Sich selbst "Transe" nennen?!
Sich selbst "Transe" nennen?! - # 4

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Svetlana L
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Re: Sich selbst "Transe" nennen?!

Post 46 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Fr 12. Jan 2018, 08:23

ascona hat geschrieben:
Fr 12. Jan 2018, 00:06
Ich finde auch das Wort "Transvestit" am besten. Es ist wertfrei. Und deutsch.
Und ich dachte immer, das wäre Latein :D
Jenina hat geschrieben:
Fr 12. Jan 2018, 07:58
ganz prima!

Wir streiten untereinader über ein Wort! Gehts noch?*
...
Wir "bekämpfen" uns hier gegenseitig schon fast. Was soll das?
Streit? Bekämpfen? Meinst du nicht, dass das etwas übertrieben ist?
Bislang habe ich das hier als Diskussion über das Für und Wider des Begriffs "Transe" aufgenommen. Wenn du keine Probleme hast, dich als Transe zu bezeichnen: Herzlichen Glückwunsch, schön für dich. Was ist aber so schwer daran zu respektieren, dass einige das Wort "Transe" für sich ablehnen? Ich denke, der Kampf um Sichtbarkeit und Akzeptanz kann auf so vielen Ebenen geführt werden, da muss man doch nicht um dieses eine Wort ringen. Es soll sich doch von mir aus jede_r nennen, wie es ihm_ihr beliebt, aber man kann doch nicht verlangen, dass alle ins gleiche Horn stoßen bzw. anderenfalls unterstellen, dass man den Befürwortern in den Rücken fällt.
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

susanneb
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Re: Sich selbst "Transe" nennen?!

Post 47 im Thema

Beitrag von susanneb » Fr 12. Jan 2018, 08:59

Guten Morgen,

sollte mich jemand mit dem Wort Transe beschimpfen, hat er oder sie Pech. Für mich ist Transe die Abkürzung von Transvestit. Und das bin ich wohl auch.

Nun empfindet jeder Mensch anders, und so wird hier wohl keine Einigkeit gefunden werden.

Gruss
Susanne

Daenerys Targaryen
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Re: Sich selbst "Transe" nennen?!

Post 48 im Thema

Beitrag von Daenerys Targaryen » Fr 12. Jan 2018, 09:06

Marielle hat geschrieben:
Do 11. Jan 2018, 23:09
(…) 'Ungewollt' ist hier ein anderes Wort für 'failed passing'. Aber wir alle können uns auf den Kopf stellen und dabei auch noch Faxen machen, das ändert nichts daran, dass Passing nur ein 'durchgehen als jemand / als etwas' bedeutet. Es meint etwas Fremdbestimmtes und ist dadurch ein defintiv von aussen begrenzter Zustand. Die zugebilligte Anerkennung ist es damit auch, solange sie auf nichts anderem als Passing beruht. Sicherlich liegt die Schwelle unterschiedlich hoch, vielleicht schon beim flüchtigen Hinsehen, vielleicht auch erst im Bett, bei der Frage nach dem Kinderwunsch oder beim Betrachten der eigenen Kinderbilder. Aber spätestens da ist Schluss mit Passing und 'gewollt' und die Verletzbarkeit ist wieder riesengroß. Daran wird kein Gesetz der Welt, kein Registereintrag und kein Passing jemals etwas ändern, daran können wir nur selbst etwas ändern.
Deine Gedanken sind gut und zielen in die richtige Richtung, Marielle. Ich denke auch, es geht im Kern nicht um "failed Passing". Nicht Fremdbestimmung durch unsere Mitmenschen ist unser größter Feind, sondern unser Umgang mit einer schmerzhaften Form der Deformation, die wir als eine Art angeborene Fremdbestimmung empfinden. Insofern gebe ich Dir auch Recht, dass die Lösung nur in einer veränderten Einstellung zu uns selbst liegen kann.

Aber genau das ist das Problem. Warum verstecken sich denn so viele von uns? Einerseits, weil sie Angst haben, ihren Job zu verlieren und ihre Liebsten. Und andererseits, weil sie sich selbst hassen, ihren Körper, ihren Penis. Ab irgendeinem Punkt mag Frau dann denken, wenn sie ein Kleid und High Heels anzieht, Brüste hat und eine Vagina, wird alles gut. Aber das ist oft nicht so. Schau mal, wie viele von uns schon ein Problem damit haben, sich überhaupt mit einem T-Wort zu bezeichnen. "Transsexuell" passt uns nicht, wegen dem "sex" darin, "transident", weil es ein Problem mit der (Geschlechts-)Identität impliziert, "transgender", weil es uns zu allgemein ist etc. Wenn kaum jemand transsexuell, transgender, transweasweißichwas sein will, brauchen über "Transe" gar nicht erst zu diskutieren.

Ich hatte in meiner SHG mal das Thema "Trans Pride" anlässlich des Kölner CSDs. Es kamen zehn Menschen. Minusrekord. Auf der Parade waren auch nicht viel mehr von uns aktiv dabei.

LG Daenerys

VanessaL
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Re: Sich selbst "Transe" nennen?!

Post 49 im Thema

Beitrag von VanessaL » Fr 12. Jan 2018, 09:25

Huhu Mädels,

ich hab jetzt mal gegoggelt, was das Netz sagt
und das kam als Erstes:
3665596A-C160-4673-B718-7667865C596D.jpeg
Wer hötte das gedacht?

Liebe Grüße
Vanessa
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Re: Sich selbst "Transe" nennen?!

Post 50 im Thema

Beitrag von Jenina » Fr 12. Jan 2018, 09:52

Svetlana L hat geschrieben:
Fr 12. Jan 2018, 08:23
...
Streit? Bekämpfen? Meinst du nicht, dass das etwas übertrieben ist?
Bislang habe ich das hier als Diskussion über das Für und Wider des Begriffs "Transe" aufgenommen. Wenn du keine Probleme hast, dich als Transe zu bezeichnen: Herzlichen Glückwunsch, schön für dich. Was ist aber so schwer daran zu respektieren, dass einige das Wort "Transe" für sich ablehnen? Ich denke, der Kampf um Sichtbarkeit und Akzeptanz kann auf so vielen Ebenen geführt werden, da muss man doch nicht um dieses eine Wort ringen. Es soll sich doch von mir aus jede_r nennen, wie es ihm_ihr beliebt, aber man kann doch nicht verlangen, dass alle ins gleiche Horn stoßen bzw. anderenfalls unterstellen, dass man den Befürwortern in den Rücken fällt.
Dieser Beitrag scheint mir typisch warum es ein Streit ist. Es wird unterstellt, dass von den Befürwortern des Wortes Transe von allen gefordert würde das auch so zu sehen. Das habe ich nie gesagt. Im Gegenteil habe ich geschrieben dass ich diese Haltung verstehe und akzeptiere. Also bitte bei der Wahrheit bleiben!

Genauso wenig habe ich jemals geschrieben dass diejenigen, die diese Schwierigkeiten haben irgend jemand in den Rücken fallen. Vielmehr möchte ich, dass diese Ablehnung nur persönlich bezogen bleibt, wie es von den meisten hier auch so geäußert wurde.

Das es hier um genau dieses eine Wort geht ist doch nur die Spitze des Eisberges. Es geht natürlich um alle dikriminierenden Begriffe, Bezeichnungen und Äußerungen aller Art. Gerade jemand, der immer auf der gendergerechten Sprache besteht sollte das doch wohl wissen, dass es bei einem Wort auch durchaus um alle Wörter gehen kann.

Solche Unterstellungen und Verdrehungen helfen uns eben hier nicht weiter und daher schrieb ich von Streit. Dein Beitrag ist das beste Beispiel dafür. Ich zitiere mich mal selber:
Bittte um Vorschläge und Einstellung der Streitereien!
Jenina
Disclaimer: Dies ist eine persönliche Meinung, sie ist möglicherweise inkompatibel mit Deinem Glauben/Lifestyle/Parteiprogramm!

Laura R
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Re: Sich selbst "Transe" nennen?!

Post 51 im Thema

Beitrag von Laura R » Fr 12. Jan 2018, 10:28

Als Transe wurde sehr lange oder wird vielleicht auch noch der Ford Transit bezeichnet, mir ist nicht bekannt das sich ein Ford dadurch beleidigt fühlte. :lol:
Jeder / Jede kann sich doch gerne so bezeichnen wie es beliebt und jedes Wort kann unterschiedlich aufgefasst werden.
Ich persönlich bezeichne mich nicht als Transe und möchte auch nicht so bezeichnet werden, aber auch nicht als Trans mit * und ohne *.
Ich habe die Postings mit einem leichten schmunzeln gelesen und mir auch so meinen Teil gedacht.
Ich wünsche Euch allen ein schönen Wochenende mit * oder ohne *
Liebe Grüße Laura ---)))
Ich bin wie ich bin und weiß wer ich bin. Das gut so!

Svetlana L
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Re: Sich selbst "Transe" nennen?!

Post 52 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Fr 12. Jan 2018, 12:34

Jenina hat geschrieben:
Fr 12. Jan 2018, 09:52
Dieser Beitrag scheint mir typisch warum es ein Streit ist.
ich weiß ja nicht, wo bei dir die Diskussion aufhört und der Streit anfängt. Eine Diskussion ist immer kontrovers (sonst könnte man sie sich schenken), deshalb sehe ich das hier immer noch als Diskussion und nicht als Streit an und schon gar nicht bekämpfen wir uns hier. Ich habe nirgends geschrieben, dass du, Jenina, das mit dem "in den Rücken fallen" geschrieben hast. Gut, ich hätte vielleicht "die Befürworter_innen" deutlicher trennen müssen! Sorry! (hs)
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

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Re: Sich selbst "Transe" nennen?!

Post 53 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Fr 12. Jan 2018, 12:41

Moin,

...bleiben wir doch mit der Kirche im Dorf; jede/r hat ihre/seine Meinung zu dem Begriff und ein eigenes Verständnis dazu. Alles ist immer auch eine Frage der persönlichen Wahrnehmung und Sichtweise. Nein, streiten möchte ich darüber nicht. Interessant ist eher die Spannweite der Meinungen und Aspekte der Bewertung; da ist genug an Information für alle da. :wink:

Gruß, Ulrike-Marisa

Laura R
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Re: Sich selbst "Transe" nennen?!

Post 54 im Thema

Beitrag von Laura R » Fr 12. Jan 2018, 13:04

:roll: :shock: Da fragt man sich wie Kriege entstehen
Leute ,Leute das ist doch nur ein Wort das alles und nichts aussagt und wo jeder was reininterpretiert. Wenn einer sagt ich bin eine Transe ist doch ok und wenn einer sagt ich bin ein Ochsenfrosch ist doch auch ok ( als Beispiel ) aber jemanden anderen so beschreiben/bezeichnen ....... na ja. Aber diese Diskussion geht doch aus wie das Hornberger Schießen, jeder hat seinen Standpunkt und gut ist.
Man o man
Ich bin wie ich bin und weiß wer ich bin. Das gut so!

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Re: Sich selbst "Transe" nennen?!

Post 55 im Thema

Beitrag von Frauke » Fr 12. Jan 2018, 15:17

Es ist wohl auch der falsche Ansatz in einer Diskussion zu erwarten, dass alle anderen den eigenen Standpunkt verstehen bzw. teilen. Das hat mit Kampf oder Krieg nun gar nichts zu tun. Manche fühlen sich unter dem Begriff Transe gut angesprochen und andere eben nicht. Solange man keiner/m eine Bezeichnung aufzwingt, ist das doch kein Problem.

MichiWell
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Re: Sich selbst "Transe" nennen?!

Post 56 im Thema

Beitrag von MichiWell » Fr 12. Jan 2018, 15:41

Frauke hat geschrieben:
Fr 12. Jan 2018, 15:17
Es ist wohl auch der falsche Ansatz in einer Diskussion zu erwarten, dass alle anderen den eigenen Standpunkt verstehen bzw. teilen.
Hallo zusammen,

ich bin nicht so realitätsfremd, anzunehmen, ich könnte in einer Diskussion alle anderen überzeugen. Ich bin schon zufrieden, wenn ich nur ein paar wenige zum Nachdenken über ihren Standpunkt bewegen kann. In erster Linie geht es mir darum, die Ansichten der anderen zu erfahren, mich aber auch damit öffentlich auseinanderzusetzen. (Neulich kam irgendwo der Einwand, Diskussion sei nur das Darlegen unterschiedlicher Ansichten, aber keine Auseinandersetzung damit. Diese Sichtweise teile ich nicht.)

Selbstverständlich habe ich auch Verständnis dafür, dass manche auf Grund persönlicher Betroffenheiten Probleme mit dem Begriff haben. Das hatte ich in früheren Thread vielleicht noch nicht deutlich genug zum Ausdruck gebracht, es aber aus den älteren Diskussionen durchaus als Erkenntnis mitgenommen.

Ich sehe es hier immer wieder und verstehe auch sehr gut, dass es nicht einfach ist. Aber dennoch sollte man trotz persönlicher Negativerlebnisse mal versuchen, zwischen der eigenen Befindlichkeit und dem Anliegen, dem Begriff seine negative Bedeutung zu entreißen, zu trennen.


Liebe Grüße
Michi
Raider heißt jetzt Twix. Sonst ändert sich nix.

Der moderne Mensch ist leicht zu lenken, aber nur schwer zu etwas zu bewegen.

Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie.

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Re: Sich selbst "Transe" nennen?!

Post 57 im Thema

Beitrag von Frauke » Fr 12. Jan 2018, 16:40

Sicher kann eine Diskussion auch dazu führen, die eigenen Ansichten zu verändern. Das ist ein wichtiger Aspekt. Gilt aber wohl in beide Richtungen.

Tinchen
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Re: Sich selbst "Transe" nennen?!

Post 58 im Thema

Beitrag von Tinchen » Fr 12. Jan 2018, 19:34

Klares ja, auf die eingangs gestellte Frage. Früher gab es nur den Begriff Transvestit und später kam noch Transsexuell hinzu und das Wort Transe ist doch nur eine Abkürzung der Begriffe (bzw. Verniedlichung, Verweiblichung ) Daher sehe ich keinerlei beleidigendes in dem Wort an sich.

Für mich ist das ein Oberbegriff gewesen, der keine weitere Definition benötigt. Somit Umgangssprachlich prädestiniert. Viele der Begriffe habe ich erst hier im Forum kennen gelernt….

Ich kann nachvollziehen, dass es verletzend sein kann, wenn man als Transe angesprochen wird, aber man ist doch Frau. Jedoch ist dann doch auch jeder andere trans* Begriff genauso verletzend.
Kelly hat geschrieben:
Mi 10. Jan 2018, 21:58
als ein Kollege aufsprang und zum Fenster hinauszeigte und rief,laut lachend:Schauts Euch die Transe da unten an"Natürlich schauten alle zum Fenster raus und lachten lautstark und machten beleidigende Bemerkungen.
Wäre es weniger beleidigend gewesen, wenn der Vollpfosten Transvestit, CD, TS o.ä. benutzt hätte?
Wären die Begriffe dann auch auf die No-Go Liste gekommen?

Ich beantworte mal beide Fragen mit nein, denn nicht das Wort war beleidigend, sondern der Typ und die Art wie er das Wort verwendet hat. Jedes Andere Wort hätte den gleichen „Dienst“ getan.

Ich hätte dem Typen gesagt: „Tut mir leid, ich bin Pazifist, deshalb haue Dir doch bitte für den dummen Spruch mal selber eine rein.“ Gut, vielleicht wäre ich auch heulend raus gegangen….

Die Realität sieht für mich so aus, im geschriebenen Wort wird neuerdings Transe vermieden und trans* verwendet. Da wir im Büro Spiegel Artikel gerne diskutieren, war auch der Artikel zum dritten Geschlecht ein Thema. Alle haben trans* gelesen, aber dann Transe ausgesprochen. Transasterisk, Transstern sagt doch keiner…..wobei mir Transsternchen schon schmeicheln würde :-)….sagt aber auch keiner zu mir *schnief*

Wenn mich Jemand fragt, warum ich Transe bin, freue ich mich einen Dialog über mein/unser Dasein führen zu können. Begrifflichkeiten sind mir dann egal. Obwohl ich die Frage auch schon mal so beantwortet habe: „Nur weil eine Frau wie ich Kugelstosserin ist, musst Du mich nicht gleich Transe schimpfen.“ Der arme Kerl war aber so verdattert, dass ich mir vorgenommen habe solche Sprüche sparsamer einzusetzen. Das Bürschlein hat es so derb auch nicht verdient. Es kam dann aber doch noch zu einem lustigen Dialog.

Ich wiederhole meine Aussage aus dem „Mini Serie Thread“ Wenn es hier Leute gibt, die sich beleidigt oder verletzt fühlen, dann verzichte ich auf das Wort Transe. Schwestern oder Mädels ist mir als Anrede für euch eh lieber. Nur diese putzigen Begriffe wie Stubentranse, Autotranse, Gelegenheitstranse mag ich nach wie vor.

@Anne-Mette: Du hast gar nichts angerichtet, ein wenig Streitkultur gehört zu einem guten Forum einfach dazu.

LG Tina
Wo kommen wir denn da hin, wenn Niemand ginge um zu sehen wohin man käme wenn man ginge.

Lina
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Re: Sich selbst "Transe" nennen?!

Post 59 im Thema

Beitrag von Lina » Fr 12. Jan 2018, 19:40

"Transvestit" fand ich auch immer sogar ei bisschen cool. Wertfrei ist das Wort aber nicht. In der klinischen Definition liegt ja, erst mal das es sich um einen "unwiderstehbaren Drang" und zweitens um sexueller Erregung - also Fetischismus - handelt.
Nach der Definition bin ich bestimmt nicht Transvestit.

Tinchen
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Re: Sich selbst "Transe" nennen?!

Post 60 im Thema

Beitrag von Tinchen » Fr 12. Jan 2018, 20:07

Lina hat geschrieben:
Fr 12. Jan 2018, 19:40
"Transvestit" fand ich auch immer sogar ei bisschen cool. Wertfrei ist das Wort aber nicht. In der klinischen Definition liegt ja, erst mal das es sich um einen "unwiderstehbaren Drang" und zweitens um sexueller Erregung - also Fetischismus - handelt.
Nach der Definition bin ich bestimmt nicht Transvestit.
Diese Deutung habe ich noch nie gehört :-) Bitte nicht als Kritik verstehen...

Ich habe daher aus Spaß auch noch mal nach geschaut und im Duden.de das hier gefunden:

Transvestit
Mann, der sich zum Lustgewinn wie eine Frau kleidet; Kurzwort: Transi

Transvestịsmus
Bedürfnis (1), z. B. mittels Kleidung, Schminke und Gestik die Rolle des anderen Geschlechts anzunehmen

Transe
Substantiv, feminin - Transvestit

Also der Unterschied von Transvestit zu Transvestitismus......da reicht mein IQ glaube ich nicht aus um die unterschiedliche Definition zu verstehen :-)

Wollen wir so etwas wirklich Ottilie Normalverbraucherin als Erklärung anbieten?

Ich stelle mir nun drei Mädels von uns in einem Café vor. Ein freundlicher Typ fragt ob er sich dazu setzen darf und fragt dann die Drei warum sie Transen sind. Sagt die Erste: "Ich bin keine Transe, ich bin Transvestit." Sagt die Zweite: "Ich bin keine Transe, ich bin Crossdresser." Sagt die Dritte: "Ich bin keine Transe, ich bin Transexuell." "Und was ist der Unterschied?" Die Drei erklären das und dann streiten sie über die genaue Definition und die Abgrenzung......Also wenn ich der freundliche Typ wäre, ich würde sagen: "Ich weiß nicht was für Pilze ihr gefuttert habt, aber ihr solltet davon besser nicht so viele verdrücken."

Edit: Transi habe ich übrigens auch noch nie gehört :-)
Wo kommen wir denn da hin, wenn Niemand ginge um zu sehen wohin man käme wenn man ginge.

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