Wie gefällt dir die Story bisher?
Eine Kategorie auswählen, z.B. sehr gut, weiter so, / ganz nett, aber mehr Leben rein / Mist, schnell aufhören bitte

3) Wie oft soll das neue Kapitel immer kommen?
Eine Kategorie auswählen, z.B. wöchentlich / seltener / mir egal / denk dir 'nen netten Schluß aus und hör auf damit.

4) Was sollte anders werden?
Freie Antworten, z.B. mehr über ihre Arbeit / mehr über ihre Freizeit / mehr über ihre Probleme als CD / mehr Sex mit Gunnar

5) Wo sollte die Story mehr spielen in Zukunft
Freie Antworten, z. B. Mehr in Frankreich / wieder zurück in die Heimat

Bin glücklich über alle Antworten, selbst die kleinste Idee hilft, aber auch großartige Ideen werden gerne angenommen

Lieben Gruß, eure Valerie :()b

Maria T
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Re: Valeries Welt

Post 425 im Thema

Beitrag von Maria T » Mi 17. Okt 2018, 05:55

Hallo Valerie,
1. Weil es spaß macht zu lesen
2. Sehr gut, weiter so,
3. Passt so einmal die woche, wie du es schaffst
4. Vielleicht mehr über die Probleme als CD, aber auch das drum herum arbeit, Freizeit und Beziehung
5. Ausgewogen, also beide Orte, das leben von Valerie spielt in Frankreich und Deutschland.

Lg Maria
Einfach ist am schwersten.

SusiS
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Valeries Welt - Leserumfrage

Post 426 im Thema

Beitrag von SusiS » Mi 17. Okt 2018, 09:36

1) Warum liest du Valeries Welt?
Weil mir diese Geschichte gefällt.

2) Wie gefällt dir die Story bisher?
Zur Geschichte würde ich sagen weiter so.

3) Wie oft soll das neue Kapitel immer kommen?
Das hängt von verschiedenen Faktoren zusammen. 2 Beispiele:
Wie lang ist die einzelne Folge [bei längeren Folge kann durchaus größere Abstände zwischen den Folgen sein]
Wie viel Zeit du für die Geschichte jeweils zur Verfügung hast.

4) Was sollte anders werden?
Nun dazu würde ich sagen, eine gute Mischung von Arbeit, Freizeit, Probleme + Werdegang als CD, Liebesleben mit Gunnar

5) Wo sollte die Story mehr spielen in Zukunft
Warum nicht ausgewogen zwischen Frankreich und ihrer Heimat

Joe95
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Re: Valeries Welt

Post 427 im Thema

Beitrag von Joe95 » Mi 17. Okt 2018, 09:42

Valerie Bellegarde hat geschrieben:
Di 16. Okt 2018, 17:24
Kleine Leserumfrage

Bitte nicht lügen beim Ausfüllen

1) Warum liest du Valeries Welt?
Freie Antworten, z. B. weil mir langweilig ist / weil es eine tolle Story ist ist / weil ich nichts anderes zu tun habe
Weil ich neugierig bin.
2) Wie gefällt dir die Story bisher?
Eine Kategorie auswählen, z.B. sehr gut, weiter so, / ganz nett, aber mehr Leben rein / Mist, schnell aufhören bitte
Das ist schon in Ordnung so. Mach weiter wie bisher.
3) Wie oft soll das neue Kapitel immer kommen?
Eine Kategorie auswählen, z.B. wöchentlich / seltener / mir egal / denk dir 'nen netten Schluß aus und hör auf damit.
Wöchentlich scheint mir Ok.
Frau kann ja lesen wann und wie sie Zeit hat.
4) Was sollte anders werden?
Freie Antworten, z.B. mehr über ihre Arbeit / mehr über ihre Freizeit / mehr über ihre Probleme als CD / mehr Sex mit Gunnar
Wenn man über Themen schreibt hat man irgendwann alles durch und die Geschichte ist zwangsweise zu Ende.
Schreib kleine Abenteuer oder Erlebnisse über ein/zwei Kapitel.
5) Wo sollte die Story mehr spielen in Zukunft
Freie Antworten, z. B. Mehr in Frankreich / wieder zurück in die Heimat
Wie es sich ergibt.
Bin glücklich über alle Antworten, selbst die kleinste Idee hilft, aber auch großartige Ideen werden gerne angenommen

Lieben Gruß, eure Valerie :()b
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.

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Re: Valeries Welt

Post 428 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Mi 17. Okt 2018, 13:51

Danke an Maria T, SusiS, und Joe95 für ihre Antworten. Das wären schon mal drei Meinungen. Ich warte jetzt erst mal noch ab. Wenn ich so ca. 6 bis 8 Antworten zusammen habe, kommt das neue Kapitel :mrgreen: , spätestens aber am kommenden WE. :()b

Freundlichen Gruß.
Valerie

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Re: Valeries Welt

Post 429 im Thema

Beitrag von Christiane04 » Do 18. Okt 2018, 06:24

Guten Morgen,

Schöne Idee per gezielter Meinungsumfrage.
1. weil deine Geschichte ein schöner Ausflug aus dem " männlichen " Alltag ist
2. Sehr gut, spannend wird es immer, wenn es um Gefühle geht
3. wöchentlich ist toll
4.eine schöne Mischung aus allem, wie das reale Leben halt so ist
5.das hängt nach meinem Verständnis davon ab, wie sich die Beziehung zu Gunnar so weiter entwickelt!

Vielen Dank liebe Valerie
"Ein Mann kann anziehen, was er will, er bleibt doch nur ein Accessoire der Frau. " Coco Chanel

Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 430 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Do 18. Okt 2018, 14:59

An meinen kleinen Leserkreis,

alle diejenigen Leserinnen, die noch nicht geantwortet haben, erinnere ich nochmals an meine Mini-Leserumfrage (Post 424)
Danke für deine Antwort.

Valerie :()b

Diana.65
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Re: Valeries Welt

Post 431 im Thema

Beitrag von Diana.65 » Fr 19. Okt 2018, 06:38

Hallo Valerie.

Nun möchte ich mich heute auch mal zu Wort melden.
Ich finde deine Geschichte auch gut, auch deinen Rythmus für die neuen Teile. Leider komme ich derzeit nicht ganz so regelmäßig zum Lesen. Mir fehlt momentan oft die Zeit um hier im Forum alles ausgiebig zu lesen.
Aber trotzdem finde ich es schön, wenn du weiter schreibst.

Liebe Grüße,
Diana.
Ich bin ich. Und was die Anderen von mir denken wird mir immer mehr egal.

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