AUGSBURGER: Frau wollte Mann werden: "Ich erkenne mich im Spiegel nicht mehr"
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Anne-Mette
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AUGSBURGER: Frau wollte Mann werden: "Ich erkenne mich im Spiegel nicht mehr"

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Di 20. Feb 2018, 13:01

Moin,

hier ist der ARtikel nachzulesen: http://www.augsburger-allgemeine.de/aug ... 42046.html

(Die Überschrift ist wiederum nicht von mir) )))(:

Gruß
Anne-Mette

Tatjana_59
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Re: AUGSBURGER: Frau wollte Mann werden: "Ich erkenne mich im Spiegel nicht mehr"

Post 2 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 » Di 20. Feb 2018, 13:56

Urgs, danke Anne-Mette, den Artikel hab ich total übersehen in unserer Tageszeitung.

LG Tatjana

Brigitta
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Re: AUGSBURGER: Frau wollte Mann werden: "Ich erkenne mich im Spiegel nicht mehr"

Post 3 im Thema

Beitrag von Brigitta » Di 20. Feb 2018, 15:03

Danke, Anne-Mette,
(moin)
ein abschreckendes Beispiel für alle, die sich nicht sicher sind, ob sie wirklich den ganzen Weg der Transition gehen wollen.
Mal abgesehen von den üblichen journalistischen Nachlässigkeiten (z.B. "Geschlechtsumwandlung") halten ich diesen Artikel für durchaus lesenswert.
Es nimmt eben nicht automatisch immer ein gutes Ende, wenn man/frau sich auf diesen Weg macht. Das sollten sich alle TS vor Augen halten.
LG, Brigitta ))):s

Tatjana_59
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Re: AUGSBURGER: Frau wollte Mann werden: "Ich erkenne mich im Spiegel nicht mehr"

Post 4 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 » Di 20. Feb 2018, 16:28

Brigitta, abschreckend für die die sich nicht sicher sind ja. Ich glaube aber nicht dass jemand den Weg geht der/die sich nicht sicher sind.
Auch diese Frau/Mann bzw nonbinär war sich wahrscheinlich zu 100% sicher den richtigen Weg zu gehen. Auch wenn es sich im nachhinein falsch rausstellte.
Ich vermute mal dass sowas immer wieder mal vorkommt, denke aber dass das wirklich nur sehr sehr wenige sind.
Wenn jemand den nun wirklich nicht einfachen Weg der Transition einschlägt, sich dann irgendwann unsicher fühlt, denke ich dass die/derjenige schon nochmal in sich geht, gerade bevor Operationen im Raum stehen.....

LG Tatjana

Nachtrag:

Sich im Spiegel nicht mehr erkennen habe ich am eigenen Leib erfahren.
Vor ein paar Jahren kaufte ich mir zwei Langhaarperücken um meinen männlichen Kurzhaarschnitt zu verstecken.
Im Spiegel schaute mir ein total fremdes Individuum entgegen das mich total erschreckte.
Schade um das Geld dass ich für die Perücken ausgegeben habe.
Hab mir dann die Haare wachsen lassen und von meiner Frau so färben lassen dass ich ich geblieben bin.
Habe Gott sei Dank sehr viele dichte Haare.

Vincent
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Re: AUGSBURGER: Frau wollte Mann werden: "Ich erkenne mich im Spiegel nicht mehr"

Post 5 im Thema

Beitrag von Vincent » Do 22. Feb 2018, 09:08

Leider habe ich persönlich mehrere ähnliche Geschichten miterlebt und sehe weitergehende Schritte sehr kritisch.
Sie sind in meinem Miterleben ebenso oft ein 100%er Erfolg wie ein Desaster - und ganz häufig nur der halbe Weg zum Glück.

Was mich auch nach vielen Jahren immer noch beschäftigt, ist die Eigendynamik, die das Thema TS unter nen Mitgliedern einer Selbsthilfegruppe entwickeln kann. Unbewusst lässt sich mancher in eine Strudel / Wettbewerb ziehen, gegen den auch kein Therapeut mehr ankommt.

Dabei ärgere ich mich immer wieder über unsere Gesellschaft, die mehrheitlich nur mit klaren Geschlechtern und Rollen zurecht kommt und damit manchen in der Mitte nötigt sich zu entscheiden.
LG

Vincent

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Re: AUGSBURGER: Frau wollte Mann werden: "Ich erkenne mich im Spiegel nicht mehr"

Post 6 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2018-08-04 » Do 22. Feb 2018, 09:22

Hallo!

Man kann es nur immer wieder betonen. Eine Transition ist kein starrer Weg von Mann zu Frau oder umgekehrt, sondern ein Weg zu sich selbst.

Ich war am Anfang meiner Transition mega-feminin unterwegs, Make-up, Perücke, High Heels etc., das volle Programm. Das war auch völlig okay und lag daran, dass ich die Frau in mir so lange versteckt habe. Irgendwann merkte ich aber auch, dass ich eine männliche Seite habe, die ich nicht komplett auslöschen möchte, weil sie ebenfalls Teil meines Ichs ist.

Everybody's different.

LG Daenerys

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Re: AUGSBURGER: Frau wollte Mann werden: "Ich erkenne mich im Spiegel nicht mehr"

Post 7 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 » Do 22. Feb 2018, 09:23

Ich kenne mittlerweile doch einige viele die die Transition zu Ende gingen. Ich kenne "keine/n" der die es bereute!

LG Tatjana

Jasmine
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Re: AUGSBURGER: Frau wollte Mann werden: "Ich erkenne mich im Spiegel nicht mehr"

Post 8 im Thema

Beitrag von Jasmine » Do 22. Feb 2018, 09:25

Tatjana_59 hat geschrieben:
Di 20. Feb 2018, 16:28
Ich vermute mal dass sowas immer wieder mal vorkommt, denke aber dass das wirklich nur sehr sehr wenige sind.
Ich sehe es genauso wie Tatjana. Eine 100 %ige Erfolgsquote zu erreichen dürfte meiner Meinung nach schwierig bis unmöglich sein.
Liebe Grüße Jasmine
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MichiWell
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Re: AUGSBURGER: Frau wollte Mann werden: "Ich erkenne mich im Spiegel nicht mehr"

Post 9 im Thema

Beitrag von MichiWell » Do 22. Feb 2018, 11:33

Vincent hat geschrieben:
Do 22. Feb 2018, 09:08
Leider habe ich persönlich mehrere ähnliche Geschichten miterlebt und sehe weitergehende Schritte sehr kritisch.
Sie sind in meinem Miterleben ebenso oft ein 100%er Erfolg wie ein Desaster - und ganz häufig nur der halbe Weg zum Glück.
Ebenso oft Erfolg wie Desaster? - Also ich gehe ja auch davon aus, dass es keine 100% Quote gibt. Aber deine 50% Fehlschläge halte ich doch für sehr hoch angesetzt. Da hätten wir längst ein drastisch verschärftes TSG sowie eine breite hitzige Debatte über die generelle Sinnhaftigkeit geschlechtsangleichender Maßnahmen.
Vincent hat geschrieben:
Do 22. Feb 2018, 09:08
Was mich auch nach vielen Jahren immer noch beschäftigt, ist die Eigendynamik, die das Thema TS unter nen Mitgliedern einer Selbsthilfegruppe entwickeln kann. Unbewusst lässt sich mancher in eine Strudel / Wettbewerb ziehen, gegen den auch kein Therapeut mehr ankommt.
Es mag Gruppen geben, in denen das der Fall ist. Da suchen und finden dominante Menschen Anhänger, denen sie ihre Sichtweise des einzig wahren Weges der Transition aufoktruieren. Solche Fälle gibt es auch in anderen Lebensbereichen jenseits von Trans. Aber auf Grund dessen zu generalisieren, und allen zu unterstellen, dass sie nicht in der Lage wären, selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen, halte ich für sehr gewagt.

Dass dem nicht so ist, dazu reicht es bereits, ein wenig hier im Forum mitzulesen.
Vincent hat geschrieben:
Do 22. Feb 2018, 09:08
Dabei ärgere ich mich immer wieder über unsere Gesellschaft, die mehrheitlich nur mit klaren Geschlechtern und Rollen zurecht kommt und damit manchen in der Mitte nötigt sich zu entscheiden.
Das ist ein ganz anderer Punkt, und ganz sicher nicht generell die treibende Kraft bei der Entscheidung zu geschlechtsangleichenden Maßnahmen. Dass ein großer Teil nach der Transition (aus unterschiedlichen Gründen) unter dem Radar leben möchte, und versucht, sich der neuen Geschlechterrolle so gut wie möglich anzupassen, sehe ich da viel eher als Folge des gesellschaftlichen Drucks der bipolaren Geschlechterrollen.


Michi
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Re: AUGSBURGER: Frau wollte Mann werden: "Ich erkenne mich im Spiegel nicht mehr"

Post 10 im Thema

Beitrag von Jenina » Do 22. Feb 2018, 12:56

Michi,

ich weiss auch nicht woran es liegt, aber ich muss hier schon wieder mal einhaken. Denn wir sollten keineswegs übersehen, dass es Probleme gibt bei der Transistion.

Vincent spricht ja keineswegs von 50% negativer Rate, es sind natürlich erheblich weniger. Aber dafür sind die Ergebnisse umso schlimmer, denn die Enttäuschung ist gleich zweifach. Außerdem ziehen sich diese Menschen dann oft zurück und sind gar nicht mehr sichtbar. Sie werden es eher niemandem erzählen dass sie gescheitert sind mit ihren zu großen Wunschvorstellungen.

Was die Dynamik in SHGs und auch Foren anbelangt habe ich - was Foren betrifft zumindest - aber ganz andere Erfahrungen. Es gibt erheblichen Gruppendruck und ich kenne Leute die aufgrund dessen eine Enscheidung getroffen haben, die sie bitter bereut haben. Die galten dann sogar in der eigenen Community als lächerliche larmoyante Freaks. Schöne Gemeinschaft sage ich da nur... Wir dürfen nicht von diesem Hort des Friedens auf andere schließen, es gibt eben die schlechten Berater auch unter trans* Menschen und es sind durchaus relevante Zahlen. Vincent hat auch hier keineswegs generalisiert.

Und was die Festigung des strikten bipolaren Geschlechtermodells anbelangt, da tragen so manche TS auch mit ganzer Kraft dazu bei. Auch hier wieder: hier bei uns ist das nicht ausgeprägt, aber es gibt es eben. Und die Aussagen "ich war schon immer eine Frau" und "ich bin eine Frau" für einen Transgender finde ich in diesem Zusammenhang zum Beispiel sehr problematisch. Aber das ist eine persönliche Befindlichkeit und ich weiss dass das für einige problematisch ist. Aber auch das sollte eben in unserer Community akzeptiert werden.

DIe non-binären Trans* Menschen werden da oft nicht so recht verstanden - gut - das ist ausgleichende Gerechtigkeit weil das auch umgekerht gilt. Ich denke, wir können unsere verschiedenen Sichtweisen gut akzeptieren wenn wir nur wollen. Denn das wichtigste ist unsere Einigkeit wenn es um unsere Emanzipation geht, da sollten kleine Meinungsverschiedenheiten hintan treten.

Und deshalb, nix für ungut Michi, dass ich nun wieder ausgerechnet auf Deinen Beitrag antworte. (ki) (flo)

Jenina
Disclaimer: Dies ist eine persönliche Meinung, sie ist möglicherweise inkompatibel mit Deinem Glauben/Lifestyle/Parteiprogramm!

Vincent
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Re: AUGSBURGER: Frau wollte Mann werden: "Ich erkenne mich im Spiegel nicht mehr"

Post 11 im Thema

Beitrag von Vincent » Do 22. Feb 2018, 13:34

MichiWell hat geschrieben:
Do 22. Feb 2018, 11:33
Ebenso oft Erfolg wie Desaster? - Also ich gehe ja auch davon aus, dass es keine 100% Quote gibt. Aber deine 50% Fehlschläge halte ich doch für sehr hoch angesetzt. Da hätten wir längst ein drastisch verschärftes TSG sowie eine breite hitzige Debatte über die generelle Sinnhaftigkeit geschlechtsangleichender Maßnahmen.
Vincent hat geschrieben:
Do 22. Feb 2018, 09:08
Was mich auch nach vielen Jahren immer noch beschäftigt, ist die Eigendynamik, die das Thema TS unter nen Mitgliedern einer Selbsthilfegruppe entwickeln kann. Unbewusst lässt sich mancher in eine Strudel / Wettbewerb ziehen, gegen den auch kein Therapeut mehr ankommt.
Es mag Gruppen geben, in denen das der Fall ist. Da suchen und finden dominante Menschen Anhänger, denen sie ihre Sichtweise des einzig wahren Weges der Transition aufoktruieren. Solche Fälle gibt es auch in anderen Lebensbereichen jenseits von Trans. Aber auf Grund dessen zu generalisieren, und allen zu unterstellen, dass sie nicht in der Lage wären, selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen, halte ich für sehr gewagt.
Hallo Michi,
ich habe nicht von 50% Fehlschlägen geschrieben, für die meisten war nach der Transition die Lage besser.
Aber, dass das ganze Leben wie erträumt danach, zumindest im betroffenen Bereich perfekt war, das war eher die Ausnahme. Und leider musste ich auch miterleben wie alles den Bach runter ging - meistens, weil sich herausgestellt hat, das die Geschlechtsidentität nicht das (einzige) Problem war, das auf der Seele lastete.

Und genau bei diesen Fällen hatte die Gruppe, der ich eine Weile angehörte, in meinen Augen einen deutlichen Einfluss in der Richtung, alles was im Leben der Betroffenen schief lief, auf die Geschlechtsidentität zu schieben.

Ich möchte auch in keiner Weise verallgemeinern, ich schreibe nur über die Meschen und Schicksale, die ich persönlich kenne, und die mir am Herzen liegen.
LG

Vincent

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Re: AUGSBURGER: Frau wollte Mann werden: "Ich erkenne mich im Spiegel nicht mehr"

Post 12 im Thema

Beitrag von Frauke » Do 22. Feb 2018, 16:18

Gruppenzwang oder -dynamik sind schlechte Ratgeber. Jede/r sollte wirklich nur das machen, was sie/er auch selbst will. Und dabei auch die nötige Zeit nehmen. Manchmal ist langsamer einfach besser.
Jenina hat geschrieben:
Do 22. Feb 2018, 12:56
...Und was die Festigung des strikten bipolaren Geschlechtermodells anbelangt, da tragen so manche TS auch mit ganzer Kraft dazu bei. Auch hier wieder: hier bei uns ist das nicht ausgeprägt, aber es gibt es eben. Und die Aussagen "ich war schon immer eine Frau" und "ich bin eine Frau" für einen Transgender finde ich in diesem Zusammenhang zum Beispiel sehr problematisch. Aber das ist eine persönliche Befindlichkeit und ich weiss dass das für einige problematisch ist. Aber auch das sollte eben in unserer Community akzeptiert werden...
Es ist doch nicht schlimm, unterschiedliche Ansichten zu haben. Deshalb finde ich die von Dir genannten Passagen nicht problematisch, sonder sehr passend für die Selbstbeschreibung (diverser) Menschen mit transsexuellem Hintergrund.

MichiWell
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Re: AUGSBURGER: Frau wollte Mann werden: "Ich erkenne mich im Spiegel nicht mehr"

Post 13 im Thema

Beitrag von MichiWell » Do 22. Feb 2018, 22:23

Vincent hat geschrieben:
Do 22. Feb 2018, 13:34
Hallo Michi,
ich habe nicht von 50% Fehlschlägen geschrieben, für die meisten war nach der Transition die Lage besser.
Hallo Vincent,

ja sorry, du hattest das wohl anders gemeint. Deine Formulierung "ebenso oft ein 100%er Erfolg wie ein Desaster" ist dafür jedoch irgendwie unglücklich gewählt.
Vincent hat geschrieben:
Do 22. Feb 2018, 09:08
Aber, dass das ganze Leben wie erträumt danach, zumindest im betroffenen Bereich perfekt war, das war eher die Ausnahme. Und leider musste ich auch miterleben wie alles den Bach runter ging - meistens, weil sich herausgestellt hat, das die Geschlechtsidentität nicht das (einzige) Problem war, das auf der Seele lastete.

Und genau bei diesen Fällen hatte die Gruppe, der ich eine Weile angehörte, in meinen Augen einen deutlichen Einfluss in der Richtung, alles was im Leben der Betroffenen schief lief, auf die Geschlechtsidentität zu schieben.

Ich möchte auch in keiner Weise verallgemeinern, ich schreibe nur über die Meschen und Schicksale, die ich persönlich kenne, und die mir am Herzen liegen.
Schlimm, wenn soetwas passiert, und leider gibt es diese Gruppen. Das habe ich auch nicht bestritten. Dennoch ist das eben nicht der Regelfall.

Liebe Grüße
Michi
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Re: AUGSBURGER: Frau wollte Mann werden: "Ich erkenne mich im Spiegel nicht mehr"

Post 14 im Thema

Beitrag von MichiWell » Fr 23. Feb 2018, 00:01

Jenina hat geschrieben:
Do 22. Feb 2018, 12:56
Michi,

ich weiss auch nicht woran es liegt, aber ich muss hier schon wieder mal einhaken. Denn wir sollten keineswegs übersehen, dass es Probleme gibt bei der Transistion.
Hallo Jenina,

ich bin etwas verwundert, dass du mir grad das um die Ohren haust, was doch bisher zwischen uns Konsens ist. Alles was du schreibst, ist unbestritten existent, schon "tausend Mal" zwischen uns durchgekaut, und deshalb gehe ich auch nicht noch mal darauf ein. Ok, ich habe Vincent falsch verstanden, du mich offensichtlich auch.

Ich kann dir nur (d)einen Rat ans Herz legen, Negativerfahrungen und Probleme nicht überproportional stark wahrzunehmen.


Liebe Grüße
Michi
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Magdalena
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Re: AUGSBURGER: Frau wollte Mann werden: "Ich erkenne mich im Spiegel nicht mehr"

Post 15 im Thema

Beitrag von Magdalena » Fr 23. Feb 2018, 07:21

Hallo,

hier in dem Fall denke ich, viel es schwer mit den Veränderungen zurecht zu kommen. Die klare Einteilung zwischen Mann und Frau ist da eher hinderlich.
Sich im Spiegel nicht mehr zu erkennen ist ein Schock für den betroffenen. Selber merkt man es, wenn man sich zu Beispiel Make-up aufträgt, eine Perücke aufsetzt, und die Veränderung
nach und nach mit verfolgt. Die eine erkennt sich so wie sie immer sein wollte und ist zufrieden, die andere wischt alles wieder ab.
Sind aber, wie Hormonbehandlungen erfolgt, kann man nicht so einfach alles wieder rückgängig machen. Da klafft eine Lücke zwischen eigen Wünschen und Vorstellungen und der Realität.
Das eigene Gefühl passt nicht zu den gerade in Bewegung geratenen Veränderungen. Es ist nicht stimmig. Vielleicht ging es zu Schnell. Andere beklagen, dass es nicht schnell genug geht mit den Veränderungen.
Und sie können es kaum erwarten.
Ich denke es liegt hier im sich Wahrnehmen und zurecht kommen mit der Veränderung des eigenen Körpers. Das dies nicht immer leicht ist, zeigt der Bericht.

Viele liebe Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.

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