Politik der Geschlechter
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Mina
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Politik der Geschlechter

Post 1 im Thema

Beitrag von Mina » Do 25. Jan 2018, 09:43

In Hamburg kann dem TSG nach Aussagen folgenden Artikels ein Schnippchen geschlagen werden. Zwar können auch die Gutachter den Gesetzesweg (noch) nicht aushebeln, zumindest aber ein klares Signal senden. Abgesehen der sehr eindeutigen Position der Anwältin Adamietz.

Zitat aus dem Artikel:

Sie haben die Frage, ob sie Mann ist oder Frau eindeutig beantwortet. Denn solange das Transsexuellengesetz noch nicht reformiert ist, gibt es unter den Hamburger Gutachtern eine Vereinbarung, Transsexuellen keine Ablehnungen zu schreiben, sagt Adamietz.

[/]

Link: http://www.taz.de/!5298523/
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Anne-Mette
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Re: Politik der Geschlechter

Post 2 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Do 25. Jan 2018, 18:25

Moin,

... und danke Mina (moin)

Leider schleichen sich in solchen Artikeln - bewusst oder unbewusst - "Ungenauigkeiten" ein, die uns eher schaden.
Ich habe nun wirklich mit sehr vielen Menschen zu tun, die transsexuell sind oder waren.
Einen Durchschnittspreis von 3000 Euro für die beiden Gutachten kann ich nicht bestätigen; mit 3000 Mark wären wir dichter dran an den Kosten, von denen mir berichtet wurde.

So sehr ich GEGEN die Zwangsgutachterei bin, aber
Denn solange das Transsexuellengesetz noch nicht reformiert ist, gibt es unter den Hamburger Gutachtern eine Vereinbarung, Transsexuellen keine Ablehnungen zu schreiben, sagt Adamietz.
kann ich nicht bestätigen, d.h. davon habe ich nichts gehört - und eine mir bekannte Gutachterin konnte da nicht zustimmen.
Interessant wäre es zu wissen, was die zuständigen RichterInnen dazu sagen und ob die GutachterInnen dann noch "sachkundig" sind wie gefordert.
... und der Preis wäre interessant; der dürfte dann wohl "sehr niedrig" sein (?)

Gruß
Anne-Mette

Mina
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Re: Politik der Geschlechter

Post 3 im Thema

Beitrag von Mina » Do 25. Jan 2018, 18:53

Huhu Anne- Mette,

Ich hab den Artikel heute gefunden und hier verlinkt. Natürlich habe ich versucht hinter den Quellen zu recherchieren. Was an Informationen leider dürftig ausfiel.

Deshalb finde ich es gut das Du diesen Artikel mit Deinen Erfahrungen/ Wissen reflektierst. Ich habe ja leider noch keine PÄ beantragt oder durchlebt. Von daher konnte ich auch keinen persönlichen Bezug dazu nehmen. )))(:

LG Mina
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Re: Politik der Geschlechter

Post 4 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Do 25. Jan 2018, 19:03

Guten Abend,

das sollte keine Kritik an Dir sein (888)
Dabei hat die Frage, was genau im Pass steht, große Folgen. Denn die Krankenkasse von de Buer will die Operationen zur Geschlechtsangleichung nur bezahlen, wenn im Pass auch Sybill Constance steht. Und nicht mehr Gernot-Peter.
Selbst in der alten "Begutachtungsrichtlinie" ist das, was im Pass steht, nicht Voraussetzung für die GaOP, sondern

Vor geschlechtsangleichenden Operationen sind folgende Voraussetzungen wesentlich:

1. Die Diagnose wurde durch einen Psychiater / Psychotherapeuten anhand der diagnostischen
Kriterien überprüft und gesichert.

2. Komorbiditäten (insbesondere psychische) sind ausreichend stabilisiert bzw. ausgeschlossen.

3. Die Behandlung beim Psychiater / Psychotherapeuten wurde nachweisbar in ausreichender
Intensität und Dauer durchgeführt (in der Regel mindestens 18 Monate) und der Therapeut ist
zu dem klinisch begründeten Urteil gekommen, dass die genannten Ziele der psychiatrisch- psychotherapeutischen Behandlung erreicht sind.

4. Der Patient hat das Leben in der gewünschten Geschlechtsrolle erprobt (Alltagstest in der Regel mindestens 18 Monate).

5. Die gegengeschlechtliche Hormonersatztherapie wurde in ausreichender Intensität und Dauer durchgeführt (in der Regel mindestens 6 Monate). Sollte eine hormonbehandlung aus medizinischen Gründen kontraindiziert sein, sind die Kontraindikationen im Gutachten darzulegen.

6. Ein krankheitswertiger Leidensdruck liegt vor.

7. Die Voraussetzungen und Prognose für die geplante geschlechtsangleichende Genitaloperation sind positiv. Hierzu gehören insbesondere auch Abwägung von Kontraindikationen und der Nachweis, dass der / die Versicherte über Nebenwirkungen und Risiken der Operation umfassend aufgeklärt ist


Dabei ist der insbesondere der "Alltagstest" diskussionswürdig und wird oftmals nicht mehr abgefragt.

Die Begutachtungsanleitung steht wohl auch vor einer Neufassung.
Allerdings wird sie vom MDK durchaus noch als Grundlage genommen.

Gruß
Anne-Mette

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Re: Politik der Geschlechter

Post 5 im Thema

Beitrag von ab08 » Do 25. Jan 2018, 19:40

Hallo,

bzgl. Kosten -- es mag sein, dass Süddeutschland generell teurer ist.
Es war der Jahreswechsel 2008 / 2009 und ein Einzelfall ist keine Statistik,
aber ich schaute mir gerade meine eigenen Steuerunterlagen noch mal an.

Außergewöhnliche Belastungen 2008 ----> 2768,53 €
(Gebühren*), die nicht durch die KK erstattete Kosten, Vorschuss Gutachten 1000 € )
Außergewöhnliche Belastungen 2009 ----> 2202,32 €
(Gebühren*), die nicht durch die KK erstattete Kosten, Restzahlung Gutachten 1147,22€ )

Für beide Gutachten (incl. der geringen Gerichtsgebühr) zahlte ich also exakt 2147,22 €
Insgesamt machte ich für mein CO (nur Namensänderung, mehr war, da ohne Op, nicht möglich) damals also 4970,85 € steuerlich geltend.
(Da es sich aber über zwei Jahre verteilte, brachte es, aufgrund der zumutbaren Belastung, bei mir kaum was.)

Liebe Grüße
Andrea (888)

*) Einwohnermeldeamt, Führerschein usw.
Zuletzt geändert von ab08 am Do 25. Jan 2018, 19:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Politik der Geschlechter

Post 6 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Do 25. Jan 2018, 19:47

Guten Abend Andrea,

die KK erstattet doch keine Gebühren für die beiden GutachterInnen (?)...

Gruß
Anne-Mette

ab08
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Re: Politik der Geschlechter

Post 7 im Thema

Beitrag von ab08 » Do 25. Jan 2018, 19:54

Liebe Anne-Mette,

natürlich nicht, aber es wurden auch medizinische Behandlungen (z.B. Epilation) nicht /oder nur teilweise/ erstattet.
Bisweilen kürzen KK & Beihilfe bei mir (Eigenanteil), streichen Dinge weg und diese zusätzlichen Kosten gab ich an.
Ebenso wie ich die Gebühren für die Änderung der Papiere auch steuerlich geltend machte :wink:

Liebe Grüße
Andrea

Auf die Gutachten beziehen sich also nur die in den Klammern aufgeführten Beträge!
Zitat "Für beide Gutachten (incl. der geringen Gerichtsgebühr) zahlte ich also exakt 2147,22 €"

P.S. Ich wollte nur anmerken, dass die Kosten hier im Süden, auch heute noch, oft erheblich sind :!:
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Re: Politik der Geschlechter

Post 8 im Thema

Beitrag von Jaddy » Fr 26. Jan 2018, 21:03

Ich reiche hier mal diese Petition rein:
https://epetitionen.bundestag.de/petiti ... chnen.html

Geht um Kostenübernahme für Gutachten.
Bildschirmfoto 2018-01-26 um 21.01.55.png
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