Analyse: Kein Geschlecht bin ich ja nun auch nicht
Analyse: Kein Geschlecht bin ich ja nun auch nicht

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Anne-Mette
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Analyse: Kein Geschlecht bin ich ja nun auch nicht

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Do 2. Nov 2017, 19:42

Moin,

Lesestoff:

Auf Grundlage von 15 qualitativen Interviews mit intergeschlechtlichen Menschen, deren Eltern und Personen aus Beratungseinrichtungen ermittelt die vorliegende Analyse die Lebenssituation Betroffener und die aus ihrer Perspektive bestehenden Reformbedarfe. Im Fokus steht die seit 2013 geltende Regelung, wonach bei intergeschlechtlichen Kindern der Geschlechtseintrag im Personenstand offenbleiben muss.

http://www.institut-fuer-menschenrechte ... nen/gender

Das pdf-Dokument:

http://www.institut-fuer-menschenrechte ... cht_bf.pdf

Gruß
Anne-Mette

Mina
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Re: Analyse: Kein Geschlecht bin ich ja nun auch nicht

Post 2 im Thema

Beitrag von Mina » Do 2. Nov 2017, 19:55

Huhu )))(:

Ich beziehe mich auf diesen Artikel mit einem eher schlicht gehaltenen Inhalt: https://www.vice.com/de/article/yvkwxv/ ... -danke-045

Ich möchte gerne grundsätzlich darüber philosophieren, wo das Intergeschlecht beginnt und wo es endet. Denn wir wissen, das gerade heute die Psyche des Menschen ein wesentlicher Teil des physischen Körpers darstellt.

Keine Angst, die Barriere zwischen Physe und Psyche möchte ich ganz deutlich differenzieren. Aber ein Säugling kann nicht kommunizieren oder deutlich machen, welchem Geschlecht er* nun angehört.

Ganz gleich ob nun eine Vagina mit innerlichen Hoden satt Eierstöcken vorhanden sind.

Aus diesem Blickwinkel sollte theoretisch, und das meine ich auch so, jedem Menschen die Geburtsneutralität zugeteilt sein. Denn als Säugling weis ich auch nicht ob ich evangelisch, katholisch oder garnix von beiden sein möchte. Sechs Jahre später auf dem Pausenhof wird durch das kategorisieren: Bist Du evangelisch oder katholisch? - die Zuweisung erklärt.

Ich hoffe Ihr versteht es interdisziplinär was ich meine: Das all umfassende Selbstbestimmungsrecht! )))(:
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Re: Analyse: Kein Geschlecht bin ich ja nun auch nicht

Post 3 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Do 2. Nov 2017, 20:22

Moin,

das schreit nach "Schulung"; denn es gibt/gab überwiegend Probleme mit Behörden und Krankenkassen wegen des "fehlenden" Geschlechtseintrages:

4.2
Anwendungsprobleme
mit dem offengelassenen
Geschlechtseintrag
Unter den Befragten befindet sich nur ein
Elternteil, dessen Kind einen offengelassenen
Geschlechtseintrag im Geburtenregister hat. Daher
können nur wenige Befragte (beratende Personen
und dieser eine Elternteil) aus der Praxis berichten
und auf Folgeprobleme hinweisen.
26
Die Elternperson berichtet von Problemen in Form von Unver­
ständnis und Widerstand bei Behörden. Dieses
Verhalten basiere offensichtlich auf Unkenntnis
über Intergeschlechtlichkeit und technischen
Schwierigkeiten bei der Weiterverarbeitung des
behördlichen Vorgangs:
„Also, was uns schon aufgefallen ist, vor allem im
ersten Jahr, dass wir wirklich oft auf Ämtern auf
Unverständnis gestoßen sind. Also einfach, weil
die Leute sich nicht auskennen mit dem Thema,
noch nie davon gehört haben oder weil die Technik
nicht so weit ist.“ (Eltern 3)


Ach ja, die Software muss vielleicht auch noch umgestellt werden (smili)

Gruß
Anne-Mette

Mina
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Re: Analyse: Kein Geschlecht bin ich ja nun auch nicht

Post 4 im Thema

Beitrag von Mina » Do 2. Nov 2017, 20:34

Anne-Mette hat geschrieben:
Do 2. Nov 2017, 20:22
das schreit nach "Schulung"
Ja, unbedingt. Öffentlichkeitsarbeit vorne vor.

Durch das "Nichtbekanntmachen" solcher Sachverhalte ist der Tenor: Das ist ne Vagina zu sehen - ergo weiblich. "Da ist ein Pippimann zu sehen - ergo männlich".

Weiter: Da sind Hoden statt einer Gebärmutter - wir raten ihnen (Eltern) dringend zu einer OP, denn wie soll ihr Kind sonst glücklich werden?

Anders:

Das Amt: "Wie, Ihr Kind hat kein definiertes Geschlecht? Wie heißt es denn? Ahh, Laura. Ja gut dann tragen wir das als Mädchen in die Geburtsurkunde ein."

-------

Bildlich geschildert. Aber alleine da geht es mir schon kalt den Rücken runter. Auch wenn wir immer noch ein verschwindend geringer Anteil in der Gesellschaft sind - dennoch "sind" wir und haben ein Recht zu sein! )))(:
Ziel: Human being -> Ist Dein Ziel erreicht, war es zu niedrig angesetzt -> Der Weg ist das Ziel!

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