Umfrage zu Alternativen zum Kabinettsentwurf des Geschlechtsänderungsgesetzes (3. Option)
Umfrage zu Alternativen zum Kabinettsentwurf des Geschlechtsänderungsgesetzes (3. Option) - # 2

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Was fändet ihr besser, wenn die Änderung des Geschlechtseintrags nicht freigestellt wird?

Pflichtberatung
4
15%
Wartefrist
23
85%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 27

Jaddy
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Re: Umfrage zu Alternativen zum Kabinettsentwurf des Geschlechtsänderungsgesetzes (3. Option)

Post 16 im Thema

Beitrag von Jaddy » Do 20. Sep 2018, 14:22

Samira-St hat geschrieben:
Do 20. Sep 2018, 11:05
Jaddy hat geschrieben:
Do 20. Sep 2018, 09:15
Da ich, wie beschrieben, keine merkbaren Folgen für andere als die jeweils ihren Eintrag ändernden erkennen kann: Könntest Du mir mal erläutern, wo Du irgendein Chaos siehst? Welche Auswirkungen haben Deiner Meinung nach frei änderbare Personenstandseinträge?
Zum beispiel:
Straftäter die ihre Geschlechts Identität im Personenstandseintrag verbergen wollen!

schon aus diesen gründen allein ist eine Pflichtberatung angebracht weil man da wie auch bei Schwangerschaftsabbruch eine Bescheinigung erhält um dies durch führen lassen zu können.
mit einer Pflichtberatung wird dies schon mal verhindert das Straftäter ihre Geschlechts Identität ändern können.

sorry das ist meine Meinung darüber (Sicherheit muss nun mal sein zum Schutz der betroffenen Personen)
OK, vielen Dank für die Meinung, aber die müsstest Du mir schon etwas besser begründen, denn es würde mich mal interessieren, wie das gehen soll. Zur Erinnerung: Es geht um den Geschlechtseintrag im Geburtsregister, beim ursprünglichen Standesamt nach der Geburt. Alle anderen Änderungen muss man selbst anleiern. Das Geburtsorts-Standesamt gibt keine Änderungen von sich aus weiter (Ausnahme Rentenversicherung, soweit ich weiss).

In Perso und Führerschein steht kein Geschlecht drin. Meldebehörden gehen nach Aktenlage. Ob da gerade "Herr" oder "Frau" Samira steht oder wie Du gerade aussiehst, ist denen egal. Polizei und Justiz gehen nach Namen und sind auf Namensänderungen - z.B. durch Heirat, Scheidung - vorbereitet.

Dann mal die Frage, was Du unter "Straftäter" verstehst. Vor einer Verurteilung bist Du keiner und es steht auch nix im Führungszeugnis. Nach der Verbüssung einer Strafe steht zwar etwas in Deinem polizeiichen Führungszeugnis, aber das wäre ja entweder auf Deine alte ID (Perso als Nachweis) oder Deine neue. Und wenn Du Deine Papier umschreiben lässt, wanderen die alten EInträge mit. Das ist ständige Praxis bei Eheschliessungen, Scheidungen, Transitionen, usw.

EIne Beratung brächte strafrechtliche Dinge auch nicht zur Sprache. Selbst wenn die Beratung es wissen dürfte und deshalb von der Änderung abraten würde, wäre man nachher immer noch frei, es trotzdem zu tun.

Beratung heisst ja Information, nicht Erlaubnis. Die Hürde einer Erlaubnis, die mglw verweigert werden könnte, wollen wir für den Geschlechtseintrag ja gerade abschaffen.

Der einzige Unterschied zur jetzigen Situation nach TSG wäre der Wegfall der Psychogutachten und folgendem Amtsgerichtsbeschluss. Meines Wissen wird bei keinem dieser Schritte anhängige oder abgeschlossene Strafverfahren berücksichtigt.

Aber vielleicht habe ich ja irgendwie übersehen, wie man sich mit einem geänderten Geschlecht in der Geburtsurkunde verstecken kann.

Vicky_Rose
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Re: Umfrage zu Alternativen zum Kabinettsentwurf des Geschlechtsänderungsgesetzes (3. Option)

Post 17 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Do 20. Sep 2018, 14:27

Ich gehe auch davon aus, dass an einer Stelle die Nachvollziehbarkeit registriert wird. Damit sind genau Dinge wie Strafverfolgung u.ä. gewährleistet. Hinter einer Neuausstellung der Geburtsurkunde, Zeugnissen, etc. steht ja ein ganz anderes Thema. Dort wird jegliche Verwirrung durch einen einheitlichen Namen und Geschlecht gewährleistet.

Für mich ist das ein Sturm im Wasserglas.

Allerdings gibt es andere Punkte, wie z.B. Frauenförderung, unterschiedliches Strafrecht nach Geschlecht (z.B. §183 StGB,https://dejure.org/gesetze/StGB/183.html) etc. zu klären. Also die Dinge, die real mit dem Geschlecht verbunden sind. Das ist nicht einfach, aber machbar.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Umfrage zu Alternativen zum Kabinettsentwurf des Geschlechtsänderungsgesetzes (3. Option)

Post 18 im Thema

Beitrag von christina » Fr 21. Sep 2018, 19:58

Michelle_Engelhardt hat geschrieben:
Do 20. Sep 2018, 13:59
Tut mir leid, aber das ist schlicht und ergreifend falsch!
Kannst du das in irgendeiner Form belegen? Es gibt diesen Sperrvermerk im Geburtenbuch.
So wurde es mir bei der Neuaustellung meiner Geburtsurkunde mitgeteil.

LG Chhristina

Michelle_Engelhardt
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Re: Umfrage zu Alternativen zum Kabinettsentwurf des Geschlechtsänderungsgesetzes (3. Option)

Post 19 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Fr 21. Sep 2018, 22:27

christina hat geschrieben:
Fr 21. Sep 2018, 19:58
Michelle_Engelhardt hat geschrieben:
Do 20. Sep 2018, 13:59
Tut mir leid, aber das ist schlicht und ergreifend falsch!
Kannst du das in irgendeiner Form belegen? Es gibt diesen Sperrvermerk im Geburtenbuch.
So wurde es mir bei der Neuaustellung meiner Geburtsurkunde mitgeteil.

LG Chhristina
Selbstverständlich Christina (smili)

Aus meinem früheren Leben habe ich noch die ein oder andere finanzielle Altlast. Nun erreichte mich gerade diese Woche ein Schreiben der Stadt Dortmund, in dem mir mitgeteilt wird, das der Inkassoverein XY gerne meinen jetzigen Namen und meine Anschrift wüßte.

Meine Optionen:
a) Ich stimme der Anfrage und der Herausgabe meiner Daten zu
b) Ich stimme der Herausgabe der Daten nicht zu (mit Begründung!!)

Reagiere ich auf das Schreiben nicht, entscheidet die dementsprechende Sachbearbeiterin der Stadt Dortmund, ob sie meine Daten herausgibt oder nicht.

Wir reden jetzt hier "nur" von offenen Schulden. Hätte ich z.b. vor 10 Jahren ne Bank ausgeraubt, würde man mich erst gar nicht fragen, ob der Staatsanwalt meine aktuellen Daten haben darf. Wie gesagt schützt der Sperrvermerk absolut nicht vor allem. Es würde nicht funktionieren, sich als Mann / Frau im Millionenbereich zu verschulden und dann im anderen Geschlecht lebend ungeschoren davon zu kommen.

Liebe Grüße
Michelle
klingt komisch, ist aber so

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