Meine Teilnahme an einem Burlesque-Tanzkurs - Probleme hier und Spaß da - Großer Bericht mit Bildern
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Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Lady Jennifer
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Meine Teilnahme an einem Burlesque-Tanzkurs - Probleme hier und Spaß da - Großer Bericht mit Bildern

Post 1 im Thema

Beitrag von Lady Jennifer » Mi 11. Jul 2018, 11:38

Vor einigen Tagen habe ich im Thread "Was macht ihr heute, tragt ihr heute für ein Outfit?" ein Bild von mir aus einem Bursleque-Kurs hochgeladen und heute möchte ich euch etwas ausführlicher über diesen Kurs berichten - los geht´s:

Kleine Einleitung
Vielleicht könnt ihr euch noch erinnern, daß ich hier im Forum schon ein paar mal erwähnte, daß ich in meiner Jugend (als Junge) Ballett getanzt habe und leider viel zu früh damit aufhören musste, weil unsere Gruppe sich aufgelöst hatte. Leider gibt es seit dieser Zeit kein Tanzstudio mehr in Plauen das Ballett unterrichtet was ich sehr schade finde. Vor einigen Jahren nahm ich Kontakt mit einem Tanzstudio auf und fragte nach einem Solo-Unterricht im Bereich Modern/Jazz Dance und kam so zum Tanzstudio Merhaba. Diesen ersten Kontakt, nach Jahren mit dem Tanzen, fand ich so toll, daß ich danach (über die Jahre hinweg) einige Workshops und Kurse belegte.

Warum ein Burlesque-Kurs?
Zuletzt versuchte ich mich an einem Burlesque-Kurs, aber warum eigentlich? Das hängt damit zusammen, wofür das Burlesque steht und wie man es definiert. Grundsätzlich ist Burlesque sehr facettenreich: er reicht von einem kunstvollen, ästhetischen Striptease bis hin zu einem modernen Tanz, gepaart mit Comedyeinlagen die sogar eine Geschichte (als kleines Theaterstück) erzählen können. Zudem sind viele Drag Queens bekannt dafür in ihrer Show auf dieses Format zurückzugreifen. Die Mischung aus all diesen Punkten finde ich faszinierend und zudem habe ich schon die ein oder andere Burlesque-Nummer im TV gesehen und fand das immer schon sehr verführerisch. Nun hatte ich also die Möglichkeit dies in einem Kurs selbst zu tanzen - da musste ich mich einfach einschreiben!

Inhalt/Übersicht des Kurses
Der Flyer zum Kurs lass sich für mich sehr vielversprechend, sodaß ich daran unbedingt teilnehmen musste. Mit 2 Stunden Training pro Woche (über 4 Wochen), lief der Kurs also insgesamt 8 Stunden. Die Kosten für diesen Workshop lagen bei 56 €, was ich als sehr moderat empfand. Das Training fand immer Donnerstags um 20.00 Uhr statt.

Outfit/Kleidung - was alles zum Kurs mitgebracht werden musste
Der Dress-Code zum Kurs der auf dem Flyer beschrieben war, fiel in meinen Augen etwas "schwammig" aus, sodaß ich vor der ersten Stunde im Tanzstudio angerufen habe und mich diesbezüglich noch einmal informierte. Erfahren habe ich während dieses Gesprächs, daß es einem freistehe, was man anzieht. Sozusagen war alles erlaubt, einzige Vorgabe waren Tanz-Schläppchen und Absatzschuhe. Burlesque verbindet man ja immer so ein bißchen mit "sündigen" Outfits, allerdings wollte ich mich kleidungsmäßig erst einmal zurückhalten und sehen, was die anderen Damen so tragen - nicht daß ich zu "overdresst" erscheine ;-) Während des Kurses wechselte ich mein Outfit ständig, man kann also sagen, daß ich zu jedem Training ein anderes Outfit trug: mal ein Minikleid (siehe Bilder), mal eine Leggings/Shirt nur zum Abschluß des Kurses erschien ich "burlesquemäßig" in Strapsen, String-Panty mit Strumpfhaltern und Korsett (letzte Bilder). Die Outfits der anderen Teilnehmerinnen sahen übrigens ähnlich aus.

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...und ja, es kam zu Problemen + Problembewältigung
Wenn ich im Titel "Problembewältigung" aufführe, dann hat das damit zu tun, daß einige Teilnehmerinnen mit mir als Transe das ein oder andere Problem hatten. Da es im Tanzstudio nur eine Umkleide gibt, fingen hier die Probleme an. Zur ersten Stunde war ich die erste im Studio, zog mich gleich um und traf erst später auf die anderen Mädels. Zu Beginn des Kurses stellten wir uns alle vor und ich "outete" mich gleich als Transe Jennifer, wobei nicht gleich jede wusste, wovon ich sprach. Einige kannten mich schon aus anderen Kursen, aber viele waren neu dabei und mussten so erst einmal mit mir "warm werden". Als dann die erste Kursstunde vorbei war und ich auf dem Weg zur Umkleide war, kam Melanie (die Kursleiterin) auf mich zu, nahm mich zur Seite und fing ein Gespräch an. Sie sagte mir, daß sich einige Frauen bei ihr gemeldet hätten und sagten, daß es ihnen unangenehm sei, wenn ich mich im gleichen Raum umziehe wie sie. Somit musste für dieses Problem eine Lösung her. Wir einigten uns darauf, daß ich zu Kursbeginn immer die erste in der Umkleide bin und mich sozusagen umziehe, bevor alle anderen eintreffen. Das Gegenteil wäre dann nach dem Kurs der Fall. Da habe ich zu warten, bis alle geduscht und umgezogen wären, was für mich 30 Minuten Warten bedeutete. Natürlich ging ich diesen Kompromiss ein, da auch ich keine andere Möglichkeit sah...;-( Mit duschen und umziehen, war ich dann (jedesmal) gut 1 Stunde später fertig als alle anderen...

Ablauf des Kurses
Die erste Stunde begann damit, daß wir uns alle gegenseitig vorstellten. Ich mag so etwas sehr gern, da dies immer der erste Schritt ist einen Menschen näher kennenzulernen. Unsere Gruppe hatte 12 Teilnehmerinnen, wobei diese lediglich am ersten Tag alle vollzählig waren - von Kurstag zu Kurstag variierte die Teilnehmerzahl leider immer. Vom Alter her war jede Altersgruppe vertreten, die Jüngste war 17, die Älteste 62, wobei die meisten Mädels Mitte 20 waren. Ich mit meinen 41 Jahren bildete somit den Durchschnitt...;-) Grundsätzlich kann ich sagen, daß sich jeder Kurstag glich und in drei Kategorien unterteilt war. Jede Stunde begann mit einem Warmup, wie es in der Tänzersprache heißt. Auf gut deutsch bedeutete das "sich warmmachen" - stretchig der Arme-Beine-Füße war ein großer Bestandteil davon. Dies ging immer gute 20 Minuten. Nun folgte das eigentliche (Burlesque)Training. Melanie (die Kursleiterin) hat sich eine Choreografie zum Musikstück "Ronnie Magri & his New Orleans Jazz Band - The Mooche" ausgedacht. Dieses Lied hat eine Spielzeit von ca. 3 Minuten, wobei uns Melanie die Choreo in diversen Schritten beigebracht hat. Das bedeutet, daß sie das Lied auf 30 Sekunden Abschnitte aufgesplitet hat und wir die Choreo so gelernt haben - quasi jeden Kurstag lernten wir weitere 30 Sekunden der Choreo. Dies tanzten wir zuerst in üblichen Tanz-Schläppchen was keine größeren Probleme bereitete. Nachdem wir diese ersten 30 Sekunden immer und immer wiederholt hatten, wechselten wir von Tanz-Schläppchen zu Absatzschuhen - dies war dann die 3. Kategorie. Selbstredend war dies völlig anders und um einiges schwerer zu tanzen. Ganz ehrlich, ich kam einige Male aus dem Takt und stolperte mal hier, mal da...das muß nicht sehr elegant ausgesehen haben. Damit war ich aber nicht die Einzige, viele Mädels hatten dasselbe Problem. Aber beim Burlesque geht es ja darum, den Tanz in Absatzschuhen zu meistern, von daher war üben, üben, üben angesagt.



Das gute am ausgesuchten Musikstück war, das dieses sehr langsam vom Rhythmus her war, sodaß sich die Tanzbewegungen dementsprechend anglichen. Langsame Schrittfolgen, wechselten sich mit verspielt-sexy Posen ab, wobei auch auf Mimik und Gestik geachtet werden musste - ein verführerischer Blick, eine aufreizende Geste und schon schmilzt der Partner dahin - jedenfalls sollte das das Ziel der Choreo sein, wenn man diese zu Hause dem Partner vortanzt...;-) So gestalteten sich also die Kursstunden, wobei wir von Kurstag zu Kurstag mehr von der Choreo einstudiert und so immer mehr dazugelernt haben. Das große Finale war dann am letzten Kurstag. Wir alle hatten die Choreo nun in-und auswendig gelernt und konnten sie schon aus dem Effeff tanzen. Grund genug also, die gesamte Choreo am Stück von A-Z als letztes Highlight des Kurses zu tanzen. Stilgemäß kleideten wir uns alle in passende Outfits für diesen letzten Tanz. Pumps, Strümpfe, Korsetts, Spitzen-Dessous - so fein kleideten sich die Mädels für die letzte Stunde. Das war schon etwas besonderes den Stil der 30 Jahre (des Musikstücks) auf diese Weise einzufangen und auf tänzerische Art dem Ausdruck zu verleihen.

Mein Fazit
Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie sehr einem das Tanzen in seinen Bann ziehen und zur gleichen Zeit das Beste aus einem herausholen kann. Tanzen ist nicht eintönig, sondern vielseitig, denn durch die verschiedenen Tanzrichtungen kommt niemals Langeweile auf. Für mich war jahrelang das Ballett die Königsdisziplin des Tanzens und war sehr traurig, als ich dieses aufgeben musste. Das Tanzen habe ich nie aus den Augen verloren - warum sollte ich da also nicht mal in eine andere Tanzrichtung hineinschnuppern??? Der Burlesque-Kurs kam für mich genau zur richtigen Zeit. Ok, es war ziemlich neu für mich, da sich die Tanzrichtung zum Ballett schon unterscheidet, aber Spaß gemacht hat es definitiv. Irgendwie habe ich dabei meine erotische Seite zum Tanzen entdeckt - denn wo kann man sonst in Strapsen und Korsett tanzen ohne das es "schlüpfrig" erscheint? Natürlich gebe ich zu, daß mich auch diese Seite sehr gereizt hat diesen Kurs zu belegen. Für mich war es deutlich mehr als ein "tänzerisches Experiment", ich habe jede Sekunde davon genossen. Ähnlich ging es auch den anderen Kursteilnehmerinnen. Auch wenn Melanie den Kurs streng, strik und diszipliniert geleitet hat, so war dennoch immer Zeit für ein Späßchen - wir alle haben uns sehr wohl gefühlt. Das es zu kleineren Problemchen (bezüglich meiner Person) kommen würde, hatte ich so irgendwie schon eingeplant. Die Sache mit der "einen" Umkleide ist natürlich ärgerlich, aber dennoch sind wir doch alle schon Erwachsen, wo ein gemeinsames Umziehen keine große Sache sein sollte. Einige Frauen fühlten sich dabei unwohl, was mir zum Leidwesen wurde, aber ich es klar akzeptierte. Schließlich war nicht das Umziehen Bestandteil des Kurses, sondern das Tanzen. Von daher sah ich locker darüber hinweg und konzentrierte mich auf die Choreo.

Das Tanzen mit all den anderen war schlichtweg super! Jedoch war es auch für mich das erste Mal in Absatzschuhe so zu tanzen - es war schwierig, zu Beginn fast unmöglich, aber mit der Zeit lernte ich mit den "hohen Hacken" umzugehen. Das Highlight war für mich ganz klar, die Choreo zum letzten Kurstag in voller Länge aufzuführen. Es war ein super-schönes Gefühl den Tanz aus dem Effeff zu beherrschen und in allen Facetten aufzuführen.

Für mich war es ein tolles Erlebnis und ich werde sicherlich noch lange an diesen Workshop zurückdenken.

Eure
Jernnifer
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Re: Meine Teilnahme an einem Burlesque-Tanzkurs - Probleme hier und Spaß da - Großer Bericht mit Bildern

Post 2 im Thema

Beitrag von Viktoria-TV » Mi 11. Jul 2018, 20:50

Hallo Jennifer,

vielen Dank für diesen tollen Bericht. Da hast du dir echt was getraut. Meinen Respekt!!!

Ich finde es super, dass du auch auf die aufgetretenen Probleme eingegangen bist. Mich würde interessieren, ob das Umziehen, das einzige Problem war. Wie haben die anderen Frauen ansonsten auf dich reagiert? Hast du dich erst in der Tanzschule komplett umgezogen oder bist du da schon als Frau hin und hast dich nur noch umgezogen?

LG
Viktoria
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Re: Meine Teilnahme an einem Burlesque-Tanzkurs - Probleme hier und Spaß da - Großer Bericht mit Bildern

Post 3 im Thema

Beitrag von Lady Jennifer » Fr 13. Jul 2018, 11:27

Hallo Victoria,

Gerne beantworte ich dir deine Fragen.
Viktoria-TV hat geschrieben:
Mi 11. Jul 2018, 20:50
vielen Dank für diesen tollen Bericht. Da hast du dir echt was getraut. Meinen Respekt!!!
Vielen Dank für dein Interesse! Naja, wenn man sich schon so viele Jahre offen als Transe in der Öffentlichkeit zeigt, dann ist das für mich kein "Mut" mehr, sondern Routine. Ich LIEBE es als "Jennifer" etwas zu unternehmen und wenn es etwas mit Tanzen zu tun hat, dann bin ich meist dabei...;-) Danke aber für deinen "Respektbonus"!

Viktoria-TV hat geschrieben:
Mi 11. Jul 2018, 20:50
Ich finde es super, dass du auch auf die aufgetretenen Probleme eingegangen bist. Mich würde interessieren, ob das Umziehen, das einzige Problem war.
Ich finde, daß man so etwas nicht verschweigen sollte. Obwohl ich bisher in der Öffentlichkeit auf wenig "Widerstand" der Leute gestoßen bin, bedeutet das nicht, daß man hier oder da mal auf ein kleines Problem stößt. Und wenn Probleme so einfach wie in diesem Fall gelöst werden können, ist ja alles in Ordnung. Kurz gesagt, das war wirklich das einzig nennenswerte Problem.

Viktoria-TV hat geschrieben:
Mi 11. Jul 2018, 20:50
Wie haben die anderen Frauen ansonsten auf dich reagiert?
Wegen der "Umkleidesache" und dem damit verbundenen Zeitunterschied, konnten wir uns leider nicht so wie gewollt unterhalten. Im Foyer des Tanzstudios gibt es einen Loungebereich, mit Sitzecke und kleiner Bar, wo einige Mädels nach dem Training noch einige Zeit verbrachten. Aber wenn ich erst 1 Stunde später aus der Umkleide kam als alle anderen, war es meist schon zu spät und die Mädels auf dem Weg nach Hause...;-(

So blieb nur die Möglichkeit sich kurz vor dem Kurs und während der kleinen Pause (während des Trainings) mal das ein oder andere Wort zu wechseln. Grundsätzlich kann ich sagen, daß ich sehr freundlich und ohne Vorurteile aufgenommen wurde - wie gesagt, ein Großteil der Frauen kannte mich schon. Jedoch kam ich mit zwei Frauen nie ins Gespräch - da habe ich schon gemerkt, daß diese mir aus dem Weg gegangen sind. Mehr als ein "Guten Tag" war meist nicht drin. Allerdings sehe ich das nicht groß als Problem an, ich wurde ja nicht persönlich oder "körperlich" angegangen. Und während der Stunde hat sich jeder auf sich selbst konzentriert. Einzig unangenehm war es mir, wenn Melanie (die Kursleiterin) mir Hilfestellungen gab und alle anderen zu gesehen haben - aber das ging nicht nur mir so, anderen Mädels ist auch das ein oder andere Malheur passiert.

Viktoria-TV hat geschrieben:
Mi 11. Jul 2018, 20:50
Hast du dich erst in der Tanzschule komplett umgezogen oder bist du da schon als Frau hin und hast dich nur noch umgezogen?
Nein, nein, ich bin natürlich schon als "Jennifer" ins Tanzstudio gegangen. In der Umkleide habe ich dann nur meine Tanzsachen angezogen. Hier mal noch ein kleiner Schnappschuß der vor dem Tanzstudio aufgenommen wurde.

04.jpg

Jennifer
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Re: Meine Teilnahme an einem Burlesque-Tanzkurs - Probleme hier und Spaß da - Großer Bericht mit Bildern

Post 4 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Fr 13. Jul 2018, 12:23

Ich finde, daß man so etwas nicht verschweigen sollte.
Ich denke Jein. Doch zuvor ein dickes Danke für Deinen Bericht. Es ist spannend zu lesen, was man so alles machen und erleben kann.

Warum "jein" ?

Ja: es zu verschweigen kann in diesem relativ intimen Bereich zu unerwarteten und spontanen Reaktionen kommen. Ideal wäre natürlich, wenn es aber nicht nötig wäre. Außerdem kann ein Ansprechen des Themas zu mehr Verständnis führen.

Nein: Es ist nicht nötig, jemandem seine intimsten Dinge offen zu legen. Man macht ja nichts Unrechtes. In einen solchen Kurs geht man nicht so einfach, wenn man sich selber nicht mit dem Weiblichen identifiziert. Genieren siech denn die anderen Frauen denn vor einer lesbischen Frau in diesem Umfeld ? Wahrscheinlich wird die lesbische Frau auch nicht mit einem Schild um den Hals herum laufen. Warum soll es denn die Transfrau tun ?

Grundsätzlich denke ich, mehr Offenheit ist zur Zeit noch der bessere Weg. Wenigstens so lange, bis Transfrauen (nicht nur TS) einigermaßen gleichberechtigt neben Biofrauen leben können.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Meine Teilnahme an einem Burlesque-Tanzkurs - Probleme hier und Spaß da - Großer Bericht mit Bildern

Post 5 im Thema

Beitrag von Lady Jennifer » Fr 13. Jul 2018, 12:45

Vicky_Rose hat geschrieben:
Fr 13. Jul 2018, 12:23
Ich finde, daß man so etwas nicht verschweigen sollte.
Ich denke Jein. Doch zuvor ein dickes Danke für Deinen Bericht. Es ist spannend zu lesen, was man so alles machen und erleben kann.
Hallo Vicky,

schön, daß du dir auch einen Kopf zu meinem Geschrieben gemacht hast.

Allerdings denke ich, daß du mich mit deinem zitierten Satz falsch verstanden hast. Mit "Ich finde, daß man so etwas nicht verschweigen sollte." meinte ich, daß man keine Probleme die einem als Transe begegnen, verschweigen sollte - in meinem Fall, eben die Sache mit dem Umziehen. Man sollte nicht immer nur die "Sonnenseiten" am Frausein offenlegen, sondern auch über die Dinge sprechen, mit denen man auf negative Weise konfrontiert wird.

Wenn ich deine Zeilen so lese, dann bist du sicher davon ausgegangen, daß ich mit dem Satz "Ich finde, daß man so etwas nicht verschweigen sollte." meinte, ob ich mich als Transe outen sollte oder nicht, richtig?

Jennifer

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Re: Meine Teilnahme an einem Burlesque-Tanzkurs - Probleme hier und Spaß da - Großer Bericht mit Bildern

Post 6 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Fr 13. Jul 2018, 12:52

Genau, vielen Dank für Deine Richtigstellung. Es ist immer wieder interessant, wie sehr die eigenen Denkschemen das Zuhören und Lesen beeinflussen...
Viele Grüße
Vicky

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