Ein paar Fragen zu Bartepilation und Logopädie
Ein paar Fragen zu Bartepilation und Logopädie

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Steffi-BLN
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Ein paar Fragen zu Bartepilation und Logopädie

Post 1 im Thema

Beitrag von Steffi-BLN » Mo 17. Sep 2018, 11:36

Hallo Mädels

Da ich ja nun die Indikation F64.0 habe (he)
und ich noch bis zum 19.12 auf den Termin beim Endo warten muss wollte ich mal fragen ob ich denn jetzt mit der Indikation auch zum Logopäden gehen kann? Muss ich mir da eine Überweisung holen vom HNO Arzt?

Dann die nächste Frage. Möchte natürlich auch den lästigen Bart loswerden. Gut ich habe zum Glück keinen richtigen Bartwuchs. Ein bisschen an der Oberlippe und Unterlippe. Das war es schon. Muss ich da mehrere Kostenvoranschläge besorgen, oder wie läuft das ab?
Wäre lieb wenn mir da die ein oder andere ein paar Tipps geben könnte.

Ganz lieben Gruß (moin)

ChristinaF
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Re: Ein paar Fragen zu Bartepilation und Logopädie

Post 2 im Thema

Beitrag von ChristinaF » Mo 17. Sep 2018, 13:28

Wenn du privat versichert bist, brauchst du keine Kostenvoranschläge. So wars zumindet bei mir mit der Logo und der Bartepi.
Und wenn du schreibst, dass ohnehin nicht viel an Bart bei dir vorhanden ist, wirds ähnlich wie bei mir laufen. Nach vier Epi Anwendungen (Laser) wirst du kaum noch was sehen und wird auch relativ lange kaum mehr was nachwachsen; natürlich hilft hier die HET sehr gut.
LG Christina

Britt
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Re: Ein paar Fragen zu Bartepilation und Logopädie

Post 3 im Thema

Beitrag von Britt » Mo 17. Sep 2018, 13:36

Hallo Megan,
aufgrund der „Krankheit „ F64.0 gibt es keine Logopädie.
Du kannst dir aber z.B. von deinem Hausarzt eine Verordnung zur Logopädie geben lassen. Auf der Verordnung sollte stehen:
„Funktionelle Dysphonie
Eingeschränkte stimmliche Belastbarkeit“
Aber Achtung du musst innerhalb von 2 Wochen mit der Logopädie beginnen, sonst verfällt die Verordnung.

Epilation mit einem Laser ist seit Ende letzten Jahres (bei der Diagnose F64.0) nicht mehr von der gesetzlichen Krankenkasse genehmigungspflichtig. Da genügt eine Überweisung zur Epilation. Sie muss allerdings von jemandem, der direkt mit der Krankenkarte bei der Krankenkasse abrechen kann, durchgeführt werden. Z.B. durch einen Arzt. Allerdings kann ich hierzu nichts näheres schreiben, da es nicht mehr für mich zutreffend ist.
Ich habe gesehen, dass du aus Berlin kommst. Komm doch mal in die eine oder andere SHG (Sonntagsclub, ivtf,..), dann kannst du anderen Mädels persönlich zu diesem Thema befragen

Liebe Grüße,
Britt

Das_Känguru
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Re: Ein paar Fragen zu Bartepilation und Logopädie

Post 4 im Thema

Beitrag von Das_Känguru » Mo 17. Sep 2018, 19:55

Also bis letztes jahr hast du dir ein Schreiben vom Psychiater geholt, dass durch den Bartwuchs bei Mann zu Frau Transsexualität eine hohe psychische Belastung entsteht und damit eine Anfrage auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse gestellt.
Dann sind die Kassen aber auf die findige Idee gekommen die Bartepilation mittels Laser in den Behandlungskatalog als sog. Gebührenordnungspunkt aufzunehmen. Meine Kasse hat dann auch gleich meine Kostenübernahme mit der Begründung abgeschmettert, es gibt ja jetzt diesen Punkt im Leistungskatalog. Nur leider kann man über den Gebührenordnungspunkt maximal 32 Behandlungen abrechnen. Eine Behandlung geht 5 Minuten, maximal vier auf einmal sind erlaubt. Pro Behandlung werden so etwa 8€ abgerechnet. Wenn du also einen Arzt findest, ders dir in 20 Mins für 30€ macht haste Glück. Meiner bekommt leider 200€ pro Behandlung von mir, da sind die 30€ en Witz.
Genau stehts hier: http://www.kbv.de/html/1150_30396.php
Also vielleicht doch mal bei der Kasse nerven ...
If the brain were so simple we could understand it, we would be so simple we couldn't

-Alexandra-
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Re: Ein paar Fragen zu Bartepilation und Logopädie

Post 5 im Thema

Beitrag von -Alexandra- » Mi 19. Sep 2018, 13:25

Hallo Megan,
Das mit der Logopädie ist recht unkompliziert: Dazu brauchst du nichtmal die Diagnose F 64.0. Du gehst in eine HNO-Praxis (am besten eine denen das Thema nicht unbekannt ist, weil die wissen dann genau was sie auf den Zettel draufschreiben müssen) da werden dann ein paar Stimmtests gemacht und du bekommst eine Heilmittelverordnung für die Logopädie.

Mit dem Lasern ist es leider deutlich komplizierter:
Wie Britt schon geschrieben hat ist es zwar eigentlich Kassenleistung und du brauchst nur die Diagnose, aber was da dann gezahlt wird ist leider nur ein lächerlich kleiner Teil der Behandlungskosten.
Falls du aber nicht ewig warten willst und du es anfangs auch selber zahlen kannst würde auf alle Fälle beim Hautarzt die entsprechenden EBM-Ziffern ansprechen, damit dir wenigstens ein kleiner Teil dazugezahlt werden kann.

Damit die Laserepilation komplett von deiner Krankenkasse übernommen wird musst du bereits 12 Monate Psychotherapie gemacht haben und mit der HET angefangen haben. (vorher wird wird dein Anliegen grundsätzlich nicht vom MDK begutachtet)
Wenn du die 12 Monate hast, schreibst du einfach ein paar Sätze, dass du trans bist, dass du deswegen unter den Haaren im Gesicht leidest und es deswegen dringend notwendig ist, dass die Barthaare wegmüssen usw... (falls du nicht genau weißt was du da schreiben musst, kann dir das bestimmt dein/e Therapeut/in sagen)
Da die Krankenkasse nicht entscheidet bevor der MDK das Ganze begutachtet hat, brauchst du zusätzlich zu dem Brief mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit noch:

- einen kurzen biografischen Bericht zum "transsexuellen Werdegang" bzw. Lebenslauf
- eine fachärztliche Stellungnahme deines Psychiaters/Psychotherapeuten (falls das bei dir zwei Personen sind, dann von beiden ein ausführliches Schreiben)
- aktuellen endokrinologischen Bericht
- Schreiben des behandelnden Hautarztes
- Falls die Namensänderung bereits beantragt wurde, die beiden Gutachten fürs Gericht und falls du den Gerichtsbeschluss schon hast, dann den auch

So wars zumindest bei mir (MDK Bayern) Das kann aber vielleicht von Bundesland zu Bundesland bissl varieren, deshalb würde ich da einfach mal bei der Krankenkasse und vorallem auch beim MDK anrufen und nachfragen was genau du alles brauchst und was in den Schreiben drinstehen muss. Weil sonst wird das leider ein ewiger Briefwechsel mit deiner KK :/

LG und viel Glück dass es sich nicht so lange hinzieht wie bei mir mit der Kostenübernahme )))(:

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