SPIEGEL 1980 TRANSSEXUELLE: leidvoller Zwang
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Anne-Mette
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Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Fr 11. Nov 2016, 11:58

Moin,

manchmal werden Fundstücke ausgegraben, die uns zeigen, dass wir uns immer noch auf einem langen Weg befinden

"Transsexuelle sollen in Zukunft auch in ihren Personalpapieren das verhaßte Geschlecht abstreifen können. Über ein entsprechendes Gesetz berät der Bonner Innenausschuß in dieser Woche".

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14325211.html

Gruß
Anne-Mette

TessaLouboutin
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Re: SPIEGEL 1980 TRANSSEXUELLE: leidvoller Zwang

Post 2 im Thema

Beitrag von TessaLouboutin » Fr 11. Nov 2016, 13:25

"Eine solche "leichtgemachte", aber eben auch rückgängig zu
machende Änderung der Geschlechterrolle könnte nach Meinung der CDU
"transsexuelle Neigungen fördern ..., den Umstieg zum Gegengeschlecht erleichtern" und
"zu einer Gefährdung einer großen Zahl anderer Personen führen"

Ich glaube da sind wir heuer doch schon ein ganzes Stück weiter.

LG
Tessa
Hat die Blume einen Knick, war der Schmetterling zu dick.

ab08
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Re: SPIEGEL 1980 TRANSSEXUELLE: leidvoller Zwang

Post 3 im Thema

Beitrag von ab08 » Fr 11. Nov 2016, 13:41

Danke, liebe Anne-Mette,

da sieht man mal wieder, wie alt das TSG ist.
3000 bis 5000 Betroffene :lol: :lol: --> Richtig süß, wie "Randgruppen" marginalisiert wurden/ und immer noch werden.

Übrigens klappte es auch vorher, also bevor es das TSG gab:
die Komponistin Kerstin Thieme https://de.wikipedia.org/wiki/Kerstin_Thieme
unterrichtete in Nürnberg am benachbarten, musischen Labenwolf-Gymnasium, mit dem später, zu Zeiten der Kollegstufe,
ein reger Austausch mit meinem naturwissenschaftlichen Hans-Sachs-Gymnasium stattfand. (z.B. Leistungkurskombination Musik+Physik) :wink:

Liebe Grüße
Andrea
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Michelle_Engelhardt
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Re: SPIEGEL 1980 TRANSSEXUELLE: leidvoller Zwang

Post 4 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Fr 11. Nov 2016, 13:51

3000 - 5000 dürften es alleine in einem mittelgroßen Bundesland sein....von der Dunkelziffer will ich mal gar nicht reden (moin)
Mnahcaml nib ihc dcuehrianendr

exuserin-2017-01-16

Re: SPIEGEL 1980 TRANSSEXUELLE: leidvoller Zwang

Post 5 im Thema

Beitrag von exuserin-2017-01-16 » Fr 11. Nov 2016, 14:18

Hallo Michelle , die Zahlen glaub ich nicht, soviele sind es nie und nimmer. Seit ich hier geoutet bin komme ich immer überall hin ob Ärzte ,Krankenhaus ,Mitbürger und niemand hat je persönlich mit einem Transidenten Menschen gesprochen oder einen kennengelernt. Wenn es in einem Bundesland alleine 3000 -5000 Personen sein söllten, wäre ich nicht überall die Erste.Zumindest ist das mein Eindruck.
LG Uta

Michelle_Engelhardt
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Re: SPIEGEL 1980 TRANSSEXUELLE: leidvoller Zwang

Post 6 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Fr 11. Nov 2016, 14:39

Huhu Uta,

vielleicht sind die Zahlen tatsächlich etwas hochgegriffen, das ist durchaus möglich. Ich bin selten die Erste, aber es kommt hin und wieder auch bei mir vor. Nun gut, ich lebe allerdings auch im bevölkerungsreichsten Bundesland. Irgendwann hatte ich mal die Zahl von 1 TS auf 250.000 Einwohner aufgeschnappt. Das wiederum halte ich für ziemlich tief gestapelt.

Viele liebe Grüße )))(:
Michelle
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ab08
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Re: SPIEGEL 1980 TRANSSEXUELLE: leidvoller Zwang

Post 7 im Thema

Beitrag von ab08 » Fr 11. Nov 2016, 15:11

Hallo Uta,

ein paar Fakten: Hier die Anzahl der TSG-Verfahren 1991-2013 lt.dgti
http://www.trans-ident.de/informationen ... eutschland
Diese Personen machten es also ungeachtet beruflicher/privater Schwierigkeiten (Ich wurde z.B. zunächst zwangspensioniert) offiziell,
also liegt die tatsächliche Anzahl (ev. deutlich) darüber. "Dunkelziffer"

Liebe Grüße
Andrea

P.S. Es macht ja wirklich nur ein Teil der Transsexuellen die GAOP, daher gäbe die Gesamtzahl der durchgeführten Operationen einen Anhaltspunkt,
denn weniger sind es bestimmt nicht!! :lol: --> Übrigens: Manche machen die GAOP unauffällig im Ausland, die kämen hier natürlich dazu...
Bzgl. "Man trifft nur selten Transsexuelle" --> Geschätzt über 95% leben "stealth", wollen also ihre Ruhe haben.
(Stealth geht ziemlich einfach. -> Obwohl ich mich eigentlich auskenne, begegnete ich zahlreichen Transsexuellen, bei denen ich es nie vermutet hätte. Erst als sie es mir sagten, kannte ich die Wahrheit. Nach der GAOP: Wenn schon die Gynäkologin keinen Unterschied zum Original erkennt, glaube ich kaum, dass ein künftiger Partner was merkt.) :wink:
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Re: SPIEGEL 1980 TRANSSEXUELLE: leidvoller Zwang

Post 8 im Thema

Beitrag von Hedi » Fr 11. Nov 2016, 17:20

uta hat geschrieben:Hallo Michelle , die Zahlen glaub ich nicht, soviele sind es nie und nimmer. Seit ich hier geoutet bin komme ich immer überall hin ob Ärzte ,Krankenhaus ,Mitbürger und niemand hat je persönlich mit einem Transidenten Menschen gesprochen oder einen kennengelernt. Wenn es in einem Bundesland alleine 3000 -5000 Personen sein söllten, wäre ich nicht überall die Erste.Zumindest ist das mein Eindruck.
LG Uta
Ich würde da auch nicht so drauf wetten.
Wir haben hier in Münster letzten Monat das Silberjubiläum unserer SHG gefeiert, (birthd) da war von einer Mitgliederzahl von insgesamt 300 die Rede.
Auch wenn nicht mehr alle aktiv sein mögen, verstorben werden sie ja nun auch nicht alle sein.
Wenn ich so an "unsere" Münster-Männer denke, in Alltag würde ich bei nahezu allen nicht drauf kommen daß die vor einigen Jahren noch "weiblich" unterwegs waren.
Wie ist das denn jetzt mit der Ehe für alle? Wann bekomme ich meinen Partner zugeteilt?

ab08
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Re: SPIEGEL 1980 TRANSSEXUELLE: leidvoller Zwang

Post 9 im Thema

Beitrag von ab08 » Fr 11. Nov 2016, 17:37

Hallo Hedi,

Münster (300 000 Einwohner), da erscheint mir 300 realistisch.
Mir begegneten an Gymnasien und in der Kinder & Jugendpsychiatrie seit 2008 im Laufe der Jahre einige Transsexuelle.
Ein Gymnasium hat meist circa 1000 Schüler, - bisweilen ein Fall, - auch mal 2-3, - manchmal niemand.
Nach meinen persönlichen Erfahrungen könnte 1:1000 bzw. 1 Promille als grobe Schätzung stimmen. (TSG-Verfahren sind es etwas weniger.*))

Entscheidend aber ist: Die Mehrzahl will nicht auffallen und fällt auch nicht auf!
ABER: Es gibt einzelne Aktivisten/Aktivistinnen und seit 2008 zähl ich mich dazu!

Liebe Grüße
Andrea

*) Achtung: Der Kommentar auf der verlinkten dgti-Seite enthält Rechenfehler.
In 12 Jahren 17 255 Verfahren bei 81 471 834 Bürgern entspricht in diesem Zeitraum 0,0212 %
==> Ergo, bei größerem Zeitraum und unter Berücksichtigung aller Fälle halte ich die fünffache Menge also 1 Promille durchaus für realistisch.

Wiki https://de.wikipedia.org/wiki/Transsexualit%C3%A4t spricht sogar von 1,3 bzw. 2,5 Promille, je nach Zählweise.
Ergo hatte Michelle mit ihrer Anmerkung Recht -> z.B. Bundesland Hessen: 6 Millionen Einwohner, also circa 6000 Transsexuelle.
Freistaat Sachsen: 4 Millionen Einwohner, also circa 4000 Transsexuelle. usw.
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Re: SPIEGEL 1980 TRANSSEXUELLE: leidvoller Zwang

Post 10 im Thema

Beitrag von exuserin-2017-01-16 » Fr 11. Nov 2016, 20:52

hi vielleicht ist es so das fast alle unter gehen nicht mehr auffallen , bei Transmännern überhaupt kein Problem denke ich die zählen ja auch dazu. Und viele Transfrauen leben halt auch Stealt kenne einige wo es nicht mehr auffällt. Wenn man pro kleinerer Stadt 1 TS rechnet könnte es hinkommen. LG Uta

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Re: SPIEGEL 1980 TRANSSEXUELLE: leidvoller Zwang

Post 11 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Sa 12. Nov 2016, 01:48

Ich glaube, da wird man auch schwierig auf wirklich verlässliche Zahlen kommen.....Stealth, Dunkelziffer und auch noch ne Menge, die sich noch gar nicht im Klaren sind, wohin die Reise geht (TV, CD, DWT....Nein ich bin keine Freundin von Schubladen) bzw. jene, die aufgrund von Familie und Beruf nicht so können wie sie wollen oder auch nicht so wollen, wie sie könnten. Insgesamt sag ich einfach mal.....wir sind mehr, als wir denken (smili)
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Re: SPIEGEL 1980 TRANSSEXUELLE: leidvoller Zwang

Post 12 im Thema

Beitrag von ab08 » Mi 16. Nov 2016, 14:35

Hallo meine Lieben,

hier ein vernünftiger aktueller, wie ich finde, ganz brauchbarer, Artikel zum Thema:
--> Transgender: Deutsche Debatten für Selbstbestimmung stocken
http://www.ksta.de/politik/transgender- ... n-25102098
Zitat: "Die Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (dgti) schätzt, dass in Deutschland rund 60000 bis 100.000 Transgender-Personen leben."
da wären wir also wieder bei circa ein Promille... :wink:

Liebe Grüße
Andrea

P.S. Gleicher Artikel - Mitteldeutsche Zeitung
http://www.mz-web.de/politik/transgende ... n-25102098
an den dortigen Kommentaren erkennt man, welche Vorurteile es gibt und wie wichtig bisweilen eine Moderation von Beiträgen ist...
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Re: SPIEGEL 1980 TRANSSEXUELLE: leidvoller Zwang

Post 13 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Mi 16. Nov 2016, 15:46

Moin zusammen,

...1/1000, ein Promille von 85 Mio. Einwohnern in Deutschland sprich ca. 85000 sind ein gesellschaftliches Randproblem, eine Randgruppe, für die sich Politiker im Bund und in den Ländern wohl kaum die sauberen Finger schmutzig machen werden. Das Gegenteil muss erst bewiesen werden und das kann einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen. Aus diversen privaten und persönlichen Gründen werden aber gewiss nicht alle Betroffenen, alles für sich in Anspruch nehmen können - siehe die Diskussionen in anderen Themenbereichen des Forums. Trotzdem müssen wir in der Gesellschaft weiter voran gehen in Richtung wirklich freier Selbstbestimmung des einzelnen Menschen in seiner persönlichen Würde und Unversehrtheit.
Schauen wir mal, was passiert...

LG, Ulrike-Marisa

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Re: SPIEGEL 1980 TRANSSEXUELLE: leidvoller Zwang

Post 14 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Mi 16. Nov 2016, 15:48

"transsexuelle Neigungen fördern ..., den Umstieg zum Gegengeschlecht erleichtern"

Das ist ja der Sinn eines angepassten Personenstandsrechts: den Umstieg erleichtern. Und nebenbei würde sich die Dunkelziffer verringern...

Aber ich glaube, dass das Denken, dass man T* durch Gesetze in irgendeiner Form steuern kann, steckt auch heute noch in vielen Köpfen. T* ist einfach da, es gehört zum Menschen und das völlig unabhängig von Gesetzen. Das zeigt ja auch die fast schon hysterisch zu nennende Diskussion um den Sexualkundeunterricht in BW.

Ich glaube, wenn es endlich in die angstbesetzten Köpfe ginge, dass T* nicht gesteuert und gelenkt werden kann bzw. auch niemand davon durch Toleranz und Akzeptanz "infiziert" wird, wäre der entscheidende Durchbruch gelungen. Es muss auch niemand vor T* "geschützt" werden.

Ok, man darf ja wohl noch träumen ...
Viele Grüße
Vicky

Nur Mannsein ist mir zu wenig, nur Frausein (noch) zu viel ...

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Re: SPIEGEL 1980 TRANSSEXUELLE: leidvoller Zwang

Post 15 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Do 17. Nov 2016, 14:50

Moin,

ich habe mir das Heft tatsächlich besorgt; denn oftmals gibt es in ihnen mehr Informationen als in den online-Artikeln.
So auch hier. Ein Artikel "Skalpell oder Couch?" lässt Dr. Freidmann Pfäfflin zu Wort kommen über "Probleme mit der Transsexualität".

Das Heft ist 26 Jahre alt. Damals wurde noch intensiv für Zigaretten und andere Tabakerzeugnisse geworben. Die 13. Olympischen Winterspiele fanden in den USA statt - und die Lufthansa gab eine ganzseitige Stellenanzeige auf "Sind Sie der Abiturient, den Weg nach oben sucht?"

Es hat sich viel getan seit den 1980er Jahren, aber ist das bei "unseren Themen" auch so?

Gruß
Anne-Mette
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