Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?
Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit? - # 3

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ExuserIn-2018-09-04
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Re: Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?

Post 31 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-09-04 » Di 12. Jun 2018, 08:15

Kurz gesagt: Es gibt wichtigere Dinge als sich um sowas zu kümmern. In einem anderen eskaltierten Thread wurde das aber schon genügend besprochen.

Tut mir Leid, für mich ist meine Sicherheit, Freiheit, Unversehrtheit, Meinungsfreiheit und ein unkontrolliertes Leben wichtiger als ein paar kleine Gesetze.

Gesetze sind nur ein Symptom, nicht die Wurzel

Svetlana L
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Re: Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?

Post 32 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Di 12. Jun 2018, 08:26

Das eine schließt das andere ja nicht aus. Und natürlich bin ich sichtbar - schon alleine durch meine vielen dienstlichen Termine als "Queer-Beauftragte". Am vergangenen Samstag bei der No-Al-Quds-Demo habe ich zum Beispiel neben unserem Innensenator gestanden. Und an anderer Stelle hatte ich ja von meiner Eingabe an den Berliner Petitionsausschuss berichtet, der sich sehr intensiv damit beschäftigt hat und mir bescheinigt hat, dass auch der Berliner Senat Zwangsbegutachtungen für einen sachlich nicht zu rechtfertigenden Eingriff in die Persönlichkeitsrechte ansieht. Natürlich weiß ich, dass ein einzelner Brief nicht viel ausrichten wird, aber wenn viele ihre Meinung so kundtun (um mal wieder auf das Postkartenthema zurückzukommen), dann wird das früher oder später auch bis zur Bundeskanzlerin durchdringen.
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

Sylvia
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Re: Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?

Post 33 im Thema

Beitrag von Sylvia » Di 12. Jun 2018, 08:31

Nicht jede (vermutlich sogar die wenigsten), die persönlich mit Trans-, Crossdressing-Themen zu tun hat (in welcher Ausprägung auch immer), fühlt sich zur Politaktivistin berufen. Gerade auch deshalb, weil man immer darüber diskutieren kann, welcher Weg "uns" mehr bringt: Einfach den eigenen Weg gehen, ohne großes Aufhebens drum zu machen oder einen gesellschaftlichen Auftrag darin sehen und Aufmerksamkeit erzeugen. Für beides gibt es gute Gründe, aber die meisten werden sich wohl doch für die erste Variante entscheiden.

Lg,
Sylvia

Kleine Ketzerin
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Re: Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?

Post 34 im Thema

Beitrag von Kleine Ketzerin » Di 12. Jun 2018, 19:06

Es ist wirklich traurig, was manche hier für Ansichten vertreten. Was zum Teufel ist bloß los mit Euch, dass Ihr Euch nichtmal dann bewegen wollt, wenn die Bundesregierung alle internationalen Entwicklungen ignoriert und Euch mit einer ekelhaften Minimallösung zur dritten Option de facto ins Gesicht spuckt? Inzwischen hat selbst Pakistan modernere Gesetze als wir, weil die "Betroffenen" dort aktiv geworden sind und so einen ursprünglich ziemlich gruseligen Gesetzentwurf verhindert haben. Und hier in Deutschland glaubt man, dass man ja eh nichts erreichen könne und traut sich nichtmal auf die Straße? Als wäre Pakistan so viel demokratischer und sicherer als Deutschland... Nö Leute, seid doch einfach ehrlich: Ihr seid schlicht und einfach zu feige und/oder zu bequem. Und ich bin dann auch mal ehrlich: Wer seine eigene Würde so billig verhökert, der muss sich nicht wundern, wenn Art. 1 GG irgendwann für ihn gar nicht mehr gilt.

Aber hey, diskutiert ruhig weiter in aller Ruhe über Strumpfhosen, BH-Größen und "Outdoor-Erlebnisse". Ich will dabei auch gar nicht weiter stören.

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Re: Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?

Post 35 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-08-05 » Di 12. Jun 2018, 19:39

Kleine Ketzerin hat geschrieben:
Di 12. Jun 2018, 19:06
Inzwischen hat selbst Pakistan modernere Gesetze als wir, weil die "Betroffenen" dort aktiv geworden sind und so einen ursprünglich ziemlich gruseligen Gesetzentwurf verhindert haben.
Das halte ich für ein Gerücht und wage es zu bezweifeln - Wikipadia zu LGBT rights in Pakistan:
Pakistan does not have civil rights laws to prohibit discrimination or harassment on the basis of sexual orientation. Neither same-sex marriages nor civil unions enjoy legal recognition and are scarcely ever brought up in the political discourse.
Zu deutsch: Pakistan hält kein Zivilrecht vor Diskriminierung und Belästigung aufgrund von sexueller Orientierung bereit. Auch weder für gleichgeschlechtliche Ehen, oder ebensolche Lebensgemeinschaften gibt es gesetzliche Anerkennung und stehen so gut wie nicht im politischen Diskurs.

LG Kati
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Magdalena
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Re: Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?

Post 36 im Thema

Beitrag von Magdalena » Di 12. Jun 2018, 19:45

Hallo,

heute möchte ich mich nochmals zu dem Thema äußern. Viele von uns sind doch auch in der Öffentlichkeit unterwegs. Und so wie Simone es schon beschrieben hat, werden wir wahrgenommen. Und auch mir ist es dann schon passiert, von interessierten, meist waren es Frauen, Menschen angesprochen zu werden. Es ist nicht so medienwirksam wie groß angelegte Aktionen. Aber bei den mir mir ins Gespräch Gekommen hat ein Aha-Effekt zum Nachdenken geführt. Es ist zwar nur ein kleines Sandkorn im täglichen Getriebe des Lebens. Aber viele Sandkörner können zu einem Berg werden.

Viele Grüße Magdalena
.
Lebe jeden Tag.

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Re: Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?

Post 37 im Thema

Beitrag von Kleine Ketzerin » Di 12. Jun 2018, 20:00

Kati_nx hat geschrieben:Das halte ich für ein Gerücht und wage es zu bezweifeln
Dann hast Du das hier nicht mitbekommen?

https://www.npr.org/sections/thetwo-way ... ights-bill

In deutscher Sprache:

http://www.queer.de/detail.php?article_id=31150

Man beachte im ersten Link auch die zweite Hälfte des Artikels: Obwohl die gesellschaftliche Diskriminierung von trans Menschen in Pakistan extrem ist und nicht selten mit kaltblütigem Mord endet, haben die trans Leute dort den Mut, die Würde und den Stolz, aktiv zu werden, um für ihre Rechte zu kämpfen - ganz im Gegensatz zu den trans Menschen hier in Deutschland, die sich offenbar nicht mal auf die Straße trauen, obwohl die gesellschaftliche Diskriminierung hier in Deutschland im Vergleich zu Pakistan einfach nur lächerlich ist.

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Re: Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?

Post 38 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-08-05 » Di 12. Jun 2018, 20:07

Kleine Ketzerin hat geschrieben:
Di 12. Jun 2018, 20:00
Kati_nx hat geschrieben:Das halte ich für ein Gerücht und wage es zu bezweifeln
Dann hast Du das hier nicht mitbekommen?
Okay danke für die Info. Wenn es denn dann auch wirklich abgesegnet wird, ziehe ich meinen Kommentar zurück. Ich hatte kürzlich diese Doku hier gesehen:


Aber es stimmt, noch traue ich mich nicht auf die Straße, weil noch nicht geoutet. Will man mir das vorwerfen? Gehst Du denn auf die Straße um für Deine Rechte zu kämpfen?

LG Kati
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conny
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Re: Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?

Post 39 im Thema

Beitrag von conny » Di 12. Jun 2018, 21:29

Sylvia hat geschrieben:
Di 12. Jun 2018, 08:31
.......weil man immer darüber diskutieren kann, welcher Weg "uns" mehr bringt: Einfach den eigenen Weg gehen, ohne großes Aufhebens drum zu machen oder einen gesellschaftlichen Auftrag darin sehen und Aufmerksamkeit erzeugen
Sorry, hier geht es darum, die von den derzeitig geltenden ungenügenden bzw. überholten Gesetzen Betroffenen in ihren Bemühungen um eine Verbesserung zu unterstützen - oder auch nicht.
Anscheinend "leidet" hier so gut wie keiner unter der derzeitigen Gesetzeslage und die Empathie mit den Betroffenen tendiert gegen null.

Aber immerhin tragen wir alle Damensachen - mal mehr, mal weniger.

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Re: Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?

Post 40 im Thema

Beitrag von Kleine Ketzerin » Di 12. Jun 2018, 22:08

Kati_nx hat geschrieben:Aber es stimmt, noch traue ich mich nicht auf die Straße, weil noch nicht geoutet. Will man mir das vorwerfen? Gehst Du denn auf die Straße um für Deine Rechte zu kämpfen?
Ja, natürlich gehe ich auf die Straße, um für meine Rechte zu kämpfen (obwohl sich hier in Deutschland ja nur selten die Gelegenheit dazu ergibt). Und in der Regel wundere ich mich dann, dass kaum mal trans Menschen zu sehen sind... Aber ich bin auch schon seit knapp 19 Jahren "geoutet", war damals noch ziemlich jung und gehe relativ offen damit um, dass ich trans bin. Deshalb kenne ich auch kaum einen anderen Zustand (mehr) als "out" zu sein und kann vielleicht auch deshalb nicht wirklich verstehen, warum sich hier so wenig bewegt. Zumal ich in all den Jahren - abgesehen von der gruseligen Trans-Betüttelungsindustrie, die sich hier in Deutschland entwickelt hat - nie irgendwas Schlimmes erlebt habe... Gestatte mir deshalb bitte eine Frage: Wovor hast Du Angst? Warum denkst Du, dass Du nicht auch "ungeoutet" auf die Straße gehen könntest, um für Deine Rechte zu kämpfen? Weil dann andere sehen könnten, wer Du wirklich bist? Was wäre daran schlimm? Was kann einem denn in diesem verwunschenen Land mitten in Europa schon Schreckliches passieren?

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Re: Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?

Post 41 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-08-05 » Di 12. Jun 2018, 23:17

Hallo Kleine Ketzerin,

ich werde darauf demnächst in meinem Faden antworten, weil das sonst hier zu weit vom Thema wegführt.


Edit: Ich habe aber auch sehr wohl mitbekommen, dass Du mir meine Frage zumindest nicht mal mit einem kleinen Satz beantwortet hast, ob man mir dass denn vorwerfen kann? :wink:
Für manche Menschen ist das Outing und der weitere Lebensverlauf kein Problem, insbesondere dann wenn er sehr früh beginnt. Wenn man aber Mitte 40 ist und besondere Lebensumstände und persönliche Schwierigkeiten dazukommen, kann das aber schon ganz anders aussehen - wir sind nun mal nicht alle gleich. Dass bei Dir der Verlauf glücklich verlief, dass freut mich nicht nur für Dich, sondern für jeden der damit gesegnet ist.
Aber wie gesagt, mehr dazu in meinem Faden.
Allerdings stellt sich mir auch die Frage, warum von Dir kein richtiges Bild zu sehen ist, wenn Du so offen damit umgehst?


LG Kati
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Re: Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?

Post 42 im Thema

Beitrag von Kleine Ketzerin » Mi 13. Jun 2018, 13:38

Kati_nx hat geschrieben:Ich habe aber auch sehr wohl mitbekommen, dass Du mir meine Frage zumindest nicht mal mit einem kleinen Satz beantwortet hast, ob man mir dass denn vorwerfen kann?
Das liegt ganz einfach daran, dass ich Deine persönliche Situation nicht kenne und mir deshalb nicht anmaßen will, darüber zu urteilen, ob man Dir persönlich einen Vorwurf machen kann. Mir geht's auch gar nicht darum, persönliche Lebensumstände und daraus eventuell resultierende Vorwerfbarkeiten zu diskutieren. Mir geht es um diese absonderliche Diskrepanz zwischen der eigentlich ziemlich guten gesellschaftlichen Situation hier in Deutschland auf der einen und der gleichzeitig merkwürdigen Lethargie der trans Leute auf der anderen Seite. Es wäre so viel mehr möglich in diesem Land.

Vergiss auch bitte nicht, dass Dich all das, was momentan so passiert, noch viel stärker betrifft als mich, denn Du stehst noch ganz am Anfang und hast das ganze Brimborium mit Gutachten und all dem anderen grenzdebilen Gedöns noch vor Dir (wenn Du Dich denn "offiziell machen" willst). Sollten Dir da solche Themen wie eine bessere Gesetzgebung nicht ganz besonders am Herzen liegen? Wäre es nicht viel besser, wenn zu den persönlichen Schwierigkeiten, die Du andeutest, nicht auch noch "offizielle" dazu kommen? Denn eins ist mal klar: Ein, zwei oder vielleicht auch drei mal auf die Straße gehen und ein Transparent hochhalten ist billiger, weniger zeitaufwändig und macht definitiv auch mehr Spaß als ein Verfahren nach dem "Transsexuellengesetz"...
Kati_nx hat geschrieben:Allerdings stellt sich mir auch die Frage, warum von Dir kein richtiges Bild zu sehen ist, wenn Du so offen damit umgehst?
Weil ich eigentlich fand, dass das bisherige Bild ganz nett zu meinem Benutzernamen passte... Aber wenn Du lieber ein richtiges Bild hättest: kein Problem. :-)

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Re: Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?

Post 43 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-08-05 » Mi 13. Jun 2018, 14:07

Kleine Ketzerin hat geschrieben:
Mi 13. Jun 2018, 13:38
Mir geht es um diese absonderliche Diskrepanz zwischen der eigentlich ziemlich guten gesellschaftlichen Situation hier in Deutschland auf der einen und der gleichzeitig merkwürdigen Lethargie der trans Leute auf der anderen Seite. Es wäre so viel mehr möglich in diesem Land.
Ich finde das Wort "eigentlich" immer sehr interessant. Da steckt für mich ganz oft getarnter Zweifel drin, der das Gegenteil von dem beinhaltet, was man gerade ausdrücken will. Die Situation hier ist eigentlich auch ganz gut, aber eben nur eigentlich. Denn es ist ganz egal wo auf der Welt man sich befindet (Thailand, Polynesien und ähnliche Länder mögen da eine Ausnahme sein), es gibt so gut wie immer Anfeindungen aus der Gesellschaft. Und ganz besonders trifft das Homosexuelle und Transmenschen. Und ich habe es Dir ja schon in der PN geschrieben - jemand wie Du, die eine Frau ist und auch zu gut 100% als eine solche durchgeht, hat sicherlich weniger Probleme, als jemand der äußerlich nicht so gesegnet ist.
Für mich ist es kein Problem begutachtet zu werden, das ist momentan so das übliche Prozedere von dem ich ausgehe und welches ich über mich ergehen lassen werde. Und Schilder hochhalten hat in den wenigsten Fällen was gebracht. Wie es andere schon geschrieben haben, habe ich momentan weder die Kraft, noch das Bedürfnis zu kämpfen. Und wenn das nicht akzeptiert und die Nase darüber gerümpft wird, muss ich wohl damit leben. Ihr könnt gerne dazu aufrufen etwas zu tun, aber bitte respektiert auch andere Sichtweisen und Entscheidungen und wenn jemand etwas nicht will dann habt ihr das gefälligst hinzunehmen. Je mehr Druck da gemacht wird, desto mehr weiche ich aus bis ich irgendwann komplett weg bin, weil mir das viel zu anstrengend ist und es geht sicher nicht nur mir so. Oder anders gesagt, macht mich nicht dafür verantwortlich, dass es so viele Idioten auf der Welt gibt.

PS: insbesondere der Letzte Absatz ist an die Allgemeinheit gerichtet.

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Re: Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?

Post 44 im Thema

Beitrag von gerda joanna » Mi 13. Jun 2018, 14:43

...tja ich bin hier im Forum um dort meine weibliche Seite auszuleben und nicht um politisch tätig zu sein. Das wird vielen so gehen denn die Möglichkeiten sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und sich auch zu präsentieren sind in der rauhen Umwelt ja nur beschränkt möglich. Und dort sind dann auch diese "kleinen" Themen wie das Outfit und alles drumherum dann auch entsprechend wichtig.
Das andere ist dass -ganz egal was man/frau für Ausrichtungen hat ob man nun nur am Crossdressen Wohlgefallen findet oder noch weiter gehen will oder muss etc. - wir immer dafür sorgen müssen dass unsere erkämpften Rechte der Freiheit der Meinung und die Äusserung derselben sowie Respekt unseren Mitmenschen gegenüber erhalten bleiben . Gleiches gilt auch für die Toleranz anders Denkender oder sich anders Fühlender gegenüber, die das auch mit ihrem Outfit zum Ausdruck bringen.
Dafür werde ich auch jede Wahl oder Abstimmung mitmachen und mich auch so in meiner Umgebung äussern.
Aber das hier ist für mich ein Ort für meine privaten Vorlieben - und ich bin gerne hier.
Aber von hier aus politisch tätig zu werden - tut mir leid - das ist nichts für mich.
Alles Liebe
Gerda Joanna
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Re: Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?

Post 45 im Thema

Beitrag von Kleine Ketzerin » Mi 13. Jun 2018, 18:33

Kati_nx hat geschrieben:Ich finde das Wort "eigentlich" immer sehr interessant. Da steckt für mich ganz oft getarnter Zweifel drin, der das Gegenteil von dem beinhaltet, was man gerade ausdrücken will.
Da kann und will ich gar nicht widersprechen, denn die momentan gute gesellschaftliche Situation hier in Deutschland kann auch jederzeit wieder kippen. Es gibt da ja so gewisse Leute, die schon in den Startlöchern stehen, mit den Hufen scharren und mit HassBussen durch die Republik touren.

Und auch das historische Zeitfenster für Reformen, das momentan noch offen steht, wird sich bald wieder schließen - spätestens dann, wenn sich der Seehofer mit seiner Minimallösung für die dritte Option durchgesetzt hat, ist das Kind erstmal für lange Zeit im Brunnen versenkt, denn dann ist der Druck durch die vom BVerfG gesetzte Frist raus und man kann sich wieder Ewigkeiten Zeit lassen und versuchen, die Sache einfach auszusitzen. Bis dann wieder jemand bis zum BVerfG klagt und die Verfassungsrichter wieder ein positives Urteil fällen. Und dann geht das ganze Kasperletheater wieder von vorne los...

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