TP: Wozu nutzen Geschlechtsidentitäten überhaupt?
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Jaddy
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TP: Wozu nutzen Geschlechtsidentitäten überhaupt?

Post 1 im Thema

Beitrag von Jaddy » So 26. Nov 2017, 12:35

Telepolis-Artikel mit dem Titel "Wozu nutzen Geschlechtsidentitäten überhaupt?"
https://www.heise.de/tp/features/Wozu-n ... ?seite=all

Unaufgeregt und vor allem mit angedeuteten Überlegungen, was mehr sichtbare Menschen jenseits binärer Identität positiv für alle bedeuten könnten.

Darin auch noch mal die Referenz auf den Nature-Artikel, dass auch "biologisches Geschlecht" vielfach nicht binär ist. Bei derart vielen Möglichkeiten der Abweichungen ist vielleicht eher die vollständige Eindeutigkeit die Ausnahme (meine Interpretation), ohne das die Betroffenen es vielleicht jemals bemerken.

Interessant sieht die Dokumentation "Gendebende" aus, die er verlinkt.
‘Genderbende’ is a story about five young people who neither feel male nor female, but rather position themselves somewhere in between. Everyday they are confronted with being different, yet they are proud to be who they are. The young people portrayed in this film all have their own struggles and together they create a compelling story about acceptance.
Das Video auf der Seite ist nur der Trailer. Mal sehen, ob ich das komplette Teil irgendwo bekomme.

Der Autor hat auch das Urteil kommeniert. Beide Artikel din auch in seinem Blog bei Spektrum.de

MichiWell
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Re: TP: Wozu nutzen Geschlechtsidentitäten überhaupt?

Post 2 im Thema

Beitrag von MichiWell » So 26. Nov 2017, 13:58

Hallo Jaddy,

danke für den Hinweis. Guter Artikel! :!: Aber das Forum ... :shock:

Es ist schon erschreckend, was da an menschenverachtenden Kommentaren abgegeben wird. Menschen wie uns wird die Schuld am Zerfall der Gesellschaft und an der Überfremdung gegeben, und was noch alles an Bösartigkeiten.

Man beachte auch, wie Zustimmung bzw. Ablehnung durch Rot- bzw. Grün-Klicken der jeweiligen Beiträge dokumentiert wird.

:arrow: Die Bewertungsfunktion in den Heiseforen wird nicht im angedachten Sinne genutzt, um lesenswerte Beiträge hervorzuheben, wie ich als langjähriger Nutzer anmerken möchte.

Also Mädels: Schaut mal dort rein, und zeigt Flagge.

Liebe Grüße
Michi
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Re: TP: Wozu nutzen Geschlechtsidentitäten überhaupt?

Post 3 im Thema

Beitrag von ab08 » So 26. Nov 2017, 17:37

Der Artikel durchaus sehr bemüht, aber naja ---
(Unsereins sieht halt stets auch einzelne, kleinere Schwächen, daher schätze ich die Exaktheit von ATME - Kim kenne ich fast ein Jahrzehnt...)
Die Kommentare sind wie häufig schlimm, aber auch das ist normal. Da passt die aktuelle Entscheidung des BVerfG in die Landschaft,
bei der ich Parallelen zum berühmt-berüchtigten Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1957 sehe -
--> http://www.schwulencity.de/BVerfGE_6_389.html

Geschichte interessierte mich stets, mit der Thematik beschäftige ich mich. -> In den 60ern traf ich Transsexuelle in Paris, 1974 sprach ich in der Stonewall Inn /Christopher Street mit Menschen, die 1969 bei den Aufständen dabei waren. Damals bei Stonewall kämpften Homosexuelle, Drag Queens, Transsexuelle, Crossdesser usw. übrigens gemeinsam!!! - 1974 war ich auch drei Wochen in San Francisco, wo diese Menschen damals einigermaßen unbehelligt leben konnten und schließlich auch politisch Erfolg hatten. (1976 war ich ein zweites Mal in den USA und mehrere Wochen in San Francisco) . Harvey Milk https://de.wikipedia.org/wiki/Harvey_Milk wurde in San Francisco sogar in den Stadtrat gewählt, bis er am 27. November 1978 ermordet wurde...

Früher waren es die Homosexuellen, die kämpfen und ihre Menschenrechte verteidigen mussten, heute sind wir dran. Wer sich das TSG z.B. genau anschaut, erkennt, dass das BVerfG am 11.1.2011 zum Beispiel nur eine Regelung beseitigte, die ihre geistigen Wurzeln in der NS-Zeit hatte. ( vgl. "Nürnberger Gesetze")
Das TSG (ein Sondergesetz für transsexuelle Menschen) verletzt die Grundrechte transsexueller Mitbürger.
Dies ist kein Geheimnis:

https://transallianceproject.wordpress. ... vr-747-17/
https://www.bmfsfj.de/blob/114066/7830f ... 8-data.pdf

Was natürlich betrübt, ist, dass irgendwelche Artikel, die im Grunde nur den Zeitgeist abbilden und den Zustand beschreiben, daran sicher nichts ändern,
sondern Vorurteile eher verstärken. -- Ich bin etwas älter und erlebte Ähnliches damals bereits. -In den 50ern, 60ern, 70ern ging es halt um Homosexualität.
--> Um Menschen wie mich, also Intersexuelle bzw. Transsexuelle (Intersexualität des Gehirns) ging es damals nicht! - Die waren Showobjekte/Versuchskaninchen, vgl. John Money https://de.wikipedia.org/wiki/John_Money - Wir wurden nicht ernst genommen, sondern dienten der Unterhaltung!

Liebe Grüße
Andrea
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Re: TP: Wozu nutzen Geschlechtsidentitäten überhaupt?

Post 4 im Thema

Beitrag von MichiWell » So 26. Nov 2017, 19:09

Hallo Andrea,

danke für deinen Beitrag, wie immer mit ein paar Infos zum Weiterlesen gespickt. (yes)
ab08 hat geschrieben:
So 26. Nov 2017, 17:37
Der Artikel durchaus sehr bemüht, aber naja ---
(Unsereins sieht halt stets auch einzelne, kleinere Schwächen, daher schätze ich die Exaktheit von ATME - Kim kenne ich fast ein Jahrzehnt...)
"durchaus sehr bemüht" - Diese Beurteilung klingt nach Schulnote 5 bis 6. :wink:

Ich verstehe dich, bei deinem Fachwissen. Dennoch denke ich, dass du dem Artikelschreiber mit dieser Einschätzung Unrecht tust.
ab08 hat geschrieben:
So 26. Nov 2017, 17:37
Die Kommentare sind wie häufig schlimm, aber auch das ist normal. Da passt die aktuelle Entscheidung des BVerfG in die Landschaft,
bei der ich Parallelen zum berühmt-berüchtigten Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1957 sehe -
--> http://www.schwulencity.de/BVerfGE_6_389.html
Ich habe zwar den Urteilsspurch vom BVerfG gelesen, aber die Passage verstehe ich trotzdem nicht. Kannst du mir das mal erläutern?


Liebe Grüße
Michi
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Re: TP: Wozu nutzen Geschlechtsidentitäten überhaupt?

Post 5 im Thema

Beitrag von ab08 » So 26. Nov 2017, 19:28

Liebe Michi,

zu Deiner Frage, beachte bitte den letzten Absatz, dort erläuterte ich, wo ich die Parallelen zum Urteil des BVerfG von 1957 sehe
(Gedankengut aus der NS-Zeit schimmert eben, wie beim Urteil des BVerfG von 1957, auch beim TSG noch deutlich durch ...) :oops:
"Früher waren es die Homosexuellen, die kämpfen und ihre Menschenrechte verteidigen mussten, heute sind wir dran. Wer sich das TSG z.B. genau anschaut, erkennt, dass das BVerfG am 11.1.2011 zum Beispiel nur eine Regelung beseitigte, die ihre geistigen Wurzeln in der NS-Zeit hatte. ( vgl. "Nürnberger Gesetze")
Das TSG (ein Sondergesetz für transsexuelle Menschen) verletzt die Grundrechte transsexueller Mitbürger. "

Übrigens bzgl. Notengebung stimme ich Dir nicht zu, da drückte ich mich offenbar missverständlich aus, denn ich meinte nicht 5-6, sondern eher "gut" also Note 2!
Allerdings tragen alle Artikel, die bei dieser komplexen Problematik (80 Jahre Deutsche Geschichte) nicht sehr exakt,
also wirklich perfekt sind (Ergo Note 1*) auch zu Vorurteilen bei und genau das war es, was ich meinte! :wink:

Liebe Grüße
Andrea )))(:
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Re: TP: Wozu nutzen Geschlechtsidentitäten überhaupt?

Post 6 im Thema

Beitrag von MichiWell » So 26. Nov 2017, 19:43

ab08 hat geschrieben:
So 26. Nov 2017, 19:28
zu Deiner Frage, beachte bitte den letzten Absatz, dort erläuterte ich, wo ich die Parallelen zum Urteil des BVerfG von 1957 sehe
Hallo Andrea,

danke für die Aufklärung. Der Zusammenhang zwischen den beiden Absätzen hat sich mir nicht erschlossen.

Bzgl. Notengebung: Ja, finde ich mißverständlich. Ich habe früher auch gern solche Formulierungen gebraucht und als zutreffend befunden, bis ich Mitarbeiter beurteilen musste. :wink:

Aber ich will dir da nichts vorschreiben. Notfalls frage ich eben wieder nach. )))(:

Liebe Grüße
Michi
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Re: TP: Wozu nutzen Geschlechtsidentitäten überhaupt?

Post 7 im Thema

Beitrag von ab08 » So 26. Nov 2017, 20:10

Liebe Michi,

bzgl der Formulierung bitte ich herzlich um Entschuldigung. :oops:
Aber, Du sprichst da einen wichtigen Punkt an.

An alle!! (Besonders an alle Eltern!)
Bemerkungen in der Schule bitte nie mit Urteilen in Arbeitszeugnissen in der Berufswelt etc. gleichsetzen!!
Wir gehen "pädagogisch" vor. - Ausführliche Ermahnungen gehören also als sehr wichtiger Bestandteil zum Zeugnis dazu!
Das gilt besonders bei Klassenarbeiten, oft kritisieren wir sehr viel, sprechen auch kleinste Fehler deutlich an
und oben steht dann trotzdem Note 2 bzw. sogar "gerade noch sehr gut". :lol: , weil dies eben der erbrachten Leistung entspricht.

Im Abschlusszeugnis der Realschule war mein Notendurchschnitt 1,57 und die Bemerkung lautete
"Wenn er sich mehr bemüht hätte, hätte er deutlich bessere Leistungen erzielen können!"
-> Stimmte, ich war zwar Beste der Klasse (durfte nun ins Gymnasium), aber ich hatte nicht 1,00 (und strengte mich am Schluss nicht mehr besonders an. :oops: )

Insofern alle Eltern bitte stets beachten:

Schulzeugnisse sind normalerweise ganz anders als Arbeitszeugnisse zu lesen / zu werten!!

Liebe Grüße
Andrea )))(:
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