Ich fordere die Freiheit, dass man weder meine Haltung noch meine Kleidung...
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Anne-Mette
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Ich fordere die Freiheit, dass man weder meine Haltung noch meine Kleidung...

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Sa 13. Jan 2018, 18:25

Moin,

"Ich fordere die Freiheit, dass man weder meine Haltung noch meine Kleidung, meinen Gang, die Form meines Hinterns oder die Größe meiner Brüste kommentiert. Ich beanspruche mein Recht, in Ruhe gelassen zu werden, allein sein zu dürfen, mich ohne Angst fortbewegen zu können. Ich will nicht nur eine innere Freiheit. Ich will die Freiheit, draußen zu leben, in der Öffentlichkeit, in einer Welt, die auch ein bisschen mir gehört".

Das ist zwar Teil eines Spiegel_online-Artikels, trifft aber recht genau auch das, was mir auf der Zunge oder auf meinen, die Tastatur bedienenden Fingern liegt (smili)

Diese Gedanken bewegen mich in den letzten Tagen und Wochen - und auch ich möchte "die Welt, die auch ein bisschen mir gehört" selbstverständlich in Anspruch nehmen können.

Auch wenn es langweilig wird und ich mich wiederhole: dazu gehört für mich auch die Benutzung der für mich zutreffenden Sport- und Schwimmbadeinrichtungen.

Ich habe zunehmend Probleme damit, dass "die Welt, die auch ein bisschen mir gehört" nach Maßstäben verwaltet wird, die ich nicht unterstützen kann.
Was nutzen uns alle theoretischen Diskussionen um Vielfalt?
Wie schrieb schon Wolf Biermann? Warte nicht auf bessere Zeiten )))(:

Gruß
Anne-Mette
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MichiWell
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Post 2 im Thema

Beitrag von MichiWell » Sa 13. Jan 2018, 20:00

Hallo Anne-Mette,

keine Sorge. Das wird nicht langweilig. Es ist zutieft menschlich, seine Probleme lösen zu wollen und zufrieden leben zu können, und es ist nur logisch und verständlich, auch dort darüber zu sprechen oder zu schreiben, wo man dafür Verständnis erwartet, dort, wo man mit dir mitfühlt, und gern auch deine Freude teilt, wenn sich dann Erfolg einstellt.


Liebe Grüße
Michi
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Ulrike-Marisa
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Post 3 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » So 14. Jan 2018, 01:35

Moin Anne-Mette,

die Welt in der wir leben, ist unsere Welt aber sie gehört uns nicht, mal von einem Grundstück abgesehen, für das es einen rechtlichen Rahmen gibt. Die Welt ist geprägt von dem, was die Masse will, das Volk oder wie es bezeichnet werden kann. Unsere individuellen Wünsche werden sich immer dem unterordnen müssen, was angesagt ist. Wir können neue Richtungen aufzeigen, denen andere bestenfalls folgen mögen. Wir sind nicht alleine, sondern immer eingebunden in unserer Umfeld. Individuelle Träume und Wünsche mag es geben - muss es auch geben, aber ob die umsetzbar sind, hängt stark von der Art des Wunsches ab. Mit unseren Wünschen und Vorstellungen geraten wir oft auch an Grenzen, die erst mal unüberwindbar erscheinen. Vielleicht gibt es in der Zukunft Lösungen zu Fragen, die uns heute beschäftigen. Ich glaube und bin der festen Überzeugung, dass wir als Betroffene immer noch am Rand des Geschehens stehen und die Zeit noch nicht reif ist, das als normal zu empfinden, so wie wir sind. Wir sind nicht frei in dem, was wir sind und tun, wir sind ein Teil dessen, was sich unsere Gesellschaft nennt, und diese gibt erst mal mehrheitlich die Regeln und die Linie vor. Ich möchte auch oft mehr, als machbar erscheint - die Realität zeigt die Grenzen auf und weist den Weg des Möglichen. Mit sich selbst einen gewissen Grad der Zufriedenheit in Leben zu erreichen , scheint mir ein machbares Ziel zu sein aber immer eingebettet in Möglichkeiten, die die Gesellschaft, Gemeinschaft uns bietet. In dieser Sache bin ich eher zurückhaltend und sicher keine Vorreiterin für neues, aber ich kann meinen Weg gehen. Es interessiert mich im Grunde nicht, was andere, die mich nicht persönlich kennen, über mich denken. Das nähere familiäre Umfeld hat da schon eine ganz andere Qualität; Menschen, die mir wichtig sind, geben den Rahmen vor, in dem ich mich bewegen kann. Die Freiheit eines Menschen geht so weit, wie er andere nicht in ihrer Freiheit einschränkt.

Es ist spät geworden, gute Nacht, Grüße von Ulrike-Marisa :wink:

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Post 4 im Thema

Beitrag von Christiane » So 14. Jan 2018, 06:44

Anne-Mette hat geschrieben:
Sa 13. Jan 2018, 18:25
Moin,

"Ich fordere die Freiheit, dass man weder meine Haltung noch meine Kleidung, meinen Gang, die Form meines Hinterns oder die Größe meiner Brüste kommentiert. Ich beanspruche mein Recht, in Ruhe gelassen zu werden, allein sein zu dürfen, mich ohne Angst fortbewegen zu können. Ich will nicht nur eine innere Freiheit. Ich will die Freiheit, draußen zu leben, in der Öffentlichkeit, in einer Welt, die auch ein bisschen mir gehört".

Moin auch.
Hallo Anne-Mette,

trifft eigentlich genau das, was ich mir auch wünsche.
Und bezüglich des Problems mit dem Schwimmen gehen - ich geh nicht mal mehr im MM - außer am Strand - und da eher selten (Temperaturabhängig :mrgreen: ).
Und - weil ich da nicht rausfliegen kann, wie schon in meinem heimischen Schwimmbad erlebt (Fürth 2002 o. 2003). :cry:
Ich habe bestimmt schon mal erwähnt das ich unter Psoriasis leide und daher auch meine Beine nicht gerne ungeschminkt zeige, weil die Flecken so groß sind.
Als ich damals in das Bad ging, hatte ich mich vorher informiert, ob das ein Problem wäre. Der Arzt hatte mir wegen dem Rücken dringendst Schwimmen empfohlen.
Einzige Bedingung vom Bad war, daß ich "abgeschuppt" sein müßte - also kein Material verliere - was für mich eh klar war.
Der Bademeister war wirklich freundlich und hat auch gemeint, daß das kein Problem ist.
Also rein ins Naß und meine Bahnen gemacht. Als ich rauskam, hatten natürlich auch die Flecken - vorher rot - jetzt die Farbe verändert - lila, wie die Lippen, wenn man zu lange im kalten Wasser ist.
Ich bin dann also zu aufwärmen und entspannen auf eine Liege mit meinem Buch. Dort wurde ich dann nach einiger Zeit vom Bademeister besucht, dem ich schon angesehen habe, daß es ihm extrem peinlich ist.
Es hätten sich mehrere andere Gäste beschwert und trotz seiner Erklärung, daß dies nicht ansteckend ist, hätten sie damit gedroht das Bad zu verlassen. Er sei jetzt nur auf Anweisung seines Chefs da, der zu feige wäre selbst zu kommen.
Heute würde ich es darauf ankommen lassen, aber damals hatte ich deswegen eh schon derart Komplexe, daß ich dann den Rückzug angetreten habe. Zumindest hat mir aus schlechtem Gewissen den vollen Eintritt zurück erstattet.
Ein Leserbref an unsere Zeitung wurde leider nie beantwortet, oder gedruckt.
Ich habe mich damit abgefunden, daß einige Teile der Welt nicht mehr mir gehören.

LG
Christiane
Manchmal ist alles, was Du brauchst, eine dicke Umarmung - und neue Schuhe.

Anne-Mette
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Post 5 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » So 14. Jan 2018, 11:28

Ulrike-Marisa hat geschrieben:
So 14. Jan 2018, 01:35
Moin Anne-Mette,

die Welt in der wir leben, ist unsere Welt aber sie gehört uns nicht,
Moin,

ich denke, der Satz wird erst gut, wenn man ihn richtig liest:

die auch ein bisschen mir gehört".


Es geht (auch mir) um Teilhabe, nicht um Besitz.


Gruß
Anne-Mette

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Post 6 im Thema

Beitrag von Tinchen » So 14. Jan 2018, 13:26

Ich stimme da mal Anne-Mette zu, die Welt gehört auch ein bisschen mir.....das Problem besteht darin, dass die Welt aber auch ein bisschen allen Anderen gehört. Die Menschheit is also die größte Kommune der Welt....wir sind also immer irgendwie auf Kompromiss-Suche...

Ich frage mich gerade ist meine Toleranz groß genug um Intoleranz zu zu tolerieren? Meine Antwort ist: Nein. Dann taucht sofort die Frage auf: Ist das dann nicht auch intolerant? Da verweigere ich mir selber die Aussage :-)......Der Bösewicht in mir fragt aber weiter: Wenn Du erwartest, dass die Menschen um dich herum sich schlagartig zu ändern haben, dürfen die Menschen um dich herum nicht das Gleiche von Dir erwarten?...Ich will mich doch gar nicht ändern.....siehste....

Ihr dürft mich gerne für meine Selbstgespräche für bekloppt halten.....mache ich oft auch selber :-)

LG Tina
Wo kommen wir denn da hin, wenn Niemand ginge um zu sehen wohin man käme wenn man ginge.

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Post 7 im Thema

Beitrag von Magdalena » So 14. Jan 2018, 13:55

Hallo,

die Welt, die auch ein bisschen mir gehört. Ich frage mich, sind wir auf dieser Welt nicht nur zu Gast. Wir können in dieser Zeit Besitztümer erwerben. Aber was bleibt wenn wir wieder von dieser Welt gehen?

Sollten wir uns da nicht wie Gäste verhalten uns uns gegenseitig achten. Anstatt uns bekriegen, in welcher Form auch immer. Also auch private Zwistigkeiten, persönliches Imponiergehabe nicht zurückstellen?

Viele Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.

Anne-Mette
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Post 8 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » So 14. Jan 2018, 17:47

Moin,

... dann gehe mal als "nicht-pasender-Mensch" in eine Abteilung, die "Passendes" erwartet )))(:

Z.B. zum Schwimmen oder beim Sport.

Natürlich kann man frei sein - so lange man nicht negativ auffällt (smili)

Gruß
Anne-Mette

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