Hört bitte, bitte auf diese Leute zu wählen ...
Hört bitte, bitte auf diese Leute zu wählen ... - # 4

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Kati_nx
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Re: Hört bitte, bitte auf diese Leute zu wählen ...

Post 46 im Thema

Beitrag von Kati_nx » So 8. Jul 2018, 23:26

conny hat geschrieben:
So 8. Jul 2018, 23:23
Kati_nx hat geschrieben:
So 8. Jul 2018, 22:06
conny hat geschrieben:
So 8. Jul 2018, 22:05


Sie sollten sich jedenfalls über Wahlergebnisse nicht beschweren, auch in Bezug auf die AfD nicht.
Das stimmt allerdings! Und ich für meinen Teil, halte mich auch daran.
Aber konsequenterweise dann auch nicht, wenn Trans*Forderungen unbeachtet bleiben.
Conny meine Kleene, für Dich mach ich doch alles, weiste doch! :D
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Lalilaluna
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Re: Hört bitte, bitte auf diese Leute zu wählen ...

Post 47 im Thema

Beitrag von Lalilaluna » So 8. Jul 2018, 23:34

Kati_nx hat geschrieben:
So 8. Jul 2018, 22:15
Nein mir war so, als hättest Du erwähnt für Flüchtlinge tätig gewesen zu sein. Dann habe ich mich wohl geirrt. Ich wäre interessiert daran gewesen wie der Umgang unter jenen, mit uns ist.
Dann kann ich da vielleicht was dazu sagen. Ich habe ein halbes Jahr lang unbegleitete minderjährige Flüchtlinge betreut, alles Jungs ungefähr zwischen 14 und 18 Jahren. Ich war da zwar noch nicht ganz "en femme", weil ich es mir selber noch nicht eingestanden hatte eine Frau zu sein. Ich war damals eher androgyn unterwegs, wobei das auch da schon alles aus der Mädelsabteilung kam. Und meine Haare sind ja schon seit über 20 Jahren so lang wie sie jetzt auch sind. Und was ist passiert? Praktisch nix ... -- naja einmal haben mich welche vorsichtig gefragt, ob ich schwul sei. Nein, war ich ja noch nie und dachte ich auch nie -- und damit war das Thema erledigt. Also alles gut :)

LG, Mirjam

Nicole Doll
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Re: Hört bitte, bitte auf diese Leute zu wählen ...

Post 48 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » So 8. Jul 2018, 23:53

Martin-a hat geschrieben:
So 8. Jul 2018, 20:01
Was ist das grösste Problem einer Demokratie? Dass man nur die Kandidaten wählen darf, die sich zur Verfügung stellen. Man sollte explizit die Möglichkeit haben, anzugeben, dass man keinen der Kandidaten will.
Wenn das so möglich wäre, und diese Enthaltungen bei der Mehrheitsfindung mit gezählt würden, hätten wir in Deutschland schon lange eine Minderheitsregierung. Dann konnte eine CDU zusammen mit einer ihr machtbesessen ergebenen SPD keine Gesetze einfach so durchbringen. - Warum sonst wählt denn kaum noch jemand SPD, auch ich nicht mehr als Sozialdemokrat alter Tradition? - Bei einer Minderheitsregierung müssten immer Mehrheiten für die jeweiligen Gesetzentwürfe neu gefunden werden. Dann wäre die Regierung von oben herab nicht mehr Handlungsfähig. Das bedeutet nicht das Chaos, vor dem man uns ständig Angst zu machen versucht, sondern echte Demokratie! Dann muss ein Gesetzentwurf solange immer wieder geändert werden, bis eine echte Mehrheit ihn akzeptiert.

Nur so etwas will von unseren Kasperletheater-Politikern, die nur das Volk verarschen wollen, keiner haben.

LG Nicole
Jeder glaube an was er will. - Also sprach Zarathustra.

MichiWell
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Re: Hört bitte, bitte auf diese Leute zu wählen ...

Post 49 im Thema

Beitrag von MichiWell » Mo 9. Jul 2018, 00:02

MaraE hat geschrieben:
So 8. Jul 2018, 18:13
Kati_nx hat geschrieben:
So 8. Jul 2018, 17:23
Aber dass sowas wie die AFD ernsthaft zur Gefahr werden kann, ist für mich vollkommen ausgeschlossen, da gibt es viel zu viele "vernünftige" Menschen. Deshalb sehe ich es ähnlich wie Sasha, auch wenn ich jedes mal doch wählen gehe, mich aber jedes mal frage: warum eigentlich?
Ich denke man sollte sich nicht darauf verlassen, dass es noch genug "vernünftige" Menschen gibt. In der jüngeren Vergangenheit gab es da einige Ereignisse die mich da sehr dran zweifeln lassen. Kein Mensch hielt es für möglich dass die Brexit-Befürworter die Mehrheit bekommen, genauso war es bei der US Präsidentschaftwahl, niemand hätte geglaubt, dass dieser Clown jemals Präsident der USA werden könnte. Am Ende waren dann die "vernünftigen" Menschen alle schockiert und haben sich gefragt wie konnte so was nur passieren... In beiden Fällen waren es nur relativ kleine Mehrheiten und wären mehr Vernünftige zur Wahl gegangen hätte das evtl. verhindert werden können.

Liebe Grüsse
Mara
Hallo Mara,

was heißt hier: "Kein Mensch ..."? Ich bin wirklich nicht stolz darauf, in Fällen wie den von dir genannten Recht gehabt zu haben, doch offensichtlich liege ich mit meiner Einschätzung der Irrationalität und Dummheit der Menschen im Allgemeinen ziemlich richtig.

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass man "unschöne" Entwicklungen oder Menschen wie Trump nicht einfach so ignorieren oder verlachen darf, sondern ernst nehmen muss, zumindest insoweit, dass man ihre Gefährlichkeit anerkennt und angemessen entgegenwirkt, ihnen den Wind aus den Segeln nimmt.


Liebe Grüße
Michi
Raider heißt jetzt Twix. Sonst ändert sich nix.

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Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie.

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Re: Hört bitte, bitte auf diese Leute zu wählen ...

Post 50 im Thema

Beitrag von Kati_nx » Mo 9. Jul 2018, 00:05

Lalilaluna hat geschrieben:
So 8. Jul 2018, 23:34


Dann kann ich da vielleicht was dazu sagen. Ich habe ein halbes Jahr lang unbegleitete minderjährige Flüchtlinge betreut, alles Jungs ungefähr zwischen 14 und 18 Jahren. Ich war da zwar noch nicht ganz "en femme", weil ich es mir selber noch nicht eingestanden hatte eine Frau zu sein. Ich war damals eher androgyn unterwegs, wobei das auch da schon alles aus der Mädelsabteilung kam. Und meine Haare sind ja schon seit über 20 Jahren so lang wie sie jetzt auch sind. Und was ist passiert? Praktisch nix ... -- naja einmal haben mich welche vorsichtig gefragt, ob ich schwul sei. Nein, war ich ja noch nie und dachte ich auch nie -- und damit war das Thema erledigt. Also alles gut :)

LG, Mirjam
Hallo Mirjam,

danke für Deine Antwort. Das heißt Du hast das Gefühl, die hätten dich auch akzeptiert, wenn Du gesagt hättest du seist homosexuell? Und ist Trans ein Konzept, über das sie Bescheid wissen?

Entschuldige Sarah fürs Thema entführen, ist auch die letzte Frage... :oops:

Gruß
Kati
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Re: Hört bitte, bitte auf diese Leute zu wählen ...

Post 51 im Thema

Beitrag von Lalilaluna » Mo 9. Jul 2018, 00:22

Kati_nx hat geschrieben:
Mo 9. Jul 2018, 00:05
Das heißt Du hast das Gefühl, die hätten dich auch akzeptiert, wenn Du gesagt hättest du seist homosexuell? Und ist Trans ein Konzept, über das sie Bescheid wissen?
Also gut Kati, dann auf die letzte Frage dazu die letzte Antwort ;)

Ich denke schon, dass die mich auch akzeptiert hätten, wenn ich schwul wäre -- oder muss ich jetzt schreiben, wenn ich auf Männer stehen würde und damals gedacht hätte ich sei schwul? ;) Ich glaube allerdings auch, dass es bei Jugendlichen einfacher sein kann. Zumindest waren die meisten von denen, die wir betreut hatten, nicht wirklich "ideologisch" eingestellt, egal ob es jetzt um den Islam oder andere Sachen ging. Natürlich hatten wir auch "schwierige Fälle", da ging es aber immer um die "üblichen Schwierigkeiten", die bei Jugendlichen in diesem Alter so auftreten (können), egal woher diese kommen.

Aber ob die über Trans Bescheid wissen kann ich dir beim besten Willen nicht sagen. Damals hatte ich ja nicht mal selber so wirklich Ahnung davon -- auch weil ich es ja immer noch verdrängen wollte ...

Und jetzt wirklich wieder zurück zum Thema!

LG, Mirjam

Jaddy
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Re: Hört bitte, bitte auf diese Leute zu wählen ...

Post 52 im Thema

Beitrag von Jaddy » Mo 9. Jul 2018, 15:20

Mal zurück zu den Kernthemen dieses Forums und ein paar Links dazu:
  • "Wie die AfD eine ambitionierte Frau rausekelte - weil sie transsexuell ist" (huffpost)
  • "AfD macht Wahlkampf gegen Homo- und Transsexuelle"(queer.de) Zitat:
    Auch die offizielle Vertretung Schwuler und Lesben in der AfD hat keine Probleme mit der Homophobie ihrer Parteifreunde: Die sogenannten "Alternativen Homosexuellen" (früher: Homosexuelle in der AfD) orientieren sich vielmehr nach ganz Rechtsausßen: Sie stellten sich vor gut einer Woche auf ihrer Facebook-Seite sogar hinter ihren rechtsextremen Parteifreund Björn Höcke, der gerne persönlich gegen Schwule und Lesben hetzt, mit den Worten: "Wir hier sind einstimmig für Höcke. Gegen Genderpayday und Frauenquote."
  • "AfD will Homosexuelle in Thüringen zählen lassen"(Queerspiegel) Und nicht nur Homosexuelle, sondern auch Bisexuelle, Trans* und Inter in jeder Form. Man darf wohl angesichts des restlichen Programms vermuten, dass es ihnen mit den Zahlen nicht um mehr Rechte und Gleichstllung geht.
  • AfD Flyer "Gegen den "Tugendterror der Antidiskriminierung""(queer.de) Darin eine Reduktion auf biologisch determiniertes, binäres Geschlechterklischee inkl. aller alten Rollen und Lebensvorgaben. Ablehnugn jeglicher Gleichstellung und Rechte für LGBTI*. Schaut mal auf die Webseite zum Flyer. Da bliebe für uns kaum Raum. Nicht mal für binäre CD/TV/TS. Mit den noch gut bekannten Folgen bei Familie, Job, etc.
  • "Wir haben überprüft, was das AfD-Wahlprogramm Homosexuellen zu bieten hat - das Ergebnis war sogar schlimmer als erwartet"(huffpost) Zitat:
    1. Keine LSBTI-Politik
    2. AfD-Politiker*innen äußern sich regelmäßig homophob
    3. Antidiskriminierungsgesetzgebung soll abgeschafft werden
    4. Diffamierung und Abschaffung von Bildungsplänen
    5. Familienpolitik lässt keine Vielfalt zu
    6. Eheverbot für gleichgeschlechtliche Paare
    7. Widersprüchliche Religionspolitik
    8. Gleichstellungspolitik zurückdrehen [das betrifft dann auch nicht LGBTI*...]
    9. Feindbild Gender
    10. Verbindungen zur Neuen Rechten und Rechtsextremen
    11. Instrumentalisierung statt Integration - Flüchtlingspolitik
  • AfD-Positionen: Kein Programm für die Bürger (BR) Zitat:
    Das Manifest kombiniert Marktradikalismus mit der Vision einer zutiefst illiberalen Gesellschaft. Es schließt alle aus, die nicht ins Weltbild passen.
    Die Retro-Gesellschaft. Mit Lebensformen jenseits der "klassischen" Familie steht die AfD auf Kriegsfuß. "Gender Mainstreaming" sei die Erfindung einer "Umerziehungslobby“, die sexuelle Vielfalt predige, aber die „naturgegebenen Unterschiede zwischen den Geschlechtern“ einebne. Und die – ebenfalls "naturgegebene" – Homosexualität? Darauf geht die AfD erstaunlicherweise in den gesellschaftspolitischen Passagen nicht ein. Doch der Satz, man lehne die "Propagierung der Homo- und Transsexualität im Unterricht“ ab, zeigt: Was im eigenen Weltbild nicht vorkommt, darf auch in der Realität der Retro-Gesellschaft à la AfD nicht vorkommen
    Neokonservativer Roll-Back - ein Fazit. Liberales Waffenrecht, Klimaskepsis, Demontage des Sozialstaates, Aushöhlung des Rechtsstaates: Die Forderungen der AfD erinnern an den "Neokonservatismus" Margret Thatchers oder Ronald Reagans. Die Partei will eine an ultra-konservativen Leitbildern orientierte Gesellschaft schmieden, die alle Abweichungen von der gesetzten Norm verteufelt. Sie glaubt, den „gesunden Menschenverstand“ und „das politische Urteilsvermögen (…) der mündigen Bürger“ auf ihrer Seite zu haben. Die gesellschaftliche Illiberalität der AfD fällt mit einer radikalen wirtschaftlichen Liberalität zusammen. Diese Kombination fördert - entgegen aller Lippenbekenntnisse der AfD – die soziale Spaltung der Gesellschaft in Wohlstandsbürger und Abgehängte. AfD-Politiker stellen sich gerne auf die Seite des "kleinen Mannes", doch ihre Agenda spricht eine andere Sprache.
  • Wer mal nachlesen will, hier zum Beispiel die AfD-BW zum Gender Mainstreaming. Oder AfD-Bayern:
    Die AfD fordert die Offenlegung aller bislang zur Durchsetzung von angeblichen Gleichstellungsvorhaben geflossenen Gelder der EU. Schluß mit undemokratischem Gender-Mainstreaming. Die AfD fordert Chancengleichheit für Frau und Mann, lehnt jedoch Quotenregelungen ab. Die vor allem durch „Rot-Grün“ ideologisch gesteuerte Verzerrung der Geschlechterrollen darf nicht Ziel staatlicher Politik sein.
  • "Warum die AFD schlimmer ist als die NPD"(Enno Park) Zitate:
    Allerdings geht die AFD noch weiter als die NPD und behauptet: „Die Propagierung der Homo- und Transsexualität im Unterricht lehnen wir ebenso entschieden ab wie die ideologische Beeinflussung durch das „Gender Mainstreaming“.
    [...]
    ganz ähnlich sieht es in der Familienpolitik aus. Die NPD schreibt: „Die auf Dauer angelegte Lebensgemeinschaft zwischen Mann und Frau ist zugleich die einzige Familienform, die Förderung und besonderen staatlichen Schutz verdient, denn nur in ihr können Kinder geboren werden.“ Das deckt sich mit dem Passus bei der AFD: „Die Familie aus Vater, Mutter und Kind als Keimzelle der Gesellschaft zu verstehen und den Bedürfnissen der Kinder und Eltern gerecht zu werden, muss wieder Mittelpunkt der Familienpolitik werden.“ Der zunehmende Anteil Alleinerziehender ist nicht nur Ausdruck zunehmender gesellschaftlicher Verwerfungen (…) und partnerschaftlicher Beliebigkeiten, sondern auch Ausdruck von Bindungsunfähigkeit infolge eigener unsicherer Bindungen im Kindesalter.“ Sie möchte deshalb die klassische Familie stärker fördern. Die AFD ist hier ein Stück radikaler und lehnt „eine staatliche Finanzierung des selbstgewählten Lebensmodells „Alleinerziehend“ (…) ab“.
    [...]
    Der wesentliche Unterschied zwischen den Parteien ist also nicht, dass die AFD nennenswert weniger rechtsradikal wäre, sondern lässt sich so auf einen Nenner bringen: Während die NPD ihren Sozialdarwinismus weitgehend nur an Migranten und Behinderten auslässt, wendet sich das AFD-Programm gegen alle Menschen, die im Kapitalismus nicht mithalten können. Die AFD will systematisch die ohnehin Starken fördern. Sie kombiniert autoritäre und rassistische Ideen, die direkt aus der NPD stammen könnten, mit wirtschafts- und sozialpolitischem Neoliberalismus und kann somit als eine Art Turbo-NPD betrachtet werden. Anders gesagt: Im klassischen Parteiensystem steht die AFD noch weiter rechts als die NPD. Selbst wenn die AFD wegen der geforderten nach Qualifikation regulierten Einwanderung etwas weniger rassistisch und kulturchauvinistisch wirkt, könnte man der NPD noch irgendwie zugute halten, das Wohlergehen „des kleinen Mannes“ im Blick zu haben, solange es halt ein biodeutscher kleiner Mann ist.

    Diese Mischung aus neoliberalen bis libertären Ideen einerseits und autoritären Vorstellungen andererseits wirkt nur so lange seltsam, bis man sich klar macht, dass die AFD diese autoritären Vorstellungen sehr stringent nutzen möchte, um ihre libertären Ideen gegen sozial niedriger stehende umso rücksichtsloser durchzusetzen. Das ist der rote Faden in ihrem Programm. Nur scheinbar erwecken Widersprüche im AFD-Programm den Eindruck, sie wisse selber nicht so genau, was sie will. So schreibt sie beispielsweise: „Die Freiheit von Forschung und Lehre sind unabdingbare Grundvoraussetzungen für wissenschaftlichen Fortschritt. Deshalb müssen die Hochschulen über Art und Umfang ihres Studienangebotes frei entscheiden können.“ nur um wenige Sätze später das Gegenteil zu fordern, nämlich: „Die Gender-Ideologie erfüllt nicht den Anspruch, der an seriöse Forschung gestellt werden muss. (…) Sie darf deshalb nicht weiter gefördert werden, und ist abzuschaffen.“

    Die AFD kommt also immer doppelbödig daher, behauptet zunächst etwas konsensfähiges, nur um es später wieder einzuschränken oder in sein Gegenteil zu verkehren. Genau diese Doppelbödigkeit erlaubt der AFD ihr scheinbar bürgerliches Auftreten, das sie so gefährlich macht. Ich habe tatsächlich den Eindruck, dass etlichen AFD-Wählern wirklich nicht klar ist, wen sie da eigentlich gewählt haben. Was es nicht besser macht. Im Gegenteil.
Zusammengefasst: In einer nach AfD-Weltsicht dominierten Gesellschaft hätten wir alle hier echt schlechte Karten. Das beginnt bei Anfeindungen, Ausgrenzungen, Problemen mit Freunden, im Job, bei Familie, bei Behörden, Schulen, Jungendämtern - und das nicht nur für Vollzeit-Trans*Menschen. Bei allen wären plötzlich die Konsequenzen einer "Entdeckung" viel drastischer. Nix da mit "mal einkaufen im Kleid" oder einfach so Klamotten kaufen. Stellt euch da mal auf ständige Kommentare und Rausschmisse ein, wenn deren Weltbild weitläufig propagiert wird. Sich den Nachbarn zeigen oder von Kollegen erkannt werden? Dann gleich mal Job und Stadt wechseln - wenn das in Zeiten des Internets mal reicht. Und als "Transe" das Sorgerecht für die eigenen Kinder behalten? Nope. Kannst mal froh sein, wenn du nur verprügelt wirst und nicht eingewiesen und zwangsbehandelt. Und komm nicht auf die Idee, eine Anzeige bei der Polizei zu machen ohne Antidiskriminierungsgesetze.

Und da sind wir noch nicht bei den Hürden, den Kosten und den überhaupt vorhandenen Möglichkeiten zur Transition. Guckt euch an, was da an Gleichstellung, Aufklärung (auch über die Möglichkeiten) etc. gestrichen werden soll. Kostenübernahmen? Pah. Alles "Gender-Gaga". Ganz zu schweigen von nicht-binären Geschlechtseinträgen, neutralen Toiletten, usw.

Wie gestern schon mal gesagt: Nach deren Ansicht sollten wir alle hier am besten überhaupt nicht existieren. Auf jeden Fall aber unsichtbar und rechtlos sein, die Klappe halten und von jeder Hilfe ausgeschlossen. Egal ob oder wie wir daran leiden.

Was ich dann aber nicht auf die Kette kriege sind Menschen, die eigentlich direkt von den Ausgrenzungsplänen betroffen wären, wie der AfD-ganz-Rechtsaussen Alexander Tassis aus Bremen, selber schwul, der mit den Identitären u.a. kuschelt, und ganz besonders Menschen wie Sybill Constance de Buer aus Bremen. De buer ist trans* und hatte heftigste Probleme bei der Anerkennung, wie sogar in der taz berichtet. Und was macht sie aktuell? "Gemeinsam mit dem AfD Bürgerschaftsabgeordneten, Alexander Tassis, sowie dem Diepholzer AfD Kreisverbandsvorsitzenden, Michael Schnieder, versuchte De Buer die Hetzkampagne “Kandel ist Überall“, bzw. einen sogenannten “Frauenmarsch“, zu initiieren", wie afdwatchbremen.de berichtet.

Andersrum, an die Nichtwählenden: Ich kann verstehen, wenn einen Politik und Parteien erst mal nicht interessieren oder gar widerwärtig sind. Leider funktioniert dieses ignorieren nicht gegenseitig. Genauso gut könnte man versuchen, den Winter zu ignorieren. Wer immer nur die Klappe hält, darf sich nicht wundern, wenn er irgendwann aufs Maul kriegt. Es wird dann einfach niemand anders mehr da sein.

Deshalb, auch wenn man eigentlich lieber nichts wählen würde, sollte man wenigstens jenen weniger Stimmkraft zugestehen, die einem direkt an den Kragen wollen. Und das heisst, dass man wenigstens irgendjemandem von den anderen ankreuzt. (Heisser Tipp: Die Linken sind in den meisten Bundesländern nicht in der Gefahr, Regierungspolitik zu machen, aber jedey linke Abgeordnete ist ein AfD-Stuhl weniger).

Tatjana_59
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Re: Hört bitte, bitte auf diese Leute zu wählen ...

Post 53 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 » Mo 9. Jul 2018, 15:39

Ich sage einfach nur:
Herzlichen Dank für dein Posting direkt über meinem Jaddy!

LG Tatjana

Simone 65
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Re: Hört bitte, bitte auf diese Leute zu wählen ...

Post 54 im Thema

Beitrag von Simone 65 » Mo 9. Jul 2018, 16:36

Jaddy , erstmal danke .
Bei mir an der Arbeit geben viele Kollegen zu AFD gewählt zu haben und stolz drauf . Auch viele türkische Kollegen haben Erdogan gewählt.
Reden mit diesen Kollegen , wie soll das gehen .
Noch ein anderer Aspekt . Viele vergessen , sie sind selber Flüchtlinge. Ich bin Wirtschaftsflüchtling ( bin ja im Januar 1990 von Rostock nach Stuttgart ) , mein Onkel ist aus der DDR geflüchtet , meine Tante aus dem Sudetenland . Es gab auch viele Flüchlinge aus Schlesien .
Mal weiter zurück in der Geschichte .
LG Simone
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
Ich bin nur ein kleines Licht , aber ich leuchte .
Alle Menschen sollen mich sehen .

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Re: Hört bitte, bitte auf diese Leute zu wählen ...

Post 55 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » Mo 9. Jul 2018, 16:50

Jaddy hat geschrieben:
Mo 9. Jul 2018, 15:20
(Heisser Tipp: Die Linken sind in den meisten Bundesländern nicht in der Gefahr, Regierungspolitik zu machen, aber jedey linke Abgeordnete ist ein AfD-Stuhl weniger).
... und genau deshalb habe ich die bei der letzten Bundestagswahl auch gewählt - obwohl ich eigentlich Sozialdemokrat alter Tradition bin, aber was bitte ist an der heutigen Bundes-SPD noch sozial?

LG Nicole
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Re: Hört bitte, bitte auf diese Leute zu wählen ...

Post 56 im Thema

Beitrag von Yasmine » Mo 9. Jul 2018, 17:42

Danke Jaddy für diese Auflistung, die doch sehr gut zeigt, wo unser Feindbild liegt.
Ich war gestern auf dem CSD in Köln, weil jede(r) von uns dort wichtig ist. Ich habe keinen Wagen der AfD gesehen und bezweifle auch sehr, dass sie lebend über den Rhein gekommen wären.
Hundertausende Personen, die auf unserer Seite sind können nicht irren.
LG
Yasmine

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Re: Hört bitte, bitte auf diese Leute zu wählen ...

Post 57 im Thema

Beitrag von lexes » Mo 9. Jul 2018, 17:50

Nicole Doll hat geschrieben:
So 8. Jul 2018, 12:10

Ich kenne mindestens einen ehemaligen Panzerfahrer, der jetzt als Frau herum läuft: mich!
davon würde ich zu gerne mal ein Foto sehen :-) ganz ehrlich

Nicole Doll
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Re: Hört bitte, bitte auf diese Leute zu wählen ...

Post 58 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » Mo 9. Jul 2018, 19:42

Hallo Lexi.

hier ist der Panzerfahrer ...
Soldaten Foto_1.jpg
... und hier der Panzer. Davor stehen meine Eltern, aufgenommen am 13.06.1981 beim Bataillonsfest des Panzerbataillons 333 in Lingen.
Leopard 1_1.jpg

LG Nicole
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Re: Hört bitte, bitte auf diese Leute zu wählen ...

Post 59 im Thema

Beitrag von MichiWell » Mo 9. Jul 2018, 21:56

Hallo Jaddy,

vielen Dank für die gesammelten Werke ... habe ich mir gleich mal als Link-"Munition" gespeichert.

@all ... Eines noch: Wenn Frau von Storch Flyer gegen die "Förderung" der "homosexuellen Neigung" verteilen will, vielleicht sollte man dann im Gegenzug Fyler gegen die "Förderung" der "allgemeinen Verblödung" durch die AfD verteilen? Klingt irgendwie passend.


Liebe Grüße
Michi
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Re: Hört bitte, bitte auf diese Leute zu wählen ...

Post 60 im Thema

Beitrag von Sasha » Di 10. Jul 2018, 16:14

Bei aller berechtigten Kritik an der AFD, die ich auch vollumfänglich teile, sollte man nicht nur auf das Symptom (also die AFD) schauen, sondern auch auf die Ursache. In den letzten 15-20 Jahren sind in den ehemaligen "Volksparteien" die einigermaßen ehrlichen Volksdiener ausgestorben und sind ersetzt worden durch Berufspolitiker, die, ich wiederhole mich, nur an ihrem Eigennutz und ihrer Parteipolitik interessiert sind. Diese sind daher m.E. letztlich Schuld daran, daß viele nicht mitdenkende Menschen blindlings AFD (und PDS, ähem DL und andere Extreme) wählen. Angenommen, es handelte sich dabei um eine Protestwahl, liegt es doch an den anderen, den Grund für diesen Protest aus dem Wege zu räumen. Dazu aber müssten diese wiederum eingestehen, bisher Fehler gemacht zu haben - aber welcher heutige Politiker gibt denn noch Fehler zu???
Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich (K. Adenauer)
Eigentlich bin ich ganz anders, doch ich komme viel zu selten dazu (Ö. von Horváth)
Das Glück besteht darin, zu leben wie alle Welt und doch anders zu sein (S. de Beauvoir)

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