Broschüre Geschlechtliche Vielfalt
-
Anke
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1412
- Registriert: Mo 2. Jun 2014, 17:14
- Geschlecht: Weiblich
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Waldenbuch
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 1 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Broschüre Geschlechtliche Vielfalt
Hallo,
das Familienministerium hat eine Broschüre zum Thema "Geschlechtliche Vielfalt" veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine Aufsatzsammlung aus verschiedenen Wissenschaftlichen Disziplinen.
http://www.queer.de/detail.php?article_ ... m=facebook
Interessant ist dabei auch ein Untertitel auf dem Deckblatt:
[u"]Begleitforschung zur Interministeriellen Arbeitsgruppe Inter- & Transsexualität"[/u]
Damit gehört dieses Heft zu den Materialien, mit denen sich die IMAG beschäftigt. Was ich da lese, stimmt mich nicht gerade optimistisch, dass bei der Arbeit der IMAG für uns etwas sinnvolles herauskommt.
Liebe Grüße
Anke
das Familienministerium hat eine Broschüre zum Thema "Geschlechtliche Vielfalt" veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine Aufsatzsammlung aus verschiedenen Wissenschaftlichen Disziplinen.
http://www.queer.de/detail.php?article_ ... m=facebook
Interessant ist dabei auch ein Untertitel auf dem Deckblatt:
[u"]Begleitforschung zur Interministeriellen Arbeitsgruppe Inter- & Transsexualität"[/u]
Damit gehört dieses Heft zu den Materialien, mit denen sich die IMAG beschäftigt. Was ich da lese, stimmt mich nicht gerade optimistisch, dass bei der Arbeit der IMAG für uns etwas sinnvolles herauskommt.
Liebe Grüße
Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.
Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)
https://www.transcuisine.com
Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCQc7XaiWBuzchBQTnGRv80g
Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)
https://www.transcuisine.com
Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCQc7XaiWBuzchBQTnGRv80g
-
Marielle
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1857
- Registriert: Do 11. Aug 2011, 10:52
- Geschlecht: Mensch
- Pronomen: ikke
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Kontaktdaten:
Re: Broschüre Geschlechtliche Vielfalt
Hallo Anke,
bisher habe ich nur Abstract und Einleitung zu lesen geschafft. Das liest sich, wie die Autor_innenliste, für mich nicht ganz übel.
Was hat dich daran gestört bzw. hältst du für nicht gut?
liebe Grüße
Marielle
bisher habe ich nur Abstract und Einleitung zu lesen geschafft. Das liest sich, wie die Autor_innenliste, für mich nicht ganz übel.
Was hat dich daran gestört bzw. hältst du für nicht gut?
liebe Grüße
Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
-
Magdalena
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 2720
- Registriert: Di 4. Feb 2014, 10:17
- Geschlecht: weiblich
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Dresden
- Hat sich bedankt: 393 Mal
- Danksagung erhalten: 494 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Broschüre Geschlechtliche Vielfalt
Hallo Anke,
Danke für den Link. Ich habe mir gerade das Dokument heruntergeladen. Und werde es nach und nach durchlesen. Vieleicht gibt es Punkte die wir für das Thema
Interessenvertretung besprechen können.
LG Magdalena
Danke für den Link. Ich habe mir gerade das Dokument heruntergeladen. Und werde es nach und nach durchlesen. Vieleicht gibt es Punkte die wir für das Thema
Interessenvertretung besprechen können.
LG Magdalena
Lebe jeden Tag.
-
Anke
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1412
- Registriert: Mo 2. Jun 2014, 17:14
- Geschlecht: Weiblich
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Waldenbuch
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 1 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Broschüre Geschlechtliche Vielfalt
Hallo,
ich möchte hier auf Die Frage von Marielle antworten, was mir an der Broschüre nicht gefällt.
Vorweg möchte ich sagen, dass ich der Arbeit der IMAG sehr kritisch gegenüberstehe. Ich möchte das hier nur kurz anreißen und vielleicht an anderer Stelle mehr dazu sagen bzw. schreiben. Bei meiner kritischen Sicht geht es bspw. um Stichworte wie: "Feigenblatt", "lange Bank", "falsche Ebene" und "mangelhafte Beteiligung der Betroffenen.
Zurück zur Broschüre. Beim Lesen der Einleitung und des Abstracts ging es mir wie Marielle, das liest sich erst einmal recht positiv. Aus meiner Sicht sieht das bei einigen Aufsätzen anders aus.
Beispielsweise sehe ich den Aufsatz von Annette Güldenring als problematisch. Inhaltlich ist an vielen Stellen recht gut und zeugt von Sachverstand. Allerdings schreibt sie auf Seite 31:
"Medizinisches und psychologisches Arbeiten beinhaltet erstens die Stellung einer Diagnose aus der Kenntnis einer Ätiopathogenese13, mit der größtmöglichen Gewähr, Krankheitsbilder valide und reliabel hinsichtlich Psychopathologie, Verlauf und Therapie eindeutig identifizieren und voneinander abgrenzen zu können. Nur aus einer Diagnostik heraus— und das ist die zweite Aufgabe der psychomedizinischen Disziplinen — kann eine qualitativ wertvolle Behandlung entwickelt werden."
Damit zeigt Frau Güldenring, dass sie immer noch in dem Denken steckt, Transsexualität sei eine Krankheit. Aus meiner Sicht ist das der völlig falsche Ausgangspunkt, denn es sollte sich doch herumgesprochen haben, das Transsexualität keine Krankheit, sondern eine Normvariante ist. Gleiches gilt für mich selbstverständlich auch für sämtliche anderen Formen wie Crossdressing, Tranvestismus, Queer, etc.
Wenn die IMAG genau von diesem falschen Ausgangspunkt ausgeht, dann wird sich bei der Novellierung des TSG's und der sich daraus ergebenden Änderung weiterer Rechtsgrundlagen nichts grundlegendes ändern.
Den juristischen Aufsatz zu Beginn der Broschüre von Dr. Laura Adamietz und Ass. jur. Juana Remu finde ich von der Themenstellung her schon enttäuschend. Der ganze Aufsatz ist rein retrospektiv und gibt nur bekanntes wieder. Ich hätte mir an dieser Stelle viel mehr eine kritische Auseinandersetzung mit dem geltenden TSG ausgehend von den neueren medizinischen Erkenntnissen (Z.B. Hirngeschlecht) und den dadurch veränderten Sichtweisen. Auch diese beiden Autoren bleiben im alten pathologisierenden Ansatz stecken.
Der Aufsatz von Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß zur Biologie geht für mich in die richtige Richtung, bleibt aber gegenüber den übrigen ein wenig blass und droht dabei unterzugehen.
Insgesamt fehlen mir Aufsätze, die die geltende Rechtslage und medizinische Versorgung auf Grundlage neuerer Erkenntnisse kritisch beleuchten und Alternative Ansätze entwickeln. Die Kritik am derzeitigen Zustand ist zwar unterschwellig zu spüren, offensichtlich wird sie jedoch kaum. Gerade für die IMAG wären ein paar neue Ideen und Vorschläge als Input sicherlich gut gewesen.
Abschließend möchte ich dazu sagen, dass sich niemand mehr freuen würde als ich, wenn ich mit meiner Einschätzung der IMAG und dieser Broschüre falsch liege.
Liebe Grüße
Anke
ich möchte hier auf Die Frage von Marielle antworten, was mir an der Broschüre nicht gefällt.
Vorweg möchte ich sagen, dass ich der Arbeit der IMAG sehr kritisch gegenüberstehe. Ich möchte das hier nur kurz anreißen und vielleicht an anderer Stelle mehr dazu sagen bzw. schreiben. Bei meiner kritischen Sicht geht es bspw. um Stichworte wie: "Feigenblatt", "lange Bank", "falsche Ebene" und "mangelhafte Beteiligung der Betroffenen.
Zurück zur Broschüre. Beim Lesen der Einleitung und des Abstracts ging es mir wie Marielle, das liest sich erst einmal recht positiv. Aus meiner Sicht sieht das bei einigen Aufsätzen anders aus.
Beispielsweise sehe ich den Aufsatz von Annette Güldenring als problematisch. Inhaltlich ist an vielen Stellen recht gut und zeugt von Sachverstand. Allerdings schreibt sie auf Seite 31:
"Medizinisches und psychologisches Arbeiten beinhaltet erstens die Stellung einer Diagnose aus der Kenntnis einer Ätiopathogenese13, mit der größtmöglichen Gewähr, Krankheitsbilder valide und reliabel hinsichtlich Psychopathologie, Verlauf und Therapie eindeutig identifizieren und voneinander abgrenzen zu können. Nur aus einer Diagnostik heraus— und das ist die zweite Aufgabe der psychomedizinischen Disziplinen — kann eine qualitativ wertvolle Behandlung entwickelt werden."
Damit zeigt Frau Güldenring, dass sie immer noch in dem Denken steckt, Transsexualität sei eine Krankheit. Aus meiner Sicht ist das der völlig falsche Ausgangspunkt, denn es sollte sich doch herumgesprochen haben, das Transsexualität keine Krankheit, sondern eine Normvariante ist. Gleiches gilt für mich selbstverständlich auch für sämtliche anderen Formen wie Crossdressing, Tranvestismus, Queer, etc.
Wenn die IMAG genau von diesem falschen Ausgangspunkt ausgeht, dann wird sich bei der Novellierung des TSG's und der sich daraus ergebenden Änderung weiterer Rechtsgrundlagen nichts grundlegendes ändern.
Den juristischen Aufsatz zu Beginn der Broschüre von Dr. Laura Adamietz und Ass. jur. Juana Remu finde ich von der Themenstellung her schon enttäuschend. Der ganze Aufsatz ist rein retrospektiv und gibt nur bekanntes wieder. Ich hätte mir an dieser Stelle viel mehr eine kritische Auseinandersetzung mit dem geltenden TSG ausgehend von den neueren medizinischen Erkenntnissen (Z.B. Hirngeschlecht) und den dadurch veränderten Sichtweisen. Auch diese beiden Autoren bleiben im alten pathologisierenden Ansatz stecken.
Der Aufsatz von Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß zur Biologie geht für mich in die richtige Richtung, bleibt aber gegenüber den übrigen ein wenig blass und droht dabei unterzugehen.
Insgesamt fehlen mir Aufsätze, die die geltende Rechtslage und medizinische Versorgung auf Grundlage neuerer Erkenntnisse kritisch beleuchten und Alternative Ansätze entwickeln. Die Kritik am derzeitigen Zustand ist zwar unterschwellig zu spüren, offensichtlich wird sie jedoch kaum. Gerade für die IMAG wären ein paar neue Ideen und Vorschläge als Input sicherlich gut gewesen.
Abschließend möchte ich dazu sagen, dass sich niemand mehr freuen würde als ich, wenn ich mit meiner Einschätzung der IMAG und dieser Broschüre falsch liege.
Liebe Grüße
Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.
Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)
https://www.transcuisine.com
Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCQc7XaiWBuzchBQTnGRv80g
Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)
https://www.transcuisine.com
Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCQc7XaiWBuzchBQTnGRv80g
-
ExUserIn-2026-04-08
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 3887
- Registriert: Do 20. Nov 2014, 15:59
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 140 Mal
- Danksagung erhalten: 1028 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Broschüre Geschlechtliche Vielfalt
Hi Anke,
ich denke, Du liegst gründlich daneben. Zum einen beschreibt die Broschüre den Stand zum Thema aus sehr vielen verschiedenen Perspektiven dar. Sie ist die Basis und Gesprächsgrundlage für künftige Maßnahmen. Ich teile auch nicht die Ansicht, dass es ein Feigenblatt ist. Im Gegenteil, hier werden sehr deutlich die Grenzen des heutigen Verständnisses aufgezeigt.
Da ich selber in einer interministeriellen Arbeitsgruppe, allerdings zu einem ganz anderen Thema, arbeite, weiß ich, dass das Ziel einer IMA ist, der Politik und den ausführenden Organen zu Sprach- und Handlungsfähigkeit zu verhelfen. Der Gang in die Öffentlichkeit erhöht den Druck auf die Politik, wenn entsprechende Reaktionen stattfinden. Es ist eine scheinbar widersinnige Situation. Die Politik schreibt Ziele in die Koalitionsvereinbarung, um den Druck auf sich selber zu erhöhen. Bei entsprechender Resonanz aus der Bevölkerung (Wählerstimmen, Aktualität der Themen) kann es zu massiven Veränderungen kommen.
Ich kann nur raten, dem Ministerium die Aktualität und die Betroffenheit zu zeigen und ihm den Rücken zu stärken. Auf der politischen Ebene ist das die Chance schlechthin, um etwas in unserem Sinne zu bewegen. Das heißt nicht, dass man zu allem Ja und Amen sagen soll. Jede Reaktion, auch kritische, sind hilfreich. Hier kommt das Thema Trans* in der Gesellschaft an.
Es geht nicht um Kleinkram. Es geht um das ganz große Rad, das hier gedreht wird. Es geht um Geld für Forschung, um Gesetzesänderungen um Änderungen in der Haltung der Menschen. Wenn wir jetzt nicht weiter kommen, sind wir für Jahrzehnte auf der politischen Ebene blockiert.
Los jetzt. Arsch hoch, lest die Broschüre und schreibt Eure Sichtweise an das Ministerium.
Grüße
Vicky
ich denke, Du liegst gründlich daneben. Zum einen beschreibt die Broschüre den Stand zum Thema aus sehr vielen verschiedenen Perspektiven dar. Sie ist die Basis und Gesprächsgrundlage für künftige Maßnahmen. Ich teile auch nicht die Ansicht, dass es ein Feigenblatt ist. Im Gegenteil, hier werden sehr deutlich die Grenzen des heutigen Verständnisses aufgezeigt.
Da ich selber in einer interministeriellen Arbeitsgruppe, allerdings zu einem ganz anderen Thema, arbeite, weiß ich, dass das Ziel einer IMA ist, der Politik und den ausführenden Organen zu Sprach- und Handlungsfähigkeit zu verhelfen. Der Gang in die Öffentlichkeit erhöht den Druck auf die Politik, wenn entsprechende Reaktionen stattfinden. Es ist eine scheinbar widersinnige Situation. Die Politik schreibt Ziele in die Koalitionsvereinbarung, um den Druck auf sich selber zu erhöhen. Bei entsprechender Resonanz aus der Bevölkerung (Wählerstimmen, Aktualität der Themen) kann es zu massiven Veränderungen kommen.
Ich kann nur raten, dem Ministerium die Aktualität und die Betroffenheit zu zeigen und ihm den Rücken zu stärken. Auf der politischen Ebene ist das die Chance schlechthin, um etwas in unserem Sinne zu bewegen. Das heißt nicht, dass man zu allem Ja und Amen sagen soll. Jede Reaktion, auch kritische, sind hilfreich. Hier kommt das Thema Trans* in der Gesellschaft an.
Es geht nicht um Kleinkram. Es geht um das ganz große Rad, das hier gedreht wird. Es geht um Geld für Forschung, um Gesetzesänderungen um Änderungen in der Haltung der Menschen. Wenn wir jetzt nicht weiter kommen, sind wir für Jahrzehnte auf der politischen Ebene blockiert.
Los jetzt. Arsch hoch, lest die Broschüre und schreibt Eure Sichtweise an das Ministerium.
Grüße
Vicky
Viele Grüße
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.