Vorstellung (Kinder-) Buch: Kerstin Brichzin: "Der Junge im Rock"
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zu den Themen Crossdressing, Transgender, Transident...
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Dolores59
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Vorstellung (Kinder-) Buch: Kerstin Brichzin: "Der Junge im Rock"

Post 1 im Thema

Beitrag von Dolores59 » Mi 20. Jun 2018, 09:07

In einem anderen Forum entdeckt.

https://www.deutschlandfunkkultur.de/ke ... id=420735#
Was zeigt: Klare Vorstellungen davon, was männlich und was weiblich ist und wer was anziehen soll, müssen immer wieder neu verhandelt werden. Und gerade für Kinder ist es extrem wichtig sich auszuprobieren. Denn nur so finden sie ihren Platz in der Gesellschaft, wissen, wer sie sind und reifen zu stabilen Persönlichkeiten heran – und dazu braucht es Eltern und Erwachsene, die sie darin unterstützen. Zu ignorieren, dass Menschen verschieden sind, ist wieder einmal eins unserer größten gesellschaftlichen Probleme. Insofern ist dieses Kinderbuch ein zutiefst politisches Buch: Mit seiner einfach erzählten Geschichte wirbt es für Toleranz. Ganz wunderbar, Kerstin Brichzin verzichtet völlig auf die Frage nach dem Warum? Es spielt einfach keine Rolle, weshalb Felix einen Rock tragen will. Punkt.
"Nur" ein Buch für Kinder?

LG
Dolores
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Re: Vorstellung (Kinder-) Buch: Kerstin Brichzin: "Der Junge im Rock"

Post 2 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » Mi 20. Jun 2018, 10:35

Hallo Dolores,

da lief kürzlich etwas interessantes im Fernsehen zu diesem Thema. Ich meine, es war das hier:
https://www.crossdresser-forum.de/phpBB ... 34#p205409

Da wurden verschiedene Schulbücher gezeigt, wo sich das feste Rollenschema durch alle Schulfächer hindurch zieht. Beispiel: in einem Mathematikbuch war es etwa so: Mädchen sollten ein Strickmuster berechnen und Jungen die Flugbahn einer Bombe. Es wurde auch gezeigt, dass man bezüglich der Geschlechterrollen Ende der 1970er und Anfang der 1980er bereits viel weiter war als heute. Da trug ein Junge in einem Schulbuch lange Haare und eine rosa Hose. Danach wurde es wieder konservativ: Die Frau steht am Herd und der Mann fährt einen Bagger oder so ähnlich.

LG Nicole
Jeder glaube an was er will. - Also sprach Zarathustra.

Sasha
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Re: Vorstellung (Kinder-) Buch: Kerstin Brichzin: "Der Junge im Rock"

Post 3 im Thema

Beitrag von Sasha » Mi 20. Jun 2018, 11:02

Nicole Doll hat geschrieben:
Mi 20. Jun 2018, 10:35
Es wurde auch gezeigt, dass man bezüglich der Geschlechterrollen Ende der 1970er und Anfang der 1980er bereits viel weiter war als heute. Da trug ein Junge in einem Schulbuch lange Haare und eine rosa Hose. Danach wurde es wieder konservativ...
Hallo Nicole,

ja, das stimmt mit meinen eigenen Beobachtungen ziemlich überein. Ich weiss noch, wie ich zu dieser Zeit 24/7 voll geschminkt Damenkleidung und 4 Ohrringe trug - ohne mir irgendetwas dabei zu denken. An nennenswerte Probleme mit meiner Aussenwelt kann ich mich nicht erinnern (wenn man mal davon absieht, daß vermutlich dessentwegen eine über 5-jährige Beziehung zu Ende ging).

Heute scheint wirklich alles wieder "spießig" geworden zu sein - aber der Druck des derzeitigen Arbeitslebens und die gesellschaftlichen Verwerfungen scheinen das ja geradezu zu erzwingen.

Brave new World...

VG Sasha
Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich (K. Adenauer)
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Re: Vorstellung (Kinder-) Buch: Kerstin Brichzin: "Der Junge im Rock"

Post 4 im Thema

Beitrag von Dolores59 » Mi 20. Jun 2018, 11:06

Im 1. Österreichischen Küchenmuseum gefunden:

Bild

Ein Zeitungsartikel von 2006.
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Re: Vorstellung (Kinder-) Buch: Kerstin Brichzin: "Der Junge im Rock"

Post 5 im Thema

Beitrag von Martin-a » Mi 20. Jun 2018, 11:21

Sasha hat geschrieben:
Mi 20. Jun 2018, 11:02

Heute scheint wirklich alles wieder "spießig" geworden zu sein - aber der Druck des derzeitigen Arbeitslebens und die gesellschaftlichen Verwerfungen scheinen das ja geradezu zu erzwingen.

Brave new World...

VG Sasha
Hallo Sacha

Während die Jungen noch progressiv sind, werden die Leute, je älter sie werden, um so spiessiger. Das liegt effektiv daran, weil die Leute, je älter sie werden, umso mehr Angst um den Arbeitsplatz und Status haben. Heute wo schon 45+ jährige auf H4 oder Sozialamt entsorgt werden, ist das kein Zuckerschlecken. Am liebsten würde man die Menschen gleichschalten (beim Mann schon sehr fortgeschritten) nach einer Standard Industrie Norm (SIN). Und da sind Andersdenkende und Querdenkende (dazu gehören auch T*/CD/RT/KT/DWT/TZF) unerwünscht.

LG Martin-a
Eigentlich schwimme ich nicht gegen den Strom. Ich stehe am Rand des Stromes und schaue den anderen Normalos zu, wie sie der Masse hinterherschwimmen und der erste in einem Wettbewerb sein wollen, den sie nicht gewinnen können.

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Re: Vorstellung (Kinder-) Buch: Kerstin Brichzin: "Der Junge im Rock"

Post 6 im Thema

Beitrag von Dolores59 » Mi 20. Jun 2018, 11:43

Während die Jungen noch progressiv sind, ............
Ist "die" heutige Jugend wirklich so progressiv?
........... werden die Leute, je älter sie werden, um so spiessiger
Wirklich "die" Leute?
Das liegt effektiv daran, weil die Leute, je älter sie werden, umso mehr Angst um den Arbeitsplatz und Status haben.
Bis zu einem gewissen Alter mag das wohl sein. Am Ende der Karriere (EDEKA) spielt das, wenigstens bei mir, eine immer geringere Rolle. Dafür muss man sich freilich von der Betriebsregel Nummer 1 ("Das haben wir immer so gemacht") lösen.

Nebenbei: Nichts wird in Deutschland so gepflegt wie Vorurteile (Achtung, diese Aussage könnte ein Vorurteil sein).

Mein stärkstes Vorurteil: Ich habe keine Vorurteile. :wink:

LG
Dolores
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Re: Vorstellung (Kinder-) Buch: Kerstin Brichzin: "Der Junge im Rock"

Post 7 im Thema

Beitrag von Sasha » Mi 20. Jun 2018, 11:55

Dolores59 hat geschrieben:
Mi 20. Jun 2018, 11:43
...
Nebenbei: Nichts wird in Deutschland so gepflegt wie Vorurteile (Achtung, diese Aussage könnte ein Vorurteil sein).
Mein stärkstes Vorurteil: Ich habe keine Vorurteile. :wink:
schöne Formulierungen!

P.S. ich lese "...die Leute..." immer als den "Durchschnitt" oder ggfls. als die "Mehrheit", nicht als "Alle ohne Ausnahme" - schmunzel
Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich (K. Adenauer)
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Re: Vorstellung (Kinder-) Buch: Kerstin Brichzin: "Der Junge im Rock"

Post 8 im Thema

Beitrag von Martin-a » Mi 20. Jun 2018, 12:19

Sasha hat geschrieben:
Mi 20. Jun 2018, 11:55
Dolores59 hat geschrieben:
Mi 20. Jun 2018, 11:43
...
Nebenbei: Nichts wird in Deutschland so gepflegt wie Vorurteile (Achtung, diese Aussage könnte ein Vorurteil sein).
Mein stärkstes Vorurteil: Ich habe keine Vorurteile. :wink:
schöne Formulierungen!

P.S. ich lese "...die Leute..." immer als den "Durchschnitt" oder ggfls. als die "Mehrheit", nicht als "Alle ohne Ausnahme" - schmunzel
Hallo Sasha

Genau wie Dein PS ist es auch gemeint. Viele vermeintliche “Spinner“ haben die Welt vorwärts gebracht.

Das mit den Vorurteilen gilt auch für die Schweiz und Österreich.

LG Martin-a
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Re: Vorstellung (Kinder-) Buch: Kerstin Brichzin: "Der Junge im Rock"

Post 9 im Thema

Beitrag von Vincent » Mi 20. Jun 2018, 15:35

Hallo Martin-a!
Martin-a hat geschrieben:
Mi 20. Jun 2018, 11:21
Während die Jungen noch progressiv sind, werden die Leute, je älter sie werden, um so spiessiger. Das liegt effektiv daran, weil die Leute, je älter sie werden, umso mehr Angst um den Arbeitsplatz und Status haben.
Was Du schreibst, widerspricht meiner Erfahrung.
Ich erlebe gerade die Jungen als sehr angepasst und Regelkonform - andere Regeln wie zu meiner Zeit, aber Abweichungen sind heutzutage ein größerer Faupax als in meiner Jugend.
Ältere machen das was sie schon immer gemacht haben, weil sie es immer schon so gemacht haben, sehen aber eher darüber hinweg, wenn der Mitmensch etwas anders macht.

Vielleicht erlebst Du in deinem Umfeld aber ganz andere Leute, oder nimmst sie anders wahr?
LG

Vincent

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Re: Vorstellung (Kinder-) Buch: Kerstin Brichzin: "Der Junge im Rock"

Post 10 im Thema

Beitrag von Magdalena » Mi 20. Jun 2018, 19:48

Hallo,

sicher ein interessantes und wichtiges Buch. Nur wer entscheidet, ob es einen Platz im heimischen Bücherregal findet! Bei sehr konservativen Familien wird es eher weniger der Fall sein.

Die Rollen werden doch in den meisten Familien vorgelebt. Schwer ist es oft aus dieser Rolle auszubrechen. Selbst bei der Berufswahl wird gerne auf Berufe nach Geschlecht ausgewählt. Die Industrie versucht zwar mir einem Girlsday auch typische Männerberufe für Mädchen interessant zu machen.
Aber einen Boysday der typische Frauenberufe auch für Männer vorzustellen, kenne ich nicht.

Und noch etwas möchte ich anfügen. Wäre es Normalität, dass Jungs und Männer problemlos in der Öffentlichkeit Röcke tragen können, vielleicht wäre ich nie zu diesem Forum gestoßen. Oder es gäbe dieses Forum in der Form vieleicht nicht.

Viele liebe Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.

Lea92
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Re: Vorstellung (Kinder-) Buch: Kerstin Brichzin: "Der Junge im Rock"

Post 11 im Thema

Beitrag von Lea92 » Mi 20. Jun 2018, 20:38

Ich lese immer wieder, dass sich Leute gegenüber anderen dadurch profilieren wollen, dass sie angeben, keine Vorurteile zu haben. Bullshit. Solche Leute lügen sich in erster Linie selbst an und haben vor allem eines: Angst. Angst davor, doch nichts besseres als alle anderen zu sein. Jeder Mensch hat Vorurteile, selbst der Dalai Lama. Das ist aber auch gar nichts schlimmes, denn ohne das, was Vorurteile erzeugt, wäre der Mensch gar nicht lebensfähig: Den Zwang des menschlichen Gehirns, zu kategorisieren und zu vereinfachen. Ich halte es für überaus gefährlich, zu sagen, man hätte keine Vorurteile und das auch selbst zu glauben. Denn dadurch verdrängt man die Vorurteile, die man tatsächlich hat. Man mag meinen, es sei gefährlicher, sich von seinen Vorurteilen leiten zu lassen, als die, die man hat, zu verdrängen. In meinen Augen ist jedoch beides falsch: Man muss seine Vorurteile annehmen, aber gleichzeitig ergründen, woher sie kommen. Wenn man weiß, woher die Vorurteile, die man gegen einen Menschen oder eine Gruppe hat, kommen, ist es auch einfacher, diesen Menschen unabhängig davon zu beurteilen. Dies bedeutet dann aber nicht, dass das Vorurteil selbst weg ist, sondern lediglich, dass es für den Umgang mit diesem Menschen keine Rolle spielt.
Körper ganz Mann, Kopf halb Mann, halb Frau, doch auch eine halbe Frau braucht auch Freiheiten und will sich gelegentlich mal zeigen.

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