Testo gegen Depri (für "Männer")
Testo gegen Depri (für "Männer")

zu den Themen Crossdressing, Transgender, Transident...
Antworten
Jaddy
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 625
Registriert: Fr 24. Okt 2014, 21:38
Geschlecht: Enby
Pronomen: <Name, kein Pronome>
Wohnort (Name): Bremen
Membersuche/Plz: 28000
Hat sich bedankt: 80 Mal
Danksagung erhalten: 570 Mal
Gender:

Testo gegen Depri (für "Männer")

Post 1 im Thema

Beitrag von Jaddy » Do 6. Dez 2018, 21:08

Eine Testosteronbehandlung könnte Männern mit Depressionen helfen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie zürcherischer, deutscher und schwedischer Forscher. In ihrer Untersuchung erwies sich das Hormon als deutlich wirksamer als ein Placebo.
<loriot>Ach!</loriot> ;)

Quelle: https://www.nzz.ch/wissenschaft/depress ... ld.1442584

Elizabeth
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 268
Registriert: Mo 1. Mai 2017, 14:12
Pronomen:
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 595 Mal
Danksagung erhalten: 86 Mal

Re: Testo gegen Depri (für "Männer")

Post 2 im Thema

Beitrag von Elizabeth » Do 6. Dez 2018, 23:35

Danke für Info und Link!
LG Elly

Nicole Doll
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 783
Registriert: Mo 20. Mär 2017, 17:38
Geschlecht: gefühlt weiblich
Pronomen:
Membersuche/Plz: Simmern / Hunsrück
Hat sich bedankt: 440 Mal
Danksagung erhalten: 416 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Testo gegen Depri (für "Männer")

Post 3 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » Fr 7. Dez 2018, 01:23

Hallo,

jetzt dämmert es bei mir. Irgendwie halb Frau und halb Mann und deshalb zu wenig Testosteron. Darum also ständig diese Angst vor allem und am Ende die Verzweiflung. Dann sind meine Bedenken bezüglich einer HET wohl durchaus berechtigt. Mit Testo-Blocker ins Depessionsloch - nein danke! - Kann machen,wer will - ich nicht!

Jetzt ist mir auch klar, warum (nur gefühlt?) meine Brüstchen immer größer werden - ohne HET, versteht sich!

LG Nicole
Jeder glaube an was er will. - Also sprach Zarathustra.

triona
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 763
Registriert: Sa 31. Mär 2012, 01:01
Pronomen:
Wohnort (Name): Aue
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 26 Mal
Danksagung erhalten: 140 Mal

Re: Testo gegen Depri (für "Männer")

Post 4 im Thema

Beitrag von triona » Fr 7. Dez 2018, 02:11

Mich wundert das überhaupt nicht. Ist doch schon lange bekannt, daß Depressionen eine der bekannten Nebenwirkungen von Testo-Blockern (z.B. Androcur, CPA) sind. Da liegt doch der Umkehrschluß nicht weit.


liebe grüße
triona

Ronda_PTL
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 648
Registriert: Mo 15. Jan 2018, 18:29
Geschlecht: PartTimeLady
Pronomen: Kontext bezogen
Wohnort (Name): Franken
Membersuche/Plz: 97xxx
Hat sich bedankt: 1879 Mal
Danksagung erhalten: 543 Mal
Gender:

Re: Testo gegen Depri (für "Männer")

Post 5 im Thema

Beitrag von Ronda_PTL » Fr 7. Dez 2018, 02:28

Jaddy hat geschrieben:
Do 6. Dez 2018, 21:08
Eine Testosteronbehandlung könnte Männern mit Depressionen helfen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie zürcherischer, deutscher und schwedischer Forscher. In ihrer Untersuchung erwies sich das Hormon als deutlich wirksamer als ein Placebo.
<loriot>Ach!</loriot> ;)

Quelle: https://www.nzz.ch/wissenschaft/depress ... ld.1442584
Hi Jaddy,

Danke für den Link zum Artikel. 👍🏼

Als quasi ExperpertIn in eigener Sache, wage ich mal eine vorläufige Beurteilung zu diesem pharmazeutischen Hilfsansatz.

Die Geschichte der Depressionsforschung ist voll von hochfliegenden Erwartungen, brutalen Enttäuschungen und manchmal sogar krassen Fehleinschätzungen, die alsbald widerrufen werden mussten, da sich sogar als kontraproduktiv herausgestellt haben. Zum Leidwesen der von dieser teuflischen Seelenkrankheit, die inzwischen global zu den TOP 5 Erkrankungen gehört -- gepaart mit hohem Sterblichkeits Faktor durch Suizid. 😱

Das gesagt, bin ich wirklich kein absoluter Gegner der Pharmindustrie, denn der Volksseuche Depression in ihren diversen Ausprägungen können wir oftmals nicht OHNE AD Medikamente entgegentreten. Ein schwer depressiv erkrankter Mensch ist idR OHNE AD praktisch nicht zugänglich für andere Methoden, wie bspw der Psychotherpie. Insofern ist jedes neue Mittel einen Versuch wert, erforscht zu werden.

Nur wir müssen dabei immer klar im Blick behalten: "KEINE Wirkung ohne Nebenwirkungen!" Ich verfalle deshalb nicht in Euphorie ob solcher neuer Studien, wenngleich die Logik dies nahelegt. Unsere Stoffwechselprozesse im Hirn / Körper sind so komplex, immer noch nur teilweise verstanden, da sind alle Eingriffe medikamentöser Art stets ein riskantes Unterfangen.

Dass DAS Männlichkeits Hormon Testosteron ein sehr mächtiges Instrument dabei ist, kann jeder Pubertierende leidvoll bestätigen. 🙃☹️😤😫😴🙀

GLG Ronda 🤷🏻‍♀️
"Life is what happens, while you're busy making other plans." [† John Lennon]

!Marie!
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 115
Registriert: Do 6. Sep 2018, 15:56
Geschlecht: trans* w
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Bad Krozingen
Membersuche/Plz: 79115
Hat sich bedankt: 30 Mal
Danksagung erhalten: 82 Mal
Gender:

Re: Testo gegen Depri (für "Männer")

Post 6 im Thema

Beitrag von !Marie! » Fr 7. Dez 2018, 09:19

Hi zusammen,

nun, wie jedes System wird auch das menschliche "System" durch viele feine Einstellungen beeinflusst,
es gilt daher die passende Einstellung zu finden.
Daher kann eine Gabe von Testosteron durchaus bei manchen indiziert sein.

Eine Nebenwirkung kann auftreten, muss sie aber nicht.

Meine Erfahrung für mich mit Androcur, CPA wirkt in der Richtung viel schwächer, ist so:
meine Stimmung ist deutlich aufgehellt und ich fühle mich freier und zufrieden.
Vielen ist aufgefallen, das ich viel viel mehr lache und ich fühl mich deutlich wohler
weil das Testo abgesenkt ist.
Man könnte auch sagen es unterstützt mein wahres Wesen in positiver Hinsicht, denn
ich niedrigerer Dosierung neige ich zu schlechter Stimmung und Unausgeglichenheit.

Ich erkläre mir das in folgender Weise:
meine Grundstimmung ist positiv, wird also durch die richtige Einstellung auch positiv
verstärkt-liegt eine negative oder depressive Einstellung vor wird diese ebenfalls verstärkt.
Das kann man auch bei, ich sage jetzt anderen "Drogen", beobachten weswegen es ziemlich
kontraproduktiv ist eine schlechte Stimmung in Alkohol ertränken zu wollen.

Ich könnte das ganze nun auch mit einem IT-System vergleichen...soll ich, soll ich nicht?
Letztendlich basieren alle technischen Systeme auf menschlichem Denken und funktionieren
deshalb ähnlich-also mache ich mal den Ansatz.
Es gibt die Hardware, Körper, und die Software, Seele Geist.
Beides beeinflusst sich bidirektional...
das heisst ein unguter Einfluss in einer Komponente wirkt sich auf beide aus und
ebenso umgekehrt macht sich ein guter Einfluss bemerkbar.
Was aber für das System richtig ist muss sehr sorgfältig geprüft werden um wie man
so schön sagt, Komorbitäten auszuschliessen. Passiert das nicht ausreichend ist ein
Problem vorprogrammiert. Deshalb ist eine Überwachung der Hard und Software notwendig.
Ebenso wie Tests und manchmal ein Experiment-nicht alle Systeme reagieren gleich.

Sooo ich hoffe, das war einigermassen verständlich dargestellt...wenn nicht, fragt bitte.

Alles Liebe Marie ---)))
I´ve known the wind so cold, i´ve seen the darkest days, but now the winds i feel are only winds of change

Jaddy
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 625
Registriert: Fr 24. Okt 2014, 21:38
Geschlecht: Enby
Pronomen: <Name, kein Pronome>
Wohnort (Name): Bremen
Membersuche/Plz: 28000
Hat sich bedankt: 80 Mal
Danksagung erhalten: 570 Mal
Gender:

Re: Testo gegen Depri (für "Männer")

Post 7 im Thema

Beitrag von Jaddy » Fr 7. Dez 2018, 09:33

Mein Kommentar "<loriot>Ach!</loriot> ;)" bezog sich darauf, dass viele von uns ja live erlebt haben, wie ein abgesenkter T-Spiegel sich auf die Psyche auswirkt. Ich kenne von cis-Freundinnen auch die gelegentliche Nutzung von Testogel, um sich für bestimmte Parties mit Energie zu versorgen. Wie viel Placebo dabei ist kann ich natürlich nicht sagen.

Auf der wortwörtlich anderen Seite braucht man nicht zwingend Testosteron, um glücklich zu sein. Nach meinem subjektiven Eindruck ist die Psyche in einem Östrogen-dominierten Körper aber empfindlicher auf Stimmungen. Eins braucht also mehr und andere Werkzeuge, um runterziehende Impulse abzuwehren oder anders zu verarbeiten.

So richtig blöd scheint es für viele aber zu sein, wenn weder T, noch Ö den Takt angeben. T-Blocker ohne Ö-Zufuhr zum Beispiel. Geht wohl auch ohne Blocker, wenn sich T und Ö die Waage halten, so jedenfalls mein persönliche Empfinden. Ich habe deshalb inzwischen höher dosiert.

!Marie!
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 115
Registriert: Do 6. Sep 2018, 15:56
Geschlecht: trans* w
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Bad Krozingen
Membersuche/Plz: 79115
Hat sich bedankt: 30 Mal
Danksagung erhalten: 82 Mal
Gender:

Re: Testo gegen Depri (für "Männer")

Post 8 im Thema

Beitrag von !Marie! » Fr 7. Dez 2018, 10:05

Jaddy hat geschrieben:
Fr 7. Dez 2018, 09:33
Mein Kommentar "<loriot>Ach!</loriot> " bezog sich darauf, dass viele von uns ja live erlebt haben, wie ein abgesenkter T-Spiegel sich auf die Psyche auswirkt. Ich kenne von cis-Freundinnen auch die gelegentliche Nutzung von Testogel, um sich für bestimmte Parties mit Energie zu versorgen. Wie viel Placebo dabei ist kann ich natürlich nicht sagen
Hi Jaddy,

na wenns schee mocht :D

meine Belastungsgrenzen sind mit abgesenktem Testo psychisch wie physisch deutlich nach oben gegangen.
Das einzige ist, ich habe nicht mehr so viel Kraft in den Händen, Dinge die ich vor einem Jahr zugeschraubt
habe, bekomme ich einfach nicht mehr auf, aber egal. :D

Ich wollte auch nur darstellen, das es für mich positiv ist.
Ja, Stimmungen gehen tiefer und die Werkzeuge zum Verarbeiten passen sich aber an, besonders dann, wenn
liebe Menschen mit Verständnis im Umfeld sind.
Gott bin ich froh darüber!

Alles Liebe Marie ---)))
I´ve known the wind so cold, i´ve seen the darkest days, but now the winds i feel are only winds of change

Sasha
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 257
Registriert: Sa 3. Feb 2018, 08:55
Geschlecht: weiblich (MzF)
Pronomen: sie
Membersuche/Plz:
Hat sich bedankt: 171 Mal
Danksagung erhalten: 113 Mal
Gender:

Re: Testo gegen Depri (für "Männer")

Post 9 im Thema

Beitrag von Sasha » Fr 7. Dez 2018, 10:05

Nicole Doll hat geschrieben:
Fr 7. Dez 2018, 01:23
... jetzt dämmert es bei mir. Irgendwie halb Frau und halb Mann und deshalb zu wenig Testosteron. Darum also ständig diese Angst vor allem und am Ende die Verzweiflung. Dann sind meine Bedenken bezüglich einer HET wohl durchaus berechtigt. Mit Testo-Blocker ins Depessionsloch - nein danke! - Kann machen,wer will - ich nicht!
Ich kann aus eigener Erfahrung dagegenhalten: Ohne Testo (dank Blockern) fühle ich mich seit längerem sehr ausgeglichen, habe wieder Freude am Leben gefunden und bin einfach ich selbst. Vorher war ich ein eher unzufriedener und unglücklicher Mensch, der sein Frau-Sein hinter einer Männer-Maske und Männer-Rolle versteckt hat. Schon seit längerem hege ich den Verdacht, daß das Testo nur für einen bestimmten Zweck gut ist und sonst nur Unfug anrichtet...
Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich (K. Adenauer)
Eigentlich bin ich ganz anders, doch ich komme viel zu selten dazu (Ö. von Horváth)
Das Glück besteht darin, zu leben wie alle Welt und doch anders zu sein (S. de Beauvoir)

Jaddy
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 625
Registriert: Fr 24. Okt 2014, 21:38
Geschlecht: Enby
Pronomen: <Name, kein Pronome>
Wohnort (Name): Bremen
Membersuche/Plz: 28000
Hat sich bedankt: 80 Mal
Danksagung erhalten: 570 Mal
Gender:

Re: Testo gegen Depri (für "Männer")

Post 10 im Thema

Beitrag von Jaddy » Fr 7. Dez 2018, 10:26

Hi !Marie! und sasha,

ich bin ja selber auch viel ausgeglichener als vor der Östrogenzufuhr. Ich fühle mich wohler in meinem Körper und meistens auch mit meiner Umgebung. Das alles würde ich auch nicht missen wollen. Es ist nur ... anders. Mentaler Fokus scheint manchmal schwieriger und ich nehme mir häufiger und früher Auszeiten, wenn mir der soziale Kontext unangenehm wird. Früher habe ich da meinen Unmut deutlicher gezeigt und damit vermutlich mehr destruktiven Einfluss genommen.

Also klar kann man auch ohne oder mit weniger T glücklich und zufrieden sein :)

Die wichtigste Erkenntnis aus dem ganzen Hormonthema, sowohl aus Fachliteratur, wie aus persönlichem Erleben und Gesprächen ist eh, dass es kaum wirklich klare Voraussagen über die psychischen Effekte gibt. Biochemie und Psychologie spielen miteinander und die Ergebnisse sind häufig genug sehr persönlich. Selbst die rein physiologischen Zusammenhänge von Hormonen mit Zuckerstoffwechsel, Vitaminen und anderen Stoffen, die Rückwirkungen auf den mentalen Zustand haben, ist offenbar sehr individuell. Ich persönlich neige deshalb zum testen, probieren, beobachten und anpassen. Schliesslich geht es nicht um formale (Blut)werte, sondern ums Wohlbefinden.

Anja
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 751
Registriert: Di 26. Jan 2016, 09:45
Geschlecht: Transfrau
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Buchholz in der Nordheide
Membersuche/Plz: 21244
Hat sich bedankt: 1080 Mal
Danksagung erhalten: 1010 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Testo gegen Depri (für "Männer")

Post 11 im Thema

Beitrag von Anja » Fr 7. Dez 2018, 11:44

Moinsen (moin)

was ich bereits vor meiner Hormontherapie in Erfahrung bringen konnte, war der Umstand, das sich Testo-Blocker auf die Stiummung auswirken können, wenn sie entsprechend hoch dosiert sind bzw. andersherum, wenn der Testo-Spiegel zu schnell fällt, zieht er die Stimmung mit runter. Deswegen habe ich nur mit Östrogen angefangen und Testo-Blocker erst 4 Monate später genommen. Somit hatte das Östrogen schon etwas Zeit, das Testosteron zu drücken und die "Keule" blieb komplett aus. Ich hatte überhaupt keine Probleme mit der Umstellung.
Wie Jaddy schon sagte, man muss sich wohl fühlen. Ich vertrage 12,5mg/Tag sehr gut und eine Freundin von mir hatte mit 10mg/Tag schon ziemliche Probleme.
Mir ist nicht ganz klar, wo der schlechte Ruf herkommt. Der auch gerade von Transfrauen verteidigt wird, die keine Testoblocker nehmen, also garkeine eigene Erfahrung vorweisen können.
Fängt man entsprechend nidrig dosiert an (z.B. bei 5mg/Tag oder 2,5mg/Tag) dürften die psychischen Auswirkungen sich in Grenzen halten. Und absetzen bzw. reduzieren ist ja auch jederzeit möglich.

In dem Zusammenhang höre ich imme nur von Nebenwirkungen. Aber was ist denn mit den (gewünschten) Wirkungen?
Haarausfall wird gestoppt, Körperbehaarung reduziert, Brustwachstum angeregt und unten rum tritt Ruhe ein. Allgemein wirkt es einer Vermännlichung entgegen.
Die Nebenwirkung auf die Psyche kann man anhand der Dosierung auf ein Minimum reduzieren. Wie gesagt, ich hatte da garkeine Probleme.
Guckt man sich übrigens die Nebenwirkungen des Östrogens an, kann man das ja dann auch gleich lassen.
Zumindest, wenn man den gleichen Ansatz verfolgen will.

Jeder kann nehmen was er möchte. Aber bei Testoblocker immer nur von (gefährlichen) Nebenwirkungen zu sprechen und diese beim Östrogen zu vernachlässigen, halte ich für inkonsequent.

Ich möchte mich nicht operieren lassen, hatte in meinem bisherigen Leben wirklich genug Testosteron... Ich nehme beides Testo-Blocker und Östrogen, freue mich über die (Aus)Wirkungen und habe genauso Respekt vor den Nebenwirkungen. Bei beiden Präparaten.

Für mich ist und bleibt die Hormontherapie ein Zaubermittel. Ich lebe meinen Traum (he)

Grüße
die Anja
"Ein in sich gespaltenes Haus kann keinen Bestand haben"

Cybill
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1832
Registriert: Sa 20. Jun 2009, 18:29
Geschlecht: Wird überbewertet!
Pronomen:
Wohnort (Name): Falkensee
Membersuche/Plz: Berlin
Hat sich bedankt: 380 Mal
Danksagung erhalten: 1147 Mal
Gender:

Re: Testo gegen Depri (für "Männer")

Post 12 im Thema

Beitrag von Cybill » Fr 7. Dez 2018, 15:05

Ich denke, man sollte die Studie zur Kenntnis nehmen, aber das Ergebnis nicht überbewerten. Gerade wenn es um das Thema Depression geht, werden ganz schnell irgendwelche Ergebnisse als neue Ansätze verkauft, die verfrühte Hoffnung machen.

Was sich aktuell in der Depressionsforschung abzeichnet, ist die Erkenntnis, dass die Erkrankung eine Störung des Hirnstoffwechsels ist, für die bei einem großen Teil der Betroffenen eine eindeutige Disposition vorliegt. Es laufen derzeit Langzeitstudien, die mit großen Populationen arbeiten um verlässliche Ergebnisse zu liefern.

Aufgrund der Annahme, dass eine Störung im Gleichgewicht der Botenstoffe, als Ursache für eine depressive Erkrankung gegeben ist, erklärt sich auch das im Beitrag zitierte Ergebnis.
Also...
Schau mer ma, dann segn ma scho!

Cybill
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Ronda_PTL
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 648
Registriert: Mo 15. Jan 2018, 18:29
Geschlecht: PartTimeLady
Pronomen: Kontext bezogen
Wohnort (Name): Franken
Membersuche/Plz: 97xxx
Hat sich bedankt: 1879 Mal
Danksagung erhalten: 543 Mal
Gender:

Re: Testo gegen Depri (für "Männer")

Post 13 im Thema

Beitrag von Ronda_PTL » Sa 8. Dez 2018, 01:00

Cybill hat geschrieben:
Fr 7. Dez 2018, 15:05
Ich denke, man sollte die Studie zur Kenntnis nehmen, aber das Ergebnis nicht überbewerten. Gerade wenn es um das Thema Depression geht, werden ganz schnell irgendwelche Ergebnisse als neue Ansätze verkauft, die verfrühte Hoffnung machen.

Was sich aktuell in der Depressionsforschung abzeichnet, ist die Erkenntnis, dass die Erkrankung eine Störung des Hirnstoffwechsels ist, für die bei einem großen Teil der Betroffenen eine eindeutige Disposition vorliegt. Es laufen derzeit Langzeitstudien, die mit großen Populationen arbeiten um verlässliche Ergebnisse zu liefern.

Aufgrund der Annahme, dass eine Störung im Gleichgewicht der Botenstoffe, als Ursache für eine depressive Erkrankung gegeben ist, erklärt sich auch das im Beitrag zitierte Ergebnis.
Also...
Schau mer ma, dann segn ma scho!

Cybill

Danke Cybill, dass Du diese Tatsachen nochmals aufgreifst. Der Thread zeigt leider bisher, dass da viele Dinge durcheinander gehen: Es ging eben NICHT um die HET für TG/TS/TI für unser Klientel, es ging um DEPRESSIONEN und deren Heilmöglichkeiten, neue Therapieansätze.

Ich kann nur all Deine Bemerkungen unterstreichen.

GLG Ronda 👩🏻🙏🏽
"Life is what happens, while you're busy making other plans." [† John Lennon]

Nicole Doll
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 783
Registriert: Mo 20. Mär 2017, 17:38
Geschlecht: gefühlt weiblich
Pronomen:
Membersuche/Plz: Simmern / Hunsrück
Hat sich bedankt: 440 Mal
Danksagung erhalten: 416 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Testo gegen Depri (für "Männer")

Post 14 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » Mo 10. Dez 2018, 10:57

Sasha hat geschrieben:
Fr 7. Dez 2018, 10:05
Schon seit längerem hege ich den Verdacht, daß das Testo nur für einen bestimmten Zweck gut ist und sonst nur Unfug anrichtet...
.. ja vor allem Unfug wie unangepasstes Verhalten im Straßenverkehr (Platz da, jetzt komm ich!). Wer aber depressiv verstimmt ist, wird durch Testo in seiner Aktivität angeregt. Umgekehrt fällt er tiefer in sein Depressionsloch, wenn er als MzF Testo-Blocker bekommt. Wenn dagegen keine depressive Verstimmung vorliegt, wird es mit weniger Testo ausgeglichener, wie es einige hier als sehr positiv beschreiben.

Wie ist es nun bei mir? Darüber musste ich erst einmal eine Weile nachdenken. Vor meinem Outing war mir alles vollkommen egal geworden. Das Leben hatte seinen Sinn verloren. Ist das jetzt "nur" Verzweiflung oder schon eine Depression? Heraus gerissen hat mich dann ein gutes Stück meine neue Identität als Nicole. Die ist jetzt aber Alltag geworden und die alte Verzweiflung packt mich immer wieder, wenn ich irgend etwas regeln muss. Dann sage ich: Der alte Stinkstiefel meldet sich. Wenn ich mich dann wieder um Nicole kümmere, geht es mir besser.

Ich denke also, da liegt so etwas wie eine depressive Verstimmung vor. Und dann wäre ein niedrigerer Testo-Spiegel sicher nicht zielführend. Ich wäre vielleicht ausgeglichener, also nicht mehr so leicht reizbar und würde weniger wütend herum fluchen und brüllen, bekäme aber dafür den Arsch nicht mehr hoch.

Um zudem irgend etwas bezüglich einer HRT(-Light?) in Bewegung zu setzten (kompetenter Psychotherapeut und Endokrinologe), müsste ich gegen meine Ärzte-Phobie ankämpfen, wonach mir der Sinn überhaupt nicht steht.

LG Nicole
Jeder glaube an was er will. - Also sprach Zarathustra.

Antworten

Zurück zu „Meldungen, Literatur, Filme, Theater, Fernsehsendungen“