Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?
Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang? - # 17

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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sbsr
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 241 im Thema

Beitrag von sbsr » So 26. Aug 2018, 15:59

NanaVistor hat geschrieben:
Sa 25. Aug 2018, 15:26
Ist das nicht paradox?
Einerseits wollen "wir" sein wie die 99% da draußen, also quasi in der Allgemeinheit unsichtbar untergehen, und andererseits wird nach der Anerkennung der "Unterschiedlichkeit" gerufen.
Hallo Nana,

ich dachte ich brauche etwas Zeit, um die Frage zu verstehen. Allerdings musste ich feststellen, Zeit nutzt nichts.

Merk Dir das Thema und lass uns, wenn Du magst, Ende Oktober darüber reden.
LG, Svenja

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heike65
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 242 im Thema

Beitrag von heike65 » So 26. Aug 2018, 19:48

Also ich finde Delfinium hat die richtigen Fragen gestellt.
Und um die Antworten solltest du dich nicht drücken.
Irgendwann wirst du in der pinken Jeans ganz offen vor den Nachbarn zum Auto gehen, es ist nur eine Frage der Zeit wann du nicht mehr anders kannst.
Ich würde an deiner Stelle deine Frau damit konfrontieren, es wird passieren, ob nun in einer woche oder in 5 Jahren, wenn es für sie generell undenkbar ist, dann musst du dich wohl entscheiden müssen, entweder verbiegen oder trennen.

Liebe Grüße

Heike
Zuletzt geändert von heike65 am Mo 27. Aug 2018, 02:57, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 243 im Thema

Beitrag von Ralf-Marlene » So 26. Aug 2018, 21:24

Hallo, Ihr Lieben,
ich bin bei den Fragen von Delfinum schon innerlich zusammengezuckt, kann sie aber nachvollziehen.
Ganz schwierig finde ich es aber, aus der Ferne eine Beziehung so oder so zu beurteilen.

Liebe Svenja,
ich wünsche Dir, dass Du immer die für Dich in dem Augenblick richtigen Entscheidungen triffst. Wenn Du Deine Partnerin dabei mitnehmen kannst, falls Du das möchtest, prima. Falls nicht, wünsche ich Euch beiden, dass Ihr Euch in Eurem Tempo von Gewesenem verabschieden könnt.

Alles Liebe

Ralf-Marlene
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 244 im Thema

Beitrag von Frannie » So 26. Aug 2018, 21:56

HI Svenja!
Ich fühle echt mit Dir ... Dieses auf und ab und ab, kannte ich nur zu gut ... bis ich den Schlußstrich zog.
Im Zweifel, denk an Deine Worte, als ich mich vorstellte...

Liebe Grüße Frannie
P.S. Hatte heut ein shooting bei einem Kumpel - wenn ich rauskriege wie, bekommst Du die Fotos!

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 245 im Thema

Beitrag von Frannie » So 26. Aug 2018, 22:04

HI!
Ich kann mich nur anschließen ... beurteilen kann und will keiner, denke ich - aber jeder kann seine Sicht der Dinge schreiben und am Ende hilft die Schwarmintelligenz vielleicht weiter...
Alles Gute liebe Svenja

Frannie
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 246 im Thema

Beitrag von Frannie » So 26. Aug 2018, 22:49

... Und denk bitte an Deine Worte in meinem Vorstellungsthread ...
Tu Dir nicht länger weh, als unbedingt nötig bitte ...

Luna
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 247 im Thema

Beitrag von Luna » Mo 27. Aug 2018, 07:05

Hallo Svenja,

ich bin da im Prinzip bei Heike. Delfinium hat sehr direkte aber gute Fragen gestellt. Ich stimme auch Ralf-Marlene zu, dass im Endeffekt nur Du die Situation beurteilen kannst.
Aber wenn Deine Frau Dich tatsächlich als Perversen sieht (und ihr das nicht nur im Zorn mal rausgerutscht ist), ihr egal ist, wie Du Dich fühlst und ob Du leidest oder nicht, dann würde ich mich auch fragen, ob ich mit so jemand zusammen sein möchte.
Beim Lesen Deiner Posts entsteht bei mir der Eindruck, dass sie nicht mit Dir zusammen sein will, sondern mit einem Bild, das sie sich von Dir gemalt hat, ein Bild, das ihrer Norm entspricht und das sie der Umwelt vermitteln möchte. Das scheint mir - mal ganz losgelöst vom Thema Trans - keine tragfähige Basis für eine Beziehung zu sein.
Wie gesagt, nur mein Eindruck von außen, der auch völlig falsch sein kann.
Wünsche Dir jedenfalls alles Liebe und viel Kraft. Denke, Du wirst sie brauchen, was immer Du auch tust.
Luna

Vicky_Rose
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 248 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Mo 27. Aug 2018, 08:39

sbsr hat geschrieben:
So 26. Aug 2018, 13:12
diese Fragen habe ich mir auch schon gestellt. Das Problem ist, ich will die Antworten nicht wahr haben.
Hi Svenja,

das ist sehr nachvollziehbar, aber bringt Dich das weiter ?

Ich habe jetzt Deine ersten Beiträge in diesem Fred gelesen. Es klingt fast so, als wärst Du schon einmal weiter gewesen. Hat sich in dem zurückliegenden Jahr sich etwas geändert ? Hat sich die Einstellung Deiner Partnerin geändert ? Hat sich etwas an Deiner Sichtweise geändert ?

Möchtest Du, dass sich etwas ändert ?

Ich weiß, das sind gemeine Fragen, aber wenn Du mit der bisherigen Methode nichts erreicht hast, wie soll sich dann in Zukunft etwas ändern ?

Ein alter Motivationsspruch lautet: love it, change it or leave it. Auch wenn er sehr plakativ ist, im Kern ist er m.E. sehr treffend. Was hilft Dir Klagen und Jammern, wenn Du Dein Leben nicht in die Hand nimmst ?
Viele Grüße
Vicky

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 249 im Thema

Beitrag von sbsr » Mo 27. Aug 2018, 12:06

Hallo zusammen,

eigentlich wollte ich die Geschichte ja gar nicht aufwärmen, sondern nur Aubergine antworten ohne damit Rose' Thread zu sprengen.

Da Ihr so bei mir seid, mag ich Eure Worte aber nicht unbeantwortet stehen lassen. Offen gestanden habe ich über alle möglichen Szenarien nachgedacht, auch wie eine Trennung ablaufen könnte und wie es danach weiter geht. Geschichten über eine zweite Liebe im Leben machen ja Mut. Trotzdem ist es wahrscheinlich die Angst vor dem was kommen könnte, die mich festhält. Außerdem fühle ich mich, so altmodisch das klingen mag, dem verpflichtet was ich im Beisein unseres Herrn vor dem Altar geschworen habe.

Im Moment hält sich meine Frau ziemlich zurück, soll heißen wir schweigen das Thema weitgehend tot. Zum letzten Mal wirklich verletzt hat sie mich vor sechs Wochen, wobei ich nicht weiß, ob sie sich dessen überhaupt bewusst war. Seither immer mal wieder diese kleinen Kommentare, die nicht gerade von Begeisterung zeugen, die ich aber stets überhöre.

Ihre Erkrankung zieht sich leider langwierig und es gibt auch keine Aussicht auf baldige Besserung, doch zumindest hat sie inzwischen eine Diagnose. Ich habe den Eindruck, nach langem hin und her und englosen Arztbesuchen jetzt wenigstens endlich zu wissen, womit sie es zu tun hat, hat meine Frau etwas beruhigt und seitdem ist sie auch wieder ausgeglichener. Diese extremen Ausbrüche mir gegenüber waren wohl nicht alleine mir geschuldet, sondern auch die Folge der psychischen Belastung durch die bis dahin ungeklärte Erkrankung.

Auch meine Sicht der Dinge hat sich natürlich geändert. Ich lerne zunehmend dazu zu stehen, wie ich bin. Der Zeitpunkt, an dem ich mir endgültig denke sch... drauf was die Leute sagen, rückt langsam aber spürbar näher. Was passieren wird, wenn dieser Zeitpunkt kommt und meine Frau bemerkt, dass ich mit rosa Sneaker beim Einkaufen war, weiß ich nicht. Bis dahin ist meine Angst vor der Öffentlichkeit zusammen mit der Ablehnung meiner Frau in Summe noch stärker als meine Vorliebe für rosa. Sehr wahrscheinlich wird die Angst als erstes nachlassen.

Die andere Sache ist die Zeit zum "ganz Frau sein". Zwar wird das Verlangen danach hin und wieder stärker. Dadurch dass sich abgesehen vom Stammtisch keine Gelegenheiten bieten, kann ich diesbezüglich im Moment gut mit der Einigung leben. Auch hier weiß ich nicht, wie meine Frau reagieren würde, wenn ich einmal unterm Monat ausgehen würde. Aber auch hier fühle ich mich so bestärkt, dies im Fall des Falles gegen meine Frau durchzusetzen.

In beiden Belangen ist meine Frau also nur ein Baustein in der Mauer der Hindernisse. Deshalb mache ich ihr auch keine so argen Vorwürfe, die eine Trennung rechtfertigen würden, und derzeit besteht kein allein durch meine Frau verursachter Leidensdruck. Wir haben gute Tage, wir haben wie wahrscheinlich jedes normale Paar auch schlechte Tage. Nichtsdestotrotz habe ich mir selbst geschworen, mich nie wieder in die Lage bringen zu lassen, über ein Ende am Brückengeländer nachzudenken. Falls es jemals wieder so weit kommen sollte, denke ich zuerst an mich. Entweder kippt die Lage dann Richtung Einsicht bei meiner Frau, dass ich auch nach einem Abend im Kleid oder mit rosa Sneakern an den Füßen immer noch der gleiche Ehemann bin, oder sie muss damit klar kommen einen Hausmeister weniger zu haben. Bis dahin hoffe ich einfach auf einen Gewöhnungseffekt, steter Tropfen hölt den Stein wie man so schön sagt, und nehme jedes Bisschen mit auch wenn es noch so klein ist.
LG, Svenja

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 250 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Mo 27. Aug 2018, 14:09

Geduld ist sicher ein guter Ratgeber. Und ich denke auch, dass Zuverlässigkeit und Vertrauen sehr wichtige Güter in einer Ehe sind. Was mir auffällt, sind jedoch Sätze wie
Dadurch dass sich abgesehen vom Stammtisch keine Gelegenheiten bieten, kann ich diesbezüglich im Moment gut mit der Einigung leben.
oder
Zum letzten Mal wirklich verletzt hat sie mich vor sechs Wochen, wobei ich nicht weiß, ob sie sich dessen überhaupt bewusst war. Seither immer mal wieder diese kleinen Kommentare, die nicht gerade von Begeisterung zeugen, die ich aber stets überhöre.
Die Fragen die ich mir dabei stelle, meinst Du das so oder versuchst Du die Situation für Dich erträglich zu halten ? Welche Kräfte ziehen an Dir und welche an Deiner Frau ? Was sind Eure Motivatoren für Euer Handeln ? Ist es möglich, von einer ganz anderen Seite an die Thematik heran zu kommen ? Könnte eine entschiedene Aussage/Frage, wie z.B. "Ich will mit Dir zusammen sein und ich sehe Deine Krankheit, aber in mir arbeiten Kräfte, die sehr stark sind. Kannst Du mir dabei helfen ?" Euch wieder stärker in einen Austausch treten lassen. Dabei bist auch Du gefordert, Deinen Beitrag zu leisten.

Ich empfehle immer wieder gerne Lukas Möller, "Die Wahrheit beginnt zu zweit". Es fördert das Sprechen, das Zuhören und das Einnehmen der Position des Anderen.
Viele Grüße
Vicky

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sbsr
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 251 im Thema

Beitrag von sbsr » Mo 27. Aug 2018, 14:42

Vicky_Rose hat geschrieben:
Mo 27. Aug 2018, 14:09
Die Fragen die ich mir dabei stelle, meinst Du das so oder versuchst Du die Situation für Dich erträglich zu halten ?
Das weiß ich selbst nicht, auf jeden Fall klappt es halbwegs gut mir das einzureden, deshalb hinterfrage ich es auch nicht. Selbst wenn ich mich damit selbst belüge, solange mir das nicht auffällt ist es OK.

Vicky_Rose hat geschrieben:
Mo 27. Aug 2018, 14:09
Könnte eine entschiedene Aussage/Frage, ... Euch wieder stärker in einen Austausch treten lassen. Dabei bist auch Du gefordert, Deinen Beitrag zu leisten.
Vielleicht könnte es das, sicher bin ich mir nicht. Im Moment bin ich müde darin, weiter gegen die unumstößliche Weltanschauung meiner Frau anzukämpfen. Deshalb baue ich tatsächlich auf Abwarten in der Hoffnung, dass die Mauer irgendwann das Bröckeln anfängt wenn sie von sich aus merkt, dass alles gar nicht so schlimm ist wie sie befürchtet.
LG, Svenja

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 252 im Thema

Beitrag von MichiWell » Mo 27. Aug 2018, 15:26

Hallo Svenja,

ich denke es ist wichtig, sich all die Fragen zu stellen, die hier eingebracht wurden, und ich hoffe, du nimmst mir nicht meine Gedanken übel, die ich nachfolgend niederschreibe.

Ich habe das Gefühl, du begibst dich wieder sehr in die passive Rolle. Du erinnerst dich sicher, als du in der Denkschiene warst, einfach bissel "leichtsinniger" beim Verstecken deiner weiblichen Kleidung zu werden, und darauf zu hoffen, dass deine Frau darüber stolpert und sich schon das Richtige denken wird.

Dass du jetzt wieder abwarten willst, dass die Mauer irgendwann von selbst anfängt zu bröckeln, ist im Grunde nicht anders als das Verhalten deiner Frau, die wohl hofft, dass sich das bei dir schon wieder geben wird.

Im Prinzip wartet ihr beide darauf, dass der jeweils Andere das Problem für ihn lösen wird.

Im "besten" Falle habt ihr euch in ein paar Jahren derart auseinandergelebt, dass ihr lustlos die Brocken hinschmeißt. Oder aber einer oder ihr beide seid so gefrustet, dass ihr euch gegenseitig kaputt macht und emotional daran zu Grunde geht.

Deine Frau können wir von hier aus nicht erreichen, doch vielleicht kannst du mal darüber nachdenken. Vielleicht braucht ihr jemand, der euch ins Gespräch bringt, euch hilft, wieder miteinander über euch und eure Gefühle zu reden, und nicht nur über ihre Kranknheit, die Kosten für's Haus etc. pp. Wenn ich richtig herausgelesen habe, seid ihr in der Kirche. Vielleicht wäre der Pfarrer eine Option? Das hatte ich mit meiner Ex-Frau versucht (ich ein "Ungläubiger, sie getauft, konfirmiert, ...), nach dem ein Psychologe nichts gebracht hatte und Ehe- bzw. Familienberatung von ihr ausgeschlagen wurde. (Der Pfarrer konnte es dann zwar auch nicht mehr reißen, aber das ist eine andere Geschichte.)

Liebe Grüße (dr)
Michi
Raider heißt jetzt Twix. Sonst ändert sich nix.

Der moderne Mensch ist leicht zu lenken, aber nur schwer zu etwas zu bewegen.

Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie.

Simone 65
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 253 im Thema

Beitrag von Simone 65 » Mo 27. Aug 2018, 15:43

Svenja . Es wird der Tag kommen , glaube mir . Du sitzt alleine in der Stube vorm Fernseher oder alleine in der Küche . Du wirst grübeln und dann kommt es .
Ich habe stundenlang geweint . Es heisst Tränen bringen Erlösung , nein . Ich bin ins Bett und das Kopfkissen war ganz nass . Ich lege mir seitdem immer ein Handtuch aufs Kopfkissen .
Der Tag kamm für mich unerwartet , war aber zu erwarten.
Wann dieser Tag für Dich kommt , Svenja weiss niemand . Aber Er kommt bestimmt .
Alles Gute , ganz liebe Grüße Simone .


Vergiss mich nicht , wir haben uns nur kurz kennen gelernt .
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
Ich bin nur ein kleines Licht , aber ich leuchte .
Alle Menschen sollen mich sehen .

Lorelai74
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 254 im Thema

Beitrag von Lorelai74 » Di 28. Aug 2018, 18:08

Hallo Svenja

„Um den vollen Wert
des Glücks zu erfahren,
brauchen wir jemand,
um es mit ihm zu teilen.“
Mark Twain

Wir Menschen suchen uns Partner um unser Glück, unsere Fröhlichkeit, unsere Freude und die schönen Momente zu mehren- und jemanden zu haben mit dem wir sie teilen können.

„In guten und in schlechten Tagen“ ist ein Teil des Versprechens das du gegeben hast und das dir was wert ist - und das du eingehalten hast.

„Bis das der Tod uns scheidet“... ein andere Teil.

Bevor du den zweiten Teil nochmal in Betracht ziehst weil dich die Ablehnung und die Angriffe so treffen, denke ich es wäre gut vielleicht eine Eheberatung zu machen bei jemand der Erfahrung mit Transidentität hat.

Ich denke es stellen sich bei für dich und für sie viele Fragen:
Von deinem Trans
Ihrer Krankheit
Ihrer Angst vor deinem trans
Was euch beide glücklich gemacht hat und was euch wieder glücklich machen würde ...

Ohne Hilfe wird es schwer werden wenn nur Du Verständnis für sie aufbringst..

Viele liebe Grüße
Lorelai
Viele liebe Grüße
Lorelai

Wenn alles gegen dich zu laufen scheint, erinnere dich daran, dass ein Flugzeug gegen den Wind abhebt, nicht mit ihm.
H. Ford

sbsr
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 255 im Thema

Beitrag von sbsr » Di 4. Dez 2018, 09:31

Tja, wie soll ich sagen, wir sind wieder auf Anfang.

Ich sollte ernsthaft damit aufhören, von vermeintlichen positiven Entwicklungen zu erzählen. Noch am Freitag am Stammtisch habe ich eigentlich voller Freude erzählt, dass meine Frau zwar immer noch nicht glücklich mit mir ist, aber ich wenigstens den Eindruck habe, dass sie langsam damit leben kann. Leider ein kompletter Irrtum.

Als hätte meine Frau gestern Marias Thread gelesen, brach am Abend mal wieder die Welle herein. Alles ging von vorne los, das gleiche wie und warum, die gleichen Fetischisten Beurkundungen irgendwelcher Internet Psychologen, ein weiteres Mal bin ich schuld an ihrer gesundheitlichen Situation, dazu Unzufriedenheit über die Lebenssituation. Nach eigener Aussage hat sie versucht, sich damit zu arrangieren, doch es gelingt ihr nicht.

Wenigstens habe ich nun eine Erkenntnis, was sie stört. Nämlich alles! was für Männer nicht normal ist. Erlaubt ist, wo ein Etikett mit einer Herrengröße drin ist. Alles andere verletzt sie. Wieder einmal wurde eines der Hauptprobleme deutlich, sie will es nicht und ich mache es trotzdem, ohne sie gefragt zu haben. Also die Machtlosigkeit.

Wir haben das Gespräch beendet, oder besser gesagt abgebrochen, mit zwei konkreten Punkten. Meine Fingernägel sind zu lang, und Bodys sind Ausdruck purer Weiblichkeit und somit absolut inakzeptabel, auch wenn man unterm Pullover nichts davon sieht. Also habe ich meine Bodys im Schrank nach hinten geworfen, und meine Fingernägel komplett entlang der Fingerkuppen abgeschnitten. Es ist ihr nicht einmal aufgefallen, auch heute Morgen nicht.

Langsam glaube ich, das alles ist nur Illusion, ich bilde mir ein mit langen Fingernägeln und ein wenig weiblicher Unterwäsche könnte ich glücklich sein. Der Wunsch nach all den vielen schönen Sachen, die Mädels einfach so haben und tragen können ohne darüber nachdenken zu müssen, ist so stark dass ich Angst davor habe er könnte wahr werden. Mit den Fingernägeln habe ich sprichwörtlich einen Teil von mir abgeschnitten. Aber es hat mich nicht umgebracht, ich sitze hier, wünsche mir meine langen Nägel zurück, und frage mich gleichzeitig was ich davon hätte. Unterm Pullover habe ich ein T-Shirt an und es hält genauso warm, hat mich der Body wirklich glücklicher gemacht?!

Ich weiß nicht, was ich tun soll. Sind es ein paar Kleider, die man eh nur ein mal im Monat anzieht, wirklich wert eine sowieso kaputte Ehe aufs Spiel zu setzen? Wahrscheinlich hat meine Frau Recht, als Mann blamiert man sich doch eh nur bei Nachbarn und Kollegen, wenn man mit Mädchensachen rum läuft. Ist es das wert?! Was haben mir die Sachen gebracht außer komischen Blicken und Streit zuhause?! 35 Jahre lang habe ich mich damit abgefunden, ein Mann zu sein und keine Mädchensachen haben zu dürfen. Ich weiß nicht was mich geritten hat auf die Idee zu kommen, ich könnte das von heute auf morgen ändern. Die Welt ist nun mal so und ich zu klein, um das zu ändern, warum soll ich mir diesen Kampf antun, wenn die Alternative doch so einfach ist.

Und dann schaue ich die Fotos vom Stammtisch letzten Freitag an und sehe liebe Menschen neben mir, und ein Lachen in meinem Gesicht.
LG, Svenja

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