Programmhinweis für Samstag, 17.Februar 2018
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zu den Themen Crossdressing, Transgender, Transident...
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Johanna Dornal
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Programmhinweis für Samstag, 17.Februar 2018

Post 1 im Thema

Beitrag von Johanna Dornal » Di 13. Feb 2018, 20:34

Liebe ForumsteilnehmerInnen,

am kommenden Samstagabend gibt es es auf VOX eine Doku über Transmenschen. Titel: "Mann oder Frau - Leben im falschen Körper". Beginn 20.15 , Dauer bis 0.50 Uhr.

LG
Johanna

sbsr
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Re: Programmhinweis für Samstag, 17.Februar 2018

Post 2 im Thema

Beitrag von sbsr » Mo 19. Feb 2018, 14:22

Zunächst muss ich sagen, ich habe nur Ausschnittweise rein geschaut. Im ganzen war es mir zu langatmig. Das heißt, falls im folgenden etwas falsch ist, weil ich den entsprechenden Teil nicht gesehen habe, korrigiert mich bitte (888)

Wie schon der Titel sagt, ging es ausschließlich um "richtige" Trans Menschen, ich als Crossdresser fühle mich unter-repräsentiert. Ich würde mir wünschen, dass bei 4 Stunden Sendezeit auch mal eine Abhandlung kommen würde, welche Formen und Ausmaße von Trans es gibt. Man könnte/sollte zeigen, dass nicht für alle ein 100% Leben erstrebenswert ist.
Auch in dem Vortrag von Barian Buschbaum, von dem ein kurzer Ausschnitt gezeigt wurde, kam das überraschend deutlich rüber. Sinngemäß: Es gibt einen Unterschied zwischen Transsexualität, Trans-Identität und sexueller Orientierung. Daneben gibt es Travestie, das hat damit aber nichts zu tun.

Was sehr gut vermittelt wurde, dass Trans Menschen voll gesellschaftsfähig sind, ganz normal im Leben stehen, Arbeiten gehen, Freunde und Hobbys haben. Manchmal kommt es einem ja doch so vor, als hätte der gemeine Bürger Angst, Trans könnte ansteckend sein. Da können solche Dokus definitiv helfen, ein Verständnis in der Gesellschaft zu schaffen.

Passt jetzt nicht wirklich hier rein, aber jetzt schreibe ich schon mal hier und möchte kein extra Thema aufmachen. Da VOX sich offensichtlich auf das Thema Trans einlässt, wäre eine Folge CD Shopping Queen mal spannend :D
LG, Svenja

Kann bitte jemand die deutsche Sprache wieder geschlechtsneutral machen? Mit "Arbeitnehmern" sind auch Frauen gemeint!

Semele
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Re: Programmhinweis für Samstag, 17.Februar 2018

Post 3 im Thema

Beitrag von Semele » Mo 19. Feb 2018, 16:14

sbsr hat geschrieben:
Mo 19. Feb 2018, 14:22
Im ganzen war es mir zu langatmig.
Langatmig vielleicht für diejenigen, die sich nicht 100%ig angesprochen fühlen. Für Betroffene würde ich eher das Adjektiv erschöpfend verwenden.
Der Umfang der Sendung war tatsächlich gigantisch. Insbesondere die GAOP wurde bis ins kleinste unappetitliche Detail erläutert, sodass ich diese Abschnitte überspringen musste, um nicht das Abendessen auf dem Sofa zu verteilen. Momentan bin ich pubertätsbedingt zu emotional für derartige Dinge und muss mich ganz langsam rantasten. Dazu gab die Reportage allerdings keine Gelegenheit, denn kaum hatte man sich versehen, ging es rein in den OP und zu schonungslosen ärztlichen Erläuterungen über die Vorgehensweise, denen wohl an Deutlichkeit nichts mehr hinzuzufügen war.
Wer das als CIS- oder Trans* ohne Magenentleerung in Gänze anschauen konnte, hatte die beste Bestätigung, dass die GAOP kein Spaziergang ist und folglich alle Menschen, die diesen Weg konsequent gehen, das ganz sicher nicht aus einer Laune heraus tun. Das wurde m.E. durch die drastische Darstellung absolut klar gemacht.
sbsr hat geschrieben:
Mo 19. Feb 2018, 14:22
Wie schon der Titel sagt, ging es ausschließlich um "richtige" Trans Menschen, ich als Crossdresser fühle mich unter-repräsentiert. Ich würde mir wünschen, dass bei 4 Stunden Sendezeit auch mal eine Abhandlung kommen würde, welche Formen und Ausmaße von Trans es gibt. Man könnte/sollte zeigen, dass nicht für alle ein 100% Leben erstrebenswert ist.
Ich denke, dass es nur eine Frage der Zeit sein dürfte, bis es auch über CD ausführliche Reportagen gibt. Die Gesellschaft öffnet sich doch erst seit ein paar Jahren überhaupt der Thematik, sodass die mediale Aufklärung gerade in Schwung gekommen ist.
Es gab allerdings einige Hinweise auf CD-Tatbestände in der Vergangenheit der begleiteten Menschen. Die Frau mit den drei Kindern und dem Ziegenhof war damals mit ihrer Partnerin im Dunkeln in FSH mit dem Kinderwagen auf dem Acker unterwegs und irgendeine Mutter berichtete, dass damals ständig ihre FSH verschwunden waren. Allerdings ist darauf nicht weiter eingegangen worden, inwieweit sich CD zu Transidentität entwickelt hatte.
sbsr hat geschrieben:
Mo 19. Feb 2018, 14:22
Sinngemäß: Es gibt einen Unterschied zwischen Transsexualität, Trans-Identität und sexueller Orientierung. Daneben gibt es Travestie, das hat damit aber nichts zu tun.
Dennoch war nach meinem Empfinden das Wort Transsexualität fürchterlich überrepräsentiert. Das ist mir als Einziges in der Reportage sehr negativ aufgestoßen. Selbst nachdem der Chirurg über die Falschheit des veralteten Begriffs zugunsten von Transidentität in sehr präzisen Worten aufgeklärt hatte, sprachen er und auch die Betroffenen ohne Unterlass weiter von Transsexualität. Das nervte ziemlich.
Auf diese Art wird es kaum gelingen, den Begriff irgendwann mal ausschließlich dafür zu verwenden, wozu er dient: der Benennung von Transsexualität.
sbsr hat geschrieben:
Mo 19. Feb 2018, 14:22
Was sehr gut vermittelt wurde, dass Trans Menschen voll gesellschaftsfähig sind, ganz normal im Leben stehen, Arbeiten gehen, Freunde und Hobbys haben. Manchmal kommt es einem ja doch so vor, als hätte der gemeine Bürger Angst, Trans könnte ansteckend sein. Da können solche Dokus definitiv helfen, ein Verständnis in der Gesellschaft zu schaffen.
Dennoch hätten hier auch die negativen Seiten nicht so harmlos dargestellt werden dürfen. Die junge Frau, die von ihren Eltern ins Heim gesteckt werden sollte, hätte sicher die ein oder andere Story liefern können, die betroffen macht und gerade Eltern und Partner_innen vielleicht zum Nachdenken gebracht hätte, was sie mit ihrer totalen Ablehnung dem ehemals geliebten Menschen antun. Es wurde ja mehrfach klargemacht, dass Transidentität keine Laune ist und sich das keiner der Betroffenen ausgesucht hat. Dennoch scheint es etlichen Angehörigen nur recht und billig zu sein, sich wegen geouteter Transidentität gnadenlos zu rächen und den Menschen unter falschen Anschuldigungen systematisch auszugrenzen, zu beleidigen und den gemeinsamen Kindern zu entfremden. Es hat nicht jede so eine Partnerin wie die Frau mit dem Ziegenhof.
Zu diesem Fall kam es mir auch leider viel zu seicht zur Sprache, dass die Frau aufgrund ihres Coming Outs den Job verlor, weil sie angeblich den Kund_innen nicht mehr zugemutet werden konnte. Nicht jede hat ausreichend Kapital, um dann eben mal schnell auf Milchbauernhof umzusatteln. Andere haben kein Einkommen mehr und landen im Schlimmstfall auf der Straße. Dazu mag man sich die Expertise zur Benachteiligung von
Trans*Personen, insbesondere im Arbeitsleben

http://www.transinterqueer.org/download ... sleben.pdf
zu Gemüte führen.

Es gab auch eine Menge interessanter Nebeninformationen, z.B. dass der Chirurg wöchentlich zwei neue GAOP durchführt, was über die Jahre hochgerechnet schon eine nicht unwesentliche Anzahl ergibt, dass sich das Bezirksamt Lichtenberg nicht ins Hemd macht, seiner frischgebackenen Leiterin der Naturschutzbehörde einen neuen Dienstausweis entsprechend ihrer Identät auszustellen, mit dem sie hoheitliche Aufgaben wahrnehmen kann, lange bevor der schikanöse Wahnsinn einer VÄ/PÄ überhaupt beantragt worden ist.
Leider wurde auf die gesamte rechtliche Thematik überhaupt nicht eingegangen. Das hätte angesichts des zeitlichen Umfangs noch hineingehört, um einfach mal öffentlich zu machen, mit was für entwürdigenden, aberwitzigen Situationen Menschen mit falschen Papieren und falscher Geburtsurkunde immer wieder konfrontiert werden und welche sinnlosen Kämpfe so ganz nebenbei der Transition deshalb auszustehen sind, die längst als menschenrechtsverletzend auf staatlicher Ebene benannt wurden, ohne dass Änderungen in Sicht wären.

Aber wenn man sich vor Augen hält, dass 1944 Trans* systematisch vergast, in den 70ern mit brutalen Elektroschocks "behandelt" und in den 80ern unverrückbar und zweifelsfrei als "Krankheit" deklariert wurden, stellt so eine Dokumentation zweifellos einen enormen Fortschritt in die richtige Richtung dar.

MichiWell
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Re: Programmhinweis für Samstag, 17.Februar 2018

Post 4 im Thema

Beitrag von MichiWell » Mo 19. Feb 2018, 21:00

Sorry, diesen Thread hatte ich übesehen, und an anderer Stelle zur Sendung schon folgendes gepostet:
MichiWell hat geschrieben:
Sa 17. Feb 2018, 22:30
Hallo Satinxsilk,

danke für den Hinweis, habe ihn grad noch rechtzeitig gesehen.

Ich finde die Sendung bis jetzt sehr gut gemacht.

Die vielen Punkte, die hier im Forum oft kritisiert wurden, z.B. "Geschlechtsumwandlung" statt richtigerweise von Geschlechtsangleichung zu sprechen, wurden beachtet.
Das muss man auch mal anerkennen. (yes)

Die "gerade" eben verabreichte erste Testosteronspritze des jungen Transmannes Andi hat mich allerdings schmerzlich an meine Kindheit erinnert. Die Ärzte waren damals wohl der Meinung, dass ich nicht schnell genug in die Pubertät kommen würde. Die Folgen: Starker Haarwuchs am ganzen Körper, besonders im Gesicht, womit ich bis heute zu kämpfen habe. Ich war damals so 12-13, und noch recht klein ... wachstumsmäßig eher ein Spätstarter wie mein Vater.

So, nun geht es weiter ...

Ach jeh ... jetzt hat Andi grad selbst gesagt, dass er sich "umwandeln" lassen will. :o
und
MichiWell hat geschrieben:
So 18. Feb 2018, 00:56
Noch zwei Gedanken aus der Sendung ....

Transmann Leo mit Blick auf seine Behandlungen und OPs: "Das macht kein Mensch einfach so aus einer Laune heraus."

Ein wichtiger Punkt, der auch angesprochen wurde:
Die Angehörigen, die als Co-Transsexuelle sehr oft damit konfrontiert sind, Außenstehenden erklären zu müssen, was mit den Betroffenen los ist, ohne dass sie es selbst so richtig wissen und verstehen können.
Ich fand die Sendung insgesamt sehr gelungen. Aber wie so oft gingen die Meinungen mal wieder weit auseinander, und es gab gefühlt viel Unzufriedenheit.


Liebe Grüße
Michi
Der moderne Mensch ist leicht zu lenken, aber nur schwer zu etwas zu bewegen. (Ernst Ferstl)

Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie. (Aldous Huxley)

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Re: Programmhinweis für Samstag, 17.Februar 2018

Post 5 im Thema

Beitrag von heike65 » Mo 19. Feb 2018, 21:53

Ich hab zwar die letzten 1 1/2 stunden verpasst da zu müde, das werde ich noch nachholen, aber ich fand die sendung gut und hab ein paar neue Dinge erfahren.

Liebe Grüsse

Heike
Zuletzt geändert von heike65 am Mo 19. Feb 2018, 22:39, insgesamt 1-mal geändert.

JanaH
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Re: Programmhinweis für Samstag, 17.Februar 2018

Post 6 im Thema

Beitrag von JanaH » Mo 19. Feb 2018, 22:33

ich hab bei Heike bis ca 23 Uhr durchgehalten, musste dann aber noch nach hause fahren.
Ich fand es gut, aber man hätte durchaus manches schneiden können, da hat mir ein bisschen das Maß gefehlt. (ap)

BiancaC
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Re: Programmhinweis für Samstag, 17.Februar 2018

Post 7 im Thema

Beitrag von BiancaC » Di 20. Feb 2018, 04:42

Anbei ein LInk vom Spiegel mit einem sehr guten Fazit ,wie Ich meine :

https://www.focus.de/kultur/kino_tv/foc ... 81890.html
Fazit: Fünf Stunden Transsexualität sind wirklich lang. Andererseits nimmt sich der Film viel Zeit, hört hin, lässt seine Protagonisten in Ruhe zu Wort kommen. Und kommt auch deshalb ohne schlichte Kommentierung und Voyeurismus aus. Das ist dem Thema mehr als angemessen.
VG Bianca
wer rächtschreibfeler findet darf sie behalten !

biene38
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Re: Programmhinweis für Samstag, 17.Februar 2018

Post 8 im Thema

Beitrag von biene38 » Di 20. Feb 2018, 07:32

ich habe mir diese Sendung ebenfalls angesehen, über die Mediathek, zum Schluss hin habe ich dann einiges übersprungen, da es auch mir zu langatmig war.
Was bei mir immer wieder ankommt, es geht vor allem um Stereotype, Geschlechterrollen und die Zementierung derer. Transmänner, die sich männlicher geben wollen/müssen als Bio-Männer und Transfrauen, die nun endlich die weibliche Geschlechterrolle ausleben dürfen, Röcke, Kleider, Strumpfhose, Nagellack und lange Haare. Schon als Kind die Strumpfhosen der Mama gemopst, das kommt vermutlich sehr vielen von uns bekannt vor. Oder "endlich bekomme ich als Frau die Aufmerksamkeit, die ich als Mann nicht bekommen habe".
Und tragisch finde ich vor allem das Schicksal der (älteren) Transfrauen, denen offensichtlich das Passing nicht gelingen mag, und dadurch vermutlich ein leben lang mit Akzeptanzproblemen zu kämpfen haben, mit all den Folgen, sozial wie finanziell.
Ich sehe es eher feministisch, weg mit den Geschlecherrollen, und viele dieser Schicksale könnten auch anders verlaufen. Denn wirklich glücklich wirkten die wenigsten auf mich.

Svetlana L
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Re: Programmhinweis für Samstag, 17.Februar 2018

Post 9 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Di 20. Feb 2018, 08:03

BiancaC hat geschrieben:
Di 20. Feb 2018, 04:42
Anbei ein LInk vom Spiegel mit einem sehr guten Fazit ,wie Ich meine :
Ja, der Artikel fasst die Doku gut zusammen und das Fazit spricht für sich. Schlimm fand ich (im Film und im Artikel) zum Beispiel die Aussage, dass Deana nicht mehr als Versicherungsmaklerin arbeiten durfte. Und auch, dass Ehepartner_innen nicht mit der Veränderung klarkommen, wie am Beispiel von Doris gezeigt wurde. Das sind so die widrigen äußeren Umstände, die krank machen, nicht die Transgeschlechtlichkeit an sich. Alle gezeigten Menschen im Umfeld der Protagonisten waren sehr aufgeschlossen für das Thema. Was mir fehlt, wäre eine Umfrage que(e)rbeet durch alle Bevölkerungsschichten, um aufzuzeigen, wie aufgeschlossen die Gesellschaft tatsächlich für das Thema ist. Da könnte es also noch eine Fortsetzung geben (muss ja nicht wieder fünf Stunden lang sein :lol: ).

Ich sehe für mich selbst viele Parallelen zur Familie von Deana, da meine Frau auch nicht weggelaufen ist und meine (ebenfalls drei) Kinder ihre Väterin ebenfalls voll akzeptieren. Nur im Job hatte ich vielleicht etwas mehr Glück als Deana. Auch sonst kann ich mich über Akzeptanzprobleme (biene38: Ich zähle mich mal zu den älteren trans*-Frauen) nicht beschweren. Meine Auffassung dazu ist, dass, wenn man mit sich selbst im Reinen ist und das dann auch nach außen hin lebt, die Akzeptanz von selbst kommt. Passing-Fragen, die ich sowieso als völlig überbewertet einordne, treten dann in den Hintergrund.
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

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Re: Programmhinweis für Samstag, 17.Februar 2018

Post 10 im Thema

Beitrag von Anja » Di 20. Feb 2018, 09:46

Moinsen,

ich habe die Sendung aufgezeichnet, da ja vorher schon bekannt war, wie lang die gehen würde. Außerdem gucken wir keine Werbung. Und so kann man die lästigen Werbeblöcke einfach vorspulen. Nun gucke ich die Doku abends häppchenweise (je nachdem, wieviel Zeit uns noch bleibt) mit meiner Frau.
Was mir immer wieder auffällt, auch schon damals, als die Reportage über meine Familie und mich in der Eltern erschien. Immer gibt es viele Leute, die der Meinung sind, das man es anders hätte machen können, besser hätte machen können, das dieses und jenes fehlt und - wie immer - es wird sich mal wieder an Begrifflichkeiten aufgehangen.
Dazu fällt mir nur ein: Dann macht es doch besser! Andere zu kritisieren ist leicht...

Ich persönlich finde, wir haben ca. die Hälfte der Doku inzwischen gesehen, das die Doku recht gut gemacht ist. Ein ausgewogenes Verhätnis zwischen Transmännern und Transfrauen, viele Probleme wurden angesprochen, Ärzte interviewt usw.
Da gab es in der Vergangenheit wirklich schon Schlechteres...

@sbsr
Ich habe vor einigen Jahren mal eine interessante Doku zum Thema Crossdresser gesehen. Vielleicht gefällt sie dir bzw. den Mitlesern ja auch. Auf die Schnelle fand ich folgenden Link:
https://vimeo.com/86001787
Das mit dem Einbetten hab ich nicht hinbekommen.

Grüße
die Anja
*staatlich geprüfte Frau*

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Re: Programmhinweis für Samstag, 17.Februar 2018

Post 11 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Di 20. Feb 2018, 12:19

Anja hat geschrieben:
Di 20. Feb 2018, 09:46
Was mir immer wieder auffällt, auch schon damals, als die Reportage über meine Familie und mich in der Eltern erschien. Immer gibt es viele Leute, die der Meinung sind, das man es anders hätte machen können, besser hätte machen können, das dieses und jenes fehlt und - wie immer - es wird sich mal wieder an Begrifflichkeiten aufgehangen.
Dazu fällt mir nur ein: Dann macht es doch besser! Andere zu kritisieren ist leicht...
Warum so empfindlich? Das ist doch vollkommen klar, gibst du zehn Menschen den Auftrag eine fünfstündige Doku über trans*, einen Artikel über Familie xyz, ... zu machen, dann kommen dabei mit Sicherheit zehn völlig unterschiedliche Filme, Artikel, ... heraus. Sieh es doch nicht als Kritik, sondern lediglich als Anmerkung, Diskussionsbeitrag oder als Anregung fürs nächste Mal.

P.S.: Die "Eltern" hatten wir mal vor Jahrzehnten auch immer gekauft. Gibt es "deinen" Artikel noch irgendwo zu lesen? Würde mich schon interessieren.
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

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Re: Programmhinweis für Samstag, 17.Februar 2018

Post 12 im Thema

Beitrag von Anja » Di 20. Feb 2018, 12:39

Hallo Svetlana,

ich bin nicht empfindlich.
Ich habe die Kritik bezüglich meiner Reportage damals am eigenen Leib erfahren. Ohne das die Kritiker wissen, was da an Arbeit drinsteckt, wird immer nur auf (in ihren Augen) Fehlern rumgepickt. Und wenn jemand einen Artikel schreibt oder einen Film zu unserem Thema macht, gibts immer Kritik. Und das ärgert mich, weil da jemand viel Arbeit reingesteckt hat. Die Kritik kommt dann aber von Leuten, die man nicht in Artikeln oder Fernsehsendungen findet.
Mich erinnert solch Verhalten immer an die Zuschauer beim Fußball. Sie alle wissen besser, was der Fußballprofi hätte machen sollen, aber die meisten haben schon Seitenstechen, wenn sie ein Mal über die Platz laufen würden...
Was ich damit sagen will, kritisieren können sie, aber selbst etwas (besseres) hinbekommen? Eher nicht.
Ich finde es halt nicht sonderlich fair, die Arbeit anderer zu kritisieren, wo man als Betroffener selbst genau weiß, da man sich nicht einmal unter uns mit den Begrifflichkeiten einig ist...

Wenn du mir eine eMail Adresse nennst, kann ich dir die Reportage gerne als PDF zusenden.

Grüße
die Anja
*staatlich geprüfte Frau*

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Re: Programmhinweis für Samstag, 17.Februar 2018

Post 13 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Di 20. Feb 2018, 13:05

Moin,

so eine Kritik kann sehr verletzend sein - und sie stammt in den meisten Fällen von Menschen, die sich noch nie auf das Glatteis begeben haben,
ein Interview zu geben.
Dabei haben uns die vielen persönlichen Berichte und Filme sicherlich dabei geholfen, eigene Wege zu gehen und andere Wege zu verstehen*.

Gruß
Anne-Mette

*verstehen - nicht nachlaufen

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Re: Programmhinweis für Samstag, 17.Februar 2018

Post 14 im Thema

Beitrag von biene38 » Di 20. Feb 2018, 13:19

Hallo Anja,
ich muss doch hoffentlich nicht mit allem übereinstimmen, auch wenn es viel Arbeit gemacht hat, und darf dann auch meine Meinung dazu kundtun, oder?
Denn ich sehe diese Entwicklung eher kritisch, dass man ständig den Eindruck vermittelt bekommt, man könne mittels Hormone und Skalpell alles anpassen, auch Menschen an die Geschlechterrollen (anstatt dass man die Geschlechterrollen an die Menschen anpasst, was eigentlich viel sinnvoller wäre)....Ärzte und Pharmaindustrie werden sich dieser Entwicklung mit Sicherheit nicht entgegenstellen.
Und dennoch bin ich der Meinung, dass jeder mit seinem Körper machen darf, was er will, wenn er sich dadurch wohler fühlt.

Anja
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Re: Programmhinweis für Samstag, 17.Februar 2018

Post 15 im Thema

Beitrag von Anja » Di 20. Feb 2018, 13:55

Moinsen,
biene38 hat geschrieben:
Di 20. Feb 2018, 13:19
Hallo Anja,
ich muss doch hoffentlich nicht mit allem übereinstimmen, auch wenn es viel Arbeit gemacht hat, und darf dann auch meine Meinung dazu kundtun, oder?
Ich verbiete keinem die Meinung zu sagen, immerhin haben wir ja Meinungsfreiheit. Ich wollte mit meinen Beiträgen nur mal zum Nachdenken anregen...
biene38 hat geschrieben:
Di 20. Feb 2018, 13:19
Denn ich sehe diese Entwicklung eher kritisch, dass man ständig den Eindruck vermittelt bekommt, man könne mittels Hormone und Skalpell alles anpassen, auch Menschen an die Geschlechterrollen (anstatt dass man die Geschlechterrollen an die Menschen anpasst, was eigentlich viel sinnvoller wäre)....Ärzte und Pharmaindustrie werden sich dieser Entwicklung mit Sicherheit nicht entgegenstellen.
Das verstehe ich nun garnicht.
Um das mal auf mich zu beschränken. Ich passe meinen Körper nicht an um einer Geschlechterrolle gerecht zu werden, ich kann auch als Frau leben, ohne körperliche Anpassungen vornehmen zu lassen. Alles, was ich körperlich verändere, tue ich ausschließlich für mich, damit ich mich besser fühle. Das hat mit meiner sozialen Rolle nichts zu tun.
Egal wie leicht es Transmenschen in Zukunft haben werden die soziale Rolle des gefühlten Geschlechts auszuleben, so wird doch trotzdem immer ein großer Teil von Ihnen körperliche Veränderungen wünschen. Ich fühlte mich ja in meinem Körper nicht zu Hause. Die soziale Rollenänderung vom Mann zur Frau ist nur die logische Konsequenz, wenn ich meinen Körper, mein Aussehen einer Frau annähere, aber auch hier gibt natürlich wieder Ausnahmen (die die Regel bestätigen).

Ich werde nicht von äußeren Umständen gedrängt mich anzupassen, der Wunsch kommt aus mir selbst heraus.

Grüße
die Anja
*staatlich geprüfte Frau*

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