Transgender und Vorurteile: "... das war doch mal ein Mann".
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Anne-Mette
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Transgender und Vorurteile: "... das war doch mal ein Mann".

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mi 16. Nov 2016, 08:01

Moin,

solche Reaktion(en) haben einige von uns (viele) schon erlebt.


http://www.yaez.de/leben/transgender-un ... -ein-mann/

Gruß
Anne-Mette

Michelle_Engelhardt
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Re: Transgender und Vorurteile: "... das war doch mal ein Mann".

Post 2 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Mi 16. Nov 2016, 08:16

Ja, solche Reaktionen gab es, gibt es und wird es auch immer geben. Absender solcher Sprüche sind zu 90 % Jugendliche, dann aber auch nur in Gruppen. Alleine sind die viel zu feige :mrgreen: Ich bin ja nun auch schon einige Jahre in der freien Wildbahn unterwegs und muss eindeutig sagen, dass zum Glück die positiven Reaktionen, falls es überhaupt welche gibt, überwiegen. Was dann evtl. hinter meinem Rücken gequatscht wird, kann mir ja egal sein.

LG
Michelle
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ab08
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Re: Transgender und Vorurteile: "... das war doch mal ein Mann".

Post 3 im Thema

Beitrag von ab08 » Mi 16. Nov 2016, 08:31

Zumindest im Schulbereich gilt --> typisches Erziehungsproblem!
Wenn das Schulklima stimmt, Schulleitung, Kollegium, Schülerschaft und Eltern an einem Strang ziehen,
dann treten diese Probleme nicht auf. Ich kenn jedenfalls genügend positive Beispiele...

Liebe Grüße
Andrea
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Re: Transgender und Vorurteile: "... das war doch mal ein Mann".

Post 4 im Thema

Beitrag von JaquelineL » Mi 16. Nov 2016, 08:51

Hallo ihr Lieben,

die thread-Überschrift hatte mich hierher gelockt, doch nachdem ich den verlinkten Artikel gelesen hatte, liegt für mich die Sache doch ein wenig anders.

Mein "Trigger" war, dass "das war doch mal ein Mann", z. B. von langjährigen Freunden, Bekannten, Partnerinnen ausgesprochen, entgegen in unseren Kreisen immer wieder geäußerter Kritik durchaus seine Berechtigung hat: Sehr häufig wird von uns Primärbetroffenen berichtet, wie lange wir die Umwelt getäuscht und ein gesellschaftlich passendes Bild vorgespielt hatten. Man sah uns als "Mann" (oder Frau, in ähnlich gelagerten Fällen von Transmännern), weil wir das so dargestellt hatten. Somit wäre es kein Vorurteil der anderen - jedenfalls nicht bei der Bewertung der ehemals gelebten Rolle (denn den Unterschied zwischen gelebter Rolle und "empfundenen Geschlecht" macht außer uns kaum jemand, solange das Bild stimmig ist).

Im Artikel geht es jedoch um eine ganz andere Situation, dort wird eine TS begafft und quasi indirekt angepöbelt, indem die Typen den Körper der Protagonistin detailliert mit Blicken scannen und dann (in Hörweite) zu dem Schluss kommen "hey, kuck mal, das war doch mal ein Mann". Ganz andere Konstellation als im Absatz davor von mir beschrieben, ganz unmögliche Aktion.

Liebe Grüße
Jackie
Today is the first day of the rest of my... forget it.

Anne-Mette
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Re: Transgender und Vorurteile: "... das war doch mal ein Mann".

Post 5 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mi 16. Nov 2016, 08:55

Moin,

es passiert mir so selten, dass ich in solchen Fällen ganz überrascht bin. Kürzlich hatte ich so ein Erlebnis, das mich zu einigen Zeilen veranlasst hat,
die schon an anderer Stelle stehen:
Weiterhin sind wir zwar für lautes und selbstbewusstes „Trommeln für die Selbsthilfe“, aber gegen „Lautsprecher“.
...
Ich meine diejenigen "Lautsprecher", die z.B. an der Kasse im Supermarkt eine auffallend laute Frage stellen oder eine Äußerung, die für eine andere Person bestimmt ist, so laut tätigen, dass sie ihr Publikum damit erreichen und eine andere Personen damit verletzen.
Er zeigt ein zufriedenes Gesicht, wenn er Erfolg hat.
Für diese "Spiel" werden Menschen ausgesucht, die nicht in die Welt des "Lautsprechers" passen:
dicke Menschen, Menschen aus einem anderen Kulturkreis, Menschen mit Behinderung, Menschen, die nicht in das "geschlechtliche Weltbild" des Lautsprechers passen.
Dabei profitiert der Lautsprecher keinesfalls von Erfahrungen, sondern eher von Annahmen und Vorurteilen. Weil er solche Menschen, über die er "laut spricht" nicht näher kennt, geht er erst einmal vom Hörensagen und seinen Annahmen aus. Gleichwohl erhebt er sich über die Menschen, indem er sie entwerten möchte.
Weibliche "Lautsprecher" habe ich auch schon erlebt )))(:
In Berlin - vom Sprachbild her würde ich sagen, eine Einheimische: "Is' ditte nu' 'n Mann oder der Frau?" oder "kiek ma' - ne Transe".

Mit dem Aussehen (Passing) ruft man jedoch nicht so viele Leute auf den Plan wie mit der Stimme.
Mir wurde berichtet, dass manche Lieferanten trotz Nennung eines weiblichen Namens in vielen Fällen beharrlich bei "Herr" bleiben, auch wenn sie darauf aufmerksam gemacht werden, dass "Frau" die richtige Anredeform ist. Sie bleiben dabei: "für mich klingen Sie wie ein Mann!"
Manche muss man direkt ansprechen und fragen: "rufen Sie nur an, weil Sie mit mir hier über Stimmen und Geschlechter reden wollen, oder wollen Sie tatsächlich etwas verkaufen?"

Gruß
Anne-Mette

Bianca D.
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Re: Transgender und Vorurteile: "... das war doch mal ein Mann".

Post 6 im Thema

Beitrag von Bianca D. » Mi 16. Nov 2016, 09:30

Moin,

die in dem Artikel beschriebenen Situationen,z.B. die Schulzeit,das kann ich so nur bestätigen. Den Mist hab ich in den 70igern auch so erlebt. Kürzlich fand ein Klassentreffen statt,wo mir dann durchweg bestätigt wurde,daß meine Mitschüler damals ein Problem mit mir hatten.Sie konnten mich einfach nicht einsortieren (Schublade?!).Eine gab sogar zu,daß sie damals total intollerant waren gegenüber allen,die sich nicht Cliquenkonform verhielten. Zum Glück war das heute anders,beim Klassentreffen hatte ich endlich das Gefühl,von den Mädels als eine von ihnen akzeptiert zu sein.

Im Alltag höre ich solche Bemerkungen wie in der Überschrift angeführt eigentlich nicht mehr,wenn man mal von einigen unbelehrbaren Kollegen absieht. Aber die können mich mal....

LG Bianca
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Victoria
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Re: Transgender und Vorurteile: "... das war doch mal ein Mann".

Post 7 im Thema

Beitrag von Victoria » Mi 16. Nov 2016, 20:23

Anne-Mette hat geschrieben:
Mir wurde berichtet, dass manche Lieferanten trotz Nennung eines weiblichen Namens in vielen Fällen beharrlich bei "Herr" bleiben, auch wenn sie darauf aufmerksam gemacht werden, dass "Frau" die richtige Anredeform ist. Sie bleiben dabei: "für mich klingen Sie wie ein Mann!"
Manche muss man direkt ansprechen und fragen: "rufen Sie nur an, weil Sie mit mir hier über Stimmen und Geschlechter reden wollen, oder wollen Sie tatsächlich etwas verkaufen?"

Gruß
Anne-Mette
Leider passiert dies mir auch immer wieder. Hauptsächlich aber im Berufsleben, wo ich immer noch von Kunden als "Herr" am Telefon angesprochen werde.
Am Samstag Nachmittag wurde ich beim Einkaufen, im Aufzug, von einer Frau auch sehr kritisch gemustert. Was ist das nun was da Steht!!??
Da muß ich mir noch ein dickes Fell anlegen und über den Dingen stehen!

LG
Vicci
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Ulrike-Marisa
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Re: Transgender und Vorurteile: "... das war doch mal ein Mann".

Post 8 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Do 17. Nov 2016, 07:53

Moin,

...in der Tat ein dickes Fell hilft als betroffener Mensch zum Überleben im ganz normalen Alltag. Mit der Zeit fällt auch meiner eigenen Erfahrung nach die Anspannung der ersten Gänge nach draußen ab. Heute bewege ich mich (nach ca.4 Jahren) völlig ungezwungen Inder Öffentlichkeit, wobei sich natürlich doch hin und wieder ein kleiner Gedanke an die doch besondere Situation einschleicht. Vorurteile bei einer ganzen Reihe von Mitmenschen bestehen, das weiß ich auch und bestimmt denken sich Menschen ihren Teil, wenn sie mich betrachten, mustern oder sonst wie vor ihrem inneren Auge auseinandernehmen. Das stört mich mittlerweile nicht mehr und nehme gerne mit anderen Menschen beim Einkauf Blickkontakt auf. Ein kleines Lächeln entspannt dann die Gesichtszüge der anderen in der Regel. Richtig vorurteilsgeladenes Verhalten mir gegenüber habe ich so nicht erlebt, im Geschäftlichen Bereich, Hotel etc. sieht die Sache schon anders aus, da ich keinen rechtlichen Anspruch geltend machen kann. Da zählen formale Gesichtspunkte und sonst nichts, da ich mich ja elektronisch mit meinen gesetzlichen Namen anmelden muss. Da sehe ich dann darüber hinweg, den ich genieße die Situation, meinen Wünschen und Gefühlen entsprechend leben zu können. Beim Frühstück sieht das schon ganz anders aus... Meine Stimme ist auch so ein Problem, da muss ich aber einfach mit leben.
Toleranz und Akzeptanz in der Gesellschaft sind Ziele, die wir nicht aus den Augen verlieren dürfen und einfach ist nicht immer die beste Lösung.

Gruß, Ulrike-Marisa

Vicky_Rose
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Re: Transgender und Vorurteile: "... das war doch mal ein Mann".

Post 9 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Do 17. Nov 2016, 09:15

Ich habe bisher auch noch keine wesentlichen negativen Erlebnisse gehabt. Klar wird schon einmal geguckt, aber im wesentlichen bin ich ganz normal behandelt worden. Auch auf einem längeren Segeltörn, bei dem man ja anderen Menschen manchmal relativ nahe kommt (Hafenmeister, Hilfe beim Anlegen, ...), gab es nie Irritationen oder gar ein böses Wort. Im Gegenteil, manchmal werde ich sogar besonders freundlich behandelt (vom Personal im Schwimmbad zuhause). Aber ich vermeide kritische Situationen, wie die Begegnung mit alkoholosierten Menschen.

Was mich am meisten beschäftigt, ist das eigene Kopfkino. Wenn ich nach längerer Zeit wieder einmal en femme draußen bin, brauche ich immer etwas Zeit, mich an den Zustand en femme zu sein, wieder zu gewöhnen. Aber es bleibt doch immer das Bewusstsein, dass ich in einer besonderen Situation bin. Das kann ich einerseits genießen, anderseits ist es aber auch ein Hindernis, einfach ohne Nachzudenken den Augenblick weiblich zu leben. Dann ist zwar das Besondere weg, aber gerade durch das bedeutungslose Leben bekommt es ein authentisches Gefühl. Dann geht das "Frau spielen" (nicht negativ gemeint, es ist auch schön), in eine Normalität über, die von ganz innen kommt. Daran arbeite ich.

Aber vor Angriffen, verbal oder tätlich, ist man nie vollkommen geschützt. Besonders bei verbalen Angriffen hat man aber die Möglichkeit sich zu wehren, denn der Angreifer gibt sich durch den Angriff eine Blöße. Dessen muss man sich bewusst sein, um adäquat reagieren zu können. Nicht ich mache etwas falsch, sondern der Andere. Er hat ein Problem, mit dem er nicht fertig wird. Das ist sicher schwierig, aber man kann es trainieren. In dem Augenblick, in dem ich das Gefühl habe, dass ich etwas falsch mache, habe ich schon verloren. Weglaufen, wegschauen oder sich rechtfertigen geben dem Anderen Recht, obwohl wir wissen, dass er nicht Recht hat. Da gilt es den Finger in die Wunde zu legen. Die simple Frage "Welches Problem haben Sie ?" oder "Warum schreien Sie den so ?" dürfte viele "Lautsprecher" bereits in Verlegenheit bringen. Selbstbehauptung ist das Stichwort. Manchmal gibt es Kurse für TG, evtl. kann man auch an einem Kurs für Frauen bei der Polizei teilnehmen. Ich könnte mir vorstellen, dass man dort mit TGs offen umgeht, wenn man ihnen offen sagt, was man sucht. Evtl. lässt sich sogar ein Kurs speziell für TGs einrichten, wenn man genügend Menschen findet, die daran teilnehmen.
Viele Grüße
Vicky

Anne-Mette
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Re: Transgender und Vorurteile: "... das war doch mal ein Mann".

Post 10 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Do 17. Nov 2016, 10:02

Moin,

auf direkte Ansprache kann ich gut reagieren; Gewalthandlungen lasse ich mal außen vor.
Anders sieht es aus, wenn das Gefühl "Lautsprecher redet über Dich" durch wahrgenommene Wortfetzen oder ganze Sätze bestätigt wird.
Lautsprecher suchen sich gern ein Publikum, versuchen anderen zu zeigen und zu beweisen, dass sie "so" nicht sind und dass sie "Anderssein" missbilligen oder gar verurteilen.
Sie gehören zu den Guten - und, die Frage wird nicht ausgesprochen, sondern spielt latent mit: "ihr wollt doch auch zu den Guten, zu den Normalen, zu mir gehören, dann bestätigt mich bitte und lacht mit (erbost euch) über den dicken Mann, die Transe, die schwulen Männer...".

Gruß
Anne-Mette

Bianca D.
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Re: Transgender und Vorurteile: "... das war doch mal ein Mann".

Post 11 im Thema

Beitrag von Bianca D. » Do 17. Nov 2016, 12:14

Victoria hat geschrieben: von Kunden als "Herr" am Telefon angesprochen
Moin Vicci,

da hilft nur,konsequent mit Vornamen am Telefon melden und sofort ins Wort fallen und berichtigen.Das hilft in der Regel.
Victoria hat geschrieben:Da muß ich mir noch ein dickes Fell anlegen
Das hilft!! :wink:
Was die Sache mit den Lautsprechern angeht: einfach den Strom abstellen,dann ist Ruhe! Ich hab mal einen erlebt,ging nicht um mich,den haben sie durch Ignoranz so vor die Pumpe laufen lassen.... :lol:

LG Bianca
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Vicky_Rose
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Re: Transgender und Vorurteile: "... das war doch mal ein Mann".

Post 12 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Do 17. Nov 2016, 12:36

Ja Anne-Mette, so funktioniert das wohl. Ich setze aber darauf, dass es viele Menschen gibt, die das missbilligen. Deshalb muss dieser Kreislauf unterbrochen werden und der Lautsprecher isoliert werden. Das ist nicht einfach, aber mMn sehr wirkungsvoll. Wichtig ist, dass man schnell freundlich, aber bestimmt reagiert. Kein direkter Gegenangriff, sondern den Anderen eher ins Leere laufen lassen. Es entspricht eher der geistigen Haltung, der man beim Aikido folgt:
Der friedlichen geistigen Haltung des Aikidō entsprechend geschieht dies ohne Absicht zum Gegenangriff, sondern vorwiegend durch die Einnahme einer günstigen Position und ständige Kontrolle des Kontakts mit dem Gegner. (Wikipedia)
Denkbar wäre z.B. eine sinngemäße Antwort wie: "Da gebe ich Ihnen völlig recht. Transen sind wirklich ... (beliebiges aus dem Angriff einsetzen). Aber was machen wir, wenn wir Eine sehen ? Sollen wir laut schreiend mit den Finger auf diese Menschen zeigen ? Oder könnte es sein, dass sie völlig harmlos sind und nur ungestört ihr Leben leben wollen ?"

Wie wäre es, wenn wir hier solche Situationen sammeln und uns mögliche Reaktionen ausdenken, damit wir gegebenenfalls vorbereitet sind ?
Viele Grüße
Vicky

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Re: Transgender und Vorurteile: "... das war doch mal ein Mann".

Post 13 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Do 17. Nov 2016, 13:33

Moin,

...also wenn ich auf Dienstreise bin und mit Kollegen und Kolleginnen aus anderen Ämtern zusammen bin oder auf Gremiensitzungen, dann habe ich auch schon mal fragende Blicke aufgefangen und diese beantworte ich dann mit einem Lächeln und erkläre was ich bin; das hat bisher ausgereicht und ich denke, oft genug auch für Verständnis der Mitmenschen gesorgt. wir sollten immer bedenken, dass wir als Betroffene (s. anderes Thema) eine kleine Randgruppe der Gesellschaft sind 1/1000 von 85 Mio. wohl aber der Menschenwürde entsprechend behandelt werden wollen. Das kann frau/man auch notfalls sagen. Deeskalation ist immer gut und wichtig; ruhig und gelassen bleiben und der Wirklichkeit ins Auge sehen, klappt bei mir zumindest bisher so.

Gruß, Ulrike-Marisa

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Re: Transgender und Vorurteile: "... das war doch mal ein Mann".

Post 14 im Thema

Beitrag von gabi52 » Do 17. Nov 2016, 14:53

Hi,

Lautsprecher müssen ausgeschaltet werden, egal über welches Thema sie konkret laut sprechen.

Eine junge Frau hat sich sehr über mich beim Bäcker amüsiert. "Zufällig" sind wir gleichzeitig beide raus und da hab ich sie sehr freundlich angesprochen und gefragt, was sie so komisch an mir findet, ich würde mich ja auch nicht über ihren dunklen Ansatz an ihren (sonst) blonden Haaren amüsieren. Ausserdem wollte ich sie das nicht im Laden fragen, um sie nicht bloss zu stellen...

Was kam raus? Sie hatte noch eine T... gesehen und war völlig überfordert, was sie dann durch ihr Lachen kompensierte. Mein Verständnis dafür, dass sie sich überfordert fühlte, aber dann doch vielleicht mal nachdenken sollte, ob ihre Reaktion nicht vielleicht verletzend sein könnte (was sie natürlich und selbstverständlich nicht wollte...) liess sie dann sehr leise werden.

Da decken sich meine Erfahrungen doch sehr mit Euren, denn das "immer ran an den Feind" funktioniert in beiden Modi und eigentlich auch bei jedem Thema...

LG
Gabi

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Re: Transgender und Vorurteile: "... das war doch mal ein Mann".

Post 15 im Thema

Beitrag von Saari » Do 17. Nov 2016, 15:03

Ulrike-Marisa, Du schriebtest u.a.: ..."wenn ich ... mit Kollegen zusammen bin ... dann habe ich auch schon mal fragende Blicke aufgefangen und ... erkläre ... das hat bisher ausgereicht und ... für Verständnis .. gesorgt", das ist nach meiner Erfahrung auch so.
Ich erkläre, je nach Bedarf; das war's dann und warum es so ist; das genügte stets und die Fragen sowie Blicke waren beendet.

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