Professor Dr. Harald Welzer: das war wohl nichts, setzen! 0 Punkte!
Professor Dr. Harald Welzer: das war wohl nichts, setzen! 0 Punkte!

Hintergrundwissen
Antworten
Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 12605
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: InterS
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Membersuche/Plz: 24977
Hat sich bedankt: 538 Mal
Danksagung erhalten: 3971 Mal
Gender:

Professor Dr. Harald Welzer: das war wohl nichts, setzen! 0 Punkte!

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Di 27. Dez 2016, 16:36

Moin,

wer seine Kolumne(?) in NATIONAL GEOGRAPHIC mit der Einleitung beginnt

"Und dann war da noch die junge Frau in München, die ihre kleine nackte Tochter bei Minusgraden im Fahrradsitz herumfuhr. Von der Polizei angehalten und gefragt, was sie sich dabei denke, antwortete die Mutter: "Sie wollte nichts anziehen!"

und dann auf

"durchgegenderte Eltern" kommt und auf "... dass sie dem medizinisch-psychologischen Komplex den Auftrag geben, das vermeintliche Wunschgeschlecht herbeizutherapieren...", dem fehlt wohl der Wille, sich ernsthaft mit dem Thema "Transsexualität bei Kindern" auseinanderzusetzen.
Gleichwohl will sich der Professor als Populist betätigen(?) und da begibt der sich schnell mal auf BILD-Niveau, um ein paar Zeilen unter die Leute zu bringen.

Sicherlich ist eine (vermutete) Transsexualität bei Kindern besonders ernsthaft zu betrachten und zu analysieren. Die Verantwortung der Eltern, Psychologen und Mediziner ist in diesen Fällen besonders groß.
Ein Artikel zu diesem Thema hätte eine redliche Auseinandersetzung (die durchaus kritisch sein sollte) verdient.

Gruß
Anne-Mette

Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 12605
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: InterS
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Membersuche/Plz: 24977
Hat sich bedankt: 538 Mal
Danksagung erhalten: 3971 Mal
Gender:

Re: Professor Dr. Harald Welzer: das war wohl nichts, setzen! 0 Punkte!

Post 2 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mi 28. Dez 2016, 14:06

Moin,

Antwort meiner Frau, die das Heft insgesamt sehr gut und informativ fand: "schon den ersten Teil des Artikels von Prof. Dr. Harald Welzer fand ich so
blöd, dass ich nicht weitergelesen habe".

Ich hoffe, das geht möglichst vielen Leuten so.

Gruß
Anne-Mette

Daenerys Targaryen
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 647
Registriert: Mo 3. Nov 2014, 19:37
Pronomen:
Membersuche/Plz: 50935
Hat sich bedankt: 307 Mal
Danksagung erhalten: 689 Mal

Re: Professor Dr. Harald Welzer: das war wohl nichts, setzen! 0 Punkte!

Post 3 im Thema

Beitrag von Daenerys Targaryen » Mi 28. Dez 2016, 15:14

Hallo,

ich hab den Kommentar von Dr. Welzer gelesen und tue mich ebenfalls schwer damit. Dass er unsere - wie er sie nennt - "Wunscherfüllungskultur", kritisch hinterfragt, da gehe ich sogar noch mit. Eine Welt, in der man sich mit Geld jeden Wunsch erfüllen kann, wird auf Kosten der Armen verrohen.

Aber in Bezug auf TS greift der Ansatz für mich nicht. Viele von uns mussten und müssen leiden, weil sich der Wunsch, in ihrem Geschlecht zu leben, nicht oder nicht ausrechend erfüllt. Viele töten sich sogar deshalb. Werden wir umgekehrt glücklichere Menschen, wenn wir gar nichts von unseren Wünschen wissen oder davon, dass sie - zumindest teilweise - in Erfüllung gehen können? Wohl kaum. Ich war ein trauriges Kind, ohne dass ich begriff warum. Ich war sehr unglücklich, bevor ich wusste, dass ich TS bin und es Möglichkeiten gibt, in meinem wahren, gewünschten Geschlecht zu leben. :(

Daenerys
Me too.

Anke
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1008
Registriert: Mo 2. Jun 2014, 17:14
Geschlecht: Weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Waldenbuch
Membersuche/Plz: Waldenbuch bei Böblingen
Hat sich bedankt: 580 Mal
Danksagung erhalten: 929 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Professor Dr. Harald Welzer: das war wohl nichts, setzen! 0 Punkte!

Post 4 im Thema

Beitrag von Anke » Mi 28. Dez 2016, 16:02

Hallo,

ich habe es geschafft, den ganzen Artikel zu lesen, obwohl ich auch schon früh die Lust verspürt habe, nicht mehr weiter zu lesen.

Ich finde der Autor wirbelt hier einiges durcheinander, was nicht zueinander gehört. Und auch seine Argumentation finde ich ziemlich merkwürdig. Natürlich hätte sich niemand für Odysseus' Reise interessiert, wenn er sofort nach Hause gefunden hätte. Und mal abgesehen davon, ob das nun wirklich eine wirkliches Ereignis oder nur eine schöne Geschichte ist, für Odysseus selbst wäre es sicherlich wesentlich angenehmer gewesen, sofort und sicher nach Hause zu kommen. Und für viele seiner Gefährten, die unterwegs ihr Leben verloren haben, gilt das um so mehr.

Natürlich ist es kritikwürdig, dass sich Paare in Entwicklungsländern Kinder "produzieren" lassen. Und es ist sicherlich keine allzu schlaue Idee, mit einem Kleinkind nackt bei Minusgraden auf dem Fahrrad unterwegs zu sein. Aber was hat das mit Transsexualität zu tun?

Und ich habe nicht den Eindruck, dass der Autor allzu viel Erfahrung mit Kindern hat. Das was er schreibt, hört sich sehr nach Lehrbuch an. Wer Kinder hat, der weiß, dass einerseits vieles im Fluss ist und sich verändert, dass aber anderes sehr früh erkennbar ist und auch stabil bleibt. Bei meinen Töchtern war eine Identitäts- und Geschlechtsunsicherheit nie zu erkennen. Die wussten von Anfang ziemlich genau wer und was sie waren.

Und wer, mal abgesehen von ein paar Spinnern, fängt an sein Kind geschlechtlich umzumodeln, nur weil sein Junge mal ein Kleid anzieht. Eltern, die mit einem transsexuellen Kind konfrontiert werden, schreien doch nicht "Hurra" und vereinbaren sofort den Termin zur Hormonbehandlung. Die suchen doch erst einmal Hilfe und Unterstützung, damit sie mit der Situation zurecht kommen und ihrem Kind am besten helfen.

An einer Stelle schreibt sinngemäß er, dass sich eine Persönlichkeit aus den Schwierigkeiten und Widerständen entwickelt, die es zu überwinden oder auszuhalten gilt. Was das angeht, können transsexuelle Menschen viel berichten. Für uns ist der Lebensweg mit Herausforderungen gepflastert und ein paar weniger hätten meiner Persönlichkeitsentwicklung sicherlich nicht geschadet.

Ich kann das noch eine Weile fortsetzen, es gibt noch vieles an dem Beitrag von Prof. Dr. Welzer zu kritisieren. Allerdings frage ich mich, wie jemand, der so einen Unsinn zusammenschreibt, Professor wird. Aber vielleicht fehlen dem Autor nur ein paar Schwierigkeiten und Widerstände auf seinem Lebensweg, die zu seiner Persönlichkeitsentwicklung beigetragen hätten.

Liebe Grüße

Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.

Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)

Claudia-Luisa
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 145
Registriert: Mo 22. Jun 2015, 08:26
Pronomen:
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 205 Mal
Danksagung erhalten: 160 Mal

Re: Professor Dr. Harald Welzer: das war wohl nichts, setzen! 0 Punkte!

Post 5 im Thema

Beitrag von Claudia-Luisa » Do 19. Jan 2017, 16:25

Hallo,
nachdem ich gestern diesen üblen Artikel gelesen hatte, habe ich Prof. Welzer (welzer@futurzwei.org) geschrieben:

Stuttgarter Erklaerung · Vielfalt der Geschlechter · Menschenrechtskonforme Behandlung · Theologische Neubewertung

K.....@.........

Bitte um Unterstuetzung fuer eine menschenrechtskonforme Behandlung von Menschen mit "sogenannten geschlechtlichen Normabweichungen", wie transsexuelle und intersexuelle Menschen

Sehr geehrter Herr Professor Welzer,

eben habe ich Ihren Artikel "Kolumbus ohne GPS" gelesen. Vermutlich haben Sie weder Kontakt zu inter- und transsexuellen Menschen, noch haben Sie sich um die Erkenntnisse der Hirnforschung vorab bemüht.
Inter- und transsexuelle Menschen gibt es seit es Menschen gibt.

https://www.meduniwien.ac.at/web/ueber- ... 5120233117

Es wuerde mich sehr freuen, wenn Sie die Anliegen der Menschen mit Intersexualitaet und Transsexualitaet mit Ihrer Unterzeichnung der Stuttgarter Erklaerung unterstuetzen und/oder an interessierte Menschen weiterleiten könnten. ...........................


Bisher kam noch keine Antwort :)

Antworten

Zurück zu „Hintergründe“