Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?
Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang? - # 15

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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sbsr
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 211 im Thema

Beitrag von sbsr » Do 28. Jun 2018, 16:29

Lorelai74 hat geschrieben:
Do 28. Jun 2018, 15:02
Was wäre wenn du ihr sagst, dass du es nicht ausshälst dass sie ständig Hosen trägt? Bestimmt hat trägt sie schonmal ein T-Shirt oder ähnliches.
Wo denn ihre Weiblichkeit hin wäre und ob warum sie so männlich rumlaufen muss?
Oh das ist ein ganz lustiges Thema. Da ist jegliche Erklärung vollkommen sinnlos, diese Argumentation ist absolut unzulässig. Frauensachen sind für Frauen, bei Frauensachen gibt es nunmal alles inklusive Hosen und T-Shirts, Männer haben sich mit Männersachen zu begnügen. Frauen müssen schließlich Menstruation aushalten und dürfen deshalb alles. Kein Witz, ihr Aussage.

Direkt nach meinem Outing ist sie bei der Internetrecherche auf einen Artikel gestoßen, in der ein Crossdresser geschrieben hat, wie viel mehr Auswahl doch Frauen bei der Kleiderwahl haben, und dass sich Frauen darüber hinaus problemlos in der Herrenabteilung bedienen können. Das hättet ihr erleben sollen. Da war noch nicht einmal die Rede vom Weiblichkeitsverlust bei Frauen in Hose und T-Shirt. Ich hätte meiner Frau bis dahin nie zugetraut, was sie alles an Schimpfwörtern raus hauen kann, rot glühend vor Wut.

Was ich allerdings immer noch interessant finde, ich habe diesen Thread ja gestartet mit kleinen Hoffnungsfünkchen. Unbestritten gibt es immer noch diese Kleinigkeiten, die komischer Weise nicht übermäßig stören. Seit meinem Outing stört zwar alles kategorisch, aber sie sieht über gewisse Dinge großzügig hinweg. Ich hatte mir unlängst hautfarbene Stützstrümpfe gekauft, weil ich in der heißen Wetterphase vor ein paar Wochen keine Lust auf geschlossene Schuhe oder dicke Beine hatte. Die hat sie kurz kommentiert, aber nicht weiter beachtet. Die Argumentationskette aus ich brauche Stützstrümpfe wegen Venen, offene Schuhe wegen Temperaturen, schwarze Strümpfe in offenen Schuhen sieht doof aus, hat sie sachlich nüchtern akzeptiert. So ganz schlüssig und durchgängig ist sie in ihrer Ablehnungshaltung also doch immer noch nicht. Wo die Grenze liegt weiß ich nicht, Kleid, Perücke und Makeup sind auf jeden Fall drüber.

Ich bin übrigens am Überlegen, ob es einen Sinn hat ihr morgen den Frauenbrief von Julas Website auf den Tisch zu legen.
LG, Svenja

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Luna
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 212 im Thema

Beitrag von Luna » Do 28. Jun 2018, 16:53

sbsr hat geschrieben:
Do 28. Jun 2018, 16:29
Ich bin übrigens am Überlegen, ob es einen Sinn hat ihr morgen den Frauenbrief von Julas Website auf den Tisch zu legen.
Ich halte den Brief grundsätzlich für genial, weil er einen ganz anderen Blickwinkel bringt und sehr viel Empathie erzeugt.

Wenn Deine Frau momentan so drauf ist, wie Du es beschreibst, würde ich mir zwar nicht allzu große Hoffnungen auf eine sofortige Verbesserung der Situation machen. Aber was hast Du andererseits schon zu verlieren, wenn Du es versuchst?
Vielleicht eröffnet sich ja tatsächlich für Deine Frau eine neue Perspektive und er trägt doch ein wenig zur Entspannung bei.

Alles Liebe
Luna

MichiWell
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 213 im Thema

Beitrag von MichiWell » Do 28. Jun 2018, 22:18

Hallo Svenja,

ich kann leider auf Grund eigener Erfahrungen nur zu gut nachfühlen, wie das ist. Ich hatte mich gegenüber meiner Ex-Frau nicht geoutet, aber sie hat vergleichbaren Vorwürfen bombardiert, wenn ich 1-2 Mal im Jahr den Wunsch bekundet hatte, mir mal wieder etwas zum Thema Eisenbahn (Vorbild oder Modell) anschauen zu wollen, oder wenn ich im Urlaub tauchen gegangen bin. Sie hat überhaupt nicht bemerken wollen, dass ich ein eigenständiges Wesen und nicht ihr Anhängsel bin, dass es mir danach viel besser ging, ich ausgeglichener war, und dass ihr das letztlich auch zugute kam, wenn es mir gut geht.

So wie du wollte ich meiner Ex-Frau auch keine Vorhaltungen machen, und hab es irgendwann doch getan. Ich habe ihr an den Kopf geknallt, dass ich teils 60 Stunden und mehr pro Woche gearbeitet habe, während sie 20 Stunden Teilzeit gemacht hat oder ganz zu Hause war und mich dann am WE noch genötigt hat, Haushalt/Hausputz zu machen.

Irgendwann funktioniert die emotionale Erpressung eben nicht mehr, und das ist dann aus Sicht der Erpresserin der Anfang vom Ende, wenn nicht bei ihr schleunigst ein Erkenntnisprozess einsetzt, dass da gehörig was schief gelaufen ist. Rückblickend muss ich sagen, ich habe da viel Zeit und Kraft investiert, etwas zu erreichen - leider erfolglos. Aber wenigstens bin ich heute frei von Schuldgefühlen, dass ich vielleicht hätte mehr machen und etwas ändern können.

Ich wünsche dir morgen viel Spaß und danach alle Kraft, das mit deiner Frau durchzustehen, ganz gleich wie es ausgeht, auch wenn es schön wäre, wenn ihr euch wieder ordentlich zusammenrauft.


Liebe Grüße
Michi
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 214 im Thema

Beitrag von sbsr » Fr 29. Jun 2018, 10:13

Hi Michi,

meine Ex Schwägerin hat was ganz ähnliches abgezogen. Immer wenn mein Bruder was unternehmen oder sich mit Freunden treffen wollte, bekam sie Bauchschmerzen, also blieb mein Bruder natürlich bei ihr zuhause. Ärzte konnten nicht helfen, man hat die Ursache für die Bauchschmerzen nicht finden können. Allerdings geschah eine unerwartete Selbstheilung, als mein Bruder anfing, trotzdem und ohne sie was zu unternehmen. Die Häufigkeit der akuten Schmerzattacken ging schlagartig zurück :o

Ich habe aus Zeiten der Trennung meiner Eltern die Modelleisenbahn meines Vaters, H0 Gleichspannung, war aufgebaut so 3x2m groß. Seitdem lagert das Zeug in Kartons verstaut auf unserem Dachboden. Da muss ich allerdings dazu sagen, das liegt maximal zur Hälfte an meiner Frau, mir selbst fehlt die Zeit und ein wenig auch die Motivation. Die Sachen sind nicht mehr im allerbesten Zustand, das wäre ein Haufen Arbeit, bis man daraus überhaupt wieder eine halbwegs funktionstüchtige Anlage zusammen hätte.
LG, Svenja

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 215 im Thema

Beitrag von Lorelai74 » Fr 29. Jun 2018, 17:32

Viel Spaß heute Abend Dir Svenja.

Ich hab heute den Text hier bekommen...
Vielleicht ja auch für dich ein paar Worte die dir gut tun sollen:

*Lektionen meines Lebens*
Geschrieben von Regina Brett, 90 Jahre alt:

Um mein Altern zu feiern, habe ich die folgenden 33 Lektionen aufgeschrieben.
Das hat mein Leben mich gelehrt:

1. Das Leben ist nicht fair, aber immer noch gut.

2. Wenn du Zweifel hast, mach einfach den nächsten kleinen Schritt.

3. Das Leben ist zu kurz, um jemanden zu hassen.

4. Deine Arbeit wird sich nicht um dich kümmern, wenn du krank bist. Nur wer dich liebt, kümmert sich um dich.

5. Man muss nicht jedes Mal gewinnen. Stimme auch mal zu, nicht einverstanden zu sein.

6. Schreie mit jemandem.
Das heilt besser, als alleine zu weinen.

7. Was Schokolade angeht, ist es sinnlos, zu widerstehen.

8. Mach Frieden mit deiner Vergangenheit, damit sie deine Gegenwart nicht stört.

9. Es ist gut, wenn deine Kinder sehen, dass du weinst.

10. Vergleiche dein Leben nicht mit dem der anderen. Du hast keine Ahnung, wie es bei denen wirklich aussieht.

11. Alles kann sich im Handumdrehen ändern.

12. Atme tief durch.
Es beruhigt den Geist.

13. Befreie dich von allem, was nicht nützlich, schön oder fröhlich ist.

14. Alles, was dich nicht umbringt, wird dich stärker machen.

15. Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit. Aber das zweite Mal liegt es bei dir und keinem anderen.

16. Zünde die Kerzen an,
benutze die schönen Laken, trage schicke Dessous. Spare das nicht für einen besonderen Anlass. Heute ist etwas Besonderes.

17. Bereite dich mehr als nötig vor, dann folge dem Fluss.

18. Sei jetzt exzentrisch.
Warte nicht auf das Alter, um lila zu tragen.

19. Das wichtigste Geschlechtsorgan ist das Gehirn.

20. Niemand sonst ist verantwortlich für dein Glück, nur du ..

21. Was andere Leute von dir denken, geht dich nichts an.

22. Die Zeit heilt fast alles.

23. Egal wie gut oder schlecht eine Situation ist, sie wird sich ändern.

24. Nimm dich nicht zu ernst. Niemand macht das.

25. Glaube an Wunder.

26. Gott liebt dich, weil er Gott ist, nicht wegen irgendwas, was du getan oder nicht getan hast.

27. Prüfe das Leben nicht. Schaue geradeaus und genieße es jetzt in vollen Zügen.

28. Am Ende zählt nur, was du geliebt hast.

29. Wenn wir alle unsere Probleme auf einen Haufen legen und die der anderen sehen, würden wir unsere eigene Probleme zurückholen.

30. Neid ist Zeitverschwendung. Du hast schon alles, was du brauchst.

31. Das Beste kommt noch.

32. Egal wie du dich fühlst, steh auf, zieh dich gut an und zeige dich.

33. Das Leben ist nicht mit einer Schleife gebunden, aber es ist immer noch ein Geschenk.


Alles gute
VLG
Lorelai
Viele liebe Grüße
Lorelai

Wenn alles gegen dich zu laufen scheint, erinnere dich daran, dass ein Flugzeug gegen den Wind abhebt, nicht mit ihm.
H. Ford

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 216 im Thema

Beitrag von Lorelai74 » Sa 30. Jun 2018, 14:50

Hallo Svenja,

Und ?? Ist was passiert oder nur heiße Luft??

Ich hoffe du hattest nen wunderbaren Tag.
VLG
Lorelai
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 217 im Thema

Beitrag von sbsr » Sa 30. Jun 2018, 15:39

Hallo Lorelai, und natürlich alle anderen,

gute Nachrichten, das unangenehmste des gestrigen Abends war der aufgrund Parkplatz Mangels etwas längere Rückweg zum Auto in Pumps.

Meine Frau war eigentlich den ganzen gestrigen Tag schon ziemlich entspannt, hat sogar gefragt wann ich los wolle damit sie das Abendessen rechtzeitig vorher fertig bekommt. Lediglich einen Wunsch hatte sie geäußert, nämlich ob ich vor Mitternacht zuhause sein könnte. Auch wenn es mir in der wieder einmal super netten Runde (wortwörtlich eine Runde, wir hatten den einzigen runden Tisch im Biergarten) schwer gefallen ist, mich vorzeitig zu verabschieden, wollte ich guten Willen zeigen und ihr diese Bitte erfüllen.

Ein paar Minuten war ich zu spät, aber es waren weder die Schlösser ausgetauscht, noch stand ein Koffer im Flur, und auch das Geschirr war vollständig. Meine Frau lag seelenruhig im Bett und schaute auf dem Tablet noch einen Horrorfilm (ihre Leidenschaft). Kein einziges böses Wort, kein Seitenhieb, keine Bemerkung, nichts. Vollständig weg ignoriert könnte man sagen.

Ich habe heute Morgen penibel meine Sachen verstaut, damit dieses Mal auf keinen Fall mehr etwas rum liegt, was wieder zu Unmut führen könnte.

Also Gott sei Dank nur heiße Luft, vielleicht wirklich ein weiterer verzweifelter Versuch es mir schlecht zu reden und mich davon abzubringen? Wir werden sehen, was Ende Juli passiert, wenn der nächste Stammtisch Freitag näher rückt.
LG, Svenja

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 218 im Thema

Beitrag von Lorelai74 » Sa 30. Jun 2018, 18:42

Hallo Svenja,

Dann freut es mich umso mehr das du diesen Versuch emotionaler Erpressung nicht nach gegeben hast.

Denkst du das es gut wäre sich bei ihr dafür zu bedanken das du gehen durftest und sie nichts gesagt hat oder befeuerst du dann wieder die Diskussion??

VLG
Lorelai
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 219 im Thema

Beitrag von sbsr » Sa 30. Jun 2018, 19:22

Ja das ist ne gute Frage. Ehrlich gesagt vermeide ich das Thema so gut es geht, um mir kein neues Wortgefecht antun zu müssen. Ich denke besser nicht ins Wespennest sticheln.
LG, Svenja

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 220 im Thema

Beitrag von MichiWell » Sa 7. Jul 2018, 20:21

Hallo Svenja,

sorry, dass ich mich erst heute melde ...

Es freut mich zu lesen, dass es bei dir euch so gut gelaufen ist. Ich drücke dir auch weiterhin alle verfügbaren Daumen. (dr)

Liebe Grüße
Michi
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 221 im Thema

Beitrag von sbsr » Fr 24. Aug 2018, 12:36

Aubergine hat geschrieben:
Di 21. Aug 2018, 11:24
ich möchte gar nicht näher auf deinen Beitrag eingehen, denn ich kann daraus lesen wie enttäuscht und frustriert du über das Verhalten deiner Frau bist.
...

Das einzige, was ich dazu anmerken möchte - Es ist völlig gleichgültig um welches Thema es geht -
Wenn ein Paar in 15 Jahren nicht gelernt hat, miteinander umzugehen bzw zu kommunizieren , ist eh alles verloren und die Beziehung auch ohne Trans vermutlich auf Dauer zum Scheitern verurteilt.
Hallo Aubergine, und natürlich alle anderen.

In den letzten Tagen hatte ich etwas Zeit nachzudenken, eigentlich wollte ich auf Deinen Beitrag nicht antworten, aber ich habe das Gefühl es kam nicht wirklich rüber, was ich damit sagen wollte. In Rose' Thread sind mittlerweile viele andere Beiträge, deshalb greife ich das hier auf.

Im Grunde unterstellst Du mir mit Deiner Aussage ja, dass alles was ich geschrieben habe rein emotionalen Ursprungs ist und deshalb nicht für voll zu nehmen. Dazu muss ich sagen, ja ich bin frustriert über das Verhalten meiner Frau. Doch frage ich Dich ganz ehrlich, ist das gänzlich unbegründet, bin ich alleine damit, und vor allem ist nicht trotzdem etwas Wahres an dem was ich schrieb?

Ich habe meiner Frau an Ostern letztlich offen heraus gesagt, dass ich gerne in Frauenkleidung zu einem Stammtisch gehen möchte. Ohne auch nur irgendeine Rückfrage zu Motiv oder Ausmaß ging ihr Gedankengang sofort in Richtung schwul, pervers, Tunte im Fummel, Operieren und dergleichen mehr. Trotz Bemühungen meinerseits und sogar einer Bestätigung einer Außenstehenden war es mir nicht möglich, meiner Frau begreiflich zu machen, dass wir weder schwul noch pervers noch Tunten im Fummel sind.

Deshalb frage ich Dich, habe ich meiner Frau in dem Moment wirklich etwas so schlimmes angetan? Oder war und ist sie es vielleicht selbst, die sich ständig das Schlimmste einredet, ohne mir überhaupt eine Sekunde zuzuhören.

Wir sehen doch ein ähnliches Bild aktuell bei Rose und Diana. Unsere Frauen haben sich ihr Meinung gebildet und sind nicht weiter bereit darüber zu reden. Vielmehr werden wir als Buhmänner hingestellt, sollten wir uns doch in die Lage unserer Frauen versetzen. Alles recht und schön, nur wer versetzt sich in uns? Davon weit entfernt wollen oder können unsere Frauen ja noch nicht einmal zuhören, oder sind überhaupt nicht zum Gespräch bereit. Was sollen wir denn sonst tun? Wenn es nach unseren Frauen geht, mit dem Unsinn aufhören und gefälligst Mann sein.

Den letzten Satz Deines Beitrags muss ich auch noch einmal aufgreifen, denn da ist der Sinn abhanden gekommen, vielleicht weil ich das missverständlich formuliert hatte. Ich habe nicht gesagt, dass wir seit 15 Jahren nicht miteinander reden konnten. Es ist nur so, und das ist übrigens auch das was Du mit dem vollständigen Zusammenbruchs alles bisher bekannten beschreibst, dass rückwirkend meine Perversität zur alleinigen Ursache für alle Probleme erklärt wird. Alles was ich sage und tue wird in Frage gestellt, denn durch das Bekanntwerden der Vorliebe für weibliche Kleidungsstücke ist plötzlich alles gelogen. Fahre ich wirklich zur Tankstelle, wenn ich sage ich fahre zur Tankstelle? Welche Geheimnisse habe ich, wenn ich das Handy zur Hand nehme? Schließlich habe ich ja auch 15 Jahre verheimlicht, dass ich schwul und pervers bin, und bestreite es weiterhin vehement. Ein 15 Jahre bestehendes, übrigens gegenseitiges Vertrauen, ist mit einem Mal zunichte, weil man nicht der Mann ist, der man vorgab zu sein weil es von einem erwartet wurde. So etwas kann sehr verletzend sein.
LG, Svenja

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 222 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Fr 24. Aug 2018, 13:32

Moin,

oha, das ist eine schlimme Situation. So könnte ich nicht weiterleben.
Es ist die Frage, welche Möglichkeiten ihr habt, positiv miteinander ins Gespräch zu kommen, zu reden, zuzuhören und Vertrauen zurückzugewinnen.

Es scheint noch ein sehr befremdliches Bild "in der Öffentlichkeit" über transsexuelle und intersexuelle Menschen und Crossdresser zu bestehen. Dabei hatte ich eigentlich damit gerechnet, dass inzwischen auch die positiven Artikel und Filme mal auf fruchtbaren Boden gefallen sind.
Es müsste doch wohl inzwischen jede(r) mal gehört haben, dass "unsere Themen" nichts mit Perversität zu tun haben - bzw. zwangsläufig damit zu tun haben müssen.
Etwas guten Willen, sich mit der Thematik ausführlicher aueinanderzusetzen, würde ich schon erwarten.

Herzliche Grüße
Anne-Mette

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 223 im Thema

Beitrag von Martin-a » Fr 24. Aug 2018, 13:43

Hallo Svenja

Auch heute darf der Mann immer noch nicht sich selber sein. Frag mal Deine Frau, was denn ein Mann ist? Bin auf die Antwort gespannt. Liebe heisst eigentlich, für einander da zu sein. Wenn das aber nur noch in einer Richtung geht, dann ist es keine Liebe mehr.

LG Martin-a
Eigentlich schwimme ich nicht gegen den Strom. Ich stehe am Rand des Stromes und schaue den anderen Normalos zu, wie sie der Masse hinterherschwimmen und der erste in einem Wettbewerb sein wollen, den sie nicht gewinnen können.

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 224 im Thema

Beitrag von sbsr » Fr 24. Aug 2018, 15:09

Hallo Anne-Mette
Anne-Mette hat geschrieben:
Fr 24. Aug 2018, 13:32
Es scheint noch ein sehr befremdliches Bild "in der Öffentlichkeit" über transsexuelle und intersexuelle Menschen und Crossdresser zu bestehen. Dabei hatte ich eigentlich damit gerechnet, dass inzwischen auch die positiven Artikel und Filme mal auf fruchtbaren Boden gefallen sind.
Mein Eindruck, Trans* und Intersexualität stößt zunehmend auf Verständnis. Crossdressing wird hingegen weiterhin als Spinnerei angesehen, da man(n) sozusagen grundlos Frauenkleider anzieht. Das sieht übrigens auch meine Bekannte so, vor der ich mich als erstes geoutet habe. Sie sagt zwar, es ist ihr egal, aber zwischen den Zeilen hat sie eingestanden, dass sie es nicht versteht und mich auch nicht im Kleid oder en femme sehen will.

Der einzige Film, den meine Frau diesbezüglich gesehen hat, war ausgerechnet The Danish Girl. Sie hat durchaus Verständnis für die alltäglichen Probleme von transsexuellen Menschen. Doch in Ihrer Ansicht fühlt sie sich durch den Film sogar bestätigt: ein Mann ohne diesbezügliche Vorgeschichte, zumindest wird diese nicht gezeigt oder erwähnt, kommt ein Mal mit Frauenkleidern in Berührung, was unmittelbar unaufhaltsam in einer (im Film sogar lebensbedrohlichen) Operation endet. Ihre Folgerung, ein Mann, der Frauenkleider mag, muss zwangsläufig transsexuell sein. Oder pervers, weil im Internet steht überall, Transvestitismus ist immer fetischistisch motiviert.
LG, Svenja

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 225 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Fr 24. Aug 2018, 15:14

Es ist die Frage, wer den die Artikel liest, die in der Zeitung stehen. Ich denke, dass dürften vor allem die sein, die im Grundsatz eher positiv zu uns eingestellt sind. Wer eine feste Meinung hat, wird lange brauchen, sich davon zu lösen.
Vielmehr werden wir als Buhmänner hingestellt, sollten wir uns doch in die Lage unserer Frauen versetzen.
Auch wenn ich Deine Reaktion sehr gut verstehen kann, meine frühere Freundin hat das Thema völlig geleugnet, das mit den Buhmännern würde ich im ersten Anlauf nicht so ernst nehmen. Eine Situation, die einen überfordert, weicht man eben gerne aus. Entscheidend ist, ob man langfristig damit umgehen kann und will.

Zunächst dürfte es das schwierigste sein, eine gemeinsame Gesprächsbasis zu finden. Da kommt u.U. sehr, sehr viel zusammen. Und dann ist es mMn zu viel verlangt, dass die Partnerin zuhört, also wirklich versucht, das was man selber sagt nachzuvollziehen. Sie kann es zunächst nicht, weil die emotionale "Schieflage" das nicht zulässt. Der "Buhmann" ist zunächst eine Abwehrhaltung, damit das Problem einen nicht überwältigt. Erst nach und nach besteht die Chance, dass man sich aufeinander zu bewegt. In dieser Situation weiter zu bohren macht die Situation noch schlimmer, weil man die emotionale Verwirrung vergrößert. Ich denke, tief Luft holen, bis 10 besser bis 20 zählen und die Sache zunächst auf sich beruhen lassen. Zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Gemüter sich beruhigt haben, könnte man einen Termin vorschlagen, oder besser sie nennt den Termin, an dem man darüber spricht. Das habe ich schon einmal an anderer Stelle geschrieben.

Dann ist aber auch die Situation schon vorbereitet und man kann durchaus sagen, dass man sich verletzt fühlt (aber nicht, dass man durch die Partnerin verletzt wird). Ich halte es für besser, wenn man seine eigene Verletzung vor dem Hintergrund der fehlenden Akzeptanz der eigenen Persönlichkeit abläuft. Interessant wäre auch das Modell des Zwiegesprächs, wie es Lukas Möller beschreibt (Die Wahrheit beginnt zu zweit, heißt das Buch). Im Kern bekommt jeder eine Zeitspanne von 30 oder 45 min Redezeit, in der der/die Andere nichts sagen darf, sondern nur zuhört. Verständnisfragen sind zugelassen. Danach beendet man das Gespräch und lässt die Worte wirken. Das kann einmalig schon sehr helfen, aber regelmäßig (z.B. einmal in der Woche zu einem festen Termin) leitet es einen Prozess der Veränderung ein. Entweder man vertieft die Beziehung oder man weiß warum die Beziehung am Ende ist. Beides ist besser als die Stagnation.
Auch heute darf der Mann immer noch nicht sich selber sein.
Frage: Wer bestimmt denn, was Du darfst und was nicht ?

Ich denke, ich entscheide für mich selber, wie ich leben möchte. Das ist kein Egoismus, sondern Respekt und Liebe für mich selber. Man könnte es auch als eine Art Seelenhygiene betrachten. Wenn andere Menschen das nicht akzeptieren können oder wollen, ist das in erster Linie nicht mein Problem.
Viele Grüße
Vicky

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