Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?
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Anne-Mette
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Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mo 11. Jun 2018, 09:14

Moin,

gerade in der letzten Zeit stelle ich fest - nicht nur hier im Forum, dass dass Interesse an politischen Themen wie z.B. Seehofer und seine Minimallösung sehr schwach ausgeprägt ist.
Das bedeutet auch, dass Aktionen, die u.U. "unsere Meinung dazu" einer breiten Öffentlichkeit vorstellen können, nicht gerade besonders begeistert aufgenommen werden.

Ich hatte eine Postkarten-Aktion vorgeschlagen: https://www.crossdresser-forum.de/phpBB ... 59&t=16272

Auch in Frauen-Foren mit "Regenbogenecke" sind Themen wie "mit 50 plötzlich lesbisch?" den UserInnen wichtiger als politische Themen.
Diese Foren haben zwar grundsätzlich eine höhere Reichweite als dieses Forum; aber in der "Regenbogen-Ecke" halten sich noch weniger UserInnen auf als hier in diesem Forum.

Müssen wir sagen: "...das ist einfach so?"
Sind Strumpfhosengrößen - und Preise, "der richtige BH" und "mein schönestes Outdoor-Erlebnis" wirklich so viel wichtiger?
Allerdings sollten wir uns auch bewusst machen, dass unser "freiheitlicher Umgang" nur möglich ist, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und verbessert werden - und dafür ist wiederum eine politische Arbeit auf vielen Ebenen wichtig.

Gruß
Anne-Mette

susanneb
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Re: Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?

Post 2 im Thema

Beitrag von susanneb » Mo 11. Jun 2018, 09:50

Hallo Anne-Mette,

vieleicht liegt es daran das es den meisten Forumsmitgliedern nicht wichtig ist.

Den von dir genannten Seehofer Thread habe ich mir nicht angesehen. Ich meide politische Diskussionen, und halte es mittlerweile wie die Mehrheit mit denen ich rede. Kann man eh nichts machen/ändern, ist die Standardantwort.

Für mich persönlich sehe ich keine Nachteile in meinem Leben. Und so ist es mir egal. Ich würde nicht gegen mehr Rechte aber auch nicht dafür protestieren. Wenn sich was ändert ist es gut und wenn nicht auch egal.

Das mag sich sehr empathielos anhören, ist es auch. Wenn man selber nur das kann man nicht ändern hört, dann werden einem andere, auch durchaus berechtigte Wünsche egal.

Strumpfhosen und BH Größen zu diskutieren ist unproblematischer.

Nichts für ungut. Meine ehrliche Ansicht.

Das Soll bin aber niemanden davon abhalten sich zu engagieren.

LG
Susanne
Giordano Bruno "Die allgemeine Meinung ist nicht immer die wahrste."

Magdalena
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Re: Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?

Post 3 im Thema

Beitrag von Magdalena » Mo 11. Jun 2018, 10:01

Hallo Anne-Mette,


auch wenn auf Deine Anregung wenig angenommen wird, oder auch hier wenig diskutiert wird, so denke ich liegt es weniger an Desinteresse. Zumindest kann ich es von mir sagen. Auch wenn ich mich sehr dabei ehrlicher weise zurückgehalten habe. Frau muss sich auch in dieses Thema einarbeiten. Ja und Gespräche finden sicher auch bei gemeinsamen Erlebnissen durchaus statt. Und um auf sich aufmerksam zu machen und in der Öffentlichkeit ernst genommen zu werden, gehört sicher auch eine passende Strumpfhose und ein gut sitzender BH. Und dann beginnt ja auch bei den Ersten schon die Urlaubszeit gleich Reisezeit. Da ist es immer schwer Menschen für politische Themen zu begeistern. Es ist glaube ich wie weine Welle, und Politiker nutzen dies aus. Unbeliebte Reformen werde gern zu Zeiten durchgeboxt, in denen die Bevölkerung abgelenkt ist. Nur hinterher kommt das große Staunen, weil es eigentlich keiner gewollt hat.


Was ich noch sagen oder besser schreiben möchte. Es wird sicher über Seehofer und seine Minimallösung gestritten auch im privaten Umfeld. Nur nicht immer findet es sich in klaren Aktionen oder auch hier im Forum wieder.


Viele Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.

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Re: Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?

Post 4 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Mo 11. Jun 2018, 10:45

Hallo Anne-Mette,

auch mir waren früher Diskussionen über Details zu "How to" wichtiger, da ich erst einmal an einem Punkt kommen musste, mich tiefer mit dem Thema zu beschäftigen. Auch dürfte die Zahl derer, die sich en femme in der Öffentlichkeit bewegen, deutlich geringer sein, als die derjenigen, die das Thema heimlich in den eigenen vier Wänden ausleben. Letztere haben wenig Bedarf, sich in der Öffentlichkeit zu engagieren.

Mir persönlich liegen die Themen wichtiger, die sich mit den Hintergründen beschäftigen von Bedeutung. Daneben ist aber auch jedes öffentliche Auftreten wichtig, um die "Normalität" zu unterstreichen. Trans* gehört zu unserer Gesellschaft, vielleicht sogar zu jeder Gesellschaft.

Um erreichte Freiheiten zu behalten, muss man sich ständig aktiv bemühen, sonst gehen sie früh oder später wieder verloren. Die aktuellen Diskussionen im politischen Raum zeigen, dass es allgemein Bestrebungen gibt die Freiheiten der Menschen einzuschränken. Dies wird gerne mit "Sicherheit" begründet. Im Transbereich ist das ähnlich gelagert, wenn auch die Gründe andere sind, die vorgeschoben werden, um Menschen zu kontrollieren.

Den Arsch nicht hoch zu kriegen, ist vielleicht nicht schnellste, aber die sicherste Methode, erreichte Freiheiten zu verlieren. Russland, Türkei, USA sind nur einige Beispiele, was passiert, wenn man Menschen die Kontrolle überlässt. Wenn wir nicht wollen, dass wir von politischer Seite uns vorschreiben zu lassen, wie wir zu leben haben, muss etwas dagegen tun. Die Begründung "ich kann daran nichts ändern" ist mMn so ziemlich das Ungeschickteste, was man machen kann.

Wer nicht für sich entscheidet, für den entschieden Andere.

Wer will das schon ?
Viele Grüße
Vicky

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Re: Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?

Post 5 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-08-05 » Mo 11. Jun 2018, 11:58

Für meinen Teil war ich noch nie politisch aktiv. Den Seehofer Minimallösung Artikel kann ich leider nicht lesen, weil man dafür zahlen muss. Die Postkartenaktion ist eine gute Idee, vorausgesetzt es nehmen genug daran Teil. Mit Schildern vor irgendeinem Parlament oder einer Einrichtung würde ich nicht rumlaufen, das hat wie ich finde immer ein komisches Gschmäckle. Sehr wohl bin ich aber in meinem direkten Umfeld aktiv, wenn Menschen sich Homo- oder Transphob äussern, dann wird halt geredet.

Ich finde dass im Moment seehr viel in unserem Bereich in Bewegung ist. Vielleicht muss oder sollte man da auch mal einen Schritt zurück, kurzfristig akzeptieren, sonst wird die normierte Restbevölkerung überfordert. Wir haben beispielsweise Handreichungen für Vorschulen und Kindergärten, wo Fachkräfte für das Thema sensibilisiert werden (die in der Bild lesenden Bevölkerung ganz klar missverstanden wurden), in den Medien tauchen vermehrt diese Themen auf und was wohl das wichtigste für politische Veränderungen ist, gerade im Bereich Medizin/Psychologie tut sich gerade unheimlich viel in Sachen Anerkennung von Andersartigkeit. So zumindest berichtete es mir eine Psychotherapeutin, mit der ich über das Thema gesprochen habe.

Klar verstehe ich, dass es vielleicht nicht schnell genug sein kann dass endlich mehr Akzeptanz stattfindet, aber machen wir uns nichts vor: selbst wenn es gesetzliche Regelungen geben wird, die unsere Wahrnehmung vermeintlich stärken soll, wird es weiterhin ein Großteil der Mitmenschen nicht akzeptieren. Gesetze und Regelungen schützen nicht wirklich vor dummen Menschen. Und vor dem Hintergrund, dass es für uns immer ein Kampf sein wird, egal wie was geregelt wird, läuft es doch ziemlich gut für uns.
Homosexualität, oder Crossdressing ist mittlerweile nicht mehr strafbar, das wechseln des Geschlechts erfordert nicht mehr den Umbau der Genitalien. Es geht vorwärts, Schritt für Schritt. Wo ich viel größere Probleme von direkter Gefahr sehe, habe ich an anderer Stelle schon beschrieben - Religion, die Geissel der Menschheit...
Ich trage niemals Make-up, alles an mir ist natürlich!

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Re: Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?

Post 6 im Thema

Beitrag von Sasha » Mo 11. Jun 2018, 12:01

Hallo,

grundsätzlich habe ich vor 2 Jahren beschlossen, mich nicht mehr für politische Themen zu interessieren, weil mich die Faktenlage zunehmend und dann endlich in zu hohem Maße sehr frustiert hatte und das auch heute noch der Fall ist. Das liegt einfach im mangelnden Vertrauen in unsere heutigen Politiker, die zumindest augenscheinlich max. nur zwei Interessen vertreten: ihne eigenen und/oder die ihrer Partei.
Und für oder gegen etwas auf die Strasse zu gehen, war schon ab Kleinkindalter nie und nicht mein Ding. Ich bevorzuge den schriftlichen Weg: Volksbefragung oder Petition.

Die Frage ist natürlich auch, was es mir bringt, wenn ich mich für eine Sache einsetze, die mich zwar angeht, die ich aber mit "Bordmitteln" für mich selbstverantwortlich ausreichend zufriedenstellend geregelt bekomme. Auch gehöre ich ja zur "meine-eigene-heile-kleine-Welt"-Fraktion, da ich gerne "autonom" (natürlich im Sinne von unabhängig, selbstverantwortlich!!!) bleiben möchte.

Insofern kann ich weder bestätigen noch verneinen, ob ich keine Lust und/oder keine Zeit habe und/oder keine Notwendigkeit sehe.
Im Ergebnis bin ich damit leider sehr passiv.

mfG Sasha
Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich (K. Adenauer)
Eigentlich bin ich ganz anders, doch ich komme viel zu selten dazu (Ö. von Horváth)
Das Glück besteht darin, zu leben wie alle Welt und doch anders zu sein (S. de Beauvoir)

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Re: Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?

Post 7 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-12-09 » Mo 11. Jun 2018, 12:09

Wenn überhaupt Politik ist doch eher interessant was Thrump vom Stapel lässt. Setzt er durch was er will stehen den deutschen Autobauern schlechte Zeiten was den Export in die Staaten angeht bevor.

Was die bayrische Politik angeht sollte man fast unter die Rubrik " 3. Reich" einstellen.
Ich gehe davon aus das dann deine Themen mehr gehör haben.

Ironie Mal auf Seite.

Sry das die meisten unter uns mitten im Real Life stehen und andere Sorgen als Postkarten Aktionen haben.

Svetlana L
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Re: Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?

Post 8 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Mo 11. Jun 2018, 12:16

Auch ich bin frustriert, dass politische Themen hier augenscheinlich auf so wenig Interesse stoßen. Natürlich gehören auch "Lifestyle"-Themen wie "Was tragt ihr heute für ein Outfit" oder das Verschwinden von Klamottenläden etc. hierher, aber "Lifestyle" setzt natürlich auch das Recht voraus (sofern man sich nicht in die vier Wände zurückzieht), sich in der Öffentlichkeit so zu zeigen, wie man es für sich für richtig erachtet. Das ist - aller rechtlichen Bestimmungen zum Trotz - in meinen Augen nicht selbstverständlich, wie die vielen Übergriffe auf homosexuelle und trans*geschlechtliche Menschen immer wieder zeigen. Gerade in Zeiten, wo Rechtspopulisten und christliche Fundamentalisten immer unverhohlener gegen LSBTI-Rechte schreien (nicht nur hier bei uns in Deutschland), muss es doch im Interesse aller Menschen sein, dass jede_r sein Leben führen kann, wie er_sie es für sich für richtig erachtet - und zwar ohne dafür angefeindet, angespuckt oder gar verprügelt zu werden. Dafür kann jede_r die Stimme erheben, sei es im Verwandten-/Bekannten-/Kolleg_innenkreis oder auch öffentlich, z. B. auf Demos, durch das Schreiben von Leser_innenbriefen, Eingaben usw. Natürlich weiß ich, dass mein Brief an Horst Seehofer vermutlich nicht mal bis zu ihm durchgedrungen ist, aber ich habe auch keine Lust, den Kopf in den Sand zu stecken und mich von dem, was da kommen mag, überrumpeln zu lassen.

Wenn aber viele die Stimme gemeinsam erheben, dann hat man nochmal eine ganz andere Reichweite. Ich denke schon, wenn das BMI mit Postkarten überflutet wird (nur ein Beispiel) und dann auch noch von Menschen, die mit unserer Thematik vielleicht wenig bis gar nichts zu tun haben, die einfach nur empathisch sind und erkannt haben, das z. B. der Gutachtenzwang Unrecht ist, dann wird das Eindruck hinterlassen. Wie aber soll die breite Masse aktiviert werden, wenn wir es nicht mal schaffen, dass "die Community" aus dem Knick kommt?

Ich kann - in Anlehnung an einen Aufruf der Aids-Hilfe zur Wahl zu gehen - nur sagen "Arsch hoch!", raus aus der Komfortzone und dem Heimatminister zeigen, dass wir uns nicht verarschen lassen. Das ist Demokratie!
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

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Re: Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?

Post 9 im Thema

Beitrag von Jenina » Mo 11. Jun 2018, 13:30

Anne-Mette hat geschrieben:
Mo 11. Jun 2018, 09:14
...
Müssen wir sagen: "...das ist einfach so?"
Sind Strumpfhosengrößen - und Preise, "der richtige BH" und "mein schönestes Outdoor-Erlebnis" wirklich so viel wichtiger?
Allerdings sollten wir uns auch bewusst machen, dass unser "freiheitlicher Umgang" nur möglich ist, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und verbessert werden - und dafür ist wiederum eine politische Arbeit auf vielen Ebenen wichtig.
....
Liebe Anne-Mette,

ich empfinde das auch so. Ich bin einem Forum entflohen weil dort überhaupt keine Diskussion mehr über allgemeine gesellschaftliche Themen mehr möglich war und nur noch ein "meet-and-greet" und irgendwelche Belanglosigkeiten ausgetauscht wurden.

Deshalb war mir dieses Forum wie eine Hort der Aktivist_innen vorgekommen. Und man merkt es vielleicht, ich beteilige mich - von ein paar Fotos abgesehen - vor allem an den gesellschaftlichen Themen. Da geht es doch in letzter Zeit hoch her, auch mit durchaus harten Bandagen. Das mag allerdings auch einige abschrecken, vielleicht liegt es das der Grund dafür, dass sich immer wieder die Gleichen in den Threads finden. Von den Antworten hier finde ich allerdings doch einiges sehr bedenklich...

Was Aktionen anbelangt habe ich das für unsere Klientel schon immer schwierig gefunden. Es gibt einfach zu viele innere Hürden bei uns, wobei ich mich gar nicht ausschließe. So habe ich eben ein Bedenken bei der tasächlichen Reichweite wie für eine Postkartenaktion oder auch eine Petition. Zu viele sind noch versteckt oder verstreut - und dann nur 28 Postkarten wo doch 1500000 nötig gewesen wären...

Jenina
Disclaimer: Dies ist eine persönliche Meinung, sie ist möglicherweise inkompatibel mit Deinem Glauben/Lifestyle/Parteiprogramm!

Anne-Mette
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Re: Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?

Post 10 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mo 11. Jun 2018, 13:41

Moin,
Zu viele sind noch versteckt oder verstreut - und dann nur 28 Postkarten wo doch 1500000 nötig gewesen wären...
Wir müssen natürlich Werbung machen und uns auch UnterstützerInnen außerhalb der Community suchen.
Sozusagen: Paten - oder Menschen, die uns "ihre Stimme" dafür geben und 45 Cent Porto erübrigen können.

Gruß
Anne-Mette

Simone 65
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Re: Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?

Post 11 im Thema

Beitrag von Simone 65 » Mo 11. Jun 2018, 13:46

Ich bin kein besonders politischer Mensch . Aber auch ich habe eine Meinung . Ich gehe auf Demos , zum Beispiel gegen die AfD . Leider geht das nicht immer wie ich möchte , meine Arbeitszeiten schrenken ein. Ich versuche den Diskussionen zu folgen , manchmal verstehe ich nicht alles .
LG Simone
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
Ich bin nur ein kleines Licht , aber ich leuchte .
Alle Menschen sollen mich sehen .

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Re: Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?

Post 12 im Thema

Beitrag von Theresa » Mo 11. Jun 2018, 14:47

Bei vielen, wie auch mir, steht das Private mit seinen Problemen im Voryergrund. Wie kann ich meine Neigung ins reale Leben einbringen?
Viele von uns sind schon älter. Die Rente vielleicht schon am Horizont sichtbar, und nun schmeißt die Veranlagung die ganze Lebensplanung über den Haufen. Familien zerbrechen. Wie nun aös Transe was Neues aufbauen?
Da werden viele mit zu kämpfen haben. Es bleibt wenig Energie für solche, sicher notwendige Engagements.
Leute, die die Angleichung anstreben werden eh in vielen Fällen, genug mit sich zu tun haben.

Das ist nur ein Versuch der Erklärung für Passivität
Beachten sie auch unbedingt die Hinweise im Kleingedruckten auf der Rückseite dieser Nachricht!

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Re: Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?

Post 13 im Thema

Beitrag von conny » Mo 11. Jun 2018, 14:48

Anne-Mette hat geschrieben:
Mo 11. Jun 2018, 13:41
Moin,
Zu viele sind noch versteckt oder verstreut - und dann nur 28 Postkarten wo doch 1500000 nötig gewesen wären...
Wir müssen natürlich Werbung machen und uns auch UnterstützerInnen außerhalb der Community suchen.
Sozusagen: Paten - oder Menschen, die uns "ihre Stimme" dafür geben und 45 Cent Porto erübrigen können.

Gruß
Anne-Mette
Moin Anne-Mette,

meiner Meinung nach zeigt sich bei solchen Themen immer wieder, dass DIE Community eben keine homogene Gruppe ist und kein einheitliches Interesse und Ziel hat.
Vieles was sich hier manche wünschen, läßt sich nicht per Gesetz verordnen, sodass daraus auch kein politischer Impetus erfolgt. Die Anzahl derer, die - auch hier im Forum - direkt von von den notwendigen Gesetzesänderungen betroffen sind, ist sicher sehr überschaubar. Und manche, die bereits "alles" hinter sich haben, legen sich vtl. auch nicht mehr mit Vehemenz ins Zeug.

Aber ich denke, dass die von Dir angeregte Postkartenaktion, wenn sie den erst einmal gestartet ist, ein selbstläufer und erfolgreich werden kann. Auch nicht Betroffene bekommen ja hier immer wieder mit, welche gesetzlichen Probleme es gibt und das Änderungsbedarf besteht.
Sich mit 45 Cent für die Belange "anderer" einzusetzen dürfte doch nicht die Hürde sein und die Gewinnung anderer LGBT-Lobbyisten und nicht Betroffener auch nicht.

LG
Conny

PS: Politische Diskussionen hier beeinhalten leider allzuoft ein pauschales Politikerbashing und "einfache" Antworten/Forderungen bei hochkomplexen Sachverhalten. Da dann mitzumachen ist nicht jedermanns/-fraus Sache.

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Re: Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?

Post 14 im Thema

Beitrag von conny » Mo 11. Jun 2018, 14:57

Sahara65 hat geschrieben:
Mo 11. Jun 2018, 12:09
Sry das die meisten unter uns mitten im Real Life stehen und andere Sorgen als Postkarten Aktionen haben.
Soviel Empathie für einen Ausdruck des Anliegens dieses Forums hätte ich nicht erwartet.

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Re: Keine Lust - keine Zeit - keine Notwendigkeit?

Post 15 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Mo 11. Jun 2018, 15:07

Moin zusammen,

keine Lust, keine Zeit, keine Notwendigkeit?, nein, das kann ich für mich so nicht sagen, auch wenn ich politisch oder öffentlichkeitswirksam eher nicht gerne in Erscheinung treten möchte. Ich arbeite an vielen Baustellen im Leben mit, habe diverse Interessen und Verpflichtungen, die sich daraus ergeben und persönliche Beschränkungen im familiären Bereich. Soweit es mir möglich ist, zeige ich Flagge als Ulrike-Marisa und trage meine Überzeugung auch nach außen. Damit kann ich erst mal so leben. Meine Familie und mein privater Bereich sind mir wichtig und da muss und will ich auch klarkommen mit dem, wie ich bin, und wie ich mich sehe und fühle - das kann manchmal auch kraftzehrend sein. Ich bestreite meinen Weg mit den mir gegebenen bescheidenen Mitteln.

Grüße, Ulrike-Marisa

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