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Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Verfasst: Mi 24. Jan 2018, 16:51
von Anne-Mette
Moin,

ich habe das Gefühl, wir drehen uns im Kreis - und das sehr ausdauernd.
Manchmal wird uns "von außen" etwas zugeworfen, ein Vorschlag, eine Initiative, ein Artikel.

Einige stürzen sich darauf, huldigen die edlen SpenderInnen, während die KritikerInnen gerne wie hungrige Wölfe zerreißen, was ihnen angeboten wird.
Andere "dackeln hinterher" und schauen erst einmal, in welche Richtung die Mehrheitsmeinung geht, aber sie sind sich sicher: wir bleiben im Kreis!

Nur: es entwickelt sich daraus irgendwie NICHTS. Alle warten, bis wieder etwas über den Zaun geworfen wird (?)

Können wir uns auf einige Minimalziele einigen, bei denen nicht "Jein" oder "ja, aber" kommt?

Ich fange mal an: Abschaffung der Zwangsgutachterei für die Umtragung des Namens und des Geschlechtsstandes

Gruß
Anne-Mette

Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Verfasst: Mi 24. Jan 2018, 17:09
von ab08
Liebe Anne-Mette,

selbstverständlich, die Gutachten sind ein absoluter Anachronismus, :evil:

1. Das TSG sollte durch eine Regelung, wie z.B. in Belgien ersetzt werden.
2. Operationen an intersexuellen Neugeborenen sollten verboten und frühere Taten strafrechtlich verfolgt werden.

Ich bin übrigens überzeugt, dass dies irgendwann wahrscheinlich unerwartet und schlagartig erfolgt.
---> Aber dafür sind Basisarbeit, Gespräche & Überzeugungsarbeit bei Abgeordneten (+ anderen Entscheidungsträgern) nötig.

Liebe Grüße
Andrea

Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Verfasst: Mi 24. Jan 2018, 17:18
von JanaH
Überhaupt gar keine Frage, vollste Unterstützung!
TSG gehört abgeschafft!
Operationen verboten!

und nu?
Hab mal den Direktmandatsträger hier angeschrieben:

http://mathias-stein.info

mal sehen...

Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Verfasst: Mi 24. Jan 2018, 17:27
von ExUserIn-2018-08-04
Hallo Anne-Mette,

ich halte die Forderung nach einer Reform des TSG (Abschaffung der Gutachten für VÄ/PÄ) bei gleichzeitigem Ersetzen durch eine versicherungsrechtlich verbindliche Diagnose und eine Verbesserung der medizinischen Versorgung (endokrinologische Behandlung nach neuestem Forschungsstand, "Suporn-Standard" für GAOPs etc.) am ehesten für konsensfähig unter TS.

Liebe Grüße Daenerys

Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Verfasst: Do 25. Jan 2018, 03:44
von Simone 65
Anne-Mette , doch wir haben gemeinsame Ziele . Gegen die Transfeindlichkeit , gegen die AFD.
Ich versuche in meinem bescheidenen Leben dabei zu sein .
Ich bin sichtbar .
Mein Pfarrer Nulf Schade-James ist gerade dabei . Ich will nicht in die Württembergische Evangelische Kirche Sie hat es abgelehnt Schwule und Lesben zu segnen . Ich ?
Ich wohne hier , möchte aber nicht hier Mitglied sein . Ich wurde in Frankfurt getauft .
Auch das ist nicht einfach . Einfach sich seine Gemeinde aussuchen .
Ich war auf der Gegendemo in Stuttgart , gegen die ,, Demo für Alle " .
Auch den Namen ändern , wenn das so einfach wäre .
Ich wurde als Simone Simon getauft. Im Ausweis steht was anderes .
Wir müssen noch viel machen . Ich bin nur ein ganz kleiner Teil .
LG Simone.

Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Verfasst: So 28. Jan 2018, 14:44
von Saskia.shewulf
Hallo Anne Mette,


Im Grunde was daenery schon geschrieben Hat keine Zwangsgutachten aber Medizinische Versorgung ja bei TS.

Lg Saskia

Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Verfasst: So 28. Jan 2018, 15:29
von ExuserIn-2018-01-30
Moin!

Du Wolltest etwas, wo kein "jein" kommt.
Anne-Mette hat geschrieben:
Mi 24. Jan 2018, 16:51
Ich fange mal an: Abschaffung der Zwangsgutachterei für die Umtragung des Namens und des Geschlechtsstandes
Hierzu gibt es von mir ein ganz klares NEIN für die Abschaffung. Was ist so schwer daran, ganz offen und ehrlich zu sich zu stehen? Die Gespräche empfand ich nicht als diskriminierend. Und wem das wirklich wichtig ist, zieht das auch durch. Es ist für mich mehr als nur ein 'Verwaltungsakt', Namen sind mehr als Schall und Rauch.

Aber die Gemeinsamkeiten sind eben geringer geworden, so what.

LG Claudia

Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Verfasst: So 28. Jan 2018, 16:00
von Svetlana L
Sogar daran scheitern die Gemeinsamkeiten schon. Ich fasse es nicht!

Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Verfasst: So 28. Jan 2018, 16:03
von ExUserIn-2018-08-04
Claudia hat geschrieben:
So 28. Jan 2018, 15:29
(…) Hierzu gibt es von mir ein ganz klares NEIN für die Abschaffung. Was ist so schwer daran, ganz offen und ehrlich zu sich zu stehen? Die Gespräche empfand ich nicht als diskriminierend. Und wem das wirklich wichtig ist, zieht das auch durch. Es ist für mich mehr als nur ein 'Verwaltungsakt', Namen sind mehr als Schall und Rauch.
Was haben denn Zwangsgutachten damit zu tun, ob ein Mensch ehrlich ist und zu sich steht?

Ich empfand meine Gutachtengespräche auch nicht als diskriminierend, habe die VÄ/PÄ durchgezogen, weil mein Name und mein Geschlecht mir mehr bedeuten als Schall und Rauch und ein Verwaltungsakt. Ich habe 1500 Euro dafür bezahlt. Klar, kann man da sagen: So what. Ist ja nur Geld. Aber ich arbeite verdammt hart für meine Kohle, und die meisten anderen von uns tun das auch.

Das Geschlecht ist für die allermeisten Menschen fundamentaler Bestandteil ihrer Identität. Mir kann niemand erzählen, dass plötzlich Menschen nur aus einer Rotweinlaune heraus ihr Geschlecht angleichen, wenn sie statt 1500 Euro für zwei Gutachten plus Verwaltungsgebühr nur noch 300 Euro für den reinen Verwaltungsakt bezahlen müssen.

Die Gutachten sind teuer, zeitraubend und werden von vielen als diskriminierend empfunden. Warum soll man die nicht abschaffen? Zumal ich irgendwo gelesen habe, dass fast alle Gutachten sowieso positiv ausfallen. Wir brauchen so was nicht.

LG Daenerys

Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Verfasst: So 28. Jan 2018, 16:11
von ExuserIn-2018-07-15
Claudia hat geschrieben:
So 28. Jan 2018, 15:29
Hierzu gibt es von mir ein ganz klares NEIN für die Abschaffung. Was ist so schwer daran, ganz offen und ehrlich zu sich zu stehen? Die Gespräche empfand ich nicht als diskriminierend. Und wem das wirklich wichtig ist, zieht das auch durch. Es ist für mich mehr als nur ein 'Verwaltungsakt', Namen sind mehr als Schall und Rauch.
Falls du CD / DWT / TZF sein solltest, könnte ich dir nur vorwerfen, nicht über deinen Tellerrand zu schauen und einer gewissen Ignoranz nicht zu entbehren.
Aber als "Vollzeitfrau", die den "Kerl" für alle Zukunft mit all seinen in den Kniekehlen baumelnden Jeans, unförmigen Schuhen usw.abgeschafft hat, sollte es auch dir wenig Freude bereiten, dich bis zur gerichtlichen VÄ / PÄ ständig zwangsouten zu müssen (Paketshops, erstmalige Arztbesuche, Polizeikontrollen, Fahrscheinkontrollen usw.) - oder doch?
Macht es so viel Spaß, schon als "Frau" angeredet zu werden, um dann einen Männer-Ausweis zu zücken? Mir jedenfalls nicht.

Denk mal an diejenigen, die sich nicht von Kindesbeinen an heimlich als Prinzessin Peach verkleidet haben. Es gibt auch andere Trans-Karrieren, deren Geschichte es nicht erlaubt, die erzwungenen drei Jahre "Wartefrist" so nebenbei als absolviert abzuhaken, sondern die diese Jahre als 24/7 Frau runterreißen müssen. Die gesamte aktuelle Rechtslage zum Thema ist diskriminierend und entmündigend, obendrein widersprüchlich. Der Gesetzgeber verlangt von mir, drei Jahre lang als äußere Frau herumzurennen, mich dennoch immer wieder als Kerl anquatschen zu lassen, der privatrechtlich nicht den geringsten Anspruch auf korrekte Anrede / Geschlecht / Pronomen hat. Das ist Schwachsinn und kein "Alltagstest" und entbehrt jeder Logik. Nicht anders ist es mit den Zwangsgutachten. Mein F64 hab ich längst, stelle mich nach drei Jahren, in denen ich tagtäglich meine Frau gestanden habe in Familie und Job vor zwei wildfremde Klugscheißer, die mir im Schlimmstfall beweisen wollen, dass ich in den letzten drei Jahren in einer Art schizophrenen Phase gelebt habe? Und dafür zahle ich mehr, als ich in den ganzen drei Jahren für Schuhe ausgegeben habe?

Für deine Aussage bekommst du von mir das Prädikat "besonders :((a "

Semele

Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Verfasst: So 28. Jan 2018, 16:42
von ExuserIn-2018-09-04
Svetlana L hat geschrieben:
So 28. Jan 2018, 16:00
Sogar daran scheitern die Gemeinsamkeiten schon. Ich fasse es nicht!
Du fasst es nicht dass Claudia eine andere Meinung hat? Ohja wie schlimm, jagd und verbrennt diese "andersdenkerin" :roll:

Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Verfasst: So 28. Jan 2018, 16:53
von Svetlana L
Andere Meinung hin oder her, ich fasse es nicht, wie man diese Zwangsbegutachtungen gutheißen kann... und mit jagen und verbrennen hast du angefangen.

Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Verfasst: So 28. Jan 2018, 17:35
von Anne-Mette
Claudia hat geschrieben:
So 28. Jan 2018, 15:29
Moin!

Du Wolltest etwas, wo kein "jein" kommt.
Anne-Mette hat geschrieben:
Mi 24. Jan 2018, 16:51
Ich fange mal an: Abschaffung der Zwangsgutachterei für die Umtragung des Namens und des Geschlechtsstandes
Hierzu gibt es von mir ein ganz klares NEIN für die Abschaffung. Was ist so schwer daran, ganz offen und ehrlich zu sich zu stehen? Die Gespräche empfand ich nicht als diskriminierend. Und wem das wirklich wichtig ist, zieht das auch durch. Es ist für mich mehr als nur ein 'Verwaltungsakt', Namen sind mehr als Schall und Rauch.

Aber die Gemeinsamkeiten sind eben geringer geworden, so what.

LG Claudia
Moin,

Ich frage mich schon lange, warum einige UserInnen dem Forum mit solchen und ähnlichen Meinungen, die sich in Beiträgen regelmäßig widerspiegeln, "treu bleiben".
Wenn sich Deine Postings überwiegend in "GEGEN" und Granteln erschöpfen, frage ich mich, was das soll.
Wenn selbst Minimalforderungen so sehr neben Deiner Auffassung liegen, dann lass doch die in Ruhe das machen, die sich einsetzen und diese Forderungen unterstützen und
mit Kräften wirken für:

- Eine Abschaffung der Zwangsgutachterei und eine Änderung/Lockerung des Personenstandsrechtes
- Erhalt der medizinischen Leistungen für transsexuelle Menschen
- Ein striktes Verbot von nicht med. erforderlichen Operationen an intersexuellen Kindern
- Peerberatung transsexueller und intersexueller Menschen
- Aufbau und Pflege einer Informations- und Diskussionsquelle für PartnerInnen
- Unterstützung (soweit möglich) in Behörden-Angelegenheiten
- Veröffentlichung von Adressen und Treffpunkten für transsexuelle und intersexuelle Menschen (SHG-Liste)
- Vermittlung von Kontakten zu med. oder beratenden Institutiuonen
- Austausch von Erfahrungen
- Für Freiheit und Vielfalt statt Einfalt und Dummheit - und gegen Gewalt
- Vernetzung mit Gruppen die diese Ziele unterstützen und fördern

...

Gruß
Anne-Mette

Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Verfasst: So 28. Jan 2018, 18:31
von MichiWell
Auch wenn ich selbst nicht betroffen bin, so empfinde ich die Zwangsgutachterei doch als menschenunwürdig.

Sie gehört ohne Wenn und Aber abgeschafft.

Wenn ich von Personen lese, die dies selbst durchmachen mussten, dass sie diesen Zwang dennoch befürworten, dann frage ich mich, was da für eine Motivation dahintersteckt. Eine Begründung erfolgt allenfalls mit fadenscheinigen Argumenten, so dass sich mir der Eindruck aufdrängt, dass dahinter eher Neid und Mißgunst steckt, dass es andere mal leichter haben könnten als sie selbst.


Kopfschüttelnd
Michi

Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Verfasst: So 28. Jan 2018, 18:52
von Jaddy
Ich bin ja im Zweifel eher dafür, Menschen das Leben leichter und glücklicher zu machen, und da sind die Punkte von Anne-Mette schon fast Minimalforderungen. Was wäre, wenn sie alle erreicht wären? Den meisten Betroffenen würde es ohne solche Hürden besser gehen. Wer hätte ein Problem damit? Ich sage mal: Niemand für sich selbst; höchstens mit anderen. Und das kann ja wohl kein Kriterium sein.

Klar kann ich gedanklich nachvollziehen, dass wer sich mit viel persönlichem Leid viele Jahre über die aktuellen Hürden gequält hat, quasi betrogen fühlt, wenn man diese Hindernisse einfach abschafft. Aber statt anderen den gleichen Leidensweg aufzuzwingen, müsste doch gerade die eigene Erfahrung die Mitmenschlichkeit befördern.

Zunehmend wenig bis keine Toleranz bringe ich allerdings dafür auf, anderen Menschen binäre Denke aufzuzwingen. Wenn jemand für sich unbedingt nur zwei Sorten Menschen wahrnehmen will - okay, tu das, aber etliche werden sich dagegen wehren. Und niemand hat das Recht, sie derart einzuschränken. Vor allem weil kein einziger rationaler Grund eine solche Unterscheidung hergibt. Wann immer man genauer hinsieht, findet man mehr als zwei Varianten, Zwischentöne, Mixturen und ganz aus dem binären Sepktrum fallende. Welches Recht hätte irgendjemand, einem anderen da etwas vorzuschreiben?

Ach so; es ging doch um Katholiken vs. Protestanten, oder hatte ich das falsch verstanden?