Bundesministerin Schröder wirbt für mehr mehr Akzeptanz
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Anne-Mette
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Bundesministerin Schröder wirbt für mehr mehr Akzeptanz

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Der Mensch muss zählen
Bundesministerin Schröder wirbt für mehr Akzeptanz von Intersexualität

http://www.kas.de/wf/de/33.34456/

Weitere Infos: http://www.kas.de/wf/de/17.55192/
Marielle
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Re: Bundesministerin Schröder wirbt für mehr Akzeptanz

Post 2 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo, Guten Tag zusammen,

sicherlich ist es schonmal gut, dass Frau Schröder sich dazu eine Rede hat schreiben lassen. Aber meine Meinung: vermutlich leider Sonntagsgerede.
"Wir teilen ihre Auffassung, dass ein Leben zwischen den Geschlechtern in Deutschland möglich sein sollte."
Was meint sie denn wohl damit? Über die Frage, ob Inter- oder Trans-X Menschen erschlagen werden sollten oder nicht, ist die Gesellschaft schon von allein (weitestgehend) hinausgekommen *. Einen Aufruf für mehr gelebte Offenheit und Toleranz erkennt der geneigte Hetero-Konservative ** darin wohl nicht.

Sobald es ernst wird, kneifen die Konservativen ja ohnehin üblicherweise. Ein gutes Beispiel liefern sie grade wieder selbst: Obwohl absolut absehbar ist, dass gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften über kurz oder lang durch Urteile des Verfassungsgerichts der Hetero-Ehe gleichgestellt werden müssen, machen die Konservativen.....nix! Sie warten auf den endgültig unabwendbaren Zwang aus Karlsruhe und zeigen ihrer Klientel "Wir haben das nicht gemacht, wir waren und sind standhaft gegenüber den Homos! Die aus Karlsruhe haben uns dazu gezwungen." Das sich rund 3/4 der Bürger in einer Umfrage für eine Gleichstellung ausgesprochen haben....wenn kümmert's? Die konservative Kernklientel muss bedient werden.

"....damit allein der Mensch zählt"
Dazu ein paar deutliche Taten, das wäre was.

In diesem Sinne Frau Schröder.

Marielle

*) Achtung: Überzeichnung!
**) Da steht nicht CDU/CSU; Das meine ich absolut parteiübergreifend.
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Re: Bundesministerin Schröder wirbt für mehr Akzeptanz

Post 3 im Thema

Beitrag von ab08 »

Zitat "...hat die Bundesregierung beschlossen, dass Eltern von intersexuellen Neugeborenen ab 1. November 2013 die Möglichkeit haben für einen gewissen Zeitraum nach der Geburt auf eine Geschlechtszuweisung zu verzichten."
Das heißt im Klartext: ==> bis zum 1.11. 2013 darf also munter weiter verstümmelt werden ==> danach haben die Eltern die Möglichkeit, es 'für gewisse Zeit' zu verzögern... :evil:
Wer sehr blauäugig ist, kann das natürlich positiv sehen - Ich sehe als Klimapflege, hat ev. damit zu tun, dass im September Wahlen sind.
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Anne-Mette
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Re: Bundesministerin Schröder wirbt für mehr Akzeptanz

Post 4 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

bei allem Respekt, aber
darf also munter weiter verstümmelt werden
den Zusammenhang würde ich so nicht sehen. Mit solchen Schlussfolgerungen outet man sich auch nicht unbeding als an einem Dialog interessiert (?)

Man sollte sie lieber an ihren Versprechungen messen.
Immerhin war wohl die Veranstaltung schonmal ein guter Ansatz; ich bin gespannt auf die weiteren Redebeiträge.
Lucie Veith hätte ich gerne gehört; aber leider konnte ich mir nicht schon wieder eine Belinfahrt leisten (smili)

Gruß
Anne-Mette
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Re: Bundesministerin Schröder wirbt für mehr Akzeptanz

Post 5 im Thema

Beitrag von ab08 »

cpg hat geschrieben: Mit solchen Schlussfolgerungen outet man sich auch nicht unbeding als an einem Dialog interessiert (?)
Lieber Anne-Mette,

damals habe ich mich am Ethikrat "Dialog" beteiligt, weil ich hoffte, dass sich für die Betroffenen was ändert.
Inzwischen verstrich wieder viel Zeit, die Ops gingen weiter.
Dialog bedeutet weiteren Aufschub
Ich hoffe auf ein baldiges, klares Verbot von nicht lebensnotwendigen Operationen und die Entschädigung aller früheren Opfer!
So hast Du mit Deiner Einschätzung völlig recht ==> Ich persönlich halte hier weitere Gespräche / Verzögerungen für unverantwortlich.

Liebe Grüße
ab

P.S. Lucie Veith, die ich sehr schätze, wurde eingeladen. Wenn neben ihr auch andere reden dürften, hätte ich mehr Vertrauen an die Ernsthaftigkeit der Bemühungen.

dass sich, trotz der Beteuerungen, im Grunde nichts ändert vgl. http://blog.zwischengeschlecht.info/
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Re: Bundesministerin Schröder wirbt für mehr Akzeptanz

Post 6 im Thema

Beitrag von ab08 »

Hallo,

kleiner Nachtrag, warum hier beschwichtigt und gebremst wird...
Es liegt an historischen Wurzeln, die noch weit die Nachkriegszeit der Bundesrepublik hineinreichen: vgl. wieder http://blog.zwischengeschlecht.info/
Deswegen beteiligte ich mich auch an der Diskussion beim Ethikrat. ==> Die historischen Gründe sollten nicht vergessen werden. Das sind wir den Opfern schuldig.
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Re: Bundesministerin Schröder wirbt für mehr Akzeptanz

Post 7 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

natürlich sollen die Opfer nicht vergessen werden!

Ich halte es allerdings auch für eine wichtige Aufgabe, INFORMATIONEN unter die Leute zu bringen. Es ist eine große Gefahr, dass werdende Eltern den Ärzten regelrecht ausgeliefert sind, wenn sie nicht vorher darüber informiert werden, welche Formen es z.B. von AGS* es gibt und wie sie sich zu verhalten haben, wenn Intersexualität vorliegt.

Allerdings sollten die "geschlechtszuweisenden OPs" (Verstümmelungen) so unter Strafe gestellt werden, dass überhaupt kein Arzt darauf kommt, so etwas vorzuschlagen.

Gruß
Anne-Mette

*
http://www.glandula-online.de/broschuer ... /b_ags.htm
http://www.genderwiki.de/index.php/Intersexualit%C3%A4t
https://www.ags-initiative.de/index.php ... 45&catid=3
ab08
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Re: Bundesministerin Schröder wirbt für mehr Akzeptanz

Post 8 im Thema

Beitrag von ab08 »

Lieber Anne-Mette,

da hast Du natürlich völlig Recht, das sollte bei aktuellen Fällen klar im Vordergrund stehen.
Adrenogenitales Syndrom http://de.wikipedia.org/wiki/Adrenogenitales_Syndrom und andere medizinische Zusammenhänge sollten natürlich Eltern / Öffentlichkeit bekannt sein. Oder zumindest bekannt gemacht werden und das geschieht, nicht nur in dem Bereich, viel zu wenig. (Denn solche Dinge werden häufig tabuisiert.)
Daher sind hier ja Selbsthilfegruppen, Informationen auf Gesundheitstagen usw. so wichtig.

Herzlichen Dank nochmal für Deinen diesbezüglichen Einsatz, (gitli)
(besonders, da ich mich persönlich bei Themen, wovon ich nix verstehe, sehr zurückhalte :oops: )

Liebe Grüße
ab
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Re: Bundesministerin Schröder wirbt für mehr Akzeptanz

Post 9 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

von den Betroffenen liegt leider noch keine Stellungnahme vor.

Ich bitte meinen Hinweis auf das Thema "Intersexualität — Schritte nach vorne in dieser Legislaturperiode" des CDU-Bundestagsabgeordneten Peter Tauber nicht als Werbung für eine bestimmte Partei zu verstehen.

http://blog.petertauber.de/?p=1623

Ich habe einige Kritik anzumerken.
So heißt es z.B.

"1. Das Thema und die Sorgen der Betroffenen sind im Parlament angekommen. Dazu hat auch der Ethik-Rat beigetragen. Es ist ein Erfolg der christlich-liberalen Koalition, dass neben dem Ethik-Rat ein vom Ministerium finanzierter Kongress sich der Thematik angenommen hat. Mit der Änderung des Personenstandsrechts haben wir nun einen Fuß in der Tür, um das Thema auch in den nächsten vier Jahren weiter auf der Tagesordnung zu beraten".

Dazu möchte ich sagen: das wurde ja auch mal Zeit, dass das Thema und die Sorgen im Parlament angekommen sind! Das nun auch noch irgendwie als "Erfolg" zu verkaufen, finde ich schon ein wenig eigenartig.
Spätestens nach den Veröffentlichungen von und über Christiane Völling kann doch wohl keiner mehr sagen: "das habe ich nicht gewusst!"
Ein SPIEGEL-ONLINE-Artikel zum Thema Intersexualität, der sich mit dem Schicksal von Christiane Völling und allgemein mit dem Thema beschäftigt, ist aus dem Jahre 2007. 6 Jahre sind seitdem vergangen! http://www.spiegel.de/spiegel/a-517983.html
Andere Online-Angebote, Zeitungen und Zeitsschriften haben natürlich auch über das Thema und über den Prozess berichtet (Christiane Völling hatte auf Schmerzensgeld geklagt. Siehe Artikel oder Buch "Ich war Mann und Frau").

"Mit der Änderung des Personenstandsrechts haben wir nun einen Fuß in der Tür, um das Thema auch in den nächsten vier Jahren weiter auf der Tagesordnung zu beraten."

Es ist das Recht der Betroffenen, dass sie so behandelt werden, wie es ihnen selbst angemessen erscheint und dass die Verstümmelungs-OPs verboten werden. Wieso muss man einen Fuß in der Tür haben? Das Recht auf körperliche Unversehrtheit ist im Grundgesetzt verankert.
... und da sich die Parteien wohl relativ einig sind, wenn ich die zahlreichen Anträge zum Thema INTERSEXUALITÄT richtig verstehe (es geht wohl nur noch darum, wer den "Erfolg" dann für sich verbuchen kann), dann hätte das Parlament auch mal "ranklotzen können", anstatt den Brosamen "Personenstandsrecht" unters Volk zu bringen.
um das Thema auch in den nächsten vier Jahren weiter auf der Tagesordnung zu beraten.
Wie lange soll das denn noch dauern? Warteschleifen sollten verboten werden!



Gruß
CPG
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Re: Bundesministerin Schröder wirbt für mehr mehr Akzeptanz

Post 10 im Thema

Beitrag von ab08 »

Lieber Anne-Mette

ein herzliches Danke für Deine klare Sprache, denn genauso ist es leider. )):m

Die Verantwortlichen sollten allerdings nicht der Illusion erliegen, dass sich diese Tatsachen, trotz aller Beschwichtigungen, nicht rumsprechen.
Betroffene melden sich immer deutlicher zu Wort.

Herzlichen Dank und ganz liebe Grüße
ab
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