Studie: Nur 1,8 Prozent der Hetero-Frauen können sich ein Date mit einem trans Mann vorstellen
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Anne-Mette
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Studie: Nur 1,8 Prozent der Hetero-Frauen können sich ein Date mit einem trans Mann vorstellen

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Di 30. Okt 2018, 20:32

Moin,

der TAGESSPIEGEL/QUEERSPIEGEL beschäftigt sich in seinem Artikel mit der Frage, wie stark transsexuelle Menschen benachteiligt werden,
wenn sie eine Partnerschaft anstreben, also "auf der Suche sind".

https://www.tagesspiegel.de/berlin/quee ... QK0YWOKD6w

Gruß
Anne-Mette

Aria
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Re: Studie: Nur 1,8 Prozent der Hetero-Frauen können sich ein Date mit einem trans Mann vorstellen

Post 2 im Thema

Beitrag von Aria » Di 30. Okt 2018, 20:56

Jap, kann ich 1 zu 1 so bestätigen.
Und es frustriert so ungemein, das kann sich niemand vorstellen.
Ich habe mich beinahe damit abgefunden alleine zu bleiben.
Glücklich, endlich angekommen aber dennoch alleine zu sein.
Musst du nicht verstehen, ist halt einfach so!

VanessaL
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Re: Studie: Nur 1,8 Prozent der Hetero-Frauen können sich ein Date mit einem trans Mann vorstellen

Post 3 im Thema

Beitrag von VanessaL » Di 30. Okt 2018, 21:49

Ich stimme dem zu!
Vieles aus dem Artikel kann ich nur zu gut verstehen .... und am Ende ist es für die meisten sicher die richtige Entscheidung, sich von solchen Plattformen wieder abzumelden. Denn wonach man sich sehnt, wird man dort nicht finden.
Auch das ist etwas was Trans-Männer und Trans-Frauen wohl lernen müssen ... mit den Hormonen verändert sich auch Ihr Empfinden und das Bedürfnis nach Sex(ualität). Gleich wohl bleiben meist über längere Zeiträume die körperlichen Merkmale des "alten" Geschlechts erhalten. Die Menschen der binär geprägten Gesellschaft haben es da schwer, unser Inneres in uns zu sehen und zu "lieben", wenn doch das äußere andere Signale sendet. Wenn ich mich entkleide habe ich den Körper eines Mannes - wie soll der gegenüber mich denn dann als Frau sehen? Viele bekommen das ja schon nicht hin, mich mit meinem weiblichen Namen anzusprechen, wenn ich mal ohne Silikonbusen und ohne Rock/Kleid rumlaufe ..... es ist wirklich ein langer Weg, der immer wieder Kraft braucht.
Kraft geben einen Freunde - aber die wird man auf solchen Plattformen auch nicht finden ..... wie Aria geschrieben hat ... glücklich, leben zu können, wie man sich fühlt, aber doch auch einsam und allein .....

Liebe Grüße
Vanessa
Mein Geschlecht entsteht in Deinem Kopf.

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Re: Studie: Nur 1,8 Prozent der Hetero-Frauen können sich ein Date mit einem trans Mann vorstellen

Post 4 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-12-09 » Di 30. Okt 2018, 22:12

ich sagte ja schon: wir sind alleine-also unter uns ;)

in einer gaybar würde ich mich auch nicht wohl fühlen oder auf einem lesbentreff.
genauso wenig bin ich auf frauen und männerfang aus.
auch wenn ich mich selbst irgendwo als bi bezeichne-habe ich als trans lieber meine ruhe statt mich auf experimente einzulassen.

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Re: Studie: Nur 1,8 Prozent der Hetero-Frauen können sich ein Date mit einem trans Mann vorstellen

Post 5 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen » Mi 31. Okt 2018, 00:34

.
Hier wurde nach der Bereitschaft für ein Date gefragt. Wie würden wohl die Zahlen aussehen, wenn es darum ginge, mit diesen Menschen eine Lebenspartnerschaft einzugehen?

Als ich vor 40 Jahren als Mann eine Partnerin suchte, hatte ich mich noch nicht näher mit trans* beschäftigt und wusste nur, dass es so etwas gibt. Ich glaube, ich hätte mich damals auch gegen eine Beziehung zu einer Transfrau ausgesprochen, obwohl ich wissentlich noch keiner begegnet war. Heute als selbst Betroffene und mit anderem Wissensstand sehe ich das natürlich anders.
Aber so wird es vielen Cis-Menschen ergehen, dass sie trans* als etwas Unbekanntes, Unberechenbares fürs erste ablehnen oder zumindest skeptisch gegenüber stehen. Insofern wundert mich das Ergebnis der zitierten Studie nicht allzu sehr.
Ich bin zur Zeit „nur“ auf der Suche nach einem Tanzpartner. Das geht normalerweise nicht ohne vorheriges Date. Da frage ich mich natürlich, inwiefern das Ergebnis der Studie auf diese Situation übertragbar ist.

Grundsätzlich halte ich es für sinnvoll, bei der Suche nach Partnerschalten (wofür auch immer), unsere Besonderheit zunächst nicht zu erwähnen. Das würde nur Leute abschrecken, die noch Vorbehalten dagegen haben oder nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. So aber besteht zumindest die Chance, dass bei einigen dieser Leute, wenn sie sehen, dass wir sonst ganz normale Menschen sind, ein Umdenken stattfindet.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen

Elizabeth
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Re: Studie: Nur 1,8 Prozent der Hetero-Frauen können sich ein Date mit einem trans Mann vorstellen

Post 6 im Thema

Beitrag von Elizabeth » Mi 31. Okt 2018, 01:10

Wer es geschafft hat, aus dem von "Demo für alle" propagierten, heteronormativen Weltbild auszubrechen,
sollte das eigene Beuteschema irgendwann überdenken - spätestens wenn das reproduktionstechnische Soll (2,3?) erfüllt ist und dennoch neue Partnersuche ansteht:
Früher mal hab ich mich auch mal als rein hetero angesehen...
Nach längerem Nachdenken und Wissen von Balian Buschbaum, Caitlyn Jenner, Giuliana Farfalla,... bin ich nicht mehr so sicher...
..auch unterbrochene/abgebrochene/"unvollständige" Transitionen kommen vor.
..und das Mädel in mir würde nach diesen Überlegungen auch einen Cis-Mann nicht von vornherein ausschließen...
LG Elly
Zuletzt geändert von Elizabeth am Mi 31. Okt 2018, 01:48, insgesamt 3-mal geändert.

Elizabeth
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Re: Studie: Nur 1,8 Prozent der Hetero-Frauen können sich ein Date mit einem trans Mann vorstellen

Post 7 im Thema

Beitrag von Elizabeth » Mi 31. Okt 2018, 01:31

@Andrea: ich halte ein Coming-Out VOR der ersten möglicherweise auch nur irgendwie erotisch zu deutenden Interaktion für ZWINGEND
Auch ein Mensch, der in einem homophoben Gedankenkorsett möglicherweise feststeckt, darf nicht vergewaltigt werden!
Wenn dies nach Erkennen der Täuschung zu Ekel, Aggression,... führt, ist das Gegenüber nicht ganz schuldlos!

LG Elly

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Re: Studie: Nur 1,8 Prozent der Hetero-Frauen können sich ein Date mit einem trans Mann vorstellen

Post 8 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Mi 31. Okt 2018, 05:48

Auch ich halte es für sehr wichtig, von vornherein mit offenen Karten zu spielen. Wenn ich in die Pommesbude gehe um Pommes mit Majo zu essen, dann bestelle ich auch Pommes mit Majo und nicht Pommes mit Überraschungssauce.
Was diese Datingportale angeht, kann ich die im Artikel gemachten Erfahrungen nur unterschreiben. Auch die zitierten Anschreiben kommen mir sehr bekannt vor. Ca. 75% sind einfach plump und einfallslos bis hin zu unverschämt.

Liebe Grüße
Michelle
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Re: Studie: Nur 1,8 Prozent der Hetero-Frauen können sich ein Date mit einem trans Mann vorstellen

Post 9 im Thema

Beitrag von Bea Magdalena » Mi 31. Okt 2018, 07:39

Hallo zusammen,

ich möchte mich da Michelle anschließen, ehrlich währt am längsten!
Mit Erfahrung in Dating Portalen kann ich nicht glänzen, dass es da plump zugeht, kann ich mir aber gut vorstellen. Schließlich wird da eher nach Sex, als nach einem "Partner mit Tiefgang" für's ganze Leben gesucht.

Liebe Grüße
Bea
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Re: Studie: Nur 1,8 Prozent der Hetero-Frauen können sich ein Date mit einem trans Mann vorstellen

Post 10 im Thema

Beitrag von Jasmine » Mi 31. Okt 2018, 10:29

VanessaL hat geschrieben:
Di 30. Okt 2018, 21:49
Die Menschen der binär geprägten Gesellschaft haben es da schwer, unser Inneres in uns zu sehen und zu "lieben", wenn doch das äußere andere Signale sendet. Wenn ich mich entkleide habe ich den Körper eines Mannes - wie soll der gegenüber mich denn dann als Frau sehen? Viele bekommen das ja schon nicht hin, mich mit meinem weiblichen Namen anzusprechen, wenn ich mal ohne Silikonbusen und ohne Rock/Kleid rumlaufe ..... es ist wirklich ein langer Weg, der immer wieder Kraft braucht.
Meine Menalee hat Jasmine (mein wahres ich) nach 12 gemeinsamen Jahren kennengelernt. Heute nach weiteren 13 Jahren sind wir immer noch zusammen. Das Einzigste was meine Menalee von mir wollte, war Klarheit und kein hin und her. Für sie war mein Outing ein Zugewinn für unsere Beziehung. Sie erkannte meine inneren Werte und die sind für sie wichtiger als alles andere. Heute morgen nach mittlerweile 25 Jahren, weckte mich meine Menalee mit den Worten: Hey süße Maus aufwachen. Nachdem ich die Augen geöffnet hatte, flüsterte sie mir zu: ich liebe dich meine Jasmine - nur meine. Mir standen die Tränen in den Augen.

Von Dating Portalen halte ich sowieso nichts. Diese Meinung teilen meine volljährigen Töchter mit mir. Ob solch eine Studie repräsentativ ist - ich weiß es nicht. Wenn ich dann noch lese: Nicht akzeptiert werden lässt mich verzweifeln, belastet. Ich habe mittlerweile ein gutes Umfeld, musste mir aber viel erkämpfen. Aber unabhängig von meiner Beziehung und meinem Umfeld bin ich der Meinung das unsere Gesellschaft noch einiges lernen muss betreffend Akzeptanz.

Liebe Grüße Jasmine
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Re: Studie: Nur 1,8 Prozent der Hetero-Frauen können sich ein Date mit einem trans Mann vorstellen

Post 11 im Thema

Beitrag von !Marie! » Mi 31. Okt 2018, 10:40

Hi zusammen, hi Jasmine,

oh, das ist wirklich so richtig schön mit deiner Menalee. Das freut mich so sehr für dich...

meine Liebste geht ja auch total entspannt mit mir um, auch wenn wir uns über den Tag schreiben,
da find ichs auch immer toll wenn sie meine Liebste oder meine Löwin schreibt.

ich glaube wir haben es doch wirklich gut! Das ist sooooo unschätzbar wertvoll!

Alles Liebe Marie
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Re: Studie: Nur 1,8 Prozent der Hetero-Frauen können sich ein Date mit einem trans Mann vorstellen

Post 12 im Thema

Beitrag von Lady Jennifer » Mi 31. Okt 2018, 12:07

"Nur 1,8 Prozent der Hetero-Frauen können sich ein Date mit einem trans Mann vorstellen" - naja, für mich ist das jetzt nicht sonderlich überraschend. Ich sehe das ja auch aus meinem Umfeld, wenn ich Freunde und Bekannte frage, ob sie sich eine Partnerschaft mit einer Transe vorstellen könnten. So ziemlich jede antwortete mit einem "Nein". Mit eine Freundschaft zu (mir als Transe) haben die wenigstens was. Was im Grunde bedeutet, daß Freundschaft völlig ok ist. Da zu einer Partnerschaft aber auch Intimität (also Sex!!!) gehört, schreckt die meisten der Gedanke dies mit einem "verkleideten Mann" zu tun ab. Aber auch der Blick hinsichtlich was die Öffentlichkeit über eine solche Partnerschaft über einen denkt, ist hierbei wichtiger. Leider interessiert es dabei viele was die Menschen über einen denken, wenn man eine Partnerschaft mit einer Transe führt.

Ich mag mein Singleleben, von daher bin ich jetzt nicht soooo böse, daß der Prozentsatz so niedrig ausfällt.
Andrea aus Sachsen hat geschrieben:
Mi 31. Okt 2018, 00:34
Grundsätzlich halte ich es für sinnvoll, bei der Suche nach Partnerschalten (wofür auch immer), unsere Besonderheit zunächst nicht zu erwähnen. Das würde nur Leute abschrecken, die noch Vorbehalten dagegen haben oder nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen.
Diesen Weg halte ich definitiv für falsch. Wenn ich auf (weibl.) Partnersuche wäre, dann würde ich es auf jeden Fall mit als erstes ansprechen. Was soll es bringen dies zu verleugnen, irgendwann muß man sich dem so und so stellen, wenn man eine vertrauensvolle Partnerschaft führen möchte. Also, wieso eine Partnerschaft mit einer Lüge beginnen? Zudem frage ich mich gerade, wie man es überhaupt verbergen sollte. Man kann noch so gut gekleidet sein oder ein perfektes Styling haben, sobald wir den Mund aufmachen, kommt unsere maskuline Stimme zum Vorschein...;-(

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Re: Studie: Nur 1,8 Prozent der Hetero-Frauen können sich ein Date mit einem trans Mann vorstellen

Post 13 im Thema

Beitrag von Jaddy » Mi 31. Okt 2018, 12:27

Bei dem Artikel kommt meiner Ansicht nach gut raus, wie wenig die meisten Cis-Menschen über das Thema Trans* wissen. Ich vermute, dass die meisten nicht mal genau sagen könnten, was "trans Mann" prinzipiell bedeutet.

Die Top-10 Fragen empfinden natürlich viele unglaublich unsensibel und intim. Aber auch da sehe ich viel Unwissenheit und soetwas wie Interesse am exotischen, wenn auch leider ab und zu Sensationsgeilheit. Denn wann oder wie haben Cis-Menschen die Möglichkeit, solche Basisfragen zu stellen? Von sich aus kommen wohl die wenigsten auf den Gedanken, jetzt mal über das Thema seriös zu recherchieren. Da ist dann eine Person im Chat bzw. Portal in der sicheren Distanz des Internets eine Gelegenheit. Wir sollten nicht unterschätzen, wie viel wir alle schon im Vergleich zu nicht betroffenen gelernt haben.

Zweitens verzerren Datingportale sehr stark. Ich nehme da mal meine Erfahrungen von Planetromeo, Joyclub, Fetlife, Trav*... und meinem eigenen Forum. Die wenigsten Menschen können sich vernünftig beschreiben und reduzieren sich auf Zahlenwerte und Interessen. Die meisten Fotos sind grottig. Vermutlich könnten viele aus der Fraktion, die sich gar kein Date mit einer Trans*person vorstellen können, jemanden kennenlernen und attraktiv finden, wenn sie es nicht von vorneherein wissen. Auf Profile und Kontaktanzeigen gebe ich daher gar nichts, sondern gucke mir an, was und worüber die Personen schreiben.

Ich kann nachvollziehen, dass viele Trans*personen mit dem Thema in Ruhe gelassen, bzw nicht darauf reduziert werden wollen. Ähnliche Probleme haben andere mit ihrem Aussehen, Gewicht, Haarwuchs, wasweissich. Also wenn man es aus welchen Gründen auch immer nicht hinkriegt, "unerkannt" zu bleiben, dann bleibt meiner Ansicht nach nur Offenheit und Selbstverständlichkeit. Trans* kriegt man nicht ganz "weg" aus dem eigenen Leben, auch mit allen Angleichungen nicht. Was die unsensiblen Fragen von anderen angeht, kann man auch mit ähnlich direkten Gegenfragen kontern - oder aber ernsthaft Auskunft geben und so die Richtung des Gesprächs drehen.

Anne-Mette
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Re: Studie: Nur 1,8 Prozent der Hetero-Frauen können sich ein Date mit einem trans Mann vorstellen

Post 14 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mi 31. Okt 2018, 12:31

Moin,

warum sind die Menschen so festgelegt?
Selbst in der "Community" wird sehr stark gewertet: "echter Mann", "echte Frau", "echte Transsexuelle", "echte Lesbe"...
Sind es "Funktionseinschränkungen", oder kratzt es am Ego, wenn ein schwuler Mann sich mit einem "Mann mit transsexueller Vergangenheit" zum Sex trifft?
Die "gesetzlichen Regeln" sind bei aller Rückständigkeit weiter als persönliche Befindlichkeiten und das "Weltbild" vieler Menschen.

Warum muss das so "geordnet" sein?
Wir in Deutschland stehen mit solchen Themen nicht alleine. Ich habe gerade ein dänisches Buch "Sex i grænselandet" gelesen.
Da ging es nicht um "Sex im deutsch-dänischen Grenzland", sondern um das Grenzland abseits der "heteronormativen sexuellen Betätigung".
Aufgefallen ist mir da ein Artikel einer Frau, die eine "Lesbenparty" besuchte.
Dort wurde sie von einer Frau angesprochen und gefragt (sinngemäß): "... bist Du denn eine echte Lesbe (Zweifel im Ausdruck)? - schließlich wurdest Du vor ein paar Tagen
in einer Gruppe pansexueller Menschen gesehen".

Mir stellte sich die Frage: "wie soll Mensch sich ausprobieren, wenn er sich so festlegen muss?
Warum sind auch diese Gruppen nicht offener, sondern erlauben wie "heteronormative Gruppen" kaum ein Abweichen?

Gruß
Anne-Mette

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Re: Studie: Nur 1,8 Prozent der Hetero-Frauen können sich ein Date mit einem trans Mann vorstellen

Post 15 im Thema

Beitrag von ChristinaF » Mi 31. Okt 2018, 13:01

Jasmine hat geschrieben:
Mi 31. Okt 2018, 10:29
VanessaL hat geschrieben:
Di 30. Okt 2018, 21:49
Die Menschen der binär geprägten Gesellschaft haben es da schwer, unser Inneres in uns zu sehen und zu "lieben", wenn doch das äußere andere Signale sendet. Wenn ich mich entkleide habe ich den Körper eines Mannes - wie soll der gegenüber mich denn dann als Frau sehen? Viele bekommen das ja schon nicht hin, mich mit meinem weiblichen Namen anzusprechen, wenn ich mal ohne Silikonbusen und ohne Rock/Kleid rumlaufe ..... es ist wirklich ein langer Weg, der immer wieder Kraft braucht.
Meine Menalee hat Jasmine (mein wahres ich) nach 12 gemeinsamen Jahren kennengelernt. Heute nach weiteren 13 Jahren sind wir immer noch zusammen. Das Einzigste was meine Menalee von mir wollte, war Klarheit und kein hin und her. Für sie war mein Outing ein Zugewinn für unsere Beziehung. Sie erkannte meine inneren Werte und die sind für sie wichtiger als alles andere. Heute morgen nach mittlerweile 25 Jahren, weckte mich meine Menalee mit den Worten: Hey süße Maus aufwachen. Nachdem ich die Augen geöffnet hatte, flüsterte sie mir zu: ich liebe dich meine Jasmine - nur meine. Mir standen die Tränen in den Augen.

Von Dating Portalen halte ich sowieso nichts. Diese Meinung teilen meine volljährigen Töchter mit mir. Ob solch eine Studie repräsentativ ist - ich weiß es nicht. Wenn ich dann noch lese: Nicht akzeptiert werden lässt mich verzweifeln, belastet. Ich habe mittlerweile ein gutes Umfeld, musste mir aber viel erkämpfen. Aber unabhängig von meiner Beziehung und meinem Umfeld bin ich der Meinung das unsere Gesellschaft noch einiges lernen muss betreffend Akzeptanz.

Liebe Grüße Jasmine
Hallo Jasmine,
besser kann man es nicht ausdrücken. Geht mir mit meiner Liebsten genauso. Offenbar haben wir zwei auch ein Riesenglück mit unseren Partnerinnen.
LG Christina

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